Nr. 304 Erscheint »gN- mit Ausnahme des Sonntags. Die ..Stehener ^amillenblättcr** werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich bcigclegi. Ter «HesßschS tanbwtrt4* erscheint monatlich einmal. Rotationsdruck und Verlag der BrühlffchM Universttätsdruckeret. R. Sange, «Sietze». Redaktion, Expedition «.Druckerei: SchuMr^U, Tel. Nr. 61. Telegr.-Adr.; Anzeiger Gieße», 156. Jahrgang Freitag 31. August 1S06 Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- «nd Anzeigeblatt für Len weis Eichen. Aufmerksame Zeitungsleser mag es schon gewundert haben. Roten Adlerorden 4 Klasse, man so gar nichts über eine Rolle, die die Religion gegenüber _ ^pr m m daß Die Landwirtschaft in Japan. Ate russischen Zustände. Stolypin amtsmüde? Petersburg, 30. Äug. Gestern hielt Stolypin Zum ersten Male nach der Katastrophe dem Zaren in Peterhof einen stundenlangen Vortrag, wobei er dem Zaren die Zwecklosigkeit einer Militär-Diktatur und die Notwendigkeit sofortiger liberaler Reformen dargetan haben soll. Allerdings hat Stolypin zugleich den Wunsch nach baldigem Rücktritt geäußert, was jedoch beim Zaren auf Widerstand gestoßen sein soll. Immerhin rechnen hiesige sonst gut unterrichtete Kreise mit der Wahrscheinlichkeit des Rücktritts Stolypins. In diesem Falle würde Äckerbaunrinister Fürst W a s s i l t schikofs zum Ministerpräsidenten und der jetzige Ministergehilfe Makaroff zum Minister des Innern ernannt werden. Dementis. Petersburg, 30. Aug. Tas hier verbreitete Gerücht, über Polen sei der Belagerungszustand verhängt worden, wird offiziell dementiert. Die auswärts verbreitete Meldung, daß in Tiflis eine neue Verschwörung gegen den kaiserlichen Statthalter ausgebrochen sei und daß zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden seien, ist unbegründet. Das Zentralkomitee der sozialrevolutionären Partei erklärt offiziell, daß die Partei an dem jüngsten Anschlag auf den Ministerpräsidenten Stolypi n nicht beteiligt ist. Verschiedenes. Petersburg, 30. Äug. Ein kaiserlicher Ukas verlängert die Wirkung des bestehenden Gesetzes betreffend den Schutz der öffentlichen Sicherheit und den verstärkten außerordentlichen Schutz auf die Dauer eines Jahres. Ein zweiter Ukas bevollmächtigt den Finanzminister, zur Teckung der Ausgaben für die Unterstützung der von einer Mißernte betroffenen Bezirke eine vierprozentige Rente im Betrage von 50 Millionen Rubel auszugeben. Es bildete sich eine neue nationale Partei, die nach ihrem Programm eine Mittelstellung zwischen dem Zentrum und der Rechten einnimmt und die gesetzgeberischen Rechte der Volksvertretung anerkennt. Sie v e r- wirft die Gleichberechtigung der Nationalitäten und fordert die Einschränkung der politischen Rechte der Juden und die Ersetzung der Wehrpflicht der Juden durch besondere Steuern. Prinzentaufe im Neuen Palais, an der er mit seiner Gemahlin teilnahm, auf sein Gut Dalmin zurückkehrte, trifft morgen wieder in Berlin ein, um an der Sitzung des Staatsministeriums teilzunehmen, die auf Freitag mittag anberaumt wurde. Köln, 30. Aug. Der Oberpräsident der Rheinprovinz, Dr. v. Schorlemer, teilte den Kölner Mittagblättern mit, daß er den „Düsseldorfer Reuest. Nachr.« folgende Berichtigung gesandt habe: „Unter Bezugnahme auf hie in Nr. 199 Ihrer geschätzten Zeitung unter lokales gebrachten Mitteilung erlaube ich'mir ganz ergebenst zu bemerken, baß die Nachricht von meiner Berufung nach Berlin nicht zutreffend ist, und daß damit agch die Vermutungen entiallen, welche diese Berufung mit der jn Aussicht genommenen Nachfolge des L a n d w i r t s ch a f t s m i n i st e r s iu Verbindung bringen." München, 30. Aug. Zu der Meldung des „Budapesti Hirlap", daß Prinz Georg von Bayern auf der Hofjagd in der Nähe von Ischl den früheren Kriegsminister Baron Krieg Hammer angeschossen habe, wodurch dessen Tod herbeigeführt wurde, meldet die „Allgem. Ztg.": Authentisch erfahren wir, daß diese Meldung von Anfang bis zu Ende unwahr ist. An dieser Jagd haben Prinz Leopold und seine Sühne überhaupt nicht teilgenommen; sie verweilten zu, dieser Zeit in München. Baron Krieghammer ist überhaupt nicht angeschossen worden, sondern wurde auf der Jagd vorn einem Unwohlsein befallen, von dem er sich nicht wieder erholte. verwandt, wie beispielsweise Reisspreu, Schlampe, die bei Regisseur Wolfsgang Quincke seinen wärmsten Tank für die per HaAelüuig von Reisbranntwein gewonnen wirb. Biertreber. I geleisteten Dienste nusgesprochen und ihm ein Andenken über- der russischen Revolution -der unseri^lben' äuch°sn ih7'sch-l7 , . ~ Der franMsche Minister derInnern. TlLmenceau, gehört bat. Wir vermuten, daß die Religion ein kräftiger Gegen- trat heute abend d,e Heimreise nach Paris an. fattor gegen den blutigen Aiifsland, gegen die Gefwrsamsvermei- — Minister Podb ielski, der gestern abend nach der Mfälle der Seidenzucht, Oelsaattester, Strohs Asche usw. Eine «reicht. Auch die Gesellschaft für ästhetische Kultur drückte ihren! große Bedeutung haben für die Felder auch Superphosphatc und .. . . . — - • — allerlei Meertang für die Felder, welche an der Meeresküste liegen. Das Pflugland wird in Japan in das bewässerte Reisland eingeteilt, welches die Japaner „Ta" nennen, und in das unbewässerte trockene Land, das „Chata" heißt. Den Hauptteil des Ackerbodens bildet das bewässerte Land. Da der Reis eine einjährige Pflanze ist, so wird er von Mitte April bis Mitte Mai gesät und im September geerntet. In den südlichen Provinzen trocknet man dann das Land aus, verwandelt es in „Chata" und pflanzt noch einmal Gerste, Weizen, Erbsen, Bohnen, Raps, Senf u. a. Die japanischen landwirtschaftlichen Geräte zeichnen sich durch Einfachheit aus; unsere vervollkommneten Geräte ersetzt der Japaner durch Geschicklichkeit der Hand, durch Arbeitsliebe und Geduld. Während in Rußland der Ackerbau zurückgeht, die Ernten sinken und die Hungersnöte sich häufen, steigt die Getreideernte in Japan im Lause der Zeit derartig, daß man annehmen darf, daß die vorhandene Aussaatfläche nicht nur 50 Millionen Menschen wie jetzt, sondern bis zu 80 Millionen in Zukunft ernähren kann. Das ist die Wirkung der Bildung, der Verbreitung von Kenntnissen durch Musterfarmen, landwirtschaftliche Schulen und Versuchsfelder. Tie Mos kaue r Polizei hatte gestern einen guten Tag. Nicht weniger als 135 Bomb en fa.br iken mit vollständig eingerichteten Werkstätten und großen Vorräten (sd.) Das hessische Land esmuseum, das nach den Plänen des Professors Messel in Darmstadt am Paradeplatz errichtet worden ist, wird nun doch nicht am 17. September, dem Geburtstage der Großherzogin, eröffnet werden. Die Museums- direltion hat zwar alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den schon vor Längerer Zeit festgesetzten Erössnungstermin einzuhalten, es haben sich jedoch im letzten Augenblick Schwierigkeiten in der Weise eingestellt, daß die Schränke zur Unterbringung der verschiedenen Sammlungen nicht pünktlich abgeliefert worden sind. Diese Schränke sind den Sammlungen angepaßt und machen den betr. Firmen viel Arbeit, was vielleicht bei Ueber- nahme der Siufträge mit beftimnrtem Ablieferungstermin nicht entsprechend berücksichtigt worden ist. Die Verschiebung des Er- vsfnungstermius hat den Vorteil, daß die zoologische und mineralogische Sammlung völlig eingerichtet werden kann. Der historische Teil des Museums — vielleicht der wichtigste — dürste bis zu einem späteren Termine ebenfalls fast völlig fertig- gestellt sein. Wie wir an maßgebender Stelle hören, wird die Eröffnung deS LandesmuseumS in zwei bis drei Neonaten statt- inden, jedenfalls noch vor Weihnachten. (.£>.) Frankfurt a. M., 30. Äug. Der Frankfurter Journalisten- und Schriftsteller-Verein hat seinem am 1. September scheidenden Mitgliede, dem bisherigen Ober- Arrsland. Paris, 30. Aug. Der sozialistische Deputterte Pressens«: teilte dem Kriegsminister mit, daß er ihn bei der Wiedereröffnung; der Kammersession über die Bel-andlung der Soldaten in den Strafbataillonen interpellieren werde, da ihm bezüglich als Präsidenten der Liga der Menschenrechte zahlreich«, unglaubliche Fälle von Mißhandlungen zu Ohren gekommen seien, — Der englische Generalkonsul in Marseille ist informiert worden, daß die englische Regierung ein Panzerschiff' des englisch-atlantischen Geschwaders nach Marseille entsenden wird mit dem Auftrage, den Präsidenten Fallier es beti seiner Anwesenheit dort zu begrüßen. Madrid, 30. Aug. Der „Liberal" veröffentlicht ein Telegramm aus San Sebastian, das besagt, daß der König; gestern den m o d u s vivendi mit den Vereinigten Staaten unterzeichnete. — Der Finanzminister erklärte gestern nach einer Mnferenz mit dem französischen Botschafter, daß die Handelsvertragsfrage tatsächlich gelöst sei; (Samfrön; werde heute mit dem Entwurf zum Handelsverträge nach Paris, abreifen. Madrid, 30. Aug. Eine strenge Zensur ist über Telegramme aus Santander und Bilbao, wo der Ausstand erheblich zugenommen hat. verhängt. Aus allen benachbarten Provinzen sind Truppen zugezogen. Die Militärbehördej hat energische Maßregeln getroffen, um jede revolutionäre Be-, wegung zu unterdrücken. In Bilbao kommt das Geschäftslebenj allmählich wieder in Gang. Die Hochöfen in Biseaha sind an-i scheinend von dem Ausstande nicht übermäßig in Mitleidenschaft gezogen. Teschen, 30. Aug. Kaiser Franz Josef ist heute nachmittag zu den Manövern hier eingetroffen. Budapest, 30. Aug. Der Ge m e i n d era t vo n Agr am beschloß, an Kaiser Franz Josef, sobald er in Trebinje, den Boden Bosniens betreten toiro, eine Abordnung zu entsenden, die ihm die Bitte unterbreiten soll, datz Bosnien und die Herzegowina mit Kroatien vereinigt werde. Ter Agramer Gemeinde->. rat forderte auch die anderen kroatischen Städte auf, den gleichen: Beschluß zu fassen. Marienbad, 30. Aug. Die Gemahlin des englischen! Premierministers, Lady Campbell-Bannerman, ist Heule: nachmittag gestorben. Wahrend die russische Presse vor Beginn des japanischen Krieges die japanische Kultur immer als äußerst minderwertig hinzustellen pflegte, ist sie jetzt zu der Einsicht gekommen, daß die Unterschätzung des Gegners keineswegs zur Hebung der eigenen Kraft dient. Man studiert jetzt in Rußland die Zustände im Lande des Siegers mit der nötigen Unbefangenheit, und da kommt man zu Schlüssen, die keineswegs schmeichelhaft für das Zarenreich sind. Der agrarische Kampi in Rußland hat die Auf- merksamkeit der dortigen Blätter auf die japanische Landwirtschaft geteuft, und was sie über diese mit Zuhülfenahme deutscher Erfahrungen schreiben, stellt dem japanischen Landwirt ein sehr gutes Zeugnis aus. S, ..Der japanische Bauer hat bei weitem weniger Land als der Rufst und nährt sich trotzdem — mit unbedeutenden Ausnahmen bei Mißernten — aus eigenen Mitteln, klagt nicht über Landesarmut, fordert keine „Nationalisierung" des Bodens und raubt nicht die Besitzungen des Gutsbesitzers aus. DaS erreicht er lediglich durch peinlich rationelle Bearbeitung des Landes und durch unermüdlichen Fleiß. In Japan wenden die Bauern schon seit undenklichen Zeiten die Düngung im weitesten Umfange an. Jn keinem Lande der Welt werden die Dungstoffe sorgfältiger gesammelt, werden sie aus io verschiedenarttgen Quellen gewonnen wie in Japan Der Japaner fährt seinen Dünger nicht auf das Brachfeld, wo er austrocknen kann oder die Winde seine wertvollsten Teile forttragen. Welcher Art Düngemittel auch angewandt werden der Japaner ist immer besorgt, daß diese nach Möglichkeit schnell in die Erde cinbringcn und die entsprechende Wirkung ausnben Der Japaner düngt nicht so sehr den Boden wie die einzelnen ernporwachienden Pflanzen, da ihm bekannt ist, daß er auf dresern Wege die befriedigendsten Ergebnisse erzielen kann. Die Plntze düngend, in welche er die Saat sät oder die Pflänzlinge einpflanzt dann weiter die Pflanzen von Zeit zu Zeit düngend Wachstums wenoet er die zweckmäßigste und wirt- chafttichste Methode au, die ftch vorstellen läßt. Ueberhaupl besitzt der Japaner bei Wahl und Anwendung von Düngstoffen eine jpeit grööere Umsicht als der Europäer, und hieraus erklärt ftch dieTatsache, daß uch die japanischen Ernten bis jetzt nicht nur ntdrt vermindern, sondern sogar zunehmen, trotzdem der Boden sich in nicht durch besondere Fruchtbarkeit aus- zeichnet uni) er jefron länger als ein Jakwtansend bearbeitet wird. . , Düngers ersetzen in Japan in Ermangelung ber 'Osbhwirtschast wesentlich die menschlichen Qjfremente, zu Deren Ausfuhr und Verkauf besondere Gesellschaften gegründet sind. Außerdem toerben dort zur Düngung Fifchguano und die ver- ichiedensten Abfälle landwirtschaftlicher und iiidustrieller Pro- Dank aus. Quincke hatte sich seilens des Theaters jede öffent-, liche Ehrung üerbeten, sodaß e3 dem Frankfurter Publikum leider unmöglich war, dem scheidenden Künstler einen Abschieds^ grüß zuzurufen. — Thoma-Ausstellung inIrankfurt a. M. Aus vielfachen Wunsch sind für den Besuch der bis einschl. 23. Septt dauernden Thoma-Ausstellnng in Frankfurt (Junghofstr. 8, Kunstverein) Volkstage geschaffen ivvrden, an welchen die Ausstellung zu dem auf 20 Pf. ermäßigten Eintrittspreis jedermann zu-, gänglid) ist. Es ist hierdurch für weite Kreise die Möglichkeit gegeben, das Lebenswerk eines des bedeutendsten und volkstüm- lichsteii unserer modernen Maler in seinen hervorragendsten! Schöpfungen kennen zu lernen. Die ersten Vollstage werden sein: Sonntag, 2., und Sonntag, 9. Sept., nachmittags von 1—6 Uhr^ An diesen Tagen erhalten möglichst alle Besucher der Ausstellung ein von Georg Bonnesen verfaßtes Flugblatt „Hansl Thoma und sein Lebenswert" gratis Überreicht, welches weiteren Kreisen die Bedeutung des Meisters verständlich machen und den! Genuß an dem Targeboteneu erleichtern soll. Die weiteren; Volkstage werden noch bekannt gegeben werden. — Für Schüler höherer Lehranstalten usw., welche die Thoma-Ausstellung unter Führung eines Lehrers besuchen, ist seitens der Verwaltung des« Kunstvereins (unter Voraussetzung rechtzeitiger vorheriger Anmeldung ) freier Eintritt festgesetzt worden, von welcher Vergünstigung bereits viele Frankfurter und auswärtige Schulen Gebrauch! gemacht haben. (H3 Wiesbaden, 30. Aug. Das Residenztheater unter Leitung des Herrn Tr. Rauch veröffentlicht seinen Spiel- plan zur diesjährigen Wintersaifon. Derselbe enthält nicht weniger als 24 Novitäten und Gastspiele bedeutender Künstler. Dr. Rauch versteht die Kunst, bei nicht übermäßig hohen Eintrittspreisen und trotz billiger Volksoorstellungen, ein günstiges Resultat für sich zu erzielen und es auch dem Minderbemittelten zu; ermöglichen, gute Vorstellungen zu sehen. (he.) Die 5. internationale Tuberkulose-Kon-- serenz findet, der „Münch. Med. Wochenschr." zufolge, ant 6., 7. und 8. September o. I. im Haag statt. Tie Tages- ordiiung um laßt Referate über: Zuseltiouswege ^Ref. Calmette- Lille, Flick-Philadelphia, SpronckAltrechli; spezifische Therapie aLfh-Phlladelvhia : Fürsorgestellen ^Tewez-Mons, Kayserling-! n PVuiPP-Edmburgh : Tuberkulose im KindescUttr (Tiel-^ rick)-Berlin, Leon Petit-Paris, ^chloßmann-Tresden); Erziehunaj (Hexon-London. .Pannwitz-Berlin). , gerung, gegen die Verletzung von Eigentum und Leben sei. Aber wir Horen und lesen nichts derartiges. Die offizielle oder staatliche Religion hat in Rußland nicht allzuviel prattifchen Ein- ftutz, vor allem aber wenig Einfluß aus die Gemüter. Sie erscheint wie eine Art Polizeieinrichtung, wie ein Zubehör der Polizei. Dem entipricht auch die soziale Geltung der Polizei; er ist etwa ?IC emes Schutzmannes bei uns. Die Wirksamkeit der Polizei int Kampfe gegen die Revolution wird durch die Kirche um einen Bruchteil, aber einen nicht sehr großen, erhöht. Ein Zustand allgemeiner Auflösung, wie er jetzt in Rußland herricht, begünstigt das Auftreten neuer religiöser Gebilde. Wenn das Elend groß ist und die Fraye, wie ihm zu steuern sei, schon von den Denkern sehr verschieden beantwortet ivird, dann pflegen _ die seltsamsten religiösen Systeme aufzukommen. Aus der trostlosen Wirklichkeit flüchten die Gemüter in das Reich des träumerischen Hoffens und Erwartens. Jeder Schwärmer und Phantast findet eine Anzahl Gläubiger. Wie das untergehende Römerreich,, so bietet auch das in der Zersetzung begriffene heutige Rußland hierfür den Beweis. Im russischen Polen zählt u. a. eine neue Sette, die sich die Marianilen nennt, nach Zehn- tausenden von Anhängern. Die Gründerin der Sekte ist eine Frau namens Felicitas Koslowska. Sie hält sich für die Frau ober Braut des Heilands und reift von Ort zu Ort, um für ihren neuen Glauben Propaganda zu machen. Diese Sette hat sich aus dem römischen Katholizismus losgelöst und ist vom Papste verurteilt worden. Im eigentlichen Rußland treten noch seltsamere Religionsanschauungen auf. Bis zur großen franzöfischen Revolution waren wir in Westeuropa es gewohnt, daß sich alle großen Bewegungen in religiöse Form kleideten, gleichsam ein religiöses Banner führten. Gläubige Völker geben allem Großen und Ungewöhnlichen, das sie treiben, eine religiöse Bedeutung. Änch in Rußland wird vielfach aus religiösen Gründen ober Vorständen gekämpft, geplündert, geraubt, z. B. weil Gott den Luxus verdamme, weil man an den Ucbcltätern bas religiöse Strafgericht vollziehen müsse. Leute, wie der alte Luka im „Nachtasyl" führen bie Verirrten oft einmal einen anderen Weg. Aber im ganzen erweisen sich die schlechten Instinkte als die viel kräftigeren. Deutsches Reich. Berlin, 30. Aug. Der Kaiser traf heute vormittag in Berlin ein, wo heute mittag im Zeughause die feierliche Stagelung und Weihe von 28 neuen Fahnen und Standarten stattfand. Der Kaiser erwartete vor dem Portale des Zeughauses die Kaiserin, die von Potsdam mit der Prinzessin Viktoria Luise und mit der Kronprinzessin von Griechenland eintraf. Tie Fürstlichkeiten betraten die RuhmeS- halle. Der Kaiser schlug den ersten Nagel ein, es folgten die Kaiserin, der Kronprinz, der auch für seinen Sohn einen Nagel einschlug, die Prinzen und Prinzessinnen und die _____ _______________ __ finden Fürstlichkeiten usw. Im Lichthofe vollzog dann fertiger Bomben unb Sprengstoffe wnrden entdeckt und zahl- &cc evangelische Oberpfarrer Goens in Gegenwart des reiche Revolutionäre sielen ber Polizei, bie eine äußerst rege katholischen Militäroberpfarrers Romunde die Weihe. Nach Tätigkeit entfaltet, in die Hände. dem Tedeum folgte eine Ansprache des Geistlichen und die Heber bie Studt Stawropol und die Bezirke Staw- Einsegung, während deren die Leibbatterie deS ersten Garde- ropol, Blagodonnoje und Medwenschenskoje des Gvuverne- Feld-2lrtillerie-Negiments 101 Schuß abgab. Nach dem ivurde der Zustand des außer orb ent- Vaterunser und dem Segen erklang das Niederländische «br^n W«t. E°dann nahm b-r Kaiser den Varbeimarsch Sm Dorfe J«n°>L bei Sarataw sammelte sich beider Ehrentomvame ab, bet der b,e geweihten Feldzeichen em, Verhaftung zweier Personen durchl bie Polizei eine große 9etreten w^rcn* t . Menge mit Knüppeln bewaffneter Bauern an, um . — Gegenwart des Kaisers, der Kaiserin, des die Festgenommenen zu befreien. Die Polizisten gaben Prinzen Joachim, der Niinister Studt und Rheinbaben wurde Schüsse ab, Wodurch eine Anzahl Personen getötet und ver- heute nachmittag auf dem Floraplatze im Tiergarten die vom wnndet wurde; Militär stellte bie Ruhe toieber her. Bildhauer Professor Tuaillon geschaffene Amazone zu Revolution und Religion iu Rußland. Pferde enthüllt. Der Künstler erhielt die Krone zum Konstantins pel, 30. 2lüg. Da die Pforte sich durch die bulgarischen Manöver, sowie durch die Truppen- jcnbungcn nach den Punkten, wo sich letzthin Grenzzwischenfälle ereignet haben, beunruhigt fühlte, unternahm sie entsprechende Schritte in Sofia, verstärkte gleichfalls die Besatzung an den in Frage stehenden Punkten und befahl den Grenztrnppcn besondere Wachsamkeit an. , Newyork, 30. Aug. Wie der „Newyork Herold" aus Rio de Janeiro meldet, ist dem Kongreh ein Gesetzentwurf vorgelegt worden, in welchem beantragt wird, daß den Ländern, die jährlich vier Millionen Sack brasilianischen Kaffees zollfrei einführen, eine Ermäßigung von 20 Prozent des bestehenden Ausfuhrzolls gewährt werden soll. Die Länder, die 3 Millionen Sack Zucker einführen, sollen eine Ermäßigung von 10 Prozent erhallen. Für die Länder, die Zoll auf Kaffee legen, erhöht sich der Ausfuhrzoll um 10 Prozent. Die Gesetzes- Vorlage, die für die Vereinigten Staaten günstig ist, werde als direkte Folge von Roots Besuch angesehen. Tanger, 30. Aug. Das Gerücht über die Reise des Sultans nach Rabat scheint sich zu bestätigen. Die Kcnds 'von Süd-Marokko erhielten den Auftrag, sich,in Rabat zu versammeln. Die Bewohner dieser Stadt schassen bereits große ^Vorräte von Lebensmitteln an, um den Sultan festlich bewirten -zu können. Tripolis, 30. Aug. Eine französische Expedition in Stärke von 150 Mann mit 2 Geschützen und Reservetruppen von 300 Mann verließ Temassinin, um nach der Oase Djanct zu marschieren. _ Melbourne, 30. Aug. Der Präsident des Mniisterrates, Deakin, brockte im Wgeordnctenhause einen Antrag ein, nach welchem die Z ö l l e auf a u s l ä n d i s ch c W a r e n um 10 Proz. erhöht werden sollen, während gewisse britische Produkte, die auf britischen Schiffen in den australischen Bundesstaaten cin- geführt werden, eine Vergünstigung in derselben Höhe genießen. -Es handelt sich dabei um Munition, Dynamit, Lunten, Holz- tvarcn, Fahrräder, Taschenuhren und andere Uhren, Stiefel, Gas- und Oelmotorc, Turbinen, Farben, in Essig eingemachte Waren (Pickles), Mobiliar, Schmiedcwaren und plattierte Waren. Aus StaOt uno tdno. Gießen, den 31. August. ** Personalien S K. H. der Gr^ßhernoa haben dem Diplomingenieur Gust. Stöckle zu Darmstadt zum Assistenten bei der Großh. Dampfkeffelinspektion ernannt. — »Dem israelitischen Religionslehrer Abrab. Kaufmann in Schotten wurden die Rechte eines definitiv angestellten Volksschullehrers erteilt. " D'aS Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung S. K. H. des Großherzogs dem Mitgliede der freiw. Feuerwehr zu Gvoß-Biebcrau, Ioh. Phil. Daub. " Erledigt ist die Stelle des Bezirksassistenten bei der Bezirkskasse Worms. "'Die evangelische Landessyuode für das Großherzogtum Hessen soll Mitte Oktober zusammcntreten. Auf ihr sollte nach der seinerzeit vom Oberkonsistorimn abgegebenen Erklärung auch der Fall Korell zur Erörterung kommen. "Die Wahlen zur hessischen Landivirtschafts- kämm er sollen, wie verlautet, am 14. und 15. September stattfinden. "Eine Versammlung der Feld sch ätzen des Kreises Gießen findet Sonntag, den 2. September, vorm. 10 Uhr, in Lonys Bierkellcr statt. " Die Löscheinrichtungcn der Stadt Gießen haben durch Anschaffung einer neuen mechanischen Leiter für die Freiwillige Gailsche Feuerwehr eine Bereicherung erfahren. Kommerzienrat Gail hat nach sorgfältiger Prüfung bewährter Fabrikate eine Magirussche Patentleiter von 14 Meter Höhe gestiftet, die am Donnerstag abend der Wehr übergeben wurde. Die sofort vorgenommene Prüfung des Gerätes und die Unterweisung der Mannschaft ,Lurch einen Vertreter der Firma Magirus (Ulm) ergab, daß »die Wehr nunmehr ein ebenso praktisches wie leicht und sicher All handhabendes Rettungsgerät besitzt. Die Belastung der tausgezogenen Leiter mit vier Feuerwehrmännern bezeugt die Festigkeit des Materials. Die Leiter beansprucht wenig Raum, sodaß sie in jeder engen Gasse oder dem kleinsten Hofraunl ^ausgestellt werden kann. Transport und Bedienung erfordern '-nur drei bis vier Mann. Eig iveitcrer Vorzug der Leiter Jl't, daß sie, auf die ganze Länge ausgezogen, in wagerechte Lage gebracht, z. B. bei Hochwasser als Brücke benutzt werden kann. Auch sonstige Verbesserungen gegenüber älteren Leitern erhöhen die Brauchbarkeit des Gerätes bei Feuersgesabr. **ZudemManöverunfallinGroß-Umstadt, der sich, wie wir noch in einem Teil der gestrigen Ausgabe melden konnten, gestern vormittag zutrug, wird uns noch gemeldet: Vor dem 'Aibrücken der Truppen ließ Vizewachmeister Wiener die Batterie laden. Nach Beendigung hes Ladens wartete der Vizewachtmeister die vorschriftsmäßige Meldung, daß gesichert sei, nicht ab, sondern zog, bevor die Sicherung vorgenommen war, an der Mzugs- ckurbel. Tie Ladung, eine sog. Manöverkartufche, ging los und traf den vor der Geschützmündung stehenden Kanonier Wagenbach aus Burkhardsfelden ;(Sr. Gießen) in den Unterleib. Wagenbach wurde zerrissen jund war sofort tot. Die Sektion der Leiche findet heute nachmittag statt. Gegen Wiener, der allein als Täter in Betracht kommt, ist die Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung bereits eingeleitet. ** Königs. Preuß. Klassen-Lotterie. Die Ziehung der 3. Klasse der 215. Lotterie findet am 7. und 8. September statt. Die Erneuerung der Lose zur 3. Klasse muß unter Vorlegung des Loses 2. Kl. bis zum 3. September, abends 8Uhr, bei dem zuständigen Einnehmer geschehen, wenn das Anrecht auf das seither bezogene Los nicht verloren gehen soll. P. Schlitz, 30. Aug. Die zu der demnächst in Oppen- heinr stattfindenden Hauptversanunlung der Hessischen Gewerbevereine von hier zu entsendenden Vertreter sind beauftragt, dahin zu wirken, daß die nächste Hauptversammlung in unserer Stadt abgehalten wird. Für unsere heimische Jndustie, deren Erzeugniffe bei dieser Gelegenheit sehr schön ausgestellt werden könnten, würde die Verwirklichung des Antrages ein großer Sporn sein. p. Aus dem Kreise Wetzlar, 30. Aug. Die am Montag bei uns aufgegangene Hühnerjagd zeitigt, wie wir auS Jägerkreisen vernehmen, gute Erfolge. So starke „Ketten" traf man in den letzten Jahren nicht an. Auch das Rehwild, das infolge Lungenseuche so große Einbuße erlitt, ist wieder auf dem Plane. Freund Lampe ist in besonders großer Stückzahl vertreten. — Schon vor mehreren Tagen zogen 'zwölf Störche über unsere Gegend dem Süden zu. fc. Frankfurt a. M., 31. Aug. (Telegr.) Bis Mittwoch abend hatten sich 99 Proz. der hiesigen Milch- händler durch Unterschrift verpflichtet, den Milchauf- schlag eintreten zu lassen. Gestern abend hat auch die Firma H. Kleinböhl erklärt, auS kollegialen Gründen den Aufschlag vornehmen zu wollen. h. Griesh eim, 30. Aug. In den Ma in weid en häuslich eingerichtet hatten sich zwei auswärtige Burschen von 16 und 17 Jahren. Sie hatten sich daselbst eine Hütte gebaut und lebten von Diebstahl und Bettelei. Scharfschieß- übangen, die sie mit einem Terzerol auf Mainschiffe und am Ufer beschäftigte Fischer anstellten, führten zu ihrer Verhaftung. W i e S b a d e n, 30. Aug. Ein aufregender A u t o m o b i l- unfall ereignete sich ain Sonntag abend in Eltville. Der Elektrotechniker Stecher und deffen Kollege Fleischmann mit ihren Damen kamen auf einem geliehenen Automobil in charfem Tempo die Leergasse heruntergefahren. Ohne das Tempo zu mäßigen, fuhr der Führer mit einer scharfen Kurve um die Ecke. Dabei ging das rechte Hinterrad in Trümmer. Das Gefährt kam jäh zum Stillstand und sämtliche Insassen wurden herausgeschleudert. Wunderbarerweise sind sämtliche Insassen außer einigen Hautabschürfungen ohne Schaden davongekommen. h. Maxau, 30. Anglist. Heute vormittag ist in der Mechtersheimer'schen Holz - Imprägnier-Anstalt und Holz- Handlung Groß feuer auSgebrochen, das sich auf das ganze Anwesen ausdehnte, sodaß das ganze Etablissement als vernichtet anzusehen ist. Die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften wurden alarmiert. Als Die Hagenbacher Feuerwehr den Brandplatz bereits erreicht hatte, wurde dieselbe durch einen Feuerreiter zlirückgerufen, da inzwischen in ihrer Gemeinde zwei Schelmen und ein Wohnhaus in Brand geraten waren. Vermischte». * Berlin, 30. Aug. Als gestern mittag 12 Arbeiter ans einem Gerüst im Zuschauerraum des neuen Schiller- Theaters in Eharlottenburg herumhantierten, stürzte das Gerüst plötzlich unter lautem Krach zusammen. Während es einem Teil der Arbeiter gelang, sich an den Seitenpfosten festzuhalten, stürzten die anderen in Die Tiefe und erlitten mehr oder minber schwere Verletzungen. Der Zustand deS einen ist bedenklich. * Berlin, 30. Aug. Ein Ingenieur in Ober-Schöne- weide hatte mehrere Bekannte z-u einer Spazierfahrt mit seinem 20 Personen fassenden Motorboote eingeladen. Beim Füllen der Benzinbehälter erfolgte plötzlich aus noch mcht aufgeklärter Ursache eine heftige Explosion, die das Fahrzeug völlig zertrümmerte. Ter Ingenieur erlitt erhebliche Brandwunden im Gesicht und an den Händen, während seine Gäste, die das Boot noch nicht betreten hatten, unverletzt blieben. * München, 30. Aug. Bei den Brigadeübungen des 1., 6. und 7. bayr. Ehevauleger-Regiments in der Gegend von Straubing in Niederbayern haben sich mehrere schwere Unglücks fälle ereignet. Einem Chevauleger wurde der Brustkorb eingedrückt, ein anderer verlor durch einen Lanzenstich ein Auge und ein Wachtmeister erlitt einen Schenkelbruch. Auch beim ersten schweren Reiterregiment ist vor einigen Tagen ein Reiter durch Abstürzen vom Pferde verunglückt und darauf gestorben. • Eine Jubiläumsausstellung in München. Die zur Einführung des Ausstellungsparkes auf der Theresien- HSHe für das Jahr 1907 ursprünglich geplante elektrische Ausstellung ist wegen der Kürze der Vorbereitungszeit fallen ge- laffen worden. Dagegen soll, wie die „Münch. R. Nachr." erfahren, auf dem genannten Terrain im Jahre 19 0 8 eine großzügige, weitumfassende Jubiläumsausstellung anläßlich des 750jährigen Bestehens der Stadt München veranstaltet werden. Es ist beabfichtigt, für diese Ausstellung, die Kunst, Kunstgewerbe, Handel und Industrie in gleichem Maße umfassen und bei der namentlich der angewandten Kunst der ihr gebührende Platz eingeräumt werden soll, neue und originelle Formen zu wählen. Das Protektorat über diese Ausstellung wird, wie man hört, der Prinzregent übernehmen. Es hat sich bereits ein Komitee gebildet, das die erste Vorbesprechung pflegen und sich nächstens mit einem Aufruf an weitere Kreise wenden wird. * Trient, 30. Aug. Bei den Manövern der Trienter Garnison stach der Leutnant Kreiml vom 2. Landes- Schützen-Regimcnt den Soldaten Bertv'lli nieder. T-ieser hatte den Leutnant ersucht, austreten zu dürfen, um einen Trunk zu nehmen, was ihm aber nicht gestattet wurde. Darauf schleuderte der Soldat seine Feldflasche im Zorn ins Wasser. Der Leutnant irurde sofort vom Dienst enthoben und eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet. * Reue Erdbeben-Nachrichten. Nach einer Depesche des „Newyork Herald" aus Tacna (Chile) sind dort und in Arica heftige Erdstöße, die sich bis zur Grenze von Peru erstreckten, verspürt worden. Tie Panik sei unbeschreiblich. Die Bevölkerung nächtige auf öffentlichen Plätzen. Der erste Stoß währte 30 Sekunden. *Wie der Kaiser im Manöver lebt. Kaiser Wilhelm bezieht in der Regel nur Quartier, wenn auch die Truppe unter Dach und Fach die Nacht verbringt, sonst biwakiert er, wie sie, es sei denn, daß Rücksichten auf ferne Gesundheit einmal eine Ausnahme fordern. Bei den diesmal bevorstehenden großen Herbstübungen wird fast durchweg biwakiert werden, um die Kriegsmäßigkeit der Manöver, soweit es geht zu steigern. Der Kaiser läßt dann auf sorgfältig ausgesuchtem Platz sein transportables Haus ausstellen. Nach einer sinnreichen Konstruktion werden die Wände aus dicht ineinander greifenden Holzteilen zusammengefugt, und ebenso die einzelnen Zimmer von einander geschieden. Der Fußboden ist mit Bohlen bedeckt und mit Teppichen belegt. Auß?r dem Schlafzimmer, neben dem der Baderaum liegt, verfugt der Kaiser über ein geräumiges Arbeitszimmer, in dem auch gespeist wird und ein Empfang abgehalten werden kann. Einige Vor- und Nebenräume vervollständigen die Appartements: von der Fahnenstange weht die Kaiserstandarte. Vor dem Wohnhause des Kaisers pfleg! ein mächtiges Wachtfeuer angelegt zu werden, um das sich die Herrn der Umgebung des Kaisers und seine Gäste versammeln. In diesem Kreise, in dem der Kaiser selbst meist bis Mitternacht verbleibt, herrscht echte, ungezwungene Manöverstimmung, sobald der Dienst erledigt ist. Abends unternimmt Kaiser Wilhelm oft einen Rundgang zu den Lagerfeuern der Truppe und sieht belustigt den munteren Biwaksspäßen der Soldaten zu. Auch der jüngste Offizier, der in später Stunde zum kaiserlichen Wachtfeuer mit dienstlicher Meldung kommt, wird gastfrei ausgenommen: er erhält aus dem kaiserlichen Küchenwagen zu speisen, und ein Glas Punsch oder echtes Bier wird ihm am Feuer gereicht. Dicht bei der Wohnung des Kaisers ist der Auto- m o b i l p a r f untergebracht. — Ter Kaiser erhebt sich morgens in aller Frühe: nach dem auf englische Art zubereiteten, kräftigen ersten Frühstücke, der Hauptmahlzeit des Tages für ihn, sieht er die eingegongöten Meldungen durch, um bann sogleich seinen Kraftwägen zu besteigen, die Stellungen abzu- fahren und gemeinsam mit dem Chef des Generalstabes der Armee die Leitung des Manövers zu übernehmen. Inzwischen wird sein Haus abgebrochen, sorgsam verladen und in die Nähe des Standortes gefahren, wo voraussichtlich nach der „Schlacht" die neuen Biwakplätze ausgesucht werden. Geschickte Hände richten es. hier dann des Abends in kurzer Zeit wieder auf. * König Alfons'von Spanien will sich in Eng -i l an d an f auf en- Auch die Ferien der Könige haben ein Ende, — und nicht ohne Tränen verlief der Abschied, den König Alfons XIII. und die Königin Viktoria Eugenie von Spaüien jetzt von England nach einem Aufenthalte genommen haben, der aus einer fast ununterbrochenen Reihe van Unterhaltungen und Festen bestand, — denen aber jede Steifheit fehlte, wie sie die Etikette von Madrid mit sich bringt. Die junge Königin hängt zärtlich an ihren brittschen Verwandten und zumal an ihrer! Mutter, der Prinzessin Henrv von Battenberge. Es ist daher be- greiflick, daß sie und ihr Gemahl den Wunsch empfinden, in jedem Jahre, die Heimat der Königin, gewissermaßen auf Urlaub, zu besuchen. Und es ist ebenso begreiflich, daß ihnen der Gedanke gekommen ist, sich ein eigenes Heim dort zu erwerben, wo die Prinzessin Henry, die von ihrer Mütter, der Königin Viktoria Osborne Cottage erbte, die Sommermonate zubringt. Der König Mfons hat, wie aus London berichtet wird, vor seiner Rückfahrt nach Spanien Unterhandlungen angeknüpft, um einen der prächtigsten Sitze der Insel Wight zu erwerben: Norris Castle, das an Osborne stößt und feit längerer Zeit Eigentum der Familie Rüssel ist. Früher gehörte es deren Oberhaupte, dem Herzoge von Bedford, und vor 60 Jähren gaben sich die Königin Viktoria und der Prinzgemahl Albert alle erdenklicke Mühe, Norris Castle dem Herzoge abzukausen. Der hinterließ es seiner Witwe, und von ihr kam es an Deren Neffen, den Lord Ampthill, den ältesten Sohn des früheren britischen Botschafters in Berlin und derzeitigen Gouverneur von Madras. Lord Ampthill soll seit längerer Zeit im Gegensätze zu seinem Oheime nach einem Käufer für dieses Schloß suchen, das viel kostet und nichts einbringt. Es wird abzuwarteu sein, ob dieser Käufer sich jetzt in der Person des jungen spanischen Monarchen eingestellt hat. Aber es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß die öffentliche Meinung Englands die Aussicht sehr sympatlüsch berührt, den König Alfons demnächst als englischen Schloßherrn und Mitbürger begrüben zu dürfen. * Ein Ho chzeitsschma us. In einem Dorfe Thüringens und an einem wundervollen Sommertage war'S, als dort eine Hochzeit gefeiert wurde. Kind und Kegel waren in der Kirche. Das Haus des Bräutigams lag still in der Sonne, und nur drei Ziegen, die ab und zu meckerten, verrieten, daß hier noch lebende Wesen weilten. Als die Hochzeiter zurückkamen, tönte ihnen auS dem Obergeschoß lautes und freudiges Gemecker entgegen. Die Brautmutter ließ sofort nachsehen. Angstvolle Rufe von oben: „Du licroec ©ntt, du Hemer Gutt! Och du grußer, hemmelscher Vohder!" Darauf die Hausfrau: „Wos is?" „De Zicken hum denn ganzen Zwätschenkuchen abgeläddert! Und wirklich: ein ganzes Kuchenfeld war total verwüstet. Das Gebäck war auf Blechen und Brettern am Fußboden neben einander geordnet worden. Die Ziegen, drei Prachtexemplare, die stets frei umherliefen, waren die Treppe hinaufgestiegen und ins Küchenzimmer gelangt. Dem Pflaumenkuchen hatten sie die „kreisfleckige Kahlheit" beigebracht, und die ganze große Fläche erweckte den Anschein, als habe sich dort ein halb Dutzend unnützer FaunSbengel getummelt: überall Abdrücke von Bocksfüßen, „'s tiet nescht, 's tiet nescht," sagte die Brautmutter, „de Zicken wulln ooch wos vunn der Hochztch hunn I" * Kleine Tageschronik. Der Schooner „A e o l u s" ist in der Nordsee mit 6 Mann Besatzung untergegangen. — Der Schooner „Hellmut h" ist auf der Fahrt von Wisby nach Oskarshamm leck geworden und gesunken. Der Kapitän ertrank. Der Schifsskoch starb auf dem Meere treibend vor Erschöpfung, der Steuermann wurde gerettet. — Der mit 36 Bergleuten besetzte Förderkorb auf Schal der Zeche Mont Cenis bei B o-ch um geriet in den Sumpf. Sämtliche Bergleute wurden verletzt, darunter drei schwer. Ob das Unglück auf schlechtr Seilführung zurückzuführen ist, konnte bisher nicht festgestellt werden. — Das U n i v e r s i t ä t s g e b äu d e in Groningen (Holland) mit seinen wertvollen naturhistorischen Sammlungen ist gestern abend gänzlich nieder gebrannt. Nur ein Teil des Archivs und der Gemälde wurde gerettet. — Der 78 jährige Richard L u c i aus Scheid ist bei T o m m c l s in Graubünden in einen Abgrund gestürzt. Seine Leiche wurde gefunden. — Eine große Feuersbrunst ist in den Gemeinde- Waldungen von Pra ausgebrochen und hat eine große Ausdehnung genommen. Feuerwehrleute, Truppeuabteilungen und Polizisten von Genua bekämpfen das Feuer. — Infolge Ueberfahrens des Haltesignals stieß beim Einfahren in den Bahnhof in Hannover der von Minden um 2 Uhr eintreffende Perfonenzug mit einem Rangierzuge zusammen. Mehrere Wagen wurden zertrümmert, der Zugführer und ein Packmeister verletzt. — Aus Schacht 2 der Zeche Zollern kam der Steiger Heinrich Becker bei Castrop durch Einatmung giftiger Gase ums Leben. Sport. — Bei dem Paris-Frankfurter Achterrennen, das nächsten Sonntag ausgerudert wird, ist Jean Kirch-Gießen, zweiter Vorsitzender des Teutschen Ruderverbandes, Schiedsrichter: Dr. Alex. Otto-Höckst, Zielrichter: Erich Prätorius-- Sttaßburg, Starter. Die Pariser Mannschaft hat ein Gesamtgewicht von 585 Kilo, ihr Steuermann ist 35 Kilo schwer. Das Gesamtgewicht der Frankfurter Ruderer ist 618 Kilo, ihr Steuermann wiegt 51 Kilo. WöiOnWk MkkW brr Todesfälle in der Stadt Eießen 34. Woche. Vom 19. bis 25. August 1906. Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 31,72 %0, nach Abzug von 6 Ortsfremden: 21,14 °/oo. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Tuberkulose 4(1) 1. Lebensjahr: 3(1) - 2.—15. Jahr 1 Arteriosclorose 1 1 — — Bronchitis 1(1) KD — — Schlaqfluß 1 1 — — Darmkatarrh 3 — 1 2 Blinddarmentzündung KD — — 1(1) Darmverschluß 1(1) 1(1) — — Gallensteinen 1 1 — — Krebs Kl) 1(1) — — Lebensschwäche Altersschwäche 1 — 1 — Kl) 1(1) — — Rhachitis 1 — — 1 Unbekannten Krankheiten 1 — 1 — Summe 18(6) 10(5) 3 5(1) A n m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gevracklr kraule fomincn. Landwirtschaft. ö" Nidda, 31. Aug. Die G r n m m e t e r n t e hat hier und in der Umgegend ihren Anfang genommen. Infolge der häufigen Regenlälle während des Sommers läßt die Quantität nichts zu wünschen übrig, die Qualität ist von dem guten Einbringen bei günstiger Witterung abhängig. Des reichen Futterjahres wegen Vertreter des GroßherzogS Flügeladjutant v. Masienbach teilnahm. Auch der kommand. General v. Eichhorn war anwesend. — Die Abreise des GroßherzogS nach Dresden zum Besuch des Kgl. sächs. HofeS erfolgt Montag abend 10 Uhr. Mannhe im, 31. Nlg. Heute nacht kurz nach 12 Uhr brach in der Säcke- und Deckenfabrik von Isaak Kahn u. Co. Feuer aus, das innerhalb einer Stunde das große Hauptgebäude der F a b r i k e i n ä s ch e r t e. Tas kleine Bureaugebcnide, die Ställe und die Nebenremisen blieben vom Feuer verschont. London ,31. 'üEun. In der Westminster Gazette kommt Bashford noch einmal auf die Monarchen-Begeg- nung in Cronberg zurück und erklärt, dementieren zu können, daß eine neue Zusammenkunft für dieses Jahr bc- vorstehe. Mich eine Zusammenkunft des Fürsten Bülow mit Sir Eduard Grey sei ausgeschlossen. Bashford dementiert außerdem die Gerüchte von einem Streit in Cronberg als eine böswillige Erfindung und stellt die besten Resultate der Zusammenkunft für beide Nationen in Aussicht. Wien, 31. A!ug. Ter aus Deutschland zugereiste 21jährige Handlungsgeh-ilfe Wilhelm Schutt üb er fiel in der Nacht am Praterstern eine Verkäufer irr und raubte ihr eine Handtasche mit Geld in Höhe von fünfzig Kronen. Auf die Hilferufe der Ueberfallencn gelang es einem Soldaten, den Räuber zu verhaften. Petersburg, 31. Aug. Im Dorfe Kamenka im Gouvernement Pensa ermordeten die Bauern den Landpolizeimeistcr, weil dieser ihren Tuma-Ab- geordneten Drayow verhaftet hatte. Hierauf befreiten die Bauern Drayow und versuchten später einen Transportzug mit politischen Gefangenen anzuhalten. Erst dem persönlichen Eingreifen des eingetroffenen Gouverneurs und herbeigeeilten Truppen gelang es, die Ordnung wieder her- zustcllen. Havanna, 31. Aug. Ein Kampf zwischen Negierungstruppen und Rebellen fand bei Artemisa statt, 50 Kilometer südwestlich von Havanna. Einzelheiten fehlen noch. Aufständige Truppen befinden sich in unmittelbarer Nähe von Havanna. Man kann sogar eine ihrer Abteilungen von der Stadt aus beobachten. Santiago, 31. 'Aug. Die Gemeindebehörden haben verfügt, daß alle ar b e i t sun f äyig e n Einwohner außerhalb der Stadt unterzubringen seien. In den Spitälern werden zurzeit 3000 Verwundete verpflegt. Die Gattin des deutschen Militär-Instrukteurs van der Linden ist den bei dem Erdbeben erlittenen Verletzungen erlegen. New York, 31. 'Aug. Ter demokratische Präsidentschaftskandidat Bryan hielt bei einem aus Anlaß seiner Rückkehr ihm zu Ehren gehaltenen Meeting eine Rede folgenden Inhalts: Die Stimmung zu Gunsten einer friedlichen Beilegung interNation. Streitigkeiten ist im Wachsen begriffen. Wenn Amerika den M- schluß eines allgemeinen Vertrages, Streitigkeiten der Haager Konferenz oder einem anderen Schiedsgerichtshof zu unterbreiten Vorschlägen würde, so werde eine Reihe von Staaten sich Igieneigt finden, diesem Vertrage beizutreten. Redner bezeichnete im weiteren Verlaufe seiner Rede die Trust frage als die brennendste und schlug als Mittel zur Besserung der augenblicklichen Lage vor, daß die Gesellschaften durch die Bundesregierungen zu konzessionieren seien, und daß der Präsident ermächtigt sein solle, auf die Freiliste Waren zu setzen, die mit von den Trusts beherrschi. ten Waren konkurrieren. Redner briicrtc die Hoffnung auH daß die Trusts mit der Wurzel ausgerottet würden. In der Frage der V c r st a a t l i ch u n g der Eisenbahnen machte Bryan den Vorschlag, die Bundesregierung solle die Hauptlmien und die Einrelstaat^n sollen die lokalen Linien übernehmen. 'Am Schlüsse er Härte er die Zeit für gekommen, um die Plutokratie zu stürzen, welche dir Kraft des Volkes aussauge. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr Handel und Industrie. Giessen. Frankfnrter Börse, 31. August, 1.15 Uhr. 3%°/» Peichsanleihe . . 93.90 3% do. . . «6.80 3^°/0 Konsols .... 98.95 3% do 86 80 3%0/0 Hessen 97.40 3%°/n Oberhessen . . . —.— Ocsterr. Goldrente. . 100.00 4’/89n Gestern Silberrente 100.20 4?o Ungar. Goldrente . . 94.95 49-u Italien. "Rente . . . 103.40 3% Portugiesen Serie T . 69.90 3% Portugiesen ITT 70 60 4J40,0 russ.Staatsanl. 1905 86.00 4%°\ japan. Staatsanleihe 94.40 4 % Conv. Türken von 1903 96 30 Türkenlose 146 50 4% Griech. Monopol-Anl. 54.80 4% äussere Argentinier . 89.75 3°/0 Mexikaner . . 69.00 4%°/0 Chinesen .... 97.75 Aktien: Bochum Guss 248.95 Buderus E. W . . 126.40 Tendenz: schwächer. Elektriz. Lnhmeyer . . . 141.00 Elektriz. Schlickert . . . 126.50 Eschweiler Bergwerk . . 256 25 Gelsenkirchen Bergwerk . 228 29 Hamburg- \merik. Pakets. 161 50 Harpener Bergwerk. . . 215 50 Lanrahütte 245.50 Nordd. Lloyd 130 60 0b-i«chle^. Eisen-Industrie 132.50 Berliner Handelsges . 171.70 Darmstädter Bank . . .141.10 Deutsche Bank . . . 240 90 Deutsch-Asiat. Bank . . 174.90. Diskonto-Kommandit . . 186.10 Dresdner Bank . . . 160.60 Kreditaktien 212.10 Baltimore- und Ohio- Eisentahn . . . 120.2fr Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 34.20 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.80 Prince-Henri-Eisenbahn . 145.00 Berliner Börse, 31. August. Anfangskurse. Canada E. B 176.00 Darmstädter Bank . . . 141.30 Deutsche Bank .... 240.90 Dortmunder-Union C. . . 85 30 Dresdner Bank .... 160.30 Tendenz: träge. Harpener Bergwerk. . . 215.10 Laurahütte —.— Lombarden E. B. ... 33.80 Nordd. Lloyd 130.10 Türkenlose 146.00 Bekanntmachung, betreffend: Die Rabbiner Dr. Levi-Stiftung. Aus obiger Stiftung sind am 1. Oktober d. Js. die Jahres zinsen pro 1905/06 mit 156 Mk. zu einem Drittel an zwei Amre der israelitischen Religion?» gemeinde (Mieten, zu einem Drittel an zwei Israeliten der Provinz Oberhesien,! zu einem Drittel an zwei christliche Arme der Stadt Gießen, zu verteilen und wollen sich Bewerber um dieselben innerhalb her) nächsten vier Wochen schriftlich hierher wenden. Gießen, den 29. August 1906. Bw/8 Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. I. V.: N. Stamm. Couverts mit Zirma billigst Srühl'sche Universitäts-Druckerei. o — ee-e d -e es tro o —; er «sb S H." CT» s — o & 5 es CS o'J} ~ O S* -X- — er G) - CD *—1 er d <-s er R» 5 2 Kl-ö r ~ 1 5 1 V) 1 © (1) (1) (1) (D o =T 9»5 9" 7” CD o CD i c: «st w «SB c A X. Orrginal-Drahtmeldungen. sd. Darmstadt, 31. Aug. Zu Ehren des als Brigadekommandeur nach Saarburg versetzten seitherigen Kommandeurs des 2. Hess. Dragoner-Regiments, v. WaldenfelS, fand gestern im Offizierkasino ein Essen statt, an dem als «3 » G) 2 August = + 22,6 ° C. August = + 5,8° C. 8-e o""o' kd -er <$b stehen die Preise für Rindvieh zur Zeit außerordentlich hoch, da der Landwirt nur absetzt, was unbedingt nötig ist. Dagegen sind die Preise für junge Zuchtierkel etwas gedrückt. )( Aus dem Ü reise Gießen, 30. Aug. Tie Erntearbeiten werden jetzt mit fieberhaftem Fleiße betrieben, seitdem endlich Sonnenschein cinortretf’n iO. Tas Einfahren des Getreides ist fast beendet. Merorts sind die T r e s ch m a s cb i n en in Tätigkeit. Ter Körncrertrag ist gut, das anhaltende Regen- weiter hat 'um Glück weniger geschadet als man annaym, doch ist das Gerste- und Harerstroh '.um Füttern wertlos geworden. Der Regen hat auf die Wiesen, Hack- und Futterpflanzen günstig eingewirkt. Die jetzt begonnene Grummeternte totrb Jaft der vorzüglichen Heuernte gleich. Dagegen haben bic Kartoneln von dem anhaltenden Regenwctter sehr gelitten, es gibt viele faule und schon iei't ist nun ü.-rto-''i'lnrei'c" d-e ^"ede. Familien-Nac^rrchten. Gestorben. Herr Conrad Sparner VII., Schotten. Geboren. Herrn Dr. rned. Aböe und Frau Margarete, geb. Sievert, Wetzlar, einen Sohn. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, ben 1. September: Veränderliche Winde, vorwiegend heiter, trocken. Temperatur nicht erheblich geändert. o 05 o Q ,ie viel Meteorologische Beobttcht»lngen der Station Gießen. Märkte. te. F r a n k s u r t a. M., 31. Aug. Mrig.-Telegr. des „Gieß. Anz."l V i e h m a r k t. Sinn Verkaufe standen 00 Kälber 00 Schafe und Hämmel, 301 Schweine: 1. Qual. 79 00 Psg. Lebendgewicht 62.00—00.00 Pf., 2. Qual. 78—00 Pf., Lebendgewicht 61.00—00 Mg., 3. Qual. 68—70 Pkg. Kalber 1. Qual. 00—00 Ps., Lebendgewicht 00—00 Psg., 2. Qual. 00—00 Psg., Lebendgewicht 00—00 Psg., Schlachtgewicht 00-00 Psg. Schake 1. CLuahta: Schlachtgewicht 00-00 Psg., 2. Qualität 00-00 Psg. Geschält: gedrückt, llcbcrstaud mitlelmä'ßia. Arbeiterbewegung- Mannheim, 30. Aug. Wie die „Neue Bad. Landes-ckg." meldet, ist der Streik in der Süddeutschen Jute-Industrie helite beendet worden. Tie Arbeit wird morgen früh unter den alten Bedingungen wieder ausgenommen werden. Dur, 30. Aug. Die Streikbewegung im hiesigen Kohlenrevier nimmt immer g röst er e Ansdehn n n g an.. Cs sind bereits etwa 14 000 Bergleute ausständig. Auch aut die Bezirke unu s^^inf si<-s' d"^ S^cik ausmdebnen. r &faontt „SteoluS" Hung uningegongen. — der Fahrt von WiÄy geinnlen. Der Wm Mene trübend vor «- [tt — Der mit 36 Der?» iV der W Mont Cenrs das Unglück auf B ttc bisher nicht festgestellt bände in Groningen rirAwrischen Sammlungen ebrannt. Nur an acrcttct — Der 78lahngc -oinmclsinGr-aubuncn äne Leiche wurde gt* -st in den Geme.nd - -sUL ’ffSSTflÄ Packmeister 9fÄ tarn der Singer giftiger G°fe Sw** »JSS"*** ■ 31',2.*2iU’/oo. •ernten- »V Minder vom im 9_i5, Jahr 2* 1 2 2 o ~ = = - 2 - s< er e o — 5 " --- ® 01 -* 2 ® ), ist Je an KN schied-, n^uderverbandes^.^rius, Steinl ÄÄB«; Das VcD 2 S x- —■ 2 " — — o er^S< D —- «SB 753,4 ! 22,5 110,3 753,0 15,0 111,6 ' 754,6 i 9,6 ! 7,7 1 , ßjft und bc§ ßL^unjgn .r uni iS1*" nach kPrln oic 91^ r ÄW •Könige b3u Eng, ^ied, N°"emEn^ W von Äl iuÄWfei* st'ch, da^ ilw ' Urlaub, im dortu. " dn £ -r. d L^ben,^ oen: n ikach, it Gigentum Ä6' d°s ^berhaupte hm ft®1®6 ii(f)bieWbm Erzöge Ä-KZp u"b emhingt g Utz« "LL"'-bL J emem Dorfe Thürin- :ommcrtagc war's, als d "nd Kegel waren in ims lag still in der und zu meckerten, ver- 'eilten. Als die hoch- em Obergeschoß lautes c Brautmutter ließ so- chcn: ,Du liewer Gutt, melschcr Vohder'.' Da- De Zicken hum denn tt Und wirklich: ein stet. Tas Gebäck war )bcn neben einander ge« Prachtexemplare, die stets hinaufgeftiegen und ins menkuchen hatten ste die und die ganze große habe sich dort ein halb mmelt: überall Abdrücke 1 fiel nescht/ sagte die wo§ vunn der Hochztch «$b o er 30. 30. 31*1 SB 4 S 2 Still i Still August 1906 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luit Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter G) D to = D = ca 5 O ©s - & tst 3 = D =^G) 2. c» eo 2. toS, 2 §§ ca D D «SB 2- ® D es er ss 2 < er 2 3 ** sj S O o _d< —J Q- >S< " D Ä-> D D 3 cf. Ä e [06326 Annerod, den 31. August 1906. 6 lebt schönste Wäsche Die Geburt eines Jungen zeigen an 6, empfiehlt [5023 empfiehlt [4086 d Bäcker Schomber, Walltorslr. 51. KW Verkaufsstellen für KiiflFee in Giessen bei: eingetroffen. 5215 D’7; H. Krämer I. in Lich bei A. Bing Wwe. D”/ WO« Sie nch mit her Hud? 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