-^biOraxc 29j|r ves liieren • Muft für eine flehte ' iei'one,i) geiuchi. —29, n. Nw gesucht [4056 neu Lwa Stamm Marburger Llr. 49. ^äuserm Sass rxs?* 0 anbe»; c/'"» «e# S^täbt Kel. Ms 5^nbach.- 9 eu$f^H!yir.32 ?§66« 5y?M8s* galtet« ta ÄDchll ^Morstr.71,11. [4062 unges, sauberes u.tuchliges idcken Ä9Utcn. »w’hjvai jeugn. ges. r'abndohirLQ, ILr.links. ti/MMß ÄLdchea, b. bürg, lochen tbcLehaurarbK/rersleht, 'utile in Ä ^/LshaU. ZQmibt, »Venen Säue 5. Medcurs t 00V Mark ) ”, u gi' Uht f obenW.®» > tn v. stnnwc" "mÄÄnLerk-ui 1Iott,n ii reine ltil|un9£s übrn-"""^""^ ä^n,en“ 'kc nrne : sL *J£ r«i .AW fr®T«‘*‘ I c"w*aÄ* I«"" "*til i ,.e t> 51^jpH«. °" i,;1 t>i< 1-^cht. ■ pnpoif’et auf gutes Objekt t. Lcbriiit. Angebote unter an den feitB. Am. erbeten. ÄigeideF fit« ,»»-«)-. P-°>-n> -d>- i-d- M tii!. Anfragen unter 3M s Hengras i . - rauq jv veirMn. ■■ ILÜM. ,.r.»fr üelobnuufl. 154 Erscheint täglich außer Sonnlags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mir dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Stein- druckeret. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstratze 7, Redaktion 112 Verlag u.Exped.-LE51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Zweites Blatt 15(5. Jahrgang Mittwoch 4. Jnli 1906 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen General-Anzeiger Bezugspreis: monailicb7bPl.,viertel- jährlich Mk. 2.20; durch 2lbhole- u. Zwergstellen nwnallich 65 Pf.; durch die Post 9)112.— viertel» jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« sür die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Ps* auswärts 20 Psg. Verantwortlich für den polit. und allqem. Teil: P. Witiko' für .Stadt und fianb* und „Gerichtssaal*- Ernst Heß; für den An- zeigeirteil: Hans Beck. Die Heutige Yumrner umfaßt 10 Seiten. Hin Schalten der Kergangenyeit. Man schreibt uns aus Paris: Wieder beschäftigt man sich bei uns in Frankreich mit dem einstigen Kapitän der Artillerie Dreifus, um den beinahe ein Bürgerkrieg entstanden wäre. Es steigen Erinnerungen an die alte Zeit in dem Gedächtnis der Mitwelt auf, und man gedenkt des schweigsamen, ernsten und überlegten Angeklagten von Rennes, gedenkt seines damaligen Verteidigers, des untergegangenen Lab ort, gedenkt man Zolas, dem ein Stärkerer die Feder aus der Hand genommen, gedenkt man des Obersten Picquard, des Generals Ater ei er, des Kriegsministers Zurlinden und all der Männer, deren Ramen damals Klang hatten. Nüchtern und farblos liegen die Meldungen vor uns, die einst ganz Europa aufhorchen ließen, es werden keine Memeide mehr geschworen, niemand schneidet sich mehr den Hals durch, und Esterhazy sitzt in irgend einem arnrseligen Londoner Winkel und bestätigt jedem, der es wissen will, daß er das Bordereau geschrieben hat und daß die „cette Canaille de D.“ sich keinesfalls auf Dreifus bezogen haben kann, weil „cette Canaille“ eben nicht zu den Manovern abging. Es ist sonnenklar, daß Dreyfus seinerzeit daS Verbrechen nicht begangen hat, dessentwegen man ihn wie ein wildes Tier in Fesseln legte und nach der Teufelsinsel brachte. Er war der Sündenhock für einen anderen Verräter. So unsympathisch dieser einstige Hauptmann aller Welt mit Ausnahme einiger weniger Phantasten beim Renner Prozeß und nach dem Urteilsspruch und nach der Begnadigung erschienen ist, so unsympathisch mag er seinen nationalistisch gesinnten Kameraden gewesen sein. Er war Jude — das machte ihn verhaßt. Er war Jude — das hat ihn gerettet. Zwer Dinge hat her Treysusprozeß in Rennes seinerzeit gelehrt: einmal die ungeheure Macht der Alliance Js- i aelite, die eine ganze Welt mit dein goldenen Zauberstab in Bewegung setzen kann, wenn sie will und wenn es sich um eines ihrer Mitglieder handelt, zum andern den Rückgang des französischen Nationalismus, der sich mit der „Affäre", wie sie lange Jahr schlechtweg hieß, das eigene Grab geschaufelt hat. Es ist nicht festzustellen, wer mit gewaltsameren Mitteln gearbeitet hat, die französischen Nationalisten oder die Alliance. Mer es muß gesagt werden: die Alliance hatte doch wenigstens das Recht für sich; es galt Klarheit zu schaffen, galt einen Unschuldigen dem Leben und der Welt und seiner Familie wiederzugeben. Und wenn die Alliance ihre Fäden im Geheimen spann, die Nationalisten schworen ihre Meineide in der Oeffentlich- keit, hantierten mit einer Ungeniertheit, die unbegreiflich erscheint. Wie unglaublich klang doch seinerzeit die Meldung von der ungeheuerlichen Beeinflussung der Richter in Rennes — sie hat sich völlig bewahrheitet. Doch — verweilen wir nicht bei diesen alten Geschichten. Der Dreyfusprozeß war eine öffentliche Krankheit, wie der Hexenwahn und der Flagellantismus. 9hm soll auch die letzte Schuld von dem Exkapitän genommen, soll Treyfus auch von dem Schein eines Verdachtes gereinigt werden. Das Kriegsgericht in Rennes hat ihn verurteUt, die Regierung begnadigte ihn sofort. Wer Gnade ist kein Recht, und der Exkapitän verlangte sein Recht, verlangte, daß man ihm die Achselschnüre wieder anheftete, die man ihm einst von der Uniform riß. Jetzt wird das Verlangen des schwer geprüften Mannes sich erfüllen, ob es bei dem neuen Prozeß mit ganz rechten Dingen zugccht, das freilich ist eine andere Frage, die wir glücklicherweise nicht zu entscheiden brauchen. Es würde auch sehr schwer sein, den loirklichen Tatbestand, der durch den Parteikampf verschleiert wurde, sestzustellen, da ja die Zeugen fehlen, wenigstens die Hauptzeugen. Aber es handelt sich auch kaum noch darum, Licht zu schaffen, sondern eben nur um die Rehabilitierung des Exkapitäns. Daß diese Rehabilitierung jetzt ohne weiteres möglich erscheint, das zeigt das völlige Darniedcrliegen des Nationalismus'. Die Kreise, auf die der Name des Hauptmanns .einst gewirkt hat nne ein rotes Tuch auf ein bekattntes Tier, regen sich nicht mehr. Die Offiziere werden nichts daran finden, wenn der Kapitän wieder die Uniform seines Regiments trägt. So hat sich die öffentliche Meinung in sieben Jahren in Frankreich geändert. An die Stelle des nationalistischen und chauvinistischen Hasses ist das Republikaner- tum gerreten mit seiner starken sozialistischen Durchsetzung. Ein Bankmakler hat Kriegsminister werden können — warum soll nicht ein Treyfus wieder Dienst tim? Tas ist der Lauf der Welt: Krieg um ein Phantom, Entfesselung aller Leidenschaften für und gegen ein Prinzip — nach wenigen Jahren gehört die ganze Geschichte der Vergangenheit an. Und darum ereifert man sich . . .! politische Tagösschart. Der Zentrumsabg. Prinz Arenberg rst in Norderney erngctrosfen und hat beim Fürsten Bülow tn dessen Villa — zweifellos wohl auf besondere Einladung - Wohnung genommen. Eine bedeutsame Nachricht! Die Namen Prinz Arenberg und Erzberger nebeneinanderstellen, heißt das Einst und Jetzt in der Stellung der ausschlaggebenden Partei zur K o lo n ia l p o l i ri k kennzeichnen. Vom Prinzen Arenberg, dem Vorsitzenden der Abteilung Berlin-Charlottenburg der deutschen Koloninl- gesellschast, dessen Einfluß im Zentrum vor dem Auftauchen ocs Abg. Erzberger eine Mehrheit in der Fraktion für nichtige koloniale Forderungen zusammenbrachte, vom Prinzen Arenberg, dem langjährigen Berichterstatter der Budgetkommission für den Kolon ialctat, hat man in der Oeffentlichkeit seit geraumer Zeit nichts mehr gehört. Er war bedenklich erkrankt und infolgedessen gezwungen, dem Reichstag fernzubleiben. Ob der Regierung die schweren Niederlagen im Parlament — Reichskolonialamt, Eisenbahnbau, Farmerentschädigung — erspart worden wäre, wenn Prinz Arenberg seinen Einfluß hätte geltend machen können, diese Frage ist schwer zu beantworten. Hatte doch selbst ein so besonnener Atann, wie der Zentrnmsführer Dr. Spahn, der anfänglich gegen die Richtung Erzberger Stellung nahm, am Ende von der oppositionellen Strömung sich fortreißen lassen. Ter Unmut im Zentrum war eben unaufhaltsam gestiegen, wozu die nicht gerade geschickte Taktik der Regierung ihr Teil beitrug. Jetzt beginnt ja die Spannung nachzulassen, Fürst Bülow hat Untersuchung und Säuberung im Kolonialamt in die Wege geleitet, und daß dabei gründlich verfahren wird, ist ersichtlich aus der Meldung der „Voss. Ztg.", weitaus der größte Teil der Räte der Kolonialabteilung werde aus derselben a u s s ch e i o e n. Eine Radikalkur, wie man zugeben muß, noch nicht dagewesen im deutschen Vaterlande, schmerzhaft und kein „gtuhmesblatt" sür die Beamtenschaft. Hoffentlich verjagt das Ergebnis des gegen den Bieberacher Wzeiger von der Kolonialverwal- tung angestrengten Prozesses das letzte bedrohliche Gewölk. In der öffentlichen Meinung ist bereits eine Gegenströmung gegen das Verdächtigungssystem Erzberger und seiner Mitarbeiter im Anzuge, auch linksstehende. Zeitungen wenden sich gegen das beschämende Wühlen in Skandalgcschichten. Hoffentlich wird bei dieser Sachlage das Beisammensein des Fürsten Bülow mit dem Prinzen Arenburg zum Vorboten einer neuen, aus uneingeschränktes Vertrauen zwischen Regierung und Volksvertretung sich gründenden Aera. Möge die Brandung den am Strand von Norderney Wandelnden nicht von neuen Konflikten zuraunen, sondern möge sie verhallend murmeln von ohne Wiederkehr gewesenen — „die Brandung, von den Rosen der Abcndgtut bestreut"! • Die chinesische Regierung läßt cs bei keiner Gelegenheit an feierlichen Versicherungen fehlen, daß sie handelspolitisch mit allen Staaten in an» genehmen Beziehungen zu leben wünscht, und demgemäß auch die Interessen der internationalen weißen Kaufmannschaft gebührend berücksichtigt. Das ist die Theorie. In der Praxis fühlen sich jetzt englische, deutsche und amerikanische Kaufleute zu Beschwerden an die Pekinger Regierung veranlaßt wegen Begünstigung der japanischen Ware nein fuhr in die Mandschurei, wodurch derfreie Wettbewerb unmöglich und die „offene" Tür illusorisch gemacht werde. Die „Rationalztg." sieht hierin einen Keim zu ernsten Differenzen, es ist indessen wohl anzunehmen, daß, wenn die Sache in diesem Sinne sich entwickeln sollte, die Japaner Sorge tragen werden, einen Keil zu treiben in die Einigkeit der Weißen. Aus den Erfahrungen mit dem „Konzert der Mächte" bei den Wirren des Jahres 1900 wissen sie, wie leicht eine internationale Aktion zu durchkreuzen ist, und die Chinesen wiffen es ebenfalls. Es gibt eben eine Regierung, die stets geneigt ist, in Ostasien als „Außenseiter" sich zu betätigen: die Washingtoner. Nun sollen zwar, wie gesagt, auch amerikanische Kaufleute sich beschwert haben über die handelspolitische Bevorzugung Japans in der Mandschurei. Doch damit dürfte sich die Pekinger Regierung in der bewährten Weise abfinden, indem sie die Bemängelungen und Abänderungsvorschläge zur Kenntnis nimmt und — zu den Alten legt. Mittlerweile gibt Japan, unter dessen nicht abzuweisendem Druck China handelt, in Washington geeignete Erklärungen — mit dem verbündeten England wird sich'eine Verständigung noch leichter erzielen lassen, obwohl die Londoner Presse fürs erste eine scharfe Sprache führt —, und die Sache ist zur allgemeinen Zufriedenheit in dem Sinne erledigt, daß die Gelben einen Konflikt mit den Weißen in ihrer Gesamtheit nicht mehr zu besorgen brauchen, da von den Beschwerdeführern allein Deutschland übrig bliebe, zu dessen erneuter Isolierung man sich bann wohl mit vielsagendem Lächeln beglückwünschen wurde. Solche Gedanken werden nahegelegt durch die noch im laufenden Monat fällige Reise eines der gewandtesten japan. Diplomaten, des Barons Komura, über Amerika nach England, wo er als neuer Botschafter in London sich vorstellen ivird. Bei seinen Konferenzen mit den amerifan. Staatsmännern bleibt die handelspolitische Situation und Entwickelung in Ostasien sicherlich nicht unerörtert, und in diesem Zusammenhang erscheint die Erinnerung zeitgemäß, daß die Unterstellung, der Boykott amerikanischer Waren durch die Chinesen sei von deutscher Seite angestiftet, in der japan. Presse aufrechterhalten wird. Tie Mandschurei bedeutet die erste Etappe auf dem kommerziellen Siegeszug Japans durch das ostasiatische Festland, und deshalb ist die gegenwärtige handelspolitische Streitfrage auch für Deutschland von Belang, wenngleich die Mand- schurei als Absatzgebiet für deutsche Waren weniger in Betracht kommt. Der Tag ist vielleicht nicht mehr fern, an dem der internationale wirtschaftliche Wettbewerb im fernen Osten verschärfte Formen aunimmt. Es erscheint nach alledem fraglich, ob ein Handelsvertrag zwischen Deutschland und China zusiande kommt, zu dem die Vorverhandlungen bereits eingcleitet sind. Von deren aussichtsvollem Fortschreiten hat bisher nicht das mindeste verlautet. Tie Haltung des sozialdemokratischen Parteivorstandes, besonders Bebels, m der M ässe n streirfrage hat nicht nur sachliche Bedeutung, sondern zwingt auch mit Bezug auf den persönlichen Charakter dcS Parteiführers zu Schlüssen, die das sonst von ihm herrschende Bild in wesentlichen Zügen verändern. Die Erklärung des Parteivorstandes enthält die be=t zeichnende Stelle: „Als dann aber die „Einigkeit" durch ihre Jndis-, kretion und ihre Angriffe auf Bebel die Angelegenheit in die Oessentlichkeir vrachte, war dieser gezwungen, aus der Reserve herauszutretcn und so wie geschehen zu antworten." Diese Worte passen zu der sonst von Bebel immer an sich und an der Partei gerühmten Offenheit und ihrem Mute gegenüber der Kritik der Gegner wie die Faust aufs Auge. Der Tapfere erweist sich als Bramarbas. Das ganze Verhalten Bebels in der Frage des Massenstreiks enthüllt Doppelzüngigkeit. Nach außen, gegen das Gros der Parteigenossen, spielte Bebel die Nolle des eifrigen Propagandisten für den Massenstreik. Im kleinen Zirkel' aber vertritt er den Standpunkt, daß die Partei den Streik nicht bloß nicht fordern dürfe, sondern sogar zu verhindern suchen müsse. Allem Anschein nach hat schon die Rede Bebels in Jena sich nicht mit seiner wirklichen Auffassung gedeckt, sondern es handelte sich um ein Brillantseuerwerr, bei dem eineVKanonade vorgetäuscht wurde. Noch an eins sei zur Charakteristik Bebels erinnert. Herr Kollmann hat fein Vermögen, das mehrere hunderttausend Mark betrug, Bebel vermacht, der sich im Reichstag seiner angenommen hatte, und Bebel hat davon bekanntlich den größeren Teil für sich behalten. Bebel sagt, Kollmann sei ein politischer Gegner gewesen und habe ihm das Vermögen zum Dank für gute private Ratschläge vermacht. Wenn Kollmann den Rat Bebels so hoch bewertete, so spricht dies für die behauptete Störung feiner geistigen Kräfte. Wahrscheinlich ist allerdings, baß die „Gegnerschaft" sich auf ein Nichtaussprechen der Anhängerschaft beschränkt und daß Kollmann das Vermögen der ihm in mancher Hinsicht sympathischen Partei vermachen wollte. Als den dlögg. Eugen Richter und Albert Hänel im Jahre 1884 ein Parteifreund eine Summe von, irren wir nicht, zirka 100000 Mark testamentarisch vermachte, haben diese beiden Manner sich keinen Augenblick besonnen, das Geld in den Parteifonds abzuführen und es ist nicht einmal viel Aufhebens von der Angelegenheit gemacht worden. So handelten Richter und Hänel; Herr Bebel aber handelt anders! Aus Stadt und Land. Gießen, den 4. Juli 1906, " DaS Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Arheilgen, Wilh. Benz IV., Heinrich Repp, Karl Günther, Peter Kunz II., Philipp Stun3 I., Peter Weigand II., Jak. Hechler L, Philipp Nebelacker, Peter Lücke r IV., Hch. Schunk, Gg. Haller, Phil. Ruhl I., Gg. Wagenknecht. ** Heb ertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Otto Rceg aus Neu-Jsendurg eine Lehrerstelle an der Schule zu Gustavsburg, Gemeinde Ginsheim. ** 2 4 süddeutsche Handelskammern, darunter die in Darmstadt, Frankfurt a. M., Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Offenbach a. M., Straßburg i. E., Stuttgart, Wiesbaden, Ludwigshafen und Worms, haben soeben eine geharnischte Erklärung gegen die Schiffahrtsabgaben erlassen. ** Der Turnverein Gieß en begeht, wie bereits früher mitgeteilt wurde, sein 60jähriges Jubiläum in den Tagen vom 4. bis 6. August auf „Oswalds Garten". Infolge vertraglicher Uebcrcinfimft mit der Leitung des Lahntalsängerfestes werden die Festbauten auch für daS Turnvereinsjubiläum Verwendung finden. Das bis jetzt vorgesehene Programm läßt ein schönes Turn- und Volksfest erhoffen, und insbesondere dem turnerischen Teil darf mit großem Interesse entgegengesehen werden. Ein farbenreiches Fest- spiel wird die Geschichte der Leibesübungen in Deutschland vor Augen führen und insbesondere den aktiven Turnern des Vereins Gelegenheit bieten, ihr turnerisches Können zu zeigen. Ein Musterriegen-Wetturnen wird für die Turner des Gaues Hessen stattfinden, während für die übrigen auswärtigen Turngäste ein Riegenturnen außer Wettbewerb vorgesehen ist. Die von den Vereinsdamen gestiftete neue Vereinsfahne wird infolge der von S. K. H. dem Großherzog erteilten Erlaubnis u. a. das hessische Wappen tragen, eine Auszeichnung, die bis jetzt in Hessen noch keinem Turnverein verliehen wurde. ** Verkauf der Solms-Braunfelser Gruben im Kreise Wetzlar. Der Vormund des minderjährigen Fürsten Georg Friedrich Solms-Braunfels hat für den Fürstlich Colms-Braunfelsschen Grubenbesitz die Offerte der Firma Sirupp (sechs Millionen 9)1 arf) angenommen. Die Eisenwerke Buderus hatten nur 5s/4 Millionen geboten, während das Konsortium Deutscher Kaiser und Schalter Grubenverein feine geringere Offerte nicht iveiter verfolgt hat. Die Bieter gaben ihre Höchstgebote geheim ab, d. h. feiner wußte, was der andere geboten hatte. Nunmehr ist noch die Genehmigung des Vormundschaftsgerichtes und die Zustimmung der Agnaten erforderlich, um den Kauf perfekt zu machen. Ein Teil der Agnaten kam am Samstag im Plenarsaal des Franks ' ter Oberlandesgenchts zu einer vorberatenden Sitzung Iie (W. Ztg.) Lehrerschaft, teil. i l r. Wie man nur so vergesslich sein kann! L in [Pie einzige hygienisch vollkommene, in Anlage und Betrieb billigste HeizungfüröasEinfamilienhaus I ist die verbesserte Zentxal-Luftheizung. In jedes, auch alte Haus leicht ■' einzubauen. Prospekte gratis und franko durch Schwarzhaupt Splecker & Co. Naohf., G. m. b. H., Frankfurt a. M. M Sr nach Neapel rufen läßt, statt nach Nom fährt und von dort und Kameraden über das Be- berichtet und an seine Jreundes-- tt P „Krankenbett seines Vaters" dessen aber mit der Signora anS via Neapel dem Freund finden des „kranken Vaters" Gießener Strafkammer. )( Gießen, 3. Juli. Dolüma Von schrieben. Die§ raschende^ Partei, des Menda lag und i treffen W über de5 < Rolle sind verurteilt- ■ tierungen i soll hier ui werden gen wähnt und heroorgehob in ihrer G> düng, Besib zurüazutteti es aber mei greifende Di Petteidiszv Ltärte aoo lreife gab baturen;h 6s wieder Aabl'reisc nehmung, der llneun Minderhei tann hierc hat jeder 6egeu Untertaj bie liberc so nötigen Darmtiab kommt N demolrar fein teilt mit Lehars richten darn Eozialdemokr taffe, weitver Lrganifation "offen. don äongie Bauern- un bezw. wirtsi auf den er sahne folger Wo fmi Vermischtes. • WaS eine Frau anrichtete. In Capua bei einem Reiterregiment stehen eng befreundet die Leutnants Mattei und Ettorre. Als Mattei eine Jugendgeliebte — die Der Dreyfrrs-Prozetz. Paris, 3. Juli. Ter Generalstaatsanwalt sieht als neue Tatsachen noch folgende Punkte an: daß das Stück Nummer 26 des geheimen 'Aktenbündels über die Eisenbahnen in keinerlei Beziehungen zu Dreysus stehe und daß in Stück Nr. 371 desselben Bündels der Buchstabe D für P eingesetzt wurde — das ist die von Henry vorgenomrnene Fälschung. Der Generalstaatsanwalt Baudouin stellt den Antrag auf Kassation des früheren Urteils ohne Verweisung vor ein anderes Gericht. Die voni Verteidiger zu Gunsten der Kassation ohne Rückverweisung vorgebrachten Gründe seien auszuscheiden, nämlich Verjährung und Begnadigung. Da Dreysus tatsächlich des Verrats beschuldigt wurde, könne von einer Verjährung nach drei Jahren nicht die Rede sein. Auch mache die Freisprechung Esterhazys eine neue kontradiktorische Verbandlunq unmöglich. Tochter eines römischen Obersten — heimgeführt, wird Ettorre öfter eingetaden und bildet sich schon im ersten Monate zum „Hausfreund" im bösen Sinne aus. Das Idyll nimmt seinen munteren Fortgang, ohne daß der Ehemann etwas davon ahnt, Mattei verreist und bittet den Freund, seiner Frau abends Gesellschaft zu leisten; die Signora und der Leutnant machen Ausflüge aufs Land und halten sich stundenlang in Bauernhäusern aus, wo sie sich ein Zimmer zum „Aus- Gerichts?aal. Eine „sludentischc Helden tat" fand dieser Tage vor dem Schöffengericht in Bonn ihre Sühne. Der aus Rußland stammende Student Klingelberg, hatte in der Nacht zum Februar in mehreren Straßen Bonns für 621 Mark Fensterscheiben eingeschlagen. Als Grund gab er an, er habe — Geburtstag gehabt. Der Schaden ist zum Teil ersetzt worden. Das Gericht verurteilte den Helden, weil er noch nidit vorbestraft war, zu 200 Mk. Geldstrafe. von etwa 60 Mark ----- — ------ -- -- täten genau gekannt haben mußte, war durch den Keller in das Zimmer gelangt, wo er eine Sträflingsmütze zurückließ. Am anbeni Tage kam die Meldung von Klein-Lindeil, es seien dort zwei Diebstähle ausgcsührt worden und ^nan nahm an, daß die Tat von einem scheinbar entwichenen Sträsiing^verübt word.m ist, da in der Nähe des Tatortes unter einem Steinhaufen die Kleider eines Sträflings aufgefunden worden waren. Die Vermutung, man habe es mit einem und demselben Täter zu tun, bestätigte sich alsbald, da man in der folgenden Nacht in Friedberg einen Menschen scstnalnn, der sich durch Tragen mehrerer Zeit seiner Abwesenheit zu süßem Minnespiel. Zuweilen speisen auch alle drei im Restaurant, und Publikum und Kellner freuen sich an den zärtlichen Annäherungen, die das allzu kurze Tischtuch nicht verbirgt. Weniger amüsant ist, als sich Ettorre durch ein gefälschtes Telegramm an? Pakete verdächtig gemacht batte und bei dem man die in beiden Orten gestohlenen Gegenstände vorfand. Die Nachforschungen ergaben, daß man es mit dem im vorigen Jahre im Cafd Hettler beschäftigten 25 jährigen Hausburschen A. K. aus Klodnitz (Schlesien > zu tun hatte, der sich aber einen falschen Namen beilegte. Er wurde in das hiesige Arre st Haus überführt und blieb, trotz Verwarnung, daß er sich strafbar mache, wenn er einen falschen Namen angebe, bei seinen früheren Angaben. Gelegentlich eines gerichtlichen Augenscheins im genannten Cafe wurde er dem Personal gegenübergestellt, das iljn als den früheren Hausburschen erkannte, woraus er seinen richtigen Namen zu- gestand. Er hatte sich deshalb neben Diebstahls auch wegen intellektueller Urkundenfälschung zu verantworten. Seine Vernehmung ergab, daß er trotz seiner Jugend ein recht abenteuerliches Leben hinter sich hat, da ihn das Gericht veranlaßt hatte, seinen Lebenslauf zu schildern. Er ist bis zu seinem 14. Lebensjahr in einem Waisenl>aus untergebracht gewesen ; die Nachforschungen nach seinen Eltern waren erfolglos, doch weiß er, daß er noch Geschwister hat. Der Waisenvater ver- schasste ihm eine Stelle als Hausbursche in Strigau, wo er infolge von Unredlichkeiten zu einem gerichtlichen Verweis ver- urteilt wurde. Später erhielt er in Schweidnitz 1 Jahr Gefängnis wegen Diebstahls. Nach Verbüßung dieser Strafe begab er sich nach Hamburg und ließ sich verschiffen; er war als Schiffsheizer tätig und hatte nun Gelegenheit, die größeren Städte aller Erdteile zu besuchen. Nach einjähriger Seereise will er in Genna einen größeren Geldbetrag ausbezahlt bekommen Txiben, mit dem er sich nach der Schweiz begab. Von da kam er nach Frankreich, wo er mit einem reichen Herrn in einem Hotel zu Paris bekannt wurde. Ms er ausfindig gemacht hatte, daß dieser fick der Schweiz zuwandte, reifte er ihm nach und beraubte ihn in Gemeinschaft mit einem Postkutscher. Hierfür wurde er mit vier Jahren Zuchthaus bestraft, er entwich aber wälzend der ApellationSfrist, sodaß er die Strafe nicht antrat. Er besuchte nun Mailand und Genna, und tarn bis Süd-Amerika: er lebte von dem geraubten Gelde, das er so gut verwahrt hatte, daß man es bei seiner Verhaftung nicht fand, lieber England nach Hamburg zurückgekommen, erhielt er eine Strafe wegen Entziehung der Wehrpflicht. Er nahm nun wieder in Schweidnitz eine Stelle als Bierfahrer an, in der er sich einen Diebstahl zu Schulden kommen ließ, der ihm neun Monate Gefängnis einbrachte. Nachdem er diese Strafe verbüßt hatte, Turnier über Hannover, Kassel nach Gießen, wo er von Dezember bis Februar im Cafe Hettler beschäftigt war In Saarbrücken an gekommen, bekam er wegen eines Einbruchs 2 Jahre Zuchthaus, die er zum Teil in Diez verbüßte. Nachdem er nach Siegburg verlegt worden war, entwich er am 24. 2tpril auf der Außenarbeit. Er wanderte in den Sträslingskleidem zu Fuß über Ehrenbreit- ftein, Ems, Nassau und Wetzlar hierher, tagsüber sich im Walde aufhaltend Das Gerietst hielt es im öffentlichen Interesse für geboten, ihn die ganze Strenge des Gesetzes fühlen zu lassen. Es diktierte ihm, über den Antrag des Staatsanwalts binaus- geheud, 5 Jahre 1 Monat Zuchthaus zu, sprach ihm, mit Rücksicht auf die ehrlose Gesinnung, die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre ab und erkannte, der Gemeingefährlichkeit wegen, auf Zulässigkeit der Polizeiaufsicht. ^Ein Monat der erlittenen 11 ntersnchungshast wurde ihm aus die Strafe angerechnet. Der Metzger I. M. von Tauernheim war wegen Hausfriedensbruchs und Beleidigung unter Anklage gestellt. Als er im vorigen Jahr durch das Schöffengericht Nidda wegen Körperverletzung zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden war, lauerte er dem Amtsrichter in seiner Wohnung auf, und ging in drohender Haltung auf ihn zu, sodaß sich der Richter in sein Haus flüchten mußte. Er versuchte nun in die Wohnung zu gelangen: da er aber die Haustüre verschlossen fand, wollte er durch die Verandatüre eindringen. Mf Hilferufe der Frau des Amtsrichters, entfernte ihn ein Gärtner auS ihrem Besitztum. Wecker ist ihm eine Beleidigung des Bürgermeisters von Dauern heim zur Last gelegt. Ms in einer Wirtschaft die Spraäje auf die bevorstehende Bürgermeisterwahl kam und ein Gast der Ansicht war, man soll den seitherigen Bürgermeister wiederwählen, äußerte er: „Was,, den Lump, den meineidigen Schuft, das ist der dreckigste Hund, der auf Gottes Erdboden herumgeht." Inzwischen war der Angeklagte zur Verbüßung seiner Strafe in die Zellenstrafanstalt Butzbach über führt worden. Sein Vater stellte den Antrag, ihn auf seinen Geisteszustand zu nntersuckstn, was auch durch den Anstaltsarzt geschah. Dieser war der Ansicht, daß der Alkohol eine solche Wirkung auf ihn ausübt, daß zeitweise seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen ist. Die Verhandlung wurde ausgesetzt und beschlossen, daß der Angeklagte nochmals durch einen Sachverständigen auf seinen Geisteszustand unter- sucht wird. In der Nacht zum 27. April d. I. wurden aus dem Hausburschenzimmer des Cafe Hettler hier, den Haus- burschen während sie schliefen, Kleidungsstücke im Werte gestohlen. Der Dieb, der die Lokali- ,ne Milieu,. 1 Ober l. ' 11 ^bzjvj wo ]ie jia.) tui ruhen" geben lassen; ein andermal schicken die Liebenden den Mann zum Arzte, da er offenbar krank sei, und benutzen diel Seck Jahren gebrauche ich Fays ächte Sodener Mineral- Pastillen, ich reise, nie ohne sie, ich habe immer ein paar in der Tasche und ihnen dank ich's, daß ich nie mehr eine richtige Erkältung habe. Und nun hab' ich sie daheim gelaßen, hier in dem Nest sind keine zu haben und jetzt — ha . . azi ... hm, hm! - hab ich die schönste Erkältung weg! Jetzt werd' ich telegraphieren, daß man mir mit dem nächsten Paket welche von daheim schickt. Ueberall ä 85 Pfg. per Schachtel erhältlich. hv'/5 teilnahme apelliert. „Ach, wärst Du bei mir, ich trüge all das Schreckliche, das auf mich ein stürmt, leichter!" Derweilen stürmten aber nur die Küsse der tollen Lavinia auf ihn ein ... — Eines Tages schlug dem Leutnant Ettorre (er scheint der Verführte zu sein) das Gewissen, und er trat in das Zimmer Matteis, einen Revolver in der Hand, den er.dem Freunde reichte: „Töte mich, denn ich bin der Geliebte Deiner Frau!" Niedergeschmettert lief Mattei zu seinem Rittmeister, der keinen anderen Rat wußte, als Forderung — ein Rat, der dem Helden und Ehemann aber wenig ein» leuchtete. „Ettorre kann ja auch gelogen haben!" meinte er naiv, verstand sich aber, nachdem er unter Seufzen und Weinen ganz Capua sein Leid geklagt, schließlich doch dazu, Ettorre zu fordern. Und das Duell fand statt: gezogene Pistolen, 28 Schritte Distanz, zehnmaliger Kugclwechsel. Ergebnis: zwanzig Löcher in jene balsamische Luft, die schon vor Leutnant Ettorre und Signora Mattei die Offiziere Hanni- bals vorn Pfade der Tugend gelockt. Froh des erledigten Zwischenfalles zogen beide Duellanten heim — Ettorre in der Absicht, sich versetzen zu lassen, der gute Ehemann, bereit, seinem Messalinchen zu verzeihen. Aber — o Pech! In diesem Augenblick erfolgte das gänzlich Unerwartete, das erst die eigentliche Tragödie herbeiführen sollte. Namens des Regimentskommandeurs erscheint der Rittmeister Filippo bei dem Leutnant, um ihm zu befehlen, sofort den Zweikampf wieder aufzu nehmen. Der Oberst, sagt er, war außer sich, als er von den zwanzig Luftlöchern hörte, und tat säbelrasselnd und fürchterlich mit dem Fuß aufstampfend folgenden geflügelten Ausspruch: „Entweder duelliert man sich, oder man duelliert sich nicht; ein Duell, das unblutig verläuft, ist eine Komödie!" Derselbe direkte Befehl des Obersten ging natürlich auch Ettorre wie dem Sekundanten (Padrini) zu. Und das Resultat war, daß diesmal — auf des Obersten Kommando — der Säbel gewählt ward und daß Mattei seinem plötzlich parierenden Gegner genau in die Klinge lief. Erst im Tode gewann die schwächliche Gestalt des Leutnants Mattei einen tragischen Zug: „Kleine, Du hast mich getötet", waren seine letzten Worte. — Die Geschworenen haben Ettorre wegen Totschlages ohne mildernde Umstände zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. (Eine Sentenz, die unglaublich ist, wenn man bedenkt, daß das zweite, tödliche Duell nur allein auf Befehl des Vorgesetzten stattfand.) * Der Tod eines Kindes. Unlängst ertrank im Gardasee Lucie Birr aus Berlin. Das auffallend hübsche und gescheite Mädchen lebte seit etwa Jahresfrist in der Villa Halkyone bei ihrer Mutter Ellen Birr, der Gefährtin des verstorbenen Dichters Otto Erich Ha rtmann. Das dreizehnjährige Kind badete unter Aufsicht seiner Mutter im See. Es trug einen Schwimmgürtel und wurde von Frau Birr überdies an einer Rettungsleine gehalten. Eine starke,von einem vorbeifahrenden Dampfer erzeugte Welle überflutete das Kind und raubte ihm die Besinnung. Dieselbe Welle warf die Rettungsleine über die Uferpalisadc, wo sie sich an Holzsplittern und alten Eisenhaken verfing. Das arme, ohnmächtige Kind ertrank vor den Augen der vor Schmerz halb wahnsinnigen Mutter, die es nicht retten konnte. Als es ans Ufer gebracht wurde, war schon der Odem entflohen, und alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. * Kleine Tageschronik. In Münster i. W. ist der Kassierer Kaaksteen von der Zahlstelle des sozmldernv' kratischen Generalverbandes der Manrer Deutschlands nach Unterschlagung von angeblich 25 000 Mark Verbandsgeldern nach Holland geflüchtet. — Die Schneidermeisters-Ehe- leute Haug in Grünenbach (Bayern» wurden bei der Rückkehr von ihrer Hochzeitsreise überfallen und ausgeraubt. Beide, sind schwer verletzt. Ein Mann, ivelcher der Tat verdächtig ist, mürbe verhaftet. — In Gochsheim (Bayern) erschoß der Bauernsohn Spitzner feine Braut namens Kradler und s i ch selbst, weil seine Eltern die Einwilligung zur Ehe verweigert hatten. _ "wie hinaus, zu Städtchen' üauenSihflnnc Wählern und Nnb Vedürfni toSpolittfd den Parte ^ttchhofsitt ® Rückschritt.' , Den libi lun9cn, die T Jp» allein i ^Vnnd qeq Klinks zusammen. Da auch noch andere Formalitäten zu erledigen sind, durste vor Ende September die vormundschaftSgericht- Liche Genehmigung zu dem Verkauf nicht erfolgen. ** Die Gemeinde einkommen steuern in den hessischen Gemeinden sind, soweit die Städte in Betracht kommen, in diesem Jahre gegen das Vorjahr nicht erheblich gestiegen. Den höchsten Zuschlag erhebt nach wie vor Offenbach mit 121 %, e§ folgen Gießen mit 120, Bingen mit US1/,, Bensheim mit 114%. In Ler Residenz werden nur 91% erhoben, immerhin 3% mehr wie im Vorjahre. Von den größeren Landgemeinden steht Viernheim an der Spitze mit 147%, es folgt Lampertheim mit 139, Bürgel mit 136, Neu-Isenburg mit 136, Rüsselsheim mit 133%. Tie Situation ist in Hessen gerade wie in Preußen, wo die in der Mehrzahl von Arbeitern bevölkerten Gemeinden die höchsten Steuerzuschläge erheben. " Butzbach, 3. Juli. Der nordwestliche Flügel der Zellenstrafanstalt Butzbach dient zurzeit vorübergehend zur Aufnahme vonZuchthaussträflingen, da das LandeS- zuchthauS Marienschloß meistens überfüllt ist. Wenn die Erweiterungsbauten in Rockenberg fertiggestellt sind, wird die Butzbacher Anstalt nur noch zur Aufnahme von zu Gefängnisstrafen verurteilten Strafgefangenen dienen. k. jungen, 3. Juli. Verlassen, verlassen Diese bittere Herbheit dieser Worte kostet eine Rumäne jüd. Konfession, Heinrich Blechner mit Namen der in seiner Heimat ausgewiesen worden ist, durch. Er hatte die Absicht, nach Argentinien auszuwandern, wurde aber, da er fallsüchtig ist, von den Schiffahrtsgesellschaften abgewiesen. Seitdem vagiert er im deutschen Reiche umher und befindet sich gegenwärtig in Oberhessen. In allen Städten, wo er um Unterkommen bat, wies ihn die Polizei ab, von seinen Starnrnesgenossen wird er wenig unterstützt. Der Mann ist aufrichtig zu bedauern — aber bedauern allein hilft nicht. Heimatlos, wie der Mann ist, hat kein Verband eine Verpflichtung zur Aufnahme, aber auf der Straße kann er auch nicht verbleiben. Seine epileptischen Anfälle wiederholen sich täglich 3 bis 4 mal, wenn dies in einem Torf oder Stadt erfolgt, so werden Menschen helfen so gut es geht, auf der Landstraße ist der Mensch seinem Schicksal überlassen. Manche halten ihn für betrunken, begießen ihn mit Wasser und dergl.; und der Unglückliche seufzt nach dem Tode. Er geht anständig gekleidet, ist etwa 45—50 Jahre alt, Arbeit wird ihm nicht gegeben, er kann solche auch nicht vollbringen. Was soll nun mit einem solchen Menschen geschehen? Keine Anstalt nimmt ihn auf, überall wird er vertrieben! Vorerst muß der Staat durch seine Polizekorgane den Mann von der Straße nehmen. Was weiter geschehen muß, darüber haben wir uns den Kopf nicht zu zerbrechen. Oder soll erst ein Unglück geschehen — ein Automobil den Mann totfahren? Vorige Woche sah man ihn in Schotten auf der Straße liegen, heute in Hungen. x Laubach, 3. Juli. Am 11. und 12. August feiert der Gesangverein „Eintracht" sein 25 jähr - iges Bestehen. Eigentlich ist der seiner Zeit vom Konrektor Schaad geleitete Verein viel älter. Wegen ausgebrochener Zwistigkeiten löste er sich 1881 auf, nach wenigen Wochen aber entstand er wieder unter Direktion des Lehrers Spilger, der also das 25jährige Jubiläum als Dirigent mit begeht. Am letzten Samstag Abend bildete sieh im „Schützenhofe" unter Landwirt Friedrich Jochem ein FestkomiÜ, das die Hauptpunkte^ des Programms wie folgt festlegte. 11. August: Festkommers unter Mitwirkung der hiesigen Gesangvereine „Eintracht" und „Harmonie sowie des neuen Musikvereins; 12. August: Festzug und Konzert der Marburger Jäger-Kapelle sowie der verschiedenen Gesangvereine: man beabsichtigt sechs auswärtigen Vereinen des Amtsgerichtsbezirks Einladungen zugehen zu lassen. △ Effolderbach, 2. Juli. Gestern fand hier das Bezirkskrieger fest des Bezirks Ortende rg statt. Der hiesige Kriegerverein verband damit die Weihe seiner Fahne. Sämtliche Bezirks- und mehrere Vereine aus Nachbarbezirken waren dazu erschienen. Pfarrer Wolf-Ranstadt weihte die Fahne und hielt eine sehr patriotische Festrede. Nidda, 2. Juli. Der Gemeinderechner Zimmer von Bisses, der der Unterschlagung von ca. 2800 Mk. vereinnahmter Gelder beschuldigt ist, wurde heute in das Hastlokal Nidda gefänglich eingeliefert. lN. Anz.) -4- Altenhain, Kr. Schotten, 3. Juli. Unser Dörfchen rüstet sich nächsten Sonntag die E inw ei hung des unter Leitung de§ Kreisstraßenmeisters Sommerkorn aus Laubach neu erbauten Schulhauses zu begehen. Die Straßen unseres Dorfes werden mit frischem Tannengrün geschmückt, ebenso der Neubau. Man verbindet die Feier mit fder Kirchweihe, die infolge der Kleinheit unseres Ortes nur alle vier Jahre stattsindet. h. Wetzlar, 3. Juli. Die im Kreise Wetzlar bestehende Wanderbücherei findet festens der Landbevölkerung guten Zuspruch. Die Bücherausgabe liegt in Händen einzelner Lehrer. Nun hat man am 1. Juli auch in Wetzlar eine Volksbücherei gegründet. Die Sammlung umfaßt bereits 1000 Nummern. — Aus der Straße nach Hermannstein überfuhr ein Radfahrer einen kleinen Buben. Stark am Kopfe blutend wurde dieser von der Straße aufgehoben. w. Albshausen a. d. L., 3. Juli. Das Kreis- :Krieger-Verbandfest dc§ Kreises Wetzlar findet am nächsten Sonntag hier statt. Dieser General-Appell wird alle zwei Jahre gefeiert Gleichzeitig hält der hiesige Verein das Fest seiner Fahnenweihe ab. An Stelle des im vorigen Jahre verstorbenen Vorsitzenden Bürgermeister Hardt-Groß- Rechtenbach wird der neugewählte Verbandsvorsitzende General a. D. Carstendick-Braunfels zum erstcnmale den Appel leiten. kAlS Festplatz wurden die großen Lahnwiesen in der Nähe -der Station und als Festmusik die Kapelle des Jnfanterie- iRegiments Nr. 88 aus Mainz gewählt. Am Sonntag, ,8. Juli, werden folgende Ertrazüge gefahren. Ab Lollar 61.25 vorn?., ab Wetzlar 12.20 mittags, an Albshausen 112.27 mittags, ab Albshausen 8.22 abends, ab Wetzlar abends, an Lollar 9.23 abends. ' fc. Frankfurt a. M., 3. Juli. Wegen DurchLach/ nn, am e. un -Ui Sg • Sv Shbeit- । $ hhiüibetj Din die JL eil|iiia[ ?ütteln « 11,10 ] außer - w«d-2 dem die S'tljtN blädtr oy Woche' AotalE I«. *1» Unwert'v» drucke"'- Waliio" ver/agu-ür Meist für Anzeiger stecherei rouib. der Gefangenenwärter Wurf verhaftet. Er soll Gefangenen gegen Entgelt Briefe befördert haben. — Der Rechtskonsulent Peter Metzler sprang heute morgen, als ihn die Polizei zur Verbüßung einer Gefängnisstrafe abholen wollte, zum Fenster des zweiten Stockes heraus. Ec erlitt schwere Verletzungen. Bingen, 3. Juli. Geh. Regierungsrat ©panier, einer der ältesten Verwaltungsbeamten des Hessenlandes, feierte heute sein 2bjähriges Jubiläum als Kreisrat des Kreises Bingen. Im verflossenen Jahre hatte der beliebte Beamte das Gluck, sein 50jähriges Jubiläum als hessischer Staatsbeamter zu begehen. Die heutige Festfeier bestand in einer Beglückwünschung des Jubilars durch Vertreter der Staatsregierung, der Kreisverwaltungsbehörde, der Gemeinden, der Kirchen- und Schulvorstände, der Geistlichkeit und der Lehrerschaft. Um 1 Uhr fand ein Festessen statt. Die Jubiläumsfeier schließt heute mit einer Festfahrt auf dem Rheine bis Boppard. An dieser nahmen etwa 400 Personen aus allen Gemeinden des Kreises, darunter die gesamte