Nr. 254 Erscheint Iflgttd) außer SonmagS. Dem GießenerAnzeiqer werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Sietzener Familien, blätter oierinal in der Woche beiqelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Unwers.-Buch-u. Stein- druckerei. 0L Lang«. Redaktion, Expedition und Druckerei: G ch n t st r a ft e 7. Redaktion 113 Verlag u.Exped.e^Abl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt 156. Jahrgang Montag 29. Oktober 1906 wietzener Anzeiger w General-Anzeiger ** xs* Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen BezugSpretSr monatlich7bPs., viertel« sährlich 9)lf. 2.20; durch 9(bl)ole- u. Zweigstellen inonatlich 65 Ps.; durch didPost Mk.2.— Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnuinmer bis vormittags 10 Uhr, Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ atlSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich tüt den polit. und allgem, Teil: P. Witt ko- tüt »Stadt und Land^ und »Gerichtslaal'r Ernst Heß; für den Anzeigenteil: HanS B«L Are heulrge Mmmer nmfaßt 10 Seiten. andere Reuters müftten bei der Giefzener Stadttheatev. Inspektor Bräfig. Der Rücktritt des Grafen Goluchowski, der zwölf Jahre hindurch die Geschicke der Habsburgischen Monarchie in vortrefflicher Weise geleitet hat, war einer der bedeutendsten Momente auf dem Gebiete der auswärtigen P-olitik. Bezüglich der Politik seines Nachfolgers Baron Aehrenthal hat der österreichische Ministerpräsident Freiherr v. Beck die Versicherung abgegeben, daß auch in Zukunft Festhalten am Dreibund für Oesterreich-Ungarns Politik grundlegend sein wird. Auffallend neben Goluchowskis Rücktritt war auch der des gemeinsamen österr.-ung. Reichs- kriegsministers von Pitreich und seine Ersetzung durch Frhrn. v .Schönaich. Zum Landesverteidigungsminister an Stelle Schönaichs wurde der Korpskommandant Latsch er v. Lauendorf ernannt. Nach dem „Budapesti Hir- lap" beabsichtigte Pitreich, für die militärischen Mehrfor- dcrungen nationale Zugeständnisse an Ungarn zu bieten, nämlich Durchführung der Parität im auswärtigen Dienst, Regelung der ungarischen Fahnenfr.age, Einführung der magyarischen Regimentssprache und Ersetzung der deutschen durch eine ungarische Kaiserhymne in allen ungarischen Regimentern. Diese Vorschläge seien jedoch von der maßgebenden Stelle abgelehnt worden. Der Kriegsminister Schönaich trifft am Dienstag in Budapest ein, um mit der ungarischen Regierung über den strittigen Punkt des Abkommens zwischen der Krone und der Koalition zu verhandeln und sestzustellen, ob die Regierung verpflichtet ist, dre Erhöhung des Rekrutcnkontingents durchzusühren. Den Verhandlungen wird auch der neue Minister des Aeußern, Baron Aehrenthal, beiwohnen. Der Rücktritt des Ministeriums Sarrien in Fra.uk- reich und die Bildung eines radikalen Kabinetts Clö- Die Bühnenbearbeitung Bräsigs durch die Herren Gaßmann und Kruger st ebensowenig wie die William Schirmers, die in Hendels bill ger „Bibliothek* jüngst heraus kam, ein dramatisches Meisterwerk, sie bleibt auch begreiflicherweise Der freikons. Parteitag hat ferner für die polnischen Landesteile die bedingungsweise Zulassung der poln. Muttersprache in Religionsunterricht befürwortet.' .Die Zentrumpartei - -** * - — über dem Ganzen wenigstens ein Abglanz dec herzerquickenden Dichtung Reutec's, und im Einzelnen sind viele Züge aus dem Original selbst glücklich hinübcrgerettet. So ist namentlich die Hauptfigur den Bearbeitern derartig gelungen, daß sie bei guter Darstellung höchst erfreulich wirken muß. Und eine solche ist ihr am Sonntag durch Herrn Bakof zu teil geworden. Das »Mcssingsch", das die Gestalt dieses wunderlichen und un§ doch so lieben Kauzes, auf dec Grenzscheide deS dickköpfigen Gewohnheits- und deS leise empoc- Itrebenden Bildungsmenschen so prächtig kleidet, beherrscht Herr B. mit sattester Dialektfärbung. Die sprachliche Seite der Figur besaß also gestern von vornherein vollen Glanz. Zudem aber sorgte Herr B. durch seine vortreffliche Maske und seine scharf pointierende Komik, dec eine tüchtige und in einzelnen kleinen leichten, so prächtig als sicher hingeworfenen Zügen künstlerisch vollkommene Beobachtung?- und Charakterisierungsgabe zu Grunde lag, für eine volle plastische Wirkung, für ein stark beleuchtetes Hochrelief. Inspektor Bräsig auf dem Kirschbaum (im 3. Akt, dem ergötzlichsten, einem kleinen Lustspiel für sich) erinnert an den Geisterseher auf dem Oliven- bäume in der Operette „Boccaccio", doch er weiß, daß hier alles ohne Zauberei vor sich geht und bombardiert mit seinen Kirschkernen gleichmäßig das .petrstische' und daS weltlich gesinnte Liebespaar. WaS Herrn B.'s Bräsig besonders zu gute kommt, was ihn nicht hinabdrückt auf die Stufe un- dichterischer Possenfiguren, das ist seine gänzliche Freiheit von Karrikatur, von aller Zerrbilderei. Urwüchsig, derb und lustig, dabei kindlichen Herzens, gut und gemütvoll, so wie dec Dichter ihn schuf, trat uns der liebe, prächtige Alte in der Bakof'schen Darstellung von Anfang bis zum Ende ungemein anziehend und anheimelnd entgegen. Und so ging denn so etwas wie mecklenburgischer Erdgeruch von ihm aus und nicht umgießen. Auf der anderen Seite sind meiste Gestalten zu charakteristisch und wahr, als daß "sie auf der Bühne ihre Wirkung versagen könnten, sie denn gerade bei der dramatischen Bearbeitung und iDarstellung von besonders ungeschickten Händen ungefaßt werden. Und da dem neuesten Reuter-Dramatiker Heinrich Klenz das Lustspiel »Dörchläuchting" nach Reuters gleichnamigem Roman (Verlag von Arthur Cavael in Leipzig) nicht übel gelungen ist, so verdiente es auch die Beachtung unserer Bühnenleiter. Fleischteuerungsresoluttonen wurden in dev vergangenen Woche in vielen deutschen Städten angenom^ men, auch bei uns in Gießen. Zur Behebung der Teuerung hat der Vorstand der rheinischen Land^ wirtsch afts kammer es sür angängig erklärt, daß wöchentlich 1000 bis 1500 Schweine aus Holland eingeführt werden. Die Kammer hält es aber für nötig, daß die Stadt« sich der eingeführten Schweine bemächtigen, damit sie nicht in die Hände der Händler fallen. Daß der preußische Landwirtschaftsminister v. Pod^ bielski zurücktreten werde, wurde aus Anlaß einer Berliner Reise des rhein. Oberpräsidenten v. Schvrlemer wieder^ behauptet. Herr v. S. ist aber dort als Redner auf der Herbsttagung der deutschen Laudwirtschaftsgcsellschaft aufgetreten. Nach der „Dtsch. Tagesztg." gibt der Gesundheitszustand Podbielskis zu ernsten Besorgnissen feinen Anläße Die drei Reichstagsnachwahlen in Döbeln, Stade und Hadersleben haben den Besitzstand von 1903 wenig verändert. In Hadersleben wurde der Däne Hansenr mit doppelt soviel Stimmen, als sein freikons. Gegenkandidat Dr. Hahn erhielt, gewählt. In Stade entfielen auf Senator Reese (Natt.) 6612, auf den Arbeitersekretär Ebert (Soz.) 6183 Stimmen, auf Gutsbesitzer Klävemann (Bund der Landwirte) 3490, auf Gutspächter v. Meding (Welfe). 1641 und auf den Lehrer Otto (Frs. Vp.) 3191 Stimmen., Der sächsische Wahlkreis brachte den glatten Sieg des So-/ ziald emo traten. Jnbezug auf die Lohnbewegung im Ruhrgebiet haben die Bergwerksbesitzer beschlossen, mit den Arberterausschüssen zu verhandeln. Das soll auch in Mitteldeutschland und Schlesien geschehen. Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärte am Samstag zum zweitenmal, daß ihr vieL besprochener Artikel über die Verhältnisse der Bergarbeiter) keinen amtlichen Ursprung hatte und demgemäß auch nichü vom Staatssekretär des Innern oder der von ihm geleitetem Behörde beeinflußt war. Jni übrigen gehöre das Berg-, recht nicht zur verfassungsmäßigen Zuständigkeit der Reichsgesetzgebung. Auch sei im Reichsamt des Innern ein bezüglicher Gesetzentwurf weder ausgearbeitet noch in Vorbereitung. Der Wiederbeginn der Aktion gegen Marokko wegen der Plünderung von Asila war ein weiterer wichtiger Vorgang im Ausland. Asila, südlich vvn Tanger/ gehört zur spanischen Interessensphäre, das daher an einer stärkeren Betonung seines Standpunktes in der maroRan. Frage als seither nicht mehr wird vorbeikommen können. Rarsnli hat mit 500 Bewaffneten die Umwallung von Asila eingenommen und dem Vertreter des Sultans in Tangers die Mitteilung zukommen lassen, daß er Herr der Stadt, sei. Das französ. Ministerium beschloß, einen Panzerkreuzer! menceau mit Pichon als Minister des Auswärtigen war ein zweites wichtiges Haupt^reignis der vergangenen Woche. Clemeneeau will die Politik der Aufrechterhaltung korrekter Beziehungen zu Deutschland sortsetzen. Man muß abwarten, wie sich das neue Frankreich entwickelt. Der Aufenthalt Iswolskis, des russischen Ministers des Auswärtigen, in Paris diente wohl ebenso wie Wittes Pariser Aufenthalt der dementierten Ausgabe, die große neue russische Anleihe zustande zu bringen. Das Projekt soll einem vollständigen Fiasko verfallen fein. Auch sollen Verhandlungen zwischen Italien und Rußland zur Begebung einer russischen Anleihe bevorstehen. Ein röm. Blatt versicherte, Rußland wolle eine Anleihe in Italien aufnehmen, wofür es 6 Panzerschiffe in Italien in Bestellung gebe. Dch ital. Presse aber erhebt heftigen Einspruch gegen diese Absichten. Minister v. Iswolski nahm von Paris aber wenigstens, wie es heißt, die Versicherung aller leitenden Per- französische Regierung treu am Rus s e n-Bun d n rs festhalte und der Kabi- c -- Schlesiens aber stellte sich direkt sönlichleiten mit, daß die f auf Seiten Stab^wscis. Wird nun Herr v. Studt doch noch! treu am Russen-Bünt reichen Zuhörerschaft zu teil. Wer diesen und jenen Brasig auf dec Bühne gesehen hat, z. B. Schelpec, Junckecrnann, Richard, Büller, Thomas, der wird den des Herrn Bakof zu den allecechtesten zählen. Um diesen Mittelpunkt gruppierten sich die anderen mit auch zumeist tüchtigen Leistungen. Am glücklichsten war neben Herrn Bakof der jugendliche Herr Herrscher, dec mit seinem alten MoseS wieder einmal eine außerordentlich feine und höchst wirksame Charakterzeichnung lieferte. In Herrn Herrscher besitzen wir, was ich schon bei Beginn dec vorigen Spielzeit hecvocheben konnte, unser stärkstes Gestaltungstalent/ dem eine bedeutende Zukunft gewiß zu sein scheint. He« Gronert tat etwas zuviel in der Beweglichkeit des ,entl fahmten Windhundes" Triddelfitz, und unser wackerer Hec^ Lippert hätte als Pomuchelskopp ganz unbedenklich etwas stärker auftragen können. Der salbungsvolle Theologe Bal. drian aber wurde von Herrn Reimer ä la Celestin (Ritouche) überaus possierlich in urkomischer Maske dargestellt. Durchaus angemessen war auch Herr Ries in seiner kleinen Episodenrolle des wortkargen Jochen, ein in der Wolle gefärbter Mecklenburger. Herr R. war übrigens der einzige, der außer Herrn Bakof den echten Mutterlaut Reuterscher Sprache hören lreß, der den Vorgängen erst den rechten Heimatston und dem Bilde erst das rechte Lokalkolorit verleiht. Die Wenigen, die sonst noch mit dem Dialektsprechen sich versuchten, taten e8 ^^icher Absicht — bei dem Unvermögen, den mund- artlichen Anforderungen gerecht zu werden, nicht gerade zu lhrem und der ganzen Darstellung Besten. Sie fielen wie werße Sperlinge und nicht vorteilhaft auf; man merkte die qTr»”? Ergebnis verlohnte sich dieser Mühe nicht. ,7. öcc ledere, grade, markige Hawermann machte Herr Lchlottau die größten Anstrengungen und brachte es darum zu einem Achtungserfolge. Frl. Schellcnberg die in dieser ^ptelzeck noch ferne größere Aufgabe zu lösen hatte, war eine politische Wochenschau. Die groteske Komödie, die eine ehrsame deutsche Stadt elf Tage lang zum Gespött der bösen Welt gemacht hat, ist in der vergangenen Woche bis hart zur Peripetie gediehen. Am Freitag morgen wurde in Berlin der falsche Hauptmannvon Köpenick verhaftet. Nochmals durchflutete eine gewaltige Welle des Lachens ganz Deutschland. Denn der Spumor der köstlichen Affäre ist durch die Person des Schwindlers und die näheren Umstände seiner Verhaftung womöglich noch gesteigert worden. Wie konnten die Berliner Schusterbuben frohlocken! Ein Schuster war's, der am hellen lichten Tag den Bürgermeister samt Zubehör verhaftete. Freilich ein Schuster und Poet dazu — denn nur in einem poetisch veranlagten Gemüt konnte der Plan zu diesem genialen Schelmenstück entstehen. Aber dennoch kein Gebildeter, kein den besseren Ständen Angehöriger, der mit den Waffen geistiger Ebenbürtigkeit seine Opfer bezwungen hätte. Sondern ein siebenmal durch- gefiebter Zuchthäusler, mit allen Pfiffen und Kniffen des Metiers wohl vertraut, doch auch gezeichnet mit all den unverkennbaren Malen des schiffbrüchigen, herabgekommenen Verbrechers. Ueberdies ein Kerl, der niemals in seinem ganzen Leben in Seiner Majestät Armee gebient hat. Und trotzdem ein Diktator, sobald er feine schäbige Figur mit einer, wenn auch noch so unvorschriftsmäßigen Uniform behängte! An dieser Unbegreiflichkeit nährt sich das Lachen dieser Tage reicher als an der immerhin auch ganz pikanten Tatsache, daß der Schwindler elf volle Tage lang aus dem Weichbild der Reichshauptstadt nicht entwichen und dennoch für das Auge der Berliner Polizei schier unauffindbar war. Was so knapp nach Hennig ja schließlich auch eine ganz respektable Blamage bedeutet. — Kaum 400 Mark Schaden wird die Stadt Köpenick durch den Raubzug Voigts erleiden. Infolge einer Äeußerung Voigts bei seiner Vernehmung fand nochmals eine Haussuchung statt. Hierbei wurde in einem Versteck noch ein größerer Geldbetrag gefunden, sodaß die Stadt Köpenick, die das Geld Wrückerhält, nicht sehr viel mehr als die ausgesetzte Belohnung von 1000 Mark verliert. Die genaue Summe wird sich erst im Laufe der gerichtlichen Untersuchung ergeben. Dem Kassenräuber ist bereits ein Anwalt als Verteidiger zur Seite gestellt worden. Wie berichtet wird, bat eine Verwandte Voigts den Rechtsanwalt Dr. Schwindt mit der Vertretung beauftragt E i n Verdienst hat der Köpenicker Talmihauptmann sich unbestreitbar erworben, das, die bedenklichen Kehrseiten des militärischen Subordinatioussystems aufgedeckt und zugleich den Beweis erbracht zu haben, wie sehr der Glaube an die Möglichkeit eines absoluten Kabinettsregimes bereits in weiten Kreisen des preuß. Bürgertums in Fleisch und Blut übergegangen ist. Daß die Warnung vor dem Absolutismus nicht unberechtigt ist, hat auch der freikonservative Parteitag ergeben. In freikonservativen Kreisen mag man mit dem sie volo, sie jubeo öfters in Berührung kommen, als es dem breiten Publikum im Lande bekannt wird. Scharf nahmen die Reichsparteiler gegen die anti- konstitutionelle Richtung im Staatswesen Stellung. Gleich- fettig aber machten sie sich zu Besürwortern einer Politik, oie das allgemeine gleiche und geheime Reichstagswahlrecht beseitigen will. So können sie natürlich in den breiten Volks kreisen keine Gegenliebe finden. Mit dec Aufführung des von Gaßmann und Krüger aus Reuters ,Ut mine Stromtid* zusammengestellten „Lebensbildes" des „Inspektors Bräfig" hat unser Stadttheater am Sonntag den Reuterverehrern und Freunden gemütvollen Humors einen sehr genußreichen Abend bereitet. Reuters Roman-Dichtungen, zu deren Bewunderern sogar die berühmteste Persömlichkeit unserer Tage, der Schuster-Hauptmann von Köpenick gehört, und die man seit zwei Jahren selbst in der Meyerschen Groschen-Bibliothek genießen kann, widerstteben ja in vielem dec dramatischen Bearbeitung, viele ihrer Reize sind zu intim und zart für das grelle Lampenlicht der Bühne, und ich weiß keinen Dramatiker, der imstande wäre, nach einer Reuterschen Erzählung ein volles rundes Bühnengemälde zu schaffen. Eine echte Dichtung läßt sich eben ohne den Verlust deS größten Teiles ihrer ursprünglichen Poesie auS ihrer Urform in eine Abreise wurde ihm vom Präsidenten Falliöres das Kreuz der Ehrenlegion verliehen. Wie ein Wiener Blatt schreibt, ist die Tatsache, daß Iswolski mit dem Fürsten Bülow eine Unterredung haben wird, ein sicheres Zeichen dafür, daß auch die Reise Iswolskis nach Aexlin einen politischen Charakter trägt. Da in letzter Zett wiederholt Gerüchte- aufgetaucht seien über Verstimmungen zwischen Berlin und Petersburg, so sei sicher damit zu rechnen, daß die Beziehung gen der beiden Reiche zu einander in der Unterredung zwischen den beiden Ministern zur Sprache kommen werden Drei russische Kr iegsschiffe sind am 27. d. M. in der engl. Clyde-Bucht eingetroffen. Man glaubt, daß sie für eine Woche dort Aufenthalt nehmen werden. Dieser Flvttenbesuch soll wohl dazu bienen, den englischen Finanz- Icuten Vertrauen in bie Festigkeit des russischen Reiches einzuflößen und sie der Uebernahme des Risikos einer Anleihe geneigter zu machen. wohl oder übel Konzessionen machen müssen? Es wird ihm > nettswechse Ibaran nichts geändert habe. Am 26. d. M. kaum etwas anderes übrig bleiben. Es heißt, der Papst solle list Herr v. Iswolski nach Berlin abgereist. Vor seiner den Erzbischof v. ^tablewski zur Anerkennung der Staats-^^""' -------- ’*■ • ....... ~ - - - gemalt veranlassen. Tschirsch kysBes-uch im Vatikan wird damit in Verbindung gebracht, ob mit Recht, ist fraglich, denn es handelt sich nur um eine preußische Angelegenheit. Allert mgs, wie ost sind nicht bereits Gegenstände der preußischen und der Rechtspolttik mit einander verquickt und gegen einander verhandelt worden. Aus Kreisen der röm. Staatskauzlei verlautet, daß der deutsche Staatssekretär v. Tschirschky im Gespräch mit dem päpstl. Staatssekretär Merry bei Val die Polenfrage tatsächlich in diesem Sinne streifte und daß er bie Auffassung und den Standpunkt der Reichsregierung barlegte. Merry bei Val soll zugesagt haben, der Vatikan werbe ben Polen Mäßigung anempfehlen, aber unter Schonung Stablewskis. Staatssekretär v. Tschirschkq wjrd sich nun noch nach San Ressore begeben, wo er von König Viktor Emanuel empfangen werben wirb. dcarnatifches Wleiil-rwect, sie bleibt auch begreiflicherweise es wurden dem Onkel Bräsig gestern die stürmischen Bei- dm Reizen des Originals viel schuldig. Es liegt aber doch 'fallsbezeugungen einer doch ergötzten, übrigens überaus zahl- finit Landungstruppen sofort nach Tanger zu befördern. ^Spanien hat bereits ein Kriegsschiff ab gesandt.___________ Cirre^rklärnng der hessischen Regierung zum Fall Eisinert. anttl. „Darmst. Ztg." schreibt offiziös: , Zu der Bestätigung des Beigeordneten Eißnert rn Offenbach sist in der Presse neuerdings von „Unstimmigkeiten im Ministerium", wie insbesondere davon die Rede, daß m dieser Furage die Stimme des einen Ministers nicht durchzudringen vermocht habe gegen die Stimmen seiner beiden Kvllegen und Man ihn einfach majorisiert habe. Wir sind zu der Mitteilung 'ermächtigt, daß auch diese Behauptung falsch ist. Es liegt ^keine Abstimmung und keine Majorisierung vor. Me Ministerialvorständc sind vielmehr über die Entscheidung dickes Falles einer Meinung gewesen, nachdem man die durch feie grundsätzliche Stellung der Sozialdemokratie gegenüber der «beste^ndcn Staatsordnung gegebenen und nicht verkannten Bedenken im vorliegenden Falle für minder schwerwiegend als die «Erwägung glaubte ansehen zu sollen, daß Kraft Gesetzes tue Anhänger keiner politischen Partei von der Bekleidung des Amtes ieines Beigeordneten ausgeschlossen sind. Es würde demnach Nicht angängig sein, von vornherein und in iedem Falle eine für dieses Amt gewählte Person bloß um deswillen abzu- •lehnen, weil dieselbe einer Partei angehört, deren Tendenzen idie Regierung verwirft. Eine solche Wlehnung würde Mit der von dem Gedanken der Selbstverwaltung beherrschten Stadte- ordnung nicht im Einklang stehen. Es sei daher lediglich nach rSagc der Verhältnisse des vorliegenden Falles zu Prüfen (gewesen, ob die gewählte Persönlichkeit geeignet sei, bei der Ver- pvaltung der städtischen Geschäfte in einer dem Gemeindewohle entsprechenden, dem Staatswohle nicht zuwiderlaufenden Weise imitzuwirken. Der Besorgilis, daß die Bestätigung des Gewählten i wegen seiner Parteizugehörigkeit eine Gefährdung staatlicher Interessen zur Folge haben werde, habe die Erwägung gegenübergestan- ben, daß der Gewählte in seiner Stellung als zweiter unbesoldeter Beigeordneter neben zwei besoldeten Beigeordneten nicht wohl •in die Lage kommen werde, wichtiae staatliche, insbesondere polizeiliche Funktionen auszuüben. Nach Art. 1 des Gesetzes foom 26. Mai 1894 stehe die Vertretung des Bürgermeisters den besoldeten Beigeordneten zu. Die obere Leitung und Beaufsichtigung des gesamten Geschäftsganges der städtischen Verwaltung liege dem Bürgermeister ob, er entscheide nach Anhörung der Stadtverordnetenversammlung darüber, welche Zweige der städtischen Verwaltung die Beigeordneten zu verwalten haben und wie Die Stellvertretung, soweit dies nicht gemäß Art. 1 des Gesetzes geschehen, zu regeln sei. — Nachdem überdies der unbestritten persönlich einwandfreie Gewählte der Regierung gegenüber auf Befragen unter anderem die Versicherung abgegeben habe, daß er sein Amt nach den bestehenden Gesetzen führen und dieses Amt, falls er hierbei mit seiner Ueberzeugung in Widerspruch gerate, niederlegen werde, so habe kein zureichender Grund mehr vorgelegen, aus dem ohne Verstoß gegen den Geist der Städteordnung der Bestätigung hätte widerraten werden können. Uebrigens wird der Fall Eißnert demnächst auch das Gericht beschäftigen. Die Worms. Ztg. teilt nämlich mit: In eigener Sache. Unser politischer Redakteur Herr Hans v. Trützschler hat gegen den verantwortlichen Redakteur der Wormser Volkszeitung Herrn Freiherrn Ferdinand v. Reitzen stein der gerichtlichen Klageweg beschritten. Es handelt sich um den entstellenden Leitartikel „Der Streit um den sozialdemokratischen Beigeordneten von Offenbach" in der gestrigen Nummer der Volkszeitung. Dazu bemerkt die Worms. Volkszig.: Wir sehen der Verhandlung mit Vergnügen entgegen und •hoffen, daß die W. Ztg. vielleicht auf diesem Wege Ort und Gelegenheit finden wird, ihre persönlichen Verdächtigungen zurückzunehmen, denn der sonst übliche Weg scheint diesem Blatte .nicht bekannt zu sein. Lagesschart. Statt polnischer chinesische Landarbeiter. Die Polenfrage ist für Deutschland bekanntlich auch eine 'Landarbeiterfrage. Es kann nicht überraschen, daß seitens h,er Führer der poln. Bewegung der Gedanke erwogen wird, einen Generalstreik der polnischen Land- larbeiter vorzubereiten, um den preußischen Gegner zu ^schädigen. Bei dem immer größer werdenden Mangel an deutschen Landarbeitern würde die ostelbische Landwirtschaft zweifellos empfindlich getroffen, itoenn die polnischen Ackersleute, und zwar nicht nur die aus Preußen, sondern auch die russischen und galizischen -Polen in Zukunft darauf verzichteten, bei deutschen Besitzern Landarbeit zu verrichten. Es ist indessen nicht an- zunehmen, daß es zu solchem Streik kommt, und zwar aus dem Grunde nicht, weil es um die polnische „Kriegs* taffe" schlecht bestellt wäre, wenn die Millionen ausblieben, •die durch die polnischen Landarbeiter als Entlohnung von den deutschen Besitzern entnommen werden. Erst recht ausgeschlossen ist natürlich die Möglichkeit der Entschädigung so großer Arbeitermassen während eines Streiks, da es an jeder Organisation fehlt. Ist doch auch der Generalstreik in Rußland gescheitert, obwohl dort wenigstens von den Anfängen einer Organisation gesprochen werden konnte. Also bis zur Boykottierung der ostdeutschen Grundbesitzer • durch die polnischen Landarbeiter dürfte es noch gute Wege haben. Die Möglichkeit allmählicher Verringerung bcr- Zahl dieser Arbeiter besteht allerdings in der Richtung, als auch die polnischen Tagelöhner mehr und mehr der besser bezahlten Jndustriearbest im Westen Deutschlands sich zuwenden, eine Tendenz, die durch die geistigen Leiter der polnischen Bewegung begreiflicherweise gefördert wird. Betreffs der Leutenot auf dem Lande brachten nun die letzten Tage eine Meldung, der jedenfalls der Reiz der Neuheit eigentümlich ist. Es heißt, die agrarischen Vereine Westpreußens wollten bei ihrer Landwirtschafts- kammer vorstellig werden, sie möge int Verein mit den anderen preußischen Berufskammern die Regierung ersuchen, zeitweilig die Einführung von Chi.nesen für Verwendung bei landwirtschaftlichen Arbeiten zu veranlassen. Wenn das zutreffen sollte — die „Dtsche. Tagesztg." bestreitet es —, dann ist auf Berücksichtigung dieses Verlangens seitens der preußischen Regierung schwerlich zu rechnen. Die Kulis, die sich Amerika vom Halse hält, die nur unter dem Zwange verhängnisvoller Arbeiternot auf Samoa zugelassen wurden, diese mindestens eine volkshygienische Gefahr bedeutenden Gelben dürfen auf keinen Fall, auch nicht zeitweilig, über die deutsche Grenze gebracht werden, mögen sie noch so billige Arbeiter fein. * Ein Ministerium von Journalisten Noch nie sind in einem Ministerium der dritten französischen Republik die Männer der Presse so zahlreich vertreten gewesen, wie in dem, das C smeneeau jetzt gebildet hat. Von den zwölf Inhabern von Minister-Portefeuilles sind sechs, also genau die Hälfte, frühere Redakteure, und unter den übrigen sechs ist kein einziger, der nicht, ohne Journalist von Beruf zu sein, fleißig an Zeitungen mitgearbeitet hätte. Clemeneeau war bekanntlich erst praktischer Arzt, bevor er in die Politik dadurch hineingelmtgte, daß man ihn zum Maire seines Stadtviertels wählte. Am 1. Januar 1880 gründete Clemeneeau das Blatt „La Justiee", mit Pelletan als Chefredakteur, und als der Fall Drehsus Frankreich in zwei Lager gespalten hatte, trat er mit der eigens für diesen Zweck geschaffenen Zeitung „L'Aurore" für den beschuldigten Kapitän ein. Wie sein Freund und Gönner Clömeneeau, so begann auch Stephen P i ch o n , der n eue Minister des Auswärtigen, seine Laufbahn mit medizinischen Studien. Er gab sie auf, um in die Redaktion eines längst verschollenen Blättchens einzutreten, und von dort holte ihn Clemeneeau nach der „Justiee" herüber, um fortab seine Hand schützend über ihm zu halten. Ueberhaupt bringt Frau Pich on, die jetzt die Aufgabe haben wird, fremde Souveräne und deren Botschafter an ihrer Tafel zu bewirten, hierzu wenigstens eine Vorbedingung mit: kulinarische Erfahrung und Tradition. Denn sie ist eine Tochter eines Restaurateurs, dem das Restaurant Maison-Doree gehörte, der eleganteste Mittelpunkt der Lebewelt des Pariser Boulevards. Der Marineminister Thomson verdankt seine politische Karriere Gambetta, an dessen Blatte er als Redakteur tätig war, und B a r t h o u, der das Ministerium der öffentlichen Arbeiten übernommen hat, vertauschte früh den Ad- vokatenberuf mit dem des Schriftstellers, um sich an der Redaktion der „Jndependance des Pyrenees" zu beteiligen. Viviani, dem das Arbeitsministerium an bet traut worden ist, hat seine ersten Schritte auf dem Boden der Politik unter der Protektion Millerands gemacht, an dessen Blatte er als Redakteur angestellt war. Und der neue Kultusminister Brian d leitete ehemals den politischen Tell der berüchtigten „Lanterne" Rocheforts. Das sind die sechs Exredakteure im Kabinett Clemeneeau. Von ihren Kollegen schrieb' der Fincmzmi.ni.ster Caillaux als Professor an der Schule der politischen Wissenschasten manche finanzpolitische Broschüre. Am wenigsten hat sich wohl der neue Kolonialminister Millies- Laeroix bisher mit der Presse befaßt. Er, der nunmehr der Flotte Frankreichs gebietet, hatte einst — ein Mode- wareng eschäst, ehe er sich der Politik zuwandte, von den Mitbürgern seiner Vaterstadt Dax in die Kammer gesandt und später in den Senat gewählt wurde. Wioftffor Wurgeß von der Columbia-Universität Newyork, erster Inhaber der Theodore Noosevelt-Professur an der Berliner Universität, hielt am Samstag seine Antrittsrede. Erschienen roaren der Kaiser, die Kaiserin, Prinz August Wilhelm, Kultusminister Studt, der amerikanische Botschafter. Burgeß, von der Studentenschaft mit anhaltendem Trampeln begrüßt, brachte zunächst einen Brief Roosevelts zur Verlesung, worin Roosevelt der Universität Berlin die herzlichsten Grüße und Wünsche übermittelt, die historisch gewordene Freundschaft zwischen den Vereinigten liebliche Luise, aber ihr mehr auf den Salon gestimmter Ton paßte, ebenso wie ihre allerdings recht kleidsame Gewandung, doch nicht für die Jnspektorstochter. Weniger Sympathie erweckte wieder Herr K o st. Ich glaube zwar, daß es mecklenburgische Junker recht übler Sorte gibt, aber auch so üble? Seine Gattin wurde von Frl. Schuster, wenn auch nicht ganz unmamtiert und ungewunden, so doch auch nicht unerfreulich, als eine gutherzige Dulderin in wunderbarer Toilette gespielt. Frau Bons als die resolute Gattin des geistig verdumpsten Jochen deckte ihre Rolle ebenso wie das zweite Druwäppel-Paar, dargestellt von Frl. Hamann und Herrn Greeff, der übrigens ein ganz tüchtiger Liebhaber zu werden verspricht. Die Vorstellung ging unter Herrn Bakoss Leitung trefflich zusammen. In dem „SBräfig* dürfte die Direktion ein weit wertvolleres Zugstück besitzen, dem manche Wiederholung beschieden sei, als in den Stücken der Herren Kadel- burg, Schönthan, Koppel-Ellfeld e tutti quanti. P. W. Das neue Schauspielhaus in Berlin. Nach einer beispiellos kurzen Bauzeit von 240 Tagen ist tu Berlin das neue Schauspielhaus sertiggestellt worden. Das Gebäude liegt in Berlin W. an der Einmündung der Mvtzstraße in den Nollendorsplatz. Am Freitag, dem 26., fand die Eröffnung des Schauspielhauses und am Samstage die des darin befindlichen Mozart- faale9 statt. Der neue Theaterbau führt uns architektonisch leider nicht weiter und ist abseits von den wirklich ernsten neueren Archi- tekturbestrebungen eittstanden. So völlig im Zweck verfehlt, wie die neue Berliner komische Oper ist das neue Schauspielhaus freilich nicht, die Proportionen sind im Innern gut, die Platzanordnung übersichtlich, .Hör- und Sehverhältnisse günstig. Doch die Ausstattung des Raums ist nicht banmeisterlichen Geistes, sondern im schlechten Dekorationsgeschmack. Tapezierkünste herrschen vor, Posamenten hängen als kleinliche Abschlußkante am Rand des ersten Ranges; der Vorhang mit Palmetten, Pfauenfederrr und glitzernden Glaskugelketten ist in ethnogra- phicher Carousssel-Manier, im Foyer fallen buntkitschige Malereien auf die Nerven. Keine Ausgestaltung merkt man, sondern nur das Zerrbild wahlloser überladener Auspuherei. Bessere Qualitäten hat das Vestibül in Marmor und Bronze und Deckenbeleuchtung aus mattglühenden Glas-Kabochons. Die Fassade ist mehr geklebt und zusammengesetzt als gegliedert. Nach dem Nollendorsplatz wälzt sic sich viel zu schwerfällig für die enge Mietshausnachbarschaft als starrendes Bollwerk, mit Pantherwagenbekrönung auf den Seitenpfosten, vor. Reiner ist die Seitensassade, hinter der der Mozartsaal liegt. Mit weißsprossigen langen Fensterleisten mit weich gerundeten Ausbuchtungen wird Anmut erreicht, nur stimmen die beiden Gesichter des Baues gar nicht zusammen, * — Der Kun st wart. Rundschau über Dichtung, Theater, Musik, bildende und angewandt' Künste. Herausgeber Ferdinand Avenarius. Verlag von Georg D. W. Callweh in München. (Vierteljährlich 3.50 Mk., das einzelne Heft 70 Pfg.) — Der „Kunstwort" ist mit dem Oktober in das zwanzigste Jahr seines Bestandes getreten und er hat dieses Jubiläum zum Anstoß genommen, um in einer neuen verbesserten und verfeinerten Ausstattung zu erscheinen, die sich bis auf die Tertschrist erstreckt. Und das gefällige Aeußere ist abermals nur ein Zeichen verbesserten Gehaltes. Die Beiträge sind kürzer, dafür aber mannigfacher geworden und die Kunstbeilagen erscheinen jetzt in einer Verviellältigungstcchnik, die kaum mehr etwas zu wünschen übrig läßt. Wer von den Herstellungspreisen von KUpferdrncken. Steindrucken, Farbendrucken etwas weiß, der weiß auch, daß bei kleineren Auflagen ost nicht einmal ein einziges der beigelegten Blätter für den Preis geboten werden könne, den ein ganzes „Kunstwart"-Heft kostet, und wer ferner weiß, daß der „Kunst- wart" stets den materiellen Wert seiner Darbietungen in dem gleichen Verhältnisse erhöht hat, wie seine Abnehmerzahl gestiegen ist, der wird verstehen, wenn der „K mftwart" mit dem Stolze wahrhafter Vescheideuheit es seinen bisherigen Freunden überläßt, die Agitation für ihn von Mensch zu Mensch mit Ernst zu betreiben oder aber zu unterlassen. Wir haben, so ost sich die Gelegenheit dazu bot, dem selbstlosen Unternehmen das Wort geredet und wir können auch heute zu seiner Empfehlung nichts anderes tun, als mit Nachdruck zu wiederholen, daß es in deutschen Landen und auch sonst nirgends eine zweite Zeitschrift gibt, die mit dem gleichen Erfolg der künstlerischen Erziehung dient. — Staaten und Deutschland, die Verdunste ber Männer deutscher Geburt und Abstammung um die Union hervorhebt. Der Gipfel des Austausch? der Kultur zwischen beiden Ländern sei die Errichtung der Rooseveltprofessur. (Händeklatschen, Trampeln.) In der Rede selber sagte Burgeß unter anderm: Die größte Bürgschaft des Frieden? und der Wohlfahrt Europas sei nicht durch Verträge und Bündnisic zwischen ihnen gegeben, sondern durch das deutsche Reich und das deutsche Heer. (Beifall.) Die Begründung der Professur ermögliche cs, Fragen von allergrößter Wichtigkeit der gründlichsten und freundschaftlichsten Ueberlegung zu unterziehen, die auf diplomatischem Wege kaum berührt werden dürften. Die Interessen der vereinigten Staaten und der Welt könnten nicht besser gefördert werden als durch starke teutonische Einwanderung in Südamerika, wodurch die Besiedlung des riesigen Kontinents mit kulturfähigen Menschen gesichert sei. Burgeß teilte mit, er werde über die Ver- fasslmgsgeschichte und das Verfassungsrecht der Vereinigten Staaten lesen, ferner, daß die preußische Regierung für das Museum zur Aufnahme amerikanischer Lehrmittel, der Porträts der Roosevelt-Professoren usw. einen Raum zur Verfügung stellte. Er habe bereits drei Porträts und andere Gegenstände mitgebracht. (Anhaltender Beifall.) Der Rektor, Profesior Kaftan, brachte ein Hoch auf den Kaiser aus und Präsident Roosevelt. Kaum hatte der Rektor geendet, als der Kaiser das Wort ergriff und mit weithintönender Stimme etwa folgendes sagte: „Kommilitonen! Anknüpfend an das eben vernommene Schreiben des Präsidenten Roosevelt fordere ich euch auf, um unserem Dank für das bewiesene Wohlwollen, für die Worte der Anerkennung und Freundschaft für das deutsche Volk und die hiesige Universität auszusprecht^, einzustimmen in den Ruf: Theodore R o o o s e v e l t, der Präsident der vereinigten Staaten Hurra, Hurra, Hurra 1" Die Studenten, die, als der Kaiser zu sprechen begann, vorwärts drängten, stimmten in das Hurra ein. Aus Stadt und Land. Gießen, 29. Okt. 1906. * * In Audienz empfangen wurde von Sr. K. H. dem Großherzog am SamStag u. a. Kreisbauinspektor Fischer von Alsfeld. • • Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoh. der Großherzog haben dem Obersten a. D. Ochwadt, seither Kommandeur des 5. Großh. Infanterie-Regiments Nr. 168, das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Hauptmann v. Pir sch er, Lehrer an der Feldartillerie-Schießschule, seither im 2. Großh. Feldartillerie- Regiment Nr. 61, das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem in Diensten der Gandenberger'schen Maschinenfabrik Georg Goebel in Darmstadt stehenden Buchhalter"und Bureauvorsteher Karl Becker zu Darmstadt das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Werkführer Joh. Bergner zu Wolfskehlen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift »Für treue Arbeit* am Bande des Philipps-Ordens verliehen. * * Lehramtspersonalien. Se. Königl. Hoh. der Groß Herzog haben den Obrrlehrer Ludw. Schäfer an der Real- und Landwirtschaftsschule zu Groß-Umstadt, z. Zt. Leiter der höheren Bürgerschule zu Ober-Ingelheim, zum Oberlehrer an dieser Schule mit dem Amtstitel „Rektor*, den Lehramtsaffessor Ludw. Horst an der Real- und Landwirtschaftsschule zu Groß-Umstadt zum Oberlehrer an dieser Anstalt, den Lehramtsassessor Dr. Ludw. Spilger an der Realschule und dem Progymnasium zu Astzey zum Oberlehrer an dieser Anstalt und den Lehramtsaffessor Herrn. Rodenhausen, Leiter der höheren Bürgerschule^ zu Schlitz, zum Oberlehrer an dieser Anstalt mit dem Ai^itstitel „Rektor* ernannt. < - Von der oberhess. Feldbereitzigung. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den FekdbereinigungS- kommissär für die Provinz Oberhessen mit den? Amtssitze zu Friedberg, Gustav Spanier, zum Ministerialse^'etär bei dem Ministerium des Innern ernannt. k , ** Die Viehseuchen sind in unserer Plrovinz fortgesetzt im Ab nehmen begriffen. In den letz^^ Wochen trat die Schweineseuche oder Schweinepest/' ote den Sommer über in den Kreisen Alsfeld und Lauterbach herrschte, nur noch in Burg-Gemünden auf, mehr y)er°Tr,et?et ist noch der Schweinerotlaus, und zwar il1 Ut|n)e, Grüningen, Lang-Göns, Gießen, Langsdorf, H Ettingshausen, Kirtorf, Burg-Gemünden, Dauernhei Inhalt dcS ersten Novemberheftes: Was gestaltet das hinter Theaterlebcn? Von Erich Schlaikjcr. —- Weimar und Jena. ~0It Karl Lamprecht. — Der Musikunterricht in den LehrlingSanst a^n- Von Franz T. Schoenhuber. -- Mcuniers religiöse BildN^5^- Von Georg Treu. — Kunst und Industrie (Schluß). Von Lpl6* drich Naumiann. — Lost Blätter: Ausl Wolfgang Kirchbr^ltzs Schriften.,— Rundschau: Die Kulturarbeit der Zeitung — SKcr=' standcspoesie — Nene Erzählungen — „Goethes Briefe in f£ciflÜrcr Auswahl" — Berliner Theater — Münchner Theater — MM Reger alsl Kvmponift fürs Haus —- Leipziger Musikleben — FL)'- das Melodram — Der Ausbau der Breslauer Domtürme -4~ Zweiter Kongreß für protestantischen Kirchenbau — Von Sink* für Farben — „Für unsere Leserinnen". — Bilderbeilagen: (Soir* stantin Meunier, Der Gerichtete: Der verlorene Sohn: Ecc»^ homo: Leichnam Christi; vier Mbildungen zu dem Aufsatzee' BreÄauer Domtürme. — Notenbeilagen: Mar Neger, Aus mcip nem Tagebuche; Rudolf Schüller, Ein Ständchen. — DaS Novemberheft der NeuenRund schau lS. Fische^'' Verlag, Berlin^ bringt neben dem Schluß deS T-riedrich Huch?' schen Romans Müo ein Zwischenspiel von 53entart» Shaw, „'Son1 Zuan in der Hölle", daS in Form eines Dialogs zwische^ Don Juap, Donna Anna, dem Kvmthur und dem Teufel atlV modernen Probleme der Kultur und Moral geistreich durchnimnck 1 und zu einem positiven Schlüsse führt. Otw Julius B i e rj * b aum hat eine reizende Novelle mls der Zeit des zweites Empire „Die Liaisons der schönen Sara". Albrecht Wirth gibt; einen Ueberblick. über den Stand der Weltpolitik, Richard Nä - Meyer einen Essai über gewisse Typen äußerlicher Repräsentativ^ n in der Wissenschaft (anschließend an Lazarus' Memoiren), Kun Singer eine Studie über Venedigs Reflexe in Kunst nnd Dicht- ■ ung, Oskar Bie Aphorismen in Kunst, Natur und Lektüre vor : seiner Sommerreise. Berlin, 28. Okt. Heute mittag fand die Feier der Enthüllung des an der Rousseau-Insel im Tiergarten errichteten 1 Denkmals für den Komponisten Albrecht Lortzing statt» Als Vertreter des Kaisers war der Generalintendant Exzellenz, v. Hülsen, erschienen. Nach mrisikalischen Erträgen aus ben\ Werken Lortzings hielt der Oberregisseur des königl. Operirhauses, ] Dröscher, die Weiherede. Hülsen legte im Auftrage des Kaisers einen Lorbeerlranz nieder. Ihm folgten Vertreter der Stadt Berlin, der Sohn des Kvmponiften, viele Deputationen fremder; Städte, von Theatern, SSercinen und Berliner Innungen. g^n, Geiß-Nidda, Niedci-Mockstadt, Büdesheim, Kirch-Göns, Wohnbach, Weckesheim, Ober-Rosbach, Rieder-Weisel, Dom» vssenheim, Maar, Lauterbach, Schlitz, Laubach, Ulfa, Freienseen, Herchenhain, Volkartshain und Oppenrod. Der Mauschbrand herrschte tu Rudlos, Wallenrod, Holzmühl, Mittel-Seemen, Schotten, Eschenrod, Altenhain, Eichelsdorf, Seibertenrod; neu wurde er sestgestellt in Trais-Horloff, Bellersheim und Steinheim. Milzbrand trat noch auf in Echzell, Rieder-Wöllstadt und Bermuthshain, neu festgestellt in Grüningen. ♦* Fußsteige frei! Wir verweisen auf die heutige Bekanntmachung des Großh. Polizeiamts, die einige Bestimmungen über den Straßenverkehr ins Gedächtnis zurückruft, gegen die gar ost gefehlt wird. Es ist nämlich im Interesse der Cwmög- lichung des ungehinderten Fußgängerverkehrs auf den Fußsteigen das Befahren der Fußsteige mit Fuhrwerken jeder Art (auch Handwagen und Fahrräder) — ausgenommen, soweit hierdurch der Fußgängerverkehr nicht gehindert wird, die Beförderung von Kindern und Kranken in Kinder- und Krankenwagen —• bei Strafe verboten. Außerdem ist untersagt das Stehenbleiben, wodurch der freie Verkehr gehemmt wird, sowie das Tragen von Gegenständen, die geeignet sind, andere zu belästigen (z. B. Metzgerbollen, Marktkvrben usw. . Gerade diese Rücksichtslosigkeiten sollten ebenw wie das lästige Ausschütteln von Teppichen usw. auf die Straße nicht erst durch Strafanzeigen verhindert zu werden brauchen. ** Der Rad-Klub „Germania" Gießen, gcgr. 1899, begeht am 10. Rov. d. I. das Fest seiner B ann erw e.ih e. Weitgehende Einladungen sind ergangen, um die Feier, die in der Turnhalle stattfindet, recht würdig zu gestalten. Den gesanglichen Teil hat der Bauer'sche Gesangverein in liebenswürdiger Weise überrwmmen, während der Radfahrer-Verein Wetzlar seine gesamte Kunstfahrer-Mannschaft zur Verfügung gestellt hat. Dias sportliche Programm umfaßt einen Begrüßungskunst reigen, ein Rad-Polo 2 gegen 2, ferner ein Künstfahren, 4 Fahrer auf 4 Mdern, 4 Fahrer auf 2 Rädern und 4 Fahrer auf nur 1 Rad. Da auch die Humoristica vertreten ist, verspricht die Feier sehr genußreich zu werden. Alles weitere ist ans den später erscheinenden Programm und Anzeigen zu ersehen. ** Volksversammlung. Auf Einladung des hiesigen deutschen Vereins spricht Reichstagsabg. Raab-Hamburg am Dienstag int Einhorn. (Siehe die Anzeige!) *• Au§ der Schule. Ein Schüler erzählte die Umkehr des »Verlorenen Sohnes" mit diesen Worten: Da schlug er um sich (statt: in sich!) und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben! ? Saasen, 26. Oft. Der Kriegerverein wird im Laufe des nächsten Jahres das Fest seiner Fahnenweihe begehen. Die Vorbereitungen zu dem Feste sind bereits im Gange. Die Fahne, die das neue Grobherzogliche Wappen erhält, ist bei der Firma Georg HiSgen (Inh. Hermann HiSgen) in Lich schon bestellt worden. O Atzbach, 28. Oft. Mit Recht wendet man den alten erhaltenswerten Fachwerkhäusern, vor allem solchen mit Inschriften oder auch sonst durch malerische Eigenart der Bauformen sich auZzcichnenden älteren Bauten unserer Landgemeinden erneute Aufmerksamkeit zu. So ist an dem inmitten deS Dorfes gelegenen, im Jahre 1680 erbauten »Schul- und Gemeindehaus^ folgende interessante lateinische und deutsche Inschrift zu lesen (erstere mit Chrono- gramm): 1. Qaas Mara quas ignis fervensque refrigerata Des pacis fertilitas lo(?)tibi restituit. Ao. 1680. 2. Was der verderbliche Krieg und Feuer hat verheeret. Solche? hat des Friedens Frucht unS wiederum bescheret. Job. Casimir Konding D. Reich an alten merkwürdigen Bauten ist ganz besonders die durch ihr vormaliges Prämonstratenser Kloster berühmt gewordene benachbarte Gemeinde Dorlar. Am dortigen Platze bei der Linde befindet sich eine im 15. Jahrhundert errichtete merkwürdige Durchfahrt, sowie vis-L-vis der alten Schule ein aus dem 14. Jahrhun dert stammender Torbogen und anderes mehr. p. Aus dem Hüttenberg, 26. Okt. Bei der Durchwanderung unserer Hüttenbergischen Ortschaften fällt eS auf, daß die in früheren Jahren erbauten Wohnhäuser mit von Malern hergestellten Blumensträußen geschmückt sind, in denen die Farben rot, blau, grün vorherrschen. Ein Vergleich mit der Kleidung dieser Gegend zeigt, daß diese Farben auch in den zum Schmuck getragenen Kleidungsstücken als sehr beliebt gelten. Viele alte Wohnhäuser unserer Gegend tragen in die Balken eingemeißelte Inschriften, die, in neuerer Zeit aufgefrischt, den Nachkommen von wichtigen Ereignisien berichten. In keiner Inschrift fehlt die Wiedergabe einer Stelle der heiligen Schrift. Im Hüttenberg trifft man auch noch echte Fachwerkgebäude an, die besonders für jeden AltertuinSfreund interessant sind. Leider kann man aber beobachten, daß man vielfach das Holzschnitzwerk, die Figuren, Köpfe, Trauben und daS Rankenwerk malerischer Holzbauten mit Bewurf und Tünche bedeckt und so dem Gebäude seine Schönheit nimmt. Die vermeintliche Vornehmheit des aus dem holzarmen Süden stammenden SteinbaueS läßt also dem Besitzer sein HauS, das in feinem altertümlichen Gewandte eine Zierde bedeuten würde, zum nüchternen Wohnkasten verunstalten. Hoffentlich trägt dieser Artikel dazu bei, daß in unserem Hüttenberg, aber auch in der weiteren Umgegend, die schönen, alten, »Rurtrierschen" Holzbauten noch lange in ihrem Originalkleide erhalten bleiben. g. Bad-Nauheim, 28. Okt. Heute nachmittag tagte im großen Saale der Turnhalle eine stattliche Versammlung, in welcher der Sekretär deS Freisinnigen Landesvereins, Herr Albert Kuhlmann, einen Vortrag hielt. Stadto. Fritz eröffnete die Versammlung des freisinnigen Vereins vom Großherzogtum Heffen und gab hierauf Herrn Kuhlmann das Wort. Der Redner verbreitete sich über das Thema »Die gegenwärtige politische Lage unseres Vaterlandes^. Als Hauptpunkte seiner Disposition find hervorzuheben die Zölle, Industrie, Landwirtschaft, Fteischnot, Steuererhöhung. Ganz besonders betonte er, daß die Fleischpreise in unseren Nachbarländern, wie Frankreich, Holland, Dänemark 2C. gegen die unserigen um circa 30 Pfennig tiefer ständen. Der vorhandenen Fleischnot sei nur dadurch zu steuern, daß man darauf hinwirke, daß die Grenzen geöffnet würden. Was die Steuererhöhung anlangt, so findet der Redner es als eine Ungerechtigkeit, daß die Fahrkartensteuer eingeführt wurde. Viele Leute umgehen diese Steuer dadurch, daß sie sich einfach Viertektaffe-Billcte lösen. Auch gegen die Zigarettensteuer wendet er sich. Die Hauptsache sei, daß man die Erbschaftssteuer etwas mehr ins Auge fasse. Die Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Nach einer Diskussion dankte Stadtrat Fritz hierauf dem Redner für seinen intereffanten Vortrag und schloß die Versammlung. w. Wetzlar, 25. Okt. Herrlich vollendet steht nunmehr in dem Vorort Niedergirmes die neuerbaute EhristuS- kirche da, zu der am 6. August 1905 der Grundstein gelegt wurde. Tie bisherige Kirche war baufällig und genügte dem Bedürfnis der fortwährend wachsenden Gemeinde nicht mehr, die zurzeit rund 1800 evangelische Einwohner zählt. AlS Bausonds war ein Kapital von 70 000 Mk. vorhanden. 60 000 Mk. flössen auS dem Gelde, das die Stadt Wetzlar bei der am 1. April 1903 erfolgten Eingemeindung von Niedergirmes erhalten hatte. 7000 Mk. gibt daS Königl. Konsistorium aus provinziellen Mitteln und 3000 Mk. bringt die evang. Gemeinde durch kirchliche Umlagen auf. Als Tag der Einweihung ist Sonntag, 4. November bestimmt. s. Biedenkopf, 25. Okt. Zur Freude aller Hausfrauen haben unsere Stadtverordneten die Einrichtung eines Wochen markte? beschlossen. Vorbehalllich der Bestätigung des Bezirksausschusses Wiesbaden soll der Markt jeden Freitag morgen auf dem hiesigen Marktplatze abgehalten werden. Zur Selbstmordstatistik im Großherzogtum Heffen. Nachdruck verboten. Von den 19186 Selbstmorden, die im Jahre 1904, dem letzten Jahre, für bas die offizielle Statistik Zahlen aufweist, im Deutschen Reiche vorkamen, entfielen 297 auf das Großherzogtum Hessen. Das bedeutet gegen die Vorjahre wenn auch keinen beträchtlichen, so doch immerhin erfreulichen Rückgang, denn den 306 Selbstmordfällen im Jahre 1903 und obige 297 im Jahre 1904 gegenüber, ein Abschwiuden der Selbstmörderzahl, die sowohl im ganzen Deutschen Reiche — dort betrug die Zahl 1903 12 730 — als auch in den meisten Einzclstaaten zu konstatieren ist. Die meisten Selbstmorde kamen natürlich in dem größten jdieutschen Bundesstaate, in Preußen, vor, nämlich 7290, die wenigsten in dem der Bevolkerungs- zahl nach kleinsten Ländchen, in Schaumburg-Lippe, nämlich 6. Ein richtiges Bild von der Häufigkeit der Selbstmordfälle erhält man natürlich erst, wenn man ih>re Zahl mit der Einwohnerzahl in Verbindung bringt. Danach entfielen im Großherzogtum Hessen auf je 100000 Einwohner 2 4,9 Selbmö r d er gegen 25,6 des Jahres 1903 und 26,7 des Jahves 1902. Wir befinden uns mit diesen Zahlen leider etwas über dem im ganzen Reiche erzielten Durchschnitt, wo 21 Selbstmörder auf obige Einwohnerzahl kommen. Immerhin gibt es noch viele deutsche St aateu, die eine höhere Verhältnisziffer aufweisen; die höchsten Sach- sen-Altenburg und Sachsen-Koburg-Gotha mit 41,5 bezw. 41,8; die niedrigste Ziffer hat das Fürstentum Lippe aufzuweisen, das nur 12 Selbstmörder auf 100 000 Einwohner zählte. Von den 294 Selbstmorden des Jahres 1904 in unserem Großherzogtum entfielen 245 auf das männliche Geschlecht und nur 49 auf das weibliche, auf je 100 männliche kamen 20 weibliche. Dieses ist also an den Selbst- entleibungcn weit zahlreicher beteiligt als das männliche, eine Erscheinung, die sich übrigens — von wenigen Ausnahmen abgesehen — in allen Bundesstaaten wiederholt. Doch muß festgestellt werden, daß — gleichfalls mit gan'z vereinzelten Ausnahmen — die Beteiligungsziffer des weiblichen Geschlechts an der Selbstmord-- st a t i st i k eine steigende Tendenz zeigt. In Deutschland kamen 1902 26,3, 1903 27 und 1901 28,5 weibliche Selbstmörder auf je 100000 männliche. Zu den wenigen Ausnahmen gehört auch unser Land. Bei uns kamen im Jahre 1902 30 weibliche „Freiwillige des Todes" auf 100 männliche, und 1904 nur 20! Gießener Strafkammer. )( Gießen, 26. Oktober. Wissentlich falsche Anschuldigung. Im Jahre 1903 wurden die Taglöhner K. L. III. und H. R. von Frischborn auf Veranlassung des Landwirts H. F. wegen Werfens in Strafe genommen. Im verflossenen Sommer machten sie eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, in der sie behaupteten, F. habe bei seiner zweimaligen eidlichen Vernehmung wissentlich die Unwahrheit gesagt. L. rühmte sich sogar, er habe F. mehrmals „meineidiger Schuft" genannt, ohne daß dieser klagend gegen ihn vorgegangen sei. Die Ermittelungen ergaben, daß L. und R., die beide erheblich vorbestraft sind, mit F. und dessen Familie in bitterster Feindschaft stehen. Insbesondere hat L. den F. und deffen Angehörige bei jeder sich bietenden Gelegenheit beleidigt und zu schädigen gesucht. Die Behörde hatte keinen Anlaß gegen F. wegen Meineids vorzugehen, da seine Aussagen sich mit den der übrigen Zeugen deckten und sein Vorleben tadelssrei ist. Dagegen führte die UMersuchung zur Anklage gegen L. und R. wegen wissentlich falscher Anschuldigung. Die Verhandlung endigte mit der Verurteilung des L. zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 2 Jahre' auch sprach das Gericht dem F. die Publikationsbesugnis zu. R., dem nicht nachgewiesen werden konnte, daß er die Beschuldigungen gegen besseres Wiffen erhoben hat, wurde wegen mangelnden Beweises s r e i g e s p r o ch e n. Tierquälerei. Der Landwirt B. T. von H e r b st e i n hat sein Pferd wiederholt in ärgerniserregender Weise mißhandelt, weshalb er Strafbefehle über 4 Wochen bezw. 22 Tagen Hast erhielt. Da er zum Ternün am Schöffengericht nicht erschien, wurde der von ihm erhobene Einspruch zurückgewiesen. Er focht die Enlschei-dung an, blieb aber auch dem Berufungstermin fern, weshalb es bei den in den Strasbefehlen angesetzten Strafen sein Bewenden behielt. Eine Dorfgeschichte. Der Gastwirt A. H. von Freienseen hat gegen die Ehefrau des W. B. wegen Beleidigung Privatklage erhoben, was von dieser mit einer Gegenklage erwidert wurde. Die Parteien hatten sich gegenseitig den Vorwurf des Meineids bezw. Anspielungen aus Ehebruch gemacht. Das Schöffengericht verurteilte Frau B. zu 15 Mark Geldstrafe und sprach den Widerbeklagten H. frei. Aus Berufung der Verurteilten erfannte die Strafkammer auch gegen H. auf eine Geldstrafe von 15 Mark, da er zweifellos auch ein gehässiges beleidigendes Verhalten an den Tag gelegt hat. Vermischte-. • Fürst und Millionärin. Wie unS aus Köln gemeldet wird, bespricht man in den Kölner Gesellschaftskreisen lebhaft die täglich erwartete Bekanntmachung der Verlobung der reichsten Dame der Rheinstadt, der verwitweten Frau Oelbermann mit dem Fürsten Heinrich von Hanau. Der Fürst steht im 64. Lebensjahre und ist das achte von den neun Kindern, die der morganatischen Ehe deS letzten Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. von Hessen mit Gertrude Falkenstein, der geschiedenen Frau des preußischen Leutnants Lehmann und Tochter eines Berliner WeinhändlerS, entsprossen. Er ist, als Familienoberhaupt, Besitzer der von seinem Vater gestifteten Fideikommißherr- schaften Hokowitz und Jiner in Böhmen, die einen beträchtlichen Wert darstellen. Das Vermögen seiner künftigen Gemahlin, der Frau Oelbermann, wird auf 100 bis 120 Millionen geschätzt, und ihr Jahreseinkommen dementsprechend auf sechs Millionen Mark. Sie ist deffen alleinige Herrin, da ihre beiden Söhne jung gestorben sind; der eine war mit einer Tochter deS in diesen Tagen verstorbenen Proseffors Simrock verheiratet. * Kleine Tageschronik. Bei dem VrandevonCan- s a s C i t n haben 30 Personen ihr Leben eingebüßt. Außerdem wurden 60 Personen schwer verletzt. Viele Leichen besinden sich in den brennenden Gebäuden. Viele der vom Feuer Bedrohten wurden irrsinnig und erschwerten die Rettungsarbeiten der Feuerwehrleute. — In Paris bat ein großes Feuer zwei bedeutende Fabriken zerstört. Der Braud war in einer Klavienabril ausgebrochen und sprang auf die daneben liegende Fabrik für Präzisionsinstrumente über. Der Schaden wirb auf 20 Millionen angegeben. Eine Frau erlitt beim Anblick der Flammen einen Schlaganfall rind starb.— Der Raubmörder Schilling, der in der Nähe von Schandau ein lojähriges Mädchen ermordete, wrirde von Kamenz dem Dresdener Gefängnis eingeliefert. — In Bern hat sich die russische Studeutin Taube F e^i g e I a n k e l s o n aus Mitau das Leben genommen, indem sie Schwefelsäure trank, ©i/ war erst vor Kurzem in Bern eingetroffen. rtttiverMäts-Nachrrchten. Den Dozenten an der Akademie für Sozial- und Handelswissen- schasten zu Frankfurt a. M. Rechtsanwalt Dr. Ganz, Gerichts- und Handelschemiker Dr. Becker, Geschäftsführer des Instituts für Gemeinwohl Dr. Stein und Geschäftsführer deS Instituts für Gemeinwohl Dr. Klumker ist das Prädikat „Professor" beigelegt worden. — Dem Geh. Justizrat und ordentlichen Professor der Rechte in Halle a. S., Dr. H. Fitting, der kürzlich seinen 75. Geburtstag beging, ist anläßlich dieses Ereignisses eilte internationale Anerkennung und Ehrung zuteil geworden, die in ihrer Art wohl einzig desteht. Fitting wurde von der Universität zu Montpellier eine kunstvoll ausgestattete Adresse überreicht, in welcher ihm angekündigt wird, daß ihm unter dem Titel: „M6- langcs Fitting" demnächst 'ein Sammelband überreicht werden soll, für den 50 Gelehrte der verschiedensten europäischen Länder Beiträge zugesagt haben. München, 27. Okt. Der Augenarzt, Universitätsprofesfov Geheimrat Dr. August v. Rothmnnd, ist heute gestorben. — Aus Pavia ist eine Depesche eingelausen, nach welcher der Rektor der dortigen Universität Prof, der Medizin Golai den Nobelpreis von 200000 Frcs. erhalten hat. Gr?enbahri-Aeitung. — Ein arbeiterfreundlicher Erlaß des Ministers Breitenbach wird soeben amtlich bekanntgegeben. Die Kündigung und Entlassung der zur ständigen Beschäftigung angenommenen Eisenbahnarbeiter aller Dienstzweige soll nach früheren Erlassen nur aus zwingenden Gründen vorgenommen werden, unter keinen Umständen wegen Verkehrs-Rückganges, Verminderung der Züge usw. Der Minister macht es den Eisenbahndirektionen nunmehr vereint zur Pflicht, darüber zu wachen, daß seitens der Inspektionen und äußeren Dienststellen danach versahren werde und daß solche Arbeiter im allgemeinen nur dann entlassen werden, wenn sie sich grober Verstöße gegen die Dienstpflichten schuldig machen ober wenn sie dauernd dienstunfähig werden. Im letzteren Falle sollen die Dienstvorsteher aber gleichzeitig dafür sorgen, daß wegen Wahrung der den Arbeitern gegen die Betriebskrankenkasse oder aus Grund des Unfall- usw. Versicherungs-Gesetzes zustehenden Ansprüche die nötigen Schritte getan werden. Um die Direktionen in die Lage zu versetzen, sich dauernd über das seitens der Dienststellen in dieser Hinsicht geübte Verfahren zu unterrichten, bestimmt der Minister, ba'ßjür bie Beschweiche, welche ben Arbeitern über ihre Entlassung zusteht, bie Eisenbahnbirektionen zuständig sein sollen. Von diesen sofort in Kiaft zu setzenden Verordnungen ist allen Arbeitern in zuverlässiger Weise Kenntnis 31t geben. Handel und Verkehr, Volk-Wirtschaft. Dortmund, 27. Okt. In der heutigen Generalversammlung der Harpen er Bergbau-Akt.-Ges. wurde der Geschäftsbericht und die Bilanz für 1905/06 genehmigt. Die per 1. November zahlbare Dividende wurde mit 11 Prozent genehmigt. An Stelle des verstorbenen Aufsichtsratsmitgliedes, Geh. Kommerzienrats Michel-Mainz, wurden Geh. Kommerzienrat Hedderich-Darmstadt sowie Kömmerzienrat Oswald in den Aufsichtsrat gewählt. Was die B e w e g u n g derBerg- arbeiter anbetrifst, so ist nicht anzunehmen, daß die Führe, die besonnenen Lkrbeiter zu dem Streik veranlassen werden, bc ein solcher jetzt keinen Vorteil bringen würde. Wie die Verhältnisse liegen, ist eine Fortsetzung der Steigerung der Löhne bei anhaltender Konjunktur vorauszusetzen. An die Möglichkeit einer sofortigen 15 prozentigen Erhöhung der Löhne glaubt kein Arbeiter. Es ist aber wohl eine f r ie d li che Verständigung zu erhoffen. Märkte. Gießen, 27. Okt. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.00—1.10 Mk., Hühnereier 1 St. 8—10 Pfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 0 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käfeinatte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbsen p.Pfd. 18-24Pfg., Linsen p. Psd.25-40 Psg., Tauben pr. Pr.0,80—1,00Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80-2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 70-75 Pfg., Ochsenfleisch pr. Psd. 82—88 Psq., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 90—100 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psund 104 Pfg.. Kalbfleisch pr. Psd. 84—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Psg. Weflche per Psund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 4,00—5,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg., Aepsel per Zentner 15 bis 24 Mk., in Körben 00 Pfd., Nüsse 100 Stück 30 Psg., Birnen per Psd. Mk. 0.10 —0.15, per Ztr. 9—15 Mk., Zwetschen per Ztr. 5,00—0.00 Mk., Weißkraut per Stück 10—15 Pfg., per Zentner Mk. 2.20—2.50. — Marktzeit 8—2 Uhr. Offener Brief. Marburg, 28. Oktober• -ZIteZer cZzan-j / Wie ich sehe, hast Du mich nicht verstanden. Ich will nämlich letzt heiraten und besitze selbst wenig Baarmittel, wenn ich nun die Adresse von ihr erfahre resp. habe, kann ich mich mit ihr in Verbindung setzen und bin im Voraus überzeugt, dass sie soviel Einsicht hat und mir das Nötige mit ins Haus bringt. Hoffentlich hast Du mich verstanden. Deiner umgehenden Mitteilung entgegensehend, verbleibe ich mit besten Grüssen [aM/10] Dein Freund ln leder beliebigen §chrt stau nno Kano* £/ ISillUlien sorte, sowie mit Zirkeln aller studentische« f Vereinigungen, liefert zu mäßigen preise« örühl'sche Universitäts-Vruckerei, Schulstratze l F» Damenkleiderstoffe Gebrüder Imheuser Damen- und Herren-Modewaren WWW» il d. Bahnhofstraße [07938 Ederslraße 18 I. 08056 Schöne 3-Zimmerwohti. billig Gut möbl. Zimmer zu vcrm. 6479 Neuenweg 9 II. zu vermieten. |6530 L 2jj.inm.er L&den etc. Marburger Str. 60. 6I82I Seltersweg. 52211 sofort zu vermieten. 16456 gemahlene 08054 Seltersweg 33 I. 1. 1.- Kutscher CI o 6572 Ausverkauf Q» Ebelstraße 26. 08039 j 5 Zimmer ] V7° Suche braves 4 Zimmer schöne 4-Zimrncriv. josorl oder Schön möbl. Zim. z. verm.s"^" Frau Rentmeister, Llcherstr» 7 II, Näheres Erednerstr. 36, p. [5989 UMjWeWnlO (Offcnr SiriIcii 4huif-(i>crnd)c Nordanlage 1 eine 2-Zirnmer- wohnung mit Küche u. Zubehör Chemische fabrik Düsseldorf jj] Akfiengntllichan. io CO . Mts nachmittags 2 Uhr l08066 werden im Biekerschen Saale ver- steiaert: 1 Pianino, 1 Fahrrad, 1 eich. Regulator, 1 Sekretär, 1 Pferdewagen, 1 Chaisengefchirr, 3 Kastenwagen, 1 Sopha mit 6 Stühlen, 1 Nähmaschine u. v. a. Geißler, Gerichtsvollzieher. Z Inhoffens Bären-Kaffee isf und bleibt der beste und preiswerteste Bohnenkaffee. LiVaXien \xv a\\ex\ 2 Zlmm. mit Küche u. Kamin. p. sofort. Bahnhoistr. 63 III. [^' Schöne 2-Zimmerwohnung zu vermieten. Mäusburg 16. [6313 Zwei schöne 2-Zunmerwohng. sofort zu vermiet. Wasser, Gas, Gartenanleil. Schmall, Sch. möbl. Zimm. z. v. Nähe d. Kliniken. Franli.Str.52,1. 107875 Gur möbliertes Zimmer mit Schreibtisch zu vermieten. 6366[ Goethestraße 48, Pt. Delikaless- Zwetschen- ISarmelade eigener Kochung in 25Psund-Blecheimer in 10 Pfund email. Töpfen in 5 Pfund „ , sowie im Anbruch, empfiehlt H. F. Massauer ______Neuenweg 15. [6120 Student mit besten Zeugnissen erteilt billigst u. sorgfältig Nachhilfe tu allen Fächern. Schriftl. Anfragen unter 07908 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Student erteilt Schülern i. mittl. u. unteren Klassen Nachhilfestunden in allen Fächern u. übernimmt Beauis. b. d. Häusl. Arbeit. Schriftl. Anfragen unter 07625 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Einfach möbl. Zimmer bill. zu vermieten. Seltersweg 10. [08010 Schön rnöbl. Zimmer mit sep. Eing.z.v. Bahnhosstr.60,11. [07871 2 schön möbl. Zimmer mit zwei Betten u. separat. Ging, zu verm. Asterweg 9, mittl. Stock. 6217 zimmerwohnung mit allem Zub. per sofort zu vermieten. [4616 Näh, bei L. Bär, Nord-Anlage 3. Zimmer mit sep. Ging. Betten, zu vermieten. Neuen Baue 2 I. oei re 1 I unstreitig | b Beste 4 5 Pa oket 15 PK Ein Wulitil H. Schneider Ww., Löwengaffe 22 6518| Zur Rcichskronc. Größere Lagerräume sofort zu vermieten. [5422 Näheres „Russischer Hof". Nehme (htobtite können sofort eintreten. [6568 A. P. Ehristophersen, Goelhestr.23. Gesunde, kräftige Leute 1 nicht unter 18 Jahre alt, mit gut. Leumund, können für dauernde Beschäft. bei der Bahnmeisterei 1, Gießen, Frankfurter Str. 20 eingestellt werden. Der bisherige Lohn wird ab 1. Novemb. erhöht. fleißiges Hausmädchen findet angenehme Stelle [ss27/10 in Darmstadt, Beckstraße 50 II. f\)örbe und Stühle werden schnell vV und billig geflochten. [07971 I. Glückte vormals Parthier, _______Scltersweg 81._______ Garten in den Eichgärten zu verpachten. Näheres in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. [6566 Brauerei Jhring, Sich. Einjnngcr, grünerAmazonen- Papaget preiswert zu verkaufen. 07993 Bahnhofstraße 58, III l. Liüig zu neeksnsen: Z 1 Sopha und 1 Kinderbett. y' Wo? sagt die Expedition ds. Bl. Näheres Weserstraße 8 pt. Riegelpfad 34 111. 3-Zimmerivohnung zu vermieten. 9läb. Stephanstrane 25, pt. [6484 Tüchtiges Mädchen vom Lande (Taubstumme) sucht Stelle aus gleich. Näheres zu er- s rag en Ludwigftratze 44. [08053 2 Mädchen hS-Lh Frau OPPer, Asterweg 1. [08052 Junges Mädchen vom Lande mit guten Zeugn. sucht Stelle. E»[ Schinidt, Neuen Bäue 5. 'Mädchen sucht Läufst., morgens 2 Stdn. Walltorstr. 49 a. ["^ Fräulein sucht Beschäftigung in schrtitlichen Arbeiten, auf Kontor oder im Hause, eoent. für mittags. Schriftl. Angebote unter 07999 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Sektion Giessen 0. & Oe. A.-V. U^SamStagdeu3. und Sonntag den 4. Rovbr. ZiHliiiziWhrig.TtlstiliinSiesi Näheres dttrch Rundschreiben, v^o Mk. 20000 auf prima 2. Hypothek von pünktlichem Zinszahler zu leihen gesucht. Schriftl. Angebote unter 08041 an d. Gießener Anzeiger erbeten. schirm stehen geblieben. Geg. Erstattung d. Anz.-Geb. abzuholen Kirchenplatz 9. [08040 flaues Jäckchen gefunden. -O Abzuholen ErlengasselN 1"°°“ Näheres Nordanlage 3, pari. I Verschiedene 2-, 3- und 4-Zinuner-Wohnun- gen zu vermieten. [4777 Näheres Ebelstraße 39, vart. Schöne 3 u. 4-Zunmerwohn. an kleine Familie sofort zu vermieten. 64731 Näheres Bahnhoistr. 54 II. Eine kleinere u. größere Man- sarden-Wohnung zu' vermieten. 6374______Rodheuner Str. 38. Wohnung an ruhlge Familie ist sofort zu verm. Seltersw.14. [6079 2—3»Zimmerivohn. (Mans.) sof. zu vermiet. Wallthorstr. 38. [0T908 UitmöbL Zun. i. d. Katharinen- gasse sof. z. v. Kreuzplatz 9. [08034 I Möbl. Zimmer \ Zwei gut möbl. Zimmer zu verm. Ludwigsplatz 4 III. [08042 Schau möbl. Zimmer z. oei-» mieten. Roonslraße 28 I. [08049 Eine hiesige Zigarreniabrik sucht für ihre gut eingeführleu Touren per sofort einen tüchtigen soliden Reisenden zu engagieren. Schriftl. Meldung, unt. 08048 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Techniker möglichst militärfrei, von einem Baugeschäft gesucht. Gewissenhaftes inid selbständiges Arbeiten Bedingung, ebeiiso etwas Kenntnisse in Kontorarbeiten. Schriftl. Meldung, unt. 6531 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Ww Installateure für dauernde Arbeit (auch Wimer) bei hohem Sohn gesucht. [6567 A. P. Ehristophersen, Goethestraße 23. Tücht. Mädchen für Küche und Hausarbeit per 1. November gesucht. 6511 Wilhelmstrasse 8 I WnimliM-Win gesucht. [07904] Wallthorstr. 38. Schön möblierte 08046 Zimmer im Einfamilienhaus in freier Laae, nächster Nähe d. Universir. u. Bibliothek z. verm. Henselstr. 1. Alöbliertes Zimmer zu verin. 08061_________Bruchstraße 19. Alöbl. Zimmer vor dem Korr. zu verm. Grabenslraße 3, II. 07977 D20/ 'm ~ Wu6»St | 3 Zimmer | Atansardewohuung, 3 Zimmer mit Zubehör per sofort. [6562 Bahnhofstraße 63, Hinterhaus. Schöne, geräumige 3-Zimmer- wohnung sofort zu vermieten. .. . . .. .....—.90 Siiümifl ßtciiihliiiser, Schön möbl. Ziinmer zu verm. 07948 Bahnhofstraße 64 II. Schön möbl. Zlnuner sofort zu verm. Ludwigstr. 57, II. [07970 iDlÖbl. Wohn- u. Schlafzimmer (evtl, mit Burschengelaß), eleftr. Licht zu v. Frankfurter Str. 31,1. 6491 Möbl. Zimmer zu vermieten 07978] Ltebigstraße 33, LU. Frdl. möbl. Zunm. zu vermiet. 07997 Bergstraße 22. II. Frdl. möbl. Zunm. per sofort z. ( vermiet. Steinstr. 50 II. [08003 Ein möbl. Zuniner zu vermiet. 08001________Auf der Bach 8. AtöbU Zimmer zu vermieten. Q.-ißn foiort zu vermieten. MtfcUVÜ 6078] Seltersweg 14. Laden mit Wohnung u. Wertstücke auch für Bäckereibetrieb geeignet in meinem Neubau Ecke Stein- u. Ederstr. sofort zu verm. Earl Stückrath, Atöbeliabrit Atöbl. Zimmer zu vermieten. 08024_______Stein[tratze 71 pt. Atöbl. Zimmer zu vermieten. 08014___________Steinstraße 14. Frdl. möbl. Zimmer zu vermieten. Neuenweg 6 I. [08020 Alöbl. Zimm, mit sep. Emg. zu verm. Steinstrabe 50 in. [08019 Schön möbl. Zimmer zu vermieten. KaplanSgasse 12. [08023 Einige Schlafstellen frei. [08013 Schiffeuberger Weg 63. Sonnet Geiniise-UW en ffros sucht für Gieße« eine tüchtige, resolute Verkäuferin welche die Ware morgens aus dem Markte, oder bei der Kund- schast selbst anbietet und 100 Mk. Kaution stellen kann, welche durch Sparkassenbuch sichergestellt wird. Schriftl. Meldung, unt. 6541 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Aelteres Frülein zur Ueberwachung von Kindern nachmittags v. 2—7 Uhr gesucht. Frau Hauptmaniz Hroßmarru 6505[ Grober SteiHGeg 23. Laufmävchc« von morgens 8-10 Uhr sofort gesucht. 07998 Goethestraße 52 pt. Mädchen für eint hauswirtsch. Arbeiten im PrivathauShalt. Frau L. Götze, Frankfurt a. M., Niddastr. 66. EnnbettS Lnninlä-chen oder junge Fran zu einer Dame gesucht. BiSmarckstr. 7 II. [08043 Leonbergers. Männchen, ea.lJahr, ausnahmsweise schönes, kräftiges Tier, preis- "MÄtkte mir Installateur gesucht. [6540] Ehr. Zimmer. 1 tüchtigen 6457 Sattlergesellen sucht per sofort Friedr. Groß, Sattlermeister Gießen, Sleuenweg 32. lange Dackel I edler Abstammung, 10 Wochen alt, Mutter Ausstellung Gießm I. und Ehrenpreis, Bater mehrfach prämiiert, zu verkaufen. Plockstr. 16, III. 060451__Neustadt 75. Blutwurst, Braunschweiger —.60 Preßkopf, Thüringer Leberwurst, Sächsische Zungenrotwurst, Thüringer 1.80 Mettwurst, Braunschweiger 1.30 Bestes Metallpützmittel tterWelt 8