Nr. SO Zweites Blatt ISO.Jahrgang Mittwoch 4. April 1906 Erscheint ÄgltO mit Ausnahme des Sonntags. Die ^Gießener FamMenblätlrr- werden dem ^Anzeige, otermol wöchentlich bcigelegt Der Echrlstjch« UiO»ur erfcheuu monattuh einmal. Gietzener Anzeiger RotttttonSbrutf and Verlag bet Brühl'ich« UnwersuLlSdruckeret. R. Lange. ©uN». Redaktion, Expedition u. Druckerei: Dchultlr A, Tel. Nr. bl. Lelegr^Adr.L tUi^ciga Äußcs. General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen. KOmmUmachiing. Sek.: Wahlen zur Handwerkskammer im Jahre 1906. Nach Prüfung der bei uns eingereichten Bestandslisten haben wir folgende Vereinigungen als wahlberechtigt anerkannt: 1. Fleischer-Innung 31t Gießen . mit 28 Mitgliedern 2. Ortsgewerbeverein zu Grünberg , 64 , 3. , , Lollar ♦ „ 52 , 4. , , Hungen ♦ , 44 , 0. , , Lich . . , 60 B 6. Gewerbeverein Rabenau zu Londorf . ....... 50 r Die festgestellten Bestandslisten liegen in der Zeit von Donnerstag, den 5. April, bis Mittwoch, den 18. April d. I. einschließlich aus Zimmer Nr. 6 unseres Amtsgebäudes zur Einsichtnahme offen. Beschwerden gegen die Feststellungen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der gleichen Frist bei uns anzubringen. Gießen, den 3. April 1906. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I V Dr Wagne r. KrkMnlmaüfllNg. Betreffend: Feldbereinigung in der Geniarkung Gießen, rechts der Lahn. Die Versteigerung der noch vorhandenen Maffegrundstück- in dem zum Feldbereinigungsverfahren Gießen, rechts bei Lahn zugezogenen Teil der Gemarkung Heuchelheim findet Donnerstag, den 12. April l. IS. an Ort und Stelle statt. Zu den Masiegrundstücken gehört der ehemals BrSmerschi von der Feldbereinigungsgesellschaft bisher betriebene, abge deckte und nach Beendigung der Meliorationsarbeiten nun. mehr entbehrliche Steinbruch in Flur X Nr. 349 der Gemarkung Gießen in seiner durch Abpflöckung kenntlich gemachten neuen Begrenzung. Die Zusaminenkunft findet an diesem Steinbruck nachmittags um 2 Uhr statt. Ebenda werden auch die Versteigerungsbediugungen bekannt gegeben. Friedberg, den 31. März 1906. Der Großh. FeldbereinigungSkommifsar: Spam er, Kreisamtmann. Berlin, 3. Llpril. Die St eu e r k 0 m m i ssi 0 n des Reichstages setzte heute die Sträfling über die Erbschaftssteuer fort und nahm bei tz 12 einen Antrag des Zentrums an, wonach die staffelweise Erhöhung der Steuer bei den Angehörigen der Klasse 1 (leibliche Eltern, voll- und halbbürtige Geschwister, sowie Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern) erst beim Betrage von 50000 Mark beginnen soll. Tie übrigen Bestimmungen des § 12 wurden nach den Beschlüssen erster Lesung angenommen. — Die Diätenvorlage ist dem Bundesrat nunmehr zugegangen. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß dieser sie noch in seiner nächsten Plenarsitzung am Tonners- tag verabschieden wird, sodaß sie dem Reichstage doch noch unmittelbar vor Beginn der Osterferien unterbreitet werden könnte. Tie Diätenvorlage trägt die Bezeichnung: Vorlage des Reichskanzlers. — Tie Budgetkommission des Reichstages begann heute die Beratung der Militärpensionsgesetze. Von der Gcneraldistussion tmirbe abgesehen und sofort mit der Spezialdebatte begonnen. § 1, betr. die Pensionserteilung, wurde nach dem Anträge Erzberger angenommen, daß Gesun dheitsbeschad i gun g infolge Zweikampfes nicht als Dienstbeschä- g u n g gilt. Ter Antrag Engeler und Erzberger, den Pen- s i 0n's a n spruch durch Verurteilung wegen Militär- Mißhandlung erlöschen zu lassen, wird mit 11 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Die 2—4, die die weiteren Bestimmungen über den Pensionsauspruch enthalten, werden ohne Debatte angenommen, ebenso mit großer Mehrheit der t? 5, nach welchem als Dienstbeschädigung auch Gesundheitsstörungen gelten, die durch die dem Militärdienst eigentümlichen Verhältnisse verursacht oder verschlimmert toor- den sind. preußisches Aögcordrrclenhaus. /^Berlin, 3. April. Das Abgeordnetenhaus erledigte heute zunächst eine Interpellation betreffend den Erdrutsch zu Mühlheim. Nachdem Abg. Wellstein (Ztr.) die Interpellation unter Schilderung der Katastrophe begründet hatte, entgegnete Minister v. Bethmann-Hollweg, daß die Ursache des Unglücks noch nicht festgestellt sei, aber augenblicklich ergründet würde. Die beiden Wahlgesetze wurden sodann gegen die Stimmen der beiden freisinnigen Parteien in dritter Lesung angenommen. Da sie aber eine Verfassungsänderung enthalten, muß nach einem Zeitraum von mindestens 21 Tagen noch einmal abgestimmt werden. Darauf begründete Minister Dr. Delbrück den Entwurf betr. den Erwerb deS Kalisalz-Bergwerks Herezinia durch den Staat. Der Minister führte aus, daß zur Stärkung des Einflusses deL Staates und im Interesse der heimischen Kali-Industrie, der Ankauf von Herezinia der beste Weg gewesen sei. Das Gesetz wurde schließlich an die Budget- Kommission verwiesen. DaS Haus vertagte sich sodann bis zum 2. Mai. Sie Marokko-Konferenz. Algeciras, 3. April. Wie aus guter Quelle verlautet, wird der Inhalt der Geueralakte der Konferenz im wesentlichen folgender sein: Tie 9Hte zählt zunächst btc Staatsoberhäupter, die bei der Konferenz vertreten waren, auf, und fahrt dann fort: Indem sie sich von dem Interesse leiten ließen, das dafür besteht, daß, lueim Friede und Gedeihen in Marokko herrschen, und in der Erkenntnis, daß dieses kostbare Ziel nut mittels der Einführung von Reformen erreicht werden kann, die auf dem Grundsatz der Souverän ität des Sultans, der Integrität seiner Staaten und der Gleichheit der Behandlung in kommerzieller Hinsicht beruhen, haben sie (die vorerwähnten Staatsoberhäupter) auf die Einladung, die Seine scherif. Majestät an sie gerichtet hatte, beschlossen, eine Konferenz in Algeciras abzuhaltcn, um zu einer Verständigung über die erwähnten Reformen zu gelangen, und über die Mittel zur Beschaffung der zu ihrer Durchführung nötigen Hilfsquellen zu beraten, und haben zu ihren Vertretern ernannt (folgen die Namen der delegierten), welche ausgerüstet mit in guter und gehöriger Form erteilten Voll- machten gemäß dem Programm, über das Seine scherifische Majestät und die Mächte sich geeinigt haben, nach einander beraten und angenommen haben: 1. Eine Erklärung betr. die Organisation der Polizei; 2. ein Reglement, das die Ueberwachung und Unterdrückung des Waffenschmuggels organisiert; 3. eine Kvnzessionsakte einer marokkanischen Staa tsb an k; 4. eine Erklärung betr. ein besseres Erträgnis der Steuern und die Schaffung neuer Einkünfte; 5. eine Erklärung über die Zölle des Reichs und die Schaffung neuer Einkünfte; 6. eine Erklärung betr. die öffentlichen Dienstzweige und die öffentlichen Arbeiten, und haben, da sie der Ansicht sind, daß diese verschiedenen Dokumente nützlicher Weise in ein einziges Instrument zusammengefaßt werden können, die- selben in eine, aus folgenden Artikeln bestehenden Gcneral- aEte vereinigt. Die Akte enthält sodann die Artikel bett, die sechs oben bezeichneten Punkte. Die danach folgenden Artikel lauten: Zu dem Zwecke, um, wenn Anlaß ba^u vorliegt, die Gesetzgebung in Einklang ntü den durch die gegenwärtige lyeneralaEte übernommene Verpflichtung zu bringen, verpflichtet sich jede der unterzeichneten Mächte, was sie begrifft, die Annahme der etwa nötigen gesetzgeberischen Maßnahmen herbeizu führen. Tie gegenwärtige Generalakte wird gemäß den jedem Staate eigentümlichen Verfassungsgesetzen ratifiziert werden. Tie Ratifikationen werden in M adr id so früh es geschehen kann und spätestens am 13. Dezember 1906 niedergelegt werden, lieber die Hinterlegung wird ein Protokoll aufgestellt werden, von dem eine beglaubigte Mschrift den unterzeichneten Mächten auf dem diplomatischen Wege übermittelt wird. Tie gegenwärtige Generalakte tritt an dem Tage in Straft, an dem alle Ratifikationen niedergelegt find und spätestens am 31. Dezember 1906. In dem Falle, daß die besonderen gesetzgeberischen Maßnahmen, die in einigen Ländern nötig fein sollten, um die Anwendung einiger der Bestimmungen der gegenwärtigen Generalakte auf ihre in Marokko wohnenden Staatsangehörigen sicher zu fteflen, vor dem für die Ratifikation bestimmten Zeitpunkt nicht angenommen fein sollten, würde jede Bestimmung, soweit es sie betrifft, erst anwendbar werden, nachdem Sie oben bezeichneten gesetzgeberischen Maßnahmen verkündet worden sind. Alle Verträge der unterzeichneten Mächte mit Marokko bleiben in Kraft. Immerhin stilt als vereinbart, daß im Falle des Widerstreits zwischen ihren Bestimmungen und denjenigen der gegenwärtigen Generalakte die Stipulationen dieser letzten Vorgehen fotlen. Tas Schlußprototoll wird am Samstag unterzeichnet werden. Die Konferenz beschloß, den italienischen Gesandten in Marokko zu ersuchen, als Doyen des diplomatischen Korps die Mission anzunehmen, nach Fez zu reifen, um die Zu stimmung des Sultans zu erlangen. Aus SeaSt uns £ano* Gießen, den 4. April. ** Die Höhere und Erweiterte Mädchenschule zu Gießen war im vergangenen Schuljahr von 695 Schülerinnen (1904—05: 657) besucht. Davon besuchten die höhere Mädchenschule 399 und die erweiterte Mädchenschule 296 Schülerinnen. Von der Gesamtzahl waren 579 evangelisch, 61 katholisch, 52 israelitisch und 3 konfessionslos. 644 Schülerinnen stammten aus Gießen, 36 aus anderen hessischen Orten, 14 aus anderen Staaten des deutschen Reiches und eine aus dem Ausland. Tas Lehrerkollegium bestand einschließlich des Direktors Dr. Störiko aus 25 Mitgliedern, darunter 10 Lehrerinnen und 3 Religionselhrer. Tie von den Schülerinnen im letzten Jahr gefertigten Handarbeiten sind Mittwoch, 4., und Donnerstag, 5. April barm. 10—1 Uhr und nachm. 3—6 Uhr zur allgemeinen Besichtigung ausgestellt. Das neue Schuljahr beginnt am 29. April. ** Der Ludwigs- und Alieestistun g des hessischen Landeslehrervereins ist von der Berlinischen LebensversicherungsgeseNschast für das Jahr 1905 ein vertragsmäßiger Beitrag von 1484 Mk. 44 Pfg. überwiesen worden. Ter Gesamtbetrag der an die Stiftung feit dem Jahre 1880 ausbezahlten Bonifikationen steigt hiermit auf 22 650 Mt., eine Summe, die für die Kasse bei Erfüllung ihrer Aufgaben bisher von nicht geringer Bedeutung gewesen ist. ’• In Amerika verstorbene Hessen. Frau Anna Maria Koch, geb. Pein, zu Johnston, Pa., 81 Jahre alt, aus Nieder-Bessingen. Georg Neichhold, 68 Jahre alt, zu Pittsburg, Pa., aus Lindheim. Schneidermeister Ehr. Arn hold zu Pittsburg, Pa., 68 Jahre alt, aus Lehrbach. Heinrich Beinhauer zu Evergreen, N.-Y., aus Homberg. Frau Marie Huber Wwe., 77 Jahre alt, zu Arlington, O., aus Lautern. I. Winter, 81 Jahre alt, und Peter Winter, 77 Jahre alt, 2 auS Öbermörlen stammende Brüder, zu Syraeuse, N.-Y. Anna Kath. Ruppert, geb. Thiel, zu Need Eitr), N.-P., 74 Jahre alt, auS Dittershausen. Marie Kohlenberger, zu Cleveland, O., 50 Jahre alt, aus .Semd. △ Steinbach, 3. April. Die Arbeiten an unserer Wasserleitung werden nunmehr wieder ausgenommen/ Da einzelne Teile des OrteS höher liegen als die Quellen, muß das Waffer aus eine Anhöhe gepumpt und von da der Genieinde zugeführt werden. (—) Allertshausen, 3. April. Unsere nach ihrer Vollendung sicher eine Zierde des Ortes bildende Ka- ,elle, die bereits im vergangenen .Herbst im Rohbcar ertig gestellt wurde, wird nunmehr auch in ihrem inneren Ausbau fertig gestellt werden. Die Einweihung soll int Lause des Sommers erfolgen. 4- Nieder-M örlen, 3. April. Zwei Söhne unserer Gemeinde, beide jetzt hochangesehene Bürger der Stadt Sy- racuse, Nordamerika, starben dort innerhalb dreier Stunden am 8. März, und zwar die Brüder John Winter, 81 Jahre alt, und Peter I. Winter, 77 Jahre alt. Ersterer starb infolge einer Herzkrankheit und letzterer an Lungenentzündung. John Winter kam im Jahre 1849 mit Carl Schurz und Anderen, die Deutschland den Rücken kehrten, bezw. wegen Beteiligung an dem badischen Auf st and flüchtig gehen mußten, in dieses Land. Er führte von 50 Jahren ein photographisches Atelier und war ein Künstler in seinem Fache; auch war er ein großer Musikkenner und seinerzeit der Leiter des angesehenen Vereins „Liederkranz*. Als am 1. Mai 187 1 die Deutschen in Syraeuse den Sieg der deutschen Waffen, iHer Frankreich feierten, repräsentierte er in dem großen Umzug, der stattfand, Kaiser Wilhelm. Den großen Triumphwagen zogen vier Pferde. Er war der einzige Ueberlebenbc von vier, die jenesmal Kaiser Wilhelm, den Kronprinzen, General Moltke und Bismarck darstellten. Herr Winter sandte eine Photographie deS Triumphwagens an Kaiser Wilhelm und erhielt hierauf am 7. Juli 1871 von deS Kaisers Neffen ein Dankschreideu, auf daS er nicht wenig stolz war. Auch sandte ihm der Kaiser bei dieser Gelegenheit durch den KriegSminister ein Zündnadelgewehr mit Munition. Die XSattin des Herrn John Winter starb im Jahre 1900. Sein jüngerer Bruder, Herr Peter Winter war im Jahre 1829 gleichfalls in Nieder-Mörlen geboren und kam im Jahre 1867 auS seiner Heimat nach Syraeuse, woselbst er die ganze Zeit wohnte. Peter Winter war Katholik und fein Bruder Protestant. § Vom hohen Wo g eis b erge, 2. April. Mit Eröffnung der neuen Nebenbahnlinre Gedern—Grebenhain; glaubte man für die Dörfer H-artrnannshain, Herchenhain und Volkartshain auch einen besseren Po st verkehr zu bekommen, indem man es schon feit längerer Zeit für selbstverständlich hielt, daß Hartmannshain eine Agentur erhalte und die angeführten Nachbarorte ihr zu-i geteilt würden. Es scheint jedoch beim Alten zu bleiben. So gehen z. B. Pakete mit der Bahn pn Hartmannshain vorbei und die Landbriefträger müssen die Sachen nach wie vor von Grebenhain 2 Stunden und weiter schleppen, was int Winter bei hohem Schnee, tote gerade tm verflossenen, nicht sehr angenehm für die Leute ist. Man hat das volle Vertrauen zur Postbehörde, daß sie diesen Miß^ stand prüft und den sehr berechtigte nWünschen mehrere; Dörfer baldigst Rechnung trägt Wetzlar, 2. April. Eine Versammlung der Seifen- fabrikanten des Sieg-, Lahn- und Dillgebietes hat gestern nachmittag hier stattgefunden. Die eingehende Besprechung der Teilnehmer führte, wie wir hören, zu einem einmütigen Beschlüsse dahingestend, daß es in Anbetracht der schwierigen Geschäftslage unbedingt geboten erscheine, die Preise der Seifenfabrikate in angemeffener Weise zu erhöhen. (Wetzl. Anz.) Gießener Strafkammer. )( (Sie ß en, 3. April. Die Strafkammer verhandelte gegen den 14jährigenKauf- mannslehrling E. R. hier, wegen tätlicher Beleidigung einer Frau. Vor dem Schöffengericht war feine Freisprechung erfolgt, da man die alleinigen Angaben der verletzten Frau nicht für ausreichend hielt, um ein verurteilendes Erkenntnis darauf zu gründen. Die Verletzte, welche als Nebenklägerin auftrat, focht oas Urteil an und schilderte den Vorfall so eingehend unb glaubhaft, daß das Berufungsgericht keinen Ztveifel mehr an der schuld des Angeklagten halte. Nach ihren Angaben hat der Junge einen unsittlichen Angriff auf sie unternommen, nachdem er früher schon eine höchst unanständige Aeußerung ihr gegenüber getan hatte. Das Gericht faßte die Sache nicht so schwer auf unb bezeichnete die Tat als einen unbesonnenen D u m m e n jungenstreich, der mit einer Geldstrafe von 15 Mark als genügend gesühnt zu erachten sei. Ter Verletzten wurde die Befugnis zuge- Iprochen, die Verurteilung auf Kosten des Angeklagten im Gießener Anzeiger zu veröffenlichen. Der Maurer W. G. aus Nreder-Ohmen wurde durch das Schöffengericht Grünberg wegen Körperverletzung zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach denKeststellungen der erste» Instanz hat er ferne Frau ohne Veranlassung gewürgt, sie gegen eine Fensterscheibe gestoßen, daß diese zertrümmerte und sie dann zu Boden geworfen und mit Tritten traktiert; in gleicher Werfe habe er auch mit feiner Schwiegermutter verfahren, jo daß beide ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Er wurde als ein Mensch geschildert, der seine Familie vernachlässigt und vor dem sich seine Kinder fürchten, da er stets-betrunken nach Hause tarne. Er focht das Urteil an unb wies nach, daß der Vorfall von seiner Schwiegermutter am Schöffengericht sehr aufgebauscht worden war. Er wurde als arbeitsamer, nüchterner Mensch geschildert, dessen unglückseligen häuslichen Verhältniffe auf das Verhalten seiner Schwiegermutter zurückzuführen sind. Tie Frau mußte selbst zu- geben, die Veranlassung zu dem in Frage stehenden Streit gegeben zu haben, woraus er sie gegen ein Fenster stieß und auch dis Schwiegermutter ettvas unsanft beiseite schob, was er beides zu- gab. Tas Urteil des Schöffengerichts wurde aufgehoben und auf äO Mark Geldstrafe erkannt. Em rückfälliger Dieb, der kürzlich aus dem Zuchtbaus entlassene Arbeiter H. F. aus SBippen häufen hat seiner St oft- geberin, einer hiesigen Witwe, eine Taschenuhr entwendet, wofür er mit zrvetJahren Zuchth aus bedacht rourbe, worauf mit Rücksicht auf sein Geständnis vier Wochen Unterfudnmgsha’t angerechnet werden. Fünfjähriger Ehrverlust und Polizetaussicht wurden auch für angezeigt erachtet. Ebenfalls wegen NückfallsLiebstahl erhielt der Knecht A. H. von Unter-Hambach ein Jahr sechs Monate Zuchthaus mit fünfjährigem Ehrverlust und Polizeiaufsicht. Er hat zu Rockende r g einem Mitknecht das Portemonnaie mit 6.50 Mk. Inhalt roeggenommen. Das Geständnis berücksichtigend, wurde auch ihm die Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Teppiche 02328 Ü ■■ o L 0 VII. Kesstsch-Zhüringische Staatslotterie 3. Xpril 1900. (Ohne Gewähr.) Ziehung V. Ittasse. 5001 11 94 109 283 354 400 52 56 575 634 56 67 728 943 6007 69 74 223 90 306 14 468 543 92 668 90 786 [250J 861 87 954 57 7081 168 verkauf aus und erlasse, solange 60 83 436 37 729 813 96 973 96 14036 87 65 132 440 55 97 81 90 721 97 L JC 3.60 15098 164 65 202 988 75 16055 95 151 201 63 309 59 76 461 k 2.60 a» 834 Steter Tropfen HM den Stein ' A^l k V cg 61 92 241 461 584 768 63 >7 85 90 423 26 542 96 97 696 847 473 89 575 613 85 Seltersweg 12. Seltersweg 12 8 29 79 97 99 238 52 86 90 369 76 409 27 34 506 65 666 709 14 40 71 103 914 23 70 54010 [250] 14 82 127 62 75 319 417 75 584 607 21 26 34 71 452 518 26 38 745 67 888 930 02299 87 802 20 58 63 89 67088 98 106 32 68 78 281 344 45 96 446 17 21 29 55 93 906 68019 27 31 96 101 70 205 49 60 66 70 705 41 800 255 76 1250] 90 304 36 84 801 23 28 925 76 96 ft 44 92 95 608 16 57 G ItubruinftraBC 4. 1437 M. Elias. 88' 76 86 601 78 715 808 19 60 73 76 (300) 566 600 723 55 66 348 460 600 57 64 92 347 92 543 93 679 87 88 15 25 37 41 58 101 97 200 5 36 65 74 322 437 38 96035 554 614 16 24 46 98 810 28 56 73 (25000) a’lA 102 59 6> 244 99 325 51 97 Bahnhofstraste 44. Bahnhofstraße 44. 787 9A 568 75 82 237 653 94 811 35 916 41011 [250] 20 43 953 89 94 42017 58 225 340 91039 60 86 105 31 206 817 70 904 53 92009 20 80fi 479 50 91 916 73 709 28 70 78 60 501 16 40 937 8011 84 174 80 43 97 804 852 643 310 615 704 402 357 5 834 923 97 73 93 511 601 722 89 40 504 405 55 14 428 54 737 50 78 75 83 846 83 88 520 37 620 39 46 47 718 812 47 706 869 76 [5000] 85 712 2.- 0.50 1.— 0.60 0.05 0.15 0.60 42 56 66 912 9017 998 18009 52 120 31 84 93 321 413 514 619 37 735 62 83 88 814 53 985 19018 38 98 257 62 96 319 61 82 465 522 [250] 71 631 43 96 777 *3 ft 5* z Ä 65031 61 241 63 368 445 57 521 36 634 760 98 813 91 «6062 64 78 155 58 222 24 39 315 71 83 490 97 601 9 at 4. se 9 ns 9 w S 36 619 25 [250] 51 700 41 511 75 [250 83 603 Jas Stritten und Anstrtckes von Strümpfen wird gut u. billig besorgt. Frau Johanna Fritsch, 70052 57 110 631 [250] 65 736 52 98 427 70 81 98 535 41 52 [250] 67 81 88 [250] 925 64 87 95 20011 45 65 114 50 203 4 44 83 855 412 15 83 547 629 79 764 926 81 21110 12 91 219 48 320 56 69 443 45 90 784 866 69 906 61 65 512 87 677 739 6-i 95015 79 122 23i 43106 60 63 69 213 15 [300] 33 77 94 96 321 17 90 801 [250] 945 55 44067 119 82 203 56 700 21 58 60 858 68 910 17 22 33 39 45064 67 71 96 111 28 51 86 222 54 65 915 1 2026 54 67 145 73 224 79 80 87 94 320 28 406 4G0] 43 68 88 [250] 90 707 60 98 826 39 93 930 32 130-5 79 138 81 [250] 810 47 928 36 350 421 78 600 931 ,250] 526 686 700 66 98 803 60 932 70 74 93 856 91 932 72195 276 391 95 23 89 54 86 628 763 77 884 936 79 24009 66 [250] 76 146 49 63 252 53 510 [250] 654 67 763 69 849 62 71 96 973 25039 50 110 222 397 546 730 55 814 70 911 78 85 26031 112 29 64 91 95 230 323 459 60 506 29 660 93 727 33 815 70 85 932 75 68 27101 34 63 76 92 95 212 845 51 [400] 86 432 502 81 59 78 602 27 701 21 39 55 87 850 964 87 28075 152 64 200 11 32 306 40 41 46 419 36 660 65 723 78 79 [250] 848 54 68 905 81 29020 84 114 46 89 239 398 445 61 543 732 47 802 34 84 940 30084 115 25 26 30 207 43 49 93 98 305 404 28 59 63 [250] 84 94 98 641 738 73 92 812 57 918 19 56 87 31004 8 56 69 102 11 57 83 339 4.2 [250] 45 58 95 486 553 602 74 750 75 845 47 52 76 902 43 96 32016 84 177 83 216 86 316 28 40 [300] 63 405 13 79 594 610 80 89 714 77 816 66 928 46 59 67 33003 15 50 66 86 100 17 85 49 57 62 276 385 467 503 69 642 778 807 90 [250] 919 53 96 34003 163 [1000] 341 64 456 80 526 54 682 729 32 85 802 944 [400 u. S. Pr. 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Bcssert-Nettelbeck Ludwig Nenenhagen, Laudgericiitsrat Dr. Willy Günther, Rechtsanwalt uud Notar Carl Hasshoff [DV, sagen wir allen, insbesondere Herrn StiftSdechant Slingelhöfer für die trostreiche Grabrede, sowie auch für die vielen Blumen» spenden auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. 2171 Die trauernden Familien Lotz MÜ Zimmermann Wemtikel empfiehlt in größter Auswahl als Chotolade-Hasen und -Eier Zucker-Hasen uud -Eier Marzipan, Eartonage, Biskuithasen und Eer, gesAlte Äörbchen usw u|tt). Ludwig Döll, Marktstr. 32 Konditorei, Chokolade- und g1 Zuckerwarcn-Fabrikalion. Z ^chuhwaren. Empfehle zur FrühjahrSsarson mein reichhaltige- Lager in allen Schu en und Stiefeln zu stauueud dilligeu Preisen. fK“ Bei Barzahlung 10 Prezenl Rabatt. Nud In Maccaroui p.Psd. 25, 40, 50 H Gemüse-Rudclu „ 25, 30 Hausmacher Eicr-Nudelu p.Psd. 40, 50, 60 alles vorzügl. Qualitäten bei L. Steinhäuser 17 Neuen Baue 17 [21M Biegen Äu'gabe LS,, •» m a in. 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