Erstes Blatt Montag 3V. April 1906 0 Gerücht, der passiert und 156. Jahrgang Steiflliäuser 17 Siu« Säue 17 Kaiser nahe, er habe bereits Friedberg werde jeden Augenblick hier eintreffen, be- Ncuc Attentate u. a. in Rußland. In Petersburg fand cm Attentats»ersuch auf den Oberst R i e in a n vom Semenowschen Leibgarde- Regiment statt, der bei der Niederwerfung deS Moskauer Aufstandes die Strafexpedition gegen die Angreifer der Bahnstrecke leitete und Bauern, Arbeiter und Eisenbahner nieder- schiesicn ließ. Slm Freitag wünschte den Oberst ein als Offizier verkleideter Unbekannter zu sprechen. Die Uniform war aber so fehlerhaft, daß sie die Aufmerksamkeit des wachthabenden Unteroffiziers erregte, der den Oberst darüber unterrichtete. Der Unbekannte wurde verhaftet. Er trug einen geladenen Revolver bei sich und gab zu, in der Absicht gekommen zu sein, Rieman zu ermorden. Der Verhaftete verweigerte die Namensnennung. In Odessa wurde der Polizeioffizier Pogrebnoi durch vier Revoloerschüsie getötet. Der Täter entkam. Gleichzeitig schleuderte eine Frau eine Bombe gegen den Offizier Poltaw- tschenko, die aber nicht traf. Die Täterin wurde von Kosaken mit Säbeln niedergehaucn, sie schleuderte aber, am Boden liegend, eine zweite Bombe, wodurch zwei Schutzleute verwundet wurden. In Tschenstochow wurde auf den Wagen des Polizeien eiste rs eine Bombe geworfen, durch welche dieser und der Kutscher leicht verwundet wurden. Dec Wagen wurde zertrümmert. Ter Attentäter ist unbekannt. Es hat den Anschein, daß zur Verfolgung der in Warschau verhafteten deutschen Sozialistin Rosa Luxemburg ganz besondere Gründe vorliegen. Von Petersburg wurde cüx Mitglied deS Gendarmeriekorps, Baron Medern, mit einem Geheimbefehl nach Warschau entsandt. Wie verlautet, enthält der Befehl eine Instruktion für das Kriegsgericht, vor welches die Verhaftete gestellt werden wird. NeuerdmgL werden rvicder, wie vor dem Kriege, viele der Spionage verdächtige Leute unter den in Wladiwostok eintreffenden Japanern bemerkt. In den letzten Tagen sind dort wiederholt bei den Festungswerken Verhaftungen vorgenommen worden. Zehn von den Verhafteten waren damit beschäftigt, Skizzen anzufertigcn und Notizen zu machen. Ein unbewaffneter Soldat versuchte in der Nähe der Festung einen Japaner zn verhaften, wurde aber nut einem Revolver bedroht; der Japaner entfloh. 1,20 -85 1- -M l.ö) -v W' -7$Ö 1,10 1,10 ?3) 1.K Ser Kaiser will am 2. Mai auf dem Töberitzer Uebungsplatz bei Berlin die Bataillone deS ersten Ckirbe- regiments besichtigen. Ebenso gedenkt dec Kaiser am 3. Mai Bataillonsbesicytigungen vorzunehmen mü> nm 3. Mai abends nach T onaucschingen ab^ireifcn. Die Kaiserin verbleibt vorläufig in yomburg. §ie Heutig- Lummer umfaßt 1Ü Seiten Aer Kaiser in Hießen. Wir verbreiteten am Samstag abend folgendes Ertra- blatt unter allen unseren städtischen Lesern: Gießen, 28. April. Wie uns von amtlicher Seite mit- -geteilt wird, trifft Se. Mnjestiit der Kaiser am 1. Mai, von Houiburg kommend, um 9 Uhr im Automobil auf dem Exerzier- platze zu Gießen ein. Se. Majestät wird zur Anfahrt voraussichtlich., bie Frankfurter Straße, die Südanlage, Earteustraßc und die Griinberger Ltraße benutzen. Se. Maj. steigt auf dem Exerzierplatz zu Pferde und besichtigt sein Regiment. Rach der Besichtigung des Regiments wird Se. Maj. em Frühstuck beim Lffizierkorpö in der Zeughaus-Kaserne einnehmen. Die Weiterreise Sr. Maj. erfolgt um 1 Uhr nachm vom hiesigen Bahnhof im Sonderzug nach Potsdam. Der Kaiser in Gießen! Das ist unsere freudig erwartungsvolle Losung seit Tagen und Wochen. Längst warf der gerüchtweise schon vor dem Osterfeste und daun von Tage zu Tage immer wieder angckündigtc Kaiserbesuch seine Schatten voraus. Am Donnerstag der vergangenen Woche machten sogar einige Schulen einen freien Vormittag, weil das 1106 > Auslese Mill n alter rry , Gold deira ,, alter, laga >, aller Nr. 100 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Samiliem blätter viermal in der I Woche beigelegt. Rotationsdruck il Verlag der Brühl 'sehen Umvers.-Buch-u.Stem- druckerei. 0t Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7, Redaktion 113 Verlag u.Exved^^Säl Adresse für Deoeschen: Anzeiger Gießen. stimmte Formen annahm. Auch nach auswärts waren durch übereifrige Reporter falsche Gerüchte verbreitet worden, und so waren denn aus der näheren und weiteren Umgebung unserer Stadt, selbst aus Wetzlar, Herborn und anderen benachbarten preußischen Orten, Leute herbeigeströmt, um den Kaiser zu sehen. Alle unsere täglichen Versicherungen, daß solchen Gerüchten kein Glaube beizumessen sei und daß unsere Leser sich auf uns verlassen könnten, daß wir rechtzeitige Meldung von dem Kaiserbesuch machen würden, waren in den Wind geredet. Nun also wissen wir's bestimmt: der Kaiser kommt! Zur Besichtigung seines stolzen Regiments, indem jcit dem unvergeßlichen Gnadenakte des Jahres 1891 der sjtarne Kaiser Wilhelms II. für alle Zeiten untrennbar fort» leben wird, wird der Kaiser Einkehr bei uns halten. Ein -.militärischer Festtag, ein Festtag des Volkes in Waffen, aber auch ein Fest der gesamten Bevölkerung, die ihn, den bisher noch nie in ihren Mauern gesehenen Herrscher i i j Reiches, freudigen Herzens grüßt. Im Juni 1903 sah ihn wohl mancher von uns beim frankfurter Wettsingen, wie er mit gespannter Aufmerksamkeit in die Welt der Töne versunken, sinnend zu den Sängern blickte und zum Schlüsse an die Dirigenten der Gesangvereine im Fürstenzimmer der Festhalle eine geistreiche Ansprache über das Volkslied und die Pflege des VolkSgesangeS hielt und die Herausgabe einer Sammlung sämtlicher deutscher Volkslieder ankündigte. Im vorigen Frühjahr aber reiste mancher Gießener nach dem nahen Wiesbaden, um dort den Kaiser zu sehen bei der großen Parade zu Ehren der anwesenden Königin-Mutter von Italien, oder bei den Festspielabenden im Hoftheater. Die meisten Herzen eroberte er sich ober dort, wenn er, in der schmucken Uniform seiner schwarzen Husaren, mit kleiner Suite einen Frühritt in die im Lenzschmucke prangenden Wälder des Nerotals unternahm und aus den Händen schöner Frauen mit gewinnendem Lächeln und ritter- lichenr Tanke heiteren Auges immer neue Rosenbuketts entgegennahm. Er selber pflegte aus jedem Strauße eine der köstlichen Blüten für sich zu nehmen und die übrigen unter seine Begleiter zu verteilen. Gebräunt von der Sonne des Südens sah man ihn damals in prachtvoller körperlicher Kraft, und tausende Herzen, auch die vieler enthusiastischer Ausländer, schlugen ihm dort entgegen. Morgen schaut ihn zum ersten Male die Stadt Gießen. Sie sieht ihn an der Spitze seines Regiments. In dem neuesten Vehikel modernen Individualverkehrs wird ihn die Heide droben vor der Stadt erblicken, die, wenn nicht bunte mili- tärische, oder jeweils auch sportliche Schauspiele auf ihr sich abspieleu, in stiller Abgeschiedenheit zwischen waldigen Hügeln träumt. Stadt und Kreis Gießen grüßen den Kaiser, in dessen sicher und starker Persönlichkeit uns Gewordenes, Gegenwärtiges, Werdendes gleich eindrücklich entgegentritt; Gewordenes, Gegenwärtiges, Werdendes jubelt ihm zu, und nur auf die Dauer Lebensunfähiges mag grollend abseits stehen. Die halbe Flasche Sekt im Leibe, die nach Bismarcks bekanntem Wort dem Deutschen fehlt, tut dem großen Michel wahrlich not. Natürlich irt das bildlich gemeint. Neben der Pedanterie auch ein bischen Initiative, neben der Gründlichkeit auch ein bischen Entschlußfreudigkeit, das muß dem Deutschen immer wieder beigebracht irjcrben.* Wir gehen nicht gern in einen Kampf; haben uns unsere Führer aber erst in die Gefechtsfront gebracht, dann entlodert d.cr Furor Teutonicus und es wird ganze Arbeit getan. Früher einmal erstanden diese Führer dem Volk, und die Fürsten standen abseits. Heute gehören wir — man muß im gewisser Weise sagen: leider — zu den saturierten Nationen. Mur zu viele unter uns legen Taler auf Taler und trinken jfjQC Bier. Sonst begnügen sie sich mit Abgestandenem. Nur nicht überschämneu, heißt die Parole. Selbst die erbittertste Wahl — man denke nur an die..letzten Darmstädter Tage — ysht dem Volte nicht mehr so an die Nieren, wie vor annähernd 60 Jahren eine einzige Rede eines begeisterten oder iwonieNi Mann M” 5 $*«*'?* ® Kaplau^5^-^ — HB JU-ÄSSl y^JciKniaOn! uiÄwtiilc • c. piSn 2 . Prinur ybeci:eil Sw« SQUtten "-Echt Wer ber ©Pie !>». Ä 2. Dentschev Reichstag. 89. Sitzung v o m 28. A p r i l 1906. Präsioent Gras Balle st rem erösfiict die Sitzung mit der Beratung des Au^omob ilba f tpsl ichtgesetzes. Abg. Prinz Sch ö na i cb-Ea r ol at b iul.) oanll dem Staatssekretär des Reidisjustizamts für die Vorlegung dieses Gesetzes. Die Bestimmung, daß der Betriebsunternehmcr und nicht der Chauffeur für den angerichteten Lclxrden haftbar sein soll, ist ebenso gerechtfertigt, wie die Gleichstellung des Antomobil- betriebcä mit dem Eisenbahnbetriebe. Die Zahl der Unfälle ist bei dem ersteren sogar noch größer als bei dem letzteren. Die Bildung non Zwangsgeiwsienschaften tarnt einer späteren Novelle rorbehalten bleiben, damtt auch die leistungsfähigen Betriel^- untermehmer ihrer Haftpflicht gegenüber dem Geschädigten gerecht werden können. Die Schädigungen durch Automobile haben sich in letzter Zeit in so besorgniserregender Weise vermehrt, daß endlich etwas geschehen muß. Redner beantragt die Verweisung der Vorlage an eine Kommission. Abg. Gröber (Ztr.) begrüßt den Gesetzentwurf von ganzem] Herzen. Seine Partei erblicke allerdings im Automobil einen sehr erwünschten technischen Fortschrllt, es> sei aber mit Gefahren für die Allgemeinheit verbunden. Bei höheren Geioalten müsse freilich die Haftpflicht fortfallen, im allgemeinen aber müsse der Aulomobilbesitzcr sür jeden Schaden aufkommen, wie das Gesetz es will. Er hoffe, daß aus der Kommissionsberatung ein brauchbares und gerechtes Gesetz hervorgehen werde. Wg. Stadthagen (Svz.) erklärt, der Gesetzentwurf habe einen großen Fehler, nämlich den, daß er die Zwangsgenosjensckast nicht vorsieht, die nötig sei, damit der Verletzte oder Beschädigte einen sicheren Rückhalt habe, an wen er sich wegen der Haftpflicht halten könne. Ter Automobilverkehr nehme immer mehr zu, um so nötiger seien Zwangsgenossenschaften. Wenn Deutschland demokratischer den Wert des Einzelnen^ anerkennen würde, so würde auch der dem Einzelnen zugefügte Schaden in größerem Maße ersetzt werden, als dies jetzt auch nach dem vorliegenden Gesetz geschehe. Die Automoblle gefährdeten den freien Berkes auf den Straßen. ^>ie nahmen auch diese für die Besitzenden in Anspruch, denen ohnehin schon der größte Teil der Erde gehöre. Abg. Schicken (kvns.) steht der Vorlage sympathisch gegenüber. Seine Fraktion halte an der Bildung einer Zwangsgenossen- lad/ft seft, die hafte, wenn der Schuldige nickst zu erreichen sei. Seine politischen Freunde hielten die Haftung des Unternehmers für berechtigt. Der Bedeutung der Automobil-Industrie sei seine Partei sich voll und ganz betauüt. Sie befürchte aber für sie von dem Gesetz keinerlei Störungen. Tas Gesetz ivolle nur die Ausschreitungen im Automobilverkehr treffen. Abg. Tr. M u g b a n (fr. Bp.) wendet sich gegen die Ausnahme- Bestimmungen, nach Denen u. a. Chauffeure nicht unter dieses! Gesetz fallen und erhofft eine Aendernng dieser Bestimmung in der Kommission. Daß eine Zwangsgenossenschast nicht int Gesetz vorgesehen fei, bedauere auch er. Staatssekretär Dr. Nieb erdin g will hier nicht auf einzelne vorgebrachle Punkte eingehen, da der beste Ort dafür ja die Kommission sei. Gegenüber dem Abg. Mugdan erklärt der Staats- ctretär, die verbündeten Regierungen hätten eigentlich gerade die Absicht gehabt, die Frage auf Grund der Zwangsgenossenschaft zu regeln. Nur der Umstand, daß ein abgeschlossenes eWr geistreichen Patrioten. Gegenüber der Politik wie der Kunst, die beide einst die Themata waren, während sie heute eins sind unter der mannigfachen Zahl bedeutungsloser Tagesfragen — ja allem und jedem gegenüber sind wir behäbig geworden. Und wenn wir keinen Mann hätten, der uns die berühmte halbe Flasche Sekt bringt, ' wir müßten einen erfinden. Der Philister freilich mag nicht : das stete Gedrängtwerden. Und doch können wir dankbar ' dafür fein, daß das moderne Kaisertum dem Naumannschev Traume von einem sozialen Kaisertum erheblich näher gekommen ist als zu Wilhelms I. Zeiten, daß Wilhelm II. ! nicht nur eine Cozialreform im Sinne der Wohltätigkeit 1 landesväterlich zu gewähren gewillt ist, sondern schon im 1 Jahre 1890 als seine oberste Pflicht erkannte, die soziale Bewegung in die nationale Politik hineiuzuziehcu. Das Ausland begreift unseren Kaiser vielfach besser als allzuviele unter uns. Tas lehrte erst dieser Tage aufs neue die vortreffliche Bostoner Rede des amerifan. Prof. Peabody, die wir tun Samstag Wiedergaben. Wir haben einen Kaiser von so erstaunlicher Vielseitigkeit der Interessen und des Wissens, daß er auf einer Reihe heterogener Gebiete schier fachmännische Arbeit zu leisten s.chig scheint. In unserer neuen Zeit, die sich nur allzu sehr m Wissens- und Berufsfächer und -Fächleiu zersplittert, ist universale Bildung ein Phänomen. Und sie ist umso wertvoller, wenn ihr Eigner an rageiibfier Stelle sich befindet und obendrein die halbe Flasche ec ft im Leibe hat, die seinem Volke fehlt. Bringt er doch Bewegung in die Massen; er feuert an, er erweckt Widerspruch. Und das Ergebnis ist überall regeres Leben. Man frage in Essen, Hamburg, Bremen, Berlin, Wiesbaden; die Männer, die wacker wirken am Webftuhle der Zeit, wissen alle von des Kaisers Anregungen Erstaunliches zu reden. Biele Ernsthafte unter uns freilich schmähten angesichts jedes neuen Auftrages, der Berliner Künstlern Hundertrausende zu Verdienen gibt, oder angesichts mancher Rede und manches Telegrammes, die wie Steine hineinsaufen in fest gegründete Anschauungen, Ueberzengungen und Einsichten. Wer auf das große Weltgetriebo mit den Augen des lachenden Philosophen, des objektiven, unbeteiligten, hell- blickendcu ästhetischen Kultur- und Zcitbetrachters schaut, dem geht doch immer wieder das Herz aus ob dieser frischen und ganz eigenartigen impulsiven Persönlichkeit. „Höchstes Glück der Erdenkender ist doch die Persönlichkeit", sagt Goethe einmal und dieses Glück ist dem Kaiser-Wilhelm int höchsten Grade zugemessen. Der Dichter fährt fort: Jedes Sehen sei zu sichren. Wenn man sich nickt selbst vermißt Alles könne man verlieren. Wenn inan bliebe, was man ist. Zu bleiben, was er ist, eine sich selbst ganz Uhb gar gehörende Persönlichkeit, die die Richtschnur ilMes Handelns in der eigenen Ueberzeuguug und in dem eigenen Pflichtgefühl findet; einen als nicht volthaltig erkannten Gedanken entschlossen aufzugeben und sich mit neuen Gedanken zu erfüllen, wenn die Zeit sie hervorgebracht hat, das ist ein Eharakterzug des Kaisers. In allem, waS er tut, zeigt er, daß er ein Hohenzoller ist, und doch gleicht er feinem der Hohenzollerubllder, die sich in unsere Herzen einig eprägt hoben, bis in die Einzelheiten. Er ist eine Persönlichkeit. Des Hcffenstammes Art ist es nicht, von dem Alten leichtherzig sich abzuwendeu und dem Neuen raschen Sinnes zuzujubeln. Wohl hatte im vorigen Jahrhundert auch Hessen den Unfegen partikularistischer Enge Als aber das Land int Kampfe gegen Frankreich mit den übrigen dem führenden deutschen Staate sich anschloß, als dieser ötant dem alten Sehnen jedes ganzen Deutschen glanzvolle Erfüllung brachte, als der alte Kaiser und sein Kanzler der Allmutter Germania die Lorbeerkrone ums Haupt flochten und sie zur Fürstin machten int Rate der Völker, da tat Hessen mit voll deutscher Freude und deutschem Stolz. Und morgen jubelt die führende Stadt hessischen Geistes dem .Hohenzoller zu, der sich schnell das .Herz der Hessen- Darmstädter zn erobern Verstand, wie er doch selbst dem Herzen der freilich immer noch ein wenig lviderstrebeuden benachbarten Kurhessen näher und näljcu tritt. Bei uns int Groß Herzogtum Hessen gab es zu keiner Zeit auch nur einen, der sich aus dem von immer neuen kräftigen Lüsten durchwehten, lichtglänzenden Bau des neuen Reiches zurück- sehnt nach der alten Zersplitterung der deutschen Stämme, nach der dumpfen Enge der Vergangenheit. Freudig bekannte sich stets und bekennt sich heute bei uns die Allgemeinheit zu den hehren Zielen, die das größere Vaterland uns steckt und zu denen des Kaisers hochgemuter Gedankenflug die Bahn weift. Des Kaisers Verständnis für jedes Volkstum, das in deutschen Landen sich regt, trägt dazu nicht unwesentlich bei, daß auch die Hessen innerstem Drange gemäß in freudigem, freiem Zusammenwirken des Stammes mit der Nation sieh ausleben. Und so schlagen jetzt, da der Kaiser uns naht, die Herzen ihm entgegen, der uns in seiner leuchtenden Persönlichkeit die Freude an der Vergangenheit, die Kraft der Gegenwart, die Hoffnung , auf die Zukunft vereint empfinden läßt. Darum verbinden . fick) in dem Jubel der Menge, in dem die Gefühle der ganzen Großh. Provinz Oberyefsen Ausdruck finden, die Ruse: Gruß und Heil dem Kaiser! < * i Auf den von der Bürgermeisterei im heutigen Anzeigen- 1 teil veröffentlichten „Aufr u f" sei auch an'dieser Stelle besonders aupnerffam gemacht. Der Aufforderung zur \ 2 ch m ü cku u g der vom Kaiser berührten Straßen gewiß ungesäumt Folge geleistet werden. jussficdenW ',-xS.S SA-' Ca, e* lobeii ctlMwehre, W Mu,Patronen erisl jen in grober Au-m Lä. Reinig WchuhaudliG !- t ► Lclteröwca Äinebr Beite» • Haarwasser (fecMi) jifloiL aepriiilL^' | 46] letta A J; o vtalia »so deaupvoizüql.) l'- J m 1903er - - _ BezugSpretS: JBöfiSSr w monatlich76^1,Diertel* Gietzener Anzeiger W General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe« MW ________ __ nciqcnteil: Hans Beck. ^nervo fragend^! bewahrt bei .-vy.; Die Feier des 70. Geburtstags des Geh. Regierungsrats Schönfeld. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) --Schotten, 28. April. Wohl selten ist ein Beamter von der Bevölkerung so gefeiert worden, wie Geh. RcgierungSrat Schön selb. Nahezu seine ganze Amtszeit hat er dem Vogelsberg und seinen Bewohnern gewidniet. Ms Sohn eines Geistlichen zu Wöllstein am 29. April 1836 geboren, trat er bereits 1858 als K'reisassessor zu Grün- berg in den Verwaltungsdienst, später wirkte er in gleicher Eigenschaft zu Dieburg und Büdingen, 1883 wurde er blteUtat in Lauterbach und 1887 Kreisrat zu Schotten. Er hat durch sein Entgegenkommen und seine Fürsorge für die Einwohnerschaft cs verstanden, sich! die höchste Sympathie der Bevölkerung des Vogelsbergs zu erwerben. Als Schreiber dieses einen älteren Mann nach dem Geheimrat fragte, da wurde ihm die Äartwvrt: „Tons cs a ganzer Mann, der helft dem Geringste, doas is de ,Voatter vom Vulsbergk'." Und in der Tat hat Reichstagsabg. Dr. Wallau. recht, wenn er gelegentlich der Einweihung der Vogclsberg'bahn am 1. Avril d. I. in einem Toast auf .Me.israt Schönfeld ausführte, daß man überall, wohin man auch im Vogelsberg käme, das Wirken und Walten des Jubilars sehe und sein Lob von der Bevölkerung höre. Seiner steten Fürsorge ist cs in erster Linie zu danken, daß der Vogelsberg mit seinen rcicherr Schätzen und seiner biederen, kernigen Bevölkerung, durch Bahnbauten dem Verkehr angegliedcrt und dadurch dem Laude die lang ersehnte finanzielle Besserstellung gebracht wurde. — Die Geburtstagsfeier wurde am gestrigen Tage eröffnet durch einen Fackelzug der Vereine und der Bevölkerung Schottens. Von den früheren AmtsgcnoUen des Jubilars waren am Samstag Darmkatarrh. ” Diarrhoe, rech durchfalt etc. voran die Kapelle des Musikvereins und der Stadtvorstand. Vor dem Kreisamtsgebäude angekommen, hielt Vuchdruckercibcsitzer Engel namens der Vereine eine Ansprache, er hob die Verdienste deS Jubilars um Schotten in seiner 19 jährigen Tätigkeit hervor und brachte ein Hoch auf ihn aus. Die Gesangvereine trugen Lieder vor. Herr Schönfeld dankte tief bewegt für die Ehrung und toastete auf die Stadt Schotten und ihre Bewohner. Nachdem die Vorstände der Vereine kurz im Kreisamt verweilt hatten, setzte sich der Jubilar an die Spitze des Zuges- der sich wieder durch die Stadt nach der Turnhalle bewegte, ioo ein Kommers stattfond. Bürgermeister Kromm begrüßte den Geheimrat und dessen Gäste, besonders den Ministerialpräsi- deuten Braun. Dieser hielt hierauf eine längere Ansprache, in der er erklärte, daß er stets mit Freuden der Zeit gedenke, als er im Vogelsberg wirkte und bei dem Jubilar seine Lehrjahre verbrachte. Mit lebhaftem Beifall wurde das Hock auf die Stadt Schotten und den Vogelsberg ausgenommen. Geh. Regierungsrat Schönfeld dankte nochmals für die Kundgebung der Bevölkerung und gab dem Wunsche Ausdruck, daß es ihm vergönnt sein möge, in Schotten bis an sein Lebensende zu bleiben. Die Feier war äußerst zahlreich besucht und nahm einen sehr schönen, würdigen Verlauf. Am Sonntag vormittag 10 Uhr begann die Gratulation und die Ucberrcichung der Ehrengaben. Als erste fanden sich ein der Stadtvorstand der eine Adresse überreichte, die Kreisstraßenmeister, die Gendarmerie und die Beamten des Kreiscnnts, letztere übergaben eine Adresse mit der Widmung: „Ihrem hochverehrten Herrn Chef, dem Herrn Geheimen Re.gierungsrat Schönfeld zu seinem heutigen 70. Geburtstag die allerherzlichsten Glückwünsche." Um 1'211 Uhr trafen die Vertreter der Behörden der Provinz und der Kreisämter Oberhessens ein. darunter Provinzialdirektor Geheimrat Dr. Breidert, Baurat Dichm-Gießen, die Kreisräte Fev-Friedbcrg, von Bechthold-Lautcrbach und Dr. Mclior-Alsseld, Bürgermeister Stahl und Stadtrat Falk-Fried- berg, eine Deputation der Stadt Lauterbach, bestehend aus Bürgermeister Stövlcr, Stadtrat Lang und Stadtrat Duchbordt, die Bür- germeifter des Kreises und eine Deputation der Lehrer. Namens der Bürgermeister sprach Jochem-Laubach. nannns der Lehrer Lin k-Rudingshain. Ein sehr^sinnigcs Geschenk übergab Kreis- vctcrinärarzt Dr. Scheib e l - Schotten, bestehend in der Statue eines Pferdes „Othello" zum Andenken an das Lieolstagspferd des Geheimrats, der ein großer Tierfreund ist und gegenwärtig einem 28 jährigen Pferde das Gnadenbrot gibt. Mimsterialpräsident Brau n überreichte einen Blumenkorb und das Bild Bismarcks. — Unterdessen waren aus allen Teilen des Kreises Schotten Deputationen der Kriegcrvereine eingetragen, die in' der Stadt Ausstellung nahmen und unter Vorantritt der Kapelle der Hanauer Ulanen nach dcr Kreisamtswohnung marschierten. Die Bezirksvorstände begaben sich- in die Wohnung und übergaben dem Förderer und Gönner des Kricgcrvereinswcscns die bronzenen Büsten Kaiser Wilhelm I. und des Großherzogs Ludwig IV. Sie tragen die Widmung: „Zum 70. Geburtstag, 29. ZApril 1906, dem Herrn Geheimen Regierungsrat Karl Theobald Schönfeld gestiftet von den 2000 Mitgliedern der Kriegervereine des Kreises Schotten." Die Kapelle spielte „Lobe den Herren". Geh. Regierungsrat Schönfeld erjebien dann, dankte den Vereinen, gedachte der Ziele der Hassia und brachte ein dreifaches Hurrah auf Heer und Vaterland aus. Hiernach ging er die Front der Kriegcrvereine ab, und es erfolgte dcr Abmarsch. Die Spitzen der Behörden — ca. 40 Herren — speisten im Hotel Post, die Vereine verteilten sich in der Stadt. — Um 3 Uhr wurde vor dem Hotel Post ein Festzug aufgestellt, an dessen Spitze Geheimrat Schönfeld und die übrigen Herren marschierten. Der Zug bewegte sich zur Turnhalle, wo auf Veranlassung der Krieger- tiercine eine Volksscicr stattfand. Die Turnhalle vermochte die Gäste nicht alle zu fassen. Der Vorsitzende des Hassiabcznks Schotten, Bürgermeister Vie hl-Rainrod, hielt die Begrüß- ungsrede. Er gedachte des bedeutungsvollen Trages und ans, den Kriegervereincn sei cs eine Herzenspflicht gewesen, ihren eifrigen Freund heute zu feiern, dem die ganze Bevölkerung des Kreises Liebe und Vertrauen entgegen bringe, er habe ^derzeit die Interessen der Kviegervercinc in wahrhaft väterliche Weise vertreten, sein Wirken fei vorbildlich geworden. Er habe auch für Arme und Notleidende gesorgt und manchen Kummer, manche Tränen gestillt. Die Kriegcrvereine feien heute freubig und in inniger Dankbarkeit zu diesem i'lppell erschienen. Redner schloß mit den Worten: Möge uns unser Geheimrat, der kermge Sohn des Hessenlandes, der uns ein Vater ist, noch lange erhalten bleiben. (Begeisterter Beifall.- , ..... Geheimrat Schön selb dankte sichtlich bewegt für die imposante Kundgebung der Kriegcrvereine. Qr habe in den 40 Jahren, die er im Vogelsberg wirke, die schöne Gegend und die biederen, treuen, redlichen Menschen so lieb gewonnen, datz er sich nicht von Urnen scheiden wolle, so lange der Himmel,ihm noch das Leben gebe. (Lebh. Beifall.) Redner schloß mit entern Hoch auf den Vogelsberg, den Kreis Schotten und den Hassia- Kriegerbund. (Langanlwlt. Beifall.) Als Vertreter des Haffia- bezirks Laubach sprach Ritter-Laubach. Er feierte daS Hessen' Volk als einen Fundamentstein im Bau des Vaterlandes und den Vogelsberg als den Felsen, auf dem das Hcssenland ausgebaut sei. Er brachte ein Hoch auf den Großherzog aus und stehend wurde die Hpmnc gesungen. Der Jubilar machte einen Rund- gcmg durch die Turnhalle und unterhielt sich in seiner bekannten leutseligen Weise mit seinen Vogelsbergern.^— Geheimrat Schönfeld ist trotz seiner 70 Jahre noch äußerst rüstig und wird m zwei Jähren sein 50jährigeS Amtsjubiläum feiern können. , , Die Adresse der Kriegcrvereine ist in künstlerischer Weile M Hofkalligraph Göttmann-Darmstadt gearbeitet. Auf der Autzur feite ist sie in braun gepreßtem Leder gehalten und trägt das hessische Wappen und die Zahlen 1836—1906. 29. IV. Die eine der Innenseiten, die mit grüner Seide überzogen ich zeigt tit Buntstickerei ausgeführt, die Initialen C. T. S. (Carl Theobald Schönfeld): die andere enthält in farbiger Rundschrift dar- gestellt folgende Widmung: „ . Zum 70. Geburtstage am 29. April 1906 dem hockcherztgen Gönner und Förderer des Kricgcrvcreinslvescns, dem Dolmetscher der Gefühle echter deutscher Vaterlandsliebe, Herrn Gey. Regiernngsrat Earl Theobald Schönfeld, Kreisrat zu tswotten, widmen die 2000 Mitglieder der Kricgcrvcreine des Metfcs Schotten als ehrende Anerkennung seiner Verdienste und aw bleibendes Zeichen ihrer unvergänglichen Dankbarkeit zum Schmuck des „Löwcnsaals" die Düsten des Hcldenkaifers Wü- belm I. und des ruhmreichen Führers der hessischen eisernen Division Großherzogs Ludwig IV. In Ehrerbietung die Krieges- vereine des Kreises Schotten. , Aatsial "aus die Möglichkeit einer solchen Zwangsorganyallon inK(j| nicht vorliege, hätte die verbündeten Regierungen bestimmt, hrit dem vorliegenden Gesetzentwurf vorzugcheu. Es solle damit ober nicht gesagt sein, daß der Weg der Zwangsgenoyenschaft tum endgiltig aufgegeben sein soll. Man brauche aber daun eine allen Anforderungen der Neuzeit entsprechende Orgami 'hon. Bvn anderen Rednern sei die Einheitlichkeit der Polizeiv'orschrtften für den Automobilverkehr in ganz Deutschland gcsordcrt worden. Er könne nur sagen, daß die verbündeten Rcgicrungcil schon dahingehende Schritte unternommen hatten. Abg. Bvkclmann lRp.l hält es für zweckmäßig, den Ent- hnirf an dieselbe Kommission zu verweisen, der die Novelle zum § 833 des B. G. B. überwiesen worden sei. _ Mg. Mommsen (fr. Vg.) stimmt dem Vorschläge des Vorredners zu, aber aus einem anderen Grunde. Er hofft, daß sich huf diese Weise die Inkonsequenz dieses Gesetzes gegenüber den Bestrebungen auf Jnneheltnng des § 833 zeigen werde. Was verhindert werden müsse, sei da§ sckiuelle Fahren der Autonwbile. Die Eisenbahn hätte ihren eigenen Schienenweg, ein Vergleich Zwischen Eisenbahn und Au'omobil sei also ganz unangebracht. Diesen falschen Staudpuiirt habe leider der Entwurf cinge- iwmmen. , . 2lbg. Werner (Antis.) wendet sich ebenfalls gegen das, zu schnelle Fahren der Automobile. Für den vorliegenden Gesetzentwurf müsse man der Regierung dankbar sein. ?ll>g. B u r l a g e (Ztr. 1 befürwortet auch die Einführung einer Zwangsgenoisenschaft. Er erkenne zwar die Schwierigkeit dieser Materie an, aber vielleicht könne mau doch in der Kommission einen Schritt vorwärts kommen. Mg. v. Oertzen (kons.) erklärt, die Allgemeinheit müsse gegen die Auswüchse des Autvmobilisinus geschützt werden. Tag geschähe durch die Einführung der Haftpflicht und durch, einheitliche Pvlizeimaßnahmcn, sowie durch eine ZwangMcnossenschaft. Nach weiteren Bemcrkungeii der 2kbgg. Graf Bernstorf lWelfc) und Prinz v. Sch ö n a i ck>- C a r 0 l a t l> ml.) wird die Vorlage an eine 14 gliedrigc K 0 m m i s s i 0 n verwiesen. Es folgt die erste Beratung des Gew^ntwurfes betreffend Aendernng 'des Gesetzes über den Vogels ch u tz vom 22. März (1888 und zur Einführung des Vogelschutzgcsetzes in Helgoland. Abg. Engelen (Ztr.) erklärt seine Zustimmung zu der Vorlage. Das Verbot des Fangens von Krammetsvögeln müsse aber aus dem Entwurf gestrichen werden. Abg. Ledcbvur (Soz.i: Im Gegensatz zu dem Vorredner halte ich das Gesetz für nickst weit genug gehend. Das Fangen von Krammetsvögeln im Dohnenstieg ist eine empörende Tier- auälerei, da dabei auch vielfach andere Vögel gefangen und stundenlang geauält werden. Darunter sind auch allerdings beerenfteffende Vögel. Abg. Hennig (Foni.J erklärt, er könne sich nickst für den Krammetsvogelfang begeistern. Große Bedeutung habe die Sache nicht, da die KranimetSrwgcl zu den jagdbaren Tieren gehören, es auch fraglich sei, ob er nicht mehr Schaden als Nutzen lüfte. Eine Kommissionsberatuna 'ei deshalb allerdings nicht notwendig. Abg. Held (nl.) konstatiert mit Freuden, daß das Gesetz von (1888 günstig gewirkt l>abe. Abg. Merten (fr. Vp.) sicht in dem Gesetz nickst nur eine Konsequenz !ws Pariser Ucbereinkommens sondern auch eine cr- sreuliche Erweiterung des Vogelschutzes überhaupt.. Der Dohnenstieg müsse sckwn deshalb beseitigt werden, weil sich auch andere Singvögel fangen. . Staatssekretär Graf Posadvwskh: Es feien Verhandlungen mit Italien wegen seines Beitritts zur Pariser Konvention geführt worden, bisher seien diese Bemühungen ober erfolglos gewesen. Mas den Wunsch betreffe, die .stlammetsvögel als nickst jagdbar zu erklären, so glaube er, daß die preußische Regierung nie zu einer derartigen Gesetzgebung durch das^Reich ihre Zu- sttmmung geben iperbc, da die Jagdgesetzgebrmg Sache der parti- Llllaristrschen Gesetzgebung sei. Wg. Bruhn (wirtsch. Vg.) ist, für Kvmmiftionsberatung ünb halt es für nötig, daß geschossene Vögel auch nach dem Schluß der Jagd verkauft werden können. Abg. Frhr. v. Wolff-Metternich (Ztr.^ polemisiert (gegen Ledcbvur bezüglich des Fangens von Krammetsvögeln. Wenn der Dobncustieg regelmäßig revidierst werde, sei eine Tierquälerei gänzlich ausgeschlossen. Ein jagdbares Tier bleibe dieser Vogel doch. Bezüglich des Vogelfanges auf Helgoland i|t cs lscÄvcr, von hier aus Vorsorge zn treffen. Empfehlenswert wäre kvicklleicht eine Studicnrcise nach Helgoland. Abg. Ar. Wolff (Wirtsch 23g. v Wir werden einen freisinnigen Antrag gern unterstützen, der den <5tf)Iingcnfang_ der KstammetSvögel abschaffen will, zumal sich auch andere Singvögel in den Schlingen fangen. Abg. Graf Bernstorfs lWelfc' erklärt: Eine Grausamkeit ist mit dem Krammetsvogelfang nickst verbunden, sonst würde ich ebenfalls für die Abschaffung desselben cintreten. Wichtiger aber ist cs, daß zahlreichen kleinen Leuten ein erheblicher Erwcrbszeig verloren gehen werde. Abg. Dr. Müller-Sagan (fr. Vp.) erklärt, beim Tobnen- RtctT fingen sich auch andere Vögel in beträchtlicher Zahl. Schon deshalb müsse dcr Dohnenstieg verboten werden. Die Erörterung ist damit geschlossen. Ein Antrag auf Käm- miffivnsberatimg ist nicht gestellt. Die zweite Beratung findet rm Plenum statt. Präsident Graf Balle st rem teilt noch mit, daß ihm dcr Botschaftssekretär der Vereinigten Staaten, Dod ?ulnh'5' leinet ioiJ .hob bje )n Quj -x^)tigen J •’ ^piSi lders ten ^srche'^ ' A""b™ i»t a.?”-; E? dem ^ubifnr f ■ 9W L'l iöuÄe^ ^etg aufgeilom &°6 tu? vckinals fi x ?c”- Gkt ■"'“SÄ?",0 ib' °«!i° übtttete, fä *r$k5.keJ«8* SSt*-®® ’Ss-äs LWK Ä***»Äfe «J'bJwtSutftotbt iß Mitatton bet ' .-»'-*• 2aubad>, namens her E ? Wnf übcrgüb j£n' bestehenb in bet lC!' n.n das Sie'oI:ng§Dfttbk; ,nb ^ uiib gegeMärtig eiL7 1 91i,t; Aun.sicrialprLsLc- Kunb d°sM BisM" reilen bes leises Mxr lngetronen, bic in bet y- oraiitritt bet ftahefic bafr Enung marschietlen. ' öie Löhnung imb fiberg^ ictvereinswesens bie Vw< ,c5 Grvhherzogs Ludwig n 70. Geburistcg, 29. U ingütßt Start Theobald te ledern bet StiegcrDtmi? M elte „Lobe den 6enm". M ,. -»»EM , Ao^^rdiensr Ö'mJ-i 5%$?55 , »nniv^LliiASr <§a^ amt, dankte bento, brachte ein breite 9mah iernnd) ging er i}wnt bex 1 :e der Abmarsch ?ie oviv r\ - speisten im W M, bk adt. — Um 3 i/hr mürbe vm teilt, an bfirä Lpihe Wir zerren marschierten. Der 3l- i inf VemlMng der Sw Die Turnhalle vemmble * IvMnde tW .Walte $ainrob, hielt die Segr? ingbtofleii rmd irr eine x, texrv te W- -E xtgtejeu drvnge, er hab. • -reine \n Ivahrhast öder vorbildlich geworden, Jte ( gesorgt und manchen 'N" i egervcreine seien heule m- esem Appell erschienen X-- \§ unser Geheimrat, bet M in Vater ist, noch lange ttf- ie jiditlid) itmgt fit •«« «reine, to Ü* « ■:. ;rfc die schöne Gegend jo lieb 1** t L, so lange dtt S«» - W i $ebna W» en «o cjltfn Kr er 5nbüar 'M tterbieti l,cb Ajmrat % e^LMigund^ ne ««WÄ ..L8pK ff WAiZS PGW rnuns e&Wtf S s(Ii4&c Jagdrad M istu. bleibt das beste deutsche Fahrrad ! Präzisionsar. eit ersten Ranges! daher; 2 und 5 Jalire schriftliche Garantie, i Fahrräasr von Mh. 54,— an. 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