Freitag 21. Dezember 1906 156. Jahrgang Erstes Blatt SB der Aufgabe ein. farf M1 W ■ !iark. ite Jabrikale U, 6.60,7.50, mite 48, 68 und j- «fr zahlten Bischofsgelder an den Papst gepflogen Warden seien. Der Papst habe den Empfang dieser (Selber aber abge- lehnt. Dies sei die einzige Geldangelegenheit, die jemals zwischen dem Vatikan und Deutschland geschwebt habe. umi 7.50 9.60 Mack und — Hessen im Munde der Dichter, so betitelt sich eine von A. Börlel u. Vh. See herausgegebene Sammlung von Gedichten. (Mainz 1967, Verlag von Zabern.) Sie will Schulen und Vereinen zu iefilichen, msbejondere palriotiichen Gelegenheiten dlchlerijches iviaterial zur Vertilgung stellen, TieferZweck begrenzt naturgemäß das Gebiet der Auswahl. Von religiöjer oder politischer Poesie patzte nur eine bestinnnle Richtung m diefen Rahmen. Tie Erotik blieb ganz ausgeschlossen. Tie beiden Hauptgruppen der Gedichte werben unter den Titeln „Fürst und Volk und Land und Leute" zusammengelastt. Auch aus G l e tz e n und Lberhesjen beziehen sich zahlreiche Qlummern. Anhangsweise ist noch eine Gruppe .Kaiser und Reich" hinzugeiügt. Die Gedichte verteilen sich am 69 Versasser, unter benen Walther v. d. Vogelweide, Geibel, Rückert und Andere mit einzelnen Gedichten vertreten sind. Meistens ireüich sind es neue Namen. Tie Löwenanteile entiallen aut die Herausgeber selbst, die auch je ein Festspiel („Hessentreue" von Börkel, „Wilhelm L" von See) beigesteuert haben. Der Vuchjchmück das Allerschönste sei. Man meint immer, das sei das schönste, worauf gerade im Augenblick das Auge ruht; wenn man dann aber das nächste in die Hand nimmt, findet man das womöglich noch schöner. „Schaff st eins Volksbücher für die Jugend" enthalten Sagen, Märchen und deutsche Volksbücher. Es entspricht der Wahrheit und ist keine Selbstüberhebung, wenn der Verlag in seinem Katalog sagt: „Weder neid) Ausstattung und Preis, noch nach dem Inhalt besteht daneben eine gleich nennenswerte Sammlung von Jugendschriften in den Ländern deutscher Sprache." Die künstlerische und buchgewerbliche Fachpresse, in diesen Dingen von besonderer Kompetenz, hat neben der übrigen Presse einmütig darauf htngewiesen, daß hier durch Anlehnung an die beste Zeit des Buchdrucks (unter künstlerischer Aufsicht und Mitarbeit von E. 9L Weiß) moderne Buchkunst- werke geschaffen wurden, die nach Ausstattung, d. h. Type, Satzanordnung, Papier, Buchschmuck usw., nach Preis und Sorgfalt des Inhalts unübertrefflich sind. rmt Pfeil ».Scheibe isles Mih> -.68, -.88, )0,4.50 'X 10 Pfg. und Silber : Dülk 5 W iget ivie die MeiDerfaud- per Lmck. .8,1.2o, L50 3)lad eißauffchlog iür 29 Pig. ihrten Spiel- ratig-^^ General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen politische Lagesscha«. Emst und jetzt. Aus Anlaß der im Jahre löUJ vom Vatikan gegebenen Anregung, der Papst möchte von unserem Kaiser ein Geldgeschenk in Höhe von 500000 Franks erhalten, sei an einem Vorgang aus dem Jahre 1640 erinnert. Damals sandte die engt Königin Henrietta Maria, die Gemahlin KarlS L, ein Schreiben an den Kardinal Barberini, in dem sie um 500000 Scudi (1 Scudo = 5 Lire) vom päpstlichen Stuhle bat (s. „Hist. Zeitschrift" 1886, veröffentlicht von Prof. Dr. Herrlich). Mit diesem Gelde wollte sie, wie sie in dem Briefe schreibt, die Führer der katho- likenseindiichen Puritaner „gewinnen". Bald darauf teilte der Kardinal der Königin mit, daß der heilige Stuhl niemals einen ketzerischen oder schismati- schen König mit Truppen oder Geld unterstützen könne, es sei denn, daß sich der König, wenn and) zunächst noch nicht öffentlich, katholisch erkläre. Ta jedod) die Königin den Uebertritt ihres Gemahls nicht versprechen konnte, so unterblieb die Zahlung der gewünschten öOO 000 Scudi aus dem päpstlichen Staatsschatz; sie erhielt aber im Jahre 1642 von dem Kardinal aus eigenen Mitteln 30000 Scudi. Welch ein Wandel £(er Zeiten! — Heute bittet der Papst selbst um milde Gaben, einst war er es, zu dessen Millionen alle Welt letzte Zuflucht nahm! Einst mochte man nicht einen ketzet.i,V«„ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il ZweigNellen monatlich ßo Pf., durch die Poll Vlk. 2.— oiertel- jährl. ansschl. BeNellg. llnncQmc von 2ln$etgei für die iagesulmimer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenoreiS. lokal l2Pf^ an6ivdit6 20 P»g. Verantwortlich füt den polit. und aUaem. Teil. P. W.tlko -üt „Stadt und l!anb" und -Gerichtssaal" (8 t nfl pest, für den Anzeigenteil Lian« Wei, lll EÄ Ml ___. -jjlad. ist von Professor P. Halm ('JJ(ünd)en). Tie Herausgeber wünschen durch diese Sammlung ,ben oaterlänbiid)cn Sinn und die Liebe zur engeren Heimat zu stärken". Sie schließen ihr Vorwort mit der Uhlandschen Strophe: „Nicht an wenig stolze Namen Ist die Liederkunst gebannt, Ausgestreuet ist der Samen lieber alles deutsche Land." -e- — Abendsegen für die christlicheFamilie. Abend- anbad)ten für jeden Tag nach der Ordnung des Kirchenjahres, von Dr. Paul Wurster, Direktor des Predigerieminars in Friedberg. — Der bei uns viel bekannte und hochgeschätzte Verfasser hat uns zu den Dlorgenandachten in seinem trefflichen »Hausbrot für evang. Kinder", das in kurzer Zeit eine Auflage von 19 000 Exemplaren erlebte, nun auch einen Jahrgang mit Abendandachten beschert. Wir sind ihm sehr dankbar dafür. Demi er hat eine ganz besondere Gabe, das Gotteswort so auszulegen, baß es jedem, Jungen und Alten, Gelehrten und Ungelehrten, wirklich etwas zu sagen hat, und es so aut das Leben anzuwenden, bau auch die Kinder unserer Zeit es als etwas für sie wertvolles empfinden müssen. Tabei redet er so warm und herzlich, und in einer Sprache, die in ihrer un- geiuchten Klarheit und Anschaulichkeit jedem verständlich ist. Und überall weiß er den Menschen aus seiner Vereinzelung herauSzu- holen und ihn in die Gememscha-i des Voltes und des kirchlichen Lebens und ihrer Bewegungen hmemzusiellen. Es ist trotz alles Widerspriichs doch viel Hunger und Tursi nad) wirklich gesunder religiöser Speise unter uns vorhanden und im Wachen begitiicn. Hier ist etwas vom besten. Tas gilt vor allem von den iretflichcn kurzen Gebeten, die wirklich die Strait haben, die Seele mit ihren Bedürfnissen und Nöten vor Gottes Angesid)t zu stellen. Aiochte das Bud) in vielen Häusern auf dem Weihnachtstisch zu finden sein 1 0. Schlosser. — Ans Petersburg wird berichtet, daß eine Po la r- e x v e d 11 i o n unter der Leitung des Obersten Sergius sl) e U vorbereitet wird. Pell hat bereits bedeutende arktische Forschungen und Expeditionen ausgesührt. Die Expedition wird aus Pemsseyk abgehen und versuchen, die Enge des BeeriugmeerS zu erreichen, um das Vorhaudensein einer Durchfahrt durch die Polarmeere zu beweisen. VI Pfg. a"- „d io Mnm Psg. a». 48 P'S- 98 , 98 N-, 86,1.95 Ak. ■ ■) 96 'ilf* h '---------- Tisküiilscch mehr als ein halbes Jahr bestehen bleibt, dann wird eine Reihe von industriellen und Handelsunternehmungen vom deutschen Erdboden verschwinden. Wenn es sich dabei nur um faule Gründungen handelte, wäre das am Ende noch zu ertragen, denn Leute, die ihr Geld in faule Gründungen stecken, sind in der Regel betrogene Betrüger, denen reckst geschieht. Aber aud; besser fundierte llnternehmungen müssen zu Grunde gehen, wenn ihnen der Lebensnerv durch die Erhöhung des Zinssatzes auf tägliches Geld abgeschnitten bleibt, besonders junge Unter- nehmungeu, die wohl aussichtsvoll, aber noch nicht gefestigt sind. Das ist in hohem Maße zu bedauern, aber die Reichsbank kann dafür auch nicht haftbar gemadjt werden. Sie hat sich eben schon &u viel Metall entziehen lassen und muß nun auf sich selber sehen. Wer aber ist schuld an diesem ungesunden Verhältnis, an dieser traurigen Finanzlage? Es nützt nichts, man kann es nicht verschweigen: die Reich sregierung trisst die Hauptschuld an dein Mißstand. Die verkehrte Wirtschaftspolitik auf der einen, die Einengung und Beschränkung des Geldverkehrs auf der anderen Seite mußten schließlich zu solchen Zuständen führen. Außerdem ist unsere politische Lage dec großen Welt gegenüber keinesfalls angenehm. Was im Innern gesündigt worden ist durch eine verfehlte Zollpolitit und durd) eine verfehlte Handelspolitik, das rächt sich jetzt, und den Schaden muß das deutsche Volk in seiner Gesamtheit tragen. Daß nebenbei auch unser Kredit 1 m Aus lande unter solchen Verhältnissen nicht gerade glänzend sein kann, versteht sich von selber. Die jetzige Kalamllät ist eine ernste Mahnung zur Umkehr an die Reichsr egierung, aber wir furchten sehr, man wird auch diesmal nicht hören, und sich mit einigen Rechenkunststücken aus der Schlinge KU ziehen versud)en. Denn das ist bequemer, als einen falschen Schritt wieder zurückzutun. Neue deutsche Kunst fürs Kind. Es ist noch nicht 10 Jahre her, als in Deutschland das erste moderne Bilderbuch erschien: Kreidolfs „Blume n m ä r ch e n", und diese erste Tat weckte allerorts Gleichgesinnte, sodaß wir heute in Deutschland eine Jugendbücherei haben, um bereit Vielseitigkeit und Vortrefflichkeit uns das Ausland beneiden mag. Mit Kreidolf tat sich Dehmel zusammen, dessen „Fitzebutze" damals schon jähre» lang geschrieben war, aber keinen ebenbürtigen Zeichner und leinen wagemutigen Verleger gefunden hatte. Und was vorher bei Kreidolf noch etwas zaghaft war und auch zu zart für unsere gesunde Jugend, dem wurde in „Fitze- butze" energisch der Garaus gemacht. Die Einen hoben es in den Himmel, die Anderen verstießen es in den Höllenpfuhl. Und nun wollten so und so viele zeigen, daß sie es ebensogut oder besser könnten. Kinderdichter, Kindermaler tauchten von allen Seiten auf, und der Ver- lag H. u. F. Schaffstein in Köln brachte den „Fitzebutze" an sich und wurde dadurck) zum Sammelpunkt dieser ganzen Bestrebungen. Was Schaffstein seitdem für die Kinderkunst geleistet hat, ist eine Kulturtat ersten Ranges, und unzählige deutsche Kinder weiden ihm dafür oankbar sein. Und die Anziehungskraft dieses Berlages scheint außerordentlich, denn was an wirklich vorzüglichen Leistungen in Deutschland geschaffen wurde, hat fid) bei ihm zusumnwn- gesunden; und da nun auch noch in seiner „Volksbuch e- r e i" die Meisterwerke früherer Zeiten erscheinen, so kann man wohl sagen, daß jedes einzelne Bud), das Schaffstein herausgibt, empfehlenswert ist. Kreidolf hat den Blumenmärchen, die nun auch in sehr sd)öner billiger Ausgabe vorliegen, und dem Fitzebutze die schlafenden Bäunie, Alte Kinderreime, die Schwätzchen und die Wiesenzwerge folgen lassen, Bücher im Preise von lMk. bis zu 5 Mk., also jedem zugänglich, und jedes von solcher Schönheit, daß niemand int stunde ist, zu jagen, welches Nr. 300 ®r|d>eint tdqiiJ) (inner SonnmaS. TemCÄteüenei Anzeiger werben im Wechsel mit den, hessischen Landwirt die Siebener Familien- blühet viermal in bei Woche beigelegL Rotationsdruck u. Verlag bei Brüh l scheu Unwerj.-Bncb-u.Siein- bnideret. 9t Bangt, SUbafhotiL ErvedMo« und Drucke ret: Vchnlftrotze 7, Redaktion e=stä» 119 Verlag u.Exved. Adresse für Devefchen: Anzeiger Gießen. Die heutige Dummer umfaßt 16 Seilen. Teueres Kclo. Die Börse ist der Gradmesser des finanziellen Befindens eines Staates. Dieser Gradmesser ist infolge der Spekulation großen Sck)wankungen unterworfen, und auch die Politik bewegt seine Nadel bald auf bald ab. Unbedingt ist also diesem Gradmesser nicht zu trauen, aber in der Regel zeigt er ziemlich sicher. Und jetzt zeigt er auf Teuerung. Das Bargeld ist rarer denn je geworden. Und wem die Börse das nod) nicht gesagt hat, dein erzählt es deutlich genug die Erhöhung des Reich sbank- diskonts auf 7 und des Lombardzinssußes aus 8 Proz. Diese Erhöhung hat in der deutschen Finanzwell wie ein furchtbarer Sch l a g gewirkt, die privaten Banken sind ebenfalls mit dem Diskont in die Höhe geschnellt, und so ist das Bargeld unendlich rar geworden, für manchen kleineren Mann überhaupt nid)t mehr zu beschaffen. Dieses Ereignis, das mit den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Deutschen öieirncs aufs engste zusammenhängt, weckt Erinnerungen an frühere Zeiten. Insbesondere an das Jahr 1899, da sich ganz die gleick)e Geschuhte vollzog. Auch damals schnellte der Bankdiskont plötzlich in die Höhe. Damals 6etrad)tete man als Grund hierfür in erster Linie die Folgen des Burenkrieges. England zog seine Gelder ein. die es selber brauchte, und erhöhte zugleid) den Zinsfuß. Man nahm in deutschen Finanzkreisen die Sad)e nicht so tragisch. Man spekulierte ruhig weiter, und dann kam der große Krad), dessen Nach- wehen heute nod) kaum verschmerzt sind. Die Unglückspropheten hatte man verlacht, aber das Lachen war bald verlernt. Als Folge des Kraches kam die toirtfd)aftlid)e Depression, und da allerdings wurde das Bargeld wieder billiger, aber es hals zumeist nicht viel. Heute nun liegt fein unmittelbarer äußerer Anlaß zu der Erhöhung des Diskonts vor; sie ist begründet in rein wirtschaftlichen Ursachen. Ter kolossale Aussd)wung, den unsere Industrie in den letzten zwei Jahren genommen hat, kostete naturgemäß viel Geld. Dazu kam, daß die Löhne eine bedeutende Erhöhung erfuhren und daß außerdem mit dem Inkrafttreten des neuen Zolltarifs jene Teuerung der Lebensmittel eingeleitet wurde, die heute eine ersck;reckende Höhe angenommen hat. Aucy die Konsolidation des Kapitals in Riesenunternehmungen hat das Ihre dazu beigerragen, den Geldmarkt zu erschöpfen, und nun — rvas wird geschehen? Erleben wir einen neuen Riesen krach, oder werden sich die Verhältnisse von selber wieder sanieren? Es ist schwer, hier Mutmaßungen aufzuftellen. Nur muß betont werden, daß die Spekulation dock) durch die bitteren Erfahrungen vor sieben Jahren bedeutend vorsichtiger gemacht wurde, und wenn das faule Gründertum aud) heute noch in einer gewissen Blüte steht und gerade anfangen wollte, sich schärfer zu betätigen, so sind im allgemeinen die finanziellen Verhältnisse bod) lange nicht so im argen, wie vor sieben Jahren. Aber bie mittleren Leute, die auf ben Bankkredit angewiesen sind, werben das gegenwärtige Verhältnis sehr schwer empfinden, überhaupt kann der Rückschlag aus unser ofsentlid)es Leben nicht ausbleiben. Denn je hoher der Zursfuß für tägliches Geld ist, desto mehr muß aus den Unternehmungen herausaepumpt werden, wenn sie rentieren sollen. Zwar hat dec Reichsbankpräsident Dr. Koch, einer unserer erfahretfften Volkswirtschaftlcr, in der Begründung dieser Maßnahme der Reichsbank die Hoffnung ausgesprochen, daß der Zinsfuß bis Mitte Januar ungefähr wieder herabgesetzt werden kann, aber wir wollen das doch lieber erleben, als uns unbedingt auf diese Worte verlassen, trotzdem sie aus dem Dtunde eines Fiachmannes kommen. Aber jedenfalls ist das Eine totsicher: wenn der höhere nia* beflü Up.Ll.MPf. Mlllk aiid-Äeschäst. jillig. Prellen 7,8,9,im Handel Obeischles. Eisen-Iiidnstrie 126.20 . 122.56 Prince-Henri-Eisenbahn . 152.50 242.00 Berliner Börse, 21. Dezember. Anfangskurse. 212.80 Gendarmen und Einwohner gingen futter fortnchme. 67.00 96.40 140.10 120.90 248.65 228.60 158.20 214.50 245 25 130.70 197.70 139.60 241.00 83 70 157.20 . 35.00 . 180.10 . 144.20 85.00 146.00 . 178.40 . 140.00 . 241.50 . 172.80 . 186.10 . 157.90 . 216.70 Harpener Bergwerk Laurahütte . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . Berliner Handelsges . Darmstadter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommaudit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . Gotthard bahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Gestern Staatsbahn . . 3X7. 3% 3X7. 356 3X7- Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . , Tendenz: fest. 98.00 87.05 98.00 87 1U 96.45 95.50 99.40 99.90 96.00 102.70 69.20 69.70 90.60 93.40 9420 Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schlickert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg- Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte . . * Nordd. Lloyd..... Reichsnnleihe do. Konsole . . do. . < Hessen . . . Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Glessen. Frankfurter Biirse. 21. Dezember, 1.15 Uhr. 3°/o Mexikaner . 4X7« Chinesen . . Aktien Bochum Guss . . . Buderus E. W . . Tendenz: fest. 3X7# Oberhessen . . . 4?o Oesterr. Goldrente. . 4'/,56 Oesterr. Silberrente 456 Ungar. Goldrente . . 456 Italien. Rente . . . 356 Portugiesen Serie I . 356 Portugiesen „ III 4X7o russ.Staatsanl. 1905 4X° ö Japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Aera deS Liberalismus breche an. Es macht einen etwas komischen Eindruck, wenn offiziöse Federn darzulegen versuchen, daß der Liberalismus sich Einfluß auf die Regierung verschaffen könne, indem er mit allen Kräften zur Bildung einer Regierungsmehrheit beitrage. Die „Nordd. Allg. Ztg." druckt an die freisinnigen Parteien gerichtete Ausführungen in diesem Sinne ab. Es wird darin für „überflüssig* erklärt, von derNeg ierung Garantien dafür zu verlangen, daß künftighin liberaler regiert werde. Mit Verlaub, das ist keineswegs überflüssig, denn in demselben von der „Nordd. Allg. Ztg." als „sehr beachtenswert* gerühmten Artikel wird bereits die Möglichkeit eines Wiederzusammenschlusses von Zentrum und Regierung zugegeben. Verhüten, so heißt eS mit merkwürdiger Offenheit, die liberalen Parteien nicht, daß Zentrum und Sozialdemokratie eine Mehrheit bilden, so werde ja die Regierung gezwungen, mit dem Zentrum zu paktieren... Das sind nicht eben verlockende Aussichten für den Liberalismus. Die Negierung wird selbst wissen, daß die Chance, Zentrum und Sozialdemokratie in eine Minderheit umzuwandcln, verschwindend gering ist. Nun wird mit einem Male das Unmögliche vom Liberalismus verlangt, gerührten Tones von der ernstlichen Erprobung der werbenden Kraft seiner Grundanschauungen gesprochen und sogar höchst freigebig Rat gespendet von Offiziösen, wie die Aufgabe beim richtigen Ende anzugreifen sei. Das ist zu viel des Eifers. Solche wahltaktischen Belehrungen und Ermunterungen können die liberalen Parteien entbehren. Da weiß man in den Parteilagern denn dock) bester Bescheid, als am grünen Tisch. ReichSregierungLpolemik gegen das Zentrum. Mit dem Wahlaufruf des Zentrums beschäftigt sich jetzt die „Nordd. Allg. Ztg.". Sie schreibt: Der Wahlaulruf des Zentrums enthält zahlreiche irrciührcuoe Behauptungen. Gleich im Anfang wird es jo dargestellt, als hätte sich die Entscheidung im Reichstage, nur um 8 900 000 Mart ae° vermischtes. * Die Gefangennahme einer „Frau". Vor einigen Tagen wurde in einem Forst bei Scientrier in Obersavoyen, wenige Meilen von Genf entfernt, eine Frau verhaftet und in das Krankenhaus St. Julien an der französischen Grenze gebracht, deren Geschichte unglaublich klingt. Die Zeitung La Suisse berichtet nach Mitteilungen des Bürgermeisters von Scientrier darüber folgendes: „Am 12. Dezember erhielt ich zum erstenmal Mitteilung, daß sich in dem Forst meiner Gemeinde eine entkleidete Frau befinde. Ich gab Befehl zu ihrer Verhaftung, wir konnten sie aber nicht entdecken. Da keine weiteren Klagen kamen, ließ ich die Sache auf sich beruhen. Vor einigen Tagen wurde mir von einem Einwohner gemeldet, daß die Frau aus dem Forst komme und ihm das Schweine- r-iches Bemühen an das Fernsprechnetz nnfleflltebcxt Auch wird < sJa WirfP i n § KreiSrat im Kreis Lauterbach vom Publikum nicht »ernenn fo beliebte wie Dr. W°N°>. sind feiten. Im Schützer land ist die Stimmung kur chn v iel b e Her rot c in 1903, was sehr ins Gewicht fällt. Also überall gut SIu6Gto,innOtoenl)eim stattqehabte, aus zahlreichen Land- orten beschickte national liberale Vertrauensmanner- versammlung stellte den alldeutschen Rechtsmiwalt Dr. Winkler - Oppenheim als Kandidaten für den RerchZtags- wahlkreis M a i n - -Oppenheim auf; der B u n d d e r L a n d- wirtc stimmt der Kandidatur zu. Reichstaasabg. Dr. Becker hat, der „Frkf. Ztg. zufolge, die Wiederaufstellung in seinem bisherigen Wahlkreise Offenbach endgültig a b g e l e h n t. Er soll, wie verlautet, in einem r h e i n h e s s i s ch e n Wahlkreis oder in Darmstadt aufgestellt werden. Nach einem Berliner Blatte kandidiert in Offenbach für Dr. B. vermutlich der aus dem Amte scheidende Oberbürgermeister Brink. Die „Offenb. Ztg." weiß von alledem nichts Sie macht nur die dunkle Mitteilung, daß „die Entscheidung in den allernächsten Tagen fallen" werde. In Worms wurde eine nationalliberale ^u- aendgruppe gebildet, die in ihrer politischen Färbung auf dem Boden des Reichsverbandes der nationalliberalen Fuaendvereine steht und reformierend auf die Wormser reaktionäre Richtung einwirken will. NcbenFrhrn. von Hehl wird als nationalliberaler Wormser Kandidat Weis heim er in Lsthofen genannt, der auf dem linken Flügel der nationalliberalen Partei steht. Es halt sich mit Bestimmtheit das Gerücht aufrecht, daß v. Heyl nicht mehr kandidieren will. Tie Reichstags st ichwahlen finden auch im Großherzogtum Hessen am 5. Februar statt. In Limburg hat die Mittelstandsvereinigung den Landesvorsitzenden des Bundes der Landwirte, General von Kloeden, als Reichstagskandidaten aufgestellt. Die Christlich-Sozialen haben für den Wahlkreis Wetzlar- Altenkirchen den Generalsekretär des GewerkvereinS christ- licher Bergarbeiter Franz Behrens in Esten-Rüttenscheid, als Kandidaten ausgestellt. In Wiesbaden wollen die Nationalliberalen den seitherigen Abg. Bartling wieder aufstellen. Einigungsversuche der lib. Parteien scheiterten daran, daß die Nationalliberalen verlangten, daß ihnen daL Reichstags- und Landtagsmandat überlassen werde, wofür sie dann im Wahlkreis Homburg-Usingen einen freisinnigen Kandidaten unterstützen wollten. Die Freisinnigen stellen als Reichstagskandidaten für den 8. Berliner Wahlkreis den LandtagS-Abg. und Stadt- verordneten Rosenow auf. Für den 1. Berliner Wahlkreis kandidiert der bisherige Abg. Stadtältester Kämpf wieder. Als MandatSbewerbec für Berlin II wird Oberbürgermeister Büchte mann - Görlitz, als Kandidat für Berlin V Land- tagSabg. Justizrat Cassel genannt. Doch ist über die letztgenannten Kandidaturen noch kein endgültiger Beschluß gefaßt. __ Dr. M ülle r-Sa gan hat, mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand die abermalige Uebernahme der Kandidatur im Wahlkreise Sagan-Sprottau abgelehnt. Die freis. VolkSp. hat den Fabrikbesitzer Endemann aus Sprottau auf- gestellt. Dem freisinnigen VolkSparteiler Dr. Wiemer, bisheriger Vertreter des Wahlkreises Nordhausen, stellen die dortigen Nationalliberalen den Rechtsanwalt Seng er gegenüber. Die ReichSregieruug für bett Liberalismus. Man schreibt unS: Daß die Regierung in diesem Wahlkampfe dem Liberalismus nicht entgegentreten kann, versteht sich nach der Haltung von selbst, die von den Liberalen im Reichstag bei der Entscheidung über den südwestafrikanischen Feldzug eingenommen wurde. Davon abgesehen, die Regierung braucht den Liberalismus gegen Zentrum und Sozialdemokratie. Mithin ist als ein Verdienst daS Wohlwollen der Regierung nicht anzurechnen. ES hätte auch anders kommen können. Wäre jetzt daS Zentrum die erste „OrdnungS- partei* und die Stütze der Regierung, dann würden zweifellos von den Offiziösen alle Waffen auS der Rüstkammer geholt worden fein, um sie wider den Liberalismus zu wenden; daS Zentrum aber stünde im Strahlenkränze einer allezeit patriotischen, Thron und Altar treulich schirmenden Partei. Daß die Regierung plötzlich liberale Neigungen und Ideen an sich entdeckt, wird hoffentlich Niemand in die Illusion versetzen, ein Ruck nach links vollziehe sich, eine neue wildes Tier aus. Es scheint eine Frau der besseren Stände zu sein. Sorgsame Nachforschungen ergaben, daß man es mit einer Frau Nicollet zu tun hat, die das Haus ihres Mannes in Oponnas vor elf Jahren verließ. Es wird angenommen, daß Frau Nicollet die ganze Zeit im Walde zubrachte und auf diese Weise zum Tier wurde. Ihr Mann starb kürzlich und hinterließ seiner verschwundenen Frau ein bedeutendes Vermögen." * Gin EhescbeidungSantrag im 105. Lebens- ahre. Ter Staat Kansas bat eine echt amerikanische Erscheinung Alt verzeichnen. Mrs. Mariba bunt, eine Dame im Alter von 105 Jahren, hat ihre Ehescheidung beantragt. Sie sagte, sie möge nicht länger den Namen ihres Mannes tragen, den sie weggejagt habe, als er 97 Jahre alt war. Es ist ihr dritter Mann, aber sie ver- icherte einem Gerichtsbeamten, daß sie nicht beabsichtige, noch einmal zu heiraten. ,____________________________________________________ Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 23. Dezember, 4. Advent. In der Stadtkirche. Vormittags 9V, Uhr: Vkarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für Matthäus- und Markus, gemeinde gemeinsam. Pfarrer D. Sch losser. In der JohauneSkirche. Vormittag? 97, Uhr: Piarrer Euler. Nachmittags 3 Uhr: ChristbescherungSieier für die Kleinkinder- Bewahranstalt. Kirchenrat Tr. N a u m a n n. NachmiltagS 5 Uhr: Weihnachtsfeier für die Kinderkirche der Johannesgemeinde. Piarrassistent Steiner. J Montag, den 24. Dezember. In der Stadtkirche. Nachmittags 3 Uhr: Weihnachtsfeier für die Kinderkirche der Matthäus- und Markusgemeinoe. > Pfarrer D. Schlosser. Pfarrer Schwab«. Nachmittag- 5 Uhr: Weihnachtsvesper für die Militärgemeinde. Pfarrer Euler. In der JohauneSkirche. Nachmittags 3 Uhr: Weihnachtsfeier für die Kinderkirche der Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Der Anhang geistlicher Volkslieder zum Gesangbuch isi er« schienen und kann vorerst bei den Kirchendienern zu 20 und 25 Pfg, bezogen werden. Bei den Buchbindern sind außerdem auch un< gebundene Exemplare, aber ohne Noten, zum Einlegen in daS Gesangbuch zu haben. 1. WcihuachtSfeiertag, den 25. Dezember. Kollekte für die Kleinkinder.Bewahranstalt. In der Stadtkirche. Vormittag? 972 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinderbeten. Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Abends 61/, Uhr: Weihnachtsfeier der beiden Konfirmanden. Vereinigungen der Matthäusgemeinde. In der JohauneSkirche. Vormittag- 97, Uhr: Professor D. Eck. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer KrauS. 2. Weihnachtsfeiertag, den 26. Dezember. Kollekte für die Armen. In der Stadtkirche. Vormittag? 97, Uhr: Professor D. DrewS. Abends 5 Uhr: Siehe JohauneSkirche. In der JohanneSktrche. Vormittag? 97, Uhr: Psarrassistent Steiner. Beichte und heiL Abendmahl für die LukaS- und JohanneS- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten, Abends 5 Uhr: Liturgische Andacht. Pfarrer Euler. Abends 7 7, Uhr im LukaSfaale: Weihnachtsfeier der beiden Konfirmierten-Vereinigungen der Lukasgemeinde. Türkenlose .... . . 144.00 4% Griech. Monopol-Aul. 52.10 4% äussere Argentinier . 89.00 lei Abänderung deS NeichStagS-WahlrechtS von der Negierung beabsichtigt wird. Wir nehmen an, die Erklärung behält auch für den Fall ihre volle Gültigkeit, daß der neue Reichstag abermals wichtige NegierungS-Jor- derungen verweigerte, und daß eine neue Auflösung erfolgte. Es gibt mißtrauische Gemüter, die dann an die Möglichkeit einer WahlrechtS-Nevision glauben, etwa mit der Begründung, „so gehe es nicht weiter, die Reichsmaschine drohe zum Stillstand zu kommen". Man muß auf die zweite Auflösung als künftiges Ereignis sich gefaßt machen, ob die Regierung der Frage näher getreten ist oder nicht. Heute schreiben die „M. N. N.": „Wir wissen bestimmt, daß man in der Negierung mit großer Zuversicht von einer Neuwahl eine sichere nationale Mehrheit erwartet. Schon deswegen wird die Möglichkeit weiterer Maßnahmen gar nicht in Betracht gezogen.* Sei dem, wie ihm wolle, schaden kann eS nicht, wenn die Regierung auch die nicht Vertrauensvollen beruhigt, daß, wie immer im Reichstag die Entscheidungen fallen, daS Reichs- Wahlrecht unantastbar bleiben wird. Eines vermißt man in der neuen hochoffiziösen Polemik gegen daS Zentrum: eine Antwort auf die durch die Presse gegangene Bemerkung in der „Germania", daß kein Minister und kein Staatssekretär mehr 24 Stunden in seinem Amte wäre, wenn die ZentramSab- geordneten alle vertraulichen Mitteilungen leitender Staatsmänner in aller Oeffentlichkeit wiedergeben wollten. Eine gröblichere und durch absolut nichts gestützte Behauptung konnte nicht ausgesprochen werden, und wie der Donner dem Blitz hätte die Erwiderung folgen sollen. Die „Nordd. Allg. Ztg.* schreibt ferner: „Den hat Gott gerichtet,* riefRoeren an?, als er den Tod de? von ihm zu Unrecht verfolgten Assessors Tietz in Togo erfuhr. Sein hartherziges Wort ist energisch zurückgewiesen worden. Im Reichstage nahm der Kolonialdirektor noch am Auf- lösimgstage da? Andenken Tietz in Schtitz. Er erklärte, daß dieser ein außerordentlich tüchtiger, braver, wackerer Beamter war, der im Dienste feine? Vaterlandes und des Kaisers in Togo gestorben |ei. Die Mutter des Verstorbenen übersandte dem Kanzler einen Tankbrief, worin sie für die Veranlassung der Verteidigung ihres Sohnes dankt; sie fönpe nicht glauben, daß ihr christlich erzogener Sohn © r e ti e 11 o t e n gutgeheißen habe, zumal dieser auf die mütterliche Ermahnung, gegen die Eingeborene» gut z»l sein, zuversichtlich antwortete, mit denen stehe er gut. Auch vom Gouverneur Grasen Zech und von Augenzeugen de« Begräbnisses wurde berichtet, die Häuptlinge und die höchsten Eingeborenen seien benx Sarge in außergewöhnlicher Zahl gefolgt. Jeder Bekannte ihres guten und braven Sohnes halte ihn für unfähig solcher Beschuldigungen. Ihr Sohn habe sehr viel bei den streitigen Verhältnissen gelitten, die seine kräftige Gesundheit zerrütteten. Nicht gerichtet, fonbem erlöst hat ihn Gott. An die Nichtwähler! Die „Nordd. Allg. Ztg.* schreibt sodann unter der Neber- schrift „Partei Nichtwähler*: Nur ein paar Zahlen 1 1903 blieben über 25 Prozent der Wahlberechtigten do» der Urne fort. Die Partei Nichtwähler machte also den viertel, Teil aller Wähler aus. Sie verfügte über mehr als drei Millionen St in» men, roar alfo ft örter al? bie Dreimillionenpartei, bie Sozialdemokratie. Tie Partei Nichtivnhler remittiert sich nicht aus der Sozialdemokratie, auch nicht aus dem Z e n t v u m. Soll der Reichstag besser werde», so muß diese Partei v e r s ch tv i n d e n. Ihre Stitnmen gehöre» der Minorität vom 13. 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