Nr. 74 Viertes Blatt. 156. Jahrgang Mittwoch 28. März 1906 Erscheint «glich mit Ausnahme des Sonntags. Tie „Eichener Zamiiienblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der hessische Landwtrf erscheint monaUich einmal. GrtzSMr AMlger Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'lcdrn UnwersilätSdruckeret. R. Lange. Greben. Redaktion. Expedition u.Druckerei: Schulstr.?. Tel. Nr. 61. Telegr.-Adr. r Anzeiger Gtttzea. Eenerai-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. getreten sind. Aus den Mitteilungen über die ein-',einen Betriebs tft bervorzuhebcu. das; hn abgelauieuen Jahre die Eisenstein- 'öidcrnng einschließlich der Lollarer Gruben betrug 162 818 Tonnen (176 862 Tonnens. In; ersten Halbjahr standen sreinde Erze so reichlich znr Verfügung, das; die Forderung der eigenen Gruben eingeschränkt werden konnte. Für erfolglos gebliebene Untersuch- lmgsarbeiten sind 12r>io Mk. den; Betriebe belastet wordei;, während für weitere Auischlubarbeiten 118 601 Mk. zu Lastei; der Erucuerungsrücllage verbucht ivnrdeii. Tie Roheiiei;erzeugung einschließlich des Lollarer Hochofens betrug 124 944 Tonnen (119 786 Toniien). Der Roheisenahsatz betrug einschlieblich Selbst« verbrauch 126 206 Tonnen (116 458 Tonnen). Ter Roheisenbestand bezifferte sich an; Jahresende am 4094 Tonnei; (5356 Tonnens. In d-".- Röhre>;gieberei war die Gesellschaft trotz der Herstellung von 3900 Tonnen Röhren noch nicht mit 50 Prozent der Leistungs" fähigkeit beschäftigt. Tie Preise erfuhren keine 23ercütberung gegen1, das Vorjahr. Der Bestaick oi; Giegerei-Erzeuginssc>; betrug an; Iahresschlub 8861 Tonnen. In der Zen;e>;tiabrik ivutbei; 31 303 Tonnen hergestellt und 28 504 Tonnen abgesetzt. Bei höhere»; Löhi;e>; und Erzpreisei; ging der durchschnittliche Roheijcnverkauss- prcis von 59.79 Mk. auf 59156 Mk. für die Tonne zurück. Daß lrotzden; 9iohgewinil wie Reingewinn gegenüber den; Vorjahr ge- wachsen siiid, ,vird auf die in de»; letzten Iahrei; dnrchgeführte»; Verbesserungen und dadurch bedingte niedrige Selbstkosten zurück» geführt. Ter Rohgewini; einschließlich der Llbteilnng Lollar stellt sich auf 2184 720 Tlf. (1911 493 Mk.) und der Reingewinn »;ach Llbzng der fchoi; früher mitgctciltcn ^lbschreiblmgei; und Rückstellungen 804 720 Mk. (737 306 Mk.). Dazu tritt noch der Vortrag von 12 414 Pik. Tie Dividende beträgt befaimtlicb 6 Prozent. Bezüglich der A n § s i ch t e n für das (au'eiibe Jahr hebt ber Bericht hervor, das; das Roheisen-Syickikat in Düsseldorf im Jahre 1905 große Mengei; Gießerei-Eisei; zu niebrigeit Preise»; zur Lieferung in diesen; Jahr verkaufen mußte. Für die weitere»; Verkäufe für das Imifcnbc Jahr sind allerdings bessere Preise erzielt worden, aber der Verrechnuiigspreis konnte doch nur um 2 Mk. für die Tonne erhöht iverden. Dieser Preissteigerung gegenüber siiid die Löhiie Ulid dieErzvreisc Ivciter in die Höhe gegangen und für Koks müsse»; von; 1. April ab 1.50 Mk. für die Tonne mehr gezahlt werde!» als in; Vorjahr. GereehtssaaL. -- Ein Vatermörder. In Z w ei b rü ck e »; verurteilte das Schwurgericht den Fabrikarbeiter Gustav Engel ou§ Marienthal, der des Mord e s an seinen; Vater, dem 60 Jahre allen Lumpensammler Jakob Gugel, angeklagt ist, wegen Totschlags zu l e b e i; s l ä il g l i ch c i»; Zuchthaus. Tie der Beihilfe an dem Morde angeklagte 62jährige Frau des Er»nordeten, Margarete Engel wurde von der Anklage der Beihilfe freigesprochen. 136 684 032 Mk. (— 27 091 945 Mk.) ) ) ) Der Privatsekretär des Bischoss Bubic, haben. ) ) * 3,9° C. 2,0° C. Höchste Temperatur am 27. Mär Niedrigste „ „ 27. „ Elsan-Lothringen . . . Im ganzen haben die bringen, gegen 1905; 4512 Preußen . . . Bayern Sachsen . Württemberg Bade»; Hessen Mecklenburg-Schwerin . . Sachsen-Weimar Mecklenburg-Strelitz . . . Oldenburg Braunschweig ..... Sachsen-Meiningen.... Sachsen-Altenburg . . . . Sachseii-Koburg-Gotha . . Anhalt Schwarzburg-Sondershausen Schwarzburg-Rudolstadt. . Waldeck Reujz ältere Linie . . . . Rcutz jüngere Linie . . . Schaumburg-Lippe. . . . il'ppe Lübeck . . Bremen Hamburg Tie Ziehung V. Klasse der 7. und letzten Hessisch- Thüringischen-Staatslotterie findet am 3. April d. A statt. Ans die Notwendigkeit rechtzeitiger Loserneuernng wirl aufmerksam gemacht. ss21/u Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. lieber Handelspolitik und Sozialpolitik hielt der Reichstagsabq. Goth ei»; jüngst in Frankfurt a. M. einen Vortrag. Er »uic§ nach, wie alle Segnungen, die den unteren Schichte»; durch unsere Sozialpolitik erwachsen, zun; gute»; Teil illusorisch gemacht werden durch unsere Wirtschaftspolitik, die daraus hinaus- )ui;desstaate»; 222 253 462 Mark aufzu- 111 Mark weniger. vermischter. • Ein Frauenmord. Das bei; grauenhaften Mord der Frau v. Hen; dt in Barmen, über den wir kurz berichteten, noch umgebende Dunkel scheint gelichtet zu werden. Der in der v. Hemdtschen Fabrik beschäftigte Heizer Brilling ist wieder verhaftet worden. Die Kleider des Drilling sind mit ver- schienen Blutspritze»; bedeckt. Es wurde auch ein ebenfalls Äutspure»; ausweisender Hammer unter dem von Brilling bedienten Dampfkessel gefunden. * A' den Folgen einer Bestimmung8mensur starb in München der 20jährige Sind. niet». Wollenweber, der Sohn eines Arztes. Er gehörte dem Korps Bavaria an. • Ein paar sensationelle Meldungen kommen aus Budapest. Der dortige Sportsman Szemere soll i»; bei; letzten Tagen im Wiener Jockey kl nb abermals eineinhalb Millionen Kronen gewonnen Die Matrikularbeiträge der Bundesstaaten für 1906 betragen nach einer Berechnung des Reichsschatzamtes für: gegen 1905 Vrrefkaften oer Redaktion. (Nuonhure Aitfrnger: bleiben unberücksichtigt). Alle nufere gelegentlichen Herren Mitarbeiter bitten »vir dringend, ihre für die Redaktion bestimmte Sendungen nie an einen unserer Redakteure persönlich, sonder»; st e t s an die Redattion des Gieß. Anz. zu adressieren, da sonst allzu leicht unliebsame Verzögerungen in der Veröffentlichung ihrer Zuschriften entstehen fönneu. in jeder beliebigen Schriftart unv Kanon« I f r Ml (orte, sowie mit Zirkeln aller studentischen V *Vereinigungen, liefert zu mäßigen Preisen tzrühl'scye Universitäts-Druckerei. Schulftraße 7 Für Bäutanne, ^Semröse 1984 11,24 Mark. In Augsburg, Düsseldorf Köln, Aachen, Lickeck und Halle a. S. betrugen die Ausgaben mehr als 50 Pf. auf 1 Einwohner, bei den übrigen Städten weniger. Aufwendungen für Theater und musikalische Zwecke fehlten gänzlich bei Berlin und seinen drei großen Nachbarstädten Eharkottenbu-rg, Schöneberg und Rixdorf, sodann bei Hannover, Braunschweig und Kassel. — Einmütig haben olle kulturfreundlichen Kreise dasl bvn der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart ins Leben gerufene tuustgesckichtliche Unternehmen „Klassiker der Kunst in Gesamtausgaben" mit Sympathie begrüßt, ^da diese cur einem neuen Prinzip fußende -Sammlung in der Tat das beste Mittel zur Hebung und Verbreitung des Verständnisses für die klastischen Schöpfungen der bildenden Kunst darstellt. Wesentlich wird dieser ideale Zweck des Unternehmens durch den mäßigen Preis der „Gesamtausgaben" gefördert, der es ihnen ermöglicht, ihre Wirkung in den breitesten Schichten des Volkes zu entfalten. Um die Anschaffung der Sammlung den Kunstfreunden vollends zu erleichtern, hat der Verlag eine Lieferungsausgabe der ersten fünf Bände veranstaltet. Mit bci> Lieferungen 31—30 (Preis je 50 Pf.) liegt jetzt in dieser Ausgabe nacp Raffaels Schöpfungen auch das gewaltige Lebenswerk des R u b e n s vollständig vor, das mit 551 Abbildungen einen überaus stattlichen, 70 Dogen umfassenden Band füllt. Ten in fortlaufender Reihe wieder- gegebenen Dildern geht eine von dem kürzlich leider zu früh verstorbenen Berliner Künstschrisrsteller Tr. 2ldolf Rosenberg verfaßte biographische Einleitung vorauf; als Anhang folgen Spc- zial-Erläutcrungen zu einer Reibe von Werken des Meisters und drei nützliche Dienste leistende Register, ein chronologisches-, eist systematisches und ein Verzeichnis der Aufbewahrungsorte und Besitzer der cinzcUien Gemälde. Tie noch ausstehenden 40 Lieferungen werden die Werke Rembrandts, Tizians und Türcrs bringen. nr z” / • j• (Weizen-Lecithin-EIWEISS). Er. WU>^eY»LrllCUn Tägliche Ausgabe ca. 25 Pffl. In Apotheken, Brog. — Wissenschaft]. Literatur kostenfrei. Dr. Volkmar Klopfer, Dresden-Leubnitz. Apolitische Tagesschau. Freiherr v. Heyl unb die Wahlrechtsfrage. In dem kleinen rheinhessische»; Orte Blödesheim hat Frhr. v. Heyl jüngst bei einen; Festesten eine Rede über die äußere unb innere deutsche Reichspolitik gehalten. Sei»; Wormfer Moniteur bringt sie jetzt iin Wortlaut zum Abbruck. Wir entnehmen ihr folgende Sätze: Selbst eine große Nation hat die Verhehungei», wie iic bei den immer wiederkehrendei; große»; unb kleiner» Wahlen ftatffinben, nur bann ertraaen, »venn sich die Einzelstaaten über die die Reichspolitik berührenden Frage»; in einem gewissen Einverständnis auch »vegen der heimischen Maßregel»; befinden, unb zu bieten Maßregeln zähle ich auch die LandtagSwahlgesetze der Einzelstaaten In den verschiedensten Staate»; Deutschlands bricht sich, selbst auch in Zentrums- unb freisinnigen Kreisen, immer mehr die lieber- zeugung Bahn, daß das, was alle Staatsrechtslehre;- von dlrisloteles bis Treitschke gelehrt haben, untrügliche Wahrheit ist: Daß nämlich ei»; großes Reich ohne Mittelstand »ncht regiert »uerbcit kann. Selbst ber ZentrnmSabg. Gröber in Württemberg, auch freist»;»»ige Politiker in Norddeutschland haben au5 bieten; (Srunbc bei; Wunsch ausgesprochen, »nit Einführung bes direkten Wahlrechtes eine b erufs st ä;; b is ch e Zu »vahl auf ber Basis bes direkten Wahlrecht? zu verhindern, so daß, wie z. B. in Breme»;, die eine Hallte der Abgeordneten aus dem allgemeine»; direkte»; Wahlrecht Hervorzugehe,; haben, um bei; Einfluß der breiten Volksmaffen zu sichern, bic anberc Hälfte aber aus ber Landwirtschaft, dem Handwerk, also aus dem Mittelstand unb ber I»;- b it ft r i c unb den gelehrten Berufen. Wem; der Abg. Bebel das jetzige Wahlgesetz in Bayern hoch in den Himmel gehoben hat, so ist das zu verwundern, weil dort das allgemeine Wahlrecht stark beschrankt »vorden sei, wie auch in Hesse n in der neuen Vorlage, unb »veil in Bayer,; bie Erste Ka m m c r das gleiche Budgetrecht besitze wie die Zweite Barniner. Jedenfalls müßten die gemäßigten Elemente folgerichtiger Weise auch die in Hesien ausgestellten Forderungen für einen Regulator im Budgetrechte billigen. Daraus ist wohl der Schluß zu ziehen, daß der Baron v.Heyl heute nicht mehr ein so absoluter Gegner des allgemeinen und geheimen Wahlrechtes ist, baß er vielmehr unter Umständen doch dafür zu haben wäre, freilich unter sehr erheblichen Kantelen, mit denen sich die Mehrheit be§ Volkes und ebenso die Zweite Kammer wohl nun unb nimmermehr wirb einverstanden erklären »vollen. Er scheint namentlich durchaus das Budgetrecht für die Erste Kammer als Gegengabe von der Zweiten Kammer ertrotzen zu wollen. Im übrigen aber ließe sich fortan auf der von ihm angedeuteten Basis vielleicht doch mit ihm verhandeln. Alevnes FeuMetorr. — Im Hoftheater in Karlsruhe^ ging am Samstag I st el's Bühueuwerk „Der -fahrende Scküle r" als Uraufführung in Szene. Der Komponist machte feine musikalischen Studien bei Fritz Volbach in feiner Vaterstadt Mainz und vollendete sie in München. Tas Libretto dichtete Jstel nach einem Zwischenspiel des Cervantes unter Benutzung der ui Gießen unter dein Titel „Ter Schwarzkünstler" jüngst bekannt gewordenen Gött'schen Neugestaltung. Die Handlung, so lese»; wir in einen; Mannheimer Blatte, nimmt an sich einen flotten Fortgang, aber sie interessiert anfangs' zu wenig. Erst vvn der 6. Szene ab erhält sie einen wirklichen dramatischen Aufschwung. — Ein Mitarbeiter der „Frks. Ztg." schreibt: „Beim Lesen amüsiert man sich ganz gut, wenn der ältliche Eheherr, der sehr zur Unzeit zu seiner juiigen und galanten Liebesabenteuer»; nickt gerade aus dem Wege gehenden Frau zurückkehrt, durck den fahrenden Schüler, bei; Helfershelfer des Licbesparchens, gehörig mit Teufelsspuk genarrt wird. Man meint, es müßte dies auch auf der Bühne sehr erteilentb fick ausnehmen.— Dock der be- absicktigte fontifch-phantaftii-djc Knall-Effekt des Stückchens blieb hinter unseren Erwartungen zurück. Die Tonspracke, die in der Oper überhaupt als ein Produkt mehr des V/rsraudes als sckwuug- voller Phantasie crfdyeint, könnte man sich bei der, Geister- Kvnwdie noch stimmungsverstärkender, mysteriöser denken." — Tas Eudurteil eines badischen Blattes lautet: An guten Einfällen fehlt es dem Komponisten keineswegs, aber das Talent muß fick erst »wck klären, und zur ionfctz.'rifchen und Buhnenwirrsam- I»it mangelt offenbar nock die nötige Erfahrung. — Cabarer zur lustigen Siebe»; nennt fick eine von dem früheren Redakteur der „Sonne" Müller-Herfurth u; Frankfurt a. M. zusammengestellte, sieben Köpfe zählende Gefellfckast, der die Vortrags-Soubrette Liane Leifckner, die Rezitatorm ^'lngöle Nadella, die Sängerin Bertha Poldini, der Sänger Päsckke, der Humorist Mayer, der Klavieivirtuos Ziegler und Müller-Herfurth selbst als Conferencier angehören. Das Cabaret hat in Frankfurt feinen Sitz, wird aber am 1. April auf Reifen gehen und beabsicktigt auch Nauheim, Gießen und Marburg zu besuchen. — Theater und Musik im Etat der deutschen Großstädte. Die im Kgl. preuß. Statistischen Landesamte durckgejührte Erhebung über diese Frage erstreckt sich auf sämtliche deutschen Städte, welche 1900 mehr als 80 000 Einwohner besaßen Bei diesen Erhebungen tritt die Tatsacke in Erscheinung, daß die Residenzstädte, Berlin an der Spitze, für Zwecke des TlicaterS und der Musik gar keine Aufwendungen macken. Das Borltandenfein von gut besuchten Privattheatern in vielen dieser Städte läßt daraus schließen, daß die Theater das Künstbedürfnis der Bevölkerung nickt befriedigen. Eine rühmliche Ausnahme wacht bei den preuß. Residenzstädten nur Wiesbaden Obwohl fick auck diese Gemeinde des Belitzes eines kgl Tl>eaters erfreut, hat sie für Theaterzwecke im Jahre 1903 Rettokoslen in Höhe von 239 316 Mk. veranschlagt, das waren 9 78 Acark auf 1 Einwohner, eine Leistung, der von fämtlicken berücksichtigten Städte»; nur Mannheim mit 2,46 Mark einen Kopsbetrag von annähernd gleicher Höhe an die Seite stellen 'konnte, während die wirkliche Sollausgabe dieser Stadt für Theater sogar 347 796 Mark betrug. Absolut übertraf die Leistuug dieser beiden Städte nock Frankfurt a. M. mit 473 405 Mark. Köln wendete über 200000 Mark für Tlv-ater aur. T;e ordentlichen Gcsamtaufweudungeu für Theater, Orchester und sonstige musckaliicke Zwecke waren mit 471670 Mark oder 3,34 Mari auf 1 Einwohner bei Mannheim am höchsten. Es folgten mit 1 Mark übersteigenden Kopfbeträgen Wiesbaden (2,78-, Mainz (1,68), Frankfurt L M. (1,65) und Straßburg i. E. laust, ihnen die Lebenshaltung zu erfchiveren. Die Preise der notwendig st en Lebensrnittel schnellen in die Höhe, die Arbeitsgelegenheit wirb eingeschränkt und die mang elhafte Ernährung öffnet bei; Krankheitskeim en Tür unb Tor. Mit ber Verteuerung der Ernährung geht die Qualität der Arbeit zurück unb auf die Qualitätsarbeit sind »vir doch angewiesen, wen»; wir uns auf dem Weltmarkt behaupten wollen. Gothein schloßt seine mit zahlreichem Ziffernmatcrial belegten Ausführungen mit den Worten: ,Mau hat wohl gesagt, mit ber Annahme bes Zolltarifs fei ber HanbelSvertragsvereii; überflüifig geworben, sei ber Kampf zu Eicke. Nein, in biefem Kampf gibt es nicht einmal einet; Waffeu- stillstanb, ber kam; nur mit Beseitigung ber Lebens- ruittelzölle fccenbet werben. Gewiß, nicht heute ruck morgen könne»; »vir auf bei; Sieg rechnen, »vir können nie auf ihn rechnen, »Denn wir die Hände m bei; Schoß legen unb müßig abivarten, »Die sich bie Dinge enlroidcln werbe.;. Aber es ist ei»; Kamps des Schivetßes ber Eble»; inert. Unb 9eben, ber heute in diesem Saale anwesend ist, ich rufe ihn auf zum Mitkämpfer in biefem Kampf, nicht baburdj, daß er blos bei der Netchstagsioahl feinet; Stimm- zettel in biefem Sinne abgibt, sonder»; als Mitkämpfer, als 9(qi(ator in den Kreisen, in bie ihn sei»; Geschäft führt, wo er Verbindungen hat, wo er bie Möglichkeit hat, geiunde Auffassungen zu verbreiten. Der Kamps, den »vir kämpfen müssen, ist ber Kampf für bic innere Kolonisation, für die gesunde Entwicklung von Handel unb Jtckustrie, es ist der Kanwf für ein gesundes, freies, Sittlich denkendes Volk, für bei; sozialen Frieden im V a t c r l a i;b."_____________________________ Der Bergarbeiterausstand in der Provinz Sachsen. Weißenfels, 27. März. In den Gruben des Weißenfelser Reviers, in denen ctiva 2500 Arbeiter beschäftigt sind, ist die Zahl der Streikenberr von 280 auf 600 gewachsen. Auf den Gruben „Naumburg* uud „Kamerad", deren Belegschaften sich schon am letzten Streik nicht beteiligten, ist bic Belegschaft vollzählig eingefahren unb lehnt die Beteiligung am Ausstand ab. Auf bei; meisten Grube»; des hiesigen Bezirkes haben bie Belegschaften durch Arbeiteraus- schüffe mit den Werkleitungen verhandelt. Zu einer Einigung ist es aber noch nicht gekommen. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung sind in bei; einzelnen Ortschaften Gendarmerie- kommanbos eingetroffen. In; Meufelwitzer Revier streiken gegen 1500 Bergarbeiter. Namens Hajaochi, würbe verhaftet, weil er verbächtig ist, zum Schaben des Bischofs große Betrügereien verübt zu haben. Und der Oberleutnant Jekalfaluffy, der Sohn des gleichnamigen Sektionschefs in; Kriegsministerium, ist wegen Wechfelfälfchung flüchtig. handel unö Verkehr, Volkswirtschaft. — Buderussche Eisenwerke Aktiengesellschaft in Wetzlar. Ten; Geschäftsbericht für 1905 entnehmen wir folgende Taten: Anläßl;ch der an; 28. März v. Js. beschlossene'.; Verschtnelzung der Eisenwerke Lollar mit bei; Bnberiisschen Eisenwerken wurde das Aktienkapital von Buderus von 7 500000 Mark auf 10 500 000 Mk. erhöht. Von den neuen Aktien erhielten bic Aktionäre der Eisenwerke Lollar zum Umtausch gegen bie inzwischen sämtlich emgereid)tei; Lollarer Aktien 2110 Stück zu je 1000 Alk. In Lollar ist eine Zweigniederlassung von Buderus errichtet worden. Nachdem etwa ein Jahr seit dem Zusamn;et;schluß der bocke»; Werke vergangen ist, spricht sich die Verwallung dahi»; ans, daß die von dieser Maßnahme für beide Teile erwarteten günstige»; Wirkungei; in vollem Umfange ein- März 1906 ^Barometer au» 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feilchtigkeit i Windrichtung Windstärke Wetter 27. 916 741.9 + 3,4 3,5 60 ENE 2 Sonnenschein 27. 9" 744,2 + 0,2 3,8 81 NE o Klarer Himmel 28. 7" 747,4 + 1,7 3,3 82 n 2 Solmenschem 23 513 865 (— 4 768 358 16 655 295 (— 3 302 517 8 341 018 (- 1 804 729 7 406 350 (- 1 468 143 4 440 393 (— 880 123 2 409 819 (— 477 644 1 438 798 (- 285 182 406 818 (— 80 636 1 582 756 (- 313 714 1 841 088 (- 364 918 994 152 (- 197 050 772 836 (— 153 183 910 169 (- 180 405 1 253 283 (— 248 409 320 762 (- 63 578 368 980 (— 73136 229 646 (- 45 518 271192 (— 53 753 551 970 (- 109 405 171018 (— 33 897 550 946 (— 109 205 338 714 (- 76 056 891 662 (— 176 732 3 046 516 (— 603 845 6 816 384 M (- 1 352 338 1811 Beachten Sie unsere Schaufenster. 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