Nr. 256 i Zweites Blatt ©cföetnt ISgfid} mit VuSncchm« deS Sonntags. Die „«Htfitntr $am1llenblättcr“ werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beig-legt. Der »Hesstlch» CanbotTt" erscheint monaUich einmal. 156. Jahrgang Mittwoch 31. Oktober 1806 Rotationsdruck und Verlag der BrÄhlfch« UniversitätSdruckeret. R. Lange, Gtetz«, Redaktion. Expedition u.Druckerei; SchuMr.K. Tel. Nr. 5L Telegr^-Adr. i Anzeiger Stetzar. General-Anzeigef, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen wenn sind Tie über und bieten manches Beherzigenswerte. Wir werden, uns das ganze Werk vorliegt, darauf zurücktommen. *) Verlag von I. F. Lehmann, München. Die preußische Vahlreform. Die Nationalliberalen nnd das Zentrum r. Steinbach, 29. Oft Steinbruchsbesitzer Heinrich Gerhard von hier verkaufte seinen in der hiesigen Gemarkung gelegenen Steinbruch für 2600 Mk. an Pflastermeister (Äörlach aus Krofdorf. Wie verlautet, beabsichtigt der neue Besitzer den Steinbruch mit Maschinenbetrieb einzurichten. — Am Samstag abend spendete die Brauerei Friedel u. Asprion in der Wirtschaft »Zur Post" 200 Liter Bier zur Feier der 60jührigen Bicrabnahme, wobei die Kapelle des Nadfahrervereins zum erstenmale konzertierte. Sparkasserechner I. Gerhard brachte ein Hoch auf die Brauerei rind den Gastwirt aus. w. Reiskirchen, 30. Okt. Am Sonntag hielt hier die Ortsgruppe Reiskirchen des Deutschen Flottenvereins eine Versammlung ab. Nachdem der Vorsitzende, Lehrer Bürstlein-Reiskirchen, die Erschienenen kurz begrüßt hatte, erteilte er Lehrer Buß von Großen- Buscck das Wort. Herr Buß sprach in stündiger, freier Rede über »Die Erstürmung der Tccku-Forts". Begeisterung und Wärme wehte durch seine Worte. Obwohl diese Kämpfe den meisten Zuhörern wohl durch die Zeitungen bekannt waren, so vermochte Herr Buß doch durch eingehende Behandlung em so lebendiges, anschauliches Bild zu geben, daß man bis zum Schlüsse gespannt lauschte. Die Tapferkeit der jungen Jltismannschaft macht der alten, die einst ohne Furcht dem Tode in den Wellen ins Auge sah, alle Ehre und erweckte auch bei manchem „Schwarzseher" der Versammlung lichtere Augenblicke. Wenn in unserer Marine allgemein dieser Geist der Jltismannschaft herrscht, dann können — müssen wir stolz darauf sein. Solche Gedanken ungefähr löste der Vortrag bei den Zuhörenden aus. Kräftig klang darum das Hoch auf die deutsche Flotte. Nachdem noch einige geschäftliche Fragen erledigt waren, schloß der Vorsitzende die Versammlung, indem er ermahnte, trotz des WiderltrciteS der Verhältnisse im bürgerlichen und der ver- chiedenen Parteistellung im politischen Leben doch allezeit für des gemeinsamen Vaterlandes Größe einzutrelcn, besonders für die deiitsche Flotte. Zur Hebung der Gemütlichkeit fanden sich aus der Versammlung bald einige siimm- und sangbegabte Männer ziisammen und trugen einige vierstimmige Chöre vor. Die nächste Versammlung findet auf Anregung des prakt. ArzteS Dr. Gengnagel in Großen- Buseck statt. X biod heim, 30, Okt. Dem Wunsche von Fe llings- hausen, Crumbach und Frankenbach nach einer Telephon Verbindung mit Rodheim und somit auch mit Gießen ist endlich entsprochen worden. In dankenswerter Weise hatte der Gießener Stadto. Gabriel die vorbereitenden Schritte in dieser Angelegenheit unternommen. Die Postbehörde verlangte von den Gemeinden 40 Proz. der Anlagekosten der Fernsprechleitung. Einer gleichfalls damals angeregten Verbindung über Bieber nach der Oberförsterei Struppach, den Forslhäusern und Königsberg konnte bis jetzt noch nicht stattgegeben werden. Inzwischen hat Königsberg Telephonaipchluß über Hohensolms nach Wetzlar gesucht welches Projekt aber gleichfalls bis jetzt noch nicht zur Ausführung gebracht werden konnte. Ans Stadt nnd Land. Gießen, 31. Okt. 1906. - Die nächste Schwurgerichtstagung der Pro- vinz Oberhessen beginnt am Montag, 3. Dezember, vormittags 91/, Uhr unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Schmidt. ” Vorgeschichtliche Wohnstätten. Beim Abheben des Sandes in der städtischen Sandgrube, Distrikt Hochwart, stießen die Arbeiter auf eine trichterförmige Erdgrube, die mit Brandresten, Gefäßscherben und Knochen reichlich durchsetzt war. Der Boden dieser Wohnstätte zeigte eine sorgfältig verstrichene, durch Feuer gehärtete Lehmschicht. Die größeren Tierknochen ivaren wohl zur Markgewinnung zerschlagen. Vier Gefäße konnten ans den Scherben zusammengesetzt und der vorgeschichtlichen Abteilung unseres Museums einverleibt werden. Die Anlage stammt etwa aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert. *• Dec Hauptmann von Köpenick, so wird uns aus einem oberhessischen Orte geschrieben, erinnert den Schreiber dieses auch an ein Gaunerstück, das vor noch nicht lauger in Streit geraten über das Vahlrecht in Preußen. „Germania" hatte aus einem Aüikcl der „Köln. Ztg." die nalionalliberale Partei den Latz angeführt: Die Partei politische Tagesschau. „Kaiser Wilhelm II. nnd die Byzantiner"" ist der Titel eines Werkes des Grafen E. Reventlow, von dem jetzt die ersten Aushängebogen versandt werden.') Inhalt imd Tendenz der Schrift geht auS dem Titel hervor. Dec Verfasser wendet sich zunächst gegen die Ueberschätzung und oft einseitige Behandlung ausländischer Urteile über den Kaiser. Das nächste Kapitel lautet: „Die Presse und die Byzantiner" und richtet sich scharf gegen Blätter im Stile des »^erl. Lokalanzeigers', deren „Inhalt bewußt auf die aller- niedrigsten Instinkte des Publikums, auf daS ApplauSbcbürf- nis und den Bedientensinn zugeschnittcn ist." In einem aus- ft'chrlichen 'Abschnitt werden „die Eigenschaften deS Kaisers" und im nächsten „das Gottesgnadentuin" behandelt. Die Ausführungen sind überwiegend kritisch, aber, wie bei dem Verfasser selbstverständlich, in der gebührenden Form gehalten sei nicht dafür verantwortlich, dcß die preußische Regierung daS Wahlrecht nicht verbessert Haie, und daran die Frage geknüpft: „Was mag sie denn, aber für die Reform getan haben?" Darauf erwidert die Mt.-Ztg." mit der Gegenfrage: „Möchte die „(Sermania4 jnS nicht vorher verraten, was daS Zentrum für eine preußscfe Wahlreform getan hat; das Zentrum, mit dem sich die itttionalliberale Partei auch mcht entfernt mehr au Einfluß >ei der Regierung messen kann, und daS die Macht hätte, die Reform zu erzwingen, wenn eS ernstlich wollte?" Der „Fränk. Kurier' rät nun beiden Parteien, sich mit den Fresinnigen zusammen- zutun, um endlich an einer wcklichen Umgestaltung mit allem Ernst zu arbeiten. Wenn die Regierung in jedem Jahre einen entschiedenen Beschluß des Abgeordnetenhauses vorgelegt erhielte, würde sie schlielich nachgeben müssen; freilich dürfte er nicht, wie Frhr. , Zedlitz neulich wollte, an die Bedingung einer Abändernn des ReichStagSwahl- rechtcS geknüpft sein. Für die nächst, preußischen Landtagswahlen in zwei Jahren gibt es wah ich keine bessere Wahlparole für alle nicht konservativen Prteien als die Wahlrechtsänderung in Preußen. Ausland und deutsche ondS. ^Berlin, 30. Okt. In Börsenkreisen erzählt man sich,die von englischer Seite letzthin ausgeführten umfanceichen Käufe an deutschen StaatSpapicren — Rensanlcihe und KonsolS — seien in Wirklichkeit für franzsische Rechnung erfolgt. Wenn das zutrifft, bann sprichdas für eine nichts weniger als kriegerische Stimmng jenseits der Vogesen, denn man erwirbt doch wo', schwerlich Schuldverschreibungen einer Nation, mit der ian in nicht ferner Zeit die Klinge zu kreuzen sich vorbereite Im übrigen wäre es ja erfreulich, wenn das Ausland, ntj e§ nun England oder Frankreich sein, so bedeutende Beirre deutscher Fonds zur Kapicalsanlage erwürbe. Der heimisa Anleihemarkt erführe dadurch eine wesentliche Entlastung. ES läßt sich indessen der Gedanke nicht abweisen, daß >ei diesen Käufen internationale Arbitrageure die Hand im piel haben, daß infolgedessen eines Tages entsprechend deutende Beträge deutscher Fonds an den deutschen Börsenpim Verkauf angemeldet werden können. Bei einem rartigen Mitbe- ftimmungsrecht ausländischer Spekulanten c den Kursen der deutschen Fonds könnte die Stetigkeit der Ztierungen leiden. Parlamentarisches ans »essen. R. V. Darmstadt, 30. Ctt. Der Soner aus schuß für die Verwaltungsgesetzrevis.n hielt heute zum erficmnal eine gemeinsame Beratun mit den Vertretern der Negierung ab, als welche Mistertalprüsident Mr nun und die Ministerialräte Dr. Befund Usinger erschienen waren. Es wurde zunächst einerllgemeine Er- vrterung über die Frage der Zweckmäßigkeittrier Errichtung besonderer Stadtkreise ii§e)'fcn abgehalten. Man glaubt seit langer Zeit vechiedentlich die Beobachtung gemacht zu haben, daß die urc^ichartige Zu- sammensetzung einer Anzahl Kreise, z. B. ausner größeren Stadt und einer Reihe Landgemeinden, zuillerlei Miß- Helligkeiten Veranlassung gegeben habe insirn, als bei verhältnismäßig wenig ländlichen Gerneindenas städtische Interesse oder bei einer größeren Anzahl l dlicher Vertreter das Interesse des Landes zu stark iiten .Vordem gründ trat. Dem könnte,'so meint man, a einfachsten durch die Absonderung größerer Städte zu einen Zkreisen xesp. Ausschließung der Städte aus ländlicheD:cisen ab- geholsen werben, Im Ausschuß wurde das Fi und Wider einer solchen Trennung, die möglicherweise et nicht unerhebliche Vermehrung unserer jetzigen 18 Kre im Groß- Herzogtum zur Folge haben würde, sehr eingeha erwogen, von der Fassung befHmmter Beschlüsse darübeiedoch vorerst Abstand genommen. Später begann im Aschuß die gemeinsame Beratung über den Gesetzentwurf,; Landgemeindeordnung betreffend, Wen irtsetzung morgen erfolgt. Am Donnerstag ist des katholien Feiertags wegen keine Sitzung. Dem heute früh so völlig unerwartet infolge res Herzschlags aus dem Leben abberufenen Lcmdtagsalordneten Heinrich M üll er-Darmstadt widmete in deheutigen Sitzung des Sonderausschusses für die Verwaltgsgefetz- revision Präsident Haas einen herzlichen Nauf. Der im Alter von ü7. fahren DMugesMdeNtz gehe zwar Breslau, 30. Okt. In der Generalversammlung der KönigS- und, Laurahutte autzerte Generaldirektor Hilger in seinem Ge- Ichaftsbericht über die Arbeiterangelegenheiten: Man stehe in Oberschlesicn im Zeichen des A r b e i t c r m a n g c l s und der A r b e i t e r b e w e a u n a. Auf den Gruben der Gesellschaft fehlten etwa.000 bis 800 Mann. Unter den oberschlcs. Arbeitern sei Unzufriedenheit mcht in besonderem Maße in die Erscheinung getreten; cs werde aber an den Arbeitern von allen Seiten per um gehegt. Die Sozialdemokraten, die Gcwerkvereine und die Politochen Organisationen lassen den Arbeiter nicht zur Ruhe kommen. Die Arbeiter der Gesellschaft hätten keinen Grund zur Beschwerde. Der Arbeitgeber müsse seinem Arbeiter gegenüber stets ein gutes Gewissen haben und dürfe sich niemals in die Lage bringen, sich durch Forderungen oder gar Drohungen irgend etwas abtrotzen zu lassen. Dringe er sich in die Lage, ftgcnd- welchen Forderungen oder Drohungen nachgeben zu müssen, so sei dies cm Zeichen, daß er nicht richtig gewirtschaftet hat. Wir haben unseren Arbeitern gegenüber ein gutes Gewissen, und brauchen, weim es zu Schwierigkeiten mit den Arbeitern kommen sollte, ankerner Stelle irgend etwas nachzugeben. Die Vohe der L öh n e, crllärte der Generaldirektor weiter, sei trotz der gestiegenen Fleischpreise durchaus ausreichend. Sie hatte bie der Hochkonjunktur deS Jahres 1901 bereits übcv- Ritten und sei noch fortwährend im ^Steigen begriffen. Die Gesellicyast habe die Löhne fortwährend nach oben reguliert und ichon^ vor Wochen, lange bevor die jetzige Bergarbeiterdcwegung emgesetzt habe, Lohnregulierungen vorgeiwmmen. Was die Le- bensm rttelpreise anbetreffe, so sei scstzustellen, daß die 6'lerschprerse eine erhebliche Steigerung erfahren hauen, aber Die Presse für die übrigen Hauptlebensmittel sich Nicht wesenllich geändert hätten. Was die gegenwärtige Berg- arbelterbewegung anbetreffe, so habe er, der Generaldirektor, dw>e von Anfang an nicht für eine Lohnbewegung sondern l e di g- 11 a, für eine Machtfrage gehalten. In Oberschlesien stehe man aus dem >standpunkte, die Arbeiterfragen lediglich mit den Hattern zu verhmideln und man lasse sich insbesondere mit chückstcht darauf, daß die Arbeiter in den Arbeiterausschüssen, die gesetzlich eingerichtet sind, Vertretungen hatten, auf Verhandlungen mit den Arbeiterorganisationen nich t ent. Eine Lohnerhöhung betrage für jedes Prozent 194 700 Z-arr; sie wurden asio emen Mehraufwand an Lohn von 920 300 Wrl erfordern, mithin % vom Reingewinn des letzten Geschäftslahres. Eine solche Lohnerhöhung sei unmöglich. Sollten die Arbeiter aber doch mit Forderungen kommen, so sei die Gesell- Ichast mit gutem Gewissen in der Lage, ihre Forderungen ab z ulehneu. Sollten weitere ^Preiserhöhungen im Kohlen- und Eiienmarkte eintreten, so würden die Löhne dann eine weiter steigende Riastung behalten und den Arbettern ein Teil von der guten Kvniunktur weiterhin zuteil werden. Was die Aussick^en für die nächste Zukunft betreffe, so sehtz es nicht so aus, als ob es m Oberichlesien zu einem allgemeinen Generalstreik kommen sollte; indeffen Ueberraschungen seien nicht ausgeschlossen. r. Harbach, 29. Okt. Hier findet im Laufe des kommenden Monats die B ürge rm ei sl e xwah l statt. X Butzbach, 30. Okt. Der vor zwei Jahren be- Zellenflügel am Großh. LandeZzuchthaus Marien>chlotz ist biS zum nächsten Frühjahr beziehbar. Durch dic V-rgwv-rung dieser Stnftatt und den hierdurch bebinnten 3“3l'S von Bccuuten ist die Gemeinde Rockenberg in der Loge recht bald mit dem Neubau e.ner -v-ngeteschen Kirche zu beginnen. Seither n,ußten nämlich die Evangelischen von Rockenberg gemeinsam mit den Sträflingen in . Leipzig,30. Okt. In der heute hier stattgehabten Ver- 'ammlung von Vertretern desmitteldeutschen Braunkohlen- ?°ues wuAe festgestellt, daß die Arbeiter löhne im mitteldeutschen. Braunkohlenbezirk in den letzten Jahren und besonders im lausenden Jahre den Verhältnissen entsprechend gestiegen sind. Man war der lieber Beugung, daß sich die Löhne auch ferner diesen Verhältnissen anpössen werden. Unter Men Umstanden könnten Forderungen, wie sie die westfalischen Ättbeiterverbande aufgestellt haben und die nunmehr von den Arbeiterausschüssen ausgenommen werden sollen, als begründet nicht anerkannt werden. Den berechtigten Mün- lajen der Arbeiterausschüsse würde dagegen Rechnung getragen werden. ' Essen, 30 Okt. Auf eine Anfrage teilte ber öe r g bau! o/mit'. dag die von der Siebener-Kommission in ber am 70- Oktooer gesagten Resolution aufgestellte Behauptung, der Han- delsmmsster Delbrück habe sich beim „Verein für bergbauliche Interessen' wegen deS Bergarbeiter-Artikels in der Wochenrund- der „RoM>. Mlg. Ztg." telegraphisch da^in ensschuldigt, er hatte den Artikel weder veranlaßt noch gut geheißen, vollständig erjunben ist. Mr Handelsminister hat weder in seiner amtlichen Eigenschaft, noch als Privatperson ebensowenig in einem Telegramm als in einer sonsttgen Zuschrift dem Bergbaulichen Verein oder ement seiner Mitglieder gegenüber zu dem Arttkcl Stellung genommen. Weder der Verein noch eines seiner Mitglieder hat ein solches Telegramm ober eine solche Zuschrift auch mcht von irgend einem Beamten im Handelsministerimn erhalten. 1 * Zeit hier vorgekommen ist. Zwei Wirte von zivei nahe beieinander liegenden Dörfern unterhielten sich auch vom Prellen und wie man sich dabei als Wirt in Acht nehmen müßte. Der eine meinte: „Warte, ich werde dir einen schicken, der dich gehörig reinlegen soll", worauf der andere äußerte, daS sei nicht möglich, „wetten wir." ES wurde nun um zehn Flaschen Wein geivettet. Einige Tage später hielt vor dem Gasthaus eine Droschke, ihr entstieg ein feingeklcideter Herr, der von dem Gasthaltcr mit vielen Bücklingen empfangen iviirde. Den Koffer ließ der Wirt sofort durch seinen Knecht auf das Zimmer deS GasteS bringen. Dieser lebte einige Tage herrlich und in Freuden, bis er auf einmal unter Zurücklassen deS Koffers verschwunden ,var. Tags darauf kaiii nun unser anderer Wirt ivieder und fragte nach dem Gast mit dem Zusatz, daß sein Kollege geprellt sei. Dieser erwiderte, er habe ja den Koffer noch hier unb ber Gast käme wieder. Als bann beide gemeinschaftlich den Koffer öffneten, welcher nicht verschlossen war, enthielt er Steine. Heber den Streich wurde noch lange in der Gegend gelacht, umsomehr, als er von einem Schuster verübt worden war, der als loser Schelm in der ganzen Gegend bekannt war. ♦* Unbestellbare Postsendungen. Bei der Ober- Postdirektwn in Darmstadt haben im Jahre 1905 22 308 aus Orten dc§ Großherzogtums Hessen herrührende Postsendungen «.und zwar 4602 Brief-, 17 134 Postkarten und 572 Drucksachen) vernichtet werden müssen, weil sie iueber dem Empfänger, noch dem Abiender hatten zugestellt werden können. Die Zahl bat also gegen das Vorjahr erheblich zugenommen. Unter den Sendungen befanden sich allein 6708 Stück, deren Rückgabe an den Absender lebig lieb deshalb nicht möglich war, weil er sich meber auf, noch in. den Sendungen genannt hatte. Wie viel Unannehmlichkeiten mögen den Empfängern und den Absendern durch die Unanbriuglichkeit der Sendungen erwachsen sein, und wie viel ungerechte Vorwürfe über Unzuverlässigkeit sind gegen die Post- verwalliing und bereit Beamte erhoben worden. kann daher pen Schreibern der Briefe und Postkarten nur immer wieder empfohlen werden, in oder auf den Postsendungen stets den vollen Namen und bie Wohnung des Absenders, sei eS handschrifttich, fei es durch Abdruck eines Stempels, anzugeben, damit ihnen, falls der Empfänger nicht ermittelt wird, die Sendungen zu- rückgegeben werden können. der Kammer erst feit drei Jahren an, hat aber in dieser 3eit eine sehr umfangreiche Tätigkeit entfaltet und be- > onders an den Ausschußveratungen den regsten Anteil genommen. Als Mitglied des vierten (Petitions-) Ans- sihusses war er Referent für mehrere Anträge, betr. die SckMreiorm, und besonderes Verdienft gebührt ihm für bie_ Erstattung eines umfangreichen, sehr sachverständigen Referats, das in Anknüpsiing an die Forderung der Errichtung einer Dampfpumpe bei Ast heim die ganze frrane der Melioration des Ried einer kri^sck^n Betrachtung nnter- jiefit und der Regierung, wie den Jnteressenteil die Durchführung des großen Bodenkultur- resp. Verbesserungs- Projekts angelegentlichst empfiehlt. Bei der Beratung der Berwaltungsgesetzrevision enlloickclte der Tahiiigefchiedene ebenfalls eine sehr eifrige, umsichtige Tätiakett; er war neben den beiden Abgg. Dr. Glüssing und Dr. Frenan zum Referenten für die Städteordnung ausersehen. Von der Bcrgarbciterbewegung. Summe 9 i4) Vermischtes Konununion. rische Predigt. int; darauf kurze Andacht für die Handel 121.00 Prince-Heuii-Eisenbahn . 148.00 235.00 81.60 2 [Dio einzigiygienibch vollkommene, in Anlage und Betrieb billigste HeiMfMasEinHIienhausL ist die verpsevtc Zentral-Luftheizung. In jedes, auch alte Haus leicht e-5 pzubaucn. Prospekte gratis und franko durch Schwaryupt Spiecker &, Co. Naobf., G.m.b.H., Frankfurt a.M.g| (3) 36.50 145.70 125.30 147.20 . 177.70 . 138.70 138 80 238.20 171.00 182.10 156.80 211.70 98.90 99.90 94.65 141.75 124.50 238 50 219.50 155.75 208 75 245.50 125.40 126.50 Harpener Bergwerk Lanrahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . . 209.25 . 245.20 Berliner Handelsges Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Dentsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . kiliaenfest. (Mcnenhcit zur heil. Beichte. Canada E. B. . . Darmstädter Bankl Deutsche Bank ./• Dortmunder-Uniour- Dresdner Bank f. Tendenz: träA- Reichsanleihe do. Konsols do. Hessen . . . Gerichtssaal. Leipzig, 30. Okt. Das Reichsgericht vermars heute die Revision der Schutzmänner Petschak und Wolf, die am 30. Mai 1906 vom Landgericht I Berlin wegen fahrlässigen Ent- 68.90 69.60 88.95 92-40 93.00 Tendenz : zieir :h fest. Hcrliiir 16öree, 31. Oktober. Anfang-sknrse. Iraker Oats ^Ergiebigkeit ist eine Haupt. " Eigenschaft von Quaker Oats; Iber auch überlegene Qualität, Feinheit und Wohlgeschmack unterscheiden die Waare von allen anderen k Haferpräparaten. A (v. Nur inPacketen. S^*/n Oberhessen . 4-o Oesterr. Goldrent«! 97.75 86.20 97.85 8615 97.10 • Politische Brandstiftung. DaS SchulhauS in Wagowo bei Koschtschin ift niedergebrannt. Der Lehrer samt Familie und Schulkinder konnten sich retten. Es i besteht der Verdacht, daß auch dieser Brand von polnischen ' Fanatikern gelegt wurde. • Vom Wolfe angesressen. Em schrecklicher Unfall ereignete sich in der Landwirtschaftlichen Versuchsstation zu Halle a. d. S. Dort befindet sich unter den Tieren, die in Käfigen gehalten werden, auch ein Wolf. Als da? unbeaufsichtigte zweijährige Kind des Eeschirr- führers Wuttig vor dem Käfige des MolfeS spielte, zog das gefräßige Raubtier den ahnungslosen kleinen Knaben mit den Tatzen zu sich an daS Gitter heran. DaS Kind konnte sich nicht aus der fürchterlichen Umklammerung befreien. Tas Tier biß in die Aermchen dcS hilflosen Geschöpfes, und da niemand die entsetzliche Szene bemerkte, fraß das Ungetüm dem Kleinen beide Arme fast vollständig ab. Zu spät erst retteten Erwachsene das wimmernde Kind. Mit dem städtischen Krankenwagen wurde eS in die chirurgische Klinik gefahren. • Erdbebenerschüttern» gen sind auf Sizilien während der letzten Wochen wiederholt wahrgenommen worden, nahmen aber während der letzten Tage an Stärke zu. Mehrere Stöße wurden aus Trabia, Termini und Alta- villa gemeldet. Ein stärkeres Erdbeben wird auch aus Bag- heria und Palermo gemeldet. ES richtete einigen Schaden an. In Trabia und in Termini verließ die Bevölkerung erschreckt ihre Wohnungen. ♦ Kleine Tageschronik. Eine aus 27 Herren bestehende Expedition nntet Führung von Bergführern, entdeckte im Madertal (Mlgänl eine au Großartigkeit unerreichbar dastehende Höhle, welche imposante Grotten, Gallerten nut Wasserfällen und Seen ausweist. — Der 17 lähnge Sohn des Münchener General-Konsicks von Venezuela, Palaews, der unter Mitnahme eines großen Barbetrages nach Italien, Süd-^rraukreich und Norddeutschlaud geflüchtet war, wurde in Hamburg verhaftet, als er sich nach Konstantinopel einschiffen wollte. Auf seine Ergreifung hatten die Eltern 300 Mark Belohnung ausgesetzt. — In Konstanz ist Graf Eberhard Z epp e l r n, der Bruder des Lnfl'chiffers, aestorben. Er war Ehrenpräsident des Vereins für Geschichte des Bodensees und Ehrendoktor der Natur- wisscttschasten. — Der Berliner Kriminalpolizei ist es m der veraangencn Nacht gelungen, im Westen Berlms eme L a st c r - hohle raffiniertester Art aufzuheben. Eine Anzahl von männlichen und weiblichen Personen wurde von den eindringenden Beamten überrascht und teilweise sofort in Haft genommen. A.te Haussuchung förderte eine Neiln von Gegenständen zutage, deren Konstruktion jeden Zweifel über die Vorgänae in dem Quartier ausschließen Ferner wurde eine ganze Menge von pornographischen Bildern beschlagnahmt. — Eine folgenschwere Katastrophe, bei der eine Person den Tod fand, während eme Zwecke schwer krank darniederliegt und bei der auch die übrigen Hausbewohner in großer Gefahr schwebten, hat sich in Berlin ereignet Infolge Ausströmens von Gas erstickte das 30 Mriae Hausmädchen Fathge. wahrend das 28 jährige Hausmädchen Lipke an Gasvergiftung bedenklich darniederliegt. Auch die übrigen Bewohner des Hauses befanden sich in Gefahr das gleiche Schicksal zu teilen. — Der der Bremer Dampfschiffayrtsge,ellschast „Argo" gehörige Dampfer „Hcrmiann", der am 28. Oktober von Antwerpen abgeganaen war, wurde am Abend dieses Tages in der Nabe von East Göwin von einem unbekannten Viermaster in den Grund gebohrt. 23 Mann der Besatzung sind ertrunken. Ein Heizer, der sich an den Wrackteilen festgehalten hatte, wurde vön einem Ostender Fischerboot gerettet. — ^^r englische Dampfer Baron Huntley ging auf hoher See in der Nähe der portugiesischen Mste unter. .14 Matrosen der Mannschaft ertranken. Wo 3% 3^e/0 3% WA, 9(nnt.: Die in Klammern geletzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aul von auswärts nach (Hießen gebrachte Kranke kommen. Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Lanrahütte Telefcniche Kursberichte des Giessener Anzeige^, mitgeteilt von der Bank für ur Industrie, Giessen. . Franltfurir Jlörse. 31. Oktober, 1.15 Uhr. Arbeiterbewegung. Kaiserlautern, 30. Okt. Die Arbeiter der P s ä l z i s ch e n Nähmaschinen- und F a h r r a d l a b r i k vorm. Gebrüder Kanser sind in den Streik getreten. Sie verlangen eme Sohn-1 erhöbung von 10 Proz. Die Direktion bat die Forderung abschlägig beschieden. Die Arbeiter des Eisenwerks Kaiserslautern sind noch im Ausstande. tL .. Amsterdam, 29. Okt. Hier st reifen dm Au s tr ag c r des Sozialistenblattes „Het Volk", vm eme Lohnaufbesserung zu erlangen. Die Dlrektwn lehnte ft>re Forderung ab und benutzt jetzt die kömgl. Poft als treckbrecherin, um das Blatt den Monnenten zu-ustellen. Die streckenden haben vor den Zeitungsbureaus Posten ausgestellt. Die Direktion verteidigt sich gegen die empörten Streikenden mit der Vehaimt- ung, daß die finanziellen Ergebnisse des Unternehmens die Erfüllung der Forderungen unmöglich machen Verviers, 30. Okt. Die von den Arbeitgebern der hiesigen Webeindustrie über ihre Arbeiter verhängte Sperre ist beute mittag aufgehoben worden, nachdem die Delegierten der Arbeitervereinigung und der Vereinigung der Arbeitgeber cm Abkommen unterzeichnet Haben, das die Grundsätze für die Beziehungen der Arbeitgeber zu den Arbeitern festsetzt. Die Arbeit wird am 5. Nov. wieder ausgenommen. ung nicht ausgeschlossen gewesen. Er wurde wegen Körperverletz- Aktie ung und Widerstandes in einheitlichem Zusammentreffen mit Bochum Guss . . i Beleidigung zu einer Gesamtgesängnisftrafe von 9 Monatens Buderus E. W . und 14 Tagen verurteilt. Das Gericht zog zwar die Ange- die im Zuchthaus stehende evangelische Kirche gehen. Da mit dem 1. Oktober 1907 daS Militür-Wachkommando ein» gezogen wird, so findet auch hier noch eine bedeutende Vermehrung der Gefangenaufseher statt. Am 1. Oktober 1907 geht nämlich die militärische Bewachung aller hessischer Strafanstalten ein, in Preußen ist dies schon früher geschehen. Die Bewachung wird Gesangenaufsehern übertragen werden, jedenfalls aber werden besondere Aufseher für den Nachtdienst angenommen, ähnlich wie in den Städten die Nachtschutzleute. ** Kleine Mitteilungen aus H essc n u n ob e n Nachbarstaaten. In Lamvertheim hat der 15iahr,ge Johann Oskar S ch u hmacher beim Spielen mit emem Revolver aus Unvorsichtigkeit seinen 13jährigen Bruder tn den DalS geschossen. Nach 16stünd'gem schwerem Leiden ift der Knabe gc stvrben. — Bürgermeister Aßmann aus Unterlieder* buch wurde wegen Beleidigung zu drei Mo n a t e n ( c = sünguis verurteilt. Aßmann hatte in einem Prozeße über eine Frau ungünstig ausgesagt. Nordd. Lloyd Obeischles. Eisen-Industrie . 170.25 Jurist und Wissenschaft. — Bon einem Arzte wird uns geschrieben: Der Sßezialarzt Dr. M. Saenger in Magdeburg hat der leidenden Menschheit durch Erfindung einer neuen, auf streng wissenschaftlichen Prinzipien beruhenden A r z n e i v e r d a m v f u n a s - Apparates einen wesentlichen Dienst erwiesen. Die bisher üblichen MasserzerftäubunasMethoden CZuhalations-Av parate) sind für dm erfolgreichen (gebrauch unwirksam, weil die mechanisch dem Wasserdamvf beiaemengten Medikamente niemals weiter in den Mund und die Hinteren Nachen Parti en gelangen können, wie zuerst von Dr. Saengc vor mehreren Fahren experimentell gefunden und jüngst von Wiener Forschern durch Nachprüfungen bestätigt wurde. Dort ballt sich die Flüssigkeit zusammen und läuft dem Gesetz der Schwere folgend entweder in die Speiseröhre oder durch den K^Nkopf in die Luftröhre und kann unter Umständen daselbst giftige Erscheinungen und unangenehme Zufälle herorrufen. Durch die Saengcrsckie Erfindung ist diesen Mißerfolgen in der bisherigen Fnhalatwns-Dherapie erfolgreich enb geqengetreten. Zn seinem Apparat wsid das Medikament (Peru- talkum, Menthol. TerpentsVl ober Salschenkieferöll u. a. m. in vollkommen gasförmigem Zustande in die kleinsten Luftröhrenäste getrieben und kann daselbst an deren Wänden seine heilende und schmerzstillende Eigenschaft enthalten. Nützlich wirken diese Einatmungen bei allen katarrhalischen Erkrankungen der tmunasorgane . Schnupfen, akuten Kehlkopfs u ud Luftröhren katarrh, Mandel entzünd ung, Di vhthcrie,Stickhusten: trocknen K e h l- ?oPfs- und Luftröhren katarrh sowie Bronchi a l- Aftbma. Auch bei den chronischen Afsekt'.onen dieser Organe ist die Wirkung eine vortreffliche: sekretionsoeschränkend, schmerzlindernd. somit die Heilung beschleunigend und begünstigend. Daß der Apparat in der Tat die ihm zngeschriebene Arbeit prompt erfüllt, hat Schreiber dieser Zeilen nicht nur am eigenen Körver erfahren, sondern auch bei einer größeren Anzahl anderer Kranken mit Genugtuung konstatiert. Die Aerfte in erster Reihe würden füfi ein großes Verdienst um ihre Klienten erwerben, wemr sie bei Behandlung genannter Krankheiten in erster Reihe sich des Saengerschen Apparates bedienen möchten. Zweifellos bildet derselbe ein neues vorzügliche? Hilfsmittel zur erfolgreichen Beseitigung der akuten und chronischen Erkrankungen der Respi- rationSorgane. trunkenheit und den Umstand, daß er gereizt gewesen fein mag, zu seinen Gunsten in Betracht, doch mußte angesichts' der Gefährlichkeit der Handhabung des Messers, auf eine erhebliche I Strafe erkannt werden. Dasl zur Ausführung der Tat benutzte Messer wurde eingezogen. Der Taglöhner H. Sch. aus M ü nzenberg, hat einen älteren Mann von Butzbach, her sich in einer Wirtschaft ungebührlich betragen hatte, auf dem Heimweg augefallen und mißhandelt. TT.? dieser sich mit seinem Taschenmesser zur Wehr setzte, nahm Sch. ihm dieses ab und schlug damit auf ihn ein, sodaß er zu Boden stürzte. Dem wehrlos Daliegenden versetzte er noch einige Stiche, so daß dieser drei Wochen im Krankenhaus zubringen mußte. Der Angeklagte Ivar geständig, er will jedoch angetrunken gewesen sein, was ihm nicht w'derlegt werden konnte. Das Gericht dikt'erte ilpu wegen schwerer Körperverletzung neun Monate Gefängnis' zu, indem es die seitherige Unbestrast- heit des Angeklagten und den Ilmstand, daß ex Wohl nicht zum Messer gegriffen hätte, wenn d eses nicht vom Verletzten zuerst gebraucht worden wäre, strafmindernd in Betracht zog. Da das Messer dem Verletzten gehörte, mußte von dessen Einziehung abgesehen werden. Ein Hoffnungsvoller. Wegen eines an einem 13 iä langen Mädchen begangenen Sittlichkeitsverbrechens, wurde der 16 jähriae Bergmann H. D. von Altenschlirf zu 10 Tagen Gefängnis Verurteilt. Das Gericht zog den Nmstaud, daß ihm die Sache von dem mißbrauchten K'ind leicht gemacht worden ift, strafmildernd in Betracht. Nach dem Eindruck, den er machte, nahm es an, daß er die zur Erkenntnis der Strafbarkeit seiner Handlung ersorder- liche Einsicht besessen hat. Sandel nni> verkehr, volkswirtsel-aU. Uirchliche Nachrichte«. Aus der Leder-Industrie. Es w^d von der Leder- KbnitacIMe «emeiiibe b-w-gun"naÄ oben V?rstiia°r- TönncrStno, den 1 November, eben»» 8 «hr im Marins- ÖM Sitc6,,tei,e 9'a,t“f n ( ÄÄl) folgten auch die Mlbfelle der -chgeichwächten Prei^ichtung. «atb-lik-ste GScmcinbc Teure ©eifenpreife. Zu der bereits kürzlich mttge- örmcinoc. teilten Steigeriing der Sellenpreise wird uns von maßgebender TQ 111 ro o ch, b e n Bl. D rto b e r 190 6: Seite mitgeteilt:' Der Aufschlag der Seiten ift nicht wie vielfach Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit irrtümlich angenommen wird, durch einen „Sellenrinq" entstanden zur heil. Beichte. b. h. durch eine Vereinigung ber Seifenfabriken, bie den Zweck 1 Donnerstag, bett 1. Jtoüember iuoö: hohen sollte, bie Prelle künstlich resv. willkürlich zu erhöhen, und Nllerh deren Mitglieder verpflichtet mären, die festgesetzten Preise bet hohen Vormittags von 6V. Uhr an: Konventionalstrafen einzuholten. Eine derartige Konvention besteht „ um 7 Uhr: Die er te^heil. Messe, vor itnb tn derselben nicht, vielmehr mußten die Preise erhöht werden, weil sich die Austeilung der heil Seiseninbustrie seit Monaten in einer sehr schlimmen Lage befindet. r um 8 Uhr: Die zr eite heilige Messe. Milüargottes- Die bereits von den Fabrikanten erhöhten Preise entsprechen aber I dienst nit P^dtgt. diirchaus noch nicht ber jetzigen Marktlage, denn trotzdem die , nm 9V, Ubr: Hochunt mft Predigt. Seifeninbnftrie stark beschäftigt ttnb obwohl eine Zunahme des Nachmittags um 3 Uhr: Po usche Predigt. , Seiienverbrauchs zu konstatieren ist, koimten die Sellenpreise bis „ „ 5^/^ Uhr: Nomkranzandacht, mit Segen. _ setzt der Steigerung der Rohprodukte nicht annähernd Folge leisten. „ „ 58/4 Uhr: Prtsi , 1 ' * „ ' . Seit 2lnsaiig dieses Jahres sind Kokosnußöl, Palmkernöl und andere Abgestorbenen. 9?ctte co. 40 Proz. im Preise gestiegen. Kokosnußöl und Palm- Mittwoch nachmittag unt/5 Uhr und abends um 8 Uhr und fern öl, tvelche hauptsächlich zl,r Herstellung von Kernsellen in Be- Doiinerstag vormittag von 6t bis 9 Uhr ist Gelegenheit polnisch trncht kommen, sind so knavv, daß die Oelfabriken bereits jetzt bis zu beichten. | Juni n. Zs. ausverkaust sind. Es fällt den Oellabriken schwer, — - - --- --------- sich nur einigermaßen mit Kernen zu decken, da bie Zufuhr aus i flllvt* I den Inhalt der infer dieser Rubrik stehenden Artikel ÄÄÄÄ SPft « dir -einerlei ob?n Senmmt“6’,. »."©ummi),“ nn bic «üfi? b>'ing"n"° A,ch°rd?m . Beim Wfieten unietto V>wtstrast- fjnn mgn In letzter Seit fonunt bei der Teuerung ber Oele im wesentlichen in Betracht, vielfach die Wahrnehmung irtchen, daß stabtische Arbeiter bemüht daß in neuerer Zeit große Posten, besonders der feineren Sorten sind, durch Schwenken null Spritzen den S ch m utz von den ber Seisenindustrie durch bie Fabrikation der Kunstbutter und Bürgersteigen zu enller-nen. An und iur sich ist dies Verfahren Sneisekette lMargarine, Palmin, Kokosbutter :c.) entzogen werden, ganz vorteilhaft, wdoch sollteman mehr bemüht sein, dem Grund- und wird dies bei den heutigen teuren Fleischpreisen und bent übet dieses so lästigen Schnitzes mehr zu fteitern. fnerher gehört badurch bediuaten Mehrverbrauch genannter Sveiselette in Zukunft vor allem, die Straßen undBurgersteige der nächsten Umgebung in noch höherem Maße geschehen. Neben dieser enormen Preis- der inneren Stadt m emen/mehr menschlichen Zustand zu sehen steigen,ng der Rohniaterialien ist in Berücksichtigung zu ziehen, und so das Einschlepven /er dort lagernden Schmutzmassen zu daß andererseits bas bei der Serienproduktion gewonnene Neben- verhüten, Zu einem solchsi Schinutz- und Schlammlager gehört vrodukt das llllyeerin, welches größtenteils zur Herstellung von u. a. auch der untere Teilder Wilhelm st raße: wahrend der ^nnamit (Netroglncerin) venvandt wird, ganz bedeutend im Preise nördlich gelegene Bürgerstig wegen mehrerer auszusuhrenden Neu- zunickgegangen ist, und dieser Rückgang ' ist selbstverständlich mit bauten ganz gesperrt, ist er südliche bei dem geringsten Regen- einem nicht geringen Ausfall für bie Seifenfabriken verbunden, weiter unpassierbar; anch lt es wer noch Brauch, daß der Schlamm P-enn nun aus den angeführten Gründen bie Sellenprei'e seit mit der Kratze von ben Argersteigen gezogen wirb Daß so be- einigen Wochen etwas gestiegen sinb, so stehen trotzbem bie Werte handelte Trottoirs nur mh schlechter werden, ist selbstverständlich, immer noch hinter den Herstellungskosten zurück und bie Fabriken Hoffentlich genügen biesiZcilen, um unsere Sta^verwaltung zu iverben, wenn auch nicht auf einmal, so doch allmählig bie Preise veranlassen, bie B >"« r g r steige einer gründlichen, n i ch t z n au? diesenige Höhe bringen müssen, die der heutigen Marktlage sparsamen DekieSng zu unterziehen, damit b,e dort entspricht, imb bie ihnen einen nur einigermaßen entsprechenden wohnenden Steuerzahlerbockenen Fußes und ohne Smlammvaoer Rntzen erübriat in die Stadt gelangen kknen; auf elektrisches Licht wollen diese Märkte. I Anwohner gern Verzicht/. E i n e r f u r D i e l e. Berlin, 30. Okt. Die Sperre auf dem städtischen Zentra l - V i e h h o f ist heute aufgehoben und bas Vieh bars nunmehr nicht nur eingesührt, sondern glich vom Viehhos mlsge- führt iverben. Gießener Strafkammer. )( © i e (3 e n, 26. Oktober. Mefferaffalren. Zwischen zwei jungen Leuten von H'attenrod kam esl auf dem Heimweg von einer Wirtschaft, in her sie in Wort- treitigkeiten geraten waren, zu einer Balgerei., Der Polizeidiener trennte die Streitenden und blieb in unmittelbarer Nähe, . leben. Ebe er sichs! versah, war er von dem Tüncher K'. A. p Oesterr. Silberiito Boden gestoßeii und kurz darauf hörte er den Nnf: „Ich biit 4% Unsrar. Goldrente. . gestochen!" Bei seinem Nachsehen fand er den Tüncher L. uu§|4% Italien. Rente .. . einer schwereii Wunde am Oberarm blutend vor. Der Verletzte 13?^ Portugiesen Senl . wurde alsbald zum Arzt gebracht, der mehrere Stiche und auch 135s Portugiesen „ 111 Quetschwunden feftftellte. Infolge des Vlutverliiftes war der Ver-1 4I4°/g russ.StaatsanL-yia letzte mehrmals ohnmächtig geworden und er scksivebte in Lebens-1 414°/« jagan. 8taatsgeibe gefahr. A. über die Tat zur Rede gestellt, berief sich auf sinnlose 4°^ Conv.Türken vol.>03 Trunkenheit. Auch in der Hauptversammlung erklärte er kurz, Tilrkenlose . . . • • 147.40 er wisse von der ganzen Geschichte nichts. Auf Grund der Be- 4 §6 Griech. Monopoun. o-.au weisanfnahme hatte das Gericht keinen Zweifel, daß A. die Tat! 496 Süssere Argenticr . 88 40 ausgeführt hat. Aus den begleitenden Umständen schloß es, daß 3°/0 Mexikaner . . . 67.2b er zwar stark angetrunken war, doch sei seine freie Willensbestimm-! 4)4°/, Chinesen . . . 95.70 weicheulasseus des R a ii b- m ö r d e r S Hennig zu 300 bezw. 100 Mark Geldstrafen veriirlseilt worden waren. WiiMMt UkberM der Tedesfäüe in der Skudt Kießeii 41. Woche. Vom 7. Oktober bis 13. Oktober 1906. Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 linkt. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 15,86 °/06, nach Abzug von 4 Ortsfremden: 8,81 n/o#). Kinder Es starben an: Zusammen: ( Lrwachsene: im vom | Lungenschwindsucht 1 1. Lebensiahr: 1 — 2.—15. Jahr I Eingeklemmter Bruch 1(1) 1 (1) — — Krebs 3(2) 3(2) — Bronchitis 1 »— 1 Lebensscbwäche 1 — 1 — Verbrennung 1 (1) — — 1 (1) 1 unbekannter Ursache 1 — 1 — mit elektrischem Betrieb Löwengasse 3 und 5 Gegründet 1868 Telephon 275 1(1) ■ „ . . ■ s . ^anz aussergewöhnlich billig Günstige Gelegenheit für Brautleute! Günstige Gelegenheit für Brautleute! Bitte um Lefl. Besichtigung meiner e8f Schaufenster Giessener Konzert -Verein IB tfernfprecfier b62 Gegründet 1866 4. Nov. 1906: {Hoflieferant (Jaf. (Dadi, (gießt M » 10. 17. Märe Brauerei Jhrrng, Sich. D19/ Mk. 4.— Mk. 3.50 Mk. 2.— Lik. 2.— 2.50 4.— 2.75 Feuerbüchse neu 12—17 ?. S. Äusziehtessel 20—30 P. 3. billig abzugeben. hvw/, Herborner Pumpenfabrik Herfaiörn 5355 . 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Den Mitgliedern des Akademischen Gesangvereins, sowie des Saalbauvereins werden Mk. 6.— aut die Abonnemeutsprciso gut gebracht. Die Entrichtung des Mitgliedsbeiirages allein berechtigt zum Eintritt in die 3 Kammermusikabende (für Sperrsitz ist ein Zuschlag von Mk. 3.— zu entrichten). v8/10 Die Preise für die Abonnements und die einzelnen Konzerte betragen: 26. „ 3. rebr, u j Größtes Verkaufsfiaas für Caius», cfchmudc» ) und Cederwaren etc, ♦ Damen-Borkalf-Knopf- und Schnürstiefel von 5,80,6,50,7,50,8,50,9,—, 10,— bis!5,—Mk. Dameu-Chevreaux-^uoPf- u. Schnürstiefel „ 5,80, 6,50, 7,50,8,50, 9,—, 10,— , 15,— Damen-WichS., Änopf- und Schnürstiefel ......von 5,—, 6,— bis 7,80 Damcn-Wichs-, Schnur--, Halb- und Äuopf-Schuhe ... , 3,— bis 7,8u 2)U. 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