ttö9o 2*n?*fth. > rUtz 1 mit 4 'fi’p ^iibajvJ; Xi^SS?nl5M2: platten -n^ oil|mob(n J '-LL??'8r 11D ■ mit Platts nel m.;t*6ni,rt6 Trum.,' fuii'rc, ?°LM°rtie^ 1Qtor, 1 g.^^^ntu-r’ S'- P°n» tQI(lauffah 'fmWbt, B und ein’. n/.otl)I' nut *■ Ä%! «rffi8"""» «2 1 haben bei: [D*;; , Bieker, Neid! 5b. Herrmann, ttosweg 33. als mW toi* Ml lelttrt tue cleMlc Montr, icö Wes HOM t MmhaM lüod, E.ÄuMlGA' itt )agl>wM, W, mit ^nsbamn, tthallLMcrTT^ iraüchtcs 4sitzigcs Ml billigst abzugcbm. brachte Wage» in[6 gcnomnifn. ne 11. gcbrauilc Thm- rre Ms aus ÜQjtr. LLs-mer Stimmen Reparieren Polieren tadelloser And* durch lvt‘ ®. AW STw«** »äX* erkstätte, Selters^, Kchla> «■”£ W*!« Nr. 100 Erscheint «glich mit Ausnahme des Sonntags. Tie „Siegener Zamllkrnblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Ter »hessische Landwir'" erscheint monatlich einmal. Zweites Blatt IS«.Jahrgang Giehener Anzeiger Montag 30. April ISO« Rotationsdruck urtb Verlag der Brühl Ich« UniverMätsdruckeret. 81 Lange, ®iefc» Redaktion.Expedition «.Druckerei: Echulstr.^. Tel. Dir. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gieße». General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Kekannlmachrmg. Ter Amtstag der unterzeichneten Behörde fallt am 1. Mai l. Js. aus. Gießen, den 30. April 1906. Großherzogliches Kreisamt OJtcßen. ___Dr. Breidert. 9(ttS Anlaß der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers bleibt das Ortsgericht Gießen Dienstag, den 1. Mai 1906 geschlossen. Gießen, den 30. April 1906. Großh. OrtSgericht (ließen. GroS. Kekannlmachllng. Dieitstag, den 1. Mai laufenden Jahres, vormittags 8—11 Uhu bleibt der Trieb und der Philosophenwald für das Publikum und den öffentlichen Berkehr gesperrt. Das Publikum wird ersucht, den Anweisungen des Aufsichtspersonals willig Folge zu leisten. Gießen, den 30. April 1906. Großh. PoUzciamt Gießen. Herberg. Kckannlmachung. Während der Anwesenheit Seiner Majestät des Kaisers werden folgende Straßen für jeglichen Fuhrwcrksvcrkchr gesperrt: Von 83/4 bis 9y4 Uhr: Frankfurlerstraße, Südanlage, Gartenstraßc, LudwigS- platz, Grünbergerstraße bis zum Exerzierplatz; von 10s/4 blS llx/4 Uhr: Grünberger-, Moltke-,Senkcnbergstraße, Landgraf Philipp- platz; von 12l/2 btS V]k Uhr: Landgrafenstraßc, Ostanlage, Südanlage, Frankfurter-, Liebig-, Bahnhofstraße blS zum Bahnhof. Die Fußsteige der Moltkestraße bleiben der Spalicr- bildung durch die Schüler und Studentenschaft Vorbehalten. Gießen, dm 30. April 1906. Großh. Pot^ciamt Gießen. Herberg. Jie Darmstädter Stichwahl. Der Wahlausschuß der Bereinigten Liberalen für den Wahlkreis Darnistadt - Groß - Gerau veröffentlicht folgenden Aufruf: 2(n die Wähler des Herrn Pfarrer Korcll! Nach dem Ergebe ins der Wahl voin 25. April hat eine Stichwahl zwischen dein Kandidaten der Nationalliberalen und dem der Sozialdemokraten stattzusiiideii. Wir müffelt uns für einen von beiden entscheiden, eine positive Entscheidung treffen. Tenn nur diese entspricht der Energie, mit der wir den ganzen Wahlkampf geführt haben, durch den wir zugleich — als Wink sür die Zukunft — den Beweis erbracht haben, daß nur ein cittschieden liberal nnb sozial gesinnter Kandidat die zur Eroberrmg des Wahlkreises nötigen sozialdemokratischen Stimmen an sich zu ziehen vermag. Grundsätzlich betrachtet, sind beide S t i ch wa h l g e g n er für unsere ent- fchieden liberalen Anhänger gleich unannehmbar; denn an dem Maßstave unserer politischen Griindbegrifse von „Vaterland und Freiheit" geniessen, versagen beide. Tie Vorzüge des Kandidaten der sogenannten bürgerlichen Parteien onf vaterländischem Gebiet werden durch die reaktionäre Stellungnahme der Rational- liberalcn auf den: Gebiete des Geistes- lind Wirtschaftslebens, die durch die enge Verbindung mit dem Zentrum, dem Bund der Landwirte, ben Antisemiten und anderen reaktionären Parteien dokumeliliert 'wird, reichlich ausgewogen. Umgekehrt verhält es sich bei der Sozialdemokratie. Sie hat sich namentlich durch ihren un- fruchlbaren Radikalismus in vaterländischen Dingen die berechtigte Abneigung des Bürgertums in hohem Maße zugezogen. Auch fernerhin hat sie deshalb unsere schärfste Aekämpsnng zu erwarten. Wir köiiiien somit vom grundsätzlichen Standpunkte aus zu feiner positiven Entscheidung kommen. Tie Frage der Persönlichkeit, die ohne Zweifel zu Gunsten des Herrn Tr. Stein zu entscheiden wäre, liiilß hinter der Sache zurücktreten. Tie Eiitscheidung kann daher nur vom Standpunkt der politischen Tagesfragen getroffen werden. Und dann kaiiii die Ent- fchcibnng nicht schwer fallen. Teint Wehrfragen, die uns verpflichten würden, in der Stichwahl für die Nationalliberalcn zu stimmen, stehen itach Erledigung der Flotte,ifrage nicht auf der Tagesorb- nung und sind auch in den zwei Jahren, für die diesmal gewählt wird, nicht zti erwarten. Dagegeil verpflichtet uns die Stellungnahme des nationalliberalen Kandidaten Dr. Stein zu dem aktuellen Reichssteuergefetzentwurf mit seiner weiteren Vermehrung der Ungerechten indirekten (Verkehrs- usw.) Steuern, ferner die nationalliberale Unzuverlässigkeit ui derFrage dcs Wahlrechts und der Erweiterung der V 0 l k s r e ch t e, sowie schließlich die verkehrte Wirtschaftspolitik mit der ausgesprochenen Begünstigung der künstlichen Verteuerung aller Lebensbedürfnisse und Prodiiktionsmittel für Arbeiter, Bauer und Mittelstand in Stadl und Land zu einer entschiedenen Bekämpfung der nattoiialliberalen Kandidatur. Zu beachten ist auch, daß die Darmstädter und die hcs,ischen Natio- nal l i beraten nur durch unsere entschiedenste Opposition vor weiteren K0 n5 c 1 s 10n cn au ihre reaktionären Bundesgenossen gewarnt und auf Leu 'r'; c q z u einer großen wahrhaft liberalen Gruppe nach badischem Muster hmgelenkt werden können. Bei Lieser Sachlage muß uns der s 0 z 1 a l de m 0 tr at is ch e Kau- Li d a t a l s d a s kleinere U e b c l erscheinen. Untere Aufgabe muß es aber sein, unseren eigenen politischen Grundsätzen immer weitere Geltung zu verschaffen, sodaß wir ui die Lage kommen, Lei den n ä ch ft e n allgemeinen Wahlen unterem Kandidaten, -er selbstverständlich wieder Herr Pfarrer K 0 r c 11 fein wird, zum Siege zu verhelfen. Diese unsere Stellung- »ahme ist auch durch die Art, wie die National- liberalen den Wahlkampf geführt haben, geboten. Sliciu nur unsere politischen Grundsätze wurden m den Kot gezogen, Sondern auch unsere Redner und selbst unser Kandidat; ja sogar wor Tätlichkeiten ist man nicht zurückgeschrectt. Wir c in • »fehlen daher den Wählern der vereinigten Liberalen trotz aller cKegnerschaft gegen die Sozialdemokratie in der bevorstehenden (Stichwahl ihre Stimme für den Kandidaten der Sozialdemo- üratie, Herrn Landtagsabg. Berthold, abzugeben. Die in diesem mehr als einer Hinsicht bedauerlichen Dokument ausgesprochenen Erwartungen werden sich hoffen t- Ütch itichr erfüllen, Ww unsererseits sind überzeugt, daß die freisinnige Volkspartei, die 1903 für den Prof. Dr. Harnack rund 2000 Stimmen aufbrachtc, einmütig für Dr. Stein eintreten wird. Das Gleiche erwarten wir von den Mitgliedern der freisinnigen Vereinigung, soweit sie der alten freisinnigen Vereinigung angehören. Daran wird auch, so glauben wir bestimmt, das Komitee für die Kandidatur Korell nichts ändern. Die Parteikorrespondenz der Freisinnigen Vereinigung gibt zwar keinen ausdrücklichen Rat, meint aber, daß der Nationalliberale in der Stichwahl kaum siegen werde. Dagegen empfiehlt die Presse der Fretsinnigen Volkspartei, soweit sie sich mit der Angelegenheit beschäftigt, die Bekämpfung des Sozialdemokraten und die Unterstützung des Nationalliberalen. Befolgen die Freisinnigen diesen Rat und können noch einige Reserven mobil gemacht werden, so ist der schließliche Sieg des Nationalliberalen immer noch nicht unmöglich. Der am 25. beobachtete Rückgang der sozialdemokr. Stimmen ist übrigens noch blamabler, wenn man in Betracht zieht, daß nach Angabe des „Vorwärts" die Sozialdemokratie in dem Wahlkreise nicht weniger als 31 Parteiorganisationen besitzt und daß im ganzen 104 sozialdemokratische Versammlungen während der Wahlbcwcgung abgehalten wurden. Trotzdem ist der Vorwärts „nicht unzufrieden". Zu Gunsten der Kandidatur Dr. Stein hat am Sonntag in Darmstadt eine Wählerversammlung statt- gefunden, über die uns folgender Bericht vorliegt: Der große Turnhallensaal am Woogplatz war völlig über» füllt. Zu Beginn gab Rechtsanwalt Dr. Osann II. dem tiefen Bebauern über bie Erklärung be^ Wahlausschusses der „Bereinigten Liberalen" Äluödruck. (Pfuirufe.) Er hoffe aber, daß das nationale Gefühl der Wähler stärker sein und biefc-lbcn der unpalriotischen Aufforderung feine Folge geben werden. Reichswgsabg. Basser mann , der Führer der nationalliberalen Neichslagsfrdktion, führte au5, das; das Wahlergebnis für die bürgerlichen Parteien all- günstig bezeichnet werden könne. Wie säst überall tm Reiche, io sei auch in Darmstadt erfreulicherweise ein Versuch zum Zusammenschluß der bürgerlichen Parteien zum Kampfe gegen die Sozialdemokratie unternommen worden, aber tief beklagenswert sei, daß sich die „vereinigten Liberalen" von dieser Vereinigung ausgeschlossen haben. Er hosse mit dem Vorsitzenden, daß bei der Stichwahl bic nationale Gesinnung dcr freisinnigen Wählerschaft dem Parteihaß gegenüber den Sieg davontragcn werde. Ter Redner beleuchtet dann eingehend die vaterlandslose .Haltung der Sozialdemokratie in allen nationalen Fragen, die niemand schärser gegeißelt habe, als Eugen Richter. Das sollte alle bürgerlichen Parteien 311111 schärfsten Kämpfe vereinigen. Im Kaiserslauterer Reichstagswahlkreis und anderwärts seien die Freisinnigen sofort für den nationalliberalen Kandidaten eingetreten, dcr Liberalismus schließe sich überhaupt int ReiafC immer mehr zusammen. Man könne doch auch unmöglich erwarten, daß ein freisinniger Bauer oder Kaufmann ober Industrieller für einen Svzialdmvkraten stimmen werde. ES gebe in Wirklichkeit feine reaktionärere Partei aiss die Sozialdemokratie, das beweise z. B. der Vorschlag, die deutsche Flotte abzuschassen, um nur England nicht zu reizen. Ter Redner erinnert an das schamlose Benehmen der sozialdemokratischen Presse Eugen Richter gegenüber; während bic Politiker aller anbeten Parteien bent Menschen nnb bent Politiker Richter volle Srodytcytung zollten, habe bas führende sozialdemokratische Organ den totkrcmkcu Mann noch als einen „Lump noch im Sterben" bezeichnet.CPsuirusc) und einem^Vertreter dieser Partei sollten die Darmstädter Freisinnigen ihre Stimme geben? Redner wendet sich dann gegen die jetzigen Beschuldigungen des' sreisinnigen Wahlausschusses. Er könne aus seiner ReiclMagstätigkeit konstatieren, daß diese Vorwürfe voll- ständig unbegründet sind. Tie Rationalliberalen hätten niemals irgend welche Volksrechte preisgegeben, vielmehr die Initiative zu einer ganzen Reihe freiheitlicher Gesetze gegeben; auch der Vorwurf einer „verkehrten Wirtschaftspolitik" sei unbegründet. Wer heute noch auf eine „Mauserung" der Sozialdemokratie rechne, müsse mit Blindheit geschlagen sein, und werde eine schwere Täuschung erfahren, denn die Sozialdemokratie entwickle sich immer mehr nach der radikalen Seite hin, wie auch Frankreich zeige. In den wirtschaftlichen Fragen müsse eine Politik der mittleren Linie eingehalten werden, die auf langjährigen Erfahrungen begründet fei. Redner skizzierte dann noch kurz die deutsche Zollpolitik, die ReichWeuerresorni und andere politische Tagessragen und betonte zum Schluß, daß bei allen bürgerlichen Parteien die Losung bei den Wahlen lauten müsse: Gege^i b 1 e S vzialbemokratie. In bem Gedenken an das Wohl des gemeinsamen Vaterlandes müßten alle sonstigen Meinungs-Verschiedenheiten zurückstehcu; er hoffe, daß die Darmstädter Wählerschaft eine bessere Einsicht beweise, als'die Leitung der „Vereinigten Liberalen" und durch die einmütige Wahl Dr. Steins die Schmach der Vertr.'tnug durch einen Sozialdemokraten beseitigen werbe. Es tyürbc einer bcr schönsten Triumphe ber bürgerlichen Parteien fein, wenn es gelingen würbe, statt bes roten Banners ber Sozialdemokratie wieder die schwarz-weiß-rote Fahne auf ber Zinne der hessischen Residenz zu hissen. Rach dem minutenlangen, stürmischen Beifall, ber biefer alle Zuhörer animierenden Rede folgte, schloß Rechtsanwalt Dr. Osann mit einem warmen Appell an alle vaterländisch gesinnten Wähler, bei der Stichwahl am kommenden Freitag ihre Schuldigkeit zu tun, die von wärmster vaterländischer Begeisterung getragene Versammlung. Minister v. Ijudde Wir meldeten bereits am Samstag, daß. der preußische Eisenbahnminister v. Budde am Morgen des 28. d. M. seinem schweren Leiden erlegen ist. In unserer Nr. 80 vom 6. d. M. hatten wir bereits die hervorragende Wirksamkeit des nun Verstorbenen ausführlich gewürdigt, sodaß uns heute nur wenig zu sagen übrig bleibt. .Hermann v. Budde war 1851 in Bensberg als Sohn efties Oberlehrers am dortigen Kadettenhause geboren. Aus dem Kadettenkorps 1869 als Leutnant in das Infanterieregiment Nr. 81 in Mainz eingestellt, erwarb er sich im Kriege gegen Frankreich das Eiserne Kreuz 2. Klasse, besuchte bann bic Kriegsakademie und kam 1877 hierher nach Gichen als Oberleutnant im Infanterie-Regiment Nr. 116. Fünf Jahre hat er hier im Gießener Regiment gestanden. Bon 1882 bis 1887 mar er bann als Hauptmann zum Nebeneiat des Großen Generalstabes kommandiert, worauf er in ben Großen Generalstab versetzt und 1888 zum Major befördert wurde. 1892 kam er als Bataillonskommandeur im Infanterie-Regime Kofel in Oberschl. und 1894 als Oberstleutnant beim Stabe des 11. Gren.-Regts. nach Breslau. 1895 kehrte Budde tn den Generalstab als Ches dcr Eisenbahnabteilung zurück. In dieser Stellung wurde er 1900 Generalmajor. Zu Ende jenes Jahres erbat er den Abschied, der ihm bewilligt wurde, und übernahm die Stellung des Generaldirektors bcr Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken. Schon nach ändert* halb Jahren kehrte er jedoch in den Staatsdienst Zurück, indem er am 23. Juni 1902 Minister der öffentlichen Arbeiten und Ehef des Reichsamts für bic Verwaltung der Reichseifenbahnen wurde. Als solcher erhielt er 1904 den Charakter als Generalleutnant und den erblichen Adel und 1905 nach bcr Erledigung der Kanalvorlage ben Schwarzen Adlerorden. E is e nb ahn Minister v. Siiddc litt seit längerer Zeit tut Darrn krebs. Er war schon während der ganzen vrrgaw- genen Woche fast ohne Bewußtsein. Dem Kaiser wurde von dem 'Ableben v. Buddes frül) 7 Uhr telegraphisch nach Homburg Mitteilung gemacht. In der 10. Stunde traf folgendes Beileidstelegramm des Kaisers bei der Witwe ein: Ties ergriffen von dem Hinscheiden Ihres Gattet», spreche ich Ihnen zu der erschütternden Heimsuchung mein wärmstes Beileid ans. So tröstend der Gedanke ist, daß bcr Verewigte nun von seinen langen und qualvollen Leiden erlöst ist, so schwer trage ich mit Ihnen an bem großen Verluste, ben sein Tob für mich und bas ganze Vaterland bedeutet. Ausgerüstet mit seltenen Eigenschaften bes Geistes und Charakters hat sich bcr Entschlafene bürd) die aufopferungsvolle Treue, mit der er seines Amtes bis zum Tobe gewaltet, außerordentliche Verdienst« erworben. Sein leuchtendes Vorbild als Offizier wie als Beamter wird unvergänglich sein und ich werde seiner stets mit aufrichtiger Tankbarkeii und Anerkennung gern gedenken. Gott der Herr stehe Ihnen und den Ihrigen mit seinem Tröste in diesen schweren Tagen bcr Trauer um den Heimgegangenen Gatten und Vater bei. Er war ein Helb. (gez.) Wilhelm. Die Blätter widmen dem Verirorbenen ohne Unterschied' der Partei ehrende Nachrufe. Ter „RcichD-Zlnz." schreibt unter anderem: Untrennbar verbunden ist der Name des Verstorbenen mit der Entwicklung der preußischen Wasserwirtschaft. Ist es doch hauptsächlickf seiner Mitwirkung zu bauten, daß bic großen Wirtschaft!. Vorlagen glücklich zum Schluß gebracht sind. Auch bcr jüngste Abschluß seines Vertrages über bic Fortführung ber Main kau alisier- ii n g ist ein Beweis für bic unparteiische Berücksichtigung allgemeiner Vcrkehrsbebürfnissc. In ber Vollkraft der Jahre ist er von dem Felde seiner Arbeit ab- berufen. Sein Andenken wird bem Vaterlanbe für immer in hohen Ehren bleiben. Tie B c i s e tz u n g findet am 2. Mai in Bensberg statt. Gapon. ?fÖcrIet Legenden haben sich um den unbekannten Verbleib des Popen Gapon, des Schürers und Führers der vorjährigen russ. Unruhen, gebildet. Jetzt hat in Petersburg eine Same, die sich für die Geliebte GaponZ auZgab, dem Advokaten Margolin erzählt, Gapon habe den Februar in Petersburg verbracht, wo eine junge Jüdin ihn besucht hätte. Sie selbst sei nach Finland gereist, während Gapon in Petersburg verblieben sei. Im März sei er mit der Jüdin zu ihr gekommen. Spater seien beide abgereist und hätten sie ohne Barmittel zurückgelassen. Sie glaube, Gapon sei tot. Gapon brachte aus dem LluLlande 14 000 Francs mit. Arbeiter hätten erklärt, daß sie Gapon 20000 Rubel anvertraut hätten, die er bei dem Erödit Lyonnais auf den eigenen Namen hinterlegte. Gapons Brieftasche und Schlüsicl zu einem Geldfach deS Eredit Lyonnais wurden dem Anwälte Margolin von Berlin aus zugesandt. Einern Petersburger Blatte zufolge hatte Gapon mit dem Chef der Petersburger Sicherheitspolizei vor feinem Verschwinden in einem großen Restaurant eine geheime Zusammenkunft. Mehrere Geheimpolizisten bewachten die Ausgänge zu dem Ziniwer, damit die Gespräche der beiden nicht belauscht würden. Margolin ist fest überzeiigt, daß die Brieftasche Gapon gehört, der seiner Meinimg nach ermordet worden sei. Wer das Verbrechen verübt hat unb ob cs in Berlin oder in Petersburg geschehen ist, wird die Untersuchung dartun müssen. Im Eredit Lyonnais liegen tatsächlich 20 000 Rubel, eingetragen durch einen gewissen Rybnitzki. Das ist natürlich ein fingierter Name. Der Eintrager ist unbedingt Gapon. Ausland. Christiania, 28. April. Zwischen Deutschland und Norwegen wurde ein Abkommen getroffen, welches bis zur Regelung der Frage, betreffend die drahtlose Telegraphie, durch eine internationale Konferenz Geltung haben fall. Paris, 28. April. Die deutsche Knappschafts- Beruf sgenossenschast teilte dem hiesigen deutschen Botschafter mit, daß sie unter ihren Mitgliedern, den Bergwerks- untcrnehmern deS Deutschen Reiches, eine Sammlung z u Gunsten der Opfer von Courriäres eingeleitet hat, ivelche ein Ertragnis von 200 901 Mark ergab. Diese Summe wird vom Fürsten Radolin der französischen Negierung übermittelt werden. — Polizeipräfekt Lepinc erhielt heute von den Rettungsmannschaften der Hibernia ein Telegramm, in welchem diese ihre aufrichtigen Glückwünsche für die Pariser Feuerwehr aussprcchcn und diesen mutigen, ruhmvollen Söhnen Frankreichs Gesundheit und Glück wünschen. Löpine erwiderte den Mannschaften mit feinem Dank für ihr herzliches Gedenken, das ein Beweis fei des mächtigen Bandes, das die wackeren Leute aller Länder zu demselben Gefühle der Solidarität einige. Er, Lepine, sende ’m seinem und seiner Unter- Ebenen Namen dieselben Wünsche, mbcm er ihnen zurufe: E§ lebe die deutsche Rettungsmannschaft!" Paray-le-Monial (Dcp. Soane-et-Loire), 29. April. Ministerpräsident Sarrien hielt hier eine Rede, in der er daran erinnerte, die Negierung erlangte in der Marokko» frage, welche seit einem Jahre wegen der Aufrechterhaltung des Friedens lebhafte Unruhe erregte, eine friedliche Lösung durch gegenseitige Zugeständnisse. Ein Ueberein- konrntcn sei zu stände gekommen, da§ für alle gleich ehrenvoll sei. Sarrien beendete seine Rede mit der Versicherung, daß die Regierung den Frieden nach außen wünsche, aber, nm die Sicherheit und Unabhängigkeit Frank- reichs zu gewährleisten, einer starken, wohlgeschulten Armee bedürfe, die Achtung habe und Ansehen. Konstantinopel, 28. April. In der Angelegenheit de§ persisch-türkischen Gr e n z str e i te 8 schlug der IildiS vor, die vom persischen Botschafter beantragte gemischte Grenzkommission solle einstweilen ihre Arbeiten beginnen, und wenn sie bei dem Punkte Passovah fcstgestellt habe, das; er zu Persien gehöre, erfolge die Zurückziehung der türkischen Truppen. Persien dagegen besteht auf sofortiger Räumung, da Pasiovah zweifellos persiseh sei. Der persische Botschafter wies auf den event. Abbruch der diplomatischen Beziehungen hin für den Fall, daß die Pforte auf ihrer Weigerung beharre. Tokio, 27. April. Gegenüber den Gerüchten, als ob Japan den Friedensvertrag von Portsmouth nur als einen Waffenstillstand betrachte, um Ruß land desinitiv von der Küste zurückznwerfen und dominierend im Osten zu werden, wird ein für alle Mal amtlich erklärt, daß solche Gerüchte nichts als eine Hetzerei gegen Japan sind. Nachdem der Friede setzt wiederhergestellt ist, hegt Japan keinen anderen Wunsch, als den Frieden in Ost- asien zu befestigen und mit allen Nationen in dauernder Freundschaft zu leben. Als ein Zeichen dafür, daß die japanische Politik bestrebt ist, da§ Prinzip der offenen Tür und der Gleichberechtigung aufrecht zu erhalten, darf ermähnt werden, daß, da der größte Teil der japanischen Truppen in der Mandschurei jetzt völlig nach Japan zurückgezogen ist, vom 1. Mai ab den fremden und ausländischen Schiffen Antung für den Verkehr freigegeben ist, und daß vom 1. Juni ab Mukden gleichfalls dem Fremdenverkehr geöffnet werden wird, sowie daß dasselbe auch hinsichtlich TalienwanS in der nächsten Zukunft der Fall sein wird. politifcfoc Tagesschau. Ein Zahrhundertjilb il'änm deS Fürstenhauses Neuß j. L. Eine Jahrhundertfeier begeht am 27. April die Fürsteickainilie von Neuß jüngere Linie, deren Hauptsitz in Gera ist, wo Erbprinz Heinrich XXVII. für seinen Vater, den Fürsten Heinrich XIV., die Negierung führt, mährend dieser seit 1902 Regent von Neuß ä. L. ist. Die Jahrhundertfeier der jüngeren Renßenlinie bezieht sich auf die am 9. April 1806 zu Wien erfolgte Erhebung in den Reichsfürstenstand. Die Reußische Fürstenfnmilie entstammt einer der ältesten Thüringischen Dynastien und fährt ihre Abstammung auf Erkmbert, Herrn von Weida, bis in das Jahr 1122 zurück. Erken- bert war Vogt von Weida, Gera und Plauen. Im Laufe der Jahrhunderte haben mehrere Gebietsteilungen und s2(b5rocigimgen slattgefunden. Bis in unsere Zeit hinein bestehen die beiden regierenden Linien Reuß ä. L. und Rens; j. L., von denen die ältere Linie mit dem nicht regierungsfähigen Fürsten Heinrich XXIV. aus- stirbt. Während die Grafen der älteren Reußenlinie bereits am 12. Mai 1778 zu Brandeis in den Reichsfürstenstand erhoben wurden, erfolgte die Erhebung der jüngeren Reußen erst 28 Jahre später. Angesichts der Jahrbmrdertfeier gewinnt daS im Mannesstamme anssterbende Fürstenhaus in Greiz besonderes Interesse. Als Fürst Heinrich XXII,, der durch die preußenfeindliche Erziehung feiner Mutter Karoline, einer Prinzessin von Hesfen - Hombu r g, bekannte Fürst, am 19. April 1902 starb, verlor mit ihm das Fürstentum Reuß n. L. den letzten regierungsfähigen Fürsten. Wohl hinterließ Heinrich XXII. einen Cohn, der als Heinrich XXIV. zum Fürsten der alteren Reußenlinie proklamiert wurde, aber dieser Fürst war feines Geisteszustandes wegen nicht fähig, die Regierung zu führen, weshalb für ihn laut Hausgeset; der älteste Agnat des Reußischen Gesamthauses die Regierung führt. Ein gut Teil der Sonderart und verschlossenen Eigenheit Fürst Heinrichs XXII. ist auf die traurigen Verhältnisse in feiner Familie zurückzuführen. Der jetzige Fürst war das erste Kind Heinrich XXII. aus seiner überaus glücklichen Ehe mit Ida, Prinzessin zll Schaumburg-Lippe. Der gesunde Erbprinz gedieh prächtig und entwickelte sich bis in das dritte Lebensjahr zur Freude feiner Eltern hoffnungsvoll. Da nahte das Verhängnis. Wie, das weif? man nicht genau. Rach der einen Erzählung hat die 9(mme das Kind zur Erde fallen lassen, nach einer anderen verbürgten Meinung soll der Prinz daS Opfer einer mißglückten elektrische n K u r sein. Der Erbprinz schielte etwas. Um diesen Schönheitsfehler zu beseitigen, wurde eine elektrische Kur angewandt. Die zarten Nerven vertrugen das. nicht, und die Folge war ein ruckweises Absterbcn der Sinn c. Zunächst verlor der Prinz die Sprache, dann den V e r st a n d und schließlich auch das Gehör. Während dieses teilweise zurückkehrte, kann der jetzige Fürst auch heute nur stoßweise Laute von sich geben, die Fähigkeit zu denken, hat er nickt wieder erlangt, obwohl der Körper sich prächtig entwickelte, und kein Fremder in dem schönen stattlichen Fürsten einen Geisteskranken vermuten würde. Wohl waren deiirFürstenvanre nach dem Unglücke mit dem Erbprinzen noch fünf Kinder beschieden, ;edoch nur Prinzessinnen. Der Schmerz über diese Enttäuschungen brachte die Fürstin Ida am 28. Sevtember 1891, 24 Tage nach der Geburt der letzten Prinzessin Ida, unter die Erde, und der Fürst wurde ein Grübler. Wobl hat er alles versucht, um den Erbprinzen regierungsfähig zu machen: wo sich nur irgend eine Möglichkeit bot, wurde sie versucht, bis nach Spanien hinunter reiste der Fürst, alles vergebens. So blieb die Sache, da der Fürst darüber starb. Auch jetzt sucht man noch immer nach einer Möglichkeit, der älteren Reußenlinie das Fürstentum zu erhalten. Vor einiger Zeit erst weilte der kranke Fürst längere Zeit zur Untersuchung bei einem Berliner Nervenspezialisten. Aber in Kreisen, die zum Hofe in enger Fühlung stehen, glaubt man an feine wirklichen Erfolge, zum mindesten nicht in dem Maße, daß eine Regierungsfähigkeit erzielt werden könnte. Nach alledcm bleibt die Tatsache bestehen, daß über kurz oder lang das Fürstentum Reuß ä. L. nach dem Ableben Heinrich XXIV. mit Neuß j. L. vereinigt wird. Darauf arbeitet auch schon mancherlei hin. Die vereinigten Reußenläuder würden dann mit zwei Stimmen im Bundesrat vertreten fein. Dciltschafrika. In Deutsch-Ostafrika wurden drei Rädelsführer aus Viduuda in Mcwogoro hingerichtet. Der Sultan Makon- golo von Muanza ist in Muanza verhaftet worden; er hatte im Oktober v. Js. versucht, die Eingeborenen aufzuwiegeln. Der Nachricht der „Kolonialzeitschrift", daß sämtliche 'Affebam-Dörfer in Südkam ernn in vollem Kriegs- zustande begriffen seien, scheint der Umstand 51t Grunde gelegen zu haben, daß in den ersten Monaten des Jahres 1906 durch die Schutztruppe eine Bewegung gegen den noch nicht völlig ruhigen Stamm der Affobam eingeleitet wurde. -Dieses Vorgehen hat ein erfreuliches Ergebnis: die Landschaft der Affobam ist ruhig. Die Häuptlinge haben sich unterw orfen. Reue Erdbeben in Kalifornien. Nach einer Meldung au§ San Francisco vom 28. d. M. haben neue Erdstöße viele Brücken in Kalifornien zerstö rt. Der Gouverneur des Staates Oregon meldet: „Viele Kinder, welche aus San Francisco flüchteten, kommen in meinem Gebiet ohne Begleitung Erwachsener an. Die Flüchtlinge haben viel unter der Kälte gelitten." — Auch in Salinas, 100 Meilen von Oakland, sind neue Erdstöße verspürt worden. Wie festgestellt ist, befinden sich in den Vankgewölben San Franciscos unversehrt 31 Mill. Doll., sodaß mit den von auswärtigen Banken ausstehenden Doll. 18 Mill. Doll. 49 Mill, sofort verfügbar sind. Die leicht zu realisierenden Sicherheiten ergeben eine Gesamtsumme von 100 Millionen Dollar. Alle Bankgebäudc, mit Ausnahme von zweien, sind zerstört. Ihr Wert beträgt nach Abzug des Grundstückwerts 2 500 000 Doll., wovon ein Teil durch Versicherung gedeckt ist. Ans SraSt uns Cuno. Gießen, den 30. April. Der Kaiser in Gießen. Die städtischen Bureaus sind morgen am Vormittag und am Nachmittag bis 3 Uhr geschlossen. *'* Die hiesige Reichsbankstelle ist morgen ans Anlaß des Besuches S. M. des Kaisers von vormittags 8—10 Uhr und von nachmittags 21/"—4 Uhr geöffnet. Von der Militärbehörde wird darauf aufmerksam gemacht, daß keine Hunde nach dem Trieb mitgenommen werden dürfen. Die Absperrnngspostcn sind angewiesen, dort herumlaufende Hunde zu erschießen. Die Vereine und Schulen werden gebeten, das Schwenken der Fahnen zu unterlassen, da hierdurch die Pferde beunruhigt werden können. • * Der Kriegervereinsbezirk hat auf seinem gestrigen Bezirkstag beschloßen, gelegentlich der Anwesenheit de§ Kaisers auf dem Trieb Aufstellung zu nehmen, nachdem ihm dies vom Regiment gewährt worden ist. — Die Soldaten haben heute mit der Ausschmückung der Kasernen begonnen. * * Achtung vor.Taschendieben. Gelegentlich der morgigen Anwesenheit Sr. Majestät dc§ Kaisers wird ein großer Andrang von Fremden zu erwarten fein. Es werden sich aber auch wie gewöhnlich bei derartigen Volksanhäufungen auch die Herrn Taschendiebe und sonstiges Gesindel einsinden, welches die Gelegenheit zu Diebereien auSnützt. Wir empfehlen unseren Lesern Vorsicht an, die Taschen zu und nicht die Häuser und Wohnungen unbewacht lassen. * ” DaS oberhessische Bundesfest' deS Bundes der Landwirte findet, wie man uns mitteilt, am 22. Juli im Offenheimer Wäldchen bei Friedberg statt. Durch die Verlegung auf diesen Tag — ursprünglich war, wie wir gemeldet hatten, der 8. Juli vorgesehen — hofft man den Chefredakteur der „Deutschen Tageszeitung", Dr. Oertel-Berlin, als Festredner gewinnen 51t können. " Auch ein Jubiläum. Am 1. Mai werden c§ '2 5 Jahre, daß unsere Zeitungsträgerin Frau Christine Lich mit dem AuStragen des Gießener Anzeigers beschäftigt ist. * * D er L e h r e r t n r n v er e i n deS Bezirks Gießen, der in erfreulichem Wachstum begriffen ist, hielt am Samstag in der Turnhalle der Stadtknabenfchule feine erste diesjährige UebungSstnnde ab, die sehr zahlreich besticht war. Bach -Großen- Linden leitete einige Aufmärsche und int Anschluß daran einfache Stabübungen, die schließlich in einem Reigen zusammengefaßt wurden. Zöller-Watzenborn bot snstematisch zufanunengcstellt lind hektographiert allererste Barrenübungen, die sofort praktisch erprobt wurden. Zur nächsten Versantmluna am Samstag, 26. Mai, wird er als Fortsetzung die verschiedenen Sitz- und Stützarleit am Barren bchmibeln, Roth-Langgöns wird einige Gruppen Freiübungen für das dritte und vierte Schuljahr leiten, Schwöbel- Gießen ein Referat erstatten über die Verhandlungen, die der dritte Kunsterziehungstag zu Hamburg über daS Turnwesen gepflogen hat. Für das laufende Jahr wurde ein Beitrag von 1.20 Ä erhoben. ** Der Storch im Schweinestall. Daß Zugvögel nicht allein im Süden, sondern auch bei uns im Winter leben können, beweist ein Storch, welcher nun schon zwei Winter im Vogelsberg zugcbracht hat und sich in seinem Winterquartier trotz Frost, Schnee und Kälte recht ivohl zu fühlen scheint. Er verunglückte beim Fluge, indem er gegen eine Telegraphcnlcitung flog und sich am Bein verletzte. Gärtnermeister Bayer von Lauterbach, so schreibt man uns voll dort, nahnl den Patienten an sich und gab ihm in einem leeren Schweinestall Quartier. Und auch nachdcin Meister Langbein wieder geheilt und flugfähig geworden lvar, hat er Lauterbach nicht mehr verlassen. Morgens öffnet man ihm seine Wohnung, worauf er regelmäßig Ausflüge in die Umgebung unternimmt und sich dabei manche Neckerei von der Jugend gefallen läßt. Kommt er abends zurück und findet feine Wohnung verschlossen, so mnrtct er ruhig vor der Tür, bis sie ihm geöffnet ivird. Es dürfte dies ein Beweis dafür sein, daß Zugvögel weniger der Kälte wegen, sondern vielmehr aus Nahrungssorgen unsere Heimat im Winter verlassen. (rd) Der vier t c (Pctit ivnZ-)Aussch u ß der zweiten Kammer setzte gestern seine Beratungen fort. , Die Vorstellung der Stadt Neu-Isenburg betr. die Errichtung einest Amtsgerichts wurde eingehend erörtert. Man kann sich der Ansicht nickst verschließen, daß das Anwackg'en der Bevölkerung die Schaffung eines neuen Gerichts notwendig macht. Hierzu kommt der Mangel einer direkten Verbindung mit dem Erricht in Offenbach, sowie die bald berantretende Notwendigkeit, das Amtsgericht Offenbach in zwei Mteilnngcn zu trennen. Die Frage der Errichtung eines Amtsgericktsgebäuües in, Isenburg bedarf allerdings zunächst noch der Regelung, doch soll die Regierung ersucht H) erb en, die Angelegenheit zu prüfen. — Bezüglich des Antrages von Brentano und Genossen betr. die Errichtung einer Gestüts- station int Kreise Bingen sprach man sich zustimmend ans. Ein- gclyenbc Besprechung fanden die Anträge Dr. Frenay und Ulrich betr. die Errichtung einer b e r u fsstä n d isckc n V e r tre t u n g für d i e Lohnarbeiter (Arbeiterkammern). Im Prinzip sprach sich der Ausschuß für die Anträge aus. Die Majorität »rollte jedoch die Initiative des Reickies abwarten, während die Minorität für baldiges energisches Vorgehen der hessischen Regierung beim Bundesräte ist. — Zu den Anträgen Frenay und Genossen, sowie Ulrich und Gen. betr. die Hinzuziehung von Hilfs beamten aus den Kreisen der Ar-beiter und Arbciterinnen zur Ergänzung der Gewerbe-Inspektion, sowie die- Anstellung von Arbeitern als Bäukontrvlleure zur Verbesserung des Dauarbciterschützes, sprach sich die Mehrheit im bejahenden Sinne aus, wobei man sich allerdings die Schwierigkeiten bei der Durchführung dieses Antrags nickt verhehlte. Die Abstimmung über diese Angelegenheit wird in der nächsten Sitzung erfolgen. R. Londorf, 29. 2lpril. llnsere preußische Nachbargemeinde Nord eck, die seither nur eine Posthilfsstelle hatte und der Post Allcudors a. Lda. zugeteilt war, hat seit 1. April eine P 0 stagentnr erhalten, die dem hiesigen Postamt unterstellt ist. Auch eine Fahrpost wird in allernächster Zeit nach Nordeck gehen. Sie fährt morgens früh von Rüddingshauseu über Londorf nach Nordeck und fährt nachmittags wieder zurück. *’ V u tz b a ch, 29. April. In der nächsten Sitzung der Großh. .Handelskammer Friedberg, die am 4. Mai im Lokal der Handelskammer zu Friedberg stattfindet, wird audj das Projekt der Einrichtung einer Unterführung auf dem hiesigen Bahnhof zur Erörterung gelangen. — Friedberg, 28. April. Von Finanzminister Gnauth ift dem Landtagsobg. Damm folgendes Schreiben zugegangen: Veranlaßt durck Ihre Anfrage in der 12. Sitzung der zweiten Kammer am 7. v. Ai. haben wir uns mit der Eifenbahndirektion Frankfurt ins Benehmen gesetzt und nachstehende Auskunft erhalten : Für die E rweite r n n g des Bahnhofs Friedberg ist die Bewilligung einer ersten Rate im Betrage von 100 000 Mk. im Ertraordinariuin des Etats für 1907 beantragt, und wird mit der Bauausführung voraussichtlich im EtatSjahr 1907 begonnen werden. Die bestehenden Gleis- und Bahnsteig- anlagen am EmpsangSgebäude werden durch den Um- und Erweiterungsbau wesentlich verändert. Es empfiehlt fick deshalb nicht, die Ucberdachuug der Bahnsteige, die beim Bahnhofsumban vorgesehen ist, noch vorher auSzuführcn. In wie weit bei der Erweiterung des BabnhofS Friedberg auf die Einführung einer Nebenbahn von Ranstadt Rücksicht genommen werden kann, fall besonders geprüft werden. )( Friedberg, 29. April. Das Ehrengericht der Anwaltskammer tu Darmstadt hat dieser Tage gegen den Rechts an walt Ludwig Scyd von hier auf Aus- f chlic ßun g ausde m Re cht s an w crl t s st an b erfannt. Die Verhandlung dauerte bis lange nach Mitternacht. - Offenbach, 28. April. In den Tod gegangen ist allem Anscheine nach in der letzten 9iacht eine Mutter mit ihrem Kinbc. Es handelt sich um die Frau eines Kesselschmiedes, die sich in letzter Zeit dem Trünke cr- gcl'eir hatte mti) zuletzt wegen eines Diebstahls von der Polizei gesucht wurde. Jedcufalls um der Verhaftung zu entgehen, irrte sie in den letzten Tugen mit ihrem kleinen Kinde in der Stadt und der Umgegend umher und kehrte auch nachts nicht in ihre Wohnung zurück. Heute früh nun fand der Hafcnwächter am Mairmfer in der Nähe des Biergrundes ein Uuchängetnch und ein kleines Kindcr mützchen. Der Ehemann der Vermißten erkannte beides als seiner Frau 1111b seinem Kinde gehörig an. Es ist also mit Sicherheit anzunehmen, daß die Unglückliche an jener Stelle sich mit ihrem Kinde in den Main gestürzt hat. (Osf. Ztg.) H 0 m b u r g v. d. H., 28. April. Heute morgen besuchten der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Biktoriu Luise die neue Ele'on orkirch c. Heute nachmittag unternahmen der Kaiser und die Kaiserin eine Ausfahrt im Automobil. — Zur Abcndtafel waren geladen Kriegsminister v. Einem und Zeremonienmeistcr v. Roeder. Homburg, 29. April. Heute vormittag wohnten der Kaiser und die Kaiserin sowie bic Prinzessin Viktoria! Luise beut G 0 ttesbienste in bei* Schloßkirche bei und verblieben auch währenb der Feier der Konfirmation in der Kirche. Später empfing der Kaiser den mit der Führung des 16. Armeekorps beauftragten General der Infanterie v. P r i t t w i tz unb G a f f r 0 n zur Melbung. Zur heutigen Fri'chstückstafcl waren gefabelt ber General ber Infanterie v. Prittwitz und E5affron, Landrat Dr. Ritter v. Marx und Gemahlin, Major v. Unruh und Genrahlin und Kurdircktor Frhr. v. Maltzahn und Gemahlin. Kreisturntag des Mittclrheinkreises. (Original-Bericht des „Gieß. 2lnz.") m. Eltville, 29. April. In ber Turnhalle bes sckön gelegenen Stäbtchens Elt-i Ville a. Rh. fand heute ber 68. Kreisturntag statt. Er war von 21-1 Vereinen mit 391 Vertretern beschickt. Um 10 Uhr eröffnete Krcisvertrctcr Turninspektor Schntuck beit Turn-, tag nnb hieß bic Anwesenben herzlichst w-illkommeu. Der Bericht bes Kreisvertreters ergab, baß ber KVcts 23 Gaue mit 914 Vereinen zählt unb auch im verflossenen Geschäfts-' jcchre in seiner Mitglieberzahl zugenommen hat. Neu aus- genommeu würbe ber Maiu-Weser-Gau. Die turnerische Tätigkeit war int vergangenen Geschäftsjahr im attgc’ meinen ruhig. Im Frühjahr v. I. faub unter Leitung des Kreisvertreters ein Kursus zur ^Ausbildung von Tim Uv arten statt. Er nahm 11 Tage mit 82 Stunden in Anspruch — geturnt wurde täglich ?i/2 Stunden — und zeigte durch das am Schluß abgehaltcue Schauturnen, bas; man mit biescr neuen Einrichtung zuftieben sein konnte. Die Zcüst ber eigenen Vercinsturnhttlten ist von 137 auf 139 gestiegen. Kreisturnwart Bolze berichtet über bic turnerische Tätigkeit eingehenbcr. An ber nach Amerika entsandten M'ustcrriege, bic so schöne Erfolge verzeichnete, war der Kreis ebenfalls beteiligt. Im Einzelwctturnen errang Turner Berger von Frankfurt a. M. den 5. Preis. Außer- bent berichtete ber Kvcisturnwart über bic Bergfeste: Feld- berg-, Rhönberg - und Spicherer Höhenbergfest. Es fand im Kreis ein Kriegs spiel statt, woran sich zirka 900 Turner beteiligten. Der Vertreter ftir bic Presse Turner Professor Wämser-Butzbach berichtete sobauu über feilte werbeube Tätigkeit ftir die deutsche Turnsacke. Die Rechnuiigsablagc ergab eine Einnahme von 8334, 88 Mk. und eine Ausgabe Von 8303,05 Mk, mithin eilt Ueberschuß von 31,83 Mk. Der Ginn ahmeüberschuff der Rothermclsttftung betrug 2628,11 Mk. Der Emnahmeüberschuß der Uttterstützungs- kasse beträgt 413,93 Mk. 'Die Rechnung wurde geprüft und dem Rechner Entlastung erteilt. D5 die Behörde dem unzüchtigen Treiben erhielt, das zur An- 4%°'o russ.Staatsanl. 1005 japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlosc 4% Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . 4X°/O Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss Buderus E. W . . . . * Kleine TagcZchronik. In Augsburg erschoß der verheiratete P o l i? c i w a cht m c ist e r W a lbrun die 35jährige Gastwirtssr an Bayer und den Fabrckarbcttcr Dötterl, in dem er einen Nebenbuhler vermutete. Hierauf erschoß er sich. 3% W7< 3% 3y?l. WL sämtlich unwahr, wurden einer anderen, die ilrre früheren, sehr belastenden Aussagen ausrecht erhielt, eine Reihe von Unwahrheiten nachgcwiesen. Auf die Angaben dieser Zengin hin, hatte die Staatsanwaltscklrft die Anklage bezüglich der Nahrungsmittelfälschung gegründet. Sie will öfters gesehen haben, wie Iran K. angetrunkenen Gästen mit Wasser vermischten Dein vorgesetzt uub die Reste stehengebliebencnen Weines zusammen- geschüttet und wieder verkauft hat. Eine Reihe von Zeugen bekundeten, daß sic in dem Lokal nichts Unanständiges wahr- genommen haben und daß der dort verzapfte Wein g' ' gewesen sei, während andererseits einige als Zeugen vorgeladenc Männer ihre Aussagen verweigerten. Unter diesen Umständen ließ der Staatsanwalt die Ar.klage wegen Küppelei fallen und stellte die Verurteilung bezüglich 'der Nahrungsmittelfälschung in das Ermessen des Gerichts. Er hob aber hervor, er bestehe kein Zweifel, daß eine Reihe schmutziger Handlungen in dem Lokal vorgckommen sind und daß auch die Iran sich sogar in Gegen wart ihres Mannes Gästen gegenüber in unziemlicher Weise bc> iwmmen hat. Tic Verhandlung wird wenigstens das eine Gute nach sich ziehen, daß sie. wie ein Gewitter die Lust reinigt, die Lkngeklagten künftig solche Elemente von ihrem Betrieb scrn- lmlten {affen nnrd und sie selbst sich eines angemessenen Verhaltens bcslcißigeu. Tas Gericht verkündete hierauf den Freispruch mit der Begründung, daß ein Beweis, das; die Angeklagten von dem unzüchtigen Treiben ihres Personals Kennttns gehabt oder solches aesrödcrt haben, nicht erbracht sei, das Gleiche gilt von der Verfälschung des Weines. ttclrheinkrcises. „Gieß. N") x. Eltville, 29.M 100.35 88.20 100.35 88 35 99.75 171.90 144.20 239.20 90.80 Tendenz: abgesriiwächt. Berliner Börse, 28. April. Anfangskurse. Kenntnis von . „ . klage führte. Beide Angeklagten besttitten die in der Borunter- snchiing getroffenen Feststellungen, wonach nicht nur die Kellnerinnen, sMldern auch 'die augeklagtc Eliesrau während ihrer Brautzeit sowohl, als auch nach ihrer Verheiratung, der Unzucht gcfröhnt habe. Insbesondere besttitten sie von dem, auch in der Haitptversammlung zutage getretenen Treiben der Kellnerinnen mit den Gästen, Kenntnis gehabt oder cs gefördert zu haben. Während eine Hauptbelasttingszeugin unter ihrem Eid erklärte, die von ihr im Vorverfahren gemachten Angaben seien eine ihm von Stüh,' .;n sich, ihrem Eintritt den Betrieb zu 100.70 101.00 96.65 105.75 68.75 69.50 91 80 94 70 92.90 14620 54.20 92.20 Kon Bad-Nauheim wegen Kuppelei und Nahrungs- mittelfälschung. K. betrieb von 1901 an mit Hilfc feiner Schwestern eine Gastwirtschaft, in der cs ordentlich zuging. Als diese zwecks Verheiratung das Haus verlaffcn hatten, nahm er früher her bekannte Kellnerin aus Aachen als Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheidcn unserer lieben Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau Kaih. Elisab. Sack Wwe. sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Die tieftranernderr Hinterbliebenen. Heuchelheim, den 29. April 1906. 2757 Grigriral-Drahtineldungen. Berlin, 30. April. Als Nachfolger Buddes sei Generalleutnant z. D. v. Schubert, früher Kommandeur der Eisenbahnbrigade, in Aussicht genommen, (v. Schubert ist ein Schwiegersohn des verstorbenen Freiherrn v. Stumm. D. Red.) Berlin, 30. April. Die Russen-Ausweisungen haben noch nicht aufgehört. Nach einer hiesigen Korrespondenz holt ein Polizeibeamter in Tempelhof Leute ost nach 10 Uhr nachts auS den Betten. Sie werden sofort nach dem Bahnhof gebracht, ohne daß man ihnen Gelegenste gibt, ihre Sachen einzupacken und sich Arbeitslohn und Papiere zu holen. Unter den in Mariendorf wohnenden russischen Arbeitern ist infolge der vielen Ausweisungen eine förmliche Panik ausgebrochen. Sowie es bekannt wird, daß der Polizist sich ihren Wohnungen nähert, flüchten die Arbeiter in Scharen über die Felder, um nicht der Ausweisung zu verfallen. Potsdam, 30. April. Der Prozeß gegen den Raubmörder Hennig begann heute vormittag vor dem Schwurgericht. Der Mörder wird heute früh auS dem Moabiter Untersuchungsgefängnis hierher transportiert. Es waren dafür alle Vorsichtsmaßregeln getroffen. Obgleich 30 Zeugen geladen sind, hofft der Vorsitzende doch, den Prozeß auf den heutigen Tag zu beschränken. Magdeburg, 30. April. Bei einem Radrennen wurde der Berliner Fahrer Frendenberg durch einen Zusammenstoß mit einem Mowrradc tödlich verletzt. N c u in ünster, 30. April. Der deutsch-freisinnige Parteitag für SchlcSwig-Holstein ist hier abgehalten worden. Nach einer Rede dcS Profeffors Hänel-Kicl wurde einstimmig daS vor Vertretern aller drei Gruppen des Freisinns ausgearbeitete EinigungS-Programm für den Liberalismus angenommen. Der Parteitag befürwortet ferner eine Reichseinkommensteuer, verwirft jede die heimische Produktion und den Handel belästigende Reichs- steuer und fordert die Ablehnung des Volksschulgesetzes nach der Regierungsvorlage wie nach den Kommissionsbeschlüffen. Arbeitsvergebung. Die zur Unterhaltung der Gebäude deS Polizeiamtes erforderlichen Schreiner-, Dachdecker-, Spengler- u.Wcißbindcrarbeiteu sollen Sainütag, den 5. Mai d. I., vormittags 10 Nhr, öffentlich vergeben werden. B30/, ArbeitSbeschreibung und Bedingungen liegen bei un5 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns cinzurcichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, beit 30. April 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Danksagung1. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns betroffenen schweren Verlust sagen innigsten Dank Wilhelm Barthel und Kinder. Vermischte». »Vom Wetter. , Mährend am Mittelrhein kaltes, regnerisches Wetter herrscht, im Wcrratalc sogar starker Frost die Obstblüten vernichtete, gingen im Aachener Bezirke heftige Gewitter nieder. Im Dorfe Bakel fuhr ein Blitzstrahl in eine Mühle und tötete den Sohn des Müllers. In Schöndorf wurde durch einen Blitzstrahl eine Mühle zerstört, zwei Söhne des Müllers sind durch den Blitzßrahl gelähmt worden. — In Neapel und Umgegend sind derartige Regenmengen niedcrgegangcu, daß alle Flüsse und Bäche über ihre Ufer getreten sind. Mehrere Brücken sind weggeschwemmt. Truppen und Arbeiter sind beschäftigt, die ÄufräumungSarbeitcn auszuführen. • Erdbeben im sächf. Vogtland. Am 27. und 28. dS. Mt§. wurden in Schönberg, Brambach und anderen vogtländischen Orten vier sich verstärkende Erdstöße bemerkt. Am heftigsten war die am 28. früh beobachtete Erschütterung, welche von Süden auS der Gegend des Kamme r b i l S, eines e r l o s ch c n e n V u l k a n S des Elstergebirges, kam und unter starken! Nollen nach Norden zu verlief. Irgend welcher Schaden ist durch die Erdstöße nicht verursacht. Die Bewohner sind etwas beunruhigt. aelcqcnen Städtchen tirntag Mietern beschickt. WM «ktor Schmuck M \ herzlichst b daß der Klw J /im verflossenen ssS - und zeigte inDEn . - .«!- büß m tat!"« °-W SöhenberM ie W" itf* sKsK dein MO OKs ie «-ende ' TelefoF?«8che Kursberichte des Giessener Anzeigers, witgetcilt von der Bank fllr und Industrie. Giessen. "Frankfurter Börse. 28. April, 1.15 Ehr. Nordd. Lloyd . Oberscliles. Eisen-Industrie 133.00 MiMdtcr Möbtlsibrik. DcutschlandS. 300 Zimmcreinrichtuuaeu stttS lieftrf. vorrätig. Man verlange Preisliste und Abbildungen. [b10/4 London, 30. 9lpril. Gern Dail» Mack wird aus^ Kanro gemeldet, die britische Regierung habe der agy^tsckm: mitgeteilt, daß sie die V er a n t wor t un g f ur d, c Ent tern un g d cr G r c v ' - cichcn ablehne und rhre Wtcderanbrmg una ungeordnet habe. Barcelona, 29. April. Im Olymptatheater brach infolge Kurzschlusses in der elektrischen Leitung eme Panik aus, wobei eine Person getötet, zehn schwer und andere leicht verletzt wurden. Mailand, 30. April. Tie Stadtverwaltung gab gestern aus Anlaß der Eröffnung der Ausstcllung ein Festmahl, dem die Minister, das diplomatische mW-', die Präsidenten des Senats und der Kummer, zahlreiche Parlamentarier und die ausländischen Kommissare beiwohnten. Ter britische Botschafter, als Doyen des diplomati- schen Korps, sowie der Minister des Auswärtigen hielten Ansprachen. . „ Moskau, 30. April. Der BezirksgenchtSbof verurteilte den Posizeikommissar Yermelow zur Einstellung aus vier Jahre in ein Strasbataillon unter Verlust aller bisherigen Rechte, weil er währetld der Unruhen in Moskau den' Privatdozenten Worobiew tötete. In dem Urteilsspruche tuirb angeführt, daß Yermelow zwar der Tat schuldig sei, dieselbe jedoch unter den, Eindruck der Erregung, un Affekt, beging und daher Nachsicht verdiene. Tiflis, 30. April. Im Hof eines HauseS wurde ein Brunnen entdeckt, auf dessen Grund ein Gang angelegt war, der mit einem anderen Brunnen in Verbindung stand, durch den man mittels einer Leiter in ein zweites Erdgeschoß gelangte; hier wurde eine Druckerei gesunden, verschiedene Geräte, Erplosivstoffe und 15 Pfund Dynamit. Im Hofe des HauseS wurden drei gefüllte Bomb en gefunden. 24 Personen wurden verhaftet. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 30. Avril. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.*) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtuiarktpreise. Weizen Btt. 19.00—19.25, Kurhessifcher Alk. 18.75—19.25, La Plata Mk. 19.50—20.50, 51 msias Mk. 19.25—20.25, Roggen (hiesiger) Mk. 17.25 —17.50, Gerste tWetterauer) Mk. 17.25—17.75, Frankcn- leldcr Mk. 17.75—18.25, Haler 16.75—18.00, MaiSMk. 12.25—13.50, Weizenmehl 27.50—28.00, M. 00—00, 2. Qualität Alk. 25.00 bis Mk. 26.00, 3. Qualität Mk. 23.00—23.50, Roggcnmchl 0 Mk. 25.00-26.25,1. Qualität Mk. 23.00—24.25, Weizenklcie Mk. 10.00 bis Alk. 10.50, Roggenklcie Mk. 11.00—11.50, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.25, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17.25—18.25. Alles per 100 Slg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 30. April. (Telcgr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). ?lmtliche Noticningen der heutigen Viebmarkt- preise. Znm Verkau'e standen: 539 Ochsen, 165 auS Oestreich, 39 Bullen, 0 auS Dänemark, 821 Kühe, Fersen, Stiere und Riiider, 00 aus Dänemark, 261 Kälber, 234 Schale und Hänunel, 1340 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 74—76 Mk., 2. Qual 65—67 Mk., 3. Qual. 57—63Alk.; Bullen l.Qnal. 68 bis 79 Alk., 2. Qual. 65—67 Mk.; Nühe 1. Qual. 73—75 Mk., 2. Qual. 67—69 Mk., 3. Qual. 47- 49 Mk, 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber : l.Qual. 90—95Pkg., Lebendgewicht 54-56 Pf., 2. Qiial. 90—95 Psg., Lebendgewicht 54—56 Plg., 3. Qual. 00—00 Plg., Schlachtgewicht 72—76Psg., Schafe: l.Qual. 78—80, 2. Qual. 70—72 Psg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. Qual. 72—73 Psg., Lebdgcw. 56.50—57.50 Psg., 2. Qu.70- 71 Plg., Lebend- gew. 55.50-00 Psg., 3. Qual. 62—63 Psg. Geschäft: bei Horn- viel) gut, Uebcrstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein lieber- stand. chSK °«nd fik ‘«finbet, ,2 -°!°I «fn«». „Ol!^ h,s 9 grlongn,9 ”f i>lB .RS*«...,,, )cr 12. eiij.i j'^öongen: ,n,t der SltV,Deil(t • b,CQ11|rar,: Uwö; «'< 5 Sr ’Cito6" **i 1b £ 9*9™ d,- MI hier auf J’- jW eine Muttk- graue* 1 £C11 dem Trünke c ,UIC- Diebstahls von i- 'Wit der Lerhaftunq t mit ihrem Fteir gcgeud umher und leb- 8 zurück, beute frui>- Wt in der Nähe - und ein kleines Lir nnißten erkannte V- \ e gehörig an. Es istiv die Unglückliche m jtm dcn Main gefiir,;: i- ücutc morgen Wcii ld die Prinzessin Mm heute uachinnLi unter ■ küiserin tim te\M f e l waren gdiben Krieg» uieumeistcr t>. Bedn :e vormitteg wohnten dec lie die Wnzessin Siftotr. bet Schloßkirche bei un: ier bet fivnfimation v fer beit mit der Mnu General der : W W- texat der W- : Tr. Mer v. Mar .-: KrMhlin und Snrb^. ** Tie -Lrächfifch-Thüritr gische Landsmannschaft, die am 5. März d. I. gegründet tvurdc, hält morgen, Dienstag, ihre 1. außerordentliche Generalversammlung ab. Alle Landsleute, die sich für die Sache interessieren, werden gebeten zu erscheinen. lNäberes s. Fiiserat.l Gießener Strafkammer. )( Gießen, 28. Aprck. Tic Sttaskarnmer ucrbaiibeüe gegen die Eheleute £>. R. VeckWllg non Wilsserleitllllgsllrbtitell. Tie bei Herstellung der Waffcrversorgungsanlage für die Gcniciude stlebgeshain, Kreis Schottcii, vorkommenden Arbeiten uiid Lieferungen unb zwar: o,?1 i Quell'assungsarbeiten, 1 'j Hochbehälter (70 cbm Nutziiihalt). o . o ( Röhrengräben (ca. 3700 cbm Aushub) ~Oy w \ Rohrlieferungen und DerlcgungSarbeiten sollen durch schriitl. 9(ngcbot vergeben werden. Pläne und Bedingungen sind bei der unterzeichneten Behörde, letztere auch bei der Großh. Bürgermcisterci Rebgcshain einz,i° sehen, Bedingungen und Angebotsvordrucke gegen ganz freie Einsendung von 1.— Mk. m bar für jedes LoS nur uoit uns beziehbar. 'Angebote sind verichl. und mit entspr. Anfschrilt versehen, ans der Gemeinde, Los-Nr. imb Unternehmer zu ersehen ist, dis soätestenS Montag, dcn 14. Mai 1906, vormittags 12 Uhr am unserem Bureau, Franksiwter Straße 29, einzureichen. Es können nur ?lnaebote auf Vordrucken ohne Tertändertingen wid Zuiätze Berücksichtiguiig finden. Eröffniing in Gegenwart der Bieker. Freie Auswahl bleibt ausdrücklich vorbehalten. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 27. April 1906. B36/, Grotzherzogliche Kutturinspektion Gießen Wißmann. Gerrchtssaal. Leipzig. 28. April. TaS Reichsgericht verivarf die Revision der'Eheleute Schell Haas, welche nm 28. Fcbr-uar vorn Schwurgericht zu München wegen Erniordtlitg deS Privatiers Gramm in Pasing z u m T o d e verurteilt wiirdeii. —---- Sandel nnd Verkehr, Volkswirtschaft. H ö ch st 29. April. Aus dem Bericht dcS Vorstandes der Farbwerke v o r m a l S M e i st c r , LucinS L Brüning pro 1905 ist folgendes zu entiiehnien: Das Ergebnis des Jahres 1905 kann als durchaus zufriedenstellend bezeichnet werden, -me m öcn Ichtcn Jahreii regelntäßig ausgesprochenen Klagen über Verschärfung der Konkurrenz iinb sortw hrcnd iveitercS Falleii der VerkatüSpreiie müssen auch diesmal rnicbcr zunt Ausdruck gebracht ,verden. ES ist jedoch gelungen, durch Verbeffermig uiid AnSarbeltung der Fabrikationsmethöden und erhebliche Erhöhung deS UnlsatzeS d:e c ungüilstigen Montente auszugleichen. Sämtliche Fabriken waren ivährciid deS ganzen Jahres gut beschäftigt. Die bet dem Abschsim der Jnteressengenieinschaft nut der Firma Leopold Easelka L Co. ni b H. gehegten Erwarlintgen haben sich durchaus erfüllt. Durch die mit der Badischen Aniliii- & Soda-Fabrik abgeichlohcne Jndigo-Konventioit ist einstweilen ein ruhigeres Arbeiten niif diesem Gebiet ermöglicht. Tie pharmazeutische Abteilung hat sich we"" zusrieoensteNe.id eiitwickelt. Int Sommer vorigen ^thres beschloß linder AiissichtSrat, den Zinsfuß unserer Schuldverschreibungen un Betrage von 10 Millionen Mark von 4V auf 4 /„ herab- .usetzen. Diese Eonvcrlicrung ist im perbst 190o durchgesnhrtuiid hierbei sind Obligationen int Nominalwerte voir Mk. 8 91 s 000.— auf 4°/. abgestempelt mmben. Die Aussichten für das laufende Jahr können als günstig bezeichiiet iverdeit. ** } n s (98 Avril In der Gencralveriamnllung deS Kölner Berawerkvereins teilte Generaldirektor Krabler mit, daß die vom ? April ab erhöhten Preise für K o h l e n u n d K o k s durch di° tefteigerten 2öt)nc unb anbere SBebtngungen fut bie eelbfttoften wahrlcheinlich. .uteber °"'S°br°>A tuerben wurden, ^minerhi i könne man, da tn diesem Jahre B e r garbe«tcr UN ruhen nicht ju erwarten sind ww im Bor>agre, un Ganzen auf ein mfriedenstellendes Ergebnis rechnen. und Wissenschaft. Berlin, 28. April. Die grosie Berliner Kunst- ansstellung int LanbcsausstellungSgcbäude wurde heute mittag feierlich eröffnet. Präsident Professor Körner führte aus: Tie Ausstellung im Jahre 1906 bedeute eine zwci- ache Jubelfeier. Sie gelte der silbernen Hochzeit des .Kaiser- iaares und dem fünfzigjährigen Bestehen der Kunst- genosfenschaft. Ter Unterstaatsseleetär des Kultusministeriums Weber erl'lärte die Ausstellung mit einer Altsprache ür eröffnet, die mit einem Kaiserhoch schloß. Turin, 28. April. Heute fand gelegentlich der Er- öffttung des 6. i n t er n a t i o it a l e tt Kongresses für kriminale Anthropologie eine Feier zum 25jähr. P r o f e s s o r e n - I u b i l äu m Lo mb r o s o s statt, bei der mehrere Reden gehalten wurden. Ter Feier wohnten zahlreiche bekannte Männer der Wissenschaft Italiens nnb des Auslandes bei. Ter König von Italien gratulierte telegraphisch, mehrere ausländische Regierungen, darunter Frankreich, Holland, Ungarn und Rumänien gratulierten durch ihre Vertreter, desgleichen viele Universitäten, wie Paris, London, Budapest, Rom usw. Tie Universität Gießen gratulierte durch Professor Sommer. Max Nordau und Enrico Ferrr sprachst mit großem Beifall. Tie Stadt Verona stiftete ein Medaillonbild Lom- brosoS nach dem Entwurf Bistefis, das Ministerium ein Album mit hunderten von Einzeichnnngen von Anhängern Lombrosos ans allen Ländern. Lombroso hielt eine Tankrede und erklärte den .Kongrog für eröffnet. Gicßcncr landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Liessen für Dienstag, ben L Mai 1906: Wolkig, zeitweise heiter, etwas wärmer, nachts kühl. Nur stellenweise geringer Regen. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. 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