Nr. Zweites Blatt 156. Jahrgang Donnerstag 29. November 1906 Erscheint tSgltd} mit Ausnahme bei TmmlagL. Die „Giefiener LamtlienblStter- werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beiqelegL Der »Reifliche tanöwtrt" erschemi monatlich etnmaL Gietzener Anzeiger Stoianonibmcf und Verlag bei Brüdl'ichen UniDerfuätsbnidereL R. Lange. Gießen. Nedaktton, Expedition u.Tnideret Echnlftt.?. Del. 9h. 6L Delegr.-Adr.. Anzeiger <5hefeen. General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehen. Bülow und Deruburg in der Berliner Presse. Berlin, 29. Nov. Die Stimmung, mit der die verschiedenen Parteien deS Reichstages dte gestrigen Reden Bülows und Dern- burgs ausgenommen Haden, spiegelt sich m den Kommentaren wieder, die die Blätter der Kolonialdebatte widmen und man kann sagen, daß Bülow sowohl ars Dernburg nicht schlecht dabei abichneiden. Man nimmt es dem Reichskanzler nicht einmal sonderlich übel, daß er der Presse vorwars, die Kolonial-Skandale ausgebeutet zu haben, sondern erkennt die Ossenheit an, mit welcher Bülow Mißstände zugab. Was oen Kolonialdirektor Dernburg be- trisst, so erkennt selbst die „Deutsche Tagesz tg.", die dem neuen Manne von vornherein sehr reserviert entgegengekommen war, den guten Willen an, aus den deutschen Schutzgebieten etwas zu machen. W^s Dernburgs Denkschrift an Mißbehagen hervorgerusen habe, habe seine Reichstagsrede wieder gut gemacht, uiu> über kleine gehler, die den parlamentarischen Ansänger kennzeichnen, geht man mit Milde hinweg. Die „B. R. sJu" meinen: Zwischen Dernburg und seinen Vorgängern zeigt sich ein Riesen-Abstand und zwar zu seinen Gunsten. Er ist ein sicherer Mann mit absoluter geistiger Selbständigkeit. Vielleicht etwas zu wenig Rafftne- ment, zu viel Ossenheit. Die „91 a t - ö t g." schreibt: Wer die Nörgelei nicht zum Prinzip erhebt, der kann gern anerkennen, daß der neue Kolonialdirektor die heillos schwierige Situation leidlich. zu meistern wußte. Der erste Ge,aütteindruck war nicht ungünstig. Die „Vo>s. Ztg." meint: Was Dernburg im ersten und besten Teil seiner Rede vorsührte zur Begründung und Ergänzung des Urteils des Fürsten Bülow über die bisherige uolonial-Berwalt'ang, ist geeignet, die ungünstige Aufnahme, die seine Denkschrift gefunden hat, einigermaßen auszugleichen. Der neue yerr im Koloniaramt macht einen bedeutenderen Eindruck als alle die Männer, die vor ihm seinen Platz eingenommen haben. Tas „B e rl. Tage bl." schreibt: So viel kann fest- gestellt werden, daß sich der neue Kolonialdirektor gestern als ein Mann von Kenntnis und Urteil gezeigt hat, der auch bald noch engere Fühlung mit dem Reichstag gewinnen dürfte, als es ihm bisher möglich gelvesen ist. Was Fürst Bülow über seine Tätigkeit zur Beseitigung des Kolonial-Skaiidals sagte, war höchst anfechtbar. Tie erste Rede des Kolonial-Direktors Dernburg machte einen viel besseren Eindruck. Nur der „Vorwärts" ist vollkommen unzufrieden. Er sagt, es wäre ein starkes Stück, daß der Abg. Schädler, der nach Dernburg zu Worte tarn, die Behauptung auizuftellen wagte, daß Dernburg sich mit seiner Rede nicht unvorteilhaft eingesührt habe. Parlamentarier*» — Die Kommission für die Gewerbeordnung stellte den von Sittart (Ztr.) ausgearbeiteten Bericht über den Antrag Bassermann betr. Gehaltzahlung an kaufmännische Angestellte inKrankheitsfällen usw. sowie über den Antrag Basiermann, Porzig, Potthoff, Schack usw. betreffend die Rechtsverhältnisse der technischen Ange- stellten fest. Deutsche» Reich. Hamme (Reg.-Bez. Oppeln), 28. Nov. Der Kaiser ist heute nachmittag hier eingetroffen und von dem Herzog von Ratibor empfangen worden. Der Kaiser bestieg alsbald das Automobil und fuhr nach Rauben. Berlin, 28. Nov. Wie die Nat.-Z. zu berichten weiß, hatte Kolonial-Direktor Dernburg dem Abg. Lede- bour brieflich gebeten, ihn rechtzeitig über Beschwerden zu unterrichten, die seine Partei im Reichstage vorzubringen gedächte, damit er das amtliche Material zur IClcincs Feuilleton. — Aus Frankfurt, 25. Nov., wird uns geschrieben: Eugen d'A lberts Oper „Tiefland" wurde bei ihrer heutigen Erstaufführung mit stürmischem Beifall ausgenommen. Das Werk zeigt eine Wucht und Kraft, Vie nach der Zartheit der bisherigen Opern d'Alberts geradezu überraschend wirkt. Der Komponist wurde etwa 15mal gerufen, desgleichen die Hauptdarsteller: Herr Fvrchhammer, Herr Breitenfels, Frau Hensel-Schweitzer, ferner in einer kleinen Partie Frau S ch a ck o, auch Herr Kapellmeister Dr. gtbttenb er g und Herr Oberregisseur Krähmer. SS. — Wilhelm Schmidtbonn, Der Heilsbringer. Eine Legende von heute, Berlin, Egon Fleischet u. Co. — Das neueste Werk des jungen rheinischen Dichters hat mir eine Enttäuschung bereitet. Eine große Konzeption hat ihm vorgeschwebt, er hat aber nicht die Kraft besessen, sie auszuführen. Das hat er wohl selbst gefühlt und hat Darum seine Erzählung in das Dämmerlicht der Legende gerückt. Joseph, der Rheinschiffer, zieht als ein neuer Heiland in die große Stadt. Von den Städten, vermeint er, ist das Elend und die Verzweiflung in die Welt gekommen. Eisenbahnen und Fabriken vermehren die Not der Menschen. Aller Fortschritt ist im Grunde nichts anderes als ein Schreiten ins Unglück. Was kann die Menschen retten? Sie müssen zur Mutter Natur zurück- kehren, die sie verlassen haben. Fort mit den Städten, fort mit dem Geld. Die Stadt, das Geld bedeuten den Krieg, das Land, die Ackererde den Frieden. Es sind die Ideen Rousseaux und seines Naturevangeliums, die hier vielleicht ganz unbewußt — zur Neproouktion gelangen. Joseph, der Heilsbringer, hat sich ein hohes Ziel gesteckt, er tollt die Mühseligen und Beladenen zum Kaiser jiiyren, auf daß der Herrscher jeglichem ein Häuschen und ein Stuck Acker zuteile. Einer soll dem andern gleich fein, niemand soll fürderhin herrschen, alle sollen emanDer in Hand habe. — Die Wahlprüsungsloninusslon dis Reichstages erklärte die Wahl des Abg. Raab (wirlsch. 23gg.) in Eschwege für ungiltig, weil sich herauSgcstcllt hat, daß der sozialdemokratische Gegenkandidat Hugo die öffentliche Armenunterstützung in Anspruch genonunen hat. Ausstiches. In den „MoSkowSlija Wjebomosli* veröffentlicht deren Redakteur Grmgmulh einen o'ienen Briei all die Regierung, worin er die Erweiterung der I u d e ii r e ch l e i ü r unzeitgemäß erklärt; der Lieg der jüdi chen Revolutionäre lverde das russische '-Bolt schwerer Bedrucken als die Niedeiluge von Tsuschima und der Beitrag voii Porismoulh; das Volk iverde m der ihm durch die Erweiierung der Rechte der Juden deigcdrachien Niederlage einen Lieg des jüdischen Kapitals eibliden. Die kaiferl. Regierung müsse sich daher beeilen, den m der Judensrage neuerdings eingenommenen Llandpiinkl wieder au'zugeben. In der Nahe des Dories Michaüowska bei Carayagni (ffion- uerneineni Jelchaweipoi) find reiche Mangantager entdeckt ivorden. Nach zuverlässiger Schatzung ist das entdeckte Lager von hohem Werte. 'Dian nimmt an, dag die rationelle Ausbeutiing ausländischen Uiiternehmern ongeboten werden wird. Ausland. Brüssel, 28. Nov. In der Kammer gab heute der Ministerpräsident folgende Erklärung ab: Vor zwanzig Jahren ermächtigte das Parlament den König der Belgier, die schwere Last eines Souveräns des Kongo staa tes auf sich zu nehmen. Das Band zwischen dem neuen Staate und Belgien blieb ausschließlich ein persönliches und die von der unabhängigen Gewalt vollzogenen Regierungsakte dieses Staates waren niemals von einem außerhalb dieses Gesetzes stehenden Rechte, noch von der Genehmigung oder Der Kritik irgenb einer außerhalb dieses Staates stehenden Behörde abhängig. Der König traf Vorkehrungen, daß sein großes Werk von Belgien übernommen wird. Im lueiteren Verlause seiner Ausführungen weift der Minister- vräsident auf die Zunahme der Einnahmen des Kongo- stoates und auf die in diesem Staate erreichten Fortschritte hin. Er tritt weiter für die Einsetzung eines Komitees ein, daß so zusammenzusetzen sei, daß feine Zuständigkeit und Unabhängigkeit verbürgt seien. Der Kongostaat lasse es sich angelegen sein, Reformen einzuführen; zu den sozialen Fortschritten würden sich wirtschaftliche Fortschritte und die Herstellung großer Verkehrswege gesellen, die es ermöglichen würden, aus den ungeheuren Reichtümern des Landes an Mineralien Nutzen zu ziehen. Mantes, 28. Nov. Nach einer Woche von Versuchen, bei denen sieben freie Ausstiege mit vollem Erfolg ausgeführt wurden, ist das lenkbare Luftschiff „Patrie" von der vom Kriegsminister dazu bestimmten Kommission übernommen worden. Heute hat die Militär- mannschaft zum ersten Male ohne Hilfe der Lebaudyschen Mannschaft eine Fahrt mit dem lenkbaren Luftschiff unternommen, die anderthalb Stunden dauerte und vollkommen gelang. Paris, 28. Nov. Zur Begründung seiner Vorschläge in der Sitzung des Ministerrats über die Verkürzung der Uebergangszeiten der Reserve - und Territorialtruppen führte Kriegsminister Piquart aus: Die jünaften Jahrgänge sollen zur Verstärkung der aktiven Armee dienen und werden in der Weise zu den Hebungen herangezogen, daß sie die großen Manöver in den Kadres der aktiven Regimenter mitmachen. Unter diesen Umständen werden drei Wochen ausreichend sein. Die ältesten Jahrgänge der Reserve sollen in Kriegszeiten zur Bildung von Reservekompagnien, -Bataillonen und »3legimentem verwendet werden. Die zu diesen Jahrgängen gehörigen Reservisten sollen zur Hebung einberufen werden, um sozusagen ihre Gesechtsverwendung in diesen neuen Einheiten kennen zu lernen. Dazu genügen zwei Wochen. Bei den Territorialtruppen handelt es sich nur um die Wiederholung der Unterweisung. Die Soldaten der Territorialarmee müssen mit ihren neuen Führern und ihren neuen Obliegenheiten bekannt gemacht werden. Dazu genügt eine selbstloser Liebe dienen. Die Armen in der großen Stadt hören die Botschast und sammeln sich um den Heilsbringer. Der führt sie über den Rhein, der fernen Hauptstadt des Reiches zu. Zum Kaiser, zum Kaiser! ist die Losung. Durch Nacht und Sturm wandert die geschlossene Masse, wundersame Glocken klingen, ein seliges Gefühl weitet jede Brust. Im Osten glimmt der junge Tag empor. Da blitzen Helme und Gewehre auf, die Kolonne sieht sich von Soldaten umringt Joseph, der Heiland, soll ein Wunder verrichten, soll die Feinde vernichten, er vermag es nicht. Und er wird verhöhnt, wird mit Steinen beworfen. Führerlos drängt die empörte Masse vorwärts. Salven krachen, die einen wälzen sich in ihrem Blute, die andern fliehen. Joseph kommt zwar mit dem Leben davon, aber von Stund an hält der Wahnsinn seine Stirn umklammert. Sein Wissen ist lläglich gescheitert. — Einen Mann, der dem Heilsbringer gegenüber tritt, legt der Dichter die Aeußerung in den Mund: „Alles, was du sagst, Freund, haben schon tausend untlare Köpfe vor dir gesagt. Es wird nicht vernünftiger dadurch, daß du es noch einmal sagst." Die Wahrheit dieser Worte wird in der Erzählung evident. Der Autor hat es nicht verstanden, uns die Figur des Heilsbringers glaubhaft zu machen, er kann uns nicht überzeugen, daß die Menge den Schwall seiner Phrasen aufnimmt und chm Gefolgschaft leistet. Rühmend muh hervorgehoben werden, daß die Legende von einem hohen Joealis- mus getragen wird, daß sie Stellen von großer dichrerischei Kraft und Schönheit enthalt, die an des Verfassers vortreffliche Novellen „Uferleute" und „Raben" erinnern. In feiner Ganzheit bedeutet oas Buch eine Niete, der hoffentlich wieder ein Treffer folgen wird. A. B. — Prof. Dr. Ed. E n g e l s„Gc s ch i ch t e be r b e u t [ dj en Literatur", erschienen im Verlag von G. Freytag in Leipzig und F. ^emSly ui Wien, 2 Bde. eleg. gefunden und reicy Hau Itrieit, übertrifft an Reichhaltigkeit und UeocrfitotiiaiEeit was anzuertennen ist, die meinen D.raragen volkstümlichen Werte, Die wir vis./er hatten, und hat den zwenellofen Vorzug, das, der LLier nicht nuc einen Ueueruiia uver ine iseiautteimoicUung unserer Woche. Dir,e neue ti,ua. ..ung uei u,vvu..y»0-tiicii i|t logisch, denn sie entspricht der Verwendung der Reserven im Falle eines Krieges uno sie erfordert keine unnütze Anstrengung. Ihre Annahme toiro zu gleicher Zeit einen Fortschritt in militärischer Hinsicht und eine Erleichterung für d ie Bevölkerung bringen. Wien, 2ö. Nov. Die „N Fr. Pr." berichtet über ein Gespräch, weitaus ihr zwr.espondent in Rom mit dem Italieni,chen Minister des Aeußern, Tittoni, hatte. Der Minister sagte: „Ich haoe im Mai 1902 den Dreibund- Vertrag aus 10 Jahre erneuert, ohne einen Strich Daran zu ändern. Der Vertrag verfällt oijne Munbigung. Trotz des Dreibunves fehlt es in Europa nicht an Irrungen und Sorgen. Die deutsche Politik hat in den letzten Jahren zwei schwere Fehler begangen: den erneu Fehler dadurch, vag sich Rußland Dem Deutschen Reiche entfremdet hat, den zweiten noch schwereren Fehler durch V e r s ch är , u n g der wirtschaftiichen Gegensätze zu England. Hosfentllch geäugt es dem Reichskanzler Fürsten Bülow, eine große Gefahr zu beschworen, die wir alle h e r a u f o in me n seh en. Die Gefahr ist der f r a n z ö s i s ch-r u i s i s ch - e n g 1 i s ch e Block, dem der Dreibund kaum gewachsen wäre. Bülow ist ein kluger, vorsichtiger Mann." — In einer heute behufs Stellungnahme zur Fleisch- frage nötiget) erbten Besprechung von agrarischen Abgeordneten der verschiedenen Parteien wurden heftig gegen den sür Sonntag beabsichtigten Demonstrationszug der Sozialdemokraten vor dem Rathause protestiert und Die Notwendigkeit betont, die Bevölkerung von maßgebender Seite darauf aufmerksam zu machen, daß nicht die Bauern, sondern die Zwischenhändler und die Wiener Fleischhauer (auf deutsch „Metzger") an der Fleischteuerung schuldig seien. Ackerbauminister Graf Auersperg bemerkte, daß der augenblickliche Fleischmangel am Wiener Markte hauptsächlich auf den Abgang Der sonst um diese Zeit fälligen 60 000 Magertiere zurück- zusühren sei. Er hoffe jedoch, in dieser Richtung Mittel und Wege zu finden, um einen Ausgleich herbeizusühren. Mehrere Redner betonten die absolute Notwendigkeit des Fesihaltens in der Grenzsperre und der Hnterstützung der landwirtschaftlichen Kreise, sowie daß der Viehmangel eine Folge der letztjährigen Futternot sei. politische Lagesschau. Die Mittel gegen die Fleiichteuerung. Die „TageSztg.", baß Organ beß Bundes der Landwirte, ist davon unterrichtet, daß große, durchgreifende Rüttel nicht beabsichtigt sind. Wie sie erfahrt, ift man in den maßgebenden Kreisen vollkonimen davon abge* kommen, irgendwelche Abschwächungen des Grenzschutzes einzuführen, weil, wie das agrarische Blatt behauptet, die Viehseuchen im Auslände in letzter Zeit bedrohlich aufgetreten sind. Es wäre aufrichtiger, zu gestehen, man wünsche überhaupt zu keiner Zeck über diese Forderung zu verhandeln. Nun sind Hoffnungen erweckt ivorden, daß durch unmittelbar an derGrenze errichtete Schlachthäuser eine Verbilligung der Fleischpreise herbei- gefuhrt werden könnte. Die Regierung, so hieß es, stehe dieseni Vorschläge wohlwollend gegenüber. Selbst Die deui,ctz,e Reichsp^i^i, Die gewiß der Landwirtschaft freundlich gesinnt ist, findet gegen Grenzschlachthäuser nichts einzuwenden, denn Der Schutz vor Viehseuchen sei ebenso gewährleistet, ob die Schlachthäuser jen- jeits der Grenze oder unmittelbar an der Grenze diesseits errichtet werden. Wegen dieser Meinung erfahren die r ichs- varteilichen Parlamentarier eine tüchtige Abkanzelung von Der „Deutschen Agrarkorr.": das Vieh Dürfe nicht lebend hereingelassen werden, sonst sei die Seuchenverschleppung nicht mehr wirksam zu bekämpfen. Mllhin verstehen die Herren von Der Reichspartei, obschon mancher von ihnen Die Landwirtschaft praktisch betreibt, von Der Sache nichts. Die Regierung, Dekretiert Die „Tagesztg.", werde von dem Literatur erhält, sondern auch durch meffienteils liebevoll ausgeführte Lebensbilder gefesselt und angeregt wirb. Wer Freube an unserer Literatur hat, wird sich hier leicht, ohne zu ermüden, und im großen und ganzen auch in der rechten Weise über die deutsche Literatur orientieren können. Anschaulichkeit und präzise Ausdruclsweise fehlen ber Engelschen Sprache im allgemeinen nicht, und wir glauben annehmen zu dürfen, baß dies Buch dazu beitragen wirb, bei All unb Jung Interesse und Liebe zur deutschen Dichtung zu fördern. AIS neuestes Werk auf diesem Gebiete steht eS auch einzig da in seiner eingehenden Darstellung der Literatur der neuesten Leit, obwohl freilich mancher hervorragende Schristfteller unserer Tage nur flüchtig oder gar nicht, manches Dutzendtalentchen wie Presber dagegen sehr liebevoll und ausführlich behandelt wird. Charakteristisch sür E. ist feine Vorliebe für Sudermann und seine Abneigung gegen Hauptmann. Auch manchen bedeutenden Charakterkops der Deutschen Nationalliteratur, wie Wühelm Jordan, hat Engel gründlich mißverstanden, oder vielmehr, wie es scheint, von ihm selber gar nichts oder nur sehr wenig gelesen. Er redet hier unb an mancher anderen Stelle in seiner nüchternen Tonart einfach nach, was andere eng blickende Literaten vorgerebet haben. Vollständig veritündnisws steht Engel ber modernen Lyrik gegenüber. Heberhaupt ist ihm ein gewisses philiuröses Urteil nicht abzusprcchen, was ihm freilich in gewissen braven Kreisen als Vorzug angerechnet roerben wird. Man wirb bas Werk als ein Buch für Die Familie am treffendsten kennzeichnen. — Das Werk reicht bis zum Beginn dieses Jahres. Ta die beiden großen, schön ausgeßalleten, mit zahlreichen guten Jlluicra- ttonen versehenen Minde, Ganzleinwand in Lexiton-Oltav, für den kaum glaichlich niedrigen Preis von 12 Akk. zu Haven sind, so werden sie wohl beim bevoruehendcn Fest auf manchem Weihnachtstisch zu finden sein. R. H. — Heber das eheliche Glück. Erfahrungen, Re. slexionen und Ratschläge eines Arztes.*) Das eheliche Glück ist, wenigstens nach Der Ansicht hoher veranlagter Naturen, das kofttichsre unter jenen Gütern, Denen man Die Bedeutung eines Glückes zuschreibt. Allein wie dieses Gut erlangen? — Ist Die Kunst, em glückliches Leven zu fuhren, •) Verlag von I. F. Bergmann, Wiesbaden. 398 Seiten Gebunden Marl 4,uu. Gedanken Abstand ne'hn^en mfiffcrt Was hat denn nun die Regierung her Bevölkerung zu bieten? Die „Tagesztg." erteilt darauf die Antwort: Maßnahmen, die eine Verbilligung des Fleisches auf dem Wege von dem Produzenten zum Konsumenten zu bewirken geeignet sind. .Also: Hilf dir selbst! Aus St'aOi uno Luno. Gießen, den 29. November 1906. ** Ruhestandsversetzungen. S. K. H. der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den Kulturinspektor bei der Kulturinspektion Friedberg Dr. Edm. Fraissinet und den Amtsgerichtsrat Otto Osann zu Zwingenberg auf Nachsuchen bis zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit in den Ruhestand zu versetzen. — In Audienz empfangen wurde am Mittwoch von S. K. H. dem Großherzog u. a. der Kommandeur des Gendarmerie-Bezirks Obcrhessen Major Schmidt. ** Unsere Land esuniv ersität, war bei der Einweihung des Landesmuseums in Darmstadt und der sich anschließenden Hoftafel vertreten durch S. Magn. Rektor Geh. Mcdizinalrat Prof. Dr. Vostroem und die Professoren Geh. Hofrat Dr. Bebagel, Dr. Kaiser, Dr. Sauer und Geh. Hosrat Dr. Spengcl. (Der telegr. Bericht unseres Berichterstatters war leider, wohl infolge der Ki'irze der Zeit, sehr kurz ausgefallen, wodurch wohl die Nichtanfüstrung der hiesigen Teilnehmer zu erklären ist. Red.) ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Auf die morgige Aufführung von „Emilia Galotti" sei auch an dieser Stelle hingewiesen. In Hauptrollen sind beschäftigt die Herren Bakof, Kober, Herrscher, Kost und die Damen Donecker, Bayrhammer, v. Jagemann usw. — Kunstverein. Die Ausstellung bleibt morgen, Freitag, und Samstag wegen teilweisen Wechsels der Gemälde geschlossen. Von Sonntag an ist sie wieder geöffnet. — Besitzwechsel. Metzger Martin Nagel II. kaufte das Anwesen des Herrn Hch. Winn, Ecke Rodheimer- und Schutzenstraße Nr. 2 zum Preise von 40 000 Mk. — Ungeimpfte Schüler. Wiederholt sind Zweifel entstanden, wie von den Schulvorständen den Schülern gegenüber zu verfahren sei, die zur Aufnahme in eine öffentliche Schule angemeldet werden, ohne geimpft zu sein und ohne daß die Eltern sich bereit erklären, die Impfung vornehmen zu lasten. Nach einer Verfügung der Sch ul ab teil ung des Ministeriums ist in solchen Fällen die Aufnahme der Angemeldeten nicht zu verweigern; dagegen soll, wie die „Franks. Ztg." schreibt, dem zuständigen Kreisarzt alsbald Anzeige gemacht werden, damit dieser das Erforderliche veranlaße. — Brieftauben - Ausstellung. Bei der ersten Lokal-Militär-Brieftauben-AuSstellung am 17. und 18. d. M. erhielt Karl Bohling-Gießen folgende Preise: 1. Klasse (alte Täuber): 1. Preis, 1. Ehrenpreis und 12. Preis; 2. Klaffe (alte Weibchen) 3. und 5. Preis. :!: 2ich, 28. Nov. Der hiesige Kriegerverein ver- anstaltet am 8., 9. und 10. Dezember d. I. die Aufführung der KriegSfestspiele von 1870/71 in der Turnhalle durch Direktor Tiori auS Berlin. Die Vorbereitungen zu den Aufführungen sind vollauf im Gange; die Bauersche Musikkapelle von Gießen wurde engagiert. V Butzbach, 28. Nov. Der im 18. Lebensjahr stehende Sohn des Aufsehers Sch ar mann wird seit Montag vermißt. Der junge Mann war seither als Weißbindergehilfe am Neubau des Landeszuchthauses in Marien- schloß tätig und die Eltern befürchten, daß er auf dem Weg nach Hause in der Dunkelheit in die Wetter gestürzt und ertrunken ist. > Ober-Ohmen, 28. Nov. Was die Fischerei einem Liebhaber wert ist, zeigt die diesjährige, kürzlich abgehaltene Verpachtung der Fischerei im Laufe der oberen Ohm durch die hiesige Gemarkung. Während die Fischerei hierin seither nur 54 Mk. kostete, beläuft sich der jetzige Pachtpreis auf 211 Mk. Derselbe Pächter erwarb auch einen Teil der Fischerei zu Ruppertenrod für den Preis von 90 Mk. Was für ein Forellenreichtum im Wasser zu Ober-Ohmen bei einem solchen Betrage vorhanden sein muß, läßt sich leicht ausdenken, ebenso, was erzielt werden muß, um bei einem Pachtpreis von 301 Mk. noch ein Geschäft zu machen. Frankenbach, 27. Nov. Die Gemeinde Frankenvach wird den schon seit Jahren beabsichtigten Schulhaus- ueubau mit nächstem Jahre zur Ausführung bringen. Die erforderlichen Arbetten und Lieferungen werden z. Zt. durch das Kreisbauamt vergeben. Die neue Schule kommt lehr- und lernbar, oder ist die Meinung jener Vielen gerechtfertigt, die da glauben, daß das eheliche Glück einen großen Treffer in der Heirats^otterie bedeutet, d. h. nur durch ein Zusammentreffen günstiger Zufälligkeiten erlangt werden kann? Der Autor des vorliegenden Buches ist der Ansicht, daß das, was meist nur durch ein Zusannnenwirken unberechenbarer Momente erreicht wird, im Lause der Zeit mehr und mehr zum Resultate zielbewußter Bemühungen sich umgestaltet, und daß schon' in! ittiefer Richtung die Aufklärung über die mannigfachen Quellen des ehelichen Glücks sich sehr ersprießlich erweisen dürfte. Diesem Ziele ist dieses Werk hauptsächlich gewidmet, in welchem der Verfasser, offenbar ein sehr bewahrter Praktiker — Arzt — es unternimmt, auf Grund der im Laufe seines Lebens erworbenen Erfahrungen und Kenntnisse die Bedeutung alter jener Faktoren festzustellen, die an dem Gewebe ehelichen Glückes wie ehelicher Disharmonien beteiligt sind. Wird vom Autor hier auch vielfach Bekanntes berührt, so ist doch die Fülle des Neuen und die Art der kritischen Zusammenstellung so selbständig und die Behandlung auch der schwierigsten Fragen so lichtvoll, daß das Interesse stets besonders wachaehaltcn wird. Ueberall zeigt sich das Ziel, Vorurteile zu beseitigen und seine Schlüsse, unbekümmert um herrschende Meinungen und unbeeinflußt von irgend einem politischen oder religiösen Parteistandpunkte, schlicht und überzeugend zur Geltung zu bringen. Dabei liegt gerade in der Vielseitigkeit, mit der alles und jedes, Lebensalter, Gesundheits- Verhältnisse, Vererbungsfragen, körperliche Eigenschaften, Beruf, Bildung, Religion, Lebensanschauungen, Familien- verhältnisse, gesellschaftliches Milieu, Lebcnsgewohnheiten, sexuelles Vorleben, sexueller Verkehr in der Ehe, Charakter, Temperament, Verstand und Gemüt usw. aus modernster Lebenserfahrung von der Höhe vorurteilsfreien Verstehens an den AuSgang des Dorfes an die Straße nach Fellirlgs- hausen—Rodhcim zu stehen und wird für zwei Schulklassen und eine Lehrerwohnung eingerichtet. (Hint. Anz.) Darmstadt, 28. Nov. Gestern nachmittag fand eine Versammlung von Michlchhändlern und -Produzenten aus Darmstadt und Umgebung und dem Odenwald statt, die stark besucht war. Es wurde nach längeren Debatten, laut „D. Tgbl.", ein Aufschlag der Milch preise in folgender Form beschloßen: Die Landwirte liefern nur noch bis zum 15. Dezember die Milch für 15 Pfg., vom 16. Dezember ab zu 16 Pfg. Am gleichen Tage beträgt der Verkaufspreis für ein Liter Milch 2 2 Pfg. Die Milchhändler müßen sich dazu verpsiichten. Die Landwirte verpflichten sich dagegen, den Händlern, die den Preis nicht einhalten, keine Milch mehr zu liefern. Diese Milch wird dann vom Milchhändleroerband abgenommen. sa Darmstadt, 28. Nov. Ein Raubanfall hat sich dieser Tage an der sog. Gehspitze, einer von Isenburg nach Mörfelden führenden sehr belebten und besonders von Automobilen sehr stark frequentierten Verkehrsstraße ereignet. Als der in Frankfurt arbeitende Maurer Adam N o h l abends zwischen 8 und 9 Uhr mit seinem Rade nach Walldorf fahren wollte, wurde er plötzlich von zwei Arbeitern unter dem Rufe „das Geld oder das Leben" angerufen und vom Rade gerissen. Trotz der unheimlichen Gegend war Nohl sehr gefaßt, er wehrte sich energisch und trat dem Einen gegen den Leib, sodaß er kampfunfähig wurde. Auch den Anderen wies er in energischer Weise zurück und fuhr davon. Er hat sie, als die beiden Maurer Dilfer aus Isenburg und Dickhat aus Mördelden erkannt und alsbald zur Anzeige gebracht. Bei ihrer Vernehmung suchen beide zu leugnen, doch machen beide widersprechende Angaben, besonders Dilfer, der über eine Wunde am Auge einmal angab, daß sie von einem Kalkspritzcr herkomme, während er an anderer Stelle behauptete, daß er sie bei einer Schlägerei an der Wilhelmsbrücke erhalten habe. Die Untersuchung wird das Weitere ergeben. Wetzlar, 28. Nov. Die konservative Partei des Wahlkreises Wetzlar-Altenkirchen war von der christlich- sozialen Partei aufgefordert worden, den von dieser Partei und den christlichen Gewerkschaften für die Neichstagswahl 1908 aufgestellten Kandidaten Behrens zu unterstützen. Eine dieserhalb am Sonntag hier abgehaltene Pertrauensmänner- Versammlung der Konservativen beschloß, wie wir im „Wetzl. Anz." lesen, nach eingehender, die Kandidatur Behrens fast ausnahmslos ablehnender Erörterung, folgende Erklärung: „Die zahlreich aus allen Gegenden des Kreises versammelten Vertrauensmänner der konservativen Partei lehnen es ab, sich jetzt schon in Betreff eines Zusammengehens bei der Hauptwahl zum Reichstage 1908 mit irgend einer Partei zu binden." --------- ---- -------........-- vermischtes. * Der neueste Eisenbahnunfall. Am 27. b. M. fuhr auf Bahnhof Goch (Rhl.) ein Eilgüterzug auf einen Güterzug. Der Zugführer des Eilgüterzuges rourbc ■ getötet. Die Lokomotive des Eilgüterzuges und fiep eit Güterwagen entgleisten und wurdm zumteil erheblich beschädigt. Beide Hauptgleise waren an der Einfahrt aus der Richtung Cleve längere Zeit gesperrt. Untersuchung über die Ursache des Unfalles ist eingeleitet. — Am 28. d. M. fuhr auf dem Bahnhof Senftenberg (Lausitz^ infolge Ueberfahvens des Haltesignals ein Güterzug einem anderen Güterzug in die Flanke. Acht Wagen wurden beschädigt und ein Schaffner verletzt. * (Sin 91 jähriger Bräutigam. Der Bur T. B. Weiß, der im Jahre 1815 in Riebek Kasteel geboren wurde, heiratete int Alter von 26 Jahren und zog dann nach dem Freistaat, wo er sich in Bloemfontein niederließ. Vor vier Jahren starb seine Frau und vor sechs Wochen verheiratete er sich mit einer 50 Jahre jüngeren Dame aus Dewetsdorf. Bei dieser Gelegenheit legte der alte Herr mit seiner Braut 40 Meilen zu Pferde zurück. * Eine durchgestrichene Nase. Ein bayerischer Gemeindeförster erhielt vom Magistrat der Stadt eine dienstliche Anweisung auf gedrucktem Formular. Das der Anrede vorgedruckte „Herr" war durchgestrichen. Auf seine Anfrage nach dem Grunde der sonderbaren Maßnahme wird dem Förster die bündige Antwort, alles Durchgestrichene sei anzusehen, als hätte es nicht dagestanden. Doch der Förster zahlte mit gleicher Münze heim. Seine nächste schriftliche Eingabe lautete: „An den naseweisen Magistrat der Stadt N." Das Wort „nase" hatte er aber durchstrichen. • Die Grafen Pückler und Reventlow. Man meldet auS Berlin: Nachdem Graf Reventlow den Grafen Pückler für satisfaktionsunfähig erklärt hat, nahm im Einfluß auf bas Gefüge des ehelichen Lebens, auch sozusagen naturwissenschaftlich, offen geprüft und dargestellt wird, ein Hauptwerk und Reiz dieses überaus anregenden Buches. Daneben ist die stets taktvolle Behänd- lung der intimeren Angelegenheiten des ehelichen Lebens mit entsprechendem Zartgefühl bei strengster Sachlichkeit besonders zu rühmen. Auch die neuzeitlichen Ehereformvorschläge werden besprochen, wobei der Verfasser die Ansicht vertritt, daß auch ohne staatliche Intervention förder- lichere Gestaltung der ehelichen Verhältnisse möglich ist, da hier nutzbringenden individuellen Bestrebungen das weite Feld offen bleibt. Den Schluß bilden einige Beispiele glücklicher Ehen berühmter Persönlichkeiten wie Robert und Klara Schumann, Robert Browning, Adalbert Stisfter, Hebbel, Lord Beaconsfield u. a. Wir müssen uns hier auf diese Andeutungen über den reichen Inhalt des Buches beschränken. Nicht wie so viele mit dem Eheproblem sich beschäftigende Schriften dient es etwa lediglich einer ephemeren Strömung, sondern ausgerüstet mit naturwissenschaftlichem Erkennen und zugleich mit echt humanem Denken und Empfinden, wird sich diese Darstellung beziehentlich der ideellen und materiellen Faktoren des ehelichen Lebens, auf ihren exakten Grundlagen als eine mächtige Quelle fruchtbringender Aufklärung für weite Kreise dauernd wertvoll int täglichen Leben erweisen, und wohl um so leichter die Wege finden, als der sehr mäßige Preis die Einführung ganz wcscntltch fördert. — Paul Ernst, Der Weg zur Forin. Aestbetische Abhandlungen. Julins Bard, Berlin. (4 Mk.) Es würde zu iveil sühren, auf das Dutzend seinerwogener Aussätze hier einzugehen. Bemerkenswert im besten Sinn ist die einleitende Selbstbiogravbie, die in die an dieser Stelle vor einiger Zeit in besonderem Aussatze geschilderte merkwürdige geistige und sittliche Entwicklung des Autors emsührt und bereits die Fäden erkennen läßt, die sich dieser Tn einer Versammlung iEder zu der Angelegenheit das T?ort. Er meinte: „Kapitänleutnant a. D. Graf Reventlow hat mir den Vorwurf gemacht, ich hätte mich in der Angelegenheit nicht anständig benommen. Dadurch, daß ich gesagt habe: »Der Hund ist nun endlich verreckt!' hätte ich die Familie Reventlow beleidigt. Ich erkläre noch« mals, daß mir sede Beleidigung der Familie Reventlow ferngelegen hat. Wollen die Leute denn, daß ich mich mit der ganzen Familie schießen soll?! Wenn der Kapitanleutnant a. D. Graf Reventlow durchaus schießen will, dann soll er sich mit dem kleinen Kohn schießen und den dabei ordentlich kitzeln; dann würde ihm das ganze deutsche Volk dankbar sein. Ich kann mich doch nicht wegen jeder Kinderei morgens, mittags und abends fortwährend mit der „Familie Reventlow schießen". Int Jenseits werde der liebe Gott es die Reventlows entgelten lassen, daß sie seinen Liebling, den Grafen Pückler, geärgert hätten. * Kleine Tagesckrovik. Am 27. dss. Mts. gab in Berchtesgaden der Holzmeister Thomas Lang in einer Wirtschaft auf das lbjährige Dienstmädchen Anna Feiner drei Revolverschüsse ab und verletzte das Mädchen schwer. Durch einen weiteren Schuß tötete er sieh selbst. Das Motiv der Tat ist verschmähte Liebe. — In M c tz sind die städtischen Cholerabaracken und das Hospital Mon Secour mit Pockenkranken überfüllt. In der bakteriologischen Anstalt wurden 30 Betten für Blatternkranke eingerichtet. — Der „Standard" meldet aus Kobe, daß eine s ch w i m- m ende Mine bei Akita an der Küste von Houjhiu schmettert und Schädel und Rückgrat so schwer verletzt wurden,j daß der Unglückliche bald eine Leiche war. Nach eingehendem Sach-' verständigem Gutachten sprach das Gericht sein Urteil dahin, daß der Angeklagte von der Anklage der fahrlässigen Tödtung freizu- svrechen, aber wegen Verstoßes gegen die Bauordnung (§ 380) und Vergehens gegen anerkannte Regeln der Baukunst zu einer Geldstrafe von 600 Mark zu verurteilen sei. Wegen Zweikampfesmit tödlichem Ausgang ist der Stuben t b cr Rechte K'arl Grünw ald aus Landau vom Schwurgericht München zu vierMonaten Festungshaft verurteilt worden. Sein Gegner, der ftud. med. Karl Wollenweüer, dem er bei einem leichten Säbelduell ^am 6. März zwei unbedeutende Kopfwunden beigebracht hatte, ist sechs Tage nach der Mensur an Blutvergiftung bezw. Gesichtsrose gestorben. Wie er sich infiziert hat, ist unaufgeklärt geblieben. Man vermutet, am Tage nach der Mensur, als er mit seiner farbigen Kvrpsmütze auf dorn Verband in einen Gewitterregen kam, und dann den Verband die folgende Nacht über nicht vvm Kopl entfernte. Die Strafkammer, vor der die Sache schon zweimal zur Verhandlung stand, hatte zuerst weitere Zeugen geladen, sich dann als unzuständig erklärt und die Sache vor das Schwurgericht verwiesen. Leipzig, 28. Nov. Das Reichsgericht verhandeltcj unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten Dr. Treplin gegen den Handelskorresvondenten Lanzani, geboren 1878 in Italien, und gegen den Handlungsreiscnden Hamburger, geboren 1873 in Amsterdam, beide zuletzt in München Wohnhast, wegen Landesverrats. Lanzani wird beschuldigt, sich Kenntnis von militärischen Geheimnissen zn verseh assen versucht und einem französischen Agenten davon Mitteilung gemacht zu haben. Hamburger wird beschuldigt, in den Jahren 1905 und 1906 Gcgenst ündc, deren Geheimhaltung im Interesse der Landesverteidigung erforderlich war, zur Kenntnis eines französischen Agenten gebracht zwischen seiner Psyche und der Knnst spannen, deren Betätigung ihn ans sozialdemokratischem Parteitreiben zu geistig und sittlich freier Hohe geführt hat. Allgemein soll hier mir hervorgehoben werden, üast in der Wortknnst der Novelle und des Dramas aus sittlichen und ästhetischen Notwendigkeiten herausgestaltet werden muß, wenn künstlerische Werte erzielt werden sollen. Gewissermaßen als letzte Konsegnenz dieser praktischen Aesthetik über die Gesetzlichkeit und Notwendigkeit künstlerischer Formung werden auch die Voraussetzungen für die Wechselwirkung von Dichter und Publikum erörtert. Hier wird mit festem Finger auf das Problem hingewieseu, das in unserer an Lebens- und Weltanschauung so unendlich differenzierten Zeit in gewissem Sinn den Dichter und Künder des Tiefsten zwingt, in der Wahl und Ausarbeitung seines Stoffes zu einer „durchschnittlichen Bildungsstufe" und auf ein nur mehr oberflächliches Unterhaltungsbedürstiis berabzusteigen und damit das Nweau geistiger und seelischer Erhebung niedriger zu stellen. Dadurch wird der sittlichcnde Einfluß enifter und großer Kunst aus das Volk fast unmöglich und jedenfalls für die Mehrzahl der Zeitgenossen nahezu aufgehoben. Und doch sind die Anzeichen zn einer künstlerischen Kultur vorhanden. Wir werden sie haben, wenn die streng-künstlerische Form im Leben, Denken, Empsinden und Schaffen wieder zu ihrem vollen Recht kommt. Tiefe Wahrheit ausgesprochen zu haben, ist das schöne Verdienst dieses geistvollen Büchleins. — Unter dem Sammelnamen „Literatur" gibt der Verlag Bard, Marquardt L Co. in Berlin ein Reihe fesselnder literarischer Mo- nographien in geschmackvoller Ausstattung hübsch kartoniert und nut Illustrationen ücrfebeii heraus. Es liegt uns ein Band vor, m dem über „D a 5 Nibelungenlied" Max Bur ckh ard in seiner eindringlichen Weise spricht. Neckt interessant sind die Auslassiiiigeii über Wagner-Z Nibelungen-Dichtung, die der Eigenart des Dichterkomponisten in besoiiderer, echt Burckhardscher Weise gerecht werden. Auch Jordans „N i b e l ii n g c" bespricht der ehemaligeWienerHo'burgtheaterdircklor, ohne inbeS dieser granziosen Dichtung gerecht zii werden. lundet, bekannt W F ganz ru Wj' von dm Charas preuB Hainbul südafrw afrilant und einem - mit dev der cei bürget leidiger ivildm CP Löste fl ein M kamen ui weitet r cordia r‘ Auch di benüeu muß ge De sols. diesem; Koistols Fortsetzu filiert n der grob schußes, weiter ui hin wuvl dmgs fin joitien; |t< die Ledm einem oe fay etioli Anleihen sols eine es ist zu weitet v stehen bl anleihe —. CA s 2 2 2 R3. » 3 -■ ? 0*0 f-9? -3, D C o‘ dem Präger, der Ecker • LH beide Scbenkel zer- schwer verleg Eden .Mch eingehendem kach M \w\titieil ahEtzrnrödlung^. .ieDanordmmgiZM^ cBaukuch ru einer S->»' len fei. w tödliLtmrurgM^ Grünwald aus er Monaten Festu^ 4ner, der ftd. M N .ßradit haste, iü W V berw. .-Hart geöliciien. Mn oer IUB *«** S ■ ^LsW rttq® J aetaben,M gtfSA«**- ■«■SÄ ÄÄ®. s*trw ÄW» 18 e,L*rAte» l‘sui Seren SÄ’®""! ft spannen, d " unö iitt ij itreiW 1“« ’ i»i>*nteSW£ sri°/0 Chinesen . . Aktien Bochum Guss . . . Buderus E. W . . Tendenz: fest. handel und Verkehr, Volkswirtschaft. Optimismus — Peis imisnl us wtgeu sich an der Börse gegenwärtig rascher denn je. Slaum hat sich die Spetulation ein paar Tage in eine gebesserte Tendenz hlnenigearbeitel, da kamen die Btahnungen deS Herrn Reichsbankpräsidenteu und die (holdbemegung in Jdonöon, ferner die Itohnbewegung ui den schief. Rohienbezlrken, was seit vorgestern wieder ans den Alarlt einen ungünstigen Einfluß auSübte. Trotzdem aber waren die 5iassa- Induiirlepapiere bei der Spekulation und beim Prwatkapual ivenec beliebt, und es gingen z. B. von Bergwerksaktien Concordia 7 Proz., Nordstern 33,4 Proz., Raiolinc 4 Proz. tu die Höhe. Auch verschiedene Zementaktlen schien in Aussicht aui gute Tivl- denden ihre Lturssleigerungen fort. So gingen Optimisnius und PessimisniuS geivisjermagen neben einanber, aber die chrundiendenz muh gerade deshalb als uneinheitlich bezeichnet werden. Deutsche Reichsan leihe u n d P r e u 9 i s ch e Kon- sols. Cs haben dieser Tage Besprechungen der Xonsortialen in diesem Jahre emittierten deutschen Reichsauleihe und Preuhischcn Ronjols bei der Seehandlung stattgeuuiden, in öenen die Jrage der Fortsetzung des Lioujortiums über den 20. Dezember hinaus erörtert wurde. Die Seehandlung gab ihre Zuslimmung dazu, daft der größte Teil und voraussichilich auch der ganze Nest des Vorschusses, der aus die Bestände der Anleihen gegeben worden war, lueuer und zwar bis zum 30. Januar prolongiert wird. Daraui- hin wiirde der Weiterbestand des Lionjortuuns beschlossen. Allerdings findet vor dem 20. Dezember noch eine Sitzung der Ston«- sortien statt, um die definitive Fortsetzung des KonsoriiuniS sowie die Bedingungen sestzusetzeii, unter denen sie erfolgen soll. Es ist anzimehmeii, dasi auch die Reichsbank sich mit diesen Beschlüssen einverstanden erklärt. Ter Borjchusi wird felbstverständlich zi> einem dem Geldmarkt entsprechenden, aber keineswegs Hoheit Zinssatz ersolgen. Jmolge der besseren Tendenz nie die inländischen Anleihen hat der Bestand an Reichsanlelhe und Preußischen Hom jols eine weitere, nicht ullbeträchtliche Ermasjiguug eriahren und es ist zu enuatten, daß sich Die Bestände bis zum Jahresschluß weiter verringern. Tie Sicherheit, dasi das Konsortium weiter bestehen bleibt, auch die Wahrscheinlichkeit, daß keine neue Reichs- anleihe imb Sionjolä an den Markt kommen, iverden, wie die „F. I/ meint, sicherlich zur Beruhigung des Publikums und zur Festigkeit des Marktes beitragen. . . 240.70 . . 127.80 OrLginal-Drahtineldungerr. Zweite Hessische Hammer. R. B Darin,tadt, veov. Tie zweite Kammer beschloß heute zunächü die Absendung einer Glückwunsch- adresse an den Grotzherzog anläjzlich der Geburt des Erbgrogl-erzogs. Auch die Sozialdemokraten stimmten d a - s ü r. Vorher hatten sie bei dem aus die Grosiherzogliche FamtUe ausgebrachten Loch den Saal verlassen. . Rach der Beantwortung bei Aiiirage wegen der Mainzer VeriehrSinteressen verlas Minnierialpräsident Braun die An t- wort der Negierung auf die Interpellation Nein- hart wegen der Besiätigung des Beig. Eitznert. Daran anschließend gab Staatsmiiiister Ewald eine Erklärung ab, die rliegierung tonne verliehen, d.itz viele Abgeordnete die Bestätigung EitznertS bedauerten. Die Regierung glauoe aber die Verantwortung tragen zu können, da sie nach den gesetzlichen Barsch r i f t c n so hätte handeln müsse n. Sie könne aber die Ge- ,chä,te nur weiter fuhren, wenn die Känrmer, unbeschadet des vorliegenden Falles, bereit sei, gemeinsam mit der Regierung zu arbeiten. ., .. Hieraus wurde die Besprechung der Interpellation beschlossen und dieselbe auf 3 Uhr nachmittags vertagt. Das Unglück von Annen. Annen, 29.9100. Zinn grosien Glück richteten die um- herfliegenden Eisenteile verhältnlsniäsiig wenig Schaden an. 100.10 100.25 96.05 103.00 69.45 69.70 90.8j 94.15 9430 146.40 82.20 90.40 67.40 9690 143.— 122.90 243.10 224.40 159.80 214.25 242.50 131.00 127.00 174.00 140 20 24L10 170.80 184.90 158.20 215.20 Vernehmung des militärischen —------------- .. der Qessentnchkeit statt. Ter Reichsanwalt beantragte gegen Häni- burger 5 Jahre Zuchthaus und 6 Jahre Chrocrlusl. Die Ber- teibiger plädierten aus Freisprechung. Tie Urteilsoerlundlgung wird morgen mittag stattfindcn. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse. 29. November, 1.15 L'hr. Cmmcrichcr Kanec. Unerreicht, per Pfd. 1,30 1,40 1,60 1,80 Mk. Allem bei 17109 4üä Öesterr. Goldreute. . 4l/8 % Gestern Silberrente 4% Ung^r. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen „ III 4>L°/o rnss.Staatsanl. 1905 4x4" o Japan, btaatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4% Griech. HIonopol-Anl. 4 % äussere Argentinier . 3°/0 Meekauer . . Israelitische Neligionsgemeindc. HoUesvienil in ver Synagoge (^udaniage). Savistag, den 1. Dezember 1906; Vorabend 4.30 Uhr. Alorgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterkläruug. SabbathauSgang 5.15 Uhr. Israelitische Ncligionsgcsellschast. Holtcsdienlt. Sabbatseier am 1. Dezember 1906: Freitag abend 4.00 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-AuSgang 5.15 Uhr. Wochengoiicsb>eilst: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr. zu haben. Zunächst wird gegen Lanzani verhandelt. Dieser bekundet, durch ein Zeitungsinserat mit einem Derrn in Paris bekannt geworden zu sein, der ihn beauftragte, einen gewissen Max Joseph (gemeint ist Hamburger) zu beobachten, der nicht ganz zuverlässig erscheine. Austordem erhielt er Spionage- Aufträge. Aus Briefen von Paris geht hervor, datz Panzani von dort Geld erhalten hat, und als Spion anaesehcn wurde. Charakteristisch ist, daß der Angeklagte diese B riete d e m preußischen G e n e r a 1 ft a b zum Kauf a n g c b o t c n HU. Hamburger erklärte, er habe Beziehungen zu dem Gesandten der südafrikanischen Republik, Dr. Lcyds, gehabt. Während des sud- Die Zweifel über die ianb ui’.bebeutcno. Cauada E. B......184.50 Darmstadter Bank . . . 140.— Deutsche Bank .... 241.5b Dortmunder-Union C. . , 83 80 Dresdner Bank .... 158.00 Tendern: fest. IKS Gute, billige Suppen Hl Mau verlange ftitöbrürfnd) MAGGI? Suppen mit dem „Kreuzstern". bereitet man in kürzester Zeit und ohne weiteren Zusatz als Wasser - MflG§Ls Suppen Besser als alle anderen! N> 3 S Temperatur er q der üuit Absolute Wiiidrichtung Windstärke CO c- -- a CL -D n c n. er Relative Feuchtigkeit r» c -r C 2. <’ er sv Sv c o S S 3 o c til ro er 58 e ti Barometer am 0° reduziert J? 5 L'S- o cr-er n q 61» o — 5 3 - er o er S 3. M — o «-S rt er <$u vn — tm — , er er e> er cs <0 <-! O "o Sv — 3 2. er c CPZ er c o S cs 61 5 er o — er üv § ro r o" 3 — er o co 61^. Z ± n C C <-• = B O 3 5 » O c 8 = 61 1 1« 7; o ST» 2 St ä8 3 2. 33 3 3 Sv k- o CO — yD<=* O © O Q5 ? ?§ 7* CO n> C ® r* = a ZNZ S-ÖÄ O er % 2 co o* E* o" o s- Ä n n n 050 oa'? er 3 o er 3 ZZ o • so o — —. c Sv -v __c-: = & o 2 @3 rt - - § - . S 5 3 er • er . 2 c ör = Ö3 Ö3 S8 Oft" HL 3. G WS <$e o ,2. 3 v-l X er * S* 3 « s- f 000 <6 er CO o L-. IX. — T ~ CD „ ft: O ^r «a o 2Ä? o- 3 _ s 3" O ~ 2^=2 o3»^=- — ~ cz er a « c s U G CB = 2 er 3 s° er 61 2. " 3 O jpi rL o co CT <$L — CO er Ty C ft2 r- er L Ä c o 61 = •5- 3 o «Ö 3 u CO co er l — co . c 5/2017io |b18/n erforderlich. -i-'e ■ WleMHM MfftNti MM» Jü vermieden Eier! Ucre ine P e r I: ä u fe. MietgMche 5/2017, 5/201«/, Schöne 8—4-Zimmerwohng. im 1. St. sof. oder später zn vermieten. 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Babenheim stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 1/1379 — 139 qm Hokraite aus dem Asterweg öffentlich meistbietend versteigert. Auswärtige Bieter haben ein Zeugnis ihrer Heimatbehörde bc- züglich ihrer Zahlungsfähigkeit beizubringen. Gießen, den 13. Novbr. 1906. GroßH. Ortsgericht Gießen. Gros. 150 Mk. zn leihen gesucht. Plinktl. Rückzahlung, hohe Zinsen. Schrfftl. Angebote unter 0877c» an b. Gießener An'eiger erbc/cu. Schachclub. Spielabend von jetzt ab [7091 Donnerstag 87, Uhr, Caf6 Ebel. Gäste stets herzlich willkommen. K 88/06 Donnerstag, den 3. Januar 1907, nachm. 3 Uhr werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Heinr. Carls und Ehefrau geb. Hell steheiideii Grundstücke der Gemarkung Gießen 1/43 7i0 = 490 qm Hofreite in der Stevhansmark l/437io — 243 qm Grabgarten daselbst 1/1188 Vio = 68 qm Hofreite bei Eossfleisch- Vsrsand-Haus. Versende franko gegen Nachnahme Fleisch ohne Knochen, Jleischwnrst, Cervelatwurst, Preßkopf, Knoblanchwürstchen, Lebcrwnrst. 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Auswärtige Bieter haben sich durch ein Zeugnis ihrer Heimats- behörde über ihre ZahlungSsähig- keit auszuweisen. Gießen, den 27. Novbr. 1906. GroßH. Ortsgericht Gießen. Giessener Ruder-Gesellschaft 1877 Herrenabend Samstag, den 1. Dezember, abends 8V, Uhr Caf6 Ebe!. 7085 Eiserne 5858 Kastenkarren verfertigt in großer Auswahl Sari kttincr, Hcuiljelheiii! Alle in dieses Fach einschlagen- dcn Neparatnren prompt u. billig. K 78/06 Donnerstag, den 3. Januar 1907, nachin. 3 Uhr werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Heinr. CarlL und Ehefrau geb. Hell stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen 1/43 7io — 490 qm Hofreite in der Stevhansmark l/437io — 243 qm Grabgarten daselbst 1/1188 710 = 68 qm Hofreite bei der Kirche 5/2017w — 149 qm Hofreite im Günthersgraben 5/2017io — HO qm Grabgarten daselbst Snche zum sofortigen Eintritt 3-4 IWw Schreiner Hrch. Reger, Ltch. 7097 EiSschrankfabrik K 79 06 Donnerstag, den 3. Januar 1907, nachm. 3 Uhr werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Heinr. Carls und Ehefrau ged. Hell stehenden Grundstiicke der Gemarkung Gießen 1/43 7te — ^0 qm Hofreite in der Stephansmark 1/437« = 243 qm Grabgarten daselbst 1/1188 7« = 68 qm Hofreite bei der Kirche 5/201 4/m = 149 qm Hofreite im Günthersgraben 5/2017* = HO qm Grabgarten daselbst 5/2017» = 186 qm Grabgarten daselbst 5/2017io = 151 qm Hofreite das. 1/104 “/^e = 281 qm Hofreite aus dem Seltersweg 1/104 M/loe = 191 qm Hofreite das. 1/175 — 90 qm Hoiraum auf dem neuen Weg 1/178 — 91 qm Hofreite daselbst 1/179 — 27 qm Schuppen daselbst 1/180 = 282 qm Hofreite daselbst 1/181 — 66 qm Hofreite daselbst 1/182 — 416 qm Grabgarten das. öffentlich meistbietend versteigert werden. Auswärtige Bieter haben sich durch ein Zeugnis ihrer Heimatsbehörde über ihre Zahlungsfähigkeit auszuweisen. Gießen, den 27. Novbr. 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. neuen Weg 1/178 — 91 qm Hofreite daselbst 1/179 — 27 qm Schuppen daielbst 1 180 = 282 qm Hofreite daselbst 1/181 = 66 qm Hofreite daselbst 1/182 = 416 qm Grabgarten das. öffentlich meistbietend versteigert werden. Auswärtige Bieter haben sich durch ein Zeugnis ihrer Hcimats- behörde über ihre Zahlungsfähigkeit anszuweisen. Gießen, den 27. Novbr. 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. IB*7« Zn kmstn gcsncht 4 bis 5 zweispännige Wagen für lfrztransvart Neifbreite 12 cm, gebraucht, aber gut erhalten. Schriftl. Angebote unter 7037 an d Gießener An-eioer erbeten 4-3imnter-^^v-• am besten IVilli.XierrenIialn, Frankfurt. Str. jüngerer Schnhmachergeselle sofort gesucht. Woche 18 Alk. Ilcelchieder^ü *7X16 Hosraite Bahuhofstr. 45 *■' mit daranstoßendem großen Garten, ca. 1000 Quadratmeter, ift zu verkaufen. 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Gemarkung Gießen 2/38 = 617 qm Grabgarten im Gartseld 2/38,5 — 247 qm Hofreite das. öffentlich meistbietend versteigert. Auswärtige Bieter haben sich über ihre Zahlungsfähigkeit durch Zeugnis ihrer Heimatsbehörde auszliweiseil. Gießen, den 27. Novbr. 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. ____1B”/11 vorzüglich zu Backzwecken, 10 Stück 70 Pfg. [6828 L Steinhänser. Notwein 1/1 Flasche 55 Pfennig ohne GlaS Oebrüder Mdama 14 MänSburg 14 6611 Verkaufe wegzugshalber je ein ü-, 4=, ii. g-Amkchiis mit Garten zu billigem Preise. Schriftl. Angebote unter 7069 an d. Gießener Anzeiger erbeten. verkauft [08787 * Viehhändler Baer. L. Bernhardt, Schulstratze 10. Schulnnalvergeselle gesucht. Müller, Wolk'engaffe 23. __________08771____________ 2 Schloffergesellen •''efutfjt tüchtiges Dienstmädchen bei hohem Lohn zu Welhnachieir Frau Carl Haas jr, 7045 Frankmrterstr. 59, pt. Gegen gu'en Lohn eure Frau gesucht, die an einer Sackflick' maschine eingeübt ist. 7101___Gebr. Rosenbaum. Putzfrau | Möbl. 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