Nr. 124 Zweites Blatt Dienstag 29. Mai 1906 156. Jahrgang Giehener Anzeiger Erscheint «glich mtt Ausnahme de« Sonntag«. Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulst*. V. Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. Die „Siebener Lcnnillrnblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische taadwlr?' erscheint monatlich einmal. Rotationsdruck und Verlag der vrühl'Ich« UntversitätSdruckerei. R. Lange, Gieße«. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. parlamentarischer aus Hessen. R.-B. Darmstadl, 28. Mai. Die Zweite Stände kam in er ist nunmehr auf den 7. Juni zu ihrer 26. Sitzung cinberufcn worden. Auf der Tagesordnung steht nach einer Anzahl zur vorläufigen Beratung stehenden Vorstellungen und Anträgen an erster Stelle die Debatte über die Vorstellung des hessischen Nichtervercins, betr. die Gewährung freier Dienstwohnungen oder angemessener Wohnungsgeld Zuschüsse an alle Staa ts- beaniten, sowie die dasselbe Thema betreffende Vorstellung de§ Verein? mittlerer Justizbeainten des Großherzogtums, wobei zum Schluß die bereits mitgeteilte AuSschußrcsolution, die Negierung um Einstellung einer angemessenen Beihilfe für die Wohnungsbedürfnisse der Beamten bereits im nächstjährigen Etat vorzusehen, zur Annahme gelangen dürfte. Tann kommt die Regierungsvorlage, betreffend bie Feld bereinig ung, die Anträge, betreffend die obligatorische Krankenversicherung der Dienstboten, die gemeinnützigen Bau vereine, die Einführung von Arbeitskammern und die bergfLständlsche Vertretung der Lohnarbcitecschaft, die Vorstellungen der Lehrerschaft und derLreisamtsgehilsen, die Anträge auf Vergütung an Schöffen und Geschworene, soivie auf Entschädigung für unschuldig erlittene Straf- und Untersuchrings haft, ferner die Regierungsvorlagen, betr. Bad Salzhausen, Veräußerung von ftSkalischen Grundstücken 2c., zur Beratung, also mit den noch in den Ausschüssen fertigzustcllendcn Vorlagen ein Arbeits- pensum, das mindestens drei bis vier Sitziingcn der Kammer in Anspruch nehmen rvird. In der „Franks. Zig." war die vom Bureau der Zweiten Kammer an die Blätter versandte Notiz über die Jubiläumsfeier des Kammerpräsidenten Haas in einer Weise abgeändert worden, daß eS den Anschein erwecken konnte, als lehnten die Freisinnigen und die Sozialdemokraten eine Beteiligung daran ab. Wir können dagegen authentisch erklären, daß die Vertreter beider Parteien ausdrücklich ihre volle Zustimmung zu den Beschlüssen des Seniorenkonvents erklärt haben. Der Finanzausschuß der 2. Kammer verhandelte in seiner heutigen Sitzung, an welcher auch Finaitzminister Gnauth, Ministerpräsident Braun und andere Vertreter der Regierung teilnahmen, besonders über die Negierungs- vorlage, betr. die Gruppe»--Wasserversorgung von Lauter nach Bad-Nauheim, für die 1867000 Mk. im Wege des Staatskredits flüssig gemacht werden sollen. Der Ausschußberichterstatter Abg. Hirsche! hat sich eingehend an Ort und Stelle über die Sachlage informiert und ersrattete heute Bericht darüber, wobei auch besonders die Frage der Entschädigung der am Wasserlauf gelegenen Mühlcnbesitzer besprochen wurde, für die in der Regierungsvorlage der vorläusige Betrag von 80000 All. eingestellt ist. "Der Ausschuß erklärte sich einstimmig mit der Regierungsvorlage einverstanden, jedoch unter der Voraussetzung, daß den geschädigten Müllern eine angemessene Entschädigung bewilligt wird, welcher bekanntlich eine gesetzliche oder rechtliche Verpflichtung nicht vorliegt. Tie Vorlage soll als dringend behandelt und noch gleich in den nach Pfingsten stattftndenden Plenarsitzungen der Kammer definitiv verabschiedet werden, da die Beschaffung von Wasser für die staatlichen Betriebe in Bad-Nauheim bis zum 1. April 1907 erfolgen muß. — Ferner wurde in der heutigen Sitzung über eine noch nicht gedruckte Regierungsvorlage verhandelt, in welcher eine Nachtragsforderung für Erweiterungsbauten im Philipps- Hospital zu Hochheim verlangt wird. Der Regierungsvorlage, in welcher der Verkauf des Malischen Gebäudes, Hügelstr. 31/33, zu Darmstadt und der Erwerb eines Bauplatzes für ein Dienst- und Wohngebäude für das Steuerkommissariat und die Bezirkskasse Darmstadt I vorgeschlagen wird, gab der Ausschuß seine Zustimmung. Morgen vormittag hält der Ausschuß noch eine weitere Sitzung ab._______ Die Aemisston des Kaöinets Koyenloye. Alan schreibt uns aus Wien, 28. Mai: Die Herrlichkeit des KabinetS Hohenlohe hat nicht lange gedauert, kaum einen Monat, denn der „rote Prinz" sicht sich bereits veranlaßt, seinem kaiserlichen Herrn die Demission zu unterbreiten. Als ein doppelt Geschlagener muß er sein Amt niederlegen, weil er sowohl dem schlauen Wckerlc, ivie dem österr. Reichsrate gegenüber die Segel zu streichen genötigt mar. Tie ungarffche Regierung bringt morgen im Budapester Reichstage den gemeinsamen Zolltarif als spczi- MUM ■ । ______ kleines Feuilleton. — Die Uhlenhutschen Blutuntersuchungen. Professor Uhlenhut in Greifswald hat, tote aus den Berichten vom 15. Aerzlekongrcß in Lissabon hervorgeht, eine neue Me- thode zur Bestimmung der Herkunft von Blutflecken entdeckt Er spritzte Kaninchenblut einer bestimmten ^lerfpezies ein und gewann so ein Serum, das nur in einer Blutlöfung der betreuenden Tierspezies einen Nwberschlag ergab, wahrend es in der Blutlösung anderer Tierarten nicht reagierte. Es gelang ihm jedoch mit dieser Methobe nicht, Affen- und Mensckzenblut voneinander zu unterscheiden, denn Serum von Kaninchen, denen Menschenblut ein- gespritzt war, reagierte ebenfalls int Affenblut. EigentümUcher- rocise jedoch ivar der Niederschlag im Blute der Affen der alten Welt stärker als im Blute der Affen der neuen Welt. Uhlenhut ist es jedoch gelungen, auch diese Klippe zu umschiffen. Er spritzte erst Affen Menschenblut ein und zog dann ein Serum aus Um en, das seinerseits nur in Merischenblut reagierte, wahrend e-5, un Blute selbst der menschenähnlichsten Asien keinen Nicberfchag mehr erzeugte. Die große Ledeuwng dieser Uhlenhutschen Ent- bectnnq für die gerichtliche Medizin liegt aut der Hand. Bisher war es durch chemische Untersuchungen nicht emwandfrei feji- »ustellen. ob Blutflecke von Tieren oder Menfcyen herruhren. Mch der n-u-n Uhlen hu tjihen Methode wird es in Zukunst fisch ungarischen Zolltarif ein, vollzieht also den ersten bedeutungsvollen Schritt zur wirtschaft!. Tren nun g zwischen den beiden Reichshälften, und das österreichische Abgeordnetenhaus will nach wie vor von dem allgemeinen Wahlrecht nichts wissen. Sein Schicksal bcficgcltc jedoch Prinz Hohenlohe, der die irredentislische deutschfeindliche Camorra in Triest künstlich großgezüchtctchatte, dadurch, daß er dem Wiener Polizeipräsidenten die Ordre erteilte, die friedlichen Demonstrationen der Wiener Gewerbetreibenden gegen die Konsumvereine auf keinen Fall zu dulden. So erlebte die Welt das groteske Schauspiel, daß die Schutzleute im Angesichte der Hofburg den bis in die Knochen kaisertreuen Bürgern die schwarz-gelbe Reichsfa hnc entrissen und auf die Leute, welche das „Gott erhalte Franz den Kaiser" sangen, mit blanker Klinge ein» hieben. Dank vom Hause Oesterreich! Aber wenn die Krone die magyarischen Rebellen, die man in einem geordneten Rechtsstaate wie Deutschland oder England wegen Hochverrates angeklagt hätte, zu Ministern macht, so war es eigentlich nicht mehr als eine logische Folge, den kaisertreuen Elementen ihren Patriotismus mit dem Schutzmannssäbel auszutreiben. Vielleicht wäre aber Prinz Hohenlohe trotzdem noch am Ruder geblieben, wenn die Konfiskation der schwarz- gelben Rcichöslandaite nicht gar zu sinnfällig den Bankrott des österreichischen Reichsgedankens demonstriert hätte I Die gestern von offiziöser ungarischer Seite ausgehende Nachricht, daß eine Verständigung in der Zolltariffrage erzielt worden sei, war also falsch. Eine Konferenz hat überhaupt nicht stattgefunden, da Prinz Hohenlohe auf seinem bekannten Standpunkte beharrt und der Kaiser bereits z u Gunsten Ungarns entschieden hat. Infolgedessen hat das gesamte Ministerium Hohenlohe die Demission beschlossen, welche vom Kaiser angenommen wurde. Als Nachfolger kommen in Betracht der Statthalter von Böhmen, Graf Cudenhoven, und der Statthalter von Nieder- Oesterreich, Graf KielmannSegg. Es liegen uns heute noch folgende Meldungen vor: Die ungarische Negierung wurde vom Könige ermächtigt, dem Abgeordnetenhause den autonomen Zolltarif als ungarischen Zolltarif zu unterbreiten, während die österreichische Regierung forderte, daß derselbe als gemeinsamer Zolltarif in Kraft trete. Der ungarische Zolltarif ist mit dem gemeinsamen Zolltarif vollständig identisch. Es handelt sich für Ungarn blos um die p r i u z i p i e l l e W a h r u n g seines Rechtes auf ein selbstständiges Zollgebiet. Der „Reuen Freien Presse" zufolge soll die Bilduug eines Ge- schäftsmiiiistertums unter Bacquehem oderW i 11 c f in Aussicht genommen sein. Deutsch-Afrikanisches. Ein Telegra>nm aus Windhuk meldet: Am 21. Mai gefallen: Unteroffizier Stanislaus Welker, die Reiter Alfrcb Romberg und 2((bcrt Loesche und Gefr. August Groenig. — Seit dem 19. Mai auf Patrouille nördlich von Kanu vermißt: Unteroffizier Friedrich Braasch und Ernst Lautzsch. Wie bereits berichtet, hatte sich jene Hottentottenbande, die Anfangs Mai aus den kleinen Karasbergen ausgebrochen war, zunächst nach dem großen Fischflusse gezogen. Die verfolgenden Truppen hatten sestgeslellt, daß am 10. Mai der Kapitän der Pendels Johannes Christian, Morris und ein dritter Führer Namens Vielding ihre Leute bei Nosenbusch vereinigt hatten. Die Hottentotten verfügen über etwa 300 Gewehre. Dennoch entzogen sie sich dem Angriffe unserer Truppen. Am 15. Mai verließ der Gegner das Fischflußgebiet in östlicher Richtung und luurbe am 19. Mai bei Gais von Leutnant Engler, der mit toenigen Reitern seiner Spur gefolgt war, angegriffen. Hierbei fielen Leutnant Engler und.ein Reiter. Tie Hottentotten zogen nach dem Gefechte nach Osten ab und kreuzten am 20. Mai die Pad nördlich von Kalkfontain. Am 21. Mai wurde unweit Kalkfontain ein Reiter erschossen. Oberleutnant v. Milg- zeivski, früher Greuadierregiment Nr. 9, der mit seiner Funkenstation unterwegs war, hörte das Gewehrfeuer und eilte herbei. Er stellte bei Kubub eine starke Hottentottenbande fest und griff sie au. In diesem Gefechte fielen drei Reiter. Noch an demselben Abend gelang es v. Milezewski, die Lichtverbindung mit der Abteilung des Majors Rente! aufzunehmen, den er bei Noibis vermuten konnte. Die Verständigung gluckte, dientet trat sogleich den Vormarsch an, holte nach beschwerlichen Märschen am 23. Mai den Gegner ein und stellte ihn zwischen Amas und Springpuets zum Kampfe. Nach heftigem Widerstande räumte der Feind seine Stellung und zog nachts nach Süden ab, an» möglich sein, mit mathematischer Gewißheit Bluffpuren auf ihren Ursprung zu untersuchen. — Leo Tolstoi, Göttliches und Menschliches. Erzählung. (S. Fischer, Verlag, Berlin.) Geh. 1 Mk. Wie zwei russische Staatsgefangene kurz vor ihrem Ende mit dem Göttlichen in Berührung kommen, der eine durch Studium des neuen Testaments, der andere burd) Verkehr mit einem alten Sektierer, der nach bem wahren Glauben fahndet: das bildet den Inhalt dieser überaus packeiid erzählten, in einem Stil von knappstem Realismus DorgctraijcKcn Novelle. Allein die Hauptsache war für Leo Tolstoi doch wohl, ein politisches Glaubensbekenntnis abzulegen, und man mag in dieser Erzählung, die nur zum Schein in einer vergangenen Zeit spielt, seine Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen russischen Revolution erblicken. Diese neue Erzählung Tolstois erscheint, in berechtigter Uebertragung, der Bedeutung des Buches entsprechend gleichzeitig in den wichtigsten Kultursprachen. — DaS Geburtshaus Johann Sebastian Bachs zu Eise n a ch , das seit dem 1. Januar in den Besitz der „Neuen Bachgesellschast" zu Leipzig übergegangen ist, w.cd gegenwärtig zu einem Bachmuseum hergerichtet. Tas schlichte Gebäude, in welchem der Altmeister dec Töne das Licht der Welt erblickte, macht noch heute den Eindruck eines ansehnlichen, bald nach dem 30 jährigen Kriege errichteten Bürgerhauses. Einige kleine scheinend in der Richtung auf Tsaiiab. Unsere Verluste waren ein Offizier und 15 Reiter verwundet, vier Reiter gefallen. Rcntcl setzte am 24. Mai die Verfolgung fort. — Von den in jener Gegend verfügbaren Truppen sind die Wasserstellen Ukamas, Nabadis, Blyde» verwacht, Jerusalem imd Oudermaidje besetzt, um dem Gegner ein Ausbrechen nach der Ostgreuze oder nach dem Oranje zu verwehren. — Tie Abteilung des Majors v. Frephold, die bereits AiaiZ am großen Fischfluß erreicht hatte, lehrt nach der Gegend von Namansdrist zurück, wo ivieder ein Hottentottenkommando gemeldet ist. Die wichtigeren Punkte am großen Fischfluß, sowie die großen und kleinen SlataSberge werden von unseren Truppen besetzt gehalten. Weitere Gefechte werden soeben gemeldet. Wie gemeldet, hatte Major Rentcl nach dem Gefecht zivischeu ArnaS und Springpuets die Verfolgung am 24. Mai nach Süden fortgesetzt. Major Sieberg, der in der Gegend von Hudab stand, war auf den Kanonendonner losmarschiert und erreichte am 24. Mai nachmittags die Abteilung Reutel unweit Groendoorn. Beide setzten vereint den Vormarsch nach Süden fort. Am 25. Mai früh wurden in Tsamab der Leutnant Fürbringer (früher Husaren-Regt. Nr. 5) und acht Reiter erschossen ausgefunden. Sie luarcn anscheinend bei der Herstellung einer Signallime Kubub»Ukarnas am 24. Mai abends überwältigt worden. Am 25. Mai nachmittags erreichte Major Sieberg gemeinsam mit der Abteilung Rente! den abziehenden Gegner bei Nukais am Harn-Rivcr und hatte ein erfolgreiches Gefecht bis ziir Dunkelheit. Der Gegner zog nach Osten ab. Leutnant Zollenkops (srüher Sächs. Fußart..Regt. Nr. 12) und vier Reiter wurden verwundet. Die Verfolgung wurde am folgenden Tage fortgesetzt. Die Gesa int Verluste auf deutscher Seite in den Gefechten vorn 2 1. bis zum 2 5. Mai betragen sonach 4 Offiziere und 36 Reiter, davon 2 Offiziere und 17 Reiter tot. Der gefallene Leutnant Fürbringer hatte sich in den Auobgefechtcn im Januar 1905 durch schneidige Patrouillenritte besonders hervorgetan und war nach kurzem Heimatsurlaub am 30. November 1905 von neuem ausgcieist._____________________________________________ Aas parlamentarische Kußland. Peters du r g , 28. Mai. Die Sitzung der Duma wurde um 2 Uhr 45 Min. nachmittags eröffnet. Der Präsident kündigt zwei Anträge des M i n i st e r ö für den öffentlichen Unterricht au, von denen der eine das Recht des Ministers betraf, Privatku rs" für den hö her en und mittleren Unterricht zu er* öffnen, ohne ihnen die Privilegien der Regierungseinrichtungen zu bewilligen, während der andere sich auf die Berechtigung zur Ausgabe von 40 000 Rubel für die Universität Dorpat erstreckte. Tie Haltung des Hauses in diesem Augenblick war merlwürdig. Der Präsident klingelte, um die Heiterkeit zu unterdrücken, die durch die beiden Anträge hervorgeruscn wurde. Der Präsident berichtete alsdann über ein Telegramm auA Chvrol, Gouvernement Poltawa, welches verlangt, daß der dortige Schullehrer, der ohne eine bestimmte Anschuldigung verhaftet wurde, in Freiheit gesetzt werde. Die Duma bc=i schließt, den Minister des Innern hierüber zu interpellieren. Ter Präsident berichtete über den Antrag von 78 Mitgliedern betreffend die Einsetzung einer Sonderkommission zur Erwägung von Maßnahmen, die gegen ungesetzmäßige Vorgänge in der Verwaltung getroffen n/erben. Das Haus beschloß, die Kommission, die sich mit der Ausarbeitung eines Reglements für die Duma beschäftigt, mit dieser Frage zu betrauen. Ans der Tagesordnung stand ferner ein Gesetzentwurf über die Unverletzlichkeit der Person. Zahlreiche Redner sprachen sich gegen das willkürliche System ans, unter welchem das gesamte Rußland leide. Ter Abg. Oku ne ff erinnert cir die Bauern Unruhen im Kreise Tambosf und schilderte, wie mit Hilfe von Nagailen unter dem früheren Gouverneur, dem heutigen Präfekten von Petersburg die Ruhe hergestellt worden sei. Der Präsident ruft den Redner zur Ordnung. Graf He Yb en schlägt einen Zusatzantrag vor, der die Verantwortlichkeit der Richter sestsetzt, die unter den gegenwärtigen Umständen sich vvn der Unparteilichkeit entfernen. Noch den Reden von Kowalewski) und Bramson besteigt der Jnstiz- minister die Tribüne und sagt: Die Unverletzlichkeit dev Person berühre noch andere Fragen. Die gesetzliche Freiheit solle durch die Rechtspflege gesichert werden. Hierzu bedürfe es der Umgestaltung der lokalen Rechtspflege. Jnstizent- würfe in diesem Sinne seien von dem Justizminister schon vorbereitet und würden der Duma vorgelegt werden. Die baltischen Abgeordneten machten darauf nähere dlngaben über oen Ausnahmezustand, unter welchem die baltischen Kreise zu leiden hätten. Die Duma nimmt darauf einen Antrag an, eine Kommission von 15 Mitgliedern zu wählen, um Den Gesetzentwurf über die Unverletzlichkeit ber Person zu prüfen. Dcr.P r ä f i b e n t verlas hierauf einen von 111 Mitgllebern unterzeichneten Antrag betr. bie allgemeine Reform ber Verwaltung auf ber Grunblage: Alle Staatsangehörigen: beiderlei Geschlechts sind vor dem Gesetze gleich. Der Entzvurf schlägt die Abschaffung aller Unterscheidungen nach Gesellschaftsklassen, Nationalitäten, Religionen und Geschlechtern vor. (Lang Aenderungen aus den letzten Jahrzehnten können aus Grund älterer Abbildungen leicht wieder beseitigt werben. Die Jnnen» räume tragen meist noch das alte Gepräge. Einfache Truhen und Schränke aus der Zeit von und vor Joh. Seo. Bachs Geburt, befanden sich )wch bis zuletzt im Besitz ber Hausinhaber. Tie Wohnstube beS Oberstocks mit bem Gncksensterchen nach der Haustür mit dem alten Kwpser, die ans dieser F-amilienstube auf Stufen zu erreichende niedrigere -Schlafkammer, das Geburtszimmer Sebastians, unb bie kleine Küche, sinb ganz in der alten! Weise erhalten und bedürfen nur geringer Erneuerungen. Nur diese oberen Räume werben ben Zwecken bc5 Museums dienen, indem sie ausgefüllt werden mit allem, was bas Andenken Jvh. Seb. Bachs und ber Thüringer „Backe" beleben, sichern unb ehren kann. Die feierliche Weihe bcs Museums wirb mit einem Bachfest verbmiden, zu ber eine Reihe namhafter Künstler ihre Mitwirkung zugesagt haben. — Operetten-Musteraufführungen werben, wie man aus Frankfurt a. M. schreibt, bovt im Theater und Zirkus Albert Schumann vom 21. Juli bis 31. August stattsinben. Das 4000 Personen fasjenb.^ Haus ist so konstruiert, baß es binnen kurzer Zeit zu einem Theater umgewanbelt werben tami. An ber Spitze bcs Orchesters dieser .Austerausrührungen wird Pros. Siegjrieb Ochs aus Berlin [leben. Zur Aufführung gelangen „Orpheus in der Unterwelt" miß bl? fwipna" anhaltender Beifall.) Alsdann beschloß das Haus an den Münster des Innern eine Interpellation betr. die H u n g e r s n o t zu richten Md zu fragen, ob die Regierung die Bekämpfung der Hungersnot ftrrtsetzcn »volle und ob ifor bekannt sei, daß die Tätigkeit von Privatpersonen, die der Bevölkerung Hilfe ziftcil werden lassen wollen, von den Lokalbehörden verhindert werde. — Das HauS ging sodann zur Beratung der Agrarfrage über. Professor Petrajetzkh schlug vor, eine Kommission von 88 Mitgliedern zur Vorberatung der Frage zu wählen. Der Präsident teilte mit, daß alle Anträge morgen gedruckt verteilt werden würden. Die gesamte liberale Presse Rußlands zieht scharf gegen die (gestern von uns mitgeteilten) Erklärungen des Premierministers los, während die gemäßigten Blätter die Sachlage lucniger pessimistisch betrachten. Doch ist die Meinung ungeteilt, daß dem M i n i stc r i u m , dem ein derartig scharfes Mißtrauensvotum von der gesamten Duma in derbster Form zuteil geworden, kein langes Leben beschieden sein dürfte. Alle Deputierten! haben ihre Wahlkreise davon verständigt, daß die Regierung ihre Wünsche unberücksichtigt gelassen habe, und bitten, dieser Mitteilung die größte Verbreitung zu geben. Die Konsequenzen sind dadurch unabsehbar. Zunächst werden große A g r a r u n r u h e n befürchtet. Die Bauerndeputicrten sind besonders stark aufgebracht und wagen gar nicht resultatlos in die Heimat zurückzukehren. Nach der Erklärung Go-remykins hofft fetzt niemand mehr auf eine Amnestie, von der auch tatsächlich nichts mehr verlautet. Trotz offizieller Versicherungen verlautet, daß die Auflösung der Reichsduma unmittelbar bevorsteht. Die Garnison von Petersburg hat Befehl erhalten, das Sommerlager nicht zu beziehen. Ein Petersburger Korrespondent meldet, daß eine Auflösung unvermeidlich erscheint. Der Zar wird wahrscheinlich im Laufe des Juni die Abgeordneten nach Hause schicken und für längere Zeit nicht wieder zusammenbcrufen. Unter solchen Umständen ist die Gefahr einer allgemeinen Erhebung wieder näher gerückt. Ueberall arbeiten die Leiter der revolutionären Partei fieberhaft, um einen neuen Ausbruch der Revolution herbeizuführen. Man glaubt, daß das aufgeregte Volk vorher den Versuch machen werde, die Gefangenen zu befreien. Politische Miorde sind nach wie vor an der Tagesordnung und dürften in der nächsten Zeit noch häufiger werden. In Sewastopol wurden anläßlich des Krönungstages zahlreiche Bomben geworfen, sechs Personen getötet und 54 verletzt. Unter den Getöteten und Verletzten befinden sich keine politischen Persönlichkeiten. Nach amtlicher Feststellung war ein Bombenanschlag gegen den Festungskommandanten General Nepliujew gerichtet. In Warschau standen am 27. vier Schüler zusammen und betrachteten einen Revolver. Dabei entlud sich ein Schuß, auf dessen Knall 12 Kv- saken herbeieilten und auf die Schüler schossen, von denen zwei getötet wurde-.'. Die Eltern der Erschossenen benachrichtigten, klageführend beit Dumapräsidcnten und die Abgeordneten von dem blutigen Vorgänge. Die Geld raub er eien aus dem Lande dauern fort. Im Gouvernement Lublin überfielen 14 Bewaffnete den Kassieret der Zuckerfabrik, Klutschkowitze, und zwangen ihn, 7000 Rubel auszuzahlen. Während der Plünderung gab der Gutsbesitzersohn Kleniewki mehrere Gewehrschüsse ab und verletzte sechs Räuber, einer wurde verhaftet. Auf der Chaussee zwischen Plotzk und Gosthnin überfielen 50 Bewaffnete die Gcldpost. Sie e r s ch o s s c n den Postillon und einen Bedeckungssoldaten, einen zweiten verletzten sie. Die Soldaten schossen zurück und retteten das Post- geld In Warschau wurde ein O b e r s ch u tz m a n n erschossen. Preußisches Herrenhaus. Berlin, 28. Mai. Der Entwurf über den Erwerb des Kalisalzbergwerks der Gewerkschaft Hercynia durch den Staat wurde angenommen. Eine Petition auf Aenderung dc§ preußischen AuS- führungsgcsetzes zum Schlachtvieh- und Fleischbeschangesetz veranlaßte den Landwirtschastsminister v. Podbielski git der Feststellung, die Entwicklung der letzten neun Monate habe seine Politik in der Frage der Fleischversorgung des Landes gerechtfertigt erscheinen taffen. Die Nichtöffnung der Grenzen habe zu einer starken Vermehrung der Fleischproduktion und zu einem wesentlichen Sinken der Vieh preise geführt. Zur Zeit seien die Viehp reise in den angrenzenden Ländern erheblich höher als bei uns. Jßcer und Flotte. Paris, 28. Mai. Der „Matin" veröffentlicht ein Interview mit dem Marineminister Th o in s o n über die Entwickelung der französischen Marine. Thomson spricht sich energisch dafür aus, daß Frankreich neben Torpedos und Unterseeboten auch große Panzerschiffe bauen müsse. Frankreich müsse im Bau der Panzerschiffe bis 1919 mit Deutschland gleichen Schritt halten. Es müsse 20 neue Panzer bauen und gleichzeitig seine bisherige Ueber- legcnheit auf dem Gebiete der Unterseeboote ufiv. bewahren. Dazu sei bis 1919 ein Durchschnittsetat von 350 Millionen nötig. Diese Ziffer bedeute keine große Ueberlastung und sei 1900 schon um 25 Millionen überschritten worden. Der Stäpelläüf des Linienschiffes „Schlesien"? Danzig, 28. Mai. Auf der Schichauwerft hatten sich zu dem Stapellauf des Linienschiffes „E" zahlreiche Gäste versammelt. Der Kais er wurde empfangen von den» Staatssekretär v.Tirpitz u.a. Oberpräsident Graf Zedlitz hielt die Taufrede, in der er ausführte, das Schiff sei berufen zu dienen und zu herrschen: dienen soll es dem Kaiser und dem Vaterlande, die Flagge Deutschlands zeigen auf allen Meeren, der Heimat Fleiß und Arbeit vertreten auf dem großen Arbeitsfelde des Weltmarktes und in jedem Deutschen, wo im Weltmeere er sich auch befinde, das Gefühl wecken und stärken, ein Schutzbefohlener von Kaiser und Reich zu sein. Wenn aber der Kriegsherr einst aufrufe zum Kampf und zur Verteidigung des Reiches, dann möge es seiner Pflicht gedenken, der Lorbeer schmücke seine Flagge, der Sieg kröne den Kampf. Dte Herzogin Pleß taufte das Schiff auf den Namen „Schlesien". Um 2 Uhr 40 Min. ist der Kaiser nach Berlin abgereist._______ Ausland. Madrid, 28. Mai. Die Finanz-Delegierten der Mächte, welche an der Konferenz von Algeciras beteiligt waren, mit Ausnahme der Vertreter Marokkos und der Vereinigten Staaten, sind in der Bank von Spanien unter den» Vorsitz des Herzogs von Almodovar zusammengetreten. Die französischen Vertreter waren Regnault und Dupaffeur, der Direktor der Bank Pay Bas. Die deutschen Vertreter waren die Herren v. Glasenapp, Fischel und Geheimrat o. Mendelssohn. Es wurde nur über die Frage des Sitzes der Bank gesprochen. Die deutschen Vertreter bekämpften die Wahl von Paris. Gestern nachmittag fand eine zweite Sitzung statt unter dem Vorsitz des Direktors der Bank von Spanien. In dieser Sitzung wurde Paris als Sitz der Marokkobank gewählt und eL wurde beschlossen, daß dort die Statuten redigiert werden sollen. Infolgedessen sind die Delegierten gestern von hier nach Paris abgereist. Die Statuten der marokkanischen Staatsbank werden auf dem französischen Handelsgesetz beruhen. Der Ausschuß für die Abfassung der Statuten werde wahrscheinlich seine erste Sitzung am nächsten Donnerstag in Paris abhalten. Wien, 28. Mai. Kaiser Franz Josef hat in den letzten Tagen seines Ofenpester Aufenthalts einen leichten Schlaganfall erlitten, der indessen ohne merkliche Folgen vorüberging. Tanger, 28. Mai. Ein sehr bekannter Franzose, ein Angestellter der algerischen Bank, wurde durch Senfe des Anghera-Stammes ermordet, als er sich auf einem Spazierritt etiva eine Stunde von der Stadt entfernte. Hauptversammlung des Vogelsberger Höhenklubs. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) )( Schotten, 28. Mai. Gestern fand di» Hauptversammlung des Vogelsberger Höhen- Klubs, womit die Feier des 2 5jä hrigen Bestehens dieses Vereins verbunden wurde, unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder statt. Als Ort der Versammlung, die in der Regel in den einzelnen Städten des Gebirges abwechselnd ftattfindet, war diesmal das Klubhaus des Hohe ro t hs ko p fes gewählt worden. - Um 11 Uhr pünktlich wurde die Hauptversammlung mit der Feststellung des Stimmenverhältnisses der vertretenen Zweig- bercine und mit der Prüfung der Vollmachten durch den Präsi- beitten des Vereins, Forstmeister Diefenbach ans Schotten, eröffnet. Sodann wurde über die Tätigkeit des GesamtvereinZ im abgelaufenen Vereinsjahre berichtet. Im Anschluß hieran machte der Präsident interessante Mitteilungen aus der Geschichte des Klubs, über die Gründung am 2 2. Juni 1881 zu Schotten und seine Entwicklung. Sehr bald hatte er sich als durchaus lebensfähig erwiesen. Schon innerhalb des ersten Jahres erfolgte die Gründung von 17 Zweigvereiuen. Nach dem im Jahre 1890 vollzogenen Anschluß des Gießener Vogesen- Klubs als Zweigverein Taufstein des V. H. K. ist nunmehr eine fest begründete Stabilität i::i Bestand der Zweigvereine ein» getreten. Er besteht zurzeit aus 20 Zweigvereinen, die mit Ausnahme von Altenstadt, Darmstadt und L i ch sich auf das eigentliche Verciusgebiet konzentrieren: in deren eigenstem Interesse ist eine weitere gedeihliche Entwicklung des V. H. K. gelegen. Umfassend ist die Tätigkeit des Klubs gewesen, vieles ist erstrebt, vieles erreicht worden. Von Anfang betrachtete eS der in Schotten seßhafte Zentralausschuß als seine wesentliche Aufgabe, eilten gemeinsamen Mittelpunkt für die über das ganze Vereinsgebiet ausgedehnten Zweigvereiue zu schaffen. Zunächst geschah dies durch Veranstaltung eines gemeinsamen Ausflugs nach dem .Hvherothskopf. Als H o he ro t h s ko Pffe ft , alljährlich gefeiert am ersten So.mtag im Juli, ist dieser Ausflug zu einer dauernden Einrichtung und zu einem gern und zahlreich besuchten wahren Volksfest des ga nzen Bogelsbergcs geworden. Der Berg ist von allen Seiten leicht zu erreichen, wie er denn auch wegen seiner herrlichen Aussicht von jeher der besuchteste Punkt des eigentlichen hohen Vogelsberges war. Diesem Umstande Rechnung tragend, errichtete man 1883 auf dieser Höhe ein UnterkunftsHauS. 1895 nötigte die alljährlich steigende Frequenz zu einer Vergrößerung durch Anbau zwei weiterer Logierzimmer, 1904 wurde ein größeres Nebengebäude mit Stallungen errichtet. Nachdem nun im vorigen Jahre durch die Initiative des Gießener Z w e i g v e r e i n s Taufstein (Vogesen-Klub) und fast ganz aus dessen eigenen Mitteln' die seitherige Vorhalle in Wirtschasts- und Logierzimmer umgebaut worden ist, kann dieses Klubhaus auch den Ansprüchen verwöhn- tercr Touristen genügen. Ebenso hat der Klub eine eifrige Tätigkeit in Au bring un g von We gb e z e i ch n u n ge n in allen Teilen des Vereinsgebietes entfaltet. — An diesen Bericht des Präsidenten schloß sich eine Besprechung des Planes der Errichtung eines B i s m a r ck t u r m e s auf dem T a u f ft e i n. Dieser Plan ist nunmehr finanziell gesichert; die noch fehlende Summe soll durch die Ausgabe von Anteilscheinen gedeckt werden. Vorhanden sind 13 000 Mark: der Voranschlag sieht 14 000 Mark vor. Die Versammlung genehmigte eine even tuelle lieber)ebreitung der Summe in einer den Bedürfnissen der Dauerhaftigkeit entsprechenden Höhe. Sodann wurde dem Gießener Zweigverein Taufstein (Dogesen-Klubl ein Zuschuß von 300 Mk. für die Ausmöblierung des neuerbauten Schlafzimmers im Dachstock bewilligt. Um' 1 Uhr fand gemeinsames Mittagessen in der Festhalle statt. Hierbei brachte der Präsident ein dreimaliges Hoch auf Kaiser und Großherzog aus. Professor Röschen-Gießen toastetet auf den hochverdienten Zentralaussck'uß. Baumeister Wegner- Fulda überbrachte die Grüfte des Zentralausschusses des Verbandes deutscher Tourist en-Vereine. Sodann übergab Zahnarzt Dr. Jäger- Gießen, Vorsitzender des Zweigvereins Taufstein (Vogesen-Klub! die von seinem Verein ausgebaute Vorhalle an den Gesamtverein. Der Präsident des V. H. K. nahm die schöne Gabe mit herzlichen Worten des Dankes entgegen. — Leider verhinderte die regnerische Witterung den geplanten Gang nach dem Taufstein. Desto behaglicher war es in der Festhalle des Klubhauses, wo die Versammlung bis 5 Uhr in bester Stimmung weilte. Ans Stadt und Lased. Gießen, den 29. Mai 1906. ~ ** Personalien. Der Großherzog haben den Stationsoerwaltcrn Wilh. Prötz zn Balduinstein und Lottis Meyer zu Echzell die unkündbare Anstellung in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft verliehen. Ferner wurde der Lokomotivführer Aug. Klein zu Betzdorf, den Zugführern Friedr. Spengler ztt Launsbach und Wilh. Schneider zu Gießen; dem Telegraphisten Alb. Gürtler zu Gießen, sowie den Weichenstellern 1. Klasse Hch. Weber zu Odenhausen, Hch. Botz zu Lumda, Em. Schmitt zu Kesselbach und Christian Kraft zu Wallenrod die unkündbare Anstellung itt der Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeinschaft verliehen. ** Sittlichkeitsve rbrech en. Bei einer hiesigen Arbeiterfamilie hatte ein italienischer Arbeiter Kost und Logis gefunden. Vor etwa 8 Tageir vergriff sich der Italiener an dem fünfjährigen Kinde seiner Logislente und letztere behielten den Unmenschen weiter im Hause, anstatt sofort Anzeige zu erstatten. Erst als der Italiener am vorigen Sonntag heimlich verschwand, ohne seür Kostgeld zu bezahlen, wurde die Polizei vom Vorfall in Kenntnis gesetzt. — Wegen eines gleichen Verbrechetts wurde gestern attch gegen einen 18jährigen Burschen von hier Anzeige erhoben. Dieser soll sich verflossenen Samstag morgen an einem Kind vergangen haben. Die Mutter des Kindes verhandelte zuerst mit den Eltern des Täters und letzterer verduftete noch am gleichen Mittag. Bis Anzeige erstattet wurde, war der Täter schon zwei Tage fort, er hat sich aber heute morgctt freiwillig der Polizei gestellt und bestreitet entschieden die Tat. ** Unfall. Am verflossenen Samstag abettd wollte der 14 Jahre alte Sohn des Arbeiters Schulz vom Fenster der im 3. Stock befindlichen elterlichen Wohnung aus einen aus dem Dach liegenden Ball herunter holen. Der Junge stürzte hierbei herunter in den Hof und trug so schwere Verletzungen an Kopf und Beinen davon, daß er in die Klütik gebracht werden mußte. ** Besltzwechsel. Tic Restauration zum Gam- 6rinu5, von Albold, Kirchstraßc, ging für 48 000 Mk. in den Besitz des Joh. Gerlicher, Hannnstraße, über. — Das in der Löwengaffe liegende früher Metzger Franz Sch inidtsche Haus Nr. 12 kaufte für 6700 Mk. Gemüsehändler A inend (nicht Appel) in der Wolkengasse. ” Uc6er d a S S ü d d d e u t s ch e M ä n n c r - Qu i n t e tt, daS heute im Neuen Saalbau konzertiert, schreibt der Kölner Stadtanzeigcr u. a.: Das „Süddeutsche Koschat-Lieder-Quintett ist in der Flora ein regelmäßig und gern gegebener Gast. Wenn der Kölner, der auf musikalischem Gebiete, besonders in gesanglicher Hinsicht, durch Leistungen ersten Ranges verwöbnt ist, einem Sänger-Quintett derarNg znjubett, ivie es am Samstag abend der Fäll ioar, so muß daS ein musikalisches Ereignis sein. Und das wer es auch. Es ist nicht die Dualität des einzelnen Sängers, welche die Stärke dieses süddeutschen Quintetts ausmacht — nein, es ist der Ensemble- Vortrag dieser Künstler, die mit dem Herzen zu fingen wissen, die den Intentionen unseres Volksliedes, insbesondere des Tirolers, gerecht werden, die uns bis zu Tränen zu rühren vermögen und ein herzhaftes Lachen hervorzaubern können. Sie batten den Zuhörer in Bann uom ersten bis letzten Akkord, so daß dia in Konzert- säleu oft schmerzlich vermißte Ruhe des Publikums in der Flora musterhaft war. )( Allend orf a. d. Lda., 28. Mai. Gestern abend wurde hier die Gründung eines Turnvereins beschlossen. Vorläufig haben sich 15 Turnlustige zum Eintritt bereit erklärt. 8. Bad Salzhausen, 28. Mai. Dem durch den gesteigerten Besuch unseres Bades reger gewordenen Verkehr entsprechend wurd'e heute hier eine Postagentur eröffnet. 8. Schotten, 28. Mai. Gestern fand hier in dem Gasthaus „Zur Krone" eine Wahlkreisversammlung des Bundes der Landwirte statt, wobei der Vorsitzende des Bundes der Landwirte Dr. Rösicke über die wichtigsten Tagesfragen referierte. Der Besuch der Versammlung war durch die ungünstige Witterung beeinflußt. R. B. Darmsta dt, 28. Mei. Die Ernennung der Lotterie-Einnehmer der preußischen Klassenlotterie im Großherzogtum Hessen ist vollzogen und die Namen werden demnächst veröffentlicht werden. sd. Darmstadt, 29. Mai. (Eig. Drahtbericht.) Zwei jugendliche Strafgefangene, Gotta und Knoll, die vorher in einer Besserungsanstalt untergebracht waren und wegen verschiedener Vergehen zu drei und fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden waren, schlugen gestern abend in der Strafanstalt für Jugendliche den 51 jährigen verheirateten Oberaufseher Platz mit einem kleinen Handbeil, das sie sich bei einer Hausarbeit zu verschaffen gewußt hatten, nieder. Sie schlossen Platz, der bewußtlos war, in der Zelle ein und versteckten sich in einer Bodenkammer. Sie wurden aber bald entdeckt und fest genommen. Platz, der rechts gelähmt ist, wurde in das Krankenhaus geschafft. Sein Zustand ist bedenklich, es mußte noch in der Nacht eine Schädeloperation ausgeführt werden. Israelitische Neligionsgemeinde. Holtesdienft in der Synagoge (Südautage). Mittwoch, den 30. und Donnerstag, den 31. M a i 1906- Wochenfest. 1. Tag. Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags 4 Uhr. 2. Taq. Vorabend 9 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Festesatlsgang 9.15 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. (Sottest) fett ff. Mittwo ch, den 30. und Donnerstag, den 31. Mai 1906. Wocheufest. 1* Tag. Vorabend 8.00 Uhr. Morgens 8.00 Uhr. Predigt. Nachmittags 4.00 Uhr. 2. Tag. Vorabend 9.10 Uhr. Morgens 8.00 Uhr. Nach- rnittags 4.00 Ubr. Festesausgang 9.15 Uhr. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 30. Mai 1906: Wolkig, zeitweise heiter, trocken. Nach kühlerer Nacht Temperatur am Tage wenig verändert. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Gcrlehtssaal. sd. Beleidigung du r ch den Schriftsatz eines R e ch t s a n w a l t s. Jin Frühjahr 1904 waren, wie schon vorher so häufig, das „Osfenb. Abendblatt" und die „Offenb. Zeitung" in Fehde geraten, bei der sich die Gegner gegenseitig in ziemlich energischer Weise ztt Leibe gingen. Die Folge der Polemik war eine Beleidigungsklage des Redakteurs der „Off. Ztg.", Anton Beer, gegen den Artikelschreiber im „Abendblatt", Abg. Scheidern a n n. Letzterer ließ durch Rechtsanwalt Dr. Katz in Frankfurt Widerklage wegen Beleidigung gegen Beer erheben. In dem betr. Schriftsatz führte Tr. Katz attS: „In Nr. 59 wiederholt er diese Beschimpfungen, die nur der Ausfluß einer momentanen S i n tt e s v e r w i r r n n g sein können, in ungeheuerlicher Weise". Mit diesem Satz war Beer gemeint, der nun den Rechtsanwalt wegen Beleidigung verklagte. Das Schöffengericht in Offenbach verurteilte Tr. Katz wegen Beleidigung zu 2 5 Mark G eld- (traf e. Heute verhandelte die T a r m st a d t e r Strafkammer über seine Berttftt n g. Die Strafkammer verwarf die Berufung und beließ es bei dem Urteil des Schöffengerichts. Dr. Katz war wegen Beleidigung nach § 185 des Strafgesetzbuches zu bestrafen, der Schutz des § 193 war ihm zu versagen. Gießener Strafkammer. Gießen, 28. Mai- Unter der Anschuldigung des Vergehens gegen das Viehseuche n.g esetz hatten sich die G e rn ei n d e s ch ä fe r von M ü n st e r und W e 11 e r f e l d H. S., H. D., sowie der Handelsmann M. F. aus Hainchen zu veranttrvrten. F. hatte einige mit Räude behaftete Schafe den Herden der Schäfer zngefühtt, trotzdem er wissen mußte und nach Ansicht des Gerichts auch wußte, daß sie mit einer Krankheit behaftet sind. Wächrend V. die verdächtigen Schafe alsbald zurückwies, aber von einer Anzeige, absah, ließ S. die Schafe bei seiner Herde, bis diese ganz durchseucht war. Er machte zwar den Schafbesitzern davon Anzeige, die die Tiere nach und nach abschlachten ließen, bis dies dein Bürgermeister aufsiel, der die Anzeige erstattete, worauf die Abschlachtung des Restes der Herde behördlicherseits verfügt wurde. F. wurde zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, S. erhielt die Minimalstrafe von 1 Monat, während cs bezüglich des V. zu Freispruch kam. Durch das hiesige Schöffengericht wurde der Handelsmann I. L. von Alsfeld wegen Beleidigung c i n e s S ch u tz - manns zu 80 M k. Geldstrafe verurteilt. Die Handelsleute haben die Gepflvgenheit, auf dem Wege vom Markt nach iM inuiiiliiu' lin/fa'ifefn. A. Vogel ln Platze .30 W. 10Uhr. Ach- 31. Mai 1906. 00 Uhr. Nach- »«)• I. Mai IM- irdicnst. c Mittwoch, dm h kühlerer Nacht karte. —- tttlUNA btt Klassen« ’gcn und die m bein Sammlung '« Vorsitzende d'e wichtigst rnim(ung njoc 11 durch den men Verkehr entnr er. - w* ;.s%s b“ ? i””£t isurtf- S Adt 1?' rci^Mb« 11 -'jiarft i'«4 DDÜ1 iitsatz eines wie schon vorher enb. 3eih'"9 " in ziemlich enefr olemik war eme ■ Anton Beer, W. Scheide' latz in FranW Jryn dem bett ed'erholt er bj wer momentan^ Ä-«* ;SS -üchl.) Zwei ■, die vorher und wegen en Gefängnis abend in der verheirateten l, das sie sich alten, nieder. Zelle ein und den aber bald S gelähmt ist, instand ist be. hädcloperation f und U. Llk.^ der. tretung des Feldstrafgesetzes erhielt er 14 Daqe Haft, die nebst 14 Dagen 6xffängnis, mit Rücksicht auf das Geständnis, an der Strafe in Abzug zu bringen sind. Die Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung eines Dienstwohngebäudes für 2 mittlere Beamte, nebst Stall und Abortgebäude auf Bahnhof AlSfeld, der Strecke Gießen—Fulda, sollen vergeben werden. Zeichnungen, Bedingungen und Angebotsmuster liegen im Geschäitsgcbäude der unterzeichneten Betriebs-Inspektion und bei Bahnmeisterei 1 Alsfeld, zur Einsicht aus und können von der Inspektion für 0,50 Mk. (nur Postanweisung) bezogen werden. Eröffnung der mit entsprechender Aufschrift versehenen und vorher einzusendenden verschlossenen Angebote erfolgt am 10. Juni, vormittags 11'/, Uhr im Geschästsgebäude der Inspektion. IDm/6 Fulda, Königl. Eisenbahn Betriebs-Inspektion 2. Mrigrnal-Drahtinel-ungen. Berlin, 29. Mai. Die Aussperrung unter bcr Berliner Arbeiterschaft zieht weitere Kreise. Der Schutz- verband deutscher Steindruckereibesitzer hatte bekanntlich den sämtlichen orgarnisirten Lithographen und Steindruckern zum 2. Juni gekündigt. Nunmehr haben diese bei einer Reihe von Papierfabriken, um dieser Maßnahme zuvor zu kommen, die Arbeit niedergelegt. Zur Zeit sind etwa 2 bis 3000 Arbeiter, Männer und Frauen, ausständig. In Arbeitsgeberkreisen rechnet man damit, daß sich diese Zahl int Laufe der nächsten Zeit auf 10000 erhöhen wird. Dadurch ist der gesamte Chromo- Lithographenbetrieb in Berlin lahm g'elegt. Düsseldorf, 29. Mai. In der Umgebung von Neuß fuhr ein von Duisburg kommendes Automobil bcr Bahn, bczw. in der Nähe des Bahnhofs vor Abgang der Züge ihre Geldgeschäfte zu erledigen. Sie sieben da zu Hunderten aus den Bürgersteigen und hemmen den Berkehr, sodaß regelmäßig die Polizei einschreiten muß. Als im vergangenen Jahr bei einer solchen Gelegenheit ein Schutzmann nach vergeblichem Ermahnen mit dem Notieren zur Bestrafung begann, kam L. als zweiter an die Reihe. Er weigerte sich erst, seinen Namen zu nennen, und machte dem Schutzmann Dorwürfe, weshalb er j)ic anderen nicht aufschreibc. Er rief ihm unter anderem zu: „Sic beugen das Recht und ,wer dies tut, der ist ein Schurke." Angesichts des schweren Vorwurfs hielt bie Äaatsanwaltscl)aft die von der ersten Instanz erkannte Strafe zu gering, zumal der Angeklagte 17 Vorstrafen hat, darunter 11 wegen Beleidigung. Offensichtlich wollte der Angeklagte dem Beamten den Vorwurf der wissentlichen Pflichtverletzung machen und ihm dabei seine Mißachtung zum Ausdruck bringen. Das Berufungsgericht hielt eine Freiheitsstrafe als dem Reatc entsprechend und erkannte auf 3 Wochen Gefängnis: auch wurde dem Beleidigten die Befugnis zugesprvchen, die Verurteilung nach cingetrctcner Rechtskraft im Gießener Anzeiger zu veröffentlichen. Der Taglöhner PH. H. von Hattenbach hat in einer Buchhandlung zu Alsfeld ein Gesangbuch gestohlen; auch ist er in eine Gärtnerei eingestiegen und hat, nachdem er verschiedenes beschädigt hitte, Blumen entwendet. Er brachte zu seiner Entschuldigung vor, er agitiere für die deutsche Flotte: er Hobe geglaubt, er könne in der Buchhandlung zurückgelgte Hefte des Flottenvereins bekommen, um sie auf bcn Dörfern verteilen zu können. Das entwendete Buch habe er für ein Weäk des russisck>-javanisck'en Krieges gehalten, sonst hätte er sich nicht daran vergriffen. Zu Wlanz am 31. Dezember 1905 Passiva. Reingewinn. 380.15 107524.26 Spar- unb VorsWlifse Mmzlill' e. G. m. u. H. Spa ar, Kontrolleur. Singel, Direktor. a) b) c) d) Mitgliederstand Ende 1904 . Zugang in 1905 ..... Zahl der Mitglieder Ende 1905 JH, H Reservefonds . . . 1137.32 Guthaben der Genoßen 2900.— Spar-Einlagen. . . 100379.86 Einlagen in lausender Rechnung 2726.93 gegen Hypotheken 29197.32 „ hinterlegte Wertpapiere . 400.— „ Kaufschillinge . 10166.66 „ Bürgschaften und andere Sicherheiten 52007.92 Generalversammlung Sonntag, den 10. Juni, nachmittags 4 Uhr bet Wirt Wilhelm Vingel. Tagesordnung: 1. Vorlage der Rechnung 1905. 2. Beschluß über die Verwendung des Reingewinns. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Die Rechnung liegt vott hettte ab 8 Tage lang bei Rechner Schlapp zur Einsicht der Mitglieder offen. Mainzlar, 28. Mai 1906. 3372 Aktiva. J4 H Kassenbestand . . . 3581.24 Ausgeliehene Kapitalien: . 50 . 10 60 e) in lausenden Wechseln 2850.— f) in cebierten Forderungen . 743.44 g) in laufend. Rechnung 7407.88 Mobilien nachAbschreibung 500.— Ausstehende Zinsen . . 669.80 107 524.26 Reichhaltige Auswahl in Tapeten Borden Lincrusta und Lincraistaimitation Moderne Muster. Billigste Preise. Prompte Bedienung. Äug. Benner, Tapetenhandlung Marburger Str. 27. 03696 in eine Prozession. t£iue -tarne aus rioln wurde getötet, mehrere Personen verwundet. Breslau, 29. Mai. Gegen den Redakteur des .Wahren Jakob', Heymann au§ Stuttgart, ist vom Breslauer Polizei- Präsidenten Strafantrag wegen Beleidigung der Breslauer Schutzmannschaft gestellt toorben. Die Beleidigung wird gefunden in einem Gedicht ,DaS Psingstwunder von BreSlauL Neumünster, 29. Mai. Hier ist der Arbeiter Silberbach verhaftet worden. Wie bereits gemeldet, war da? Ehepaar Silberbach vergiftet aufgefunden worden. Der Mann steht unter dem Verdacht, seine Frau vergiftet zu haben und bei sich selber die VergiftuygS-Er- scheinungen simuliert zu haben. Lübeck, 29. Mai. DaS Schwurgericht verurteilte den Arbeiter Heinrich Baumeister aus Malkendorf, der gemeinschaftlich mit seiner Mutter seinen Vater erm ord et e, zu 15 Jahren Zuchthaus. Frau Baumeister hatte bereits in der Untersuchungshaft Selb tmord verübt. Mühlhauscn i. Elsaß, 29. Mai. Ein Gerichtsvollzieher hatte in Dörnach eine Pfändung vorzunehmen und nahm zur Sicherheit einen Bürger mit. Im Lause eines erregten Streites wurde dieser von dem Gepfändeten mit einem Stocke erschlagen. an. Sportwagen v.™ iflk. 7 Krankenwagen und Transportwagen. Ständiges Lager von circa 300 Stück Kinderwagen und Sportwagen in allen Preislagen und Ausführungen. Nur erstklassiges Fabrikat. d”/4 August Kilbinger. Kinderwagen genau wie Abbildung mit Ledertuchausschlag, abnehm- barem Verdeck, feinen Gardinen ohne Federn . . . ■wilfc« IwJ desgleichen mit Federgestell Mk. 17 desgleichen mit vorzüglichem Langfedergestell, vernickelten Garnituren, abnehmbaren Patent-Rädern, feine Ausstattung .... Mk. 20 Luftkurort Lindenfels Odenwald Telephon Elektr. Licht. 6Sl7s Hotel Odenwald, Besitzer Erstes nnd grösstes Hotel r Volle Pension Mk. 4.— und 4.50. 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Zwei erfahrene [3377 ScMosssrgeseläesj 2 kräftige Arbeilsjungcn und 2 Lehrlinge geg. Vergüt, gesiicht. Carl Wigaudt, Kunstschmiede. Ei» Wchtjikfeile gcsllcht. 3334] Konr. Läufer, Krofdorf. Zwei Schlossergesellen sofort gesucht. [3337 Karl Krailiug, Süd-Anlage. Suche zunt sofortigen Eintritt 3 .üchtfgo Schreiner. Aus ber Umgegend bevorzugt. Heinrich Reger 3121] Eisschrankfabrik, Lich. Büglerin nimmt Kunden in und außer dem Hause an. 03749]___vah»hofftratzc 20. __ M. A-IHöö an zweiter Stelle per 1. Oktober a.e. auch früher von pünktlichem Zinszahler gesucht. Offerten von Selbstdarleihern u.3326 an den Gießener Anzeiger, Wirtschafts-. Verpachtung. Die Restauration „Zum Burggraf" in Gießen (Sonnenslraße) ist per 1. Juli anderweitig zu verpachten. [3351 Tüchtige, kautionssähige Wirts- (eute wollen sich an die Brauerei I. H. Jhring, Lich ipettbeit. in Gießen ob. Umg.