s&Lafe riÄtL?tVe,tcnbeW K?/^^§°te.uninW7 ^MW^nzcigernbeten ^S_^'erwegl, " Wmichasl. |O558o nu -chnndt, Neuen Baue ö, uittit ct. ConneiistrL, Ul, das auch seine Haus- !• übernimmt, iud)i SteÜunq tucm tzcfchäfl. yetmgung: uare, Ireunöl. Behandiuilg. i-an Maria Lcharge, Frank- a. BI., Lcwiqnyslr.l. 14687 Moljr.a(0i tzO",seil gr. rcrtils/^chhalt. häft täü "'bMation.' h'uhrg. d„ ?°ppeller -u.bilanD ber- linuuflctünte^cii H* ähnlK^tA. ihnen < v* .115. en/0ll'ieit ,„ dchnstl. SM-r A'dch« " Teilhaber I od.sliller.in ein auiblühend. nkalwnsgcschäst d. Nahrungs- Branche gejucht. Einlage 0 bis 20 000 Mark. Ml. Angebote unter 05470 u ÄWner Anzeiger ttbtitn. essenerW^ « h. j. M Dame, . von j. hemr bewundert >, roiti, W> ehrbare An- um Mattet, um Lebens- :n Mer 4M an d.Gchmei nger gebeten.___ Auf bequeme OLSS Der Borsts ,6 Lrejersiraße 27 M. _ jw™»#« jeniRiiderflafLDctSnW' iauer'scher. Gesangverein. imtnte Walbcn f § &« «;leili9"n8 beim IlflÖbeB ,s&s* Kre°'1 Gie*^i6 Nr. 180 General-Anzeiger. Aintr- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen Ausland entschie- Die Ab- 2 Bände Gütergeschosse, 1 Band Zusammenstellung der Gütcrgeschosse, 6 Zuteilungskarten, 1 Band Zuteilungsoerzeichnis, das Protokollbuch Srscheint ttgltä? mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener .ffamillenblätter" werden dem „Anzeiger otcrmal wöchenllich bcigdegL Der Landwirt" erscheint monatlich^inmat. Freitag 3. August 1906 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« UntversitätSdruckerei. R. Lang«, Stetze», Redaktion, Expedition u. Druckerei r Schulstr.U, Tel. Nr. 61. Telegr.«Adr.: Anzeiger Gteßar. zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahlne von Einwendtlngen hiergegen findet statt: Samstag, den 18. August l. Js., vormittags 9—10 Uhr, Im Geineindehaus zu Utphe, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen cinlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschloffen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufaffen, zu begründen und auf Papier in Aktcngröße (mindestens 1/2 Bogen) ünzureichen. Friedberg, den 31. Juli 1906. Ter Großherzogl. Feldbereinigungskommissär: Sparn er, Kreisamtmann. Aus Deutsch-Ostafrika tsind folgende amtliche Meldungen eingelaufen. Nach einem -Telegramm des Gouvernements in Dar-es^Salaam griff der Arbeiten 1. 2. 3. 4. 5. 17. August l. I. liegen auf dem Gemeindehaus zu Utphe die des III. Abschnittes, nämlich: Amtlicher Heit. KeKanntmachimg. Bctr.: Feldberemigung in der Gemarkung Utphe. In der Zeit vom 4. August lf. Js. bis einschließlich Deutsches Reich. Berlin, 2. Aug. Die Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit dem König Eduard von England auf Schloß Frredrichshof wird am 16. ds. stattfinden. — Zum Besuch des Kaisers auf der Kruppschen Villa Hügel bei Essen wird berichtet, daß umfangreiche Maßregeln zum Schulze de§ Monarchen getroffen werden. Auf der Hütte wird kein ausländischer Arbeiter mehr angenommen und aus den Hauptstädten des Rheinlandes ist eine große Anzahl von Kriminalbeamten nach Essen abkonunandiert. — Wer schafft die Viehteuerung? Zur Beantwortung dieser Frage dürfte eine Mitteilung dienen, die der „Allg. Fleischer-Ztg." von zuverlässiger Seite zugeht. Danach haben die Molkereibesitzer aus der Gegend von Hannover und Hildesheim beschlossen, „bis zum 15. Oktober kein Schwein unter 56 Mk. für den Zentner Lebendgewicht, gleich 67 Mk. Schlachtgewicht, zu verkaufen. Füc Zuwide r- Handlungen sind 1000 Mk. Konventionalstrafe zu zahlen". Hier ist also eine wirkliche Ringbildung zur Hochhaltung der Viehpreise. Kiel, 2. Aug. Auf der hiesigen Germaniawerft wurde heute das für die deutsche Kriegsmarine erbaute Unterseeboot zu Wasser gebracht. Der weitere Ausbau des Bootes erfordert etwa fünf Wochen, sodaß zu Mitte September mit den Probefahrten begonnen werden kann. — Ein Gedenkstein zur Erinnerung an die silberneHochzeit desKaiserpaares wird in Hubertusstock im Park des Jagdschlosses errichtet werden. — Prinz August Wilhelm von Preußen wird als Vertreter des Kaisers dem 450jährigen Jubiläum der Universität Greifswald beiwohnen. Dort wird der Prinz eine Botschaft seines Kaiserlichen Vaters verlesen. — Herzogin Viktoria Adelheid von Sachsen-Koburg und Gotha ist heute auf Schloß Callenberg von einem Prinzen glücklich entbunden worden. Leutnant v. Lindeiner mit einer Abteilung des Johannesschen Expeditionskorps das Lager des SultanS Schabrum a, des Hauptsührers der aufständischen Wangom, am Lihonde südöstlich Ssongea überraschend an. Schabruma selbst wuroe verwundet, entkam aber; seine Frau und Kinder wurden gefangen und seine ganze Habe und sein Vieh erbeutet. Der Gegner verlor 16 Tote und 179 Gefangene. Diesseits ist ein Ombascha (farbiger Unteroffizier) gefallen. Die Mehrzahl der S ch a m b r u m a - G r o ß e n unterwarf l” * Mawr Johannes sieht die Lage in Ssongea günstig an. — Nach Meldungen des Hauptmanns von Kleist ist die Ruhe in Upangwa immer noch nicht wiederhergestellt. Major Johannes marschierte infolgedessen mit Verstärkungen dorthin ab. politische Tagesschan. England in Sorgen. Im englischen Unterhause kam am Donnerstag Balfour auf die Verminderung der Flotte ir rüst - ungen und die neuerlichen Ausführungen des Premier- ministers hinsichtlich des Zwei-Mächte-Standard und ber Unwahrscheinlichkeit einer französisch-deutschen Kombination zuriick. Es sei h öchst unwahrscheinlich, daß England innerhalb der nächsten zwei oder drei Jahre in einen Krie g mit Frankreich oder Deutschland geraten werde. Aber es sei Wahnsinn zu sagen, daß England seine See st reit kr äste so schwächen solle, daß, wenn eine so unwahrscheinliche Kombination eintreten sollte, England auf die Gnade eines Bündnisses angewiesen sei. Eine g e führ lieh ere Politik, als die der Regierung in der Flottenfrage, sei niemals befolgt worden. Premierminister C a m pb ell-Ban n er man gab auf die Rede Balfours folgende Erklärung: „Ich behaupte. . . daß der Standard nicht zuweilen eine sehr vernünftige Sache ist, aber wenn die als Beispiel angeführten Mächte zwei Mächte sind, die aller Wahrscheinlichkeit nach eher in eine Gegnerschaft geraten werden, wie irgend zwei andere Mächte auf dem Kontinent, wenn wir wissen, daß wir i n engen Freundschaftsbeziehungen zu einer dieser M ächte stehen, die erst kürzlich hergestellt wurden und das amtliche Siegel erhalten haben, daß wir mit dem Volk und der Regierung einer anderen Macht auf dem besten Fuße fielen, wenn wir ferner wissen, daß, wenn diese beiden Mächte schnell Schiffe bauen, sie das gegeneinander tun, so muß ich doch sagen, daß der Gedanke, die Stärke dieser Mächte als Standard für unsere Seeftärke zu nehmen, ein überwundener Standpunkt ist. Aber selbst wenn wir dies täten, würde die Prüfung der Art und des Zuwachses ihrer Schiffe noch immer nicht die Ansicht derjenigen unterstützen, die für eine stärkere Vermehrung unserer Flotte eintreten. Der Premierminister schlickt: Die Regierung hat nichts getan, was die Leistungsfähig leit des Heeres und der Marine bezüglich der Landesverteidigung schwächen könnte. Wenn Balfour behauptet, daß es möglich sei, daß Freundschaften und Bündnisse nicht lange dauern und daß wir immer bereit fein sollen für jede Eventualität und für alle Umstände, so bin ich der Ansicht, daß eine solche Behauptung nicht dazu angetan ist, zum Besten des Landes und zur Erhaltung des Friedens zu dienen. Also man versichert, daß man in England nicht an einen nahen Kpieg mit Deutschland, mit dem man „auf bestem Fuße" stehe, wohl aber an einen solchen zwischen Deutschland und Frankreich glaube, dem England „eng befreundeten". Die verschiedene Kennzeichnung des Verhältnisses zu Deutschland und Frankreich ist jedenfalls beachtenswert, ebenso wie das offene Eingeständnis, daß englische Freundschaften und Bündnisse nicht lange dauern. „ Am Tage vorher war, wie wir gestern berichteten, im Unterhause die Rede von der Möglichkeit eines deutschen Vorstoßes gegen die Kapkolonie von Deutsch- Sudwestafrika aus. Dies war für Deutschland, so wemg es auch selber einen bewaffneten Zusammenstoß mit Großbrrtannren zurzeit in Rechnung zu ziehen sich bemüht, jedenfalls em unfreiwillig gegebener Fingerzeig auf eine Achillesfersen des britischen Kolonialreiches. Unser Sudwestasrika, dessen wirtschaftlicher Wert ebenso verlästert als gepriesen wird, erhält einen neuen Wert, wenn mau k? als Operatwnsbasis für einen eventuellen Angriff auf die Kapkolonie betrachtet. Es umß indessen bemerkt werden, daß uns die Eng- Lrcht aufgesteckt haben. Unsere Militär. ^ELudstchaber die Hobe strategische Bedeutung Deutsch, klar. Wünschenswert wäre es, £Q| deutsche Volk aber auch zu der Einsicht kommt, daß alle materiellen Opfer, die es für Deutsch-Südwestafrika -*n#vv rsJt;6?16 Versicherungsprämie gegen einen Krieg Mit England bedeuten. Denn unbestreitbar ist es unbedingt Solange wir m unserem Südlvestasrika an 15 000 Mann fteljen fjaben, und diese mindestens auf ein Jahr hinaus an £)rt und Stelle mit Munition und Lebensmitteln ae- nügend versehen sind, Großbritannien sß nicht riskieren '^rd, mit ^utschland ein Hühnchen zu pflücken. Tenn ein ^Einmarsch deutscher Sch.utztrnppen aus Deutsch-Südwest- ^srika in die Kapkolonie würde unzweifelhaft zu einer 'allgemeinen Erhebung der Buren gegen das britische Joch Wen. Und diese Möglichkeit ist es, die man in England jsurchtet. ö Amsterdam, 2. Aug. Der „Nieuwe Arnh. Cour." erhebt in einem Artikel Vorwürfe gegen die Leibärzte der Königin, die nicht zu verhindern wußten, daß die Königin trotz ihres Zustandes im April Amsterdam besuchte und die Rembrandt-Kommission auf Schloß Loo empfing. Das Blatt verlangt, das; die Königin bei einem derartigen Ereignis den ersten Spezialisten zur Behandlung hinzuziehe und fragt, ob nach den bereits vorangegangenen Enttäuschungen wirklich alle Maßregeln getroffen wären, das neue Unheil äbzuwenden, ob wirklich vollkommene Ruhe, event. Bettruhe vorgeschrieben war. — Den Auslassungen des Blattes mag hinzugefügt werden, daß es nicht leicht ist, der Königin, die einen äußerst d en e n Charakter hat, Vorschriften zu machen. ... Neigung der Königin, sich von einem anderen Arzte, als einem ihrer Leibärzte, die keine Spezialisten sind, behandeln zu lassen, ist bekannt. erklärte, d,e Ruhe könne nunmehr als h.rgcstellt gelten, doch gärt es im Innern noch immer bedenklich. Tie Stadt ist, nach privaten Meldungen, wie ausgestorben. Die meisten Läden sind geschlossen. Auf den Str-ßen biwakieren feldmarschmäßig ausgerüstete Truppen. Die Pawlosstraße, wo die Matrosenkasernen liegen, gleicht einem Heerlager. Aus Kronstadt wird niemand ohne Paß herausgelassen. Die ganze Insel ist von einem Militär- Kordon umgürtet. Der Aufstand ist ausgesprochen politischer Natur. Auf den Meutererflaggen stehen die aus der Reichs-- duma bekannten Worte: „Land und Freiheit!"" Insgesamt sind 8 höhere Offiziere getötet, 11 verwundet. Die Anzahl der beiderseitigen getöteten Soldaten und Verwundeten ist noch nicht festgcstellt, jedoch sehr bedeutend. Unter den Verhafteten ist ein unbekannter Zivilist, der den Ausstand angeblich geleitet hat. Zwei andere Zivilisten wurden bei einem Fluchtversuch auf einem Motorboot erschossen. Die allgemeine Ansicht geht dahin, die Geschehnisse der letzten Tage seien lediglich das Vorspiel zu einem weit größeren Aufstand in Kronstadt. Man meint, die Rädelsführer hätten keine Zeit gehabt, die Artillerie auf ihre Seite zu bringen, was beim nächsten Putsch wahrscheinlich fein wird. Die Einwohner verlassen scharenweise Kronstadt. Dem offiziösen Bureau zufolge ist die Meuterei ixt Sveaborg unterdrückt, und zwar, nach privaten Meldungen, durch das energische Eingreifen der Schlachtschiffe „Slava" und „Zesarewitsch", sowie des Kreuzers „Bogatyr". Die Mannschaften dieser Schiffe erhalten große Belohnung, da durch ihr loyales Verhalten die Krise abgewandt wurde. Anderen Meldungen zufolge dauert indes diese Meuterei [ort. Die Negierungstruppen zählen bisher an Toten und Verwundeten 28Offiziere und 400 Mann. Ns von den treu gebliebenen Schiffen ein Mitship-. man abgesandt wurde, um die rote Fahne von der Flotten-, Kaserne auf Stätuden herabzunehmeu, wurde er durch einen verwundeten Anarchisten getötet. In die Kaserne drangen Kosaken und schützen, worauf die Meuterer sich widerstandslos ergaben. Aufwiegler, die ZivMeidung trugen, entflohen. Der Kommandeur einer Minen-Kom- pagnie wurde schwer verwundet von den Meui terern ins Meer geworfen, nachdem man ihm einen schweren Stein um den Hals gebunden hatte. Vier befestigte Inseln waren im Besitz der Aufrührer^ die trotz mehrfacher Versuche nicht aus ihren Positionen zu werfen waren. Mehrfach brachen am 2. d. M. furcht-, bare Artilleriekämpfe aus. Die Dampfer „Zesarewitsch" und, „Slava" warfen ihre 12 Pfünder-Gcschosse in die Festung) und zerstörten eine Kirche und viele Häuser. Das Heran- bringen von Truppen nach Sveaborg “unb Helsingfors ist; durch die Zerstörung der Bahnlinie sehr erschwert. Die- in Tutula stehende Batterie weigerte sich, auszurücken. Aus der Umgegend herangezogene Jnfanterieregimenter warfen auf dem Marsche Patronen und Gewehre ab. Auch eine per Bahn herangebrachte Kompagnie mit Maschinenkanonen) hat unterwegs die Kanonen aus dem Zuge ge-z worfen. Infolge dieser neuen Meuterei sind Trusten von Petersburg und Reval per Schiff nach Helsingfors abgegangen. Auf einem Schiff int Hafen von Helsingfors wurden die Offiziere f e st g e n o m m e n. Das Schiff ging an die Stadt nahe heran, um den Meuterern zu Hilfe zu kommen. Der Kampf dauerte mehrere Stunden. Tie treuen Truppen halten nur mehr den westlichen Teil der schwarzen Inseln. Das Bombardement von Sveaborg hat drei Stunden gedauert. Die Truppen der Negierung versuchten eine Brücke zu schlagen von einem Teile der Stadt zum andern, wurden aber von den Aufrührern daran verhindert. Eine weitere private Meldung besagt, daß General Salza nach Helsingfors geschickt wurde, um auf Befehl des Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch nicht die Mittel zur Niederwerfung der Revolte, zu verzögern.. In den Straßen von Helsingfors wird das Manifest der Sozialistenpartei von Soldaten verteilt. In Helsingfors ist der Petersb. Telegr.-Ag. zufolae der Generalstreik nicht zustande gekommen, aber die Rote Garde zu Gewalttätigkeiten übergegangen. Zwischen ihr und der Polizei ist ein Kampf im Gange. Truppen werden herangezogen. In Peterhof ist die Wache bedeutend verstärkt worden. Die Zarenfamilie beabsichtigte dieser Tage eine Spazier-, fahrt nach den finnischen Schären zu unternehmen, wozu die Kaiserjacht „Alexandra" vor Peterhof bereit lag, um-, geben von vier Torpedozerstörern und einem Kreuzer. Doch ist durch die furchtbaren Vorgänge die Reise aufgegeben worden. Es heißt jetzt mit Bestimmtheit, daß der Aufstand von langer Hand vorbereitet war, ohne daß die Be-, Hörden etwas -.davon wußten. Nach einer anderen privaten Meldung aus Petersburg herrscht große Erregung in der Hauptstadt. Man behauptet, daß eine allgemeine Meutere i in der Armee bevorsteht. Truppen halten das Haupttelegraphenamt in Petersburg besetzt, weil außerordentliche Ereignisse erwartet werden. Jede Verbindung zwischen Petersburg und Kronstadt ist abgeschnitten. Ein Garderegiment wurde abgeschickt, um Kronstadt zu umzingeln und die meuternde Garnison zur Uebergabe zu zwingen. ♦ Am 2. d. M. wurde General Markgrafskij, der Gehilfe des Warschauer Generalgouverneurs, in der Sommerfrische Jtwoek bei Warschau ermordet. Der ermordete Abg. Prof. Herzen ft ein erhielt während seiner Tätigkeit in der Neichsduma zahlreiche Drohbriefe. Am Tage vor der Ermordung wurde ihm ein von der Gesellschaft zur Bekämpfung der Anarchisten und Revolutionäre unterzeichnetes Todesurteil zugeftellt. Zweites Matt 156. Jahrgang Gießener Anzeiger Marseille, 2. Aug. Bei dem gestrigen Festmahl zu Ehren des Admirals Fournier erwiderte dieser auf eine Ansprache des Bürgermeisters: „Bei den Flottenmanövern haben die Unterseeboote alle Hoffnungen bei weitem übertroffen. Mein Admiralschiff ist achtmal von Torpillen getroffen worden. Die Unterseeboote werden eine vollständige Umwälzung in der Marine herbeiführen." Aie Meutereien in der russischen Marine. Wir erhielten gestern abend folgendes Telegramm, das wir sofort durch Aushang bekannt gaben: Reval, 2. August. In der vorigen Nacht ist auf dem Panzerschiff „Pamiat Asowa" Meuterei ausgebrocheu. Vier Offiziere sind teils verwundet an Land gerettet, die übrigen wurden ermordet. Das Panzerschiff ist mit tausend Mann in See gegangen, Richtung unbekannt. An Bord ist wenig Proviant vorhanden. Heute bestätigt die offiziöse „Petersb. Tel.-Ag." diese Meldung kurz ohne ein Wort des Zusatzes. Ferner veröffentlicht sie folgenden amtllchen Bericht: Arn 1. d. M. sind in Kronstadt Unruhen ausgebrochen. Die Matrosen der 4. Flottenequipage verließen nach 11 Uhr die Kaserne, vereinigten sich mit einer auf der Straße auf sie wartenden Menge, und begaben sich nach dem Hause des Hafenkommandanten. Eine sofort kommandierte Jnsanterieabteilung zerstreute die Volksmenge, inbeni sie gegen dieselbe feuerte. Um dieselbe Zeit begannen Unruhen in anderen Flottenequipagen. Die Matrosen fingen an, sich zusammenzurotten und die Kasernen zu verlassen. Indessen ist eS gelungen, sie zu bewegen, wieder in die Kasernen zurückzukehren. Unterdessen zog eine Menge, die sich aus den Matrosen der 4. Equipage und Pöbel zusammenfetzte, gegen das Arsenal und wollte dessen Tore sprengen, wurde aber durch Infanterie und Maschinengewehre neuerdings zerstreut. Darauf wandten sich die Meuterer gegen daS Fort Konstantin, wo man augenscheinlich mit ihnen im Einverständnis war. Im Augenblicke des Erscheinens der Meuterer wurde auf dem Fort eine rote Fahne geschwenkt. Die Meuterer besetzten das Fort, daS sodann beschossen wurde. Gegen öy2 Uhr morgens ergaben sich bie Meuterer. Wahrenb des Kampfes mit ber Menge würben getötet: Flaggkapitän Robiuoss, bie Fregattenkapitäne Dobrolowsky und Schumoff und Kapitän Stoja- nowsky; verwundet: Kontreadmiral Beilemyschew, die Fregattenkapitäne Krinitzki und Paton und Fähnrich Maltzew. Am Morgen war die Ordnung wiederhergestellt. Tas kaiserliche Garderegiment Finnland ist in Kronstadt eingetroffen. Ein französisches Blatt berichtet aus Petersburg, daß eine große Feuersbrunst in Kronstadt ausgebrochen ist. Der Kronstädter Festungskommandant General Adlerberg In Wilanowo in Russisch - Polen waren zu einem Ablaß mehrere tausend Personen anwesend. Viele von ihnen rooUten auf einem Prahm nach Marysiek gelangen, der nur für 25 bis 30 Personen berechnet war. Es nahmen jedoch 70 Personen darauf Platz. Der Prahm kenterte und etwa 30 Personen er* tranken, die Übrigen 40 wurden gerettet, CourritzreS. Der Besuch der Geretteten,von Courriöres in Herne hat zu einem Zwischenfall geführt. In einer am 1. d. Mts. dort abgehattenen Versammlung, in der Neny und Pnivost-Vater über die Schreckenstage in den Courriöresgruben berichteten, kam es zu einem seltsamen Zwischenfall. Der Franzose Bertholi, der 25 Tage in der Tiefe eingeschlossen gewesen war, erhob sich nach Renys Vortrag und ries in die Versammlung hinein: „Ich bin gekommen, um denj ^deutschen Rettern zu danken, nicht aber, um mich für "7 5 Pfennig Eintrittsgeld wie ein Tier sehen zu (laufen!* Dann verlieb Berthou unter allgemeiner Ver- Iblüffung den Saal und lief spornstreichs in sein Hotel. Der GestmdheitSzustand der Geretteten laßt viel zu wünschen übrig. Bei allen stellen sich mehr oder weniger .kleine Schwächen ein, sobald sie nur die geringsten Anstrengungen machen. Berthou erwähnte u. a., daß er am 22. Tage nach der Katastrophe noch zwei lebende Pferde angetroffen habe, von denen das eine angekettet war, während das andere .herumrannte und, von wahnsinnigem Hunger gepeinigt, nach ihm geschnappt habe. Erst ein befehlender Zuruf seinerseits habe es zurückgescheucht, indessen habe er sich doch hinter eine Lufttür verkriechen müssen, da da? Tier immer wieder auf ihn eingedrungen sei. Nach Meinung und Versicherung der Geretteten ist in der Grube von CorrrriöreS der Brand noch nicht gelöscht. Man ist mit der Eindämmung des Feuerherdes beschäftigt. ES besinden sich noch 31 Leichen in den Gruben. Die Lage von 23 Toten ist bekannt. Die in letzter Zeit geborgenen Leichen waren mumienartig eingetrocknet. Die Zahl der herausgeschafften verendeten Pferde beträgt 98. Einen Begriff von dem Umfang der Nettungsarbeiten und der schweren Aufgabe der Ingenieure kann man sich machen, wenn man bedenkt, daß die Verunglückten, deren genaue Zahl 1100 beträgt, auf einer Strecke von insgesamt 110 Kilometern zu suchen waren. Fast die Hälfte der Bergleute hat den Tod ion der Stelle gefunden, wo sie gerade beschäftigt waren. Die weiften anderen sind nur 20 bis 30 Meter geflohen und dann erstickt. Der Führer der Geretteten von Courriöres Nöny er- hielt folgende? Telegramm: „Das von Ihnen beim Hebert greifen der deutschen Grenze an S. M. den Kaiser gerichtete Telegramm ist aus bem allerhöchsten Kabinett mir zur Beantwortung überwiesen worden. Ich weiß mich mit den deutschen Bergleuten eins in der Wertschätzung der Gefühle, welche Sie zur Reise nach Deutschland bestimmt haben; und ich hege den ausrichtigen Wunsch, daß Sie von Ihrem Aufenthalt auf deutschem Boden eine angenehme Erinnerung in die Heimat mitnehmen möchten. Delbrück, Handelsminister." Aus Stadt und Land. Gießen, den 3. Aug. 1906. — Vom Kaiser Wilhelm-Regiment. Heute and morgen findet zwischen unserem Regiment und dem 1. Bat. der 168er ein großer Felddienst zwischen Allendorf, ^Lützellinden, Lang-GönS, Dornholzhausen und Rechtenbach statt. Die Truppen werden voraussichtlich auf dem Gelände mittags abkochen und abends biroaefieren, die 116er bei Lützellinden und Rechtenbach. Donnerstag war bereits ein Kommando von 200 Mann bei Lützellinden auf dem be* -treffenden Gelände beschäftigt, um es von den Kornhaufen ,3u räumen. Den Truppen ist eine Abteilung Hanauer Ulanen zugeteilt, die als Meldereiter dienen. Unser Regiment rückte heute früh zwischen 2 und 3 Uhr über Heuchelheim, Klein- Linden und Allendorf aus, um im Tal des Kleebachs bei Lützellinden daS Gefecht gegen die von Lang-Göns und Dornholzhausen anrückenden 168er aufzunehmen. Den großen Gefechtsübungen werden der Korpskommandeur General v. Eichhorn, der Divisionskommandeur Generalleutnant Freiherr v. Gall und der Brigadekommandeur Generalmajor v. Bunau beiwohnen. — Die 116er werden um Mitte d. MtS. im Gelände zwischen Lützellinden, Münchholzhausen und Rechtenbach ihr Scharfschießen abhalten. Ein Kommando ist bereits auf dem Gelände tätig, um das Feld zu räumen und Schützengräben und Deckungen aufzuwerfen. Auch das gefechtsmäßige Scharfschießen des 1. BatS. 168er-Butzbach findet dort statt. *• Zum Direktor des städt. Schlachthauses wurde in der gestrigen nichtöffentlichen Sitzung der Stadt- verordneten-Versammlung Schlachthofinspektor Mod de zu Gollnow bei Stettin gewählt. •* Der Bürgermeistereibeamte Bickel, ein geborener Gießener, der sich auch um die Einführung der Gabelsberger Stenographie in unserer Stadt verdient gemacht hat, wurde zum Stadtsekretär von Brandenburg a. d. Havel gewählt. ** Von der Nauheimer Badedirektion. Seine K. H. der Großherzog haben den Kurdirektor von Bad- Nauheim, Kammerherrn Hermann v. Grolman, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung feiner treu geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober in den Ruhestand versetzt. ** Einen Hitzschlag erlitt heute vormittag im Riegelpfad ein dort beschäftigter Italiener. Der Mann wurde von der Sanitätskolonne im Krankenwagen nach der neuen Klinik gebracht. ' Die Darmstädter Künstlerkolonie als Staatsinstitut. Die Regierung plant, wie es heißt, die Verstaatlichung der Darmstädter Künstlerkolonie. Dem Landtag wird bereits in nächster Zeit eine darauf bezügliche Vorlage zugehen. ” In der Affäre Hirschel ist der Termin vor der hiesigen Strafkammer auf den 11. August angesetzt. Abg. Hirschel bat, den Termin um vier Wochen zu vertagen, da sein Anwalt v. Brentano-Offenbach abwesend sei und es Festspiel klingt in einer patriotischen Huldigung au§. Um allen Besuchern die Möglichkeit des Zusehens und ZuhörenS zu gewähren, ist das Stellen auf Tische und Bänke, sowie das Stehenbleiben in den Ouergängen streng untersagt und die Ordnungsmannschaft ist angewiesen, in diesem Sinne vorzugehen. " Elektrische Bahn an der Bergstraße. Verschiedenen Blättermeldungen zufolge hat sich in Auerbach ein Komitee gebildet, welches die vorbereitenden Schritte tun will, um die Erbauung einer elektrischen Bahn an der Bergstraße zu betreiben. ES soll darauf hingearbeitet werden, eine durchgehende Verbindung von Darmstadt bis Heidelberg herbeizuführen. — Griedel, 2. Aug. Ein Arbeiter der Tröst er- schen Maschinenfabrik in Butzbach verunglückte heute früh an der Bahn, indem ihm eine mehrere Zentner schwere Kiste auf das rechte Bein siel. Fabrikant Tröster verbrachte den Verletzten persönlich mit dem Motorwagen zu seinen Angehörigen nach Griedel. -j- Hoch-Weisel, 2. Aug. Drei Ma urergehilfen von hier, Diehl, Demon und Jung, verhöhnten gelegentlich des gestrigen Nacht-Felddienstes der 168er einen Oberleutnant bei einer Jnstruktionserteilung, was die Verhaftung der 18 bis 20 Jahre alten Burschen zur Folge hatte. Nach Feststellung ihrer Personalien bei dem Bürgermeister von Hochweisel wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt und Strafantrag gegen sie gestellt. Butzbach, 2. Aug. Der Wursthändler Mathias Ofen loch auS Bürstadt, der, wie gestern aus Frankfurt a. M. berichtet wurde, den Schutzmann Scherer daselbst in dem Hausflur seiner in der Schäfergaffe gelegenen Wohnung durch Mefferstiche tätlich verletzte, wurde heute nachmittag gegen 5 Uhr in der TaunuSallee Hierselbst verhaftet. Uebcr die näheren Umstände seiner Verhaftung sei daS Folgende mitgeteilt: Nach der Beschreibung eines Logierwirtes in Fechenheim a. M. war die Frankfurter Kriminalvolizei heute früh benachrichtigt worden, daß Ofenloch in der letzten Nacht in dessen Behausung in Begleitung einer Frauensperson Quartier genommen hatte. Bei dem Wirte gaben sie heute früh an, nach Mülheim a. M. fahren zu wollen; die Nachfragen an der Bahn aber ergaben, daß sie auf Station Mainkur nach Fahrkarten direkt nach Butzbach gefragt hätten. Die hiesige Gendarmerie wurde gegen 3 Uhr von Frankfurt aus über den vermutlichen Aufenthalt des O. verständigt. Auf einer Promenadebank in nächster Nähe des Waldes entdeckte man ihn in zärtlichem tete ä tete mit einer Prostituierten, Luise Schmidt aus Mainz. Zuerst leugnete er feine Identität mit dem Gesuchten, bis er sich schließlich in starke Widerspräche verwickelte und zu einem Geständnis bequemte. Bei einer Kleidervisitation entnahm man ihm einen etwa 30 Zentimeter langen Dolch. 50 Pfennige war seine ganze Barschaft. Seine Begleiterin verfügte überhaupt nicht über bares Geld. Offenbar hatte man Butzbach als Ort zu irgend einem verbrecherischen Gelderwerb ausersehen. Um 7 Uhr kamen bereits drei Kriminalbeamte von Franks»,rt a. M., um O. mit dem nächsten Zuge an den Tatort abzuführen. Nach deren Aussage besteht noch wenig Hoffnung, den schwer verletzten Schutzmann am Leben zu erhalten. Lauterbach, 2. Aug. In'den letzten Tagen ist hier ein Fall von Unterleibstyphus DorgeTommen. Das Kreisamt erläßt für den Bezirk der Gemarkung Lauterbach eine Polizeiverordnung, wonach die Benutzung des Wassers der „Lauter" und des „Grabens" zu Trink- und Gebrauchszwecken aller Art, zum Tränken und Putzen des Viehs und zum Begießen der Gartengewächse, welche roh gegessen werden, untersagt wird. Ferner ist verboten, die Kinder an den besagten Wasserläusen spielen zu lassen. [] Marburg, 2. Aug. Tie Stadtverordnetenversammlung beschloß heute, von einer Umwandlung eines Zweigs der Oberrealschule in ein Reform-Realgymnasium vorläufig abzusehen. — Die Erhaltung der R u i n e Frauenberg südlich der Stadt ist seht gesichert. Die Stadtverordneten stimmten nämlich dem Erwerb eines zu verkaufenden Teils des dortigen Terrains durch' die Stadt zu. (fc.) Frankfurt a. M., 2. Aug. .Heute nachmittag fand im Gutenbergsa.ale eine von 200 Milch Händlern besuchte Versammlung statt. Es sprachen die Herren Mack, Richter-Bartmann, Schaacke, Rosenthal. Ott, Ernst Kleinböhl und Andere für eine Erhöhung des Milch- preises von 20 auf 22 Pfg. für das Liter ab 15. August oder 1. September. Sie betonten die Berechtigung der erhöhten Forderung der Landwirte. Einige Redner wandten sich scharf gegen das gesonderte Vorgehen der Firma Hrch. Kleinböhl, die auch diesmal nicht mit aufschlage. Nur ein Redner, Herr Törrscheid, sprach gegen den Aufschlag; er hält den Aufschlag der Landwirte für unberechtigt. Die Beschlußfassung soll einer weiteren, vor dem 15. August anzuberaumenden Versammlung Vorbehalten bleiben. — Die Badersche Brauerei ist für den Preis von 300000 Mark von dem Flaschenbierhändler-Verein gekauft worden und wird als Genossenschafts-Brauerei weiter geführt. — Gestern nacht erschoß sich der 30- jährige Schlossermeister Martin Strohecker, Dreikönigstraße 17, vor den Augen seiner Mutter. Der Grund zum Selbstmord dürfte in einer seelischen Erregung bestehen, in welche der Erschossene dadurch versetzt wurde, daß er glaubte, seine Frau wolle ihn vergiften. Er lebte mit dieser sehr unglücklich. ihm nicht möglich wäre, in der Zeit bi? zum 11. August einen vollwertigen Ersatz zu schaffen. Die Eingabe schließt mit dem Bemerken, wenn die Kammer dem Gesuch nicht willfahre, werde er (Hirschel) nicht erscheinen und von dem Recht der Immunität als Landtagsabgeordneter Gebrauch machen. ** Von» Turnvereinsjubiläum. Das am Sonntag und Montag abend zur Aufführung gelangende Festspiel „Deutsche Helden und Turner" gibt Bilder auS der Vergangenheit des deutschen Volkes wieder und ist danach angetan, den Zuschauern einen Begriff von der Entwickelung ber körperlichen Hebungen in Deutschland und deren Bc- -deutung für die Wehrhaftigkeit und Machtstellung deS deutschen Volke? zu geben. Zwischen dem verbindenden Text merken turnerische Aufführungen, teilweise in Kostümen, stattfinden, bet denen kein Gebiet der Leibesübungen unberücksichtigt bleiben wird, soweit sie auf der Bühne überhaupt darstellbar sind. Geräteturnen, Pyramiden, Neigen, Fechten und Ringen werben -gezeigt werden und bie Gesamtzahl ber beteiligten Personen beträgt über 80 Damen, Turner unb Kinber. Auch bie Vergangenheit bes Jubelvereins selbst wird in einer befonbers ^rakteristischen Persönlichkeit geiöürbigt werben. Das ganze Märkte. ke. Franksurt a. M., 3. Aug. kOrig.-Telegr. bc§ „Gieß. Anz.") Viehmarkt. Zum Verkaufe (tauben 00 Kälber^ 00 Schafe und Hammel, 262 Schweine: I. Qual. 76-00 Pfg. Lebendgervicht 59.50—00.00 Pf., 2. Qual. 75—00 Pi, Lebendgewicht 58.50-00 Pfg., 3. Qual. 63—65 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00 — 00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schake 1. Qualitä: Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschäft: gedrückt, Heberstand unbedeutend. Attrchliche Nachrichte», Evangelische Gemeinde. 8. Sonntag nach Trinitatis, der» 5. Au g u ft: Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Hhr: Siehe Johanneskirche. Vormittags 91/, Hhr: Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Hbr: Psarrassistent Steiner. Vormittags 9h, Hhr: Pfarrer Guter. Vormittags 11 Hhr: Kindergottesdienst für die Lukas- g e m e i n b e. Pfarrer Eule r. Abenbs 8 Hhr: Versammlung unb Bibelbesprechung im Konstrmandensaal der Johanneskirche. Katholische Gemeinde. Samstag, den 4. August: Nachmittags um 5 Hhr und abends um 8 Hhr Gelegenheit 8»tr heil. Beichte. Sonntag, b e n 5. A »» g u st: 9. S o n u t rt g n a eh Pfingste n. Vormittrtgs von 6'/, Hhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. „ um 7 Hhr: Tie erste heil. Messe, vor unb in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Hhr: Tie zweite heilige Messe. „ um 9lf., Hhr: Hochmut mit Predigt. Nachmittags um 2 Hhr: Christenlehre; drtrauf Andacht. Israelitische Rcliaionsgemeinde. in der Simagoqe (Südankage). Samstag, den 4. 91 u g u ft 1 906: Borabend 7.30 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Hhr. Schristerklärung. Sabbathausaana 9.00 Hbr. Brreskaften der* Redaktion. lAnonvmc Anfragen bleiben unberücksichtigt). G. H. in R. An der Front der Hnterterrasse des Niederwalddenkmals bei Rüdesheim findet sich in Goldbuchstaben aus Granit die Inschrift: „S. M. der Kaiser und König Wilhelm kl.) vollzog die Grundsteinlegung des Denkmals am 16. Sevt. 1877 mit den Worten: Wie mein kal. Vater einst dem preuß. Volk zurief, so ruie ich heute an dieser bedeutungsvollen Stelle dem deutschen Volke zu: Ten Gefallenen zum Gedächtnis, den Lebenden zur Anerkennung, den künftigen Geschlechtern zur Nacheiferung." Bei welcher Gelegenheit Friedrich Wilhelm III. diese Worte gesprochen hat, haben wir nicht ermitteln können. — Die Lahn mißt bei Gießen 58 Meter. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche ^Witterung in Hessen für Samstag, den 4. August 1906: Veränderliche Bewölkung, leichte Regensälle, kühler. Mäßige westliche Winde. Näheres ^urch die 65icf?ener Wetterkarte. Original-Drahtrneldungen. Breslau, 3. August. Von der deutsch-russischen Grenze wird gemeldet: Die Ereignisse in Russisch-Polen veranlaßten die preußische Negierung, die sofortige Verstärkung der Gendarmerie an der russischen Grenze anzuordnen; auch auf der russischen Seite wurde der Wachtdienst verstärkt. Hamburg, 3. Ang. Der Ausstand der Arbeiter der Hamburger Münze führte zu groben Ausschreitungen der Ausständigen gegen Arbeitswillige, die beschimpft und gsißhandelt wurden. Ein P olize i b e a mt er in Zivil, der eine Schlägerei verhindern wollte, wurde von den Ausständigen, obgleich er sich legitimierte, tätlich angegriffen und durch Faust schlüge und Fußtritte mißhandelt. München, 3. Aug. Die Touristen Blenk aus Kempen unb Wieland au§ Frankfurt a. M. und ein Gepäckträger, die zusammen vom Optalhaus bei Oberstdorf einen gefährlichen Kaminabstieg unternahmen, werden vermißt. Petersburg, 2. Aug. Der Petersb. Telegr.-Ag. wird aus Kronstadt über die dort vorgekommenen Unruhen Folgendes berichtet: Gestern abend revoltierten die Soldaten der Festungsminenkompagnie und töteten den Kommandeur, Oberstleutnant Alexandrow, den Gehilfen, Kapitän Vrotschinskp und dessen Mutter, sowie bie- Schwester des Kommandeurs. Die Meuterer marschierten dann nach der Batterie Lütke, wo sie den Kommandeur der Festungssapveurkompagnie und mehrere andere Offiziere festnahmen und in einen Waaenschuppen ein f Zerrten. Sappeursoldaten schlossen sich den Meuterern an. Die Meuterer, unter denen sich mehrere Agitawren in bürgerlicher Kleidung befanden, beschlagnahmten einen Festungs -- eisenbahnzug und begaben sich nach dem Fort Konstantin. Da die daselbst diensttuenden Artilleristen sich weigerten, sich den Meuterern anzuschließen, wurden sie sestgenommen und die Offiziere gefesselt. Einigen gelang es aber, Verschlüsse von den Geschützen abzunehmen, bis aus einen. Nachdem die Meuterer das Fort eingenommen, hißten sie die rote Flagge und gaben einen Kanonenschuß ab. Alsbald wurde vorn Damme aus Maschinengewehren und Festungsgeschützen der Garde-Artillerie gefeuert Zuerst erwiderten die Meuterer das Feuer, dann entstand unter ihnen aber eine Verwirrung: sie sprangen teils ins.Wasser, während ein anderer Teil auf einem Dampfer zu entkommen suchte. Er wurde alsbald verfolgt. Um 5 Uhr ergaben si ch die Meuterer. Unter den Verhafteten befinden sich 15 Zivilpersonen. Die telephonische Verbindung mit Petersburg ist feit gestern abend unterbrochen. Telegramme aus Kronstadt werden nicht mehr befördert. — lieber Kronstadt ist der Kriegszustand verhängt worden. Sieben Meuterer von der Minenkomvagnie werden wegen Ermordung von Offizieren zum Tode verurteilt. — In Swen- borg haben die Unruhen ausaehört. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteiJf von der Bank für Bande) und Industrie, Giessen. Frankfurter Börs«. 3 August, 1.15 Uhr. 3%°/o Reichsanleihe . . 99.35 3% do. . . 87.25 3^°/0 Konsols .... 99.35 3% do 87 30 3^°/0 Hessen 98.25 3%°/fi Oberhessen . . . —.— 4 % Oesterr. Goldrente. . 100.40 4Oesterr. Silberrente 100.60 4% Ungar. Goldrente . . 95.45 4% Italien. Rente . . . 103.55 3% Portugiesen Serie I . 69.80 3% Portugiesen „ III 70.60 4%°{0 mss.Staatsanl. 1905 85.50 4%°!n japan. Staatsanleihe 94.85 4 % Conv. Türken von 1903 95.80 Türkenlose .... . . 145.00 4% Griech. Monopol-Anl. 54.15 4% äussere Argentinier . 90.50 3°/„ Mexikaner .... 68.30 4>j0/0 Chinesen .... 98.25 Aktien: Bochum Guss 244.75 Buderus E. W .... 127.90 Tendenz : fest. Elektriz. Lahmeyer . . . 143.70 Elektriz. Schuck er t . . .128.00 Eschweiler Bergwerk . . 254.10 Gelsenkirchen Bergwerk . 227.50 Hamburg-Amerik. Paketf. 150.10 Harpener Bergwerk. . . 211.60 La urallütte 233.50 Nordd. Lloyd 128.30 Oherschles. Eisen-Industrie 125.60 Berliner Handelsges . . 169.50 Darmstädter Bank . . . 139.20 Deutsche Bank . . . 238.00 Deutsch-Asiat. Bank . . 175.70 Diskonto-Kommandit. . . 182.90 Dresdner Bank . . . 158.10 Kreditaktien 211.00 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 119.10 Gotthardbahu —.— Lombard. Eisenbahn . . 34.30 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 145.30 Berliner Börse, 3. August. Anfangskurse Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: ruhig. . 164.70 . 139.00 .' 157*90 Harpener Bergwerk. Laurahtttte . . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . Türkenlose . . . . 211.25 . 232.20 . 34.20 . 128.20 . 145.00 Während der Jubelfeier des Turnverein Gießen kommt in der Festhalle aus- fchlietzlich der berühmte Emmericher Kaffee (Niederlage in Gießen bei Herrn I. M> Schnlbof) zum Ausschank. 4691 Hotel-Restaurant Kronprinz, Bad-Salzhausen. Billigster, bester Kur- und Sommerausenthalt. Prosp. Gratis. 3924