Dienstag Ä9. Oktober 1906 156. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 854 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen «giM-tn? to^irn Ter Grvßl/.r-'ogii LimjjUiiQStommiffär: ihnen und gab nur noch hin und wieder leise eine Jnstruk- mit Einwend- sind schriftlich in Aktengröße Redaktion. Expedition «.Druckerei: 64td1kt Tel. Nr. 6L Teiegr,-Adr. r Anzeiger Vietze«» Rotationsdruck und Verlag der Vrtzhl'schM UntversttätSdruckeret. 8t Lange, Vietze». Politische Tagesschau. Eine Unterredung mit dem Prinzen Hohenlohe. fuhr er nach Hause. Am Morden des er schon um 3 Uhr auf, ging nm wagen, sofern darin Kranke oder Kinder gefahren werden; solche Wagen dürfen jedoch nicht nebeneinander gefahren oder aufgestellt werden. 8 3. Das Ueberfahren der Bürgersteige Zwecks Ein- und 'Ausfahrt zu und von Hofraiten und Gnmdstücken ist gestattet, sofern dies im Schritt, auf dem kürzesten Wege und ohne Aufenthalt geschieht. § 4. Es ist verboten, den Verkehr durch ungerechtfertigtes Stehenbleiben, durch gewerbliche Verrichtungen, durch Feilbieten von Gegenständen, durch das Tragen von Stöcken oder Schirmen in einer andere Persollen gefährdenden Weise zu hindern. § ö. Es ist verboten, aiißerhalb der Frühstunden von 5—7 Uhr Gegenstände, die durch Form, Größe oder Beschaffenheit geeignet sind, die Vorübergehenden zu beschädigen, zu belästigen oder zu beschmutzen (wie Metzgerbollen, Bäcker- uind Marktkörbe, Kaminfegerutensilien, landwirtschaftliche Ge- näte und bergt) auf den Bürgersteigen der von der Ost-, «Süd-, West- und Nordanlage eingeschlossenen inneren Stadl zu befördern. chtigrs Mädchen M (raubstumme) sucht sli gleich. Näheres ju er- udlvigstratze44.s68W Der /,HaptmaM" boü Nöperiick bet Begeffnna der Lat. Aer Schuster-KuupLmann von Köpenick. Berlin, 28. Okt. Gestern wurde mit dem verhafteten Kassenräubcr Voigt im Polizeipräsidium das Verhör fortgesetzt. Er äußerte, daß er „natürlich" ein Verbrecher bleiben mußte. Er habe in der letzten Zeit wiederholt Zeitungsartikel über Ausweisungen gelesen und daraus entnommen, daß er als Zuchthäusler nirgends einebleibendeStätte finden könnte. Er w o l l t e s i ch ehrlich durchs Leben schlagen, aber seine Vergangenheit habe zu schwer auf ihm gelastet, sodaß er „nur noch die große Sache landen" wollte, um sich „ins Privatleben zurückzuziehen". Immer wieder betont er die „Biederkeit" seines Charakters. Am Tage vor der Tat sei er noch in Nauen gewesen, dort habe er Gelegenheit gehabt, noch einige Ofsiziersstudien zu machen. Er traf 50 Generalstabsosfiziere, und es gelang ihm, als Zivilist mit hineinzukonmien. Nach der Besichtigung § 1- Die Bürgersteige sollen für den Fußgängerverkehr freigel)ci(len werden. 8 2. Es ist deshalb verboten, auf den Bürgersteigen „ Wagen jeder Art, Karren, Schlitten und Fahrräder zu $ fahren. Ausgenommen von diesem Verbot ist das Fahren mit durch Menschen fortbewcgten Kranken- oder Kinder- Kekarmlmachimg. In der Zeit vom 20. bis 27. Oktober 1906 wurden in hiesiger Stadt verloren: 1 braunledernes Portemonnaie mit 3 Mark und einigen Pfennigen und 2 Fahrkarten nach Wetzlar als Inhalt. Entlaufen ist: 1 ganz schwarzer langhaariger Spitz, ca. 45 cm hoch, Nr. 1611. Tie Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 24. Oktober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden ungen ausgeschlossen sind. Einwendungen abzufaffen, zu begründen und auf Papier (mindestens T/a Bogen) einzureichen. Friedberg, den 22. Oktober 1906. ***' ..__cmu. k .... - x t r. ,. , f • . . Ein Politiker, der dem verdorbenen Flinten Hohenlohe während tron. Mit der größten Zuversicht fuhr er nach Köpenick, seiner Reichslanzlerschaft nahe gestanden hat, stellte der „Frkf. Ware es im Rathause jemandem eingefallen, ihm Wider- Ztg." einen Bericht über eine Unterredung mit dem Prinzen stand zu leisten, so hätte er ihn sofort von den Grenadieren Alexander Hohenlohe zur Verfügung. In diesem Bericht sagt der rn ein Zimmer sperren und isolieren lassen. Sonst hatte Prinz über die Entstehungsgeschichte der Memoiren er nicht die Absicht, irgendwie Gewalt an? simeS Vaters u a. folgendes: j zuwenden Er felbft bade iväter über die aan?en Arbeiten, aui fcv: bau je, evenl. für rti Ü Angebote unter 8599 ießener Anzeiger ecklrn. Sekanntmachmg. B e tr.: Feldberciuigung in der Gemarkung Leihgestern. Nachdem sich mehr wie ein Fünftel der beteiligten Grundeigentümer in der Gemarkung Leihgestern, die mehr als die Hälfte der beteiligten Fläche besitzen, unterfchristlich für die Einleitung des Verfahrens der Feldbereinigung der Gemarkung Leibgestern erklärt hat, und naujbem innerhalb der gesetzlichen Frist feine Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechis- bcfiänbigteit dieses Ergebnisses erhoben worden sind, hat Grosrh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, den Beginn der Feldbereinigungsarbeiten angeordnet. Indem ich dies zur öffentlichen Kenntnis bringe, lade ich gleichzeitig sämtliche beteiligten Grundeigentümer zu der in Gemäßheit des Artikels 16 des Gesetzes vom 28. September 1887 in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. Juli 1906 Dienstag, den 16. November 1906, vormittags 10 7, Uhr, im Schulhaus zuLeih gestern ftattfindeiiden Versammlung ein. Diese Versammlung hat: 1. zu bestimmen, wie die Feldbereinigungskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächengehalt oder den Abschätzungsivert der Grundstücke, oder durch Bildung und Verkauf von Aiasfegrundslücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach BedürMis erhoben, oder ob die Kosten durch Kapitalaufnayme ausgebracht werden sollen; 2. die zurVollzugdkommission zu berufenden Sachverständigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter zu wählen. Außerdem können Wünsche und Anträge seitens der Beteiligten vorgebracht und beraten werden. In dieser Versammlung hat ein jeder anwesende beteiligte Grundeigentümer eine Stimme; die Beschlüsse erfordern zu ihrer Giltigkeit eine Mehrheit von Zweidrittteilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Beteiligten verbindlich. Kommen ailtige Beschlüsse nicht zustande, so hat: zu 1. bie VoUzugskommission die ersorderlichen Beschlüsse zu fassen, zu L. Großh. Ministerium deS Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, die Sachverständigen und die Schiedsrichter zu ernennen. Die außerhalb der Gemarkung Leihgestern wohnenden Beteiligten fordere ich auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen in der Gemarkung Leihgestern wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da cme weitere besondere Zuschrift im Laufe des Feldbereinigungs- verfahrenS an sie nicht mehr erfolgt. Friedberg, den 8. Oktober 1906. Der Großherzogliche FeldberemigungSkommissLr: Spornet, KreiSamtmann. Kekmmtmmymlg. Betr. r Feldbereinigung ui der Gemarkung Nodheirn a. b. H. In der Zeit vom 27. Oktober l. I. bis einschließlich 10. November l. Jö. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Nodheim a. d. H. zur Einsicht der Beteiligten offen: 1. der allgemeine Meliorationsplan nebst Erläuterungsbericht und Prüfungsprotokoll, 2. die unter D des Prüfungsprotokolls erwähnten Vorarbeiten für die Drainage nasser Ackerländereien. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: Montag, 12. November 1906, vormittags von 9 V3 —10 7, Uhr, auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Nodheim a. d. H., wozu ich die Beteiligten unter dem Sonntag ging er zur Beerdigung mit und zwei Tage darauf verübte er den Handstreich in Köpenick. Arn Sonntag besuchte Voigt seine Schwester in Rixborf, von dorr kehrte er per Droschke zurück. Er verließ nun nicht mehr das Zimmer, Der „Haupt,»auil" von Köpenick in Zivil. an, am Fuß etwas zu haben, aber er sei „Gott sei r Dank so gestellt, daß er es einige Zeit ohne Arbeit aus- folgenden Tages stand halten könne". ■ z, , - ker Jungfernheide, Aus Tilsit, dem Geburtsort des Einbrechers, sind zog sich dort die Unisorm an, sah sich, so gut es gmg, noch un§ folgende Mitteilungen zugegangen: ^/"?^^lande um, in dem er die Wachkommandos ^drich Wilhelm Voigt ist der Sohn eines Schuh- abfassen wollte fuhr dann mit dem ersten Zug um 4 Uhr machers. Er besuchte die Bürgerschule in Tilsit und war 43 Mm. nach Köpenick übrigens einer Stadt von der un- ein sehr beanlagter SckfÜler. Im Jahre 1879 verließ er gefahren Große Gießens, wo er sich in der Stadt Tilsit. Im Sommer d. I. war er zu Besuch in Tilsit. aU^ Lageplan und auch lernen In den Londoner Zeitungen nimmt der Hauptmann an er kurzer Zeit lM Kopfe. Nun von Köpenick einen großen Raum in Anspruch. Die Kom- fuhr er wieder nach Berlin. Um mcht mehr als notig Offi- mentare sind durchaus in spöttischem Tone gehalten, zieren zu begegnen, ging er ui ^e Anstalt fur Garungs- „Ein glänzender Beweis der Schädlichkeit des übertriebenen Anerbe, um alsdann m einer Gastwirtschaft zu früh- Militarismus", schließt ein Blatt ferne Betrachtungen, stucken. Wann die Wachen avgelost werven, wußte er genau. — ° Die Sold aten holte er nur mit ein em kurzen Befehle heran. Die Gefreiten folgten sofort. Das Befehlen überließ er nun dem ältesten von Vrfchttnt »§Nch mit vuLnahme des Sonntag». aa a X 48^ A M Dte „•lenen« •a*meiiM8ttet* werden dem I | J D 2 U * .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der » ffl, « W sL «L/wL st; A, A EL Ä, ^esflfche erscheint monatlich einmal. v V y W V V v 4] tzvurs, her einen „schwachen Schein von Berechtigung" habe, nämlich £11 dem, die Verössentlickung der Denkwürdigkeiten seines Vaters hätten unsere auswärtige Politik kompromittiert und das moralische Ansehen des deutschen Volkes vermindert, indem sie dem K'ultuA des deutschen Natio- nalhelden des Fürsten Bismarck Abbruch getan hätten. „Darüber möchte ich mich offen aussprechen, sagte der Prinz. Der erste Vorwurf ist so schwer, wie er u n 6 e g rü ndet ist für reden, der eine Ahnung von auswärtiger Politik hat." Der, Prinz sagt Les Weiteren, er habe die östreichische und die russische Presse genau verfolgt und das gerade Gegenteil sei der Fall. Er fügt hinzu, daß der Reichskanzler Fürst v. Bülow in einer Unterredung mit ihm am 13. Oktober in Homburg auch nickt die leiseste Andeutung gemackt habe, und auch nickt im gering- ft en darüber beunruhigt gewesen sei. Das Verhalten des Reichskanzlers war für den Prinzen eine deutliche Antwort auf die gegen ihn gerichteten Insinuationen. Die falsche Beurteilung und der Lärm, den die Memoiren hervorgerufen haben, sei um so auffälliger, als sie gar keine Enthüllungen enthielten. Der Prinz sagte zum Schluß: „Ein selbstbewußtes großes Volk muß die Wahrheit vertragen können. Ich bin fest davon überzeugt, daß, wenn erst einige Zeit vorübergegangen sein wird, man einsehen wird, daß die jetjt so viel angefeindete Veröffentlichung der Memoiren meines Vaters eine gute Tat war und daß dieser Appell an den kritischen Sinn des deutschen Volkes nicht nur berechtigt, sondern auch nützlich war." Der russische Minister des Aeuhern v. Iswolsky, der am Sdmstag in Berlin eintraf, wird vom Kaiser empfangen werden und eine Unterredung mit dem Reichskanzler .Fürsten Bülow haben. Am Sonntag abend fand bereits in der Berliner russischen Botschaft ein Diner statt, zu welchem sämtliche Minister und Botschafter geladen waren. Herr von Iswolski macht in seinem neuen Amte seine Aufwartung. Kaiser Wilhelm kennt ibn persönlich von Kopenhagen her, wo er mehrere Jahre als diplomatischer Vertreter Rußlands tätig war, und man erzählt sich von ihm, daß er für Deutschland freundliche Gesinnungen hege. Man kann nur wünschen, daß der Besuch zu einer weiteren Annäherung Rußlands ay Deutschland führt. Es ist aber auch nicht unwahrscheinlich, daß Rußland zur Abwechselung mal wieder Deutsckland an» pumpen möchte, und in diesem Falle hätte man in Berlin ein vorzügliches Mittel zur Hand, um Rußland zur Liebe zu zwingen. (Siehe auch die „Polit. Wochenschau".) Deutscher Reich. Berlin, 28. Oft Der Kaiser beauftragte den Prozessor Frehse mit der Herstellung einer Büste des verstorbenen Geheimrats Hintzpeter für die Nationalgalerie. — Der „Nordd.Allg. Zig.* zufolge besuchte am Samstag die Kaiserin die Fürstin Bülow und deren Mutter Donna Laura Minghetti. — Wie eine hiesige Korrespondenz aus Potsdam meldet, steht die Veröffentlichung der Memoiren des Prinzen Friedrich Karl von Preußen in Aussicht. — Die Berliner Morgenblätter melden: Eine Sitzung des Staatsministeriums am SamStag nachmittag beschäftigte sich mit den zur Bekämpfung der Fleischteuerung zu treffenden Maßnahmen. Der fünfstündigen Sitzung wohnte bis zum Schluffe der Reichskanzler bei, der den Vorsitz .führte, ferner auch Graf Posadowsky und Staatssekretär v. Tirpitz. — Im Reichstage hat im vergangenen Sessionsabschnitt eines der jüngsten Mitglieder das große Wort geführt, Herr Erzberger. Er hat 260 Reden gehalten. Nach chm kommt (der Berliner würde sagen: eine Weile gar keiner) Dr. Müller-Sagan mit 152 Reden und Dr. Arendt mit 103 Reden. Detmold, 28. Okt. Nach einer von der Negierung unternommenen Zusammenstellung ist der ländliche Grundbesitz im Fürstentum Lippe in der Höhe von rund dem fünften bis sechsten Teile seines Wertes mit Hyp o- thekenschulden belastet. Leipzig, 27. Okt. In der heutigen Schlußsitzung des Vorstandes der Deutschen Kolonial-Gesellschaft wurde WormS als Ort der nächsten Vorstandssitzung und Generalversammlung gewählt. Als Zeit der Zusammenkunft wurde der Mittwoch nach Pfingsten bestimmt. München, 27. Okt. Der Verein für Gründung alkoholfreier Gasthäuser in München ist in Konkurs geraten. — Das Kind der Gräfin Montigno so, die 3^/zjähr. Prinzessin Anna Monika Pia von Sachsen, wird gutem Vernehmen nach wahrscheinlich der Fürstin Hohenlohe-Bartenstein, der Schwester der Gräfin, eine Zeitlang übergeben werden, um so seinen Uebergang an den sächsischen Hof vorzubereiten. Ausland. Brüssel, 27. Okt. Die liberale Linke der Kammer und deU Senats beschloß, einen Gesetzentwurf einzubringen betreffend Einführung des allgemeinen und gleichen Stimmrechts für die Provinzial- und G e m e i n^de r a tsw a h l e n. Paris, 28. Okt. Der Minister des Auswärtigen Pichon machte einem Redakteur Mitteilungen über die auswärtige Politik. Der Minister erklärte u. a.: In einer Demokratie wie die unsrige regiert die öffentliche Meinung. Frankreich wird her russischen Allianz treu bleiben und auch dem guten Einvernehmen mit England und Italien. Was die übrigen Nationen betrifft, so wollen wir sympathische oder höfliche Beziehungen mit allen, niemanden bedrohen und auch niemandem hindern. Ich hatte gelesen, daß die Uebernahme der Geschäfte durch dias jetzige Käbinett Krieg bedeutet. Ich weiß nicht, ob es der Mühe lohnt, eine solche Lä cherlich keit zu widerlegen. Rom, 29. Okt. Der Papst ließ der Gemahlin des Staatssekretärs von Tschirschkh sein Bild mit folgender eigenhändiger Widmung überreichen: „Der geliebten Tochter Maria von Tschirschky und all den lieben Ihrigen mit dem Wunsche beä besten Wohlergehens erteilt von Herzen den apostolischen Segen. Pius X." Wien, 28. Okt. Die Schönererpartei bereitet einen Dring- richkeitsantrag vor, eine Adresse an den Kaiser zu richten, bittend, hie in der Wiener Hofburg verwahrten Reichs- kleinodien an Kaiser Wilhelm als den berufenen Vertreter des deutschen Gesamtvolkes sowie des Bundesrates zur Verwahrung in Berlin zu übergeben. Budapest, 28. Okt. Gestern trafen die Särge mit den Gebeinen des in der Verbannung gestorbenen ungarischen Nationalhelden Rokoezy und seiner Gefährten mit Sonder- Mg an der Landes'grenze in Orsowa ein. Ministerpräsident Wekerle hielt eine Ansprache. Heute traf der Sonderzug unter hem Geläute der Kirchenglocken hier ein. Nachdem die Särge auf Galawagen gehoben worden waren, setzte sich der feierliche Zug, geführt vom Staatssekretär Grasen Hadik und vier Herolden zu Pferde, in Bewegung und hielt durch die festlich geschmückten Straßen seinen Einzug in die Stadt. Im Zuge gingen die Minister, die Mitglieder des Magnatenhauses und des Abgeordnetenhauses usw. Im Stesansdome begann dann der vom Kardinal zelebrierte Gottesdienst. Tanger, 28. Okt. Raisuli würd'' als Pascha iw Ar zila eingesetzt. Aus den Straßen .ArzUas liegen Tote. Viele Häuser wurden Riehergebrannt Wieder ein Aomöen-MLentat in Aeterslurg. Am 27. Oktober vorm. 1112 Uhr wurde int Zentrum Petersburgs auf eiyen geschlossenen Wagen mit Geldsummen her' Goubernementsrentei ein Bombenattentat ausgeführt. Es wurden mindestens zwei Bomben geschleudert. Selbst auf weite Entfernung mürben zwei Detonationen gehört. Zwei G-endarmen und eine Passantin sowie auch die Pferde wurden verwundet. In mehreren Käufern sind die Scheiben zertrümmert worden. Die den Wagen begleitenden Gendarmen gaben einige Salven ab. Das Haus, aus dem vermutlich die Bomben geworfen toirrbeii, wurde von Militär umstellt. Der Wagen blieb unbeschädigt. Das für die Rentei bestimmte Geld befand sich in drei Ledertaschen; zwei Taschen, deren eine 36 000 Rubel in Gold, die zweite 368 000 Rubel in Kredit- billeten enthielt, wurden von den Uebeltätern geraubt, während es gelang, die dritte, 229 400 Rubel in Wertpapieren enthaltende Tasche einem der Flüchtenden zu entreisien. Bei der Verfolgung wurde einer der Räuber, durch Säbelhiebe, ein anderer durch Schläge mit dem Gewehrkolben getötet. Die Räuber hatten offenbar in einer Bierhalle dem Transport aufgelauert. Es hatten sich etwa 20 Personen in der Bierhalle befunden; zwei davon wurden bei der Haussuchung in diesem Gebäude verhaftet. Bei dem Kampfe wurden sechs Personen verwundet. Nach anderer Meldung wurden 315 00 0 Rubel in Gold von einer Dame weggeschleppt, die entkam. 214 000 Rubel in Papiergeld und Wertpapieren wurden auf der Straße liegen gelassen und später von Kellnern der benachbarten Restaurants gefunden. Der Wagen wie auch her Kutscher blieben unversehrt, dagegen wurden beide Pferde getötet. Im Landauer auf derselben Stelle, wo er durch die Explosion zum Halten gebracht wurde, wurden noch zwei Bomben gesunden, die nicht explodiert waren. Die Polizeiposten sind überall verstärtt, die Schutzleute mit Gewehren versehen. 9(u§ amtlicher Darstellung geht hervor, daß ein Uebel- tätcr, der festgenommen wurde, ein junger Mann ist, der in Studentenuniform gekleidet war. Er raubte, als er sich mit seinen Genossen sofort nach der Explosion auf den Wagen stürzte, eine Geldtasche mit Wertpapieren und flüchtete gleich den anderen Räubern. Als er sich verfolgt sah, schleuderte er eine Bombe, durch deren Explosion er selbst verwundet wurde und warf bann, als ihm die Polizei dicht auf den Fersen war, die Tasche, die alsbald aufgefunben wurde, weg. Außer ihm rourben noch vier Personen festgenommen. Bei dein Vorfälle wurden, wie gemeldet, zwei Verbrecher getötet. Eine Frau wurde schwer verwundet; zwei Gendarmen wurden leicht durch Bombensplitter, ein dritter ebenfalls leicht durch einen Schuß verletzt.. Auch ein Franzose, dessen Persönlichkeit nicht festgestellt wurde, ein Zollbeamter und ein Hausdiener wurden verwundet. Eine Frau ist ihren Wunden erlegen. Wie die polizeiliche Untersuchung ergeben hat, wurde das Attentat von Sozial-Revolutionären verübt. Das geraubte Geld sollte zur Verübung neuer Gewaltakte benutzt werden. Die am Tatort aufgefundenen Bomben sind finnischen Ursprungs. Der Polizei kam der Ueberfall nicht ganz unerwartet, da sie vor mehreren Tagen die Banken warnte und ihnen mittellte, daß aus Moskau und Warschau eine Gruppe von Räubern eingetroffen sei, die einen Anschlag auf irgend ein Institut planten. Trotz dieser Warnung siel die Negierung dem Anschläge zum Opfer. Die Bombenwerfer nutzten übrigens sehr geschickt den Augenblick der Verwirrung unter den Gendarmen. Ein solcher Raubanfatl in einer Stadt, über die der verstärkte Schutz verhängt ist, steht wohl einzig in seiner Art da. * Im Kreise Stawropol töteten mit Gewehren bewaffnete Räuber einen Steuereinnehmer, seinen Begleiter und einen Postknecht und entkamen mit 35000 Rubel, die sie dem Steuereinnehmer abgenommen hatten. — In Kasan explodierte eine Bombe, wodurch zwei Personen int Hause und zwei weitere, welche gerade das Gebäude betraten, getötet wurden. — Im Dorfe Kat0wka wurden einem Gutsbesitzer 40000 Rubel geraubt. Die Räuber entkamen. In einem Interview mit einem Redakteur erklärte Gorki in Neapel: Das Volk werde nicht ruhen, bis es die Freiheit habe. Tolstois Predigten könnten die Begeisterung nicht ersticken. Stolypin sei schwach und eine Marionette des Zaren. Jrn nächsten Frühjahr werde die Freiheit in Rußland einziehen. Wegen des polnischen Schulftreiks sollen heute, Montag, in Berlin Besprechungen zwischen den beteiligten Ressorts und dem Ministerpräsidenten stattfinden. Die Lage in der Provinz Posen hält man in Negierungskreisen für außerordentlich ernst. Der „Dziennik Poznanski" meldet, daß auf Befehl des Kaisers dem Kultusminister täglich telegraphischer Bericht erstattet werde. Den Polizeibeamten ist zur strengsten Pflicht gemacht worden, Personen, die in Schulen einzu- dringen oder sonst vor Schulen die Ruhe und Ordnung zu stören versuchen, festzunehmen. Der Kirchenboykott der polnischen Katholiken in Berlin schlug vollkommen fehl. Nachdem der Kirchenbesuch in den ersten Wochen etwas nachgelassen hatte, erreicht er jetzt wieder die frühere Höhe. In Lojewo, Kreis Hohensalza, wurden in das Schlafzimmer des Lehrers Duczmal zwölf Flintenschüsse abgegeben, die ihr Ziel verfehlten. IColottialpofh Berlin, 28. Okt. (Amtliche Meldung.) Auf der Verfolgung der am 12. Oktober zwischen Holpan und Sandpnets geschlagenen Hottentotten überfiel HauptmannSiebert am 23. Oktober eine starke Bande nordwestlich von K 0 u ch a n a S mit der 3. Kompanie des 2. Feldregiments und der 8. Batterie. Nach einstündigem Gefecht floh der Gegner und ließ 4 Tote, 10 Gewehre und 30 Reittiere zurück. Viel Gerät und Munition wurde erbeutet. Hauptmann Siebert setzte die Verfolgung fort. Am Nachmittag wurden die Hottentotten nochmals eingeholt und nach dreistündigem Kampf auseinandergesprengt. Auf deutscher Seite waren keine Verluste. Die Einweihung der Handelshochschule Berlin fand am Samstag statt, eine Schöpfung des Aeltestenkollegiums der Berliner Kaufmannschaft. Das Gebäude erhebt sich im Zentralpunkt des Berliner kaufmännischen Lebens, an der Spandauerstraße. Ein Flügel des Gebäudes ist dem Physik, sowie dem chemischen Laboratorium eingeräumt. Die Aula ist für etwa 500 Personen berechnet. Außerdem sind besondere Rätlmlichkeiten für ein handelswissenschaftliches, ein rechts- und volkswirtschaftliches, ein geographisches, ein sprachliches Seminar usw. und für die damit verbundenen Sainmlungen vorgesehen. An der Feier nahm als Vertreter des Kaisers der Kronprinz teil, ferner erschienen unter anderen die Minister Delbrück, Graf Posadowsky, Breitenbach, v. Einent, der Ober- präsidcnt v. Trott zu Solz, Reichsbankpräsident Dr. Koch. Der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Jastrow hielt die Festrede über „Kaufmannsbildung und Hochschulbildung", in der er den akademischen Charakter der neuen Hochschule und ihre engen Beziehungen zum praktischen Wirtschaftsleben zum Ausdruck brachte. Die Handelshochschule werde auf die allgemeine Bildung das größte Gewicht legen. Sie betone aber ferner in einem Maße, wie dies noch keine bisherige Handelshochschule getan habe, daß sie die Heranbildung der jungen Leute in erster Linie auf die praktische Kaufmanns- lehre begründen wolle, die wenn irgend möglich, dem Besuch der Handelshochschule vorausgehen solle. Mit warnten Worten an die Begründer der Handelshochschule, die Aeltesten der Katismannschaft von Berlin, an die Kollegen und namentlich an die studierende Jugend, der eine enge persönliche Fühltmg mit ihren Lehrern so leicht wie nur irgend möglich gemacht werden sollte, schloß der Redner. Hieraus ergriff der Handelsminister Delbrück das Wort. Neben den Atlsgaben und Problemen, vor die uns die gewaltige wirtschaftliche Entwicklung des Deutschen Reiches gestellt hat, steht obenan eine Ausgestaltung unseres Volkes. Ich kann versichern, daß die Staatsregierung und ich bestrebt sein werben, Hand in Hand mit dem Rektor und dem Lehrkörper der Hochschule darauf hinzuarbeiten, daß diese die bestehenden Einrichtungen des Staates ergänzend, und aufbauend auf den bewährten praktischen Ueberliefcrungett unseres Kaufmannsstandes die gesteckten Ziele auf einem Wege erreicht, der der Weltstellung unseres Handels, seiner Bedeutung für unsere innere wirtschaftliche und soziale Entwickelung und unserer wirtschaftlichen Schlagfertigkeit nach außen Rechnung trägt, zu in Wohle und zur Ehre unseres Vaterlandes. Der Minister gab daraus Ordensverleihungen bekannt. Verliehen wurde u. a. die Krone zum Roten Adlerorden 4. Klasse dem Stadtälteslen Kaeinpf, der Kronenorden 3. Klaffe dem Stadtrat Dr. Maximilian Weigert in Charlottenburg. Ferner erhielt der Architekt Professor Wilhelm Cremer den Charakter als Vaurat. Es folgten Begrüßungsansprachen von feiten deS Herrn Oberbürgermeisters Kirschner-Berlin, deS Oberbürgermeisters Schustehrus-Charlottenburg, des Geh. Rates Prof. Dr. Diels namens der Universität, des Rektors der Technischen Hochschule, Geh. Rat Grantz, des ProfefforS Blondel-PariS namens der ausländischen Hochschulen, des Studiendirektors Eckart- Köln namens der deutschen Handelshochschulen sowie des Geh. Rats Zweininger, Handelskainrnerprasidenten aus Leipzig. Die Zahl der Studierenden beträgt bisher 139. Unter diesen befinden sich 13 Ausländer. Aus S.ast uns tano. Gießen, den 29. Oktober 1906. * Die Petition gegen die Fleischteuerung, die in der letzten Versammlung des Bürgervereins beschloffen wurde, liegt zur Unterschrift auf in der Expedition deS Gießener Anzeigers, in den Expeditionen der anderen hiesigen Blätter, ferner in den Papierhandlungen von Ernst Balser (Müusburg), Julius Hoos (Bahnhofstraße), Wilhelm Klee (Marktstraße), H. Kühn (Seltersweg), Louis Ockel (Neustadt), C. Steinhäuser (Neuen Bäue), Karl Volk (Grünberger Straße), Zigarrenhandlung Daniel Heil Nächst (Lindenplatz), Kolonialwarenhandlting Jakob Häuser (Ludwigstraße), Friseur- geschaft Stier (Neuen Bäue), im Gesellschaftshaus und in der Lesehalle. * * Auszeichnung. Dem Präsidenten der Ober- rechnungskammer, Ewald zu Darmstadt, wurde vom Kaiser der Rote Adlerorden 2. Klaffe verliehen. * * Milchküche für Säuglinge. Der Plan, in unserer Stadt wie in vielen anderen Städten eine Stelle zu schaffen, wo einwandsfreie Säuglingsnahrung verabfolgt wird, ist nunmehr seiner Verwirklichung näher gerückt. Eine in der Bürgerschaft veranstaltete Sammlung hat ca. 12000 Mk. ergeben. Die Stadt ist bereit, in dem ehemaligen Weber- schen Hause an der Kirchstraße Räume für die geplante Einrichtung kostenlos zur Verfügung zu stellen, die sich wegen ihrer zentralen Lage vorzüglich für den Zweck eignen. Ein Teil der Geber hat sich bereit erklärt, jährliche Beitrage zu dessen Unterhaltung zu gewähren, damit die geschaffene Einrichtung sozial wirken kann. * • Seine Bootstaufe und die Einweihung seines Bootshauses an der Lahn beging am gestrigen Sonntag der am 1. August hier neu gegründete Ruderklub Hassia 1906. Die Feier, zu der auch Gäste von auswärts, besonders Frankfurt, erschienen waren, nahm einen schönen Verlaust Um 3 Uhr fand sich die Festverfammlung im neuen Bootshaus ein. Schriftführer Dechert hielt die Begrüßungsrede, der Verbandsvorsitzende Werm-Frankfurt weihte das Bootshaus und taufte das neue Boot. Er betont, daß der Verein unter günstigen Anzeigen gegründet worden sei und bereits im Oktober-Rennen zu Frankfurt seine Feuertaufe durch die Erringung eines dritten Preises glänzend bestanden habe. Mit einem Hipp Hipp Hurrah auf Mannschaft und Boot schloß der Verbandsvorfitzende. Das Boot ist ein Vierer von 2,75 Meter Länge, es erhielt den Namen Union. An die Einweihung schloß sich eine Nachfeier im Restaurant Nolandseck, der Maschinenbauer-Gesangverein trug hierbei mehrere Gesänge vor. Im nächsten Frühjahr soll hier der VerbandStag stattfinden, an den sich eine Auffahrt der VerbandSvereine aus Frankfurt, Offenbach, Mainz, Oberrad 2C. schließen wird. p. Klein-Linden, 28. Okt. Heute werden es vierzig Jahre, seitdem unsere Kirche ein geweiht wurde. Ihre Erbauung fand mitten in dem Kriegsjahr 1866 e Frankfurter Börse. 29. Oktober, 1.15 Uhr. 97.75 396 Portugiesen III Schwester! hier cingetroffen. 121.80 Prince-Henri-Eisenbahn . 148L0 Berliner Börse, 29. Oktober. Anfangsknrse. Canada E. B. . . |Zufekes Kinder ft mph! 238.30 124.50 36.50 125.00 14620 gungen beläuft sich auf kommenden Firmen haben gezahlt, das ihnen durch Wendlandts zugeflossen ist. 86.60 144.60 . 177.20 . 137.60 . 238.90 . 8100 . 155.70 140.00 124.80 241.00 Vilbel fand man in einem Walde die Leiche des Ar- beiterS K. Link aus Wiesdorf. Link hatte sich mehrere Tag, arbeits- und obdachlos in der Gegend Herumgetrieben. 69.10 69.70 88.10 92.35 93.60 145.80 52.40 ordentlichen Prozessor in der juristischen Fakultät der Universität Königsberg i. Pr. ernannt worden. Berliner Handelsges Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . Gottbardbahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . 170.00 137.70 238.40 170.00 181.10 155J0 210.60 98.95 100.10 94.45 67.30 95.85 4°6 Oesterr. Goldrente. . 4*/5?o Oesterr. Silberrente 4 96 Unjrar. Goldrente . . 496 Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . •Wo 356 316% 356 3 W>n Reichsanleihe do. Konsuls . < do. . . Ressen . . . Oberhessen . Harpen er Bergwerk. . . 210.10 Laurahfitte .... —.— Elektriz. Lahmeyer Elektriz. Sclruckert Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . Türnenlose . Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt). W. Gr. Wir empfehlen Ihnen folgende Schriften : Kann der Haarausfall. Ursache. — Behandlung. 3. Ausl. 1905. Mk.—.75. Meyer M., Haarschwund, Glatze, ihre Verhütung und Behandlung. 3.—4. Aufl. 1906. Mk. 1.20. Scharff W., d. Haar-Therapeutik f. d. epidem. Volkskrankheit, Haarausfall, Kahlköpfigkeit,. 1905, Mk. 1.—; Eleven, Haarpflege, Haarkrankheiten, 5. AuflagL 1905, Mk. 1.50. " Dunkel ist der Rede Sinn. Wir lesen in dem „Darmst. Tagebl.^ folgendes mysteriöse Inserat: Eine gewisse Berson, die schneidert, den Kleiderstoff was links für rechts hält und verarbeitet, ist sehr zu empfehlen. h. Frankfurt a. M., 28. Off. Die Ermittelungen über die Unterschlagungen des Darmstädter Eisenbahnsekretärs Wendlandt, der mit seiner Familie im Frankfurter Stadt- wald freiwillig in den Tod gegangen ist, sind nach allen Richtungen hin zu Ende geführt. Die Höhe der Unterschla- Mrehlrehe Nachrtchtev. Evangelische Genteinde. Montag den 29. Oktober, abends 8 Uhr, Bibel st unde im Konfirmandeusaal der Lukasgemeinde. Text: 1. Petr. 3, 7 ff. Pfarrer Euler. nervorragena _ bewährt bei Darmkatarrh, . , Diarrhoe Brechdurchfall etc,. 4J-z0/0 russ.Staatsanl. 1905 4^0,n japan. Staatsanleihe 4 56 Conv. Türken von 1903 Tiirkenlose 456 6riech. Monopol-Anl. 456 äussere Argentinier . 3°/n Mexikaner - . . 4)6% Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss Buderus E. W . , . . Tendenz: fest. 42 000 Mark. Die in Betracht nun sämtlich das Geld zurück- die unlauteren Manipulationen Damit dürfte die Angelegenheit erledigt sein; denn es ist nicht nachzuweiscn, daß die Firmen von den Betrügereien und Fälschungen des Wendlandt Kenntnis hatten. [] Ma rburg, 28. Okt. Der langjährige Oberbürgermeister unserer Stadt, Geheimrat Schüler hat sein Amt niedergelegt.— Wie jetzt erst bekannt wird, soll eine am 22. Juni in Frankfurt aus dem Main gelandete Leiche eines jungen Mannes mit dem seit dem 18. Juni spurlos verschwundene Kaufmann Louis Prinz aus Borken in Holland, der hier in Stellung war, identisch sein. Die Feststellung erfolgte aus den Kleidern und der Uhr des jungen Mannes, für dessen Auffindcn 1000 Mk. Belohnung ausgesetzt waren. — Gestern nachmittag wurde au§ der Lahn die Leiche eines seit acht Tagen vermißten jungen Mannes, der leidend war, gelanget. — Gegenwärtig feiern zahlreiche ehemalige Angehörige des hiesigen JägerbataillonS, hauptsächlich Förster, hier ein frohes Wiedersehen. Gestern abend fand Kommers im Museum und heute Ausflug statt. (Darmst. Ztg.) d. Darmstadt, 28. Okt. Das hiesige Polizeiamt hat eine Dienstanweisung für Polizeibeamte zur Ausübung des Tierschutzes erlassen und damit den Schutz der Tiere zu allererst in Deutschland amtlich unterstützt. Universitäts-Nachrichten. — Wie wir erfahren, ist der Privatdozent für Strafrecht und Strafprozeßrecht Dr. jur. Paul Merkel in Marburg zum außer- tmter großen Opfern der Gemeinde statt. Die alte kleine Kirche auf dem alten Friedhöfe wurde nach dem Neubau niedergelegt, die alte Orgel ist noch vorhanden und befindet sich im Privatbesitz. Aus Anlaß des 40jährigen Jubiläums der Kirche spielte heute der Posaunenchor vor ihr mehrere Choräle. Die Erbauung der Kirche fand unter dem Pfarrer Kirchenrat Koch und dem Bürgermeister Weigel statt. n. Lang- Göns, 28. Okt. Mit Rücksicht darauf, daß unser erst vor sechs Jahren erbautes SchulhauS nur sehr eingeschränkte Lehrerwohnungen enthält, hat sich die Gemeinde entschlossen, die Wohnungen durch den Ausbau des zweiten Stockwerks zu vergrößern. Die Arbeiten sind bereits in Angriff genommen. [] Fronhausen, 28. Okt. Auf dem hiesigen Bahn- hofe wurde gestern ein junger verheirateter Mann namens Muth überfahren und getötet. AuS der Wetterau, 27. Okt. In der Nähe von 85.95 97.75 8615 97.20 Vermischtes. * Ein ePf11r. Zug d er Pennsplvauiabahn stürzte am Samstag durch eine offene Zugbrücke bei Plea- santvillc (New Zersetz). Eine große Anzahl Personen büßte bei diesem Unfall ihr Leben ein. Die Zahl der Umgekommenen schwankt zwischen 50 bis 80 Personen. * Kleine Tages chronik. Am Samstag drang auf der Zeche „Glückauf Tiefbau" bei Dortmund ein Arbeiter in das Bureau des Betriebsführers H ahne und s eh o ß Hahne nach kurzem Wortwechsel nieder. Der Täter ist flüchtig. — In Heerlen iRheinl.t belästigten in einem Restaurant drei angetrunkene Bergleute die Gäste und gaben mehrere R e - volverschüsse auf die Anwesenden ab. Ein Gendarm feuerte hierauf ebenfalls mehrere Schüsse ab, wodurch zwei unbeteiligte Personen sofort getötet worden. Ein anderer Gast erhielt Schußwunden im Gesicht, einer der Bergleute einen Revolverschuß ins Bein,, der Gendarm einen Schuß in den Arm. Mehrere andere Personen wurden leicht verletzt. Einer der Exzedenten wurde verhaftet. — In Berlin unternahm aus verschmähter Liebe der .Hausdiener Pierkatz auf seine Geliebte, das Dienstmädchen Berta Reichel, in der Wohnung der Dienstherrschaft einen Mordversuch. Das Mädchen schlug ihm aber den Revolver aus der Hand und nun zertrümmerte der junge Mann mehrere Möbel und Fensterscheiben. Pierkatz wurde verhaftet. — In der Nähe von Fürstenwalde wurde der Kutscher Haase von der SchEheiß-Brauerei von einem unbekannten Täter ermordet und beraubt. — Am 28. Okt. fuhr ein Automobil, welches mit drei Personen seiner Dame und zwei Herren) besetzt war, bei Klein-Glienicke unweit Potsdam gegen einen Baum. Der Wagen wurde teilweise demoliert. Ter Baum brach in der Mitte durch und fiel auf das Automobil. Alle drei Insassen wurden verletzt und mittels Wagen nach dem Krankenhause in Potsdam gebracht. Die Verletzten sind Schweden. — In Biserta sind drei Luken des^ verunglückten französ. Unterseebootes „Lutin" geöffnet worden. Die Leiche des Leutnants Fcfeul wurde in der vorderen Mteilung aufgefunden. Vier Mann der Besatzung befanden sich in der vorderen und fünf in der hinteren Abteilung. Die übrigen sollen ganz vorn liegen. Der Tod der Leute soll am 16. Oktober eingetreten sein. — Das Postamt Woseletz bei Pisek (Böhm.) wurde durch Einbrecher ausgeraubt, die Kasse erbrochen und zahlreiche Wertpapiere, Sparkassenbücher und Juwelen in hohem Werte gestohlen. — In der Buchdruckerei der Weltfirma Brockhaus zu Leipzig erfolgte eine heftige Explosion infolge Gasrohrbruchs, worauf ein großer Brand ausbrach. Der Schaden ist bedeutend. — Bei Qu er furt (Bez. Merseburg) auf der Wiesenmühle erschoß der Besitzer Herfurt einen Knecht mit seinem Jagdgewehr in der Nofwe>'' Der Küecht war von ihm entlassen worden und drang in sein.. Wut hierüber mit einem Messer auf Herfurt, ein. — Lemberger Blättermeldungen zufolge ist die galizische Postverwaltuna großen Unter- schleifcn auf die Spur gekommen. Der Schaden soll sich auf mehrere Millionen Mark belaufen. — Der Verteidiger der Frau Landesrat Rutthofer in Innsbruck, der Gattenmörderin, Tr. Ritter, erhielt wegen feiner im Lause des Prozesses gemachten Aeußerungen: da sieht man, wie Protokolle zustandekommen, von zwei Seiten Duellforderungen. Dr. Ritter lehnte ab. weil er die Aeußerung in Ausübung seines Berufes gemacht habe. — In Newtzork ist die Schauspielerin Margarete Nestie von einem Juwelenhändler in ihrem Hotel ermordet worden. Der Mörder bemächtigte sich der Schmnckgeaenstände im Werte von 50 000 Doll. — Die „Daily Mail" meldet aus Newtzork, daß der amerik Milliardär Josef Gifsord Selbstmord verübte. Er lud eine alte Kanone in feinem Garten mit, allen möglichen eisernen Gegenständen und Schieß- vulver. versah die Ladung mit einem selbsttätigen Zeitzünder, stellte sich mit dem Kops gerade vor die Defmung der Kanone und blieb stehen, bis die Ladung mit furchtbarer Gewalt los- ging und ihn zerschmetterte. Gifford war das Haupt einer alten bekannten Malsachusetter Famisie. — In Pankratz ^Böhmen) wurde die Tabak-Verkäuferin Liebig mit zwei ihrer Kinder ermordet. Die Täter raubten nicht mehr als 30 Kronen. T Kursberichte des Giessener Anzeigers» mitgeteilt von der Bank fttr Handel und Industrie, Giessen. Gerrchtssaal^ Wetzlar, 27. Okt. Im August d. I. waren über einen hiesigen Stadtverordneten und eine hiesige SchuhmacherS- enefrau Gerüchte verbreitet worden, durch welche diese beiden Personen sich in ihrer Ehre empfindlich gekränkt fühlen mußten, ^iese Gerüchte batten auch in einem Artikel der verflossenen soz. -dem. „M i11eld. Sonntagszt g." in Gießen Ausdruck gesunden. Die beiden Personen, gegen welche icne Ausstreuungen gerichtet waren, erhoben Klage und infolgedessen wßen heute 4 Personen aus Wetzlar, 2 Männer und 2 Iran en, wwie der Redakteur der genannten Zeitung auf ber Anklagebank. Die Verhandlungen ergaben, wie von vornherein festgestellt werden muß, die völlige Grundlosigkeit der von einem bis dahin unentdeckt gebliebenen Urheber ins Leben gesetzten Verleumdungen. Die angeklaoten hiesigen Verbreiter des Gerüchts erhielten je 24 bezw. 30 Mark Geldstrafe und die Küsten, während der an geklagte Redakteur Vetters zu 300 Mark Geldstrafe und ebenfalls zu den Kosten verurteilt wurde. (Wetzl. Anz.) . llc.) Frankfurt a. M . 28. Okt. Das hiesige Schöffengericht verurteilte die Milchhündterin Karoline Höck aus Klovpenheim in Oberhessen zu 30 Mark Geldstrafe, wegen Vergehen gegen § 10 des Nabrungsmittelgesetzes. Sie brachte Milch in den Handel, die mit 21,4 Prozent Wasser „überstreckt" war. ~ Vor der Strafkammer in Köln stand der frühere Schutzmann Hermann Otto Wickert unter der Anklage während feiner Dienstzeit ccks Beamter der Polizei, zugleich der Zuhälter einer Prostituierten gewesen zu sein und dieser Person 2110 Mark unterschlagen zu haben. Das Urteil lautete auf ein Jahr Gefängnis. Breslau, 27. Okt. In dem Prozeß um die ..abge - hauene Han d" des Arbeiter' Biewald erkannte heute die 5. Zivillammer des hiesigen Landgerichts die Ansprüche Bie - w a lds an die Stadtgemeinde für grundsätzlich berechtigt an. Einzelheiten der Entschädigung sind einer späteren Beschlußfassung Vorbehalten. Der Rechtsher, md Biewalds ist beauftragt, den Antrag auf vorläufige Gewährung einer Rente bis zum Ausganae des Prozesses schriftlich zu beantragen. Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: behauptet. ? Vom höheren Vogelsberg, 28. Okt. Ein neuer Erwerbszweig für die ärmere Bevölkerung bietet sich irr dem Einsammeln von Schlehen. Dieselben werden von Händlern mit 3—4 Pfg. pro Pfund aufgefnuft und nach Gngland zum Versand' gebracht, wo "sie bei der Sherrtz b er ei tun g Verwendung finden. Darmstadt, 27. Okt. Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk . 220.40 Hamburg-Amerik. Paketf. 156.00 Die Gräfin zu Lyn ar ist heute früh zum Besuch I. K. H. der Großherzogin (ihrer GrLgZttal-Drahtmel-nngen. Berlin, 29. Okt. Tie hiesige amerikanische Asio-i ciation of Commerze and Trade hat beschlossen, eine fyste^ matische Agitation für Abänderung der chiko!-, nöjeti Zollvorschriften, über deren Handhabung die deutschen Exporteure sich beschweren, zu beginnen. SiL will den amerikanischen Geschäftsleuten und vornehmlich; den Kongreßmitgliedern klar machen, daß dies unbedingt notwendig sei, um einen verderblichen Zollkrieg mit Deutschland zu verhüten. — Das 50 Kilometer« Match auf der Steglitzer Radrennbahn zwischen RobL und dem Jockey O'Connor wurde von Rvbl leicht gei Wonnen. O'Connor gab das Rennen nach der 38. Rund« auf. Während des Rennens wurde ihm seine Kabine ev< brochen und alle darin befindlichen Wertsachen gei stohlen. Breslau, 29. Okt. Der Verein für bergbauliche Jn^ tcreffen Niederschlesiens hat da? Eingehen aus Verhandlungen mit der Organisation der Bergarbeiter abgelehnt, weil diese als eine gesetzliche Vertretung der Belegschaften nicht anzn- sehen sei. Rom, 29. Okt. Großes Aufsehen erregt die Ver^ Haftung eines durch Lieferungen für die Marine bekannten Finanz manneS, welcher scharf gehaltene Artikel in Blättern unter dem Namen Argus veröffentlicht hat. In Mailand erwartet man die Verhaftung eines bekannten Bankiers. — Der KabinettSrat beschloß, von der Kammer 270 Millionen Lire für m ilitär ische Zwecke zu fordern. Happener Bergwerk. . . 210.20 Laurahfitte..... 246.50 Nordd. Lloyd 124.50 Oberschles. Eisen-Industrie 127.75 g. Bad-Nauheim, 28. Okt. Gestern abend fand im Saale des Saalburgrestaurants der durch den Bildungs- verein veranlaßte Vortrag des Redakteurs Passauer au? Homburg statt. Dr. Strecker begrüßte die Versammlung und dankte zunächst Passauer für die Führung am Sonntag vorher durch die Saalburg. Bei diesem Rundgang schilderte passauer die Bedeutung der einzelnen Teile des Kastells, welcher in feinem heutigen Vortrag die Ausführung über die Lage und Ausdehnung desselben, sowie ferner eine Schilderung des Lebens der Römer folgte. Der klar durchdachten markigen Rede folgten die gespannten Zuhörer mit großem Interesse. Gerade dieses Saalburgkastell hatte eine mächtige Ausdehnung. Die sogenannten Limesgräben führten dicht an unserer Grenze vorbei. So fand man in Friedberg noch Reste derselben. Sehr interessant war die Schilderung des Lebens der Römer, bei der auch ein Festtag der Römer vorgeführt wurde. Sehr humoristisch schilderte er, wie sehr die Römer auf ein lukullisches Mahl versessen waren und wie sie durch Genuß des aus Italien und Spanien bezogenen Weines allmählich in Stimmung kamen. Darauf schilderte er die Mithrasreligion, in der man sehr viele Anklänge an unsere christliche Religion findet. Die Aufnahme eines jungen Römers verlief sehr zeremoniell. Er mußte zunächst ein Gelübde ablegen und sich einer Prüfung unterziehen, ob er auch zur Aufnahme in den Mithrastempel würdig fei. Hatte er dieser Forderung Genüge geleistet, so wurde er an die Pforte des Tempels geleitet und ihm, nachdem er sieben starke Schläge an sie getan hatte, Einlaß gewährt und er damit unter die Reihe der Brüder aufgenommen. Den Schluß der Ausführungen bildete ein von Herrn Passauer verfaßtes Gedicht, das mit einem tragischen Schluß endete. Ein in den Mithrastempel aufgenommener MithraSjünger entpuppte sich als Christ und wurde zur Strafe dafür von seinem eigenen Vater getötet. Mit großem Applaus wurden die Ausführungen deS Redners ausgenommen, und der Vorsitzende ließ dann noch einige Dankesworte folgen. x Laubach, 28. Okt. Ein großer Trauerzug begleitete fjeute unfern im 80. Lebensjahre verstorbenen Alt- bürgerrneister auf feiner letzten Fahrt zum Friedhöfe. Daniel Ritter war am 27. Mai 1827 in Grünberg geboren nnb kam im 16. Lebensjahre als Gehilfe in die Schreibstube des damaligen hiesigen Rechners Zöckler. Bald wurde er in den Gemeinderat gewählt und gehörte zuletzt als Beigeordneter bis 1866 dieser Korporation an, bis er in diesem Jahre als Bürgermeister und 1875 wiederholt als solcher aus der Wahl heroorging. Während der 18 Jahre, die er der Gemeindeverwaltung Vorstand, war es ihm vergönnt, an der Seite des hochherzigen Grasen Friedrich zu Solms-Laubach namentlich als Mitbegründer des hiesigen Gymnasiums zum Segen unserer Stadt tätig zu sein. Für seine Verdienste, die er sich 1870/71 um die Pflege der verwundeten Soldaten erwarb, wurde ihm die Kriegsdenkmünze und das silberne Verdienstkreuz zuerkannt. Seine Tätigkeit als Mitglied des landwirtschaftlichen Vereins brachte ihm die Silbergedenkmünze des ProvinzialoereinS für Oberhessen ein. Welche reiche Arbeitskraft er entwickelte, zeigte er durch die Uebernahme von drei Rechnerstellen benachbarter Dorfgemeinden. Sein rechnerisches Talent fand auch durch die Wahl zum langjährigen Direktor der hiesigen Sparkasse Anerkennung. Erhebliches Interesse wandte er als Mitglied des Schul- und Kirchenvorstandes, wie der Dekanats- und hessischen Landessynode, den Schulen und der Kirche zu. Gebrechen des Alters nötigten ihn in den letzten Jahren zur Aufgabe feiner Aemter. Ein ehrenvolles Andenken bleibt dem tätigen Manu in unserer Gemeinde gesichert. k- Ruppertsburg, 27. Okt. Der vor einigen Tagen vom schwer beladenen Dickwurzwagen gestürzte und überfahrene fünfjährige Sohn des Landwirts Bücher ist an den schweren Schädeloerletzungen gestorben. Handel unö Verkehr, Volkswirtschaft. + Butzbach, 28. Okt. Tie Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank) hat hiev am 27. b§. Mts. eine Niederlassung errichtet und heute wurde hier eine Agentur der Mitteldeutschen Kreditbank eröffnet. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 29. Okt. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz/). Amtl. Notierungen der heutigen Diehmark tpreis e. Zum Verkäme standen: 429 Ochsen, 119 aus Oestreich, 78 Bullen, 0 au? Oesterreich, 0 aus Dänemark, 838 Kühe. Jersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 218 Kälber, 368 Schafe und Hammel, 00 Schafe ans Oesterreich, 0 Zieger«, 1565 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 85—88 Mk., 2. Qual 74—77 Mk., 3. Qual. 66—70Mk.; Bullen l.Qual. 75 bi? 77 Mk., 2. Qual. 70—71 Mk.; Kühe I. Qual. 78-80 Mk^ 2. Qual. 74—76 Mk., 3. Qual. 60-64 Mk, 4. Qual. 00—00 Mk., 5. QuaL 70—00Ml. Kälber: 1. Qual. 100—106 Pfg., Lebendgewicht 60—63 Pf., 2. Qual. 90—95 Pfg^ Lebendgewicht 54—57 Psg., 3. Qual. 00—00 Psg., Schlachtgewicht 73—75 Pfg., Schafe: 1. Qual. 80—82, 2. Qual. 00—00 Psg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. QuaL 76—00 Psg., Lebdgew. 59.50-00.00 Psg., 2. Qu.74-75Psg., Lebend- gew. 58.50—59 Psg., 3. Qual. 68—70 Psg. Lebendgew. 00 Psg. Geschäft bei Hornvieh gedrückt, Ueberftanb bedeutend, bei Kleinvieh gut, fein Ueberftanb. fc. Frankfurt a. M., 29. Okt. (Orig.-Telegr. de? „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutiaen Jruchtmarktpreise. Weizen Mk. 17.75—18.25, Kurhessischer Mk. 17.75—18.25, La Plata. Mk. 20.00—21.00, Kansas Mk. 19.25—20.25, Roggen (hiesiger) Mk. 16.75—17.00, berste (Wetterauer) Mk. 18.25—18.75, Jranken- selder Mk. 18.75—19.50, Hafer 17.00—18.00, MaisMk. 13.50—13.75, Weizenmehl 27.00—28.00, M. 00—00, 2. Qualität Mk. 25.00 bis Mk. 26.00, 3. Qualität Mk. 23.00—23.50, Roggenmehl 0 Mk. 25.00—25.50,1. Qualität Mk. 23.00—23.50, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Roggenkleie Mk. 11.00—11.25, Maiskeime Mk. 11.00 bis Mk. 11.50, Franken, Pfälzer, Ried M. 18.00—18.50. Alles per 100 Kg. ab hier. kc. Frankfurt a. M., 27. Okt. Aus dem gestrigen Rartoffel- markt wurde der Zentner mit 3.—3.15 Mk. bezahlt. ZpielplüK der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 30. Oktober, abends 7 Uhr t .Die Jüdin.* Schauspielhaus. Dienstag den 30. Oktober, abends 7 Uhr! „Das Blumenboot.* WMlVÄ Edelweiss Lelephou 487 Gcgr. 1808 ■ 6609 Stcinstraße 60. 07088) SteaclrwolILe MWLMMW -,V0 ß B”/to (Kerbel. 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Band II: wildhecken. vanülll.werttagrgestaltett Jcd.Band einzelnbrosch. Mk. 1.50, geb. Mk. 2.—. Komplett (8 Bände in einem Band) geb. Mk. 0.—♦ . Alles in allem dürfen wir getrost auSsprechcn, das; die obigen „Bilder" unter den Weii- erscheinungrn der belletristischen Literatur eine Eigenartigkeit, einen Zauber, eine Anziehungskraft bc- sitzru wie wenige; ja nur bc- hauptcn: so hat uuS seit langem kein Buch befriedigt, kein« erfreut, wir stellen cS den so beliebten Seidetfchen Schriften, feinem Lebrecht Hühnchen, an bic Seile. idW ' V , V. ....j bestimmt aus Freitag, den 23. November 1906, nachmittag» 4 Uhr. Der BergloichSvvrschlag ist zur (£infid)t der Beteiligten aus der Gerid)tSsä)reiberei des KonkurSgerichtS niedergelcgt. Hungen, den 24. Oktober 1906. Grohherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In dem Konkursverfahren über das Beruiögen des Sattlers Isaak Hirsch zu Hungen ist von diesem Ber- glcichSvorschlag dahin gemacht worden, au die nicht bevorrechtigten Gläubiger 30% ihrer angemeldetcn und demnächst sestzustettenden Forderungen in vier JahreSzielen, jedesmal am 1. Januar, bcginncud am 1. Januar 1907, zu zahlen. Termin zur Abstimmung über diesen Berglcichsvorschlag ist Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit unsere» innigstgeliebten Galten und VatcrS Peter Hmke sowie für die zahlreichen Blumenspenden und die trostreichen Worte de» Herrn Pfarrer 0. Schlosser, sagen wir hierdurch allen innigsten Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen Frau Karoline Minke geb. Schwalb nebst Kindern aller Art empfiehlt billigst 6163 August KröSB, Seltersweg 12 Buxbaum, Ph.: ver Moorbauer. Nonlan auS dem Oden- Wälder Volksleben. 8®. broschiert Mk. 2.40, elegant gebunden Mk. 8.— Der Verfasser giP in seinem Buche Bilder voll seiner Beod- achnmg aus einem Dorfe des OdenwaldeS. ES ist ein Stück bäuerlicher GlaübeuS- und Sittenlehre von herber Wirklichkeit und ergreifender Tragik. Die charaktervolle Figur des Lehrers Neinwald konnte nicht wahrhafligcr,' nicht naturgetreuer gezeichnet werden. Wir finden Stellen in biefem Roman, die zu dem Besten gehören, was ui der realistischen Dorsnovelle geschrieben wurde. Freunde einer guten, edlen, wahrhast erquickenden, anziehenden Lektüre werden diesen Roman sich gern Aii häufigerem Lesen zu eigen machen; er gehört in jede BolkSbibliolhck. 8. 1 Grundstück auf der Warte, 4. einige Grundstücke bei der Eisenbahnbrücke im Zug der ttlinikstroßc, (,. einige Grundstücke bei der Kläranlage in der Nähe der Margarrtenhutte. Für die beiden letztgenannten Grundstücke wird zur Düngung Schlamin von der Kläranlage kostenlos zur Bersügung gestellt. Die Zusammenkunft ist nachnnttaa» 3 Uhr an der Kreuzung der Bergstraße mit dem Schificuberger Weg bezw. um 4 Uhr an der Brücke im Zug der Klinitstraßr. D1T/ Gießen, den 27. Oktober 1906. " /io GrvßherzogUu-e yviuuermciflcrei Gießen. Mecum. Alrheitsvergebung. Die nachstehenden Arbeiten zur Erbauung einer höheren und erweiterten lllkädchcnfchule sollen Montag, den 5. November VS. I. vorm. 10 Uhr beste und feinste Scliuhpulzmittel Gefchästs-Empfchlungen 11U|.tl bitugit vrilbl'iche UnlDcrjitäts-Pruderei, Eictzcn. (iies$«tr Merci« (E. V.) Montag, den 29. Oktober 1906 || abends 87a Uhr pünktlich || im Hotel „Grossherzog von Hessen“ Heneral-Iersammtung. TageS-Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. Steinigung m Hms- nni> ScklirW jeder Art unter guter Schommg. Spezialität: Reinigung feiner Herren- und Damenwäsche. Pj-etufte Referenzen._________________6571 (Marke M. & K.) in allen Farben und Qualitäten zu billigsten Preisen. 6956 KW.- ^.ockwolle -ME J. H. Fuhr, Esiiiieiistlche 25. NB. Stricken boit Strümpfen, Nöcken re. bitttast. Auch stehen Muftcrröcke zum Abstrtcken gratis zur Aerfügung. sammlung nicht zu erscheinen. (LS wird folgendes erinnert: BesreiungSgesuche sind btü spätestens 8 Tage vor dein Npell dilrch den Vezirkoseldivebel des HaiiptmeldearnlS einzureicheii uiib uiü feu durch die Bürgermeisterei, beziv. bei Beninlen dur-cl) bic vorgcscftte Behörde beglaubigt sein. Aerüc fichligung kann nur in den dringend!len Fällen slaltsinden. Jeder Koulrollpslichlige ersieht die Jahresklasse, zu der er gehört, aus dein Deckel seines Mililärpassev. Die Mllilärpässe mit eingeklebter roter llriegSbeorderung, beziv. Paftnotiz und Führungszeugnis sind rnitzubringen. Dio Leute baden in bürgerlicher Kleidmig zu erscheinen, Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher wegzulegen. Sämtliche Mannschaften flehen ivährend des ganzen Kontroll- taae» bis einfchlieftlich Mitternacht unter dem wiilttärgesetf. Demgemäß ,verteil auch Unpünktlichkeit und Bersärnnnis der Herr Reichstagsabgeordneter F. Baab-Mamburg spricht Dienötag, den 30. Oktober, abends 91/* Uhr im Hotel trinhorn über: „Vie Finanzreforin und die neuen Reichen steuern“ Prima Kognak | Spezialmarte, garantiert franz. Verschnitt, ärztlich empfohlen, per Literflasche 2 Mk., ist der vreis- werleste und beliebt ivegen seines vorzüglichen Geschmackes. Ferner gelten meine französischenKognaks unter Originalvcrschluft als die besten, welche der stärkt bringt. E. Dort, Walltorstrafte 45. Bekanntmachung. (HerbstkontroU-Bersammlnna) LS haben au» der Stadt Gießen ans dem Hose der Zenghanokaserne am Landgraf Philipp-Plah zn erscheinen: 1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beainte der Reserve. [Kleiner V Mannschaften der Reserve, sowie die zur Disposition der Truppenteile und Grsahbehörden Gntlaffenen aller Waffen. B. Diejenigen der Landwehr I. vlusgevotL angehörigen Ntann- schaften, ivelchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum lLrfcheinen bei der Herbstkonlrollverfammlung zugeht und zwar: 7. November, 9 Uhr Vormittags, die Jahrgänge 1899, 1900, 1901, der Infanterie, sowie die oben unter 9tr. 1 aufgeführten aller Jahrgänge und Waffen (her Reserve) (Offiziere pp.) 7. November, 2 Uhr Nachmittag», die Jahrgänge 1902 und 1903, der Infanterie. 8. November, 9 Uhr Vormittag», die Jahrgänge 1904, 1005 und 1006 der Infanterie. 8. November, 2 Uhr Nachmittags, sämtliche Jahrgänge der Reserve der Garde, Provinzial-Jäger, Kavallerie, Feldartillerie, Fußarlillerie, Pioniere und Verkehrstruppen. 9. November, 81/, Vormittags sämtliche Jahrgänge der Reserve de» TramS, Sanitätspersonals, Velerinärperfonalv, sonstige Mann- fchaslen und Marine, sowie die zur Disposition der Truppenteile und Grsagbehörden entlassenen Mannschaften aller Wassen und die oben unter Nr. 8 Dlufgeführten. Landwehr I. Aufgebots, denen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Konlroll- vcrsammlung zugehl. Die Lrsatz-Reserbisieu haben bei der Herbstkontrollber- Globin ist'-..... ee^das öffentlid) vergeben werden. 1. «tnsiretcherarbeiten (4 Lose). 2. Licsern und rNnsklevcu von Ltncrusia. Arbcußbrschrribuna und Bediugungcu liegen während der Dienst- stunden bei unS zur Einsicht osten. Angebote ans Vordruck, der daselbst erhältlich, sind biß zum genannten Zeitpunkt au miß einzureichen. — Zn- schlagSsrist 14 Tage. Gießen, 26. Oktober 1906. Städtis cheS Ho chbauamt Friedrich Wörner Strafte 12 l Krautsässee L. Kohlermar»», Blcichstr. 12. Bücklinge frisch eingetroffen [0801T L. Kalkhof KacbL Kontrollversarnniliing bestraft. Gießen, bcn 29. Oktober 1000. B"0/10 Großherzog liche Biirgermeisteret Gießen. SÄ ecu m. Statt Jeder besonderen Anzeige. yreiinden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mitteiliing, daß eS Gott gefallen bat, meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schivester und Tante Elisabeth Schreiner* geb. Opper nach längerem, schweren Leiden in ein bestcreS Jenseits abzurnfen. Ilm stille Teilnahme bitten im Namen der trauernden Familie Philipp Schreiner u. RCmdcr Gießen (Walltorstr. 78), 27. Oktober 1900. 0506 Die Beerdigung findet Dienstag, den BO. Oktober, der Kapelle des neuen FriedhosS miß statt. nachm. »71 von Das Beste Ist dna Bllllffstei Phönix - Strickwolle Reinwollen, dauerhaft, tlchtfarblg. „Phönix-Wolle“ ^l»rliparicitfTCff.lRinB