Nr. 12« Donnerstag 31. Mat 1906 zweites Matt Gießener Anzeiger 15«. Jahrgang Rotationsdruck und Verlag der VrühlNckmi UntverfitätSdruckeret. 8L Sange, Steden. Redaktion, Expedition «.Druckerei: kchulstr.L, Tel. Nr. 5L Leiegr.-Adr. r Anzeiger Gieße». Lrlchetnt «glich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener ZamMendlSttrr" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Ehesfische tanöwlrf* erscheint monatlich einmal. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Sie MainKanallsteruug. Das preuß. Abgeordnetenhaus hat am Mittwoch in seiner letzten Sitzung vor den Pfingstfcrien den Staaten- vertrag mit Bayern und Hessen wegen dec Main- Kanalisierung und die Frage der Schiffahrtsabgaben wieder zur Erörterung gestellt. Der Staatsvertrag wurde schließlich angenommen. (Vgl. den heutigen Bericht über die Sitzung.) Aber man hat zugleich die traurige Erfahrung gemacht, daß die preuß. Regierung ostelbischen Einflüssen ganz unterworfen ist und sich keineswegs mehr zu jenen Maximen bekennt, aus denen heraus man einst den Mittellandkanal schaffen wollte, ja daß man in Berlin gegen eine Verbilligung des Frachtverkehrs durch gute Schifffahrtsoerbindungen arbeitet. In Südbayern, wo durch die Mainkanalisation der Weg nach dem Rhein freigemacht wird, war der Jubel anfangs nicht gering und leider ist jetzt viel Wasser in den Begeisterungswein geschüttet worden. Einst scheiterten die Verhandlungen daran, daß Preußen gewiße Verpflichtungen in Bezug auf den Frachtverkehr der im Kanalisationsgebiet liegenden Hauptbahnlinie verlangte. Diese Forderung allerdings hat man preußischerseits jetzt fallen lasten, aber man hat eine andere gestellt und leider auch durchgebracht. Bayern und Hesten haben sich verpflichten müssen, sich mit Preußen in Bezug auf die Schiffahrts- ab gaben ins Benehmen zu setzen, d. h. sie sind die Bedingung eingegangen, die gleichen Wasterstraßenabgaben zu erheben, die Preußen nach einem Beschluß der preußischen Abgeordnetenkammer und des Herrenhauses zu erheben berechtigt ist. Das war der Preis der Verständigung. lieber die Höhe dieser Schiffahrtsabgaben ist man z-ur- fteit noch völlig im Unklaren, es muß aber betont werden, daß der verkeHrsfein-dliche Zug, der die preuß. Regierung heute aus zeichnet, schon dafür sorgen wird, daß die Abgaben entsprechend hoch angesetzt werden. Einen Schluß auf die Höhe der Abgaben kann man daraus ziehen, daß Preußen im Vertrag ausdrücklich sagt, es werde die zur Kanalisation notwendigen 3 Millionen hinterher durch die Schiffabrtsabgaben decken. Da muß man leider annehmen, daß die erwartete und erhoffte große Verkehrsverbilligung durch die Erschließung dieser Wasserstraße ganz ob£r zum Teile ausblerbt. Die Stromfreiheit war ein altes deutsches Recht, die Aufhebung der Stromfreiheit auf den natürlichen Wasser- straßen, auch wenn diese künstlich schiffbar gemacht werden, bedingt die Aenderung der Reichsverfassung. Es ist daher klar, oaß im Sinne des bestehenden Rechtes und mit Rücksicht auf den Verkehr sehr viele Interessenten sich gegen die Schiffahrtsabgaben aussprechen und ausgesprochen haben. Andererseits freilich muß anerkannt tocrben, daß die Aufwendungen des Staates für die Schiffbarmachung der Ströme auf irgend eine Weise doch auch wieder hereingebracht werden sollten, wenn sich auch gegen diesen Standpunkt ins Feld führen läßt, daß die l^chifsbarmachung im allgemeinen Interesse erfolgt ist, und daß der Staat die Verpflichtung hat, int allgemeinen Interesse zu wirken. Auf alle Fälle aber kann man sich nicht damit einverstanden erklären, daß durch hohe Schiffahrtsabgaben eine Kompensation für den Ausfall an Einnahmen im Eisenbahnverkehr geschaffen wird — die Ausgaben des Staates für die Eisenbahnen stehen in gar keinem Verhältnis zu den Ausgaben für die Schiffbarmachung der Ströme. Ter Wasserverkehr ist zwecklos, wenn er nicht wesentlich billiger ist als der Eisenbahnverkehr. Wird aber von Preuß-en dafür gesorgt, daß der Wasserverkehr von Süddeutschland nach dem Norden durchhoheAbgabenerschwert ivird, dann pfeifen wir, mit Respekt zu sagen, auf die Mainkanalisa-- tion. Dann ist Süddeutschland gar nichts mit der Kanalisation gedient, und die großen Kosten, die es daransetzen ntüßte — Preußen hat sich inbezug auf die Kostentragung sehr knickerig gezeigt — stehen in keinem Verhältnis zu dem effektiven Wert einer neuen V e r k e h r s st r a ß e. Prinz Ludwig von Bayern hat in seiner Erlanger Rede gemeint,man sollte trotzdem dem Staatsvertrag seitens der in Betracht kommenden P a r l a- ment'e nichts in den Weg legen — es wird abaewartet werden müssen, was die inbctracht kommenden süddeutschen Kammern in dieser Richtung für eine Meinung hegen. Man wird von Preußen unter allen Umständen Lauteten dafür verlangen müssen, daß die geforderten Schiffahrtsabgaben, die man leider unbesehen akzeptiert hat, ein erträgliches Höchst m a ß nicht übersteigen. Können diese Lauteten nicht erzielt werden, dann scheint uns das Schicksal des Staatsvertrages in seiner vorliegenden Form recht ungewiß, auch wenn die ostelbischen Junker im preußischen Abgeordnetenhaus ihre gnädige Zustimmung zu dem Vertrag geben. Mögen die Dinge indes gehen, wie sie wollen, das Eine hat sich wieder zur Evidenz gezeigt: von einem v er kehr s fr eun d li che n Geist ist tn der preußischen Regierung nichts zu spüren. Und die Pression, die man aus Süd dieu k s chla n d ausgebüt hat, scheint nicht geeignet, die Liebesbrücke über den Main zu schlagen, die man schon so lange wünschst. preußisches Abgeordnetenhaus. Berlin, 20. Mai. Die allgemeine Rechnung über ben Staatshaushalt für 1902 und die Rechnung der Preußischen Zentral-Genossen- schaftskaste für 1902 wird genehmigt. Es folgt die Beratung des Staatsvertrages zwischen Preußen, Bayern, Baden und Hessen wegen der Kanalisierung des Mains von Offenbach bis Aschaffenburg. Die Kommission beantragt, dem Vertrage die verfastungsmäßige Zustimmung zu geben. Abg. Funck (freis. Vp.) bedauert, daß die Frage der Schiffahrtsabgaben mit dem Vertrage verbunden worden ist. Wenn Schiffahrtsabgaben ein» geführt würden, wünsche er, daß wenigstens nur die Schiffe betroffen werden, die einen Vorteil von der Kanalisierung haben, kleine Schiffe aber freigelassen würden. Abg. von Pappenheim (kons.) ist der Ansicht, daß eine weitere Verbesserung der Wasserstraßen nur möglich sei, wenn man die beschlostene Erhebung der Wasterstraßenabgaben für berechtigt ansehe. Namens seiner Freunde richtet er an die Regierung die Mahnung, daß sie sich auf den beschlostenen § 19 der Kanalvoclage auch bei den Verhandlungen mit dem Auslande stellen möge, sonst könnten seine Freunde in Zukunft für keine Wasterstraßenvorlage mehr stimmen. 2lbg. Brömel (freis. Vg.) wendet sich gegen die Schiffahrtsabgaben. Unter« staatssekretär Holle erklärt, daß Bayern nichts anderes übrig geblieben sei, als in Gemäßheit des § 19 des Kanalgcsetzes der Einführung von Schiffahrtsabgaben auch zuzustimmen. Der § 19 würde dazu führen, daß, wenn die anderen Staaten der Einführung von Schiffahrtsabgaben nicht zustimmen würden, sie Preußen allein einführen müßte. Es bestehe aber die Hoffnung, daß die Verhandlungen günstig verlaufen würden. Geheimrat PeterS begründete die Einführung von Wasterstraßenabgaben vom rechtlichen Standpunkte aus. Abg. Hirsch-Essen (natl.) führt im Namen seiner Freunde aus, daß sie mit der Regelung der Frage der Schiffahrtsabgaben in dem vorliegenden Vertrage einverstanden seien. Damit schließt die Besprechung. DaS Haus stimmt der Vorlage zu. — Die Denkschrift über die Uebernahme der in dem Wasserstraßengesetz vom 1. April 1905 geforderten Verpflichtungen wird durch Kenntnisnahme erledigt nnb dazu eine Resolution deS Abg. Dr. am Zehn hoff (Ztr.) angenommen, worin die Billigung dafür ausgesprochen wird, daß die Ausgaben und Einnahmen deL ganzen Rhem-Weserkanals einheitlich verrechnet werben. Die Beratung deS Entwurfs gegen Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden wird einstimmig von der Tagesordnung abgesetzt. Eine WahlrechtSdcbatte im preußischen Herrenhaus. Berlin, 30. Mai. Nach Erledigung verschiedener Petitionen geht das HauS zur Beratung deS Knappschaftsgesetzes über. . Die Kommission empfiehlt Annahme des Gesetzes in der Fastung des Abgeordnetenhauses. Graf Oppersdorf führt aus, daß im wirtschaftlichen Leben die öffentliche Wahl noch weniger brauchbar sei als im politischen Leben. Auch die ü"istlichen und vaterländischen Arbeiter-Vereine forderten die geheime Wahl. Er meint, daß er das allgemeine gleiche und geheime Wahlrecht für das kommende Wahlrecht auch für Preußen halte. Frhr. v. Manteuffel erklärt, daß Graf Oppersdorf nur für seine Person, nicht für die konservative Fraktion gesprochen habe. DaS Heil Preußens und des Reichs hänge zum guten Teil von der Beibehaltung der öffentlichen Abstimmung in Preußen ab. Graf v. Roon führt aus, daß er die Rede des Grafen v. Oppersdorf mit - steigender Entrüstung gehört habe. Es sei schlimm genug, daß ein Mitglied der konservativen Fraktion hier eine Rede auf das geheime Wahlrecht halte. Handelsmmister Delbrück bittet das Haus, an den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses festzuhalten. Hinsichtlich der christlichen Arbeitervereine müsse er betonen, daß die Art, wie die christlichen Gewerkschaften ihre wirtschaftlichen Ziele verfolgen, sich nicht immer decke mit dem Kaiserhoch, mit dem sie ihre Versammlungen eröffneten und mit dem Hoch auf das Vaterland, mit dem sie die Versammlungen schließen. Die Forderungen müßten so formuliert sein, daß sie sich im Rahmen der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung erfüllen ließen, sodaß man nicht den Verdacht habe, daß hier alles gefordert werde, was die Sozialdemokraten fordern. Der Gesetzentwurf wird darauf in der Fassung des Abgeordnetenl^auseS angenommen.___________________ Deutsches Resch. Berlin, 30. Mai. Kaiser Wilhelm hat den beiden ältesten Söhnen des türkischen Sultans das Großkreuz des Roten Adlerordens verliehen. — Dem Geh. LegationSrat Dr. Ham mann, Vortragendem Rat des auswärtigen Amtes (einstigem Redakteur der linksliberalen „Nordhäuser Ztg.". D. Red.), wurde die königliche Krone zum roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub verliehen. — Der „Reichsanz." veröffentlicht das Gesetz, betr. den Servistarif und die Klasseneinteilung der Orte vom 17. d. Mts. Stettin, 30. Mai. Der Vorstand des Stettiner liberalen Wahlvereins und der Vorstand des Wahlvereins der freisinnigen Volkspartei haben sich, wie verlautet, vereinigt, um den Anstoß zu einem engeren Zusammenschluß aller wirklich liberalen Männer in der Provinz Pommern zu geben. Dresden, 30. Mai. Eine Konferenz im Finanzministerium über die Einführung der Fahrkartensteuer stellte fest, daß es schwer möglich sei, bis zum 1. August sämtliche Stationen mit neuen Fahrkarten zu versorgen. Das gleiche gelte von der sächsisch-böhmischen Dampf schiffahrts- gesellschast. Die sächsische Regierung steht der Fahrkartensteuer sehr unsympathisch gegenüber. (Hoffentlich protestiert sie nebst den süddeutschen Staaten gegen diese unglückliche Steuer im Bundesrat!! D. Red.)________________•_____________________ Auslands Paris, 30. Mai. Der Kabinettsrat beschloß, ein Kriegssch iff nach Tanger zu entsenden, um Genugtuung für die Ermordung des französischen Staatsangehörigen Charbonnier zu erlangen. Charbonnier war ein Beamter bet Algerischen Bank und wurde vor einigen Tagen bei einem Spazierritt am Strande von bisher unbekannten Uebeltätern erschossen. Wien, 80. Mai. Der Kaiser hat heute nachmittag ben SektionSchef im Ackerbauministerium, Max Freiherr v. Beck, mit der Kabinettsbildung betraut, v. Beck übernahm die Aufgabe, ein parlamentarisches Kabinett zu bilden, und verhandelte mit den Abgg. Grafen Dzicbuszycki, Kramarsch und Derschatta. Sein Programm umfaßt die Wa hlref orm und Auseinandersetzung mit Ungarn. Baron v. Beck neigt der klerikalen Partei zu. Er stammt auS einer protestantischen Familie, ist aber zum Katho- lizismuS übergetreten. — Im Polenklub wurde heute unter Hinweis auf verschiedene Artikel in deutschen Zeitschriften, sowie auf die Wirksamkeit deS deutschen Konsuls Spussard in Lemberg und auf ben bevorstehenden Besuch des Deutschen Kaisers in Wien Klage darüber geführt, daß Preußen sich in die inneren Verhältnisse Oesterreichs ein mische und besonders auf polnische Angelegenheiten in Oesterreich und Rußland Einfluß nehme. Ailf Anregung deS Abg. Mala- chowSki, der auch dagegen protestierte, daß Lemberg al8 Zentrum dec polnischen Jntrigue gegen Deutschland hingestellt werde, beauftragt der Polenklub seine Delegierten, in der bevorstehenden Delegationstagung diesen Angelegenheiten besondere Aufmerksamkeit zuzmvenden. Belgrad, 30. Mai. In aller Stille gelang c5 dem Ministerpräsidenten Paschitsch, die Verschwörerfrage im Sinne Englands durch die Pensionierung dec Hauptverschwörer zu tosen. Damit ist die Möglichkeit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit England geschaffen. Die Lösung der Verschwörerfrage, die freilich noch nicht vollkommen ist, macht allenthalben den besten Eindruck. Viel bemerkt wird, daß den pensionierten Offizieren nicht, wie sonst üblich, das Recht zum Tragen der Uniform eingeräumt wurde. In Regierungskreisen erwartet man für die nächste Zeit die Wiederaufnahme der Beziehungen zu England. 1 ■ ■ 1 -"T—— Aus SiaOt uns fcano* Gießen, den 31. Mai. •• Landtagsersatzwahl. Gestern fanden in mehreren Orten des Landtagswahlkreises Wörrstadt Neuwahlen für die ungiltig erklärten Wahlmännerwahlen statt. Sie brachten eine Verschiebung zu Gunsten des bauernbünd- lerisch-antisemltischen früheren Abg. Wolf- Stadecken, für den nunmehr 17 Wahlmänner gezählt werden, während für den freisinnigen Bürgermeister C h rist - Wörrstadt 15 Wahl- niänncr vorhanden sind. Bei der Hauptwahl im November 1905 wurden für Christ 17 und für Wolf 15 Wahlmänner gewählt. ** Personalien. S. K. der Großherzog haben den Techniker Thomas Greb zu Friedberg und den Kulturtechnikeraspiranten Lubw. Reitz aus Freiensteinau zu Kuttur- technikern ernannt. Der Kanzlist bei der Staatsschuldenkaffs Joh. Bisch wurde zum Bureauassistenten ernannt. * * Justizperson alieu. S. K. H. der Großherzog haben den Hypothekenbewahrer b. dem Hypothekenamt Gingen Dr. Friede. Keller zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Bingen, den Hypotherenbewahrer bei dem Hypothekenamt Mainz Gg. Kolb zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz und den Hypothekenbewahrer bei dem Hypotheken-- amt Worms Joh. Georg Jehle zum Amtsrichter bet dem Amtsgericht Worms, ernannt und ihnen den Charakter als „Amtsgerichtsrat" erteilt. * * Le h rerper sonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Friedr. Guyot zu Worfelden, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Leeheim, dem Lehrer Joh. Wachter zu Uffhofen, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Finthen, dem Lehrer Karl Zoller zu Watzenborn-Steinberg, eine Lehrerstelle an der Gemeinde-- schule zu Hausen, (Kreis Gießen.) — Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Stolberg-Wernigerode-^Gedern auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lindheim, präsentirte Lehrer Jak. Hch. Steder daselbst. * • In Audienz empfangen wurden von S. K. H. bem Groß Herzog am Mittwoch u. a. Amtsrichter Vetz- berger von Schotten, sowie die Oberlehrer Balzer und Dreher von Friedberg. " Eine Sitzung bes Provinzialausschusses findet Mittwoch den 6. Juni b. I., norm. 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch des Johann Höxter- mann von Grünberg um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft in Alsfeld. 2. Gesuch des Hermann Alfred Jenichen in Alsfeld um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft. 3. Baugesuch des Hugo und Leopold Rothschild zu Alsfeld. 4. Beschwerde gegen den Beschluß des Gemeinderats zu Vilbel wegen Errichtung einer Gasanstalt. * * Landes Universität. Den Professoren Dr. Elbs und Dr. Kassel sind für ihre Beteiligung an der Weltausstellung von St. Louis Preise zuerkanat worden. ’• Der Gesamtwert des im Groß Herzogtum Hessen geernteten Obstes betrug, obwohl das abgelaufene Jahr nur eine mittelmäßige Ernte aufzuweisen hatte, 3 303 568 Mk. Starkenburg erntete für 1246350 Mk., Oberhessen für 846 036 Mk. (Kreis Gießen 154509 Mark, Kr, Alsfeld 43 084 Mk., Kr. Büdingen 329 572 Mk., Kr. Lauterbach 12450 Mk. und Kr. Schotten 61671 Mk.) und Rheinhessen 1 211182 Mk. * * Das Ende der Landeslotterie. S. K. H. dec Großherzog haben die Beamten der Hess.-Thür. Staatslotterie, Direktor Geh. Finanzrat Dr. Paul Götz, Kassier führt. brik stehenden Artikel übernimmt die Ncdcckl' Frankfurter Korso. 31. Mai, 1.15 Ubr. Reichsanleihe . 99.80 107.30 Berliner Börse, 31. Mai. Anfangskurse. . 218.00 253.50 132.80 »Gieß. Kälber . 159.40 . 142.40 . 237.70 . 87.70 . 160.20 Harpener Bergwerk Lanrahrtte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Tiirkenlose . Berliner Handelsges Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank D iskont.o-Komin andit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . Gotthard bahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn . 25.20 . 128.90 . 145.30 87.85 99.85 87 85 99.15 Canada E. B. . . Darmstädter Bank Deutsche Bank . Dortmunder-Union C Dresdner Bank . Tendenz: fest. 3K70 3% 3147, 3% 3147., 3*7. do. Konsols do. Hessen . . Oberhessen In Nr. 122 d. Zta. vom 26. Mai beklaqt sich ein „Einaesandt" über schlechte Beschafienbeit der M i l ch in der warmen Jahreszeit unter Verdächtipunp von Produzent und Lieferant. Hieraus hat bisher eine praktischere Vertretung nicht reagiert. Der Grund der Mängel wird auch wohl auf Seiten des Einsenders zu suchen sein, da am hiesigen Platze eine allgemeine Beschwerde noch nicht eristierte. Bekanittlich ist peinliche Sauberkeit bei Behandlung der Milch erstes Erfordernis, denn sie ist in gewissen Familien noch bedeutend empfindlicher als diese/ und vorsorgliche Mittel zur Beseitigung der Mängel stehen auch dem Einsender genugsam zur Seite, ohne sofort Beunruhigung in weite Kreise tragen zu müssen. Im Auftrage: Karl Vog c I, Milchhändler, NodHeimer Straße 38. Bezugnehmend auf das Eingesandt in Nr. 122 des Anzeigers betreffs Milch, kann die Ursache des übelen Geruchs zc. nur in unreinem Geschirr ^Milchkanne, Maß oder Tops) oder nachlässiger Behandlung der Milch zu suchen sein. Ich beziehe 12 Jahre von cm und demselben Milchoerkätner die im Haushalt nötige Milch und mir wurde n i e Milch schlecht, da ich auf größte Sauberkeit der für die Milch bestimmten Geschirre halte, und die Milch, sobald sie im Haus ist, so rasch als möglich gekocht tmd zttm Erkalten an frische Luft gestellt wird. Größte Sauberkeit ist bet Milch die Hauptsache und sie darf auch nie mit stark riechenden (säuern, peröueherten) Eßsachen in einem geschlossenen Raum (Eisschrank oder anderen Schrank) stehen, da Milch jeden Geruch als Geschmack amtimmt. Wenn im Haus dieses alles beachtet wird, so liegt es an unreiner Behandlung der ^isch durch den Häitdler und ein Wechsel des Händlers wäre jedenfalls von Vorteil. _Eine für Viele. "" dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.! . 25.00 . 144.40 . 155.10 152.85 134.00 266.00 225.20 163 10 218.00 248.20 128.90 131.00 173.00 142.75 237.60 184.50 185.90 160.30 210.70 Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Lanrahütte...... Nordd. Lloyd..... Oberschles. Eisen-Industrie Der Massenmörder Dittrich ist jetzt eifrig bemüht, sich die Irrenanstalt Herzberge als künftigen Aufenthaltsort zu sichern. Es mehren sich aber die Stimmen, die den angeblich geisteskranken Mörder als ganz raffinierten Simulanten bezeichnen. Man erinnert sich daran, daß sich der Verbrecher wiederholt der Schlauheit und Geschicklichkeit rühmte, mit der er Wahnsinnsanfälle simulieren könne. Seiner Wirtin sagte er, er könne sich so verstellen, daß ihm ganz plötzlich beim Gespräch der Schaum vor den Mund trete. Auch über die Art, wie man sich in Herzberge das Leben angenehmer gestalten könnte, wußte er viel zu erzählen. Er habe nur dann getobt, wenn er es für nützlich hielt. Er habe einmal einen schweren Schrank umgerissen, Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boraussichtttche Witterung in Hessen für Freitag den 1. Juni 1906: Trüb, Regen, erheblich kühler. Zeitweise windig. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Limburg a. d. S., 30. Mai. Fruchtmarkt. Durch- schntttspreise pro Malter. Roter Weizen 16.00 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 13.00, Gerste 00.00 Mk., Hafer 8.77 fDir Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. weil er erfahren hatte, daß man seinem Bruder von einem Besuche bei ihm abgeraten habe. Er hatte auch den Plan, sich als Märchendichter sein Brot zu erwerben. Die in seinem Tagebuche niedergeschriebenen, selbstverfaßten (?) Märchen verraten eine üppige Phantasie. Auch Gedichte hat Dittrich verfaßt, und es dürfte für den Psychologen von Jnteresie fein, die dichterischen Produkte eines so blutdürstigen Mörders kennen zu lernen. Wir bringen deshalb die ersten Strophen eines dieser Gedichte zum Abdruck, das den Titel 100.85 100.90 96.25 105.90 69.40 70.30 91.25 95.35 95.05 145.60 54.00 91.00 70.00 97.90 Aus den weiteren Strophen erfährt man dann, daß es sich um eine Nonne handelt, die aus der Klosterzelle entwichen ist. Dittrich hat außer dem „mystischen Unterseeboot^ und dem „lenkbaren Kinderluftballon" eine ganze Reihe anderer Erfindungen gemacht. So wollte er sich unter anderem ein „Gondelkarussel" patentieren lasten, bei dem die Gondeln in einem Wosterbafsin im Kreise bewegt werden. Te!efonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Eingesandt (Für den Inhalt der rntcr bi fier R Märkte. fc. F r a n k f u r t n. 9)1., 30. Mai. (Orig.-Telegr. des Anz.") V i e h m a r f t. Zum Verkaufe standen 00 00 Schafe und Hämmel, 912 Schweine; 1. Qual. 68—00 Pfg. Lebendgewicht 52.50—00.00 Pf., 2. Qual. 67-00 Pf., Lebendgewicht 52.50 Pfg., 3. Qual. 58—62 Pfg. Kälber 1. Qual. 00-00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendqewicb: 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 00-00 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Geschäft: gut, Ueberstand unbedeutend. „Der Nonnenstein* Es lautet: „Donner rollten, Blitze zuckten Blendend durch die schwarze Nacht, Güsse fallen, Stürme packten Baum und Strauch mit wilder Macht. Aus den sinster'n Wolken schaffen Auf die körperschwere Saat Spitzen Pfeilen gleich die Schloffen Und bedeckten jeden Pfad. Da im Wald' irrt eine Dirne, Keines Zieles sich bewußt, Todesschweigen auf der Stirne, Todesangst in ihrer Brust. Und der Sturm zerwühlt ohn' Ende Ihr das goldgelockte Haar, Und sie schluchzt und ringt die Hände, Jeder Hoffnung quitt und har. Tenn es nagt an ihrem Herzen Sonder Rast ein gift'qer Wurm. Die Gewissensbisse schmerzen Härter als der Wettersturm. 4 % Oesterr. Goldrente. . 476 % Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen III 4^7n russ.Staatsanl. 1905 4%°'„ japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose ... . . 4% Griech. Monopol-Anl. 4 26 äussere Argentinier . 37O Mexikaner . . . . 4%70 Chinesen . . . . Aktie«: Bochum Guss..... Buderus E. W . . . . Tendenz: fest. Handel und Verkehr, Volkswirtschaft. Reichs- und S t ä d t e - A n l e i h e n. An der Dienstagsbörse sind die neuen 3'/2 7»°Anleihen des Reiches und Preußens wieder einmal unter pari gesunken. Die 3 7<>-Reichsanleihe ging um 30 Pf. zurück, während die 3°/o-Konsols nur um 10 Pf. sanken. Gestern notierten Deutsche Reichsauleihe 99,80, Preußische Konsols das gleiche. Das Angebot wird hauptsächlich auf die Rückkehr der Städte zum 4 0/0-2ijpu§ zurückgesührt. An der Berliner Börse verlautete, das Preußen-Konsortium habe beschlossen, sich vorläufig an Submissionen für die Uebernahme an Stadtanleihen mit dem 3V2 "/„-Typus nicht mehr zu beteiligen. Es scheint, daß die Städte sich nun in die einmal gegebenen Verhältnisse fügen. Die Stadt M ü n ch e n hat bekanntlich eine 4 ^-Anleihe akzeptiert. Die Stadt Essen schließt sich nun diesem Vorgehen an und wird ihre neue Anleihe von 12 Mill. Mk. auch mit 4 °/0 Zinsen ausgeben. Die Stadt Dortmund braucht, wie wir jungst schon meldeten, 25—30 Mill. Mk. und es wird ihr ebenfalls nichts anderes übrig bleiben, als den 4 7»-Zinsfuß auzunchmcn. Die "Stadt H a g e u (Westfalen) fordert zur Submission auf eine 3*/,= oder 4°/„°Anleihc auf. Weißensee bei Berlin wird für ihre'neue Anleihe von 20 Mill. Mk. 4 70 bewilligen, hingegen hat die Stadt Köln ein Offertausschreiben gemacht auf 36 Mill. Mk. mit 31/, 70 verzinsbar. Ob ihr die Durchführung in dieser Art gelingt, bleibt abzuwarten. 7'e Seehandlung- soll bereits abgelehnt haben, eine Offerte auf eine 3'/? 7»ige Kölner Stadtanleihe abzugeben. Auch die Stadt Frankfurt a. M. will noch einmal den Versuch mit 31/, °/ machen für ihre neue Anleihe von 12 Mill. Mk. Mrigtuul-Drahtmel-unge«. fc. Offenbach, 31. Mai. Auf dem Bahndamm der Bebraer Strecke wurde in der Nähe der Stadt die Leiche eines unbekannten, etwa 25 Jahre alten Mannes aufgefunden, der überfahren und anscheinend sofort getötet worden ist. Es scheint Selbstmord vnrzuliegen. fc. Bretzenheim a. d. N., 31. Mai. Der 45 Jahre alte Arbeiter Schwieling fiel vom Scheuergerüst in die Tenne. Er erlitt einen Schädelbruch und starb bald danach. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und elf Kinder. fc. Groß-Gerau, 31. Mai. Heute früh wurde zwischen hier und Nauheim der Eisenbahnarbeiter Koeth von einem Güterzug überfahren und tätlich verletzt. Christiania, 31. Mai. Die Bestattung Jbsen's veranlaßte die erste freundliche Annäherung zwischen Schweden und Norwegen. Die schwedischen Universitäten sandten Kränze. Eine Anzahl hervorragender schwedischer Persönlichkeiten treffen in Christiania ein. London, 31. Mai. Der „Standard* bringt eine sensationelle Meldung, wonach in London und Madrid eine a n a r dj i ft i f dj e Verschwörung zur Ermordung des Königs Alfons an seinem Hochzeitstage aufgedeckt sein soll. (??) Anarchisten sollen beabsichtigt haben, nach der Ermordung in Madrid, Barcelona und 16 anderen großen «Stabten Spaniens die Kommune zu proklamieren und eine revolutionäre Negierung einzusetzen. Lausanne, 31. Mai. Der Anarchist Tavella hat in öffentlicher Versammlung in Vevey die Anarchisten auf. gefordert, den Bundespräsidenten Forres bei der Durchreise der Simplongäste in Vevey auf jede Weise zu be. schimpfen, als Protest gegen die Simplon-Feste. Wien, 30. Mai. Der internationale Verband der Akademien der Wissenschaften trat heute unter dem Vorsitz des Präsidenten der Wiener Akademie, Professor Dr. Sueß zusammen. Die Berliner Akademie ist durch die Sekretäre, die Prof. Dr. Waldeyer und Dr. Diels vertreten. Auch die Akademien von Rom, Paris, London, Christiania, Kopenhagen, München und Budapest hatten Vertreter entsandt. Einstimmig wurde beschlossen, das Gesuch der japanischen Akademie in Tokio um Aufnahme in den Verband dem nächsten Kongresse zur Annahme zu empfehlen. Wien, 31. Mai. Aller Voraussicht nach kommt der russische Generalstabschef anläßlich der großen Herbstmanöver in Schlesien, zu denen er vom Kaiser Franz Josef eingeladen wurde, nach Oesterreich. Bei der gestrigen Truppen-Parade ist es aufgefallen, daß der Kaiser die russischen Offi- ziere besonders auSzeichnete. Es wird auch bekannt, daß der Kaiser, als er hörte, daß man in Petersburg in den Besitz sämtlicher österreichischer Uniformen zu gelangen wünschte, sofort eine Niesenkiste mit allen in der Armee vorhandenen Uniformen nach Petersburg senden ließ. Budapest, 31. Mai. Das Abgeordnetenhaus beschloß, die Petitionen mehrerer Munizipien des Kabinetts Fejervary unter Anklage zu stellen, einem Ausschuß zur schleunigen Berichterstattung zu überweisen. RechnungSrat Karl KrauS unter Verleihung des Charakters als Finanzrat, Oberbuchhalter Peter Bitte!, techn. Sekretär Kanzleirat Alex. Pille, den Registrator Joh. Hallstein und den Hilfskassier Reinh. Hülße in den Ruhestand versetzt. Ferner wurden die Bureauassistenten Rich. Eck, Hch. Heußner, Rob. Junge, Gustav Hahn und Eduard MedicuS, die Kanzlisten Aug. Barth, Aug. Decher und Hch. Schröder, die Diener Gg. Adam Bauer und Michae Nebhuth in den Ruhestand versetzt. — Lich, 29. Mai. Gestern fand unter dem Vorsitz des Kreisamtmanns Dr. Merck eine Versammlung des Bahnkomitees für den Bau einer Nebenbahn von Lich nach Grün berg im hiesigen Nathaussaale statt. Nach dem gegenwärtigen Stand der Verhandlungen mit der Firma Lenz & Co. in Berlin sind die Aussichten zur Verwirklichung des Projetts recht günstig. Es bestehe daher begründete Hoffnung, daß der Bahnbau in allernächster Zeit als gesichert angesehen werden kann. Langsdorf, 30. Mai. Heute fand die Schluß- Prüfung der Kreishaushaltungsschule, die ihren letzten Winterkursus hier abgehalten hatte, unter dem Vorsitz des Regierungsrats Dr. Wagner statt. Der Kreisausschuß mit seinen Damen, sowie die Eltern der Schiller batten sich ebenfalls eingefunden, um der Prüfung beizuwohnen. Die Kostprobe mundete vorzüglich. Frisch und mit sicherem Verständnis kamen die Antworten der Schülerinnen und prächtig wußten sie die ersten Verbände bei Unglücksfällen anzulegen, sodaß man seine Freude an dem schönen Können der Jugend hatte. Es herrschte nur eine Stimme des Lobes über die erreichten Resultate. Welche Bedeutung man diesem eminent sozialen Institut, in dessen Einführung für Hessen der Kreis Gießen führend vorangegangen ist, beilegt, bewies die Anwesenheit des Kreisrats Fey und Schulrats Süß-Friedberg. Wie wir hören, ist auch für den Kreis Friedberg die Schaffung einer Kreishaushaltungsschule in Aussicht genommen. (X) Friedberg, 30. Mai. Eine aufregende Szene spielte sich heute nachmittag 4 Uhr am Personenzug Frankfurt-Gießen ab. Als der Zug langsam einfuhr, öffnete eine alte Frau die Tür, um auszusteigen. Dabei stürzte sie von dem Trittbrett herunter auf den nach dem Gleis abschüssigen Bahnsteig. Sie wäre gewiß unter den noch fahrenden Zug geraten, wenn nicht ein Bahnbediensteter rasch herbeigesprungen wäre. Das Publikum geriet in einige Aufregung. Die Frau hielt während der ganzen gefahrvollen Situation krampfhaft ihr leeres Salat- lörbchen in den Händen. — Der Kirch en platz erhält z. Zt. gärtnerische Anlagen. sd. Darmstadt, 31. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Heute nacht um 1 Uhr brach in der Barracke. 39 des Truppenübungsplatzes Darmstadt, die mit Pferden des Hanauer Ulanen-Negiments belegt ist, Großfeuer aus. Das Feuer griff so schnell um sich, daß 26 von den im Stall befindlichen 32 Pferden verbrannten. Das Feuer soll durch einen spät abends zurückkehrenden Krümperfuhrmann entstanden sein. Der Mann wurde verhaftet, ebenso die drei Mann der Stallwache, die geschlafen haben sollen. Der entstandene Schaden beläuft sich auf 25000 Mk. Darmstadt, 30. Mai Wie das Großh. Polizeiamt bekannt macht, ist Dank dem Entgegenkommen der Bürgermeisterei und der Stadtverordneten-Versammlung,' sowie der Großh. Ministerien des Innern und der Finanzen mit Wirkung vom 22. l. Mts. ein erhöhter Sicherheitsdienst in der Waldumgebung der Stadt eingerichtet worden. Der Dienst wird von sieben Forstauf- seheru ausgeübt, welche die Uniform der staatlichen Forstwarte tragen und mit Gewehr und Hirschfänger ausge- rüftet sind. Ihre Aufgabe ist die ständige Beaufsichtigung der die Stadt umgebenden Waldungen unter besonderer Berücksichtigung der von dem Publikum begangenen Spazierwege. h. Frankfurt a. M., '»0. Mai. Herr Arth. Gwin n er in Berlin, ein geborener Frankfurter, hat der Stadti- bibliothek eine Schopenhauersche Bibliothek geschenkt, die Briefe, Handschriften und Bücher Schopen- . Hauers enthält. h- Hanau, 30. Mai. Zum Direktor des hiesigen ; Stadttheaters wurde Qberregisseur St es ft er vom Residenztheater in Hannover ernannt. ** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den 1 Na chbarstaaten. Der Kriegerverein B r a n d o b e r n d o r f ' hält am 8. Juli das Fest seiner Fahnenweihe ab. — In Z.iegenhain begeht am 9. Juni der l a n d w. Kreisverein ! sein 50 jähriges Jubiläum durch ein landw. Fest. — Ter Lahn- 1 Till-Schützenbund hält am 22. Juli sein Haupt-, Gaben- i und Konkurrenzschießen in W e tz l a r - N i e d e r g i r m e s ab. . GkmbkbM pi Gieße« eingetr. Genossenschaft mit nnbeschr. Haftpflicht. Mitgliederstand Ende 1904 ........ 1594 Zugang in 1905 ....... 111 "17Ö5 Abgang: a) durch Aufkündigung.....31 b) durch Tod in 1905 . . 30 » ii in früheren Jahren 11 . 41________72 mithin Bestand Ende 1905 1633 Gießen, den 31. Mai 1906. D3y5 GetVcvbebmrk zu Gießen eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. C. Loos. L. Walther. W. Moeser. SMk-VdZgrschHljel'eniiyAtteil-BM Eingetragene Genossenschaft mit nnbeschr. Haftpfl. Berichtigung der Mitgliederbewegung in 1905. Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1904 134 Während 1905 gingen ab 1 133 Während 1905 gingen zu 2 Daher Stand der Mitglieder Ende 1905 135 Alten-Buseck, den 29. Mai 1906. Ferd. Schwalb, August Th. Krämer, Direktor.3414 ♦R echuer. Sehr daher billig im Gebrauch ist Bestens empfohlen von C31/z August Noll, Drogerie zum roten Krenz, Bahnhofstrasse 51. MAGGI S 3Ian würze nach Wl F7A Geschmack und * " erstbeimAnrichten. Ortskrankenkasse Gießen. Sonntag, den 10. 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