Erstes Blatt 156. Jahrgang Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Die heutige Yummcr umfaßt 16 Seiten den 0 atzger. umfangreicher Betrugsgelangt, für den die Bezeich- der Friedrichstraße" gewählt kurze Berichte von den Ver* Namen der als Zeugen betet- In Berlin ist soeben ein Strafprozeß zum Abschluß nung „Die Offiziersfalle in wurde. Die Preße hat nur Koimn Fabrikate) ab eine • 80 Rg, -»le 45 $|9. In den Tropen. An der parlamentarischen Besichtigungsfahrt nach Ostafrika, die Ende Juni entriert werden soll, nehmen, soweit bis jetzt der ,Nat.-Ztg." bekannt, die Abgg. v. Brockhauscn, v. Massow (kons.), Dr. Arendt, Brun- stcrmann (freitonf.), Hagen, Held, Lehmann (natl.), Kalkhof, v. Savigny, Schwarzc-Lipp'tadt, Cznmla (Ztr.) teil, an dec Besichtigungsfahrt nach Ostasien, die im August d. I. ihren 'Anfang nimmt, die Abgg. v. Böhlendorf, Dietrich, v. Riepen- bausen (kons.), Bärwinkel, Dr. Becker-Hessen, Dr. Lukas, Patzig, Tr. Wallau (natl.), Jtschert (Ztr.), Liebcrinann von Sonnenberg (wirtsch. Bgg.) und Wctlerlö (Elsaß-Lothringer). Bon den hier Genannten haben die Fghrt nach Kamerun und Togo mügemacht Dr. Arendt und Frhr. o. Böhlendorff. Der Nr. »9 Erscheint täglich außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien« blätter viermal in der Woche beiqelegt. Rotationsdruck il Verlag der Brüh l'schen Un ivers.-B uch-u. St ein- druckeret. 0t Lange. Redaktion, Erveditüm und Druckeret: Schnlstratze 7. Redaktion 118 Verlag u.Exve^ Adresse für Deoeschen: «n-eiger Gießen. Verabschiedung gestraft worden sind. Aber an einer Erscheinung, die auch in diesem Prozeß wieder grell hervortrat, kann man nicht oorttbergehcn: die Zeugenaussagen offenbarten stellenweise eine verblüffende Unkenntnis auch der einfachsten kaufmännischen und Rechtsgeschäfte — ein Offi» zier a. D. zum Beispiel erklärte, von einem Wechsel keinen Begriff gehabt zu haben, was ihn nicht hinderte, seinen Namen auf Wechsel zu fetzen. Es ist kaum zu ver- Hw WWM. erstere wird jetzt als Obmann der „Ollafcikaner", der andere als Obmann dec ,Ostasiaten" fungieren. Die Herren nehmen als Gäste des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg ihre Plätze auf den Schiffen der Würmann- Linie bezw. des Nordd. Lloyd ein. Die Gesellschaften selbst sind aber doch die eigentlichen Gastgeber, da der Herzog Joho-n Albrecht für die von ihm belegten Plätze einen Vorzugstarif genießt. Wie sich aus dieser Liste ersehen läßt, steckt doch ein gut Teil Unternehmungslust in der deutschen Volksvertretung. Die Beteiligung an der vorjährigen Studienfahrt nacy Weflafrika mußte bekanntlich der Abg. Fries (natl.) mit Dem Leben bezahlen. Er starb auf hoher See an Herzschwäche. Da ein verhältnismäßig hoher Prozentsatz reichsländischer Rekruten zur Niacine auSgehoben wird, mag Herr Wetterlä verlangen, einmal in Kiautschou Umschau zu halten, Dem einzigen von der Marine eingerichteten und verwalteten Schutzgebiet. Die Polen sind für überseeische Studienreisen ebensowenig zu haben, wie für Kolonial- und Flottenpolitik. Die Aera Koszu'lsti, genannt „Admiralski", ist ohne Wiederkehr dahin.' Den stärksten Prozentsatz der parlamentarischen Reisegesellschaft stellen die Nationalliberalen, entsprechend ihrem Verlangen nach großzügiger UebcrfeepolitiL Ter Abg. Dr. Paasche, der im letzten Sommer Ostafrika besuchte und vordem Westindicn und Nordamerika durchstreifte, ist diesmal nicht von der Partie. Ostasien lockt ihn also nicht. Scsern nicht gisundheitliche Rücksichten mitsprechen, könnte das die Vermutung bestärken, daß Dr. Paasche für einen höheren Posten im Staatssekretariat der Kolonien in Aussicht genommen ist. Während die Nichtbeteiligung der Sozialdemokraten an den Studien- inl)den kaum überrascht, fällt eS auf, daß kein Mitglied der freisinnigen Vereinigung den Wunsch zum Ausdruck bringt, das überseeische Deutschland kennen zu lernen. Bon der freisinnigen Volkspadci wird Herr Eickhoff genannt, der sich für Kiautschou entscheiden dürste, dem er int Reichstag manch wohlwollendes Wort gewidmet hat. Der Ueberseefahrer der süddeutschen Volkspartei, Abg. Storz, bleibt diesmal daheim im schönen Schwabenlande. Da Herr Storz aber durch seine Stellung zum gegenwärtigen Kolonialelat ein bemerkenswertes Interesse für. unsere Süd* seebesitzungen bekundet, geht man vielleicht nicht fehl in dec 'Annahme, er werde erst an der für nächstes Jahr geplanten Studienreise nach Neuguinea und den Marschall- Inseln sich wiederum beteiligen. Bei der gleichfalls für Soinmer 1907 in Aussicht genommenen Jnformationsfahrt nach der kostspieligsten aller deutschen Kolonien, nach Südwestafrika, dürfte sich die im Verhältnis größte Zahl von Teilnehmern zuiammenfinden. Samstag 88. AprU1906 vezngSpret-r monail>ch7bP!.,viettel- inhrhd) Akt. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post 9)^.2.—viertel« jälivL auöschl. Beliellg, Annahme von Anzeige» für die Tagesuumuier bis vormittags 10 llhQ ZellenorciS: lokal 12'Uf^ auswärts 20 Plg. Verantwortlich hüt den volit. und allgem« Seil: P. WNtko' iüi .Stadl und Land" und .Genchlssaal"-. Ernst veß; mr den Anzeigenteil: £>an 8 Beck. Handlungen gebracht und die _ _ ligten Offiziere durch Anfangsbuchstaben markiert. Die Zurückhaltung und Schonung wird begreiflich, wenn man bedenkt, daß die Opfer der Geldmänner hart genug durch die Eichener Anreiaer M General-Anzeiger ** ** w V'p gsDkl $rU°Dr Co** sOS politische Lagerschatt. Nißler. Wir lesen in der „Deutsck>en Tagesztg.": Ter Vorstand des Bundes der Sanbroirtc hat, entsprechend dem Anträge des Bayeriidstn Laudesvorstandes, dem ReicbStags- abg. Nißler, GurÄ>esitzcr in Msershauisen, die Mitg ltedschaft beim Bunde der Landwirte entzogen. Nißler, welcher der konservativen Partei angehörte, Halle bei den letzten bayer- ischen Landtagswahlen gegen den fiüheren Landtagsabg. Declh- Ratsüerg, Hauptvorsitzenden des Bundes der Landwirte für das Königreich Bayern unb gleichfalls der konservativen Partei an* gehörend, ein Kompromiß mit den Liberalen abge- ichlossen. Er trat sodann agitierend gegen die Wahl des Herrn Beckh auf und setzte sich damit in einen krassen Gegensatz zu den Grundsätzen des Bundes der Landwirte. Als der Bürgermeister Dr. Kusner-Weißenburg, welcher beit Wahlkreis Weißenburg int Bayerischen Landtage vertrat und daselbst der liberalen Bereinigung angehörte, zum Bürgermeister in Kaiserslautern gewählt wurde, wurde im Wahlkreise Weißenburg eine Ersatzwahl notwendig, die am 8. März d. I. stattfand. Erneut wurde zur Ersatzwahl die Kandidatur Beckh ausgestellt. Anstatt nunmehr aber für Beckh einzutreten, agitierte Nißler wiederum gegen ihn und für den liberalen Kandidaten Albrecht. Er bewickle hierdurch eine abermalige Niederlage Beckhs. Es sei iwch hervorgehoben, daß Nißler insofern noch zu Beckh in einem näheren Verhältnisse stand, alS er zur Zett der ersten Wahl stellvertretender Vorsitzender des Mittelfräntsschen Bauernvereins war, dessen Vorsitzender Beckh ist. Nach der ersten Wahl ist bann allerdings Nißler aus dem mittelfränkischen Bauernverein ausgeschlossen worden. Diese Vorgänge Haven den Bundesvorstand veranlaßt, dem Anträge des Bayerischen Landesvorstandes deS Bundes zu ent* spr eckten und den Ausschluß des Herrn Nißler aus dem Bunde der Landwirte zu beschließen. Offiziers-Fallen. Tie Furcht vor dem 1. Mai in Frankreich. Paris, 27. April. Tie klerikale Partei ist wieder einmal schlau, aber nicht klug gewesen ; sie hat taktische Einfalle, aber keine Strategie; sie 0-at verwickelte, bösartige Ränke gesponnen, aber keinen zusammenhängenden, etwas umfassenderen Plan zu ersinnen. gewußt. Was anfangs nur Vermutung war, ist jetzt Gewißheit: die Arbeiter Unruhen der letzten Tage sind das Werk des Rückschrlltsblocks, der sich aus reinen Klerikalen, Nationalisten, Liberalen" und Monarchisten zusammensetzt; der leitende Ausschuß des Arbeitsbundes, der in allen Ausständen die führende Rolle spielt, seine Send- linge überall hinschickt und allerorten Unversöhnlichkeit und Gewalttaten predigt, steht in unmittelbarer Verbindung mit den klerikalen Führern und empfängt reiche Geldmittel von ihnen. Ter Ausschuß des „allgemeinen Arbeitsbundes" (Eonsederation göneral du travail) unterhält die engsten Beziehungen zu den Klerikalen und schöpft aus ihren tiefen Kassen, wie er will. Tas Triebwerk der anarchistischen Veranstaltungen ist nicht verborgen, kaum verschleiert. Zuerst brachten die klerikalen Organe, namentlich „Echo de Paris" und „Eclair", ihre blutstarrenden Bc- riajte über „die kommende Umwälzung". Tann entstand in vielen Gewerben die Ausstandsbelvegung, die sofort mit Dynamitanschlägen, Einbruch, Zerstörung, Plünderung und Totschlag einsetzte, aber klerikale Unternehmungen sorgfältig verschonte. Ter Buchdrucker- aus st and z. Ä., der alle Zeitschriften in die schwerste Verlegenheit bringt, berührt den klerikalen „Korrespondent" nicht, der mit schönster Regelmäßigkeit erscheint. Gleiche- zeitig verbreiteten die verschiedenen „Eroix" von Paris und der Provinz die tollsten Gerüchte über die schrecklichen Tinge, die sich vorbereibeten. Tie Polizei sollte von großen Bvrnben- vorräten wenn tu i5 erhalten haben, die in den Kellerräumen der Arbeitbörsen verschiedener Städte aufgestapelt wurden; der Pariser Polizeipräfekt sollte den Geschäftsleuten haben sagen lassen, sie würden gut tun, am 1. Mai ihre Läden ge.chlosseu zu halten, da die Behörde für nichts gut stehen könne; der allgemeine Au S st a n d de r B ä ck e r, Sch l ä ch- ter und Eisenbahner sollte beschlossene Sache sein usw. Auf den verunglückten Ausstand der Briefträger folgen Gärungen unter and-reu Staa.tSacdei.tcru, in den A r s e n a l e u, den S t r e i ch h o l z f a b r i k en, den Tabak- manu faktur en, die ebenfalls mit Massenarbeitsein- stellungen drohen. Alle diese Bewegungen lverdeu zuerst von der „Patrie" und der „Presse" angekündigt und die Arbeiter selbst erfahren erst einen oder zwei Tage später, daß ihre Vorstände den Ausstand enkweoer beschlossen oder doch in Erwägung gezogen haben. Diese Umtriebe haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Viele Familien verlassen vor dem gefürchteten 1. Mai Paris und flüchten sich auf das Land, die Ueberängstlichen sogar über die Grenze nach der Sck)weiz, Belgien oder England. Tie meisten,legen Mundvorrat ein. Tie ordnungsliebenden Bürger sind über die Ermordung des Dragonerosfiziers und der Soldaten in Lens tief entrüstet und legen fic der Regierung zur Last. Kein Zweifel: lvenn bie allgemeinen Wahlen vor dem 1. Mai, etwa am Montag stattfmdcn würden, dann wäre unter dem Eindruck des Schreckens der einen, der Erbitterung der anderen, der Erregung und Unruhe aller eine starte Verschiebung der Mehrhell, ricllcicht ein vollständiger Sieg der Regierungsgegner möglich. Die Wahlen finben aber nicht vor dem 1. Mal statt, sondern sechs Tage später, und damit haben bie Klerikalen nicht gerechnet. Hierin zeigt sich ihre Kurzsichtig- keit und ihr Mangel an strategischem Geschick. Sie haben ihren ganzen Einsatz auf eine einzige Karte gesammelt: die Maifeier. Ter 1. Mai ist ihr einziger Trumpf, dtun ist es ja überall, und am meisten in Paris, eine mißliche Sache um das Prophezeien, man wagt indes nicht viel, wenn man vorher sagt, daß der 1. Mai ganz ruhig verlausen wird weil die Regierung gewarnt ist und ihre Maßregeln aetrosfen hat. Tie Klerikalen werden also ihren Trumps gestochen sehen; sie werden ihre Karte und Damit ihren Ansatz verlieren. Tas Land wird sehen, daß man ihm einen Culenspiegelstreich gespielt hat; es wird sich überzeugen, daß der von den Klerikalen an die Wand gemalte Teufel nicht erscheint; die Hasenfüße werden sich schämen, daß sie sich haben ins Bockshorn hagen lassen; die unnutz Geängstigten werden sich gegen die heulenden Unglucks.- propheten wenden und ain Wahltag wird ihr Aerger nicht die Regierung treffen. Diese aber hat endlich, nach langem und zu langem Schwanken, ihre Maßnahmen getrofsen. Sie hat jetzt erst den oben genannten Bund sich auKorn genommen und sich seiner Papiere zu bemächtigen bemüht, um die Fäden Der Uerilal-anarchistischen Zettelung in Die Hand zu beh)mmen und rechtzeitig vor den Wähler das Land über bie Mettpbe und Ziele ihrer Feinde auszuklaren. Aber sie ist zu spät gctommcit. Jetzt, wo bie Bewege natürlich längst beiseite geschafft, und statt Urkunden zu finden beschlagnahmt man zumeist nichtssagende Briefschaften und blamiert sich. . . , £ . . r lieber die Haussuchungen wird heute tm einzelnen ÖUnCJta\t i s, 27. April. Bei der Haussuchung, die auf Ver- Milassung bet- Unierjuchungslommssnon des Gerichts m Betyune bd den Blättern „L a C r o i x" unb „Le Pelerrn" vorgenommen imirbc, würbe nichts weiter gcf.u nben alleine 9ioti0 über den Eingang von 21000 Fr. als Ertrag cmer Subskription Mr die Lpser der Katastrophe in Courru-res, ,oune eme Notiz über bie Absendiing bes Gelbes an den Bgckn von Arras. Der Ebesredak'eur ber „La Eroix" erhob gegen bie vorgenommene Durcliiuck'.ung der Redallionsräimie Protep. Bei dem Bonapartislen Xavwr 0'euillant, einem, ehe- vmligen Offizier, der auch in der boulangMischeu Bewegung Kiner jlM MN Kinderfräalein 1 r .bend er. Eingang E Zett eine Rolle spielte, wurden verschiedene Papiere beschlagnahmt, darunter ein Brief, in dem es heißt: ,^Jch glaube, baß ich eine großeSumme z u unserer Angelegenheit gefunben habe. ES gehtvortreffli ch" Feuttlant erklärte, es handle sich rr.t Beiträge für ein Denkmal. — Das Protokoll über bie in ber Antifreimaurer-Liga stattgehadte Durch- udjung würbe von ber-'n Grünber, dem unter Berlheau gemaßregelten Major Briand, einem Schwiegersohn Boulangers, unterzeichnet. Unter den daselbst beschlag.lahmten Papiercii besinbet sich ein Prospekt ber kürzlich von d.thoiischer Seite gegründeten Freien Arbeiterbörse, toeldje den Bestrebungen der revolutionären Arbctterbörse entgegciurcten soll. — Vollständig resiiltatlos blieb die DurdFuchung in dem Lokal des sog. Gelben A r b e i t e r s y n b i k a t s , welck^s vor einigen Jahren mit Unterstützung von verschieben^', konservativen unb gcmäßigt-rcpublikuiiisch.'n Großinbuiiriellen ins Le- betl gerufen mürbe, um den vom Roten Syndikat angrzettelten Ausstandsbewegungen cntgegenzuarbeiten. — Auch bei dein royalistischen General des Ruhestandes, Baron Taradel, sollte heute eine Hausdurdssucbung vorgenonimen loerben, boefr mußte sie unterbleiben, da Tarabel verreist ist, Unb ber Hauspsörtuer sich weigerte, Den Polizeikommissar in bie Wohnung einzulassen. — Bon Nationalisten wird versid>oct, baß sie bim Ergebnis ber Durchsuchungen mit ber größten Seelenruhe entgegen sehen. ES handle sich um eine von ber Regierung z u Wahlzwecken erfunbcne V e r s ch w ö r u n g s k o m o b i e, ähnlich dem unter dem früheren Ministerium entdeckten sogenannten Milttärkompwtt des Hauptmanns Tambur ini. Tie Haussuck-ungen regen das Publikum lebhaft auf. Vesondere Bedeutung wirb ben in der Wohnung des ehemaligen Deputierten JacqueS Pion, biü Präsibenten ber großen unb überaus reichen tonservaliven Wehlvereinigrnig „Action liberale", unb in den Bureaus der Autisreimaurer Liga vorgenommen.cn Durchsuchungen beigeno.sseu. Im Vereins-Lokal ber Antifreimaurer- Liga, bereit Präsident Senator Admiral i) e Cuverville unb deren Generalsekretär Abbä Tourmentin ist, soll bie Polizei Aiiskunftszettel über republikanisch gesinnte Offiziere und selbst über g ewisse Geistliche gefunden Ijabcn. Tie Wohnungen Jaques Pious und des Grasen Tu ran dbcsBeauregard, eines Führers ber bonapartisrischeu Partei, würben in bereu Abwesenheit durckr- sucht. Ferner würben bei dem Sekretär des Grasen Beauregard, einem gewissen Peron, sowie bei Dr. Lafaur, Obmann des nationalistischen Vereins „Entente nationale", unb bei bem Gra- f cn be la Regle, welcher seine Kammerkanbidatur als sozia- listisch-royalistischcr iu St. Denis bei Paris ansgesiellt hat, Durchsuchungen vorgenommen. — Im Ministerium dcS Innern imirbc einem Aerichllcstatter erklärt, daß man h incÄveas .,h.eres Nachsehen" gehabt und jedenfalls ? hr b ' w. e r k e n s wc r t e Tatsachen scstgestellt habe. (?) VorUussg würben in 52 Wohnungen Haussuchungen vorgenommen, bei welchen 400 Poli- zeikommissarc mitwickten. Dr. L a f a u r erklärte einem Interviewer, baS E r g c b u i ö ber Haussuchungen sei b u r cki a u s l ä ck c r l i ck). Er werbe ver- bächtigt, baß er bie revolutionäre Bewegung im .Kvhlenftrei?- gebiete verschärft unb eine Banbc von Ausständigen bestochen habe, um im Hinblick auf die Kvmmcrwahlen bie orb- uungslicbende Bevölkerung gegen bie radikale Regierung unb Deren Krmbibaten auf511hct.cn. Tie nationalistische „Patrie" greift bas Ministerium wegen ber Haussuchungen auf bas schärfste, an. In amtlichen Kreisen wird bestätigt, baß bie Hausuntersuch- uttgen ziemlich bebeutenbe Ergebnisse gehabt hätten. Namentlich habe man Beweise dafür erlangt, baß rova- l i ü i j d) e ober bvnapartistische öerbänbe unter den Arbeitern Vertreter hatten, deren Ausgabe es war, die AusstandSbewegung zu schüren unb bie Erregung wach- zu halten. Zu biesem Zweae feien beträdjtlime Summen hin- gegeben worden. Von den franz. Aus ständen liegen heute folgende Nachrichten voc: Paris, 27. April. Minister Bar thou übermittelte heute ben Bergwerksg es eil schäften bnreb ben als llnterhänb- ler fungierenden Bergwerisbirctwr von Lens, Remaux, bie Antwort bes Synbitats ber Bergarbeiter be- treffenb bie Regelung ber Gehälter. Remaux setzte bei dieser Gelegenheit dem Minister auseinander, daß Die Gesellschaften zwar lebe für fid), aber nickst in Gesamtheit beit Delegierten ber Grubenarbeiter Erklärungen über bie gemachten Zugestänbnisse abgeben könnten. Der Präsett bes Departements Pas be (Salats wirb in biesem Sinne bet ben Berg- werksgescllschasten vermittelnde Sdwitte unternehmen. ValeneienneS, 27. April. Der Direktor ber Grube oon Anzin, J^aneois, empfing heute nad>mittag eine Aborb- uung bes Bergarbeitershnbikats. Nach kurzer Beratung gaben bie Delegierten bie Erklärung ab, baß sie ben Grubenarbeitern bie Weisung erteilen würben, bie Arbeit morgen roieber aufzunehmen. L ens, 27. April. In ber vergangenen Nacht erfolgte tm Garten eines nicht ausständigen Bergarbeiters eine Dynamit- Explosion, bie nur Malerialschabcn anridstete. * Paris, 27. April. Seit einigen Tagen werben bie Kolonialwaren gesck)äste berartig mit Austrägen überhäuft, baß es ihnen nicht möglich ist, allen Ansprümen zu genügen. Diese Erscheinung ist barauf zurückzuführen, daß die Bevölkerung wegen ber Mai- ieicr unb ber Befürchtung eines Ausstaiides ber Angestellten ber Lebensmittel-Branche besttebt ist, ihren Bebarf an Lebcnsmilleln io schnell wie möglich zu decken. !*-Nei,30, ;°^95w 2*‘,3)ofe 95 H 2*,eNe 75 wundern, daß, unter solchen Umständen die Wucherer und ähnliches Gesindel leichtes Spiel haben. Etwas Aufklärung bei Zeiten würde doch wohl nützlich sein. • Der Konflikt zwischen England nnb der Türkei betreffend das nordostafr. Akaba-Gebiet nimmt sehr bedenklich zu. „Daily Chronicle" meldet aus Kairo, daß die türkischen Truppen in der Nähe von Akaba Befestigungen errichten. Verstärkungen sollen sofort aus Konstantinopel abgesandt werden. Tie türkiscl)-en Truppen haben unter der furchtbaren Hike sehr zu leiden und täglich sind Hitzschläge an der Tagesordnung. Die „Daily Mail "meldet aus Miro, daß die Beziehungen Zwischen England und der Pforte täglich unfreundlicher werden. Tie englische Regierung droht, eine Flottendemonstration gegen die Türkei zu vercuistalten und eventuell eine türkische Insel im Mittelmeer zu besetzen. Ter Khedive gäbe gern nach — Englunds Wunsch ist doch ohnehin so gut als ein Befehl, aber der kranke Mann am Bosporus hat seinen hartnäckigen Schädel und will nicht einsel)en, daß sich da nichts machen läßt, wenn England ein Stück Land haben will. Wir glauben nicht, daß es dort wirklich zu ernsthaften Zusammenstößen zwischen Truppen kommen wird. Ter kranke Mann am Bosporus weiß doch genau, daß er sich in eine derartige Affäre mit Großbritannien nicht cinlassen kann, ohne Gefahr zu laufen, überhaupt aus Europa hinausgeworfen zu werden. Und zudem ist ihm kaum unbekannt, daß unter den ihm freundlicher gesinnten Mächten nach der eben überwundenen Kriegsgefahr kaum große Lust bestehen dürfte, den im voraus verlorenen Standpunkt der Türkei zu stützen. Sein Widerstand ist demnach durchaus aussichtslos und wird vermutlich auch aufgegeben werden, sobald England sich anschickt, ernst zu machen. Ter Sultan hat ja die Gepflogenheit, das Nachgeben auf den allerletzten Augenblick zu verschieben. Interessant ist cs aber, wie gerade ein europäischer Staat heute einfach dem Schwächeren trimmt, was ihm behagt, ohne daß die anderen sich regen und gegen die Gewalttat protestieren. Vor einem Jahr hätte sich vermutlich Frankreich im Verein mit Italien gegen eine derartige Egyptenpolitik Englands erhoben — heute schweigen die Herrschaften. Großbritannien ist Trumph und zieht, wie immer, den Gewinn ein! Tas Reuter-Bureau erfährt: Gnglonb hat auf den ablehnenden Beschluß des Sultans noch nicht geantwortet, doch hat man ?lnlaß, anzunchmcn, daß die Regierung sich entschieden habe, daß die türkischen Truppen ohne Verzug von dem Egypten gehörigen Gebiet zurückgezogen werden müßten. Infolge der der Regierung aus Kairo zugc- gangenen Meldungen von Beseitigung von Grcnzpsählcn durch türkische Kriegsschiffe hat der engl. Kreuzer „Minerva" Befehl erhalten, sich in die Nähe von El-Arisch zu begeben und die nähren Umstände zu untersuchen. Inzwischen sind die Erörterungen zwischen Kairo und Konstantinopel eingestellt und cs rvcrden die 11 nterljanbl ungen zwischen Konstantinopel und London fortgcführt. Russisches. In Petersburg sind bereits zahlreiche Tuma-Abgeord- Uete eingetroffen, ebenso viele in- und ausländische Korrespondenten. Ten bäuerlichen Deputierten wurden von der Regierung reichliche Reisespesen zur Verfügung gestellt. In den staatlichen Betrieben Petersburgs, uameutlich im Arsenal und der Patronenfabrik sind mehrere tausend Arbeiter entlassen worden und auch mehrere große private Etablissements wollen ihre Betriebe wegen der Auflehnung der Arbeiter sperren. Infolgedessen ist die Gärung unter den Arbeitern drohender geworden und der Ausbruch neuer Streiks stündlich zu erwarten. In Odessa warf ein unbekanntes junges Mädchen eine Bombe gegen ein Geschäftslokal, in dem zwei junge Leute Geld zu erpressen versucht hatten. Ein Angestellter des Geschäfts wurde verwundet. In einem armenischen Torfe des Kaukasus haben Kosaken eine entsetzliche Greuel tat verübt. In dem Torfe Schuscha erblickten die Einwohner das Herannahen eines Kosakenregiments. In der Meinung, daß die Kosaken kämen, um sie vor ihren tatarischen Erbfeinden zu beschützen, begaben sich die Dorfbewohner in feierlichem Zuge, den Kosaken entgegen, um sie willkommen zu heißen. Tie Priester marschierten, Kreuze tragend, voran. Plötzlich, ohne jede Veranlassung, feuerten die Kosaken in die wehrlosen Armenier mehrere Salven ab. Tie Armenier flüchteten in panikartiger Weise. Darauf brannten die Kosaken das Torf nieder und plünderten das Eigentum der armen Bewohner. Tie männlichen Einwohner wurden entweder mit Knuten halb tot geschlagen oder erschossen, die weiblichen Einwohner vergewaltigt.______________________ Ausland. London, 27. April. Zwischen England und Frankreich ist, wie das Reuter-Bureau erfährt, ein Abkommen über die Frage wegen Zin derin, der Abänderung der Grenze von Nord-Nigeria, vereinbart worden. Die Grenze biegt danach südwärts ab, sodaß die zu Zinder gehörigen Gebiete Frankreich zufatlen. Das Neutersche Bureau bemerkt dazu, das neue Abkommen befriedige die Ministerien der Kolonien und des Auswärtigen sowohl Englands als auch Frankreichs. — Infolge der vorgestrigen Zwischenfälle im Unterhause wurde vom Vorsitzenden des Hauses beschlossen, in Zukunft keine Vertreterinnen der Frauenliga im Hause zu dulden. — Die augenblicklich im Bau befindlichen Kriegsschiffe umfassen 6 Panzer, 6 Panzerkreuzer, 18 Torpedoboote und 18 Uuterseebote. Der für die Schiffsneubautcu aufgeworfene Kredit von 20 Millionen Pfund ist bereits zur Hälfte aufgebraucht. Cannes, 27. April. Der Großfürst und die Großfürstin Cyrill von Rußland scheinen die Absicht zu haben, sich dauernd in Cannes niederzulassen, wo sie im Kreise von Zahlreichen Verwandten den Winter verbracht haben. Wie man hört, steht der Großfürst augenblicklich in Unterhandlungen wegen des Ankaufs einer Villa. Man darf hieraus schließen, daß er die Hoffnung vorläusig aufgegeben hat, nach Rußland zurückzukehren, wo seine Heirat immer noch als nichtig angesehen wird, weil sie ohne das Einverständnis des Zaren geschlossen wurde. Tunis, 27. April. Aufgestachelt dlirch einen algerischen Geistlichen erhoben sich 300 Eingeborene der Kaid- schaft Thala, ermordeten einen französ. Ansiedler, dessen Frau und Diener und nahmen zwei Franzosen gefangen. Etioa 30 dieser Aufständischen machten einen Angriff auf Thala; sie wurden durch die Europäer zurück- geschlagen, die sich zur Unterdrücklmg der aufrührerischen Bewegung zusammengeschlossen haben. 6 Aufständische sielen, 3 wurden verwundet. AuS El Kef wurden Truppen abgesandt, die am nachmittag cinf._". l werden. Newyork, 27. April. Wie die „Newyork Tribüne" meldet, beabsichtigt Venezuela die Ausgabe von Papiergeld, das an Stelle der bisherigen Goldwährung treten soll. Der Generalsekretär von Venezuela, Cardenas, der bis jetzt in Newyork weilte, ist heute mit den, Schnelldampfer ^Deutschland" abgereist, um Verhandlungen mit europäischen Finanzleuten anzuknüpfen, während Manuel Corao, der am Montag mit Cardenas zusammen in Newyork eintraf, versuchen soll, die Newyorker Bankiers für den Plan zu interessieren. Mrehe und Schule. Berlin, 27. April. Durch Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums dürfen Schüler dem Deutschen Flo tte n o e re in als Mitglieder nicht beitreten. Diese Verfügung ist in allen Schulen mitgeteilt worden. Aus Mito Luns. Gießen, den 28. April. " S. K. H. der Großherzog, der am 2. oder 3. Mai von Venedig zurückkehrt, wird sich am 5. Mai nach Köln begeben, um der Eröffnung der Wanderausstellung des Vereins der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein beizuwohnen. ** Fußsteige frei! Wir verweisen auf die heutige Bekanntmachung des Großh. Polizeiamts, welche einige Bestimmungen über den Straßenverkehr ins Gedächtnis zurückruft, gegen welche gar oft gefehlt wird. Es ist nämlich im Intereffe der Ermöglichung des ungehinderten Fuß- gängerverkehrs aus den Fußsteigen das Befahren der Fußsteige mit Fuhrwerken jeder Art (auch Handwagen) — ausgenommen, soweit hierdurch der Fußgängerverkehr nicht gehindert wird, die Beförderung von Kindern und flranfcn in Kinder- und K rank en- »vagen — bei Strafe verboten. Außerdem ist untersagt das Ctehenbleiben, wodurch der freie Verkehr gehemmt wird, sowie das Tragen von Gegenständen, welche geeignet sind, andere zu belästigen (z. B. Metzgerbollen, Marktkörben 2C.). Gerade diese Rücksichtslosigkeiten sollten nicht erst durch Strafanzeigen verhindert zu werden brauchen. SUaja Vieliig in Gießen. Den Litte raturfreunden in unserer Stadt steht ein Genuß besonderer Art bevor. 9(m 11. Mai wird Frau Klara Viebig aus Berlin einer Einladung, die vor einiger Zeit on sie ergangen ist, Folge leisten und im großen Saal des Kollegiengebäudes eine Auswahl eigener Dichtungen vortragen. Das Nähere wird im Anzeigeteil des Blattes bekannt gemacht. ** Der vierte (Petitions-) Ausschuß der Hess. Kammer ist am Freitag zusarnmcngetreten, um eine Reihe spruchreifer Gegenstände zu erledigen. Der Antrag Horn und Genossen betr. die Einstellung von Schülerwagen in alle Züge, welche regelmäßig eine größere Anzahl von Schülern befördern, wird zur Annahme mit dem Wunsche empfohlen, daß die Eisenbahnbehördc diesen Wagen eine besondere Aufsicht angedeihen lasse. Ter Vorstellung des Joh. Hellwig I. in Lorsch cl Bergstr. wegen Erteilung einer Wirtfchaftskonzessivn wird keine Folge gegeben. Tas Gesuch, das von der Ortspolizeibehördc nicht verworfen war, wurde durch alle Instanzen bis zum Ministerium verworfen, da Hellwig schon zwei Wirtschaften gegründet und mit Vorteil verkauft hat. Tie Vorstellung des Stadtvorstandes zu Heppenheim betr. die Errichtung eines Amtsgerichts in Heppenheim wird nach Bericht des Abg. Pilthan nicht empfohlen. Ein Gesuch der Gemeinde Lorsch, das sich gegen die Errichtung des Amtsgerichts in Heppenheim aus spricht, soll für erledigt erklärt werden. Ueber eine Anzahl weiterer Gegenstände''wird der Ausschuß zunächst gemeinsam mit der Regierung verhandeln. ** Besitzwechsel. Das Hotel Prinz Karl ging für 226 000 Mk. in den Besitz^des Restaurateurs Beuchcrt, seitherigen Inhabers des Restaurants Zum roten Hahn in der Fahrgasse zu Frankfurt a. M. über. Hotelier Christel wird in Gießen wohnen bleiben. — Das Anwesen des Postschaffners Dietrich, Nahrungsberg 25, ist für 26 000 Mk. an den Fabrikanten Inderthal übergegaugen. "Ein kunsthistorisch bemerkenswertes Haus mehr besitzt seit heute unsere Stadt. Heute morgen wurden nämlich an dem Hause des Herrn Weisel an der Sonnenstraße bei der Renovierung am Vordergiebel verschiedene gut erhalteneHolzschnitzereien entdeckt und Denkmal- pfleger Professor Walbe in Darmstadt hiervon benachrichtigt. Es wird beabsichtigt, das Haus unter Denkmalpflege zu stellen. c* Verhaftet. Der Dieb, der in der Nacht vom 26. auf 27. l. Mts. den Hausburschen im Cafö Hettler die Kleider stahl und eine Anstaltsmütze zurückließ, ist infolge des erlaßenen Ausschreibens heute morgen in Friedberg verhaftet worden. Es ist ein aus einem Zuchthaus in der Schweiz entwichener Sträfling. Die gestohlenen Effelten fanden sich in seinem Besitz vor. ** Einbrüche. Heute nacht mnrde hier an vier verschiedenen Stellen eingebrochen. Tie Diebe hatten es auf Bargeld abgesehen, es ist ihnen jedoch nur in einem Falle ein Betrag von 3 bis 4 Mk. in die Hände gefallen, bei allen anderen war die Arbeit vergebens. Es handelt sich offenbar nm eine Einbrechergesellschaft, die in letzter Zeit in Wiesbaden auf gleiche Art eine ganze Reihe von Einbrüchen ausführte. Im März und April wurde dort fast jede Woche einmal eingebrochen und zwar jedesmal an 4 bis 6 Stellen in einer Nacht. Tie Diebe haben Vorzüge liches Sperrwerkzeug nnb arbeiten sehr geräuschlos. In Betracht kommen zwei Unbekannte, der eine etwa 1,70 Meter groß mit dickem, rotem Gesicht, der andere mittelgroß mit blassem Gesicht. Im Interesse aller liegt es, der Polizei Mitteilungeri zugehen zu lassen, die etwa zur Fest- teklung der Personalien der Diebe führen Fönnten. ** Promenadenkonzert findet morgen Sonntag vormittag 12 Uhr in der Südanlage mit folaendem Programm statt: 1. Kaisermarsch oon Wagner; 2. Martin-Walzer von Zeller; 3. Finale aus der Oper „Der Nordstern" von Meyerbeer. 4. Armeemarsch Nr. 10, »Prinz August Bat.", 1806. ’* Erledigt sind: eine mit einem eoangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dorn he im. Mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden. — Eine mit einem eoangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büdesheim (Kr. Friedberg). Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. — Die mit einem eoangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reuters. (—) Grün in gen, 27. Avril. Das Fest der golden e n H o ch z c i t feierten heute das Mitglied des Kirchen» und Schulvorstandes .Heinrich Euler und dessen Ehefrau Juliane. Aus diesem Anlaß wurde dem Ehepaar von S. K. Hoheit dem Großherzog ein Bild mit dessen eigenhändiger Unterschrift übersandt. Namens der Gemeinde gratu- lrerte Bürgermeister Gilbert und int Auftrag des Archen- und des Schulvorstandes Pfarrer Beckel. Auch sonst er- solglen zahlreiche Beglückwünschungen des allgemein geach. teteit Ehepaares. Beide Ehegatten erfreuen sich noch der größten geistigen und körperlichen Frische. (V) Mainzlar, 27. 9(pri[. Bei der Submission des Schu lhau sn en b au es mußten die Erd- und Maurerarbeiten mit einem Aufgebot von 10 Prozent vergeben werden, sämtliche anderen Arbeiten mit einigen Prozenten unter den Voranschlagspreisen. i). Dutenhofen, 27. April. Bis zum Nachsommer soll der Erwetterungsbau unserer Kirche fertig- gestellt sem. Ter gesamte Umbau kostet zirka 24 000 Mk Von dieser Summe siitd etwa 4000 Mk. durch Kollekte aufgebracht worden und 7000 Mk. hat die Synodalkasse ge- strftet. Tie neue Orgel zum Preise von 4100 Mk. wird von der Firma Förster und Nikolatts zu Lich bis zum 1. August lfd Js. gebaut. Das zweimanuaftge, 14 Register und zwei Koppeln zählende Werk erhält äuch einen Spieltisch. fc. Butzbach, 27. April. Der frühere Sparkassen- rechner Heinz er! ing wurde gestern nachmittag aus dem hiesigen Haftlokal per Schub nach dem Provinzialarresthaus nach Gießen überführt. Büdingen, 26.April. Eine eigentümliche Beobachtung konnte man feit einigen Tagen im sogenannten Hain machen. Am Karfreitag lief das Schwefelbrünnchen fast gar nicht mehr, während feit Sonntag das Wasser so stark he raus kommt, wie kaum zuvor. Man neigt der Annahme zu, es sei nicht ausgeschlossen, daß vulkanische Einflüsse hierbet mitgewirkt haben. (Frkf. N.) Mainz, 27. April. Der Vizepräsident de§ hessischen Landtages und Zentrumsführer Justizrat Dr. Schmitt begeht hellte mit seiner Gemahlin das Fest der silbernen Hochzeit. Durch den Antritt eine Reise hat das Ehepaar sich den Klindgeblingen aus Freundeskreisen entzogen. — Der Ausschuß des landw. Provmzialoereins für Rheinhessen hat n. d. „Frkf. Zig." in seiner heutigen Sitzung beschlossen, dem Ministerium Herrn Leonhard Bierschenk, Weinproduzent in Ockenheim, als staatlichen Weinkontrolleur in Vorschlag zli bringen. fc. Frankfurt a. M., 27. April. In der Kronprinzenstraße 47 explodierte dem Buchbinder Josef Berninge beim Milchkochen der Kochapp a rat. B. erlitt schwere Braildwunden an der Brust und den Händen, an denen er heute gestorben ist. — Ebenfalls gestorben ist an durch einen Unfall in der Küche erhaltenen Brandwunden die Köchin Elise Peter. W. Homburg v. d. H., 27. April. Heute nachmittag machten der Kaiser und die Kaiserin, die Prinzessin Viktoria Luise und die Damen und Herren des Gefolges einen Ausflug im Automobil nach dem Feldberg. Um 5.20 Uhr traf der Kriegsminister v. Einem hier ein und wurde zur Abendtafel beim Kaiser geladen. * Kleine Mitteil u n gen aus Dessen und den N a ch b a r st a a t e n. Tie Einlagen in die städtische Sparkaffe zu Wetzlar haben die erste Million überschritten. — In Mainz stürzte der 29 jährige Tüncher Joh. Müller aus Bretzenheim von einem Gerüste nnb starb alsbald im Hospital an einem -Lchadelbruch."— Bürgermeister Philipp Ehrhardt von Nieder- Käinsbach ist, 5 öIahre alt, gestorben. AUSM LUS den SfanüfsamlörfeiflHP der Stsdl Kiehro. Aufgebote. Am 10. April. Friedrich Volk, Fabrikarbeiter in Launsbach mit Barbara Krall dahier. Am 21. April. Franz Jung, Schlaffer dahier mit Minna Niedesel Hierselbst. Am 22. April. Heinrich Kaspar Klos, Taglöhner in Rögen mit Margarete Schmidt dahier. Am 23. April. Heinrich Pfeiffer, Schuhmacher dahier mit Luise Schäfer hierselbst. — Heiurich Marr, Glaser dahier mit Elisabethe Lioimaun hierselbst. — Karl Emil Adam Kuott, Psarrassistent dahier mit Alarie Anna Lina Weber in Lich. Am 24. April. Dr. Robert Dauernheim, prakt. Arzt in Fränkisch-Crlnnbach mit Zda Seipp dahier. — August Friedrich Braun, Schriftsetzer dahier nut Katharina (Gerhard tu. Steinbach. Am 25. April. Johannes Fölsing, 5lanalarbeiter dahier mit Phlippine Simoit, geb. Pracht, hierselbst. — Heinrich Kloß, Htlismeichensteller dahier mit Katharine Lisemer hierselbst. — Karl Stückrath, Möbelfabrikant dahier mit Elisabeth Maria Stimbert m Mainz. Eheschließungen. Am 21. April. Lonis Lenz, 6)roßh. Kreisamtsgehüfe dahier mit Marie Christiane Wahl hieftelbst. — Gustav Schulz, technischer Bnreanaspirant II. Kl. in Hanau nut Elisabethe Strauch dahier. — Ludwig Schomber, Bierktitscher dahier mit Elise Geller hierselbst. Am 24. April. Josef Müller, Rotations-Maschinettmeister dahier mit Marie Grabensee hierselbst. Am 26. April. Heinrich Scyäg, Postassistent in Lauterbach mit Elise Dahmer dahier. Geborene. Am 13. April. Dem Kaufmann Ludwig Stühler eine Tochter, Margarete Lttise. Am 15. April. Dem Kaufmann Heinrich Jentzen eine Tochter, Dlartha Katharine Lina Sophie. Am 16. April. Dem Kellner Wilhelm Krattshaar ein Sohn. Am 19. April. Dem Lokomotiv-Htlfsheizer Eduard Siebert ein Sohtr. — Dem Geschäfts- üihrer Earl Berg ztvei Töchter, Emilie Marie Gertrud und Elise Amalie Frieda. Am 20. April. Dem Lokomotivheizer Georg Krug ein Sohn, Httgo Alfred. — Dem Weißbindermeister Philipp Bauer III. eine Tochter, Minna. — Dem Tiefbau-Unternehmer Hermann Bender eine Tochter, Elisabeth Auguste Emilie. Am 21. April. Dern Restaurateur Peter Kaiser eine Tochter, Luise Vabette Marie. — Dem Hilis-Lokomotivführer Adolf Bratm eine Tochter, Dina. Am 22. April. Dem Univcrsitätsprofessor Dr. Patst Kretsclnnar eine Tochter, Agites Bertha Klara. — Dem Händler Heittrich Schneider III. ein Sohn, Gnstao Friedrich (Sinti. Am 23. April. Dem Kutscher Jakob Alüller eine Tochter, Anna Barbara. Am 24. April. Dem Schlosser Konrad Heisen eine Tochter, Luise. Gestorbene. Am 20. April. Karl Baum, Gl Jahre alt, Schuhmacher dahier. Am 21. April. Katharine Dü'iller, 16 Jahre alt, Dienstmädchen dahier. Am 22. ?lpril. Georg Emil Möhl, 64 Jahre alt, Fabrikant dahier. — Emilie Renner, 33 Jahre alt, ohne Berni dahier. — Johann Karl Sames, 80 Jahre alt, Rentner dahier. Am 23. April. Georg Weih, 84 Jahre alt, Förster i. P. dahier. Am 25. April. Dina Braun, 4 Tage alt, Tochter des Hilfs-Lokomotivführers Adolf Brann dahier. 9(m 26. April. Eva Elisabethe Barthel, geb. Dressel, 68 Jahre alt, Ehefrau des Bildhauers Wilhelm Barthel dahier. — Johann Heinrich Roth, 71 Jahre alt, Dieustknechl dahier. SlpriL Mt nodjmiiu: atferin, bit hemn des tr Mm h.201: tyrc em vmb roudn- aus öciifn und V.i . in Die stadtW SparkR? überschritten. — In Mai'-! Müller aus fc# sbald int Hospital onrr W) Ehrhardt korben. foijlKE dkl SliM >tc. , Fabrikarbeiter in ZA. Avril- Franz Jung, Ibft Ain 22. Avril, nit Margarete Schmid,^ Ä»*- »Ä’SS«. in Fränkilcb'lln'mba^ r WipP'Nt e,nlö"' J fifllhanr- lj- ogc°- „ „^^.huie W ^flftl50£Tldinr^ mit D's^ b j. @efltr w *•£2^’S IN *2_sem *$%**&» 11 oyföinotiD^^jr?, %««’» ;-»»ssS-c -***#»$ tSrw 'S°-K^'S litt. ,, Ä^Ä-'Kl iAföfrl rt-'- Ä^S ruer ZAB> ^besetzende ril. o. enie|hbE. -KW ■Mel j,?Treber '80t beä iE ” et^ÄinU ” M f $ «Och k ■^ei der p..c .._ bit 6tb.CA"M Wfaet i *c 4100h^(1S)"[e S" uLich biszum^E^ N. 14 9kaSJ11 ■ bt” elelbrunnchen iftrt ' * baä®* Äi mdFÖnie,?UerMi vulkanischeEinfiüsse ä ! Ril .r, (M 91.) WM des HM,. ' 3uM Dr. sjgjj M der silbern "e ^lie hat das Ebepc- weSkreisen entzogen.-?, Vereins sür Rheinh:^ bo1 Sitzung beschloß dm ersehenk, SBfmpro^m/ inkontrollevr v^' 2Ipri[. In dkl^l.nzen» Luchbinder M Beminge parat. Z. eililt schwere den Händen, an denen er l§ gestochen ist an durch jaltenen Brandwunden h nach Abzug von Handel . 108.90 . 97.90 § 206 Sonntag 4—9 TThr Nur Engei-&!3ot!heke offen Es können eingestellt werden: d17,; meiner Filialfabnkcn. B2S/4 Cs suchen Arbeit: 1 Bureaugehilfe. 4% Oesterr. Goldrente. . 4‘/6 °>' Oesterr. Silberrente 221.00 260.60 23.20 186.40 146.80 . 2310 . 146.30 . 144.10 4% 4% 3 "6 3°< Bochum Guss . Buderus E. W . 171.90 . 144.20 . 239.20 . 90.80 Harpener Bergwerk Laurahütte . . I ombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . Berliner Handelstres Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Konnnandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenl ahn . Gotthardbahn . . . Lombard Eisenbahn . 253 30 . . 131.60 Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri- Eisenbahn . . 161.40 . . 216.20 Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: träge. Wie ?.% 3147c 3% W. W'r Beichsanleihe do. Konsols . . do. . - Hessen . . . Oberhessen 8 Ortsfremden: 12,33 "Vr-a. Kinder Georn P ilipp Gail in Giessen Abt. Rauch- und Kautabakfabrit. Türken lose ... 4% Griech. ITonopol-Anl. \% äussere Argentinier 37g Mexikaner . . . 4>$70 Chinesen . . Aktien: Elektriz. Lahmerer . Elektriz. Schnckert . . . Esch weil er Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Ham hure: - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Lanrahiltte...... Nordd. Lloyd . . Obei schles. Eisen-Industrie 4J-4°'n rnss.Staatsanl. 1907» 4J4°„ japnn. Staatsanleihe 1 °6 Conv. Türken von 1903 100.35 88.20 100.35 88 35 99.75 100.70 101.00 9665 105 75 68.75 6950 91.80 94 70 92.90 146 20 54.20 9220 143.00 132.90 267 00 230 60 164 20 220 80 249.75 136.60 133.00 172.30 144 25 239 50 185.50 187.90 für Kinder1, Kranke,Genesende. Verhütet u.beseit;?^D^ ' \ Brechdurc-iFoH, Darmkatarrh. Vermischte». * Der Handel mit M ilitärwaffen I)g c st o chc n und sich das Gefiel': furchtbar zerfleischt bis >'s Messer abbrach und stecken blieb. Die Unglückliche war von dem Mahne befaNen, als M ä r 1 y r e r i n sterben zu nwllen. * Ein neues entsetzliches Unglück in Amerika. Wie am Freitag abend ein Kabeltelegramm aus Bellevue im Staate Texas (Nordamerika berichtete, wütete dort ein Tornado (Sturm), der eine grosse Anzahl Däuser niederriß, die dann durch einen infolge des Einstiirzens entstandenen Brand vollständig zerstört wurden. Elf Versonen sollen hierbei ums Leben gekommen uno zahlreiche andere verletzt sein. — Heute aber wird folgendes gedrahtet: Bellevue und Stoneburg sind von der Bildfläche verschwunden. An beiden Orten sind große Verluste an Menschenleben zu beklagen. Sofort, als die Nachricht in Bowie, 125 Meilen von Bellevue, eintraf, ^wurde • in Spezialzng mit einem Hiliskorps abgeschickt. Dem Sturm t•»Iqte ein Jener auf dem Just nach, wodurch auch noch andere Ortschaften in Mitleidenschaft gezogen wurden. Bellevue hatte 1500 Einwohner. Es wurden darin 260 Gebäude zerstört, 47 Versonen getötet und 100 schwer verletzt. Auch die Ort ichaft Hamilton wurde schwer geschädigt. * Der älteste Handwerksgeselle ist nach den bisherigen Ermittelungen ein Fleischergeselle Meyer in EZechta in Westfalen. Er feierte kürzlich seinen 9 8. Ge - bnrtstag, zusammen mit seinem 80jährigen Gesellen- jubiläum. Seit 80 Jahren ist er bei einem Schlächtermeister .Heinemann in Vechta tätig, wo er heute noch den Kunden Fleisch ins Haus bringt. * Daß ein ganzes steinernes Wohnhaus gestohlen wird, mag in Amerika schon wiederholt vor- gekommen sein, in Deutschland aber ist wohl die Stadt Halle die erste, wo sich jetzt ein solcher Fall ereignet hat. Ein zweistöckiges massives Gebäude an der Wörmlitzer Straße, das zuletzt unvermietet geblieben war, kam jetzt durch Erbschaft an einen Herrn aus Berlin. In den letzten Tagen langte dieser dort an, um Haus und Garten zu besichtigen; aber nur der Garten war noch da; das Haus blieb trotz allen Spähens verschwunden. Nachforschungen ergaben, daß ein sogenannter Mbruchunternehmer das Haus weggerissen hatte, nachdem er der Polizei ordnungsgemäß Nachricht gegeben und die Aufstellung eines Bauzaunes bewirkt hatte. Freunde waren ihm, der schon einmal mit dem Zuchthaus Bekanntschaft gemacht hat, behilflich gewesen, mich beim Versilbern der Türen, Fenster, 'Ocfen, Balken und Steine. Jetzt sitzt der originelle Spitzbube hinter Schloß und Riegel. * Tie tcuersteBierstadtunterden deutsch en Universitäten. Aus B onn wird berichtet: Ein Bier- krieg scheint sich hier vorzubereiten. Unmittelbar vor Ostern haben die Mitglieder des hiesigen Wirtevereins die Bierpreise erhöht und dies in einer langen öffentlichen Erklärung zu begründen versucht. Bekanntlich hat der Steuerausschuß des Reichstags bis jetzt nur für eine geringe Erhöhung der Biersteuer sich ausgesprochen, die noch nicht ganz einen Pfennig für das Liter beträgt. Aber dies ist noch nicht Gesetz und eine Steuererhöhung bis jetzt noch nicht in Kraft getreten. Trotzdem erhöht der Wirteverein den Preis aller Biere um ?5 Proz. gegen den bisherigen Preis, was ein Mitglied dieses Vereins auf eigene Faust schon vor einiger Zeit getan hatte. Wie die Studentenschaft sich zu diesen erhöhten Bierpreisen stellen wird, da jetzt gerade das Sommersemcster beginnt, bleibt abzuwarten. Tatsächlich hat jetzt Bonn den zweifelhaften Ruhm, die teuerste Bierstadt aller deutschen Universitäten zu sein. In akademischen Kreisen beurteilt man diese Verhältnisse nicht ohne Bedenken, da es nicht ausgeschlossen ist, daß dies vom nächsten Semester ab von Einfluß auf den Besuch der Universität sein kann. Tas sogen. „Volk der Philister" M sich vorläufig in folgender Weise zu helfen gesucht: Glücklicherweise gibt es noch einige wenige Wirte, die dem Verein nicht angehören, also auch die Bierpreise nicht erhöht haben. Diese Wirtshäuser sind seit Ostern mit jedem ?lbend besetzter geworden, während in den anderen mit den teuern Bierstreisen die ältesten Stammgäste untreu werden und ausrücken. Ein altes Sprichwort sagt: Man soll seine Rechnung nicht ohne den Wirt machen, hier aber könnte der umgekehrte Fall eintreten, daß die Wirte ihre Rechnung ohne ihre Gäste gemacht haben. Summe 15 8) 11 (7) 2 2(1) 9{nm.: Tie in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wie viel der TodeElle in der betreffenden Krankheit aw von auswärts nach ßtieimn ophrnebtc Vh-emfc femuren. Geschützes verunglückten 3 Artilleristen und erlitten schwere Verletzungen, einer von ihnen eine töt- liche. Bochum, 28. April. Der Duellkonfl ikt zwuchen dem Knappschaftsdirektor Bäumer und dem infolge dieses Konfliktes von der Leitung des Allgemeinen Knapp'chasts. Vereins zurückgetretenen Bergrat Ludwig beschäftigte den Sotznngsansschuß des Knappschaftsvereins. Dieser konnte wie der Vorstand, den Standpunkt Bäumers nicht teilen. Bäumer hat darauf seinen Posten v erla sssen. Hamburg, 28. April. Der Verband der Eisenindustriellen Hamburgs beschloß, alle am 1. Mai feiernden Arbeiter weitere 10 Tage auszusperren. Tendenz : abgeschwächt. Berliner Börse, 28. April. Anfangskurse Götttingen, 28. April. In der Studentenschaft brachen abennalS Zwistigkeitei: aus. Die Finkenschaft lehnte eine Beteiligung an der Vertreter-Wahl für den Studenten-Ansschuß wegen be5 sie benachteiligenden Wahl- verfahrens ab. Dresden, 28. Avril. Die Verhandlungen am Hofe, die Prinzessin Moniea noch länger bei ihrer Mutter zu lassen, als im Vertrag festgesetzt war, sind in versöhnlichem Geiste geführt worden und zeitigten den Erfolg, daß die Gräfin Montignoso ihr Kind einstweilen noch behält. Zittau, 28. April. Mit Hinterlassung von fast einer halben Million Mk. Schiilden ist der Ziegeleibesitzer Polster ans der Ortschaft Ober-Oderwitz flüchtig geworden. Auch sein Buchhalter ist verschwunden. Paris, 27. ?lpril. Die Lithographen, Schneider und» Näharbeiter beschlossen, vom 1. Mai ab in den Ausstand zu treten. — In Getto beschlossen alle Gewerkschaften, am 1. Mai zu feiern. — In Toulon sind die Arbeiter vom unabhängigen Snndckat der Hafenarbeiter aufgesordert worden, am 1. Mai nicht zu feiern. Hingegen tritt der Bund der Staatsbediensteten für die Einstellung der Arbeit ein. Lens, 28. April. Der Nntersuchnngsrichter hat bei der Prüfung der hier während der Streik,inruhen beschlagnahmten Schriftstücke die Gewißheit erlangt, daß die meisten verhafteten Leute in direkten Beziehungen zu mehreren Anarchisten standen, waS zu beweisen scheine, daß die Unruhen in Lens von langer Hand vorbereitet worden waren. Mailand, 2«. April. Das Blatt „ßorrierc della Sern" teilt mit, daß der Generalvikar der Jesuiten die Exkaiserin Eugenie veranlaßt habe, ihr ganzes Vermögen im Gesamtbetraae von 2 5 0 Millionen Francs bem heiligen Stuhl zu vermachen. Das Testament soll sich bereits in den Händen der Jesuiten besinden. Petersbura, 28. April. In Rostow am Don wurde in der Filiale der Nordischen Bank ein Fehlbetrag von 6 0 000 Rubel entdeckt. Direktor Friedmannski ist flüchtig. Die fehlende Summe soll revolutionären Zwecken gedient haben. Eine andere Vernon besagt, Friedmannski habe an den Börsen und beim Kartenspiel Unsummen verloren. Lublin, 27. April. In Cbolm wurde der Chef der Gendarmerie-Verwaltung, Oberstleutnant Pujol, ermordet. Der Täter entkam. LeS Angelos, 27. April. In der letzten Nacht wurden in Salinas, Kalifornien, drei schwere Erdstöße wahrgenommen, von denen jeder etwa vier Sekunden dauerte. So weit bis jetzt bekannt, ist kein Schaden angerichtet worden. Tunis, 28. April. Mazabut, der in der Kaidschaft Thola den heiligen Krieg gepredigt hat, wurde verhaftet. Der Verlust der Eingeborenen bei dem zurückgeschlagenen Angriff auf Thala betrug zwölf Tote und etwa zehn Verwundete. Tanger, 28. April. Zwei junge Studierende wurden vom Maghzen auSgewählt, um ihre Studien in Europa vormieaend in Deutschland zu machen. gestorben. Berlin, 27. April. Steuerkvrnmission des Reichstages Schluß.) Ter Antrag Kanitz wird mit großer Mehrheit abgelehnt. Ein Antrag Fäger (Ztr.> auf Einführung einer M 'nhlenumsatzsteuer für größere Mühlen nn"bhmgig von der einzelstaatlichen Steuer wurde mit 13 gegen 9 Stimmen angenommen. Frhr. v. Stengel versprach sorgiältige Pnifung der Angelegenheit. Tie Kmnmission erörterte dann eine Resolution Damm, nach der 1. das gesetzliche Erbrecht der Grben dritter Ordnung und der weiteren Ordnungen auf bie, Großeltern und die entfernteren Voreltern des Erblassers beschränkt wird: 2. in Fällen, wo der Fiskus Erbe ist, die Erbsck^aft stets dem Reichsiiskus znfällt und wonach ferner festgesetzt werden soll, daß von den unter 2 bezeichneten Erbschaften den einzelnen Dundesstacten ein gleich großer Teil verbleibt, wie von der Reichserbschaftssteuer. Böckelmaun beantragte, )tatt der Erben dritter Ordnung Erben vierter Ordnung zu setzen. Die Resolution und der Antrag, gegen den Finanzmmpter w Rbembaben ernste Bedenken äußerte, wurden abgelebnt. — Die Anfangs- Meldung über die Dteuerkommission des Reichstages ist, tmc folgt, richtig zu lesen: Staatssekretär F-rhr. v. Ltengel gab folgende llebersicht: Ter lleberschuß tm eigenen Haushalt des Reiches aus dem Jahre 1905 betrage 62 Millionen für die Ergänzung der Reichsschuld. . . . (Also nicht: Der Ueberschutz . . betrage minu5 . . .) Wiesbaden, 28. April. Durch Umsckuaqen eine Te’efomsch.’ Kursberichte dos Giessener Anzeigers« miteeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen. "Firnnkfnrtcr ’?örse. 28. April, 1.15 Uhr. Untrar. Goldreute . . Italien. Bente . . . Portncriesen Serie I . Portugiesen „ III 1 Maschinist oder Heizer, 2 Wasch- ober Wrmicn, 1 Schneider, . 1 Techniker, 2 Lallfftauen, 1 Bureaudlener, Außeher oder ^agenst, | Mlischer WohmMÄNis Kietzen. (Sartenstraße 2, Zimmer Nr. 2. (Gejchäflsslunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Es sind zu vermieten: 2 Wohnungen von 6 Zimmern, 5 Wolnmligen von 5 Zimmern, 4 WohnlUlgen voll 4 Zimmern, 4 Wohnungen von 3 Zunmerii, 9 Wohnungen von 2 Zimmern, 1 Wohnung von 1 Zimmer mit Kabinett und Küche, 1 möbliertes Zimmer, 2 Läden mit Wohnungen, 1 kleinere Werkstatt. Zu mieten gesucht: 36 Wohmmgen von 1—7 Zimmern. B * Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und ivar für eine Wohnung mit einem jährlichen m,,ekwerl bis 300 Mk. einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Mk. ein- icblkülich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Alk. 1,00 Mk.; außer- Lm vi für jede Wohmmgsanmeldung 1,00 Mk. zu huuerlegen. | ’ Für die Wohnungsjuchenden erfolgt bte Vermittelung un- I eiügettlich. 1 landwirtschaftlicher Knecht, 1 Ziegeleiarbeiter. mehrereIlmgen für eine Schlosserei und Schmiede, Ban- und Maschmenschloner, 3 Schmiede, 3 Wagner, 2 Hil'smonteure, 1 Sattler, 6 Schreiner, (auswärts), 1 Schuhmacher, 1 Installateur, - Erdarbeiter, 2 jüngere Hausbnrschen, 1 Fahrbursche, 4 -austra auhnm eben. Lehrlinge: 3 Schmiede, 2 Spengler, 2 Wagner 1 Mechaniker 2 B,ch- binder (gegen Vergütung), 1 Schreiner, 2 Frneure, 1 Schnier, 1 Installateur, 1 Glaser, 2 Kaufleute, 2 Kellner. Gerichtssaal. Mainz, 26. Avril. Ter 24 jährige Unteroffizier Wilhelm Dörner aus Hahnstätten (Nassau^ von der 7. Komp, des 87. Fnf.-Regts hatte am 9. Januar als Wachhabender der Gonsen- beintcr Torwache die Soldaten gezwungen, mit ihnen die ganze Nackt Karten zu spielen. Um sein Vergnügen nickt zu stören, ließ er auch die Patrouillen nickt ausziehen. 2.n5 Kriegsgericht verurteilte ihn zu 4 Monaten Gefän an t s und Degradation. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein, die heute vor dem Oberkriegsgericht verhandelt rourbe. .mc Berufung wurde als unbegründet abgewiesenzwei Monate der erlittenen Untersuckungsliaft wurden auf die strafe cmgerecknet. o ch u nt 27. April. Tie Kammer für Handelssachen des hiesigen Landgerichtes verhandelte heule über den Antrag des SNtischer ArbcitsliMwkis Gietzell. Gartenstratze Nr. 2, Zimmer Nr. 2. Suche für dauernde regelmäße Beschäftigung FraiaesB IBädclien bei hohem Lohn und eventuell später Aklordverdienll von Mk. 9.—, Mk. 11 — und über Mk. 13.— bic Woche. Desgleichen stelle sofort unter günstigen Bedingungen einige Spimaer2eiirIiM5*e ein. L.-üchenl!icher Gesellen-AkkordverdienstMk.21.— bisMk.30 — und mehr. Meldungen nehmen entgegen meine Meister in Gießen und diejenigen IkrmsiVtkr Möbetzabrik. Deutschlands. 300 Zimmereinrichtungen stets licferf vorrätig. Man verlange Vrei-liste und Abbildungen, sd"^ vreußischen FisknS auf Erlaß einer einstweiligen Beringung, daß l die B e r g w e r k s g e s e l l s cb a k t H i b e r n i a veranlaßt werden sollte, die aus 6^', Alillionen Mark junger ?lkiien entfallenden Dividende nicht zur Auszahlung zu brinaen, so lange über die Reckt?- qiltigkeit diejer jungen Aktien ein Prozeß anhängig ist. Tas Urteil lautet: Im Wege der einstweiligen Deriügnng wird der Bergwerks-Gesellschaft ,£)ibemm‘' unterlagt, an die Diktionäre aut die ausqeqebenen 67, Millionen Mark junger Aktien eine Dividende zurAus zabluug zu bringest, solange der Anfechtung'?'^ prozeß schwebt. Tw Kosten lallen den Antrag-Gegnerir zur Last. O s n a b r ü ck, 27. 9lpri(. Wegen L an d f r i e d e n s b r u ch s, begangen am 29. Januar während der S t r e i f u n r u h e n vorder hiesigen Eisengießerei, verurteilte das Landgericht 12 Former und einen Weber ui je vier M o n a ' c n n n n ' . Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft. Elektrizitäts-Akt.- Ges. vorm. W. L a h m e i)er u n b Eo. Frankfurt a. M. Es wird uns mitgeteilt, daß ein Kon- ortium bestehend aus der Tresdener B?nk in Frankfurt a. M., der Filiale der B.mk für Handel und Industrie und den Herren Grunelius u. Eo. eine 41,'o hro*. zu 103 rückzahlbare Obligationen- Auleihe von nominell 4 Mill. Mk. übernommen hat, die demnächst zur Zeichnung aufgelegt wird. Gleichzeitig kündigt die Gesellschaft sämtliche nock ausstehende 4' - Proz. Lbligationen der früheren Teutzschen Gesellschaft für elekttiscl»e Unternehmungen zur baren Rückzahlung zu ^roz. per 1. Nov. 1906. Märkte. Gießen, 28. Avril. Marktbericht. Aul heutigem Wockenmarkte kosteten: Butter vr. Bid. 1.10—1.20 Mk.. Hühnereier 1 5t. 6-7 Tin . 2 Stek. 00—00 Mg., Gänieeier 00—00 Via., Enteneier 7 Big.. .Bäse nr. Stck. 6—8 Vß, Käsematte 2Stck. 5—6 Big. Erbten v.Mnnd 22Mg.. Linien v. Viund 32 Big., Tauben vr.Vaar0,80-1,00Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Alk., Hähne vr. Stück 0,80—1.80 Mk., Enten vr. Stück 1,60—2,20 Mk., Gänse nr. Md. 00—00 Bia., Ockiensteisch nr. Md. 74—82 Mg., Kuh- und Rindfleisch vr. Mund 70—72 Mg., Schweine- fleisch vr. Mund 86—90 Ma., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Mund 94 Mg., Kalbfleisch pr. Md. 70—80 Mg., Hammelfleisch pr. Mund 60—80 Mg. Welsche per Mund —Kartoffeln pr. 100 Kg 6,00—0,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Lite» 20 Mg., Aepiel ner Mund 35 bis 50 Mg., 'n Körben 00 Ma.. Nüsse 100 Stück 50-00 Mg., Birnen per P'd. Mk. 0.00—0.00, Weißkraut per Stück 20—30 Psg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — MarkNeN 7—1 11 hr UJöö rntliC r 'Ifbrrfftt brr iToiifsfäl'r in Irr icfru 16. Woche. Dom 15. bis 21. April 1906. Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 tinkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 26,44 Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voranssichtkicke Witterung in Hessen für Sonntag den 29. April 1906: Vorwiegend trüb, sehr kühl, Regelfälle. Später wieder langsame 2lufheiterung bei windiger Witterling. Näheres Nn fV.icürncr ^-'cttcrfnrtc. Origrtral-DrahtiiieLdnngen. Berlin, 28. April. Der Staatrminisler und Minister der öffentlichen Arbeiten von Budde ist heute früh 6V3 Uhr Es starben an: Zllsammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensiahr: 2.—15. Jahr Lungentuberkulose 2 2 — — Herzleiden 1 1 — — Lungenentzündung Rückenmark-Ent- 1 KD — 1 zündnng Gallenblasen-Ent° KD — 1 (1) zündnng 1 (1) — — Krebs 4(3) 4 (3) — — Selbstmord 1 (1) 1 (1) — — Verunglückung 2(2) Kl) — 1 (1) Lebensschwäcke 1 — 1 — »mbekannter Ursache 1 — 1 — S« vernrieten [928 4/UVvll Seltersweg 14. 2097| Nicolaus. 2657| Ost-Anlage 9, 1211] Steinstraße 38. 1279| Gocthestraße 35. Linden. 2201 3 Zimmer Wohnung nut Balkon u. 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