Nr. 133 Zweites Blatt IS«.Jahrgang Erscheint »gNH mtt Ausnahme deS Sonntag«. d Die »Siehe«« ZamMrnblStter» werden dem i fiZSXBxITI ÖZ 9 O S0 X .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Wr W RL - 91 ® ffl 8k B Q S M Sä H Hk -hessisch« 5iffsverkehr auf dem Schwarzen Meer ist lahmgelegt. — In Riga wurde der öster- reichyche Staatsbürger Gustav von Schuttenbach in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. Eine strenge Untersuchung ist eingeleitet. Zahlreiche deutsche Pastoren Kurlands erhielten Drohbriefe, man werde alle Landpastoren erschießen. Der Pastor Grüne wurde von Revolutionären ermordet, Pastor Seeberg in Doblen verwundet. — In Petersburg kam cs vor dem Hause eines patriotischen Vereins, auf dem cnglisck>en Prospekt, wo schon seit einigen Tagen llcinere Reibereien stattsandcn, zu einem blutigen Zusammenstoß, wobei 6 Arbeiter erschossen wurden. Die Straße wurde sofort abgesperrt. Wie jetzt bekannt gegeben wird, sind in 36 'Kreisen von 24 Gouvernements etwa 25 Millionen der Bevölkerung durch die letzte Mißernte betroffen: jetzt sind in diesen Gegenden! Hunger, Skorbut und Typhus ausgebrochcn. in vielen -Ortschaften wurden int Frühjahr die Felder überhaupt nicht bestellt: alles schreit nach Brot. Das Stroh von den Dächern wird zu Viehfutter verwandt, das Vieh krepiert in Massen. Eine große Agrarbewegung ist bereits in den Gouvernements Charkow und Poltawa im Gange. Die auf den Gütern patrouillierenden berittenen Landschaftspolizistcn werden von den Bauern mit dem Tode bedroht: infolgedessen! reichen sie ihren Abschied ein. Die Gutsbesitzer sind schutzlos. Der c hcmaligc Ober pro kurator des heiligen Synod P o b - jedonnoszew erhielt von Revolutionären die Verständigung, daß er von ihnen zum Tode verurteilt worden sei. Infolgedessen wird die Wohnung Pobjedonnoszews von der Polizei aufs schärfste bewacht. Aus Stafct uud Land. Gießen, den 28. Mai 1906. • • Der Landesausschuß der freisinnigen Partei für das Großherzogtum Hessen faßte bei seiner Tagung am Sonntag in Frankfurt a. M. folgende R e s o l u t i o n: Der Landesausschuß des freisinnigen Landesvereins für daS Großherzogtum Hesien erblickt in d e m Z u s a m m e n s ch l u ß aller e n t s ch i e d e n L i b e r a 1 e n die einzige Möglichkeit zur wirksamen Bekämpfung der wachsenden Reaktion und zur Stärkung d e s L i b e r a l i s m u s. Ticse.E i n i g u n g darf jedoch niemals unter Preisgabe liberaler Grundsätze erfolgen. Die Unterstützung von Kandidaten anderer Parteien wird darum lediglich nach deren Stellungnahme zu einer ernsthaft liberalen Politik zu beurteilen sein. Aus diesem Gesichtspunkt heraus billigt der Landesausschuß die von dem Wahlausschuß der vereinigten Liberalen bei der Dar nist ä d t e r R e i ch s t a g s w a h l eingenommene Haltung und die von ihm ausgegebene S t i ch w a h l p a r o l e. * * In Audienz empfangen wurde am Samstag von S. K. H. dem Groß Herzog u. a. der Rektor der Schillerschule in Friedberg Balser. * * D i e Dien st bezirke der Großh. Amtsanwälte in Oberhessen sind vom 1. Juli ab wie folgt verteilt: Zum Bezirke des Amtsanwalts gehören die Amtsgerichtsbezirke: in Alsfeld: Alsfeld, Grünberg, Homberg, Laubach;in Büdingen: Allenstadt, Büdingen, Nidda, Ortenberg, Schotten; in Friedberg: Bad Nauheim, Friedberg, Vilbel; in Gießen: Butzbach, Gießen, Hungen Lich; in Lauterbach: Herbstein, Lauterbach, Schlitz, Ulrichstein. ** Herman Schiller-Ehrung. Sonntag vormittag um 11 Uhr fand in der Aula des hiesigen Gymnasiums die Enthüllung der Gedächtnistafel für Herman Schiller statt. Profcsior Kornemann aus Tübingen, bekanntlich ein früherer Schüler und Mitarbeiter Schillers und Verfasser des schönen und gehaltvollen Nachrufs des „Gieß. Anz.^ kurz nach dem Tode des hervorragenden Pädagogen, dankte im Namen des Ausschusses für eine Schillerehrung dem Großh. Ministerium und der Direktion des Gymnasiums für das Entgegenkommen, das sie den Wünschen des Ausschusses gegenüber bewiesen hatten; er nahm sodann die Enthüllung vor und übergab das Denkmal dem jetzigen Leiter der Anstalt. Geheimerat Schädel feierte die Verdienste seines Vorgängers um das hiesige Gymnasium. Professor Messer hielt sodann eine Gedächtnisrede auf Schiller, in der er ein Bild seiner Persönlichkeit und seines Wirkens entwarf. — Die Gedächtnistafel selbst, ein Relief aus weißem Marmor, von dem Leipziger Künstler Lehnert ausgeführt, wurde allseitig als ein vorzüglich gelungenes Kunstwerk anerkannt. * * Verband hessischer historischer .Vereine. Vertreter von 10 hessischen GeschichtSvereinen gründeten am Samstag in Frankfurt einen Verband der Ge- schichts- und Altertumsvereine iin Großherzogtum Hessen. Mit der Leitung der Verbandsgeschäfte wurde der Darmstädter Verein beauftragt. * * Besitzwechsel. Bauunternehmer Aug. Sch epp e l- inann verkaufte sein Hans Noon st raße 30 an W. U brich zum Preise von 28 700 Mk. b. Friedberg, 28. Mai. Bei der Reparatur des Hauses Kaiserstraße 30 wurden für Altertumskenner sehr wertvolle Sachen gefunden, und zwar eine Flinte mit Goldeinlage am ganzen Lauf, sowie eine Jagdbildeinlage von Silber am Schloß, eine Donnerbüchse zum Auflegen mit Bock dazu, wie sie zur Zeit der Erfindung dcS Schießpulvers gebraucht wurden, und vier B lu me n - M o d e ll e au? den Jahren 1574 und 1640, die für Marzipangebäcke gebraucht wurden. Weiter wurden zwei sehr gut erhaltene urnenförmige Spörne rtrüge gefunden. Sämtliche Gegenstände befinden sich im Besitz des Uhrmachers Louis Burk hier. — Hungen, 27. Mai. Die Hauptversammlung des Oberhessischen Ob st bau Vereins tagte heute im Saale zum „Solmser Hoft unter dem Vorsitz des Reichs- tagsabg. Grafen Oriola von Büdesheim. Ans allen Teilen Oberhessens waren die Obstbaumzüchter äußerst zahlreich erschienen. Als Vertreter der Regierung war Landesökonomie- rat Müller anwesend, der deutsche Pomologenverein hatte seinen Vorsitzenden Lorges-Eisenach entsandt. Die Tagesordnung war von größter Wichtigkeit, namentlich waren es die beiden Referate, die das Interesse der Versammlung sehr in Anspruch nahmen und lebhaften Beifall ernteten: 1. „Die Bedeutung des Waffers für das Leben deS Obstbaumes" von Dr. Hofmann-Friedberg und 2. „Der Obstbau nach der Feldbereinigung" von Obstbautechniker Wiesner-Friedberg. Näherer Bericht folgt. vermischtes. • Paris, 26. Mai. Das „Journal Ofsiciell" veröffentlicht die Vorschriften für den Ausschuß zur Hilfeleistung für die durch die Katastrophe von Courriöres betroffenen Familien. Die eingegangenen Beträge übersteigen sechs Millionen Franks. Die Unterstützung wird den Betroffenen in Form von unübertragbaren Sparkaffenbüchern mit spätem Auszahlungstermin überreicht. Minderjährige können den Betrag erst bei erreichter Volljährigkeit oder Verheiratung erheben. * Königsberg i. Pr., 27. Mai. Aus Anlaß der Verhaftung eines Arbeiters, die gestern abend auf dem Sackheim vorgenommen wurde, entstand ein Tumult. Es wurde der Verftrch gemacht, den Verhafteten zu befreien. Allmählich sammelte sich eine etwa tausendköpsige Menge art, die johlte und pfiff. Die Schutzleute, welche Verstärkung requiriert hatten, wurden vom Pöbel mit Flaschen und anderen Gegenständen beworf en; mehrere Schutzleute erlitten leichte Verletzungen. Die Schutzleute zogen blank und verhafteten etwa 14 Personen zum Zwecke der Feststellung ihrer Namen; zwei Personen wurden in Hast behalten. Gegen 10 Uhr zerstreute sich die Menge. * Ein teures Pferd. Der „Newyork Herold• berichtet, daß der argentinische Pferdezüchter Luro die Stute „Jardy" zum Preise von 750000 Frcs. dem französischen Pferdezüchter Blanc abgekauft hat. * Kleine Tageschronik. In Magdeburg machte der Kaufmannslehrling Haase einen Mordversuch auf die Kaufmannsfrau Wiggerk. Er feuerte einen Nevolverschuß auf die Frau ab, der diese schwer im Genick verletzte. Das Motiv der Tat ist unbekannt. Der Vater des Lehrlings hatte schon vor einigen Tagen gedroht, einen Mordversuch gegen den Kaufmann zu unter- nehmen, der zufällig verreist ist. — In Neumünster wurden die Arbeitereheleute Silberbach in ihrer Wohnung vergiftet aufgefunben. Tie Frau war bereits seit Stunden tot, der Mann nab noch schwache Lebenszeichen von sich. Der Beweggrund zur Tat ist unbekannt. — Dem Probst Freiherrn von L i l i c n c r o n in Schleswig ist die große goldene Medaille für Wissenschaft verliehen worden. — Der Bergmann Janetzko aus Bielschowitz (Ober- schlesienl wurde am Ameisenberg bei Antonienhütte tot aufgefunden. Von unbefannten Tätern war ihm ein Messerstich ins Herz beigebracht worden, bann wurde er an einen Baum geknüpft. — Eine G e w i tt e r f a t a st ro p h e, bei ber eine Person vom Blitz erschlagen würbe, währenb drei andere ernste Verletzungen erlitten, ereignete sich in ber Kolonie Müggelheim bei Friebrichshagen (Mark). — Bei Riesensbeck im Harz geriet ein Automobil in Bran b. Zweien der Insassen gelang es abzuspringen, währenb zwei andere mit dem Automobil in einen Straßei,graben geschleudert und schwer verletzt wurden. — Das Schloßgut des früheren braunschweigischen Gesändken Freiherrn von C r a m m - B u r g s d o r ff wurde in der Siibhastation von seinem Sohn erstanden. Das Gut ist mit einer Familienhyvothek voU 131 400 Mark belastet. — Die Gattin des am 15. b. Alls, ermordeten Privatiers Schneider aus Bilin (Böhinen) hat geftanben, ihren künftigen Schwiegersohn Gabelt gehangen zu haben, um ihren Ehemann meuchlings zu ermorden. Sie hatte Göbelt für die Mordtat 4000 Kronen versprochen. Das Morderpaar ist in das Gefängnis zu Brüx eingeliefert worben. Industrie und Bahnen im Vogelsberg. Wir erhielten folgende Zuschrift: # Mücke (Oberh.), 23. Mai. Ersuche Höst, um gell, alsbaldige Erwiderung des Nachstchendeir auf die versuchte Richtigstellung bezugl. des in ber am heutigen erschienenen Auflage Ihrer geschätzten Zeitung enthaltenen Artikels Jnbustrie unb Bahnen im Vogelsberg. Kurz sachlich erwähne ich: Wenn der Herr Centgegner meine? Artikel? einige Ruhe bei ber Kenntnisnahme meiner Ausführungen bewahrt hätte, so hätte er zu einem anberen Resultat gelangen müssen. Es war au§ meinem Artikel absolut nichts anberes heraus- zunehmen als Begrünbungsmaterial für einen von staatswegen aus- zilführenbeii Bahnbau nach Ulrichstein. Einige Zahlenangaben mären zur richtigen Beurteilung der Sache erforderlich unb war hiermit nicht im geringsten ein Angriff auf bic bestehenbe Eisensteinindustrie verbunden, im Gegenteil, erfreuliche Fortschritte im Vogelsberg sollten den besagten Bahnbau fördern Helfern Von anderer Seite ist dies auch so aufgefaßt worden, unb ich war bereits am Tage bc§ Erscheinens erwähnter Entgegnung gebeten worben, meine Ausführungen bezügl. Eisenerze näher zu betaittieren, was am selben Tage auch geschehen wäre. Nunmehr fühle ich mich einstweilen nur veranlaßt, meinen Artikel insoweit zu berichtigen, baß, wie mir mitgeteilt würbe, ganz bebeuteube Staatssteuern von den Gewerkschaften gezahlt werben; Kommunalsteuern waren ja bureb die für die Betriebe erforderlichen Grunbbesitz- ergreifungen selbstverständlich. Meine Bezeichnung Produktions- kosten hätte vielleicht besser Förberungskosten gelautet, ber verdeutschte Ausdruck wäre vielleicht, im richtigen Sinne zu verstehen^ leichter gesallen. Mit koiistanteni Nachdruck silcht nun der Herr Entgegner meine Angaben zu terbeuteln. Wo habe ich denn etwas von 25 Meter Tecfgebirgc-Ueberlaaerung ober von 25 Meter Breite in meinem Artikel erwähnt? Ich habe wörtlich gesagt: , „Bei einer Siefen» ausbehnuiig bes Lagers oon 25 Meter unb einer Mächtigkeit bis zu 15 Meter", das zu verstehen, fällt doch wahrhaftig selbst bent Laien nicht schwer. Ferner statt Vrobilktions-Kosten setzt der Herr Entgegner die Bezeichnilirg Uiikosten ein, ja hier liegt ge- rabe ber Knalleffekt bezüglich meiner Bahnabsichten; hätte z. B. der Herr (Sntgegncr die Bahn bei seinem Betriebe in Groß-Eichen, so hätte er in der Hauptsache nur noch Produktions - Kosten, aber feine Unkosten durch Landtransport, Umladung auf der Station u. f. w. (Produktion f. lateinische Anfangsstufen rpro~ ducere“). Einige andere Bemerkungen und Vorschläge des GegenartikelS übergebe ich mit Kühle, nur dürfte es mit den Milliönchen doch nicht so ohne sein, was ich aus mir von einem Fachmann gemachten Stenerangabeii entnehme, die darauf schließen lassen, daß keine Milliöiichen herein-, sondern doch hinauswandern. Immerhin ist es entfcbicbcn dankenswert anzuerkennen, baß es Leute gegeben hat, bie die Sache hier im Vogelsberg auf ben Schwung brachten. Der Herr Entgegner wirft mir inbeß anbauemb in seinen Auslassungen Unkenntnis ber Sachlage, technische Unkenntnis u. s. ro. vor; ja fürs erste: ist beim vom kaufmännischen Stanbpunkte aus ber Herr Entgegner nicht selbst zu seiner Orientierung auf bie Presse ?c. angewiesen gerade so gut wie ich, ober ist ber Herr Entgegner etwa Autor ober biftiert er selbst bie Marktlage? und fürs zweite möchte ich ihm bemerken, baß meine geologischen Kenntnisse nicht allein nur seiner Eisensteine unb Eisensteingruben, sonbern aller uorfommenber Erzlagerungen unb Mineralien bie seinigen entschieben übertreffen. Ich bemerke nochmals: meine Sache galt ber Bahn Mücke- Ulrichstein, aber nicht etwa ließ mich meine angeborene Kourtoisie gewisse Sonderinteresien kritisieren, die ich noch länger breitzutreten feine Zeit habe. Dem Herrn Entgegner empfehle ich zum Schluß, bezüglich des für 50 000 Mf. angebotenen Objektes vielleicht Gießener Maklern näherzutreten. ____________Sandmann, Chemiker. Spielpkan des Großherzoglichen Kurtheaters Bad-Nauheim. Direktion Hermann S t e i n g o e t t e r. Montag den 28. Mai: Gastspiel des Herrn William Büller aus Leipzig: „Der Herr Senator." Lustspiel in 3 Aufzügen von Schönthan und Kabelburg. Mittwoch ben 30. Mai: „Großstadt lüft." Schwank in 4 Akten von Blumenthal unb Kabelburg. Freitag ben 1. Juni: „Der Schwur der Treue." Lustspiel in drei Akten von Blumenthal. Samstag den 2. Juni: Gastspiel von Elsa Laura Freifrau v. Wolzogen: Volkslieder, gehmgen zur Laute von Elsa Laura v. Wolzogen. Dazu: .Der bengalische Tiger/ Burleske in 1 Akt von Brisebarre. Mniverfitäts*2tad?rid)ten. — Tot a.-o. Professor für Sanskrit und vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität M ü n st c r i. W., Dr. Strei t- b e r g, ist zum ordentlichen Professor dort ernannt worden. Er war seit Ostern 1899 in Munster i. W. an Stelle von Professor Tr. Bartholom ae (jetzt in Gießens. Sport. O Fußball. Am Sonutag batte der Gießener Fußballklub von 1900 die I. Mannschaft des Offenbacher F. E. Kickers als Gast. Gießen siegte überlegen mit 6:1 Goals. Gleich von Anfang an beherrschte die beimische Mannschaft die Situation vollständig rind bebielt auch diese Stellung im ganzen Sviel bei. Durch den anhaltenden Regen war das Spielfeld etwas schlüpststg geworden und wurde dadurch das Spiel etwas beeinträchtigt. Tas Spiel selbst nahin einen sehr ruhigen und fairen Verlauf. Halbzeit 3 :1 Tore. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 29. Mai 1906: Wieder Aufheiterung, am Tage etwas wärmer. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Märkte. fc» Frankfurt a. Ni., 28. Mai. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz. ) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpre ise. Weizen Mk. 19.25—00.00, Kurhessischer Mk. 19.25—00.00, La Plata Mk. 19.50—20.50, Kansas Mk. 19.25—20.25, Roggen (hiesiger) Mk. 17.25 —17.50, Gerste (Wetteranerl Mk. 17.25—17.75, Franken- selber Mk. 17.75—18.25, Hafer 17.00—18.25, MaisMk. 12.25—13.50, Weizenmehl 27.50—28.00, M. 00—00, 2. Qualität Mk. 25.00 bis Mk. 26.00, 3. Qualität Mk. 23.00—23.50, Roggenmehl 0 Mk. 25.00-26.25,1. Qualität Mk. 23.00—24.25, Weizenklcie Mk. 10.00 bi« Mk. 10.50, Roggenkleie Mk. 11.00—11.50, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.25, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17.25—18.25. Alles per 100 Kg. ab hier. fr. Frankfurt a. M., 28. Mai. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz/). Amtl. Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 513 Ochsen, 123 aus Oestreich, 67 Bullen, 7 aus Oesterreich, 3 aus Dänemark, 960 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 13 aus Dänemark, 514 Kälber, 314 Schafe und Hammel, 1424 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schallämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 78—82 Mk„ 2. Qual 70—74 Mk., 3. Qual. 65—68Mk.: Bullen l.Qnal. 69 bis 70 Mk., 2. Qual. 66—68 Mk.; Kühe 1. Qual. 74—76 Mk., 2.Qual. 69—71 Mk., 3. Qual. 49-51 Mk, 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber: 1. Qual. 96—100Mg., Lebendgewicht 57—60 Pf., 2. Qual. 92—93 Pfg., Lebendgewicht 55—58 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 70—75 Psg., Schafe: l.Qual. 78—80, 2. Qual. 00—00 Psg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 68—00 Pfg., Lebdgew. 53.50—00.00 Pfg., 2. Qu.67-00 Psg., Lebend- gew. 52.50—00 Psg., 3. Qual. 58—62 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh flott, bei Kleinvieh flott, kein Ueberstand. Mriginal-Drahtmeldungen. ke. Königstein i.T., 28. Mai. Die Großherzogin- Witwe von Luxemburg trifft am 9. Juli mit ihren vier Enkelinnen hier zum Kurgebrauch ein. . Berlin, 28. Mai. Nachdem der Reichstag das selbständige Reichskvlonialamt. abgclcbnt hat, wird seitens der Regierung oder einer der Mehrheilsvarteien herrte eine Vorlage eingebracht wer- den, die ein selbständiges Ilu terst a a 1 sse kr e t a ri a t für die Kolonien empfiehlt. An der Loslösung der Kolonialangelegenheiten vom Lluswärtigen 26mt wird in der Vorlage fest- gehalten. lieber Einzelheiten meldet der ,,Lol.-Anz ": Aus der besonderen, mit einer gewissen Selbständigkeit verbundenen Stellung des neuen llntcrstaatsse^retärs für die Kolonien dürfte sich eine höhere Dotation des Postens im Vergleich zu anderen Untev- staatssekrctariatsstellungcn ron selbst ergeben. Ob man 5- odeL 10 000 Mk. mehr fordern wird, dürfte erst nach der heutigen Vorbesprechung mit den Parteifülwern zu übersehen sein. Ebenso wird während dieser Unterhaltung fcstgclcgt werden, ob man dem neuen Ehef der Kolonien einen oder zwei Direktoren unterstellt. Es entsteht die Frage, ob Prinz Holxmlohe sich entschließen wird, die Stelle eines llnterstaatSsekrctärs anzunehmen. In beit leitenden Kreisen vertraut man darauf, daß er das Opfer aus sachlichen Gründen auf sich nehmen wird. Magdeburg, 28. Mai. Der Kellner Möbius brachte nach einer erregten Eifersuchtsszene auf der Straße seiner Frau einige lebensgefährliche Stiche bei. Er wurde verhaftet. Die Frau starb nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Breslau, 28. Mai. Der zu einer Uebung eingczogene Rittergutsbesitzer, Hauptmann Rabbe, stürzte auf dem LauncrSdorfer Truppenübungsplätze vom Pferde und wurde durch einen Hufschlag des Pferdes am Kopfe getroffen, so daß die Schädeldeckc zerschmettert wurde. Ec starb. fc. Mannheim, 28. Mai. Bei den Aufschüttarbciten an der Kaserne stießen heute morgen 8 Uhr 2 Lokomotiven der Feldbahn zusammen und den Damm hinunter. Der Heizer der einen Maschine wurde getötet und der ledige Lokomotivführer Pluhauß ist schwer verbrannt. Wien, 28. Mai. Nach einer Audienz beim Kaiser, bestätigte Wekerle, daß zwischen den beiden Regierungen eine völlige Einigung über die Konfliktsfrage erzielt wurde. Einzelheiten des Abkommens werde Wekerle am Dienstag im ungarischen Abgeordnetenhause mitteilen. So viel wolle er seht schon sagen, daß der Ausgleich zwischen Oestreich nnd Ungarn in Zukunft nur auf der Grundlage eines Handelsvertrages abgeschlossen werden wird und daß die Verhandlungen zur Erzielung eines Ausgleiches auf dieser Basis bereits eingeleitct sind. Triest, 28. Mai. Der Ingenieur Grandi siihr mit seiner Familie im Automobil spazieren, wobei das Automobil mit einem Fuhrwerk zusammenstieß. Zwei Insassen dcS Automobils wurden herauSgeschleudert, der 8jährige Sohn des Ingenieurs getötet, zwei Personen wurden lebensgefährlich, zwei leichter verletzt. Sewastopol, 27. Mai. Bei einer Truppenschau, die heute aus Anlaß deS Jahrestages der Krönung deS Kaisers und der Kaiserin abgehalten ronrbc, wurden mehrere Bomben geschleudert. Drei Personen wurden getötet und sehr viele verwundet. Zwei von den Bombcnwerfern wurden verhaftet. Telefonische des Giessener Anzeigers, mitg' und Industi Frnnkfarter Bi 3J4°/o Beicbsanleiho . . 100.15 3% do. . . 88.05 32°/. Konsols .... 100.05 3% do 88 15 3^7. Hessen 99.10 3)4°/. Oherhessen . . . —.— 49. Oesterr. Goldrente. . 100.75 4*/s ?n Oesterr. Silbenente 100.70 4 26 Uncar. Goldrente . . 96.40 4% Italien. Rente . . . 105.70 3% Portugiesen Serie I . 69.40 39o Portugiesen „ III 70.40 4%7o russ. Staatsanl. 1905 90.90 4%°ln japan. Staatsanleihe 95.00 4% Conv. Türken von 1903 94.80 Tiirkenlose 145.60 4% Griech. Monopol-Anl. . 54.00 ■i% äussere Argentinier . — — 37g Mexikaner .... 69.00 4)$7o Chinesen .... 97.85 Aktien: Bochum Guss . . . . . 253.00 Buderus E. W . ... —.— Tendenz: schwach. Berliner Börse, Canada E. B 159.25 Darmstädter Bank . . . 142.20 Deutsche Bank .... 237.40 Dortmunder-Union C. . . 87.70 Dresdner Bank .... 160.10 Tendenz: schwach. Kursberichte teilt von der Bank für Handel ie, Glessen. rse, 28. Mai, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 153.50 Elektriz. Schuckert . . . 134.50 Eschweiler Bergwerk . 265.10 Gelsenkirchen Bergwerk . 225.00 Hamburg - Amerik. Paketf. 162.40 Harpener Bergwerk. . . 218 00 Laurahütte 243.50 Nordd. Lloyd . ... 128.10 Obeischics. Eisen-Industrie 131.25 Berliner Handelsges . . 172.50 Darmstädter Bank . . .142.10 Deutsche Bank . . 238 00 Deutsch-Asiat. Bank . . 184.00 Diskonto-Kommandit. . . 185.9 > Dresdner Bank . . . 160.20 Kreditaktien 211.80 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 107.70 Gotthardbahn 197.00 Lombard. Eisenbahn . . 24.50 Oesterr. Staatsbahn . . . 145.10 Prince-Henri-Eisenbahn . 152.00 !8 Mai. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 217.90 Laurahütte .... 248J0 Lombarden E. B. . 24.80 Nordd. Lloyd .... 128.00 Türkenlose . .... 146.70 Couverts mit Firma billigst SrüüIMe Universitäts-Druckerei. Sieken. BeksrnritmachrmH, die Erhebung der Kurtaxe und der Badegelder in Bad-Nauheim betreffend. Es ist die Anordnung getroffen worden, daß die Abgabe von Bädern in den Badehäusern zu Bad-Nauheim an die Ortsansässigen zu Bad« 'Nauheim und Einwohner der benachbarten Städte nnd Orte, welche in Bad-Nauhcim keine Wohnung nehmen, sondern nadj genommenem Bad an demselben Tag nach ihrem Wohnort zurückkehren, zukünftig nur dann noch erfolgen soll, wenn von denselben Legitimationskarten ihrer Gemeindebehörde dem Aufsichtspcrsonal in den Badehäuscrn vorgezeigt werden. Wir bringen dic§ unter dem Anfügen zur allgemeinen Kenntnis, daß die erwähnten Legitimationskarten bei uns — Zimmer Nr. 15 — erhältlich sind. Gießen, den 25. Mai 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. D.: Enrschmann. B”/r, Die Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung eines Dienst- wohngebäudes für 2 mittlere Beamte, nebst Stall und Abortgebäude auf Bahnhof Altzfcld, der Strecke Gießen—Fulda, sollen vergeben werden. Zeichntmgen, Bedingungen und Angebotsmuster liegen im Geschäftsgebäude der nnterzeielmeten Betriebs-Inspektion und bei Bahnmeisterei 1 Alsfeld, zur Einsicht aus und fönnen von der Inspektion für 0,50 Mk. (nur Postanweisung) bezogen werden. Eröffnung der mit entsprechender Aufschrift versehenen und vorher einzusendenden verschlossenen Angebote erfolgt am 10. Juni, vormittags ll1/. Uhr im Geiehnftsgebäude der Iitspektioit. ID’76 Fulda, Köuigl. Eisenbahn Betriebs-Inspektion 2. Verdingung. Nachstehende Lieferungen und Arbeiten sollen im ganzen oder auch nach den einzelnen Straßen getrennt vergeben werden: Los 1. Die Lieferung von 1630 qm Basaltpflastersteinen. Los 2. Die Lieferung von 1100 Ifdm Granitbordsteinen. Los 3. Die Ausführtmg der Pflasterarbeiten in der: 1) Wörthstraße mit rd. 1400 qm und 1900 qm 2) Ketzerbach mit rd. 1150 qm 3) Nikolaistraße mit rd. 800 qm D”/s 4) Universitätsstraße mit rd. 3000 qm 5) Mauerstraße mit rd. 750 qm. Angebotsformulare sind vom Stadtbauamt gegen Einsendung von je 0,35 Mk. für Los 1 und 2, und 0,20 Mk. für jede Straße in Los 3 zu beziehen, wohin auch die Angebote bis zum Sonnabend, 9. Juni ds. IS. vormittags 11 Uhr einzuschicken sind. Marburg a. L., den 23. Mai 1906. Der Magistrat.Tas Stadtbauamt. Dienstag, deu 29. Mai 1906, abends 9 Uhr Monatsversammlung NU Bereinslokal (Fcidel). Tagesordnung: Waldfest. Entgegennahme der Anmeldttngen für den Besuch der Schlachtfelder am 9. August l. I. Verschiedenes. [vM/6 Seife Hergestellt mit dem beliebten Tola-Parfüm, mild nnd angenehm.Überall vorrätig. Preis 25 Pfg. Parfümerie Heinrich Mack. Ulm a. D. Spezialitäten: ToJa-Seife und Kaiser-Borax. Lacke, Firnisse aller Art, Bohnerwachs, Linoleum- wichse, Stahlspähne, Pinsel, stanbb. Fußbodenöl, inSbcs. Fußbodenanstrichfarben, rasch und hart trocknend. rj empfiehlt August Noll, Kmz-IMric, straße 51 Parole-Ausgabe! Verliebte! Verlobte! 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