m i?. I •i1. 41 PÜcht Gießen. Ärbtitgtbtro 6u$ bkl trn au» btt Zahl btt wLblm. « Wahl auf 1906 m btn Sitzunzkfaal Set, bie zur W «« anbtbtiir! bei:6g Aal eines CchSfse» „.gabritaMetM nq AwtMns si"b^ önbitnfi an Sohn ob« vblgk't bei y ffftfc. * gN'Iic iy ,x Dor ttm w :r »Ä* utt 23flb'° jWRainen °8ili?!jfirnbtn Gruppe -itßen- B‘, OB» 4? 1?♦ „hrtr6citb° eft-r«“6' ’ 1906. nUar iin Hause. jUNt”-,,. 'ÄSi hrf-"6'1.9 ” *le y ">8 p B 8 ®° !»#** INN, 156. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 4 Erscheint «glich mit Auknahme des Sonntags. Die „Stehener Samifier.blättcr* werben dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^istfcht CäHöwUt“ erscheint monatlich einmal- Freitag 5. Januar 1 KOK Rotationsdruck und Verlag der BrÜbl'sch«, Unweriitälsdruckeret. R. Lange, Gieheu. Redaktion,Expedition ».Druckerei: Schulstr. r. W Tel. Nr. bl. Telegr.-Adr.; Anzeiger Gieren. Eeneral-AnZeigei'. Amts- und Anzeigeblatt ffir den Kreis Eichen. fnfipft: »Ta der Staat dem Syndikat für das neue Jahr einen um 60 Pfg. erhöhten Breis bewilligt hot, läßt biefer durch Verzicht aui die Vertragserfüllung über bO 000- Mk. ganz unberechtigter Weile in bie Taschen der Kohlenkönige fließen. So werden die Satten übersättigt." Die obige Behanvtnna ift völlig ans der Lnft gegriffen. Weder Hat das Syndikat Anspruch erhoben, dak^bie Staatseilenbahnverwaltung aus die Nachlieferung der Rückstände zu den Vertragspreisen verzichte, noch hat die Verwaltnng einen olchen Verzicht ausgesprochen ober in Aussicht genommen. Damit erweisen sich auch die aus jener Behauptung gezogenen Schlußfolgerungen als leere Verdächtigungen. Der Vorfall beweist ejnmal wieder, wie wenig der „Vorwärts* über die Vorgänge des wirtschaftlichen Lebens unterrichtet ist und mit welcher Leichtfertigkeit er die schwersten Anklagen aller Wahrheit zuwider in die Cefrentücbfeit bringt. — Die „SÖerl. fiorr/ teilt mit: Der Minister für öffentliche Arbeiten setzte bie tägliche Arbeitszeit in den Werkstätten der preu ß.-hessi scheu StaatSeisen- Deritsckes Berlin, 4. Jan. Der Kaiser begab sich gestern nachmittag im Automobil nach Hundekehle und machte von da aus mit Admiral ä la suite v. Müller und Flügel- adjutant v. Remnann-Kosel einen Spaziergang nach Jagdschloß Grünewald. Zur Abendtafel mären Oberstallmeister Freiherr v. Reischach und Kapitän v. Schimmelmann geladen. — Der Ministerialdirektor a. D. Dr. Hermes, der zum 1. Oktober an Stelle des ausscheidenden Professors Dr. Kropatschek als Chefredakteur der „Reuen Preuß. (Kreuz-) Ztg." berufen worden iit, war bis zum vorigen Jahre Direktor der Abteilung für Verwaltung der laudwirt- schastlichen und der Gestütsangelegenheiten im Ministerium für Landwirtschaft. — Die „Rordd. Allg. Zig." schreibt: In der Nr. 2 des „Vorwärt s" vom 4. Januar finbet sich hinter der Svitzmarke „Vater Staat blecht" die Behauptung, die preußische StaotKeisenbahnverwaltung habe auf die yach- lieferimq von 89 000 Tonnen Dienstkohlen, mit welchen das ryem.- westi. Kohlensyndikat Hinter der vertraglichen Lieferungsvervstichtung zurückgeblieben ift, verzichtet. Daran wird die Bemerkung ge- Keer und Alotte. — Wie verlautet, soll-n im kommenden Kaiser- Manöver bei Paraden nur noch der feldmarschmäßige Anzug getragen werben an Stelle des bisher üblichen Parade- anzuges. Schon im verfloffenen Kaisermanöver bei der Parade in Urmitz bei Koblenz am 11. September hat das 8. Armeekorps auf Anordnung des Kaisers feldmarschmäßigen Anzug getragen. An dem Kaisern,anöver zwischen dem 5. (Posenschen) und 6. (schlesischen) Armeekorps wird dem schlesischen Armeekorps vom 12. jeder Waffe eine Brigade zugeteilt werden, u. a. eine kombinierte Katserulanen-Brigade, bestehend aus dem ersten Ulanenregiment Rr. 74 und dem dritten Ulanenregiment Rr. 21. Bolitischk Tagesschau. Ter Fall Sartorius. Berlin, 4. Jan. Der wegen Weinpantscherei zu 3000 Mk. Geldstrafe verurteilte Reichstagsabg. Sartorius will, wie ein pfälzisches Blatt meldet, die Fraktion der Freisinnigen Voll partei darüber entscheiden lassen, ob er sein Mandat nieder- leaen soll. Bei der Fraktion, die erst am nächsten Dienstag wieder zusammentritt, ist, wie die „Fr. D. Presse" feststellt, feine solche Anfrage eingegangen. Wer den Prozeß auch nur oberflächlich verfolgt hat, mußte Grauen empfinden über die hier zur Sprache gekommene Behandlung eines für Menschen bestimmten Getränks. Tie Kunden dieses Weingutsbesitzers werden sich geschüttelt haben, als die Zeugenvernehmungen feststellten, welche Art von Verunreinigungen das Mußbach-Wasser enthalt, das Sartorius dem Wein beizumischen fein Bedenken trug. Es ist darauf hinqewiesen worden, daß die Enthüllungen geeignet seien, dem pfälzischen Weinhandel Abbruch zu tun. Das ul allerdings möglich, obschon am Rhein und an der Mo'el ebenfalls Verurteilungen wegen Weinpantscherei vorgekomn.cn sind. Zur Genüge steht feit, daß ein Mann, von dem man es am wenigsten'erwarten konnte, Weinpantscherei begangen hat. Das Vertrauen der Wähler hat zweifellos eine Er- bahnverwaltung auf 9 Stunden herab. In den Eisenbahndirektionsbezirken Berlin, Frankfurt a. ' M., Magdeburg und Posen ist der Neunstundentag seit dem 2. Januar eingeführt, die übrigen Bezirke folgen, sobald eststeht, daß örtliche Bedenken dagegen nicht vorliegen. — Rach einer Londoner Meldung soll auf Las Palmas eine deutsche Koh lenstation ähnlich der auf Madeira angelegten errichtet werden. Die Vorarbeiten hätten _ mit Hilfe der Wörmann-Linie bereits begonnen. Alle deutschen Dampfer werden diese Kohlenstation aufsuchen und dort Preisermäßigungen erhalten, weil die deutsche Kohle teurer als die englische sei. — Es handelt sich, jedoch nicht um die Anlegung einer Kohlenstation in militärisch-politisch°m Sinne, sondern um die Erwerbung eines Kohlenlagers durch eine Privatperson, die sich dann bei der Marine um Lieferungen beworben hat. München, 4. Jan. Der vereinigte erste und dritte Ausschuß der Kammer der Reichs rate nahm das Wahlgesetz mit elf gegen eine Stimme (Auer) an. Auer stimmte dagegen, weil sein Antrag auf Einführung der absoluten Wahlmehrheit in Artikel 14 mit 8 gegen 4 Stimmen ab- gelehnt worden ist. parlamentarisches. Osnabrück, 4. Jan. Der Reichstagsabg. Engelen erklärte sich gegen die Tabaksteuer; das Zentrum sei nur für die Belastung starker Schultern bei der Fmanz- vorlage. Zwei Denkmäler für Amerika. S. W. K. Darmstadt, 2. Jan. In bei Ausstellung, die gegenwärtig von der Freien Ver- türgunc* Darmstädter Künstler in der Kuns!Halle veranstaltet ist, sieht man unter den Werken der Plastik die Modelle von zwei Denkmälern aus der Werkstatt des Bildhauers Robert Caner. Das eine ist ein Reiterdenlmal, in dein eine eigenartig neue Ausgabe gestellt und glücklich gelöst ist. Das Denkmal güt dem Andenken eines Bürgcrgenerals der amerikanischen Unwnsarmee : Franz Sigel — ein geb. Badener, zuerst Offizier, dann Derdel- hcr^cr Student, daun, im Alter von 25 Jahren, un Strudel des" badischen Aufstandes zum Kriegsminister der preuiionW.n Regierung aufgerückt — Ivar nach einem vorübergehenden Aufenthalt in der Sch.veiz, wohin er sich geflüchtet hatte, 1852 lM- über in die neue Welt gezogen und batte dort, in Newyort und St. Louis, eine Tätigkeit als Ingenieur und Lehrer gefunden. Da riß ihn ber Bürgerkrieg im Jahre 1861 wieder in die alte militärische Laufbahn: er enidytete ein Regiment, zeichnete W mehrfach aus und rückte nach dem Siege von Pea Rrdge zum Generalmajor der Unionsarmee auf. Erst vor wenigen Jahren ist er gestorben. Das Denkmal, das nach Robert Cauers Modell setzt in Lauchhammer gegossen wird, soll in St. Louis Aufstellung finden. In der schlickten, fast bürgerlichen Tracht der amercka- nischen Truppen sitzt der General auf dem Pi erde, der Kopf.rst leicht vorgestreckt, er späht aufmerkiam in bie Ferne, ferne Reckte hält den Krimstecher. Die Haltung ist lebendig und doch nickt so momentan, daß die monumentale Wirkung geschädigt würde Das Pferd steht mit den Bemen rulng, wendet aber den Kopf zur Seite. Also auch hier in der Ruhe emegclmfse Bewegung, und der Reiter kommt auch in der Vorderansicht dadurch mehr zur Wirkung. Die fn.W, ^abhängige, durch fern Vorbild alter ober neuer Zeit eingeengte Auffassung, mit der die e'geno.rtige Aufgabe angegriffen ist, verdient ebenftvrel Lob, wie die meisterliche Ausführung Nicht wie. er siegreich einzieht oder die Parade abnimmt, sondern mitten in ber Kriegesarbeit, •nur fn Witt" dieser General ber neuen Welt dargestellt werden. In demmideren Denkmal stehtFriedrich^Wilbe-vi von Steuben vor unS (1730-1794), der aus dem Gefolge ^riedricks d, Gr. beim Ausbruch der nordamerikanischen Revo.u.ion^in die Dienste der Vereinigten Staaten trat und oeionders als Instrukteur der amerikanischen Armee berühmt geworden ist.. Auch hier hat Robert Eauer ruhige monumentale Wirkung mit leckerer, leben- diaer Charakteristik zu verbinden gewußt Der General steht breitspurig da, die Linke am Degeii, mit der Rechten auf fernen langen Stock gestützt. In der Men Haltung, m dem energischen, ausgeprägten Kops, der offenbar nach zeitgenosilicyen Bildnissen modelliert ist, kommt die ganze Persönlichkeit zu überzeugendem Ausdruck. Der Künstler entstammt dem Kreuznacher Vildhauergewstecht, das nun schon in der dritten Generation Hervorragendes geleistet hat Seine Vaterstadt besitzt von ihm die prächtige Gruppe des' Michel MortDenkmals, St. Louis, wo er mehrere, Jahre gelebt hat, eine Reibe von Marmorbstdnissen, und aus verschiedenen Friedhöfen des Rheinlandes trifft man Grabdenkmäler von seiner Hand. Einige davon gehören zum Schönsten, was die neuzeitliche Plastik auf diesem Gebiete hervorgebracyt hat. * — Die meistgelesenen Romane desIahres 1905. Die Redaktion des „Literarischen Echo" hat, wie früher, w auch am Ende des verflossenen Jahres wieder an eine Anzahl groper deutsckier Leihbibliotheken die Frage gerichtet, welche belletrsttt- schen Bücher im Laufe des Jahres 1905 von ihrem Leserkreis am meisten zur Lektüre verlangt worden sind. Es lind auf bie Frage die Antworten von 151 Leihbibliotheken eingegangen, und in ihnen wurden als die meist gelesenen Werke bezeichnet: 1) „Gotz strafst" (I—III von Ed. Stilgebaucr (Berlin, Richard Vong, llömat. 2) „Tagebuck einer Verlorenen", herauSgegeben vo;i Margarete Böhme (Berlin, Fontane u. Cost 77 mal. 3) „Peter Eamenzind" von Hermann Heste (Berlin, Fasck^r) 63mal. 4) „Asmus Sempers Jugendland" Vvn Otto Ernst (Leipzig, L Staackmann > 49 mal. 5' „Das schlafende Heer von K. Vicb.g, 47 mal. 6) „Heimat des Herzens" von G. Freiherrn von,Lmp- teda 34 mal 7) „Der hohe Schein" von L. Ganghofer, 27 mal. 8) „Buddenbrooks" von Th. Mann (Berlin, S. Fischer) 27 mal. — Monatshefte für g r a p h i s He s Ku n stg ewe r be. Herausgeber: Albert Knab: Redakteur: Earl Mattmes, Berlin. Verlag von Earl Flemmmg, A. G., Glogau. jährlich 1- .Hefte mit Tafeln und Kunstbeilageri zum Preise von.24 Mk. Sonder- hest „W i n t e r s o u n e n w e n d e 5 Mk. für Nichtabonnenten. 91 Island. London, 4. Jan. Kriegsm in ister Haldane hielt heute nachmittag bei einer Versammlung eine Rede, in der er den Wert einer leistungsfähigen Armee hervor- hob, die eine Streitmacht sein müsse, mit ber man auch überseeische Expeditionen an?führen könne. Essei ferner notwendig, ber Miliz einen hohen Ausbildungsgrad zu geben, bie Bevölkerung zum Eintritt in das Volunteer- korps zu ermutigen und die Korvs vor allen Dingen auf Staatskosten auszurüsten. Ter Kriegsminister fügte hinzu, daß die Marine so stark bleiben muffe, wie sie heute sei. Rom, 4. Jan. „Giornale d'Jtalia^ bringt eine Besprechung über die Marokkokonferenz, in der es heißt, daß Deutschland die Gelegenheit wahrnehmen möchte, um die allgemeinen Beziehungen mit Frankreich zur Sprache, zu bringen. Frankreich wünsche nämlich, das gute Einvernehmen mit Deutschland fortzusetzen. Tas Arbeiter- blatt „Avanti" sagt: Am Vorabend der Konferenz möchten, die Arbeiter erfahren, welche Haltung Italien einzunehmen gedenkt, da ein Nachgeben in Sachen der deutschen Jnter- effen Italien dahin bringen könne, an einem kriegerischen Abenteuer, welches Deutschland plane, lei Ine hm en zu müssen. Wien, 4. Jan. Wie gemeldet wird, hat Kaiser Wilhelm anläßlich des Jahreswechsels eine besonders herzliche Glückwunschdepesche an Kaiser Franz Josef gerichtet und die Hoffnung ausgesprochen, seinen Freund und Bundesgenossen wieder einmal sehen zu können. Petersburg, 4. Jan. Im Marine-Ministerium sind drei besondere Kommissionen gebildet worden, die erste zur Untersuchung der näheren Umstände der Seeschlacht von Tsuschima, die zweite zur Untersuchung der lieber- gäbe ber vier Panzerschiffe, die von Nebogatow befehligt wurden. — Wegen der Uebergabe sind angeklagt Nebogatow und die Kapitäne Gregoriew, Lischin und Smirnow. — Die dritte Kommission soll eine Untersuchung wegen der Uebergabe des Torpedoboote? „Bedovoi" anftenenJ Cap Haitien, 4. Jan. (Reuter.) Die Anhänger des flüchtigen Präsidenten Morales wurden bei Puertoplaie auf San Domingo von den Truppen des Vizepräsidenten General CasereS vollständig geschlagen und zersprengt. . General Rodriguez, der frühere ©ouüerneur von Monteeristi, ist geladen. Die Verluste sind auf beiden Seiten groß. fchütterung erlitten. . Ter nalionalliberale Abg. Münch-Ferber, der s. £>t. m schlimme Transaktionen bei einer von ihm geleiteten Erb- schaftSregUung verwickelt war, wollte sein Mandat behalten, bis das Reichsgericht über die Revision des Veleidigungs- prozesseS entschieden hatte, aus dem Münch-Ferber als der Verurteilte hervorging. Tas Reichsgericht wies die Revision ab, unb nun erst' bequemte sich der Volksvertreter zum Verzicht auf sein Mandant. Es ist danials Verwunderimg darüber geäiißert worden, daß die Partei nicht sofort Slnftalten traf, den Strich zu ziehen zwischen sich und Münch-Ferber. In beiden Fällen hat Eigennutz eine Rolle gespielt. Personen, die sich über die vom Gesetz errichteten Schranken hinwegsetzen, können nicht Getzgeber sein. Auf Grund eingehender Informationen teilt der »Psälz. Courier" mit, daß eine Revisionseinlegung des ReichS- tagSabg. Sartorius nicht erfolgen wird. Der in den Prozeß Sarwrius verwickelte Chemiker Dr. Moslinger ans Nei.stadt a. H. wurde voLaufig nus der Biltersuckimasbaft entlassen. Er war wegen Verdachtes der Beihilfe zur Weinfälschnng am 11. Äugust v. I. verhaftet und nach Frankenthal übergeführt worden. Gegen ihn wird m der reäcfrftat Zeit verhandelt werden. , , , , Die Gesamtkosten des Sarwrius-Drozeises belaufen sich nach vorläufigei/ Schätzung ruf 20 000—30 OOP Mark. Dis Zustände in Wußland. Moskau. Der Zar befahl, 100 000 Rubel dem Generalgou- verneur von Moskau zur Verfügung zu stellen. Dia Summe soll an die notleidende Bevölkerung, die durch den Aufstand gelitten hat, verteilt werden. Generalgouverneur Dubassow veröffentlichte am 4. d. M einen ausführlichen Bericht über die letzten Ereignisse in Moskau und sagt darin folgendes: Nach der am 28. Dezember erfolgten gründlichen Niederlage ergriffen die revolut. Banden unter Benutzung der Eisenbahn, die sich noch bis zum 29. Dezember in ihren Händen befand, die Flucht; jetzt sind sievollständig zeri prengt. Ter erbitterte Widerstand, den die Aufrührer leisteten, tnaayte das Eingreifen von Artillerie nolir-enbig, die jebod) durch das Bestreben gehemmt wurde, das Leben und die Wohnstätten der friedl. Bürger zu schonen. Einige Fabriken, die der Geueral- gmiverneur dann in seinem Bericht aufzählt, wurden durch ^lr- tilleriefeuer zerstört. Nach der Uebergabe wurde die krie^ergche Aktion eingestellt und einige Tage entgegen dem Jntereffe .eines gänzlichen Erfolges ausschließlich dazu verwendet, das Viertel, in devi gekämpft wurde, von Frauen und Kmd-nn' zu raumen. Am 3 Januar nmrde der Kampf von den Truppen zu Ende geführt. Am Schlüsse seines Berichtes führt der Generalgouveriieur noch folgendes aus: „Verschiedene Zeitungen klagen die ^rupp.cn an, mit unnötiger Schärfe und OkaufamTeit vorgegangen zu sern. Diese Verdächtigungen, deren Zweck es augenscheinlich ist, das Band zwischen der Nation und dem Militär zu zerreißen und Die Armee bloßzustellen, verdienen keine Widerlegung". er Gouverneur wendet sich aber an die Mit-chader der aii-acn'-tUtcn Heft 3 des 4, Jahrganges ist als 90 Seiten starkes Sonderheft in kostbarer künstlerischer Ausstattung unter dem Titel ^Wintersonnenwende" erschienen. Schon die Titelbenennung laßt auf den nordischen Charakter des Werkes schließen. Ebenso eigenartig wie anregend ist die Nenerung, den Aussätzen durch be- soiidere, mehrfarbig gebniefte Titel und Umrahmungen, die sich dem Inhalte anpassen, ein buchähnliches geschlossenes Gepragv zu geben. Aus dem reichen Inhalte seien besonders ermahnt dw Aufsätze „Nordische Formen unb Farben" von Ernst Schiur, „Eisblumen und Kristalle" vvn Johannes Meru, „Fidus unb „Von'der Nacktheit" von Carl Matthias. Ganz besonderen Wert erhält das kostbare 5oeft aber durch 23 bisher unveröneutlich.te Beiträge berühmter Künstler, die in der Mteilung „Ltudien ans den Mappen norddeutscher Maler" als Knnstbeilagen m Lichtdnick und Buchdruck je einzeln aufgelegt sind. Die beste Garantie für den bleibenden Wert des Heftes bieten die Namen der KNustler Professor Eugen Bracht, Louis Corinth, Professor Ludwig Detr- mann Fidus, Professor Ludwig von Hofniann, Professor Friedrich Kalimorgen, Walter Leistilow, Professor Max Liebermann, rift für das gesamte Theater- w-esen, „Dramaturgische Blätter" hat mit der Nr 12 den ersten Jahrgang beschlossen, und geht anscheinend mit frohem Mute in den neuen Jahrgang, wozu den Ve,trebungen des Herausgebers jede Ermutigung zu gönnen wäre. Auch bie Dezember- Nummer zeichnet sich durch vielseitigen Inhalt aus. Reben ausfülnlichim Abhandlungen dramaturgischen Inhalts von Walter Bloem, über Zwischenaktsmusik von O. Mvller und über die neuen Düsseldorfer, Barmer und Dortmunder Theaterbauten von H. Frcft finden sich reichliche W richten über das deutsche und östreichische tvie über das kroatische, polnische, tschechische, italienische, französische und engl. Theaterwesen sowie aus den dramatisckpni Vereinen des In- und Auslands, Theaterbau und Technik, Schauspielkunst, Theaterorgani- Unter den tatsächlich votlre^n^n und S furchtbarm .Kampfes den Verhältnissen bie Prüfung em - 1 ^r Pflicht zu durchmachen muß,, ber bemne 2f,nb§Tcufcn geteilt find, hem Vaterlande und d.r ~t ■ hiejefbc gleichmäßige Kalt- bie Soge Eintritt, bni! er General für Wiltigfeit betrohen t«™. -rot^m »er b lt « n feine Pflicht, „ben && Men die ihnen durch £ & iU Fahneneid nvr- **« McNmnqen werden die Bahnhöfe von «benommen und ihre Besitzer verhaftet. AuS dem teilte ,tt tinm Mutigen Ämmnenstch Aschen"Miftär und “ 3Äw»w‘ 8,"w ----- -V»-" nötigen Ausweispapiere das Ueberschreiken der rumänischen Grenze bei Ungheni verwehrt wurde, find von Kosaken an Pfähle gebunden und verbrannt worden Aus den baltischen Provin;en. e>n Marienbur g (Livland) wurde der Haupträdels- kübrer Bello durch Gardeulanen standrechtlich ersch offen. Er hatte die Belagerung und Zerstörung des ^lomerse- Schlofies geleitet. Auch zahlreiche andere Revolutionäre wurden verhaftet und ihre Häuser medergebraunt. Aus Polen. Nach Meldungen aus Warschau hat sich dort die Situation verschärft. In den Fabriken wird noch nicht ge- Qrbeitet. Viele Kaufläden sind geschlossen. Die Eisenbahn verkehrt unregelmäßig. Tie Bevölkerung hat viel unter dem Militärterrorismus zu leiden. Viele Passanten merden von Kvsakeil angegriffen und beleidigt. Auch fehlt es nicht an Plünderungen. Der Bmtlier Bernstein und andere Juden wurden in tzi-st genommen. Im Auftrage des Genera- gouverneurs mürben viele Zeitungen zerstört und bie Re- daktionen durchsucht. _ , _ . Etwa 60 oberschlesische Metzger, die nach Sosnow i c e gereist waren, um auf dem dortigen S ch w eine- markt die üblichen Einkäufe und Besorgungen zu machen, wurden auf dem Sosnowieer Bahnhofe von über hundert mit Knüppeln bewaffneten russischen Kollegen angegriffen und z u r Ü ck g e j a g t. Unter heftigem Gebrülldrohten sie jeden niederschlagen zu wollen, der sich m der Stadt blicken lasse. Mit vieler Mühe gelang es den Oberschlesiern, zu flüchten und mit dem nächsten Zuge die Rückfahrt auzu- treten Kosaken mit aufqepflanztem Seitengewehr patrouillierten auf dem Bahnhofe und verhöhnten die Deutschen. — Paul Pock>Hammer, Ein D an te kran z aus 100 Blättern. Mit 100 Federzeichnungen von Franz L-tassm. Lfg. 1: Die Hölle. Kart. 4 Mk. Berlin, G. Grote. — P. 283 (283), Dudenrod 116 (104), Düdelsheim 1375 (1206), Echzell 1587 (1631), Eckartsbonr 338 (344), Eckartshausen 690 (626), Effolderbach 356 (335, Fauerbach b. N. 469 (459), Geiß-Nidda 670 (648), Gelnhaar 513 (545), Gettenau 534 (543), Glauberg 677 (628), Hainchen 534 (548', Hain-Gründau 702 (649), Oeegheiin 211 (205), Heuchelheim 169 (188), Himbach 471 (485), Hirzenhain 469 (363), Hitzkiichen 334 (338), Höchst a. N. 491 (418), Illnhausen 161 (159), Kefenrod 602 (589), Kohden 364 (362\ Laugenbergheim 655 (640), Leidhecken 373 (386), Lindheim 683 (664), Lißberg 356 (347), Lorbach 390 (350), Merkenfritz 390 (361), Michelau 238 (258), Michelnau 211 (206), Mittel-Gtt'indau 693 (650) Qlibba 2004 (1950), Nieder-Mockitgdl 739 (692 , Oberau 291 (234), Cbcr-Tiocfltobt 676 (661), Sber-W,bdersheim 556 r525), OrleSbaufen 318 (303), Ortenberg 920 (916), Ranstadt 696 (657), Rinderbugen 456 (474), Rodenbach 286 (287), Rohrbach 407 (425), Rommelhausen 259 (254), Schwickartshausen 267 (285), Selters 388 (356), Stockheim 813 (741), Unter-Schmitten 504 (459), Unter-Widders- heim 278 (273', Usenborn 4- 6 <502), VonHausen 521 (488), Wallens hausen 605 (579), Wenings 748 (777), Wippenbach 104 (113), Wolf 402 (389)._______________________ - Verhaftet. Gestern nachmittag wurde ein Hiesiger Wirt wegen Verdachts der erschwerten Kuppelet tm Srnne des § 181 pos. 2 des R.-Str.-G. m Untersuchungs- Haft llenommen^ Zeitung muß in besseren Geruch kommend dachte wohl die Expedition deS ,Oberhessischen Anzeigers" in Friedberg und übernahm, um zu ihrem Teil dazu beizutragen, den Verkauf des »allein echten Kölnischen Wassers^. _ , 8 Leihgestern, 4. Jan. Auch m unserem Orte aina es in der Neujahrsnacht nicht ohne Zwischensalle ab Wilhelm Krick von hier wurde m der Wwischast Griinmel, wo er Streitigkeiteli suchte, melwereniale von dem Wirt zur Ruhe verwiesen. Da dies nichts niiljte, wurde er vor die Tür gesetzt. Aus Will hierüber warf er dem Wirt eine Fensterscheibe mit einem dicken Stein ein, ohne glücklicherweise jemand in der Wirtschaft zu treffen. Otto Seipp geriet mit PH. Arnold von hier auf der Ortsstraße in Streit, in dessen Verlaus letzterer erheblich durch Faustschläge im Gesicht zugerichtet wurde. In beiden Fällen ist Anzeige erhoben. Ti Vom Dünsberg, 4. Jan. In den Waldungen am Dünsberg herrscht ;. Zt. eine rege Tätigkeit, gilt es doch alljährlich große Holzmassen zu fällen. Viele Bewohner der Umgegend finden dabei während der Wmtermonate eine lohnende Beschäftigung. X Fellingshausen, 4. Jan. Nach angestrengter Arbeit ist es gelungen, das irn Spätsommer begonnene neue Schul Haus noch vor Jahresschluß im Rohbau zu vollenden. ES wurde größtenteils von auswärtigen Meistern ausgeführt und umfaßt zwei geräumige Schulsäle und zwei Lehrerwohnungen. Der stattliche Neubau wird nach seiner inneren Vollendung unserem Dorfe zur Zierde gereichen. Laubach, 4. Jan. Der Gräfl. Oberförster König er erlegte am Dienstag im sogen. Heinzeberg einen etwa 3 Jahre alten Hirsch. Da im verflossenen Jahre in den hiesigen Waldungen ungefähr sechs Hirsche erlegt worden sind, dürfte die Zahl der noch vorhandenen etwa fünfzehn * Der Kaiser als Erbe. Aus der Hinterlassenschaft der Gräfin Laura Henckel-Donnersmarck gehen dre Villen „Neptun", „Rosalra" und „Aaron" in Abbazi.L in das Eigentum des Kaisers Wilhelm Über, der somit Großgrundbesitzer in Abbazia wird. " Der Mißgriff crnes Arztes. Ueber einen bedauerlichen, von einem Arzte begangenen Mißgriff, der in! den hohen Gesellschaftskreisen der türkischen Residenzstadt große Aufregung verursacht und eine peinliche gerrchtlrche Verfolgung nach sich ziehen wird, berichtet der „Tag" ans Konstantinopel: Tie junge reizende Gemahlin des Chefs der hiesigen Trambahnen, Frau Perdicaris, starb diese Woche unter einer allzu großen Tose von Chloroform, die ihr bei der äußerst schwierigen Entbindung von ihrent ersten Kinde verabreicht wurde. Ter Direktor des britischen Kraulenhauses, Tr. McClean, war als erster Arzt zugegen. Trei andere aift Bosporus wohl bekannte Aerzte wurden später zur Hilfe berufen. Tr. McClean schlug die Verabreichung von ChlorofoiTm vor, da die Schmerzen der Dame unerträglich wurden. Es wurde jedoch konstatiert, daß diese an Herzschwäche litt; die drei letzterwähnten Aerzte treten deshalb aufs energischste von der Verabreichung dieses Schlafmittels ab. Tr. McClemr jedoch bestand auf seinem Vorschlag und nahm die ganze VeranUoortlichkeit auf sich Demzufolge wurde das Schlafmittel verwendet. Das Ergebnis davon war, daß Frau Perdicaris richtig einschllefi ilm nie mehr zu erwachen. Auch das Kind kam tot auf die Welt. Ter arme, vielgeprüfte Gatte, der seine Frau^ vergötterte, mußte somit gebrochenen Herzens Weib und Kind gerade vor dem Wcihnachtsfeste zur ewigen Ruhestätte begleiten. Nunmehr erhebt 5-err Perdicaris eine Anklage gegen den englischen Arzt. Tie übrigen Aerzte verdammen einstimmig die 5-andlungsweise des letzteren. Sie behaupten nicht nur, daß Chloroform tu diesem Falle nicht, angebracht war, sondern daß es auch zu lange verwendet wurde. Dr. McClean jedoch will sein Vorgehen durch die Behauptung verteidigen, daß Frau Perdicaris so wie so den schrecklichen Schmerzen hätte erliegen müssen. * Kleine Tageschronik. In Köln stürzte Bei; dem Ban einer KunstausstcllnngsHalle das Gerüst zusa'nr^ men, wobei mehrere Arbeiter in die Tiefe geschleudert wurden. Zwei erlitten tödliche Verletzrmgeu und iuurben ins Hospital geschafft, die anderen Arbeiter find nur leicht verletzt worden. — In Swinemünde gab der Arbeiten Bochum auf das Fcuster der Wohnung feiner verheirateten Tochter mehrere Rcvolverfchüsse ab und dann auf offener Ziu junger russ. Offizier beging dort in einem' Hotel S c lb st- inord, angeblich aus Liebesgram. — In Sch wabing bei München brannte die Villa des Bildhauers Professors Floßmann nieder. Zahlreiche iverwolle Gemälde und Modelle sind verbrannt. — In Graz wurde das ,74jährige Fräulein Clotilde Greiner nachts in ihrer Wohnung als verkohlte Leiche aufgefunden. Tic Ursache des Feuers ist eigene Unvorsichtigkeit. — Heftige Schneefälle sind in ganz O b e r i t a l i e n eingetreten. Tic Landschaft hat ein ganz nördliches Gepräge angenommen, die Temperatur ist andauernd einige Grad unter dem Gefrierpunkt. Wenn das Schnccwe, ter'andauert, sind Verkehrsstörungen wahrscheinlich. Kcrichtssaal. Das fehlende „i" i in Testa m e n t. Aus welch Nebensächlichen Gründen r-- Testament für ungiltig erklärt werden kann, zeigt folr;; ‘ Nechtsfall, der seinen vorläufigen Abschluß jetztsrammergericht zu Berlin fand. In der Sylvestern.. t 1904/05, fccgingjjer Fabrikant H., Mitinhaber einer groß n Blnmenfab. . Selb st m ord. Obwohl H. Familierivater war, hatte er doch ein intimes Verhältnis mit der in feinem Betriebe beschäftigten Tochter eines Tischlers W. Letzterer vermachte er von seinem Geschäftsanteil testamentarisch 20 000 Mk. Tas Testament bestand in einer Zuschrift H.'s an seinen langjährigen Rechtsvertreter und schloß mit den Worten: „Ihr zu Tode gequälter H. . Die unterhalb der Unterschrift stehende Ortsbezeichnung war jedoch verstümmelt geschrieben und lautete „Berln". Der Testator hatte das ,.i" im Worte „Berlin" ausgelassen. Tic Leibeserben des Verstorbenen, die nach Lage der Sache naturgemäß nichts weniger als sympathische Gefühle für die galante Freundin des Gestorbenen hegten, setzten alle Hebel in Bewegung, um das Testament anzugreifen unb zur Anullterung zu bringen. Als .Hauptangriffspunkt diente ihn-m die mangelhafte Ortsbezeichnung, das fehlende „i". Und sic hatten Glück damit. Das uammergericht hat nun für das hinterlassene vielumstrittene Schriftstück des H. den Begriff „Testament" aufgehoben und dasselbe nur als Schenlungsmitteilung angesehen, sodaß die darin Fräulein W. vermachten 20 000 Mk. als Geschenk anzusehen sind. Wohl oder übel blieb der „lachenden Erbin" also nichts weiter übrig, wie auss neue von der untersten Instanz an auf Herausgabe des Geschenks zu klagen. Man ersieht aus diesem Rechtsfallc, welche unangenehmen Folgen das flüchtige, inkorrekte Schreiben haben und daß man bei Abfassung von Urkunden nicht vorsichtig genug verfahren kann. Chemnitz, 4. Jan. Wegen zahlreicher Soldaten- mißhandlun gen wurde der 27jährige Sergeant Zschir- mel der 6. Batterie des in Risa garnisouierenden Feldartillerieregiments Nr. 32 vom hiesigen Kriegsgericht zu insgesamt einem Jahr Gefängnis und Degradation verurteilt. Die Verhandlung fand wegen Gefährdung militär- dienstlicher Interessen unter vollem Ausschluß der Oeffent- lichkeit statt. Budapest, 3. Jan. Der Ohe r Notar des Pester v.omitats, Fazekas, der von seinem Amte suspendiert wurde, wurde wegen Mitzbrauchs der Amtsgewalt zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Aniversitäts-Aachrichten. — Geh. Negierungsrat Professor Dr. Eberhard Schrader, Ordinarius der orientalischen Sprachen an der Berliner Uni- Dersität und Mitglied der preußischen Akademie der Wissenschaften, feiert heute, am 5. Januar, seinen 70. Geburtsta g. Der berühmte Assbriologe ist 1836 zu Braunschweig geboren. 1856 bezog er die Universität Göttingen. Nachdem! er dort zum Dr. phil. promoviert war, wurde er 1862 als besoldeter Privatdozent für Theologie nach Zürich berufen und 1863 daselbst zum ordentlichen Professor befördert. Ostern 1870 siedelte er nach der Universität Gießen über. 1873 folgte er einem Rufe als Kirchenrat und .Professor der Theologie nach Jena, und 1875 als Professor der orientalischen Sprachen an der Universität Berlin. — Ein Rückgang desStudiums ist aus sämtlichen technischen Hochschulen des Reiches in diesem Winterhalbjahr sesgestellt worden. In Berlin beträgt die Abnahme 35, in Darmstadt 31, in Dresden 30, in Stuttgart 17, in Braunschweig 43 Hörer. Von Aachen liegen die Zahlen nicht vor. Abgesehen von Aachen ordnen sich nach der Gesamtzahl der Besucher im laufenden Winterhalbjahr die technischen Hochschulen des Reiches folgendermaßen: Berlin 3508, Darmstadt 1803, Hannover 1346, Dresden 1182, Stuttgart 181, Braunschweig 540. Kordel urd AerKeßr. Volkswirtschaft. Konkurse in Hessen. Ueber das Vermögen des Johann Kraut II., Möbelschreinerei in Neu-Isenburg, wurde am 2. Januar 1906, vormittags 11 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr. Weitz zu Offenbach a. M. wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 30. Januar 1906 bei dem Amtsgericht Offenbach anzumelden. -k- Hannover, 3. Ian. Zwischen den Kaliwerken Hohen- Zollern und S"lzdetftirth hat sich eine Kali-Gewerkschaft „Gl ü ck au f - B a v er n" gebildet, welche die Mbaugerechtsame der Gemarkungen Sehlem, Harbarnsen und Irmenseul, ein Terrain' von ea. 6000 Morgen, erworben hat. Dem Vorstand gehören an: Rechtsanwalt Dr. jur. 2ld. Strauß I. in München, Bankiev Berthold Lamm in Hannover, Bankier Joseph Lebenberg in Hannover, Direktor Max Voß in Wiesbaden, Bankier Heinr. Cassel in Nürnberg und Bankier Max Ambach in Nürnberg. Die Um schreibungsstelle der Küpe befindet sich beim Hannoverschen Bankverein. Es ist beabsichtigt, drei Bohrungen zubußerrei für die Gewerken niederzubringeu. Neber die Kuxe ist bis auf einen geringen Teil bereits verfügt. Am Ko h l en a k t i e n m a r kt ist wieder einige Verstimmung einaetreten, auf die Meldung, daß das Kvhlenshndikat für das 1. Quartal 1906 die volle Beteiligungszisser in Anspruch nehme. Harvener haben neuerdings jedoch eine Steigerung von 217,60 aus 218,70 erfahren. Elchweiler haben 21, Prozent verloren. Tie Aktien der Gelsenkirchener Gesellschaft sind en. 1 Proz. zurückgegangen usw. In betreff Harpen er wird die phantastische Vermutung kolportiert, daß der bayrische Staat eventuell den Erwerb dieses Unternebmeus Auge fassen würde. Die Berliner H a g e l - A s s e k u r a n z - G e s e l l s ch a s t teilt uns aus ihrem Geschäftsergebnis pro 1905 folgende Zahlen mit. Es wurden an Prämien, Polizegebühren pp. aber exel. Zinsen Mark eingenommen ...... 971 716 und dagegen ausgegeben für Entschädigungen, Provisionen, Verwaltungskosten pp. 1 307 956 so daß sich ein Verlust ergibt von 336 240 oder nach Abzug der Zinseu von . 12 643 ein Nettoverlust von 293 597 Tie Reserven betrugen anfangs 1905 .... 808 633 und es sind somit als freie Reserven 515 036 sowie das unveränderte Gruudkaoital von 3 Millionen Mark als Karantiemittel der Gesellschaft für das neue Geschäftsjahr verblieben. Markte. fc. Frankfurt a. M., 5. Jan. fOrig.-Telegr. des „Gieß An;.") V i e h m a r k t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schafe und Hämmel, 159 Schweine; 1. Qual. 76-00 Psg., Lebendgewicht 59.50—00 Psg., 2. Qual. 75 Pfg., Lebendgewicht 58.50-00 Psg., 3. Qual. 68—70 Pfg. Kälber 1. Qual. 00-00 Pf., Lebendgewicht 00—00 P?g., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschäft: Markt gut, kein Ueberstand. Meteoroloaiscke Beobachtungen der Station Gießen. Höchste Temperatur am 3.—4. Januar — + Niedrigste „ „ 3.—4. „ — — Wetter Bed. Himmel 3,9° C. 1,2° 0. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hesse» für Samstag, den 6. Januar 1906: Vorwiegeud wolkig und geringe Niederschläge, später etwas aufheiternd, kälter. Auf den Höhen auch Schnee. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. (driginal-Dral)1 Meldungen. Darmstadt, 5. Jan. Der gestrige 1. Hofball, der in den Festräumen des Alten Palais stattfand, war von etwa 300 Gästen besucht, unter denen sich u. a. auch Prinz und Prinzessin zu Solms-Laubach befanden. Das Fest dauerte von 8 Uhr abends bis kurz nach Mitternacht. Die BaNmufik stellte die Kapelle des 1. Großh. Inf.- (Leibgarde-) Regiments Nr. 115. — Oberbergrat CHelius hat sich beide Pulsadern ge öffnet, bevor er sich erhängte. Bückeburg, 5. Jan. Die Fürstin Anna Maria zu Schaumburg-Lippe wurde von einem Sohn entbunden. Hamburg, 5. Jan. Die gestrige Vorstellung im Karl-Schulze-Theater mußte ausfallen, weil das Ku n st le r- paar Bergen, das darin auftreten sollte, an Konserven- Vergiftung erkrankt ist. Schrimm, 5. Jan. Zwei Dienstmädchen wurden in ihren Betten tot vorgesimden infolge Kohlenoxydgas- Vergiftung. Tborn, 5. Jan. Auf dem Hauptbahnhofe warf sich ein besser gekleideter Mann vor den Berliner O-Zug und wurde sofort getötet. Mosbach i. B., 5. Jan. Der 17 Jahre alte Gutsbesitzerssohn Jakob Binkele, der an einem jungen Mädchen einen Lustmord verübt hatte, wurde von der Strafkammer zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B. wurde heute eingetragen : Gewerkschaft Cur-Cöln, Sitz: Gießen; Ort der Niederlassung: Bracht, Wildewiese im Reg.-Bez. Arnsberg. Gegenstand des Unternehmens ist: a. die Ausbeutung der folgenden Bergwerksberechtigungen: 1. konsolidierte Eisen- und Manganerzbergwerke Bracht, Wildewiese im Regierungsbezirk Arnsberg; 2. Grube Bergschlade bei Langenholthausen, Kreis Arnsberg; 3. Grube Glückauf bei Balve, Kreis Arnsberg; 4. Grube Schcllen- berg bei Langenholthausen, Kreis Arnsberg; 5. Grube Saturn bei Kirchhunden, Kreis Olpe; 6. Grube Saturn II bei Kirchhunden, Kreis Olpe; 7. Grube Laurent bei Kirchhunden, Kreis Olpe; 8. Grube Alwine bei Kirchen und Altenhunden, Kreis Olpe; 9. Grube Eugenie bei Kirchhunden, Kreis Olpe; b. Die Mutung und der Erwerb, sowie der Betrieb und die Verwertung anderer Bergwerke, ferner die Beteiligung an anderen Montanunternehmungen, insbesondere durch Erwerb doii Kuxen, Aktien und Obligationen; c. Die Herstellung von Anlagen und der Betrieb von Unternehmungen, welche die Ausbeutung der zu a und b bezeichneten Bergwerks- oder sonstigen Montanunternehmungen und die Verwertung ihrer Erzeugnisse bezwecken, sowie die Beteiligung bei solchen Anlagen oder Unternehmungen; d. Die Benutzung v.nd Verwertung der selbstgewonnenen oder sonst er- worbenen Bergwerkserzeugnisse in rohem oder verfeinertem oder sonst veränderten Zustande, sowie die Beteiligung an Unternehmungen, welche eine solche Benutzung oder Verwertung bezwecken; e. Die Veranstaltung und der Betrieb von Wohlfahrtsunternehmungen zwecks Forderung des Wohles der Arbeiter oder sonstiger Angestellten der Gewerkschaft sowie die Beteiligung an derartigen Wohlfahrtsunternehmungen. Der Grubenvorstand besteht aus: 1. dem Bankier Albert Zobel in Gießen, Vorsitzender, 2. dem Generalmandatar Dr. Josef Schulte von Herdringen, stellvertr. Vorsitzender, 3. dem Kaufmann Ferdinand Linneborn von Hagen bei Allendorf. Zur Vertretung der Gewerkschaft ist der Grubenoorstand befugt, soweit nicht die Beschlußfassung der Generalversammlung int Statut vorbehalten ist. Der Entscheidung der Generalversammlung sind vorbehalten: Versügung über die Substanz der der Gewerkschaft gehörigen Bergwerke, Ausschreibung von Zubußen, Aufnahme von Anleihen durch Teilschuldoerschreibungen. Der Vorsitzende des Grubenvorstands ist berechtigt, die Gewerkschaft vor Gericht und vor anderen Behörden zu vertreten, den Verkehr mit den Behörden zu erledigen, Postsachen ttnd Zustellungen für die Gewerkschaft in Empfang zu nehmen, das Gewerkenbuch zu führen, über den Empfang von Geldern und Wertsachen gültig zu quittieren. Zur Eingehung von Wechselverbindlichkeiten ist die Vertretung durch zwei Mitglieder des Grubenvorstandes erforderlich. Soweit nach Gesetz oder (Statut die Gewerkenversammlung zuständig ist, bedarf der Vorstand zur Vertretung der Gewerkschaft eines entsprechenden Beschlusses, der der Gewerkenversammlung vorgelegt wird. Besondere Bestimmungen über -die Zeitdauer der Gewerkschaft bestehen nid)!. Gießen, den 20. Dezember 1905. Großherzogliches Amtsgericht. b6/1 Antw erpen, 5. Jan. 1000 Schiffer sind aus» ständig infolge Konfliktes mit der Handelskammer. Paris. 5. Jan. Zwischen dem General Pcrci^ und dem Major Briand fand ein Duell mit blanken Waffen statt, bei dem der General zweimal verwundet wurde. Die Veranlassung 31t dem Duell bildete ein vorh Major Briand veröffentlichter Artikel, in deut Perein u. a. der 9lngeberet beschuldigt wurde. Paris, 5. Jan. Dem „Echo de Paris" wird bestätigt, daß die Beziehungen zwischen Kon ig Ed nord und Kaiser Wilhelm sich wesentlich gebessert haben. Es seien mehrfach sehr herzliche Briese zwischen beiden gewechselt worderu Rom, 5. Jan. Mailänder Blätter wollen wissen, Kaiser Wilhelm habe dem italienischen Botschafter in Rom für Mai den Besuch der Mailänder Ausstellung in Aussicht gestellt. Petersburg, 5. Jan. Die Persische Gesandtschaft erhielt die Nachricht, daß die Post, das Telegraphen- s pst em und die Bahnen im Kaukasus in den Händen russischer Rebellen seien. Sie könnte keine Instruktionen von ihrer Negierung erlangen. Petersburg, 4. Jan. Aus Riga wird gemeldet, daß die Bediensteten der Riga-Oreler Eisenbahn heute die Arbeit wieder aufnahmen. Der Verkehr auf der Bahn ist normal. In Radom wurde heute im Mittelpunkte der Stadt gegen den Polizeimeister, der in Begleitung seiner Frau war, eine Bombe geschleudert. Beide mürben schwer verletzt, die Frau ist ihren Verletzungen erlegen. Auch einige andere Paffanten wurden verletzt. Von Windau ist ein Regiment mit Artillerie nach Goldingen gesandt worden, das schon seit zwei Wochen in den Händen der Aufständischen ist. Aus Jaroslaw wird berichtet, daß in den Sparkassen nach kurzem Stillstände die Einzahlungen die Auszahlungen überschreiten. 9ln5 Bachmut wird gemeldet, daß die Station Debaltzo ohne Blutvergießen genommen und das Streikkomitee auseinandergetrieben ist. Beschlagnahmt wurden viele Waffen, 16 Kisten Dynamit und 2 6 Bomben. Das Fehlen eines Widerstandes in Debaltzo erklärt sich aus dem Eindrücke, den die Niederwerfung der Aufständischen in Gorlowka machte. Auch die übrigen Stationen ergaben sich widerstandslos. Der Führer der Aufständischen Denyeza in Gorlowka wurde getötet. Kiew, 5. Jan. In Kosetin hielten Eisenbahnbeamte eine Versammlung ab. Der an Verfolgungswahn leidende General Werewkiu ließ aus dem Hinterhalt schießen. Das Militär gab mehrere Salven ab. Zwölf Beamte wurden getötet. Zwei Tage darauf wurde Werewtin in eine Irrenanstalt übergeführt, weil er in einem TobsuchtZ- anfall seine eigene Familie bedrohte. Newy0rk, 5. Jan. Ein Erdbeben in Nicaragua, das die Stadt Raseyr eiuäscherte, kostete zahlreiche Menschenopfer. Tausende von Einwohnern wurden unter den Trümmern begraben und viele von der glühenden Lava lebendig verbrannt. Tefefomscfoe Kwrsberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse. 5. Januar. 1.15 Uhr. 3%°/0 Reichsanleihe . . 100.90 3% do. . . 89.05 3j-j°/0 Konsols .... 101.15 3% do 89 25 3^% Hessen 100.25 3j4% Oberhessen . . . —.— -I "0 Gestern Goldrente. . 100.20 4% % Gestern Silberrente 100.90 4°o Ungar. Goldrente . . 96.80 49-0 Italien. Rente . . . l(>6.10 3°o Portugiesen Serie I . 68.10 3?.: Portugiesen „ III 68.20 4k>% russ.Staatsanl. 1905 92.50 4*1°« Japan. Staatsanleihe 95.70 1 % Conv. Türken von 1903 90.95 Türkenlose 143.30 4% Griech. Monopol-Anl. . 52.70 4% äussere Argentinier . 90.00 3°/n Mexikaner .... 67.05 4%°/0 Chinesen . . . 97.50 Aktien: Bochum Guss 247.00 Buderus E. W 135.00 Tendenz: schwächer Berliner Börse, 5 Canada E. B 173.80 Darmstädter Bank . . . 148.40 Deutsche Bank .... 242.50 Dortmunder Union C. . . 100.30 Dresdner Bank .... 166.30 Tendenz : schwach. Elektriz. Lahmeyer . . . 140.00 Elektriz. Schuckert . . . 132.90 Eschweiler Bergwerk . 264.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 226 80 Hamburg- Amerik. Paketf. 165 20 Harpcuer Bergwerk. . . 218 25 Lanrabütte 248.00 Nordd. Lloyd .... 127.80 Gberschlc«. Eisen-Industrie 132.40 Berliner Handelsges. . 172.40 Darmstädter Bank . . . 148.60 Deutsche Bank . . . 242 90 Deutsch-Asiat. Bank . . 183.40 Diskonto-Kommandit. . . 189.60 Dresdner Bank . . . 166.90 Kreditaktien 211.90 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn 113.10' Gottbardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 24.10 Gestern Staatsbahn . . . 142.00 Prince-Henri-Eisenbabn . 128,00 Januar. Anfangskurse Harpener Bergwerk . . 218.25 Laurahi'tte . . . . 247.20 Lombarden E. B . 23.90 Nordd Lloyd 139.60 Türkenlose . . ... 143.50 BekauMMachNNg. Betreffend: Die Heichelheim'sche Stiftung. 2(ii-3 der Heichelheim'schen Stiftung sind am -7. April d. Js die halbjährigen Zinsen mit 525 Mk. au eine in Gießen wohnhafte würdige und bedürftige christliche Familie oder Perlon zu vergeben. Anmeldungen werden von beute an bis 10. Februar d. I. auf unr serem Geschäftszimmer, Neuen Baue 25, entgegen genommen. Gießen, den 2. Januar 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _____________________G nri eh mann.________________B% Btkanrttmachimst. In der heutigen Vollversammlung der Großh. Handels, kammer Gießen wurden die Herren Herne. Will, Prokurist, zu Gießen und Th. Varibel zu Gießen als Bücherrevisoren auf Grund der vom Großh. Mmisieriunv des Innern genehmigten Vorschriften öffentlich angestellt und vereidigt. Gießen, den 3. Januar 1906. Die Großh. Handelskammer. Der Vorsitzende: ________________________Koch.____________________BV, Nochmals sind uns als nachträgliche Neujahrsgeschenke für die Klcinktuder-Belvahraustalt Gaben gespendet worden: 146. von Herrn Will;. Kanffnann und Frau. 147. von Frau Julie Bücking. Für alle freundlichen Gaben (nun insgesamt 386 9JL) sprechen wir wiederholt linieren herzlichsten Tank aus. Gießen. 4. Januar 1906. v6/^ Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Jy Dr, Naumann. Niederkleen, Gießen, den 4. Januar 1906. a6/, empfiehlt (74 weiter geführt. B*/x 151 o £ 5 Aktienbrauerei Gießen ,186 <3 CD 3000 100 30 ä 5 Zimmer B Griinberger Strafe ist die Parterre-Wohnung, aus 5 Zimmern und all I .. ..."... ..... i M. M lein Zu- MM MLL Frauk'urter2tr.39 ZCE Das Hsmg-ZeWt [ 4 Zimmer y I- r It i>» fr ilerlchieden 33 CD Im Auftrage: A. 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