Zweites Blatt Nr. 50 OrsthetrU MtzNch mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ÖXB- 156. Jahrgang Kirche St. Thomas de la Goeche erhielten zugab, einen Polizei- Sttident sechs Monate gestern mehrere Verbei be- die der Rußland. Der Zar. Von dem Leben, das Zar Mkolaus im Palaste von Tsarskvje Sselo führt, entwirft ein Privatbrief von einem Offizier der kaiserlichen Leibgarde, der seit zwei Jahren zur Umgebung des Zaren gehört, eine ergreifende Schilderung. „Seit dem „Roten Sonntag", so heißt es in dem von einem Londoner Blatte veröffentlichten Schreiben, „ist das Leben des Zaren eine imunterbrochene Kette von Be- a.ngstigunaen. Allein inmitten seiner Familie vergißt er anscheineno die Drohung der Revolution, deren Rachrichten ihn mit der erbarmungslosen Regelmäßigkeit des Tickens einer Uhr erreichen. Hier findet er seine einzigen glücklichen Augenblicke, in denen er von den quälenden Sorgen der Staatsgeschäfte Ablenkung findet. Bisweilen, in der letzten Zeit jedoch immer seltener, unternimmt er einen Spazier- Mittwoch 28. Februar 1006 Rotationsdruck anb Verlag der Brühl'sch« jV UnroetfitätSbtudertL ÖL Bange, I Redaktion, Expedition ».Druckerei: SchuMr.U, r Tel. Nr. ÖL Tei«gr.-Adr.l ftneeiga ©tepca» der Jnvent uraufnahme in der d'Aquin Verhafteten. d'Auboine und vier Monate, Cenne de Osmy, der agenten geschlagen zu haben, und ein Geiängnis. Auch in La st re 8 wurden Die „Sietzener Lamilienblötter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegL Der hessische tanöSDlrt" erschemt monatlich einmal besondere Rolle gespielt hat bei der Trübung, wie jetzt der Besserung. Hier sind zweifellos persönliche Momente stimmend gewesen, was schon daraus hervorgeht, daß Marokkofrage viel später erschien. Bei einem Mißerfolg Ans uns Land. Gießen, den 28. Februar. " Ernannt wurde der Militäranwärter Iah. Lubw. Weigand in Mainz zum Kanzleigehilfcn bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Rheinhesien. •• Erledigt sind: Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende 2. Lehrer stelle an der Gemeindcschule zu Geinsheim. Dem Fürsten zu Jsenburg-Birstein steht das Präsentationsrecht zu ihr zu. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrer stelle an der Gemeindeschule zu Unter- Flockenbach. Eine Lehrerstelle an der evangel. Schule 'zu Wald.Michelbach. •• Der Direktor der Landwirtschaftlichen Haup kg cnoss en schäft für Oberhessen (in Friedberg) Oekonomierat Schiente, hat in der letzten Vorslandssitzung derGenosienschaftmitgeteilt, daß erbeabsichtige, am I.Maid.J. seine Stellung als Direktor aufzugeben. ” Die erste Sendung geschlachteter Schwein ei aus Holland (50 Stück) ist am Montag hier eingetroffen. Ueber die Qualität des Fleisches äußern sich die Metzger lobend. Die nächste Sendung wird im Laufe der nächsten. Woche eintreffen. Sortrag über Neuseeland» (c.) Gi e ße U, 28. Februar. Im letzten Vortrag der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde dieses Jahres vermittelte Professor Dr. Albert Heini (Zürich) in äußerst fesselnder Weife die Bekanntschast mit R e u s e e l a nd , jenem intereffanten natürlichen biologischen Experimentiergebiet in der Südsee. Vermöge ihrer frühen Abtrennung vorn Fcstlande hat diese Doppclinsel sich cme ganz „altmodische" Fauna und Flora erhalten, deren Reste sich bei uns nur noch in spärlichen Fossilien vorfinden. So gab es vor der Invasion von autzen auf der ganzen Insel nicht cm einziges Säugetier, ein Beweis für die bereits vor der Entstehung dieser Tiere erfolgte Lostrennung vom amtralischen Kontmente. Die gut vertretene Vogelwelt fand fick mit der Tatsache, daß ihre Feinde fehlten, in der Weise ab, daß sie ihr Flugvermogen teilweise oder ganz einbüpie. Verschiedene Vogelarten, legten sogar den Flugapparat, Flügel und schwänz, als entbehrlich völlig ab, so vor allem der riesige Moa, dessen Enr einen Langendurchmesser von 36 Zentimeter erreichten, und die fVitomrten. Da landete etwa vor 500-600 Jalnen em vertriebener Maorihäuptling, Rgahuc, an der Mste Neuseelands und da er nicht mir den zur Herstellung von Wasscu unentbchrlichen Grünsten: in Menge vorfaud, sondern auch in den zahlreich vorhandenen Moas lockende Fleischnahrung .erriet. io ferne er naa) feiner Heimat Haweiki (Samoa, Sawen) zuruck uw) siedelte den unterlegenen Teil seines Stammes indem entdeckten Gebiete an Die Ankömmlinge brachten außer ber Kümara oder sußei: Kartoffel die beiden ersten Säugetiere mit. die Ratte und den Hund, oalb jedoch erlagen die einheimischen iagbaren -rarere, m erster Linie der Moa, den Eindringlingen, und als auch die Hunde und Ratten immer spärlicher imirben, verfielen die Maori dem schändlichsten Kannibalismus. Ms daher der Entdecker James Cook am 6 Oktober 1769 an der Küste Neuseelands landete, erschien er dem armen Volke als Retter in der Not. Durch E:n- sührung des Schweines versetzte er es in die -age, aus lerne kannibalischen Gewohnheiten zu verzichten. Cook wuroe von dem dankbaren Volke bei seinen späteren Besuchen sormlich^vergöttert. Zn Anfang beä 19. Jahrhunderts gründaterr ine eyten Werken Vow der Mandschureiannee. Die plötzliche Abberufung des Oberbefehlshabers int fernen Osten und seine Ersetzung durch den außerordentlich^ energischen General Grodekow gestattete schon einen Rückschluß auf den Grad der Auflösung, die unter der Einwirk' ung der Vorgänge int europäischen Rußland in der M andsch urei-Armee Platz gegriffen l>aben mußte. Jetzt zeigt es sich, daß alle Nachrichten von den Ereignissen in der Heimat nicht so verheerend gewirkt haben wie oer Zustand völliger Isolierung der Armee, den di« Revolutionäre herbeizuführen und wochenlang aufrecht zul erhalten verstanden haben. Wie jetzt festgestellt ist, war der ferne Osten und damit die gesamte dortige Armee von Rußland über sechs Wochen abgeschnitken. Post wie Telegraph befanden sich in den Händen der Revo-k lutionäre, und so kam es, daß in der Armee Gerüchte: Glauben fanden, wonach die Zentralregierung ge^ stürzt und viele Würdenträger in Petersburg hingerichtet seien, während der Hof ins Ausland geflüchtet wäre. Jnsolgedesfen soll der Vtilitärgouvevi neur des Transbaikalgebietes General Eholschewnikow Befehl erteilt haben, die temporäre Regierung anzueriennen, und General Linewitsch empfing Deputationen der Streikenden, wobei einigen angeblich sogar OrdensdeFok rat ionen verliehen tvorden sein sollen! General Cholschewnikow ist inzwischen wegen Unfähige keit von dem mit außerordentlichen Vollmachten ausg«' statteten General Rennenkampf kurzerhand entlassen tooix den, und der alte Linewitsch trifft am 5. März in Petersburg ein, wo er sich wohl noch wegen seiner Mntsfichrung zu rechtfertigen haben wird. Die Aojetzder Freundschaft zwischen Deutschland und Hnalcrnd scheint nicht erblühen zu sollen, ohne daß nach den Dornen gespäht wird. Schon lassen sich Stimmen dahin vernehmen, das Schwinden der Spannung in den Beziehungen der beiderseitigen Herrscher sei darauf zurückzusühren, daß England die Ergebnislosigkeit der Marokkokonferenz als sicher und infolgedessen Deutschland mit Frankreich für ^hinreichend verfeindet" erachte, um für sich selbst die berühmten, der englischen Staatskunst unentbehrlichen „groei Eisen inS Feuer" legen zu können. Run, der Leidtragende wäre dann Frankreich, das seine Marokkopolitik im Hinblick auf den englischen Freund inszenierte, nachdem es ihm die Einflußsphäre in Egypten hatte sichern helfen. WaS aber die Beziehungen der Herrscher anlangt, so kann als feststehend gelten, daß die Politik keine eine Ansiedlung zu Kvrorareka, und im Jahre 1839 ergriffen die Engländer auf Drängen der New-Zealand-Compant) von der Inselgruppe Besitz. Nun folgte rasch eine Gründung auf die andere, von denen Dunedin, Christchurch, Wellington und Auckland die bedeutendsten sind. Der eigentliche Grund, der eine Kultivierung des Landes cr't ermöglichte, besteht in der Genügsamkeit der eingeführten Schafe, die sich überraschend gut an das einheimische starre braune Gras gewöhnten. Die Woll- pvobuktion bildet jetzt eine Hcmpterwerbsquelle des Landes. Außerdem werden jährlich eine 'Menge geschlachteter Schafe in gefrorenem Zustand nach England transportiert. Die nun fort- gefet-.t stattfindenden Einführungen fremder Tiere und Manzen brachten die einheimische Fauna und Flora völlig aus dem Gleichgewicht und führten zu einer Verminderung, ja ftellen- iveise völligen Ausrottung ihrer Bestände. Sv lebte in Neuseeland eine unangenehme Stechmücke, die von unserer unabsichtlich eingefüfrrten Stubenfliege ganz und gar auS den bewohnten Gebieten vertrieben wurde. Die mit den Schiffen gelandete norwegische graue Ratte rottete die vorhandene Rattenart völlig ans. Wo die Pferde hitckamen, da traten auch die in ihrem Fritter enthaltenen Unkräuter auf, wie Disteln, Königskerze u. a. Wo die verwilderten Schweine den Graswuchs auf» rissen, da drängten eingeführte Pflanzer:, deren Samen durch Vögel oder andere Tiere verschleppt wurde::, mit Kraft ein, den Platz an sich reißend. Und auch die Menschen mochten hierin keine Ausnahme. Die Maori, früher etwa 2—300 000 Köpfe zählend, sind beute auf etwa 40 000 zurückgegangen. Die eingebürgerten Lebewesen, seit altersher im unbestrittenen Besitz ihres Gebietes, haben zum größten Teile die Fähigkeit verloren, sich den veränderten Formen des neu auftretenden Konkurrenzkampfes anzupassen und unterliegen dem Ansturm anpassungsfähigerer Elemente. Ein interessantes Beispiel dennoch gelungener Anpassung unter dem Zwang der VerhälMisse zeigt ein Papagei iMokeo. Dieser hat sich allmählich aus einem Pflanzenfresser in einen Fleischfresser umgew.rndelt, der sogar den Schafen zu Leibe geht und deshalb abgeschossen werden muß. Auch ein Sumvfvogel, der sein Flugvcrnwgen eingebüßt und nun von eingeführten Schäferhunden öfter gejagt torrb, hat sich allmählich die Kunst des Fliegens wieder angeeignet. Allgemein bekannt ist der Fall, daß der eingeführte Klee zwar prächtig gedieh, aber keinen Samen ansetzte. Erst als man auch die befruchtende Hummel importierte, Formte der Klee zu dem ^oamenreichtunr gelangen, daß Kleesamen heute einen Hauptgegenstand der Ausfuhr bildet. Doch auch Felder wurden in der Einfuhr lebendes Tiere nicht vermieden. So führten unverständige Sportsmen das Kaninchen ein, das heute zur Landplage geworden und kaum noch auszurotten ist. Dem Reisenden fällt das harmlose Benehmen der Bewohner angenehm auf. In keinem Teile der Erde dürste man so finger vor Dieben und Räuden: sein, wie hier. Eine Bewafsi:ung kennt man gar nicht. Häuser und Zimmer sind selbst nachts unverschlossen. Die Briefe und Wertsachen werden von der Post an der Landstraße in offene ftaflcn niedergelegt und dort gelegentlich von bei: Eigentümern abgeholt. Bettelei und Armut ist vollständig unbekannt. — In schroffem Gegensatz zu diesen erfreulichen Zuständen steht die Tatsache, daß nur ein verhältnismäßig geringer Teil des Landes kultiviert und große Strecken iwch der fleißigen Hand harren. ES ist dies eine Frucht der sozialistischen Prinzipien, nach denen bc§_ßanb regiert und in feiner freien Entwicklung gehemmt wird. Gesetzlich ist ber Achtstundentag eingeführt unb wöchentlich darf nur 40 Stunden gearbeitet werden bei einen: Minimal lohn von 1 M k. pro Stunde. Der Zuzug tüchtiger Arbeitskräfte wird aus Konkurrenzscheu von der Arbeiterpartei durch alle Mittel hintangehalten. Die Folge davon ist ein allgemeines Nachlassen des Fleißes und eine ungeheure Verteuerung aller Lebensbedürfnisse. Trvkdem z. B. Rohleder in ungeheuren Mengen im Lande Drobu« ziert wird, mußten die vorhanbenen Schuhfabriken ihren Betrieb einftellcn, um bie in Amerika aus bem dorthin exportierten: Leder hergestellten Schuhwaren wieder zu importieren. Daöe: schwillt die Staatsschuld in beängstigender Weise an, während man zur Steuerung der Finanznot einen hohen Einfuhrzoll» 25 Prozent des Wertes, eingeführt hat. Wundervolle, färben»1 frische Lichtbilder führten die Zuhörer durch die einzelnen Teile des Landes unb ließen die Schönheiten der mächtigen Alpenland- schasten mit ihren bis zu 600 Meter hohen Wasserfällen, bie, Eigenart des Pflanzen Wuchses unb bie stimmungsvolle Poesie, ber füblichen Fjorde aufö beste eriezmen. Alles in allem; Gin. dankenswerter Abend. gang oder einen Ritt durch den Park. Fast den ganzen Tag und die Nacht verbringt der Kaiser in seinem Privatkabinett, wo er entweder mit feinen Räten Anordnungen trifft oder an Reformmaßregeln arbeitet. Oft schreibt er stundenlang hintereinander ohne Unterbrechung, und er läßt seine Räte zu jeder Nachtzeit rufen, um ihren Rat zu hören. Bisweilen hören ihn die Schildwachen an den Türen bis zu den frühen Morgenstunden ruhelos im Zimmer auf und ab gehen, während er mit Spannung auf die Berichte seiner Vertreter in den Provinzen wartet. Manchmal öffnet er dann plötzlich die Fester und sieht schweigend in die Stille der Nacht hinaus. Er hat nie* Gesellschaft geliebt, aber jetzt scheint er alles, was Gesellschaft heißt, zu verabscheuen. Er scheint der einzige am Hofe zu sein, der die Gefahren der jetzigert Lage wirklich begreift, und darauf sind auch die. Mißverständnisse zwischen ihm und den Großfürsten zurückzuführen. Er erkennt, daß Rußland von einer Revolution erschüttert wird, und je genauer er die Anzeichen beobachtet und mit denen der französischen Revolution vergleicht, umsomehr scheint feine Besorgnis zu wachsen und umso häufiger sieht man seine Augen von tiefen: Kummer verschleiert." haftete verurteilt. Der Priester Lagasse erhielt fünf Tage Gefängnis und 50 FrcS. Geldstrafe. — Bei ber gestrigen Inventaraufnahme in Maccmnet erhielt der Oberst BergeS einen Steinwurf ins Gesicht, wodurch ihm mehrere Zähne auSgebrochen wurden. Zürich, 27. Febr. Die bnndeSgerichtliche Ver- Handlung in Lausanne in der Angelegenheit der Auslieferung deS früheren elsässischen Polizeikommissars Ste- phany beginnt am 2. März. Es finden keine Plaidoyers statt. Die Entscheidung erfolgt lediglich auf Grund der eingereichten NechtSschriften. Die Verteidigung holte bei dem Dekan der staatswissenschaftlichen Fakultät der Hochschule Zürich, Professor Zürcher, ein NechtSgntachten ein, da« sie bei der Verhandlung geltend machen wird. DaS Gutachten erklärt, das Auslieferungsbegehren der deutschen Behörden sei zurückzuweisen, da das Vergehen StephanyS politischer Natur und die Auslieferung in der offenkundigen Absicht verlangt fei, Stepham; wegen eines Vergehens politischer Natur zu bestrafen. Eventuell will die Verteidigung den Einwand der Verjährung erheben. Washington, 27. Febr. Präsident Roosevelt hat, um die Notwendigkeit zu betonen, daS Personal der Armee und Marine in Friedenszeiten auf der höchsten Stufe ber Leistungsfähigkeit zu erhallen, um für den Fall des Krieges gerüstet zu fein, ein Schreiben an den Kriegssekretär gerichtet, in dem er die Heldentaten Togos aufzählt und zu Nutz und frommen der amerikanischen Soldaten und Seeleute Togos Armeebefehl be: Beendigung des russisch-japanischen Krieges wiedergibt. Dieser Bries ist als allgemeiner Armeebefehl verbreitet worden. Konferenz in Algeciras, trotz der Durchberatung des ganzen Programms, würde Deutschland nichts verlieren, England nichts gewinnen. Aus Algeciras wird vom 27. Febr. gemeldet: Gestern nachmittag begab sich der französische Delegierte R e v o i l zu Herrn von Radowitz und hatte mit diesem eine viertelstündige Unterredung. Reooil teilte mit, daß die Erklärung, welche Frankreich in seinem Memorandum vom 16. Februar mache, keineswegs die Rechte anderer Staaten beeinträchtigen könne, wie Deutschland in seinem Memorandum vom 19. zu befürchten scheine, Revoü füpte hinzu, daß nach Auffassung der französischen Regienmg eS beffer sei, wenn die Polize:srage vor der Konferenz selbst zur Beratung gelange. Er überreichte Herrn von Raoowitz ein Memorandum, roartn d:ese Erklärung zujammengewßt war. Der Wortlaut der französischen Note rotro noch nicht veröffentlicht, weil die deutsche Regierung noch nicht in deren Besitz ist. Jndeffen behauptet der ,Ttatme, daß die französische Regierung in ber Rote die Uebet^eugung auSdrücke, daß die Lösung, welche von Frankreich in ferner Note vom 16. Februar vorgeschlagen werde, keineswegs die wirlschaftltche Gleichberechtigung in Frage stelle und daß die frw:zösische Regierung die Ansicht äußere, eS sei gemäß dem Abkommen vom 8. Jul: 1905 notwendig, daß alle yragen von der Konierenz beraten würben. Da die deutsche Regierung erklärt habe, daß sie bereit sei, jeden Vorschlag zu prüfen, welcher als Ausgangspunkt die Gleichberechtigung aller Staaten onnehme. so glaube die französische Regierung überzeugt sein zu dürfen, daß ehre Polizei unter der Kontrolle französischer und spanischer Offiziere die wirtschaftlichen Bezieh:mgen der Mächte nicht deeinträchtioe. Deutsches Reich. Berlitt, 27. Febr. In Pofen verlautet, der Kaiser toerbe den diesjährigen Hebungen der KcüxrllerieHivisivn des 6. Armeekorps aus dem Trruppenübungsplatze in Posen beiwohnen und bei der Gelegenheit den Grundstein zu dem hiesigen Residenzschloß legen. — Ter preuß. „Staatsanz." veröffentlicht eine am 3. März in Kraft tretende Bekanntmachung des Landwirt- schastSministers, in der ungeordnet wird, daß die Einfuhr von Schweinefleisch aus Rußland verboten ^st, mit Ausnahme des Fleisches, das nach dem Fleischbeschaugesetz vom 3. Juni als „zubereitet" anzusehen ist. Solches Fleisch darf unter den im Reichsviehseucheu- ge etz vom 1. Mai 1904 und dem Preußischen Ausführungs- ge etz vom 22. Juli 1905 vorgesehenen Bedingungen ein- geführt werden. Ausnahmen iwn dem obigen Verbote können zugunsten des im kleinen Grenzvevkehr eingehenden, sowie zum Reisegebrauch mitgefichrten Schweinefleisches durch Anordnungen des Regierungspräsidenten zugelassen werden. Bereits bestehende derartige Bestimmungen bleiben in Kraft. Alle sonstigen, obigem Verbote entgegensdehende lAnoodnungen werden aufgehoben. — Der „Reichsanz." veröffentlicht das Gesetz betr. die Handelsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika und die Bekanntmachung des Bundesrates dazu. Stuttgart, 27. Febr. Die Kammer ber Standes- herren hat heute bei der Beratung der Gemeindeordnung die Abschaffung der Lebenslänglichkeit der Ortsvorfteher einstimmtg beschlossen und festgesetzt, daß die Ortsvorsteher ans den Zeitraum von je 10 Jahren gewählt werden. Die lebettslanaliche Amlsoauer bleibt für die vor dem Tage der Verkündigung des neuen Gesetzes gewählten Ortsvorsteber unberührt.______________________ Ausland. Paris, 27. Febr. In ber Kammer erklärte ber Kriegsminister, bie Deputierten unb Senatoren, welche der Reserve ober ber Territorialarmee angehorten, würden in: Falle eines''Kriege? am achten Tage nach ber Mobilmachung zu ihrem Truppenteil zu stoßen haben. UebrigenS bereite bie Regierung einen Gesetzentwurf vor, durch welchen eine Organisation der öffentlichen Gewalten in Kriegszeiten erfolgen solle. — König Eduard, ber unter bem Namen eines Grafen von Lancaster reift, trifft am 5. Marz in Biarritz ein. Er beabsichtigt, längeren Aufenthalt zu nehmen unb will ein Touristenleben führen. Der Vermählung seiner Nichte, ber Prinzessin Ena von Battenberg, wird er nicht beiwohnen. Paris, 27. Febr. Die Strafkammer verurteilte die bet - Verhaftet. Wegen dringenden Verdachts, den Brand im R othenbcrgcrschen Lumpenlager angelegt zu haben, wurde ein hiesiger Dachdeckcrmeister und Bauunternehmer in Untersuchungshaft genommen. " Zu der Maturitätsprüfung der Oberreal- schule waren 16 Kandidaten zugelasien, die sämtlich ihr Examen bestanden. Folgende 8 Kandidaten konnten von der mündlichen Prüfung befreit werden; Albert Ebambrs, Gießen; Heinrich Feller, Groß-Linden; Wilhelm Hahn, Friedberg; Wilhelm Lenz, Klein-Linden; Wilhelm Schäfer, Watlernhausen; Wilhelm Schildwächter, Hopfgarten; Georg Thomas, Gießen und Heinrich Weisel, Langsdorf. "Lahn und Wies eck sind seit 24 Stunden so hoch gestiegen, wie feit Jahren nicht. Der Pegelstand stieg in dieser Zeit an der Bach von 2,30 m auf 4,60 m und an der Möser'schen Mühle von 0,86 aus 1,92 m. Wenn die Lahn noch weiter steigt, ift zu befürchten, daß das Wasser in die Mühle hineinläuft. (§. auch 1. Blatt.) = Allendorf a. d. Lda., 27. Februar. Heute mittag überschwemmte die Lumda nicht nur die Wiesen, sondern auch die Kreisstraße Al lendorf-Elimbach, sodaß der Verkehr nach der Bahnstation gehemmt war. Auch in der Stadl war die Straße an einer Stelle unpassierbar. Einige Keller, Scheuern und Ställe wurden ebenfalls von der lieber- schwemmung betroffen. Der heutige Tag hat hier wieder gezeigt, daß eine Höherlegunq der Straße Allendorf-Elim- bach an der Lumdabrücke nötig ist. fc Friedberg, 27. Februar. Am 1. April d. I. wird voraussichtlich die von der Neichspostverwaltung projektierte Motorwagenpost Friedberg-Ranstadt den Betrieb aufnehmen. Diese Motorwagenpost, die erste in Deutschland, ist auf einen Wunsch des Kaisers zurückzuführen. Der Kaiser wünscht, daß die so „zukunftsreiche Kraft t)e§ Automobils" im Postdienst ganz besonders Verwendung findet. sd Darmstadt, 27. Februar. Die heutige Kapp en- fahrt, die als Abschluß des diesjährigen Karnevals gelten 'darf, bewegte sich mehrere Stunden hindurch durch fast sämtliche Straßen der Stadt. Etwa 50 sehr hübsch ausgestattete Wagen und Gruppen beteiligten sich daran. Auch der am Sonntag durch einen Stockhieb eines Studenten verletzte Kar- nevalspräsidcut Anspach hat sich daran beteiligen können. 'Auch in den Straßen herrschte heute ein großer Karnevalstrubel, der sich abends in die Restaurants fortpflanzte. fc Offenbach a. M., 27. Februar. AuS dem Hafen wurde heute Morgen die Leiche des 23jährigen Kellners Weigand aus Rixfeld bei Lauterbach, der zuletzt in Fechenheim in Stellung war, gelandet. Er hatte sich am 27. November v. I. von Fechenheim entfernt.' Entweder liegt Selbstmord oder ein Unglücks fall vor; cm Verbrechen scheint ausgeschlossen, da bei der Leiche Geld und Wertsachen gefunden wurden. Mainz, 26. Februar. Der neugegründete „Ning der Milchproduzenten" hat beschlossen, vom 1. April ab den Preis für die an die Händler zu liefernde Mllch von 15 auf 16 Pfg. pro Liter zu erhöhen. Da nicht alle Milchproduzenten der Provinz dem Ring angehören, ist es fraglich, ob die Händler den Milchaufschlag auf die Produzenten abwälzen können. (Frkf. Ztg.) fc. Frankfurt a. M., 27. Febr. Gestern nachmittag machten sich in der Rothschildallee mehrere Knaben hinten an einem Fleischtransvortwagen zu schaffen. Plötzlich siel die Hintere Klappwand herunter und erschlug den sechsjährigen Sohn des Spanholzhandlers Adler. Da das Halsgenick gebrochen war, trat der Tod sofort ein. [] Marburg, 27. Febr. Am heutigen Fastnachts- dienstag wurde auch in unserer Stadt wieder dem Mummenschanz in ausgiebigster Weise gehuldigt. Von den frühen Morgenstunden an belebten allerhand originelle Gestalten die mit dichten Menschenmaffen gefüllten Straßen Auch allerhand Umzüge mit Musikkorps an der Spitze, das Marburger Plakatinstitut, das neue Studenten-Wohnungs- bureau waren vertreten. Die Mehrzahl der Maskierten stellte wie immer die Studentenschaft. * Kleine M i t't e i lu n g e n aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Stangenrod feiert der Groß!). Fmstwart Knauß am 1. März sein 25jöhrigeJ Dienstjuöiläum. " In Ni e d er - Ohme n kam es bei einem Fastnachtsball zu Streitigkeiten. Ein junger Mann trug am Kopfe so erhebliche Wunden davon, daß sie vom Arzte vernäht werden mußten. — Gut Erdrutsch fand in Marburg am Berg hinter einem Dause am Wehrdaenr-eg statt. Der Kellereingang des Dauses wurde durch die Erdmassen verschüttet. — Im Walde zwischen Eber stad t und Pfungstadt wurde von einem fremden, gut gekleideten Mann ein Sittlichkeitsverbrechen an einem 13 jährigen Mädchen aus Pfungstadt verübt. — Der Landein P. Ziegler zu R v h r b a ch hatte für einen anderen eine Bürgschaft von 600 Mk. übernommen, für welche Summe er nun hasten mußte. Dieser Umstand trieb den Mann zur Verzweiflung und in den Tod. indem er sich erhängte. Gießener Strafkammer. )( Gießest, 27. Febr. Die -Ltrafkammer verurteilte den Krankenpfleger I. K. W. aus ^v t e i n s i e l d toegeu Diebstahls, Urkundenfälschung, Betrugs- Versuchs und Uebertretung zu 3Jahren8MonatenZucht- haus und 14 Tagen Haft, sprach ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf o Jahre ab und stellte ihn unter Polizeiaufsicht. W. war un verflossenen Jahr in der psychiatrischen Klinik hier als Pfleger tätig, nachdem er in derselben Eigenschaft in der Lung en heil anstatt Wald Hof bei Ehringslnusen beschäftigt gewesen war. In beiden Anstalten genoß er bei den Aerzten sowohl, als auch bei seinen Kollegen und den Patienten das größte Vertrauen-, am allerwenigsten hätte man in ihm einen rückfälligen Dieb vermutet. Trotzdem in beiden Anstalten mehrfach Diebstähle bei Patienten und Bediensteten vorkamen, die nicht aufzuklären lo-aren, fiel auf den Angeklagten nicht ein Schein des Verdachts. Im November vorigen Jahres erfolgte seine Entlastung wegen eines Leidens. Tags zuvor war ihm von einem Kollegen, der einen Gang in die Stadt zil machen hatte, ein an VerfolgungSwahnsinn leidender Pflegling anvertraut worden, von dem er wußte, daß er die Idee habe, sein Pfleger strebe ihm nach dem Leben. Als der Pfleger zurückkam, erzählte ihm der Angeklagte, der Pflegling sei während seiner Abwesenheit sehr aufgeregt gewesen und habe verlangt, das Zimmer seines Pflegers nach Mordwerkreugen untersuchen zu dürfen. Um den Kranken zu beruhigen, habe er ihm das Zimmer geöffnet, in diesem Augenblick h ibe sich aber jemand am Telephon gemeldet, weshalb er den Kranken allein ließ. Bei näherem Nachsehen entdeckte der Pfleger, daß seine Geldkassette in der sich außer seiner Jnvalidenkarte und Schmuckgegenständen, 65 Mark bares Geld und ein Einlagebuch der Frankfurter Sparkasse über 855 M? befand, aufgebrochcu und beraubt war. Trotzdem es sehr unwahrscheinlich war, daß der Kranke die Tat verübt haben konnte, hatte man auf deu Angeklagten keinen Verdacht. Nichts desto- weniger wurde der Kranke über die Angelegenheit gebeten, die Hachen herauSzugeben, ober doch anzugeben, wo er sie hingebracht habe. Er bestritt aber, etwas weggenommen zu haben. Zur Vorsorge wurde sein Zimmer durchsucht und die Sparkasse telegraphisch von dem Vorkommnis in Kenntnis gesetzt, um die etwaige AuSz-ahlung an einen Unbefiigten zu verhindern. Kurz nach dem Weggang des' Angeklagten kam aus Frankfurt die Nachricht, es sei dort ein Mensch verhaftet worden, der versucht habe, aus Grund einer mit dem Namen des Einlegers unterzeichneten Anweisung durch einen Dienstmann 600 Mark zu erheben. Diese Anweisung hatte der Angeklagte in einer Wirtschaft angefertigt. Bei seiner Verhaftung legte er sich den Namen des Bestohlenen bei und legitimierte sich mit dessen Jnvalidenkarte. Während der Untersuchung und bei der Verhandlung behauptete der Angeklagte, er habe von dem Kranken das Buch erhalten, in dem sich auch die Jnvalidenkarte befand: von dem E'^ld und den Schmucksachen wisse er nichts, die Kassette habe er nicht aufgebrochen. Er suchte auch von seinen psychiatrischen Kenntnissen Gebrauch zu machen, indem er behauptete, er sei Epileptiker, und er müsse die Tat in einem Zustande geistiger Umnachtung verübt haben. Der Sachverständige, > r ihn auf seinen Geisteszustand untersuchte, hielt es nicht für a .-schlossen, daß er schon epileptische Anfälle gehabt haben kann, ooch müsse er auf Grund seiner Beobachtungen zu dem Ergebnis gelangen, daß weder bei Begehung der Tat noch jetzt von einer geistigen Abnormität die Rede fein kann. Bezüglich des Diebstahls in der Anstalt Waldhof w'r er geständig, dem leitenden Arzt einen Gummistencpel entwendet zu haben, der Hch auch bei ihm vorsand. Für diesen Fall billigte ihm das Erricht mildernde Umstände zu und setzte dafür eine Gesängnisstrafe von 6 Monaten an, die auf 4 Monate Zuchthaus reduziert wurde, während es für die Tat in der hiesigen Klinik vergeblich nach mildernden Umständen suchte. Im Gegenteil wurden in dem Beschuldigen eines Irren recht straferschwerende Umstände gefunden. Die an den Tag gelegte ehrlose Gesinnung und seine Gemeingefährlich-' feit rechtfertigten Ehrverlust und Polizeiaufsicht. — Drei 18 bezw. 20 jährige Maurergesellen, D. R. und die Brüder A. und R. P. von Groß-Karben arbeiteten im verflossenen Derbst bei einem Landwirt zu Kaichen, wo sie Gelegenheit hatten, sich mit seinen Lokalitäten bekannt zu machen. 9lls kurz nach ihrem Weggang dem Landwirt acht Stallhasen nachts mittels Einbruchs entwendet wurden, machten sich die Angeklagten dermaßen verdächtig, daß gegen sie Auflage erhoben wurde. Obwohl sie weder bei der Tat ertappt wurden, noch ein Geständnis ablegten, hielt sie das Gericht des gemeinschaftlichen schweren Diebstahls für überführt. R. erhielt 4 Monate und A. P. 5 Monate Gefängnis, während der rückfällige R. P. die Tat mit einem Jahr- Gefängnis büßen muß. Mit Rücksicht auf die Höhe der Strafe erfolgte seine Verhaft»,in._^ Vermischtes. * Die anonyme Briefschrciber-Affäre, welche mit der Verurteilung der Frau Amtmann de la Roche in Herne endigte, zieht immer weitere Kreise. Der weitaus größte Teil der Herner und Baukarler Gesellschaft steht ohne Unterschied der Partei und Konfession auf Seiten der Familie de la Roche. Die Enthüllungen aus dem Prozeß haben überall tiefe Unzufriedenheit hervorgerufen. Zahlreiche Frauen und deren Töchter sind aus dem Vaterländischen Frauenverein ausgetreten, um einem gleichen Schicksal zu entgehen, das die Familie de la Roche betroffen hat. Das dem Verteidiger Hölscher nahestehende Blatt brachte einen Artikel, in welchem auch auf die Möglichkeit eines Justizirrtums bingewiesen wird. 9(Qe von den anonymen Briefen Betroffenen werden Schritte unternehmen, um eine Begnadigung oder Aenderung des Urteils herbeizuführen. * Der neue preußische Gesandte in Darm- st abt, Wirkt. Legationsrat Dr. jur. Martin Freiherr von Rücker-Jenisch, der bisher deutscher Generalkonsul mit Gesandtenrang in Kairo war, isteinVetterdesReichs- kanzlers, dessen Mutter, Frau Luise von Bülow, eine geborene Rücker aus Hamburg war, und mit dem Fürsten Bülow auch noch dadurch verwandt, daß seine Schwester einen jüngeren Bruder des Kanzlers, den Rittmeister m ftcmzös. Kvlouialamte ist ein Telegramm aus Mada - g.askar emgegangen, wonach die Ortschaft Mahenore durch einen C Velo n vollständig zerstört worden ist. Mehrere sind unuif fnioeit, Xütsift und . Magdebura, 27. Febr. Tas neue große Chorwerk „Kö- nigin Lurse^, Text und Musik vom Domorgamften Professor Forchhammer hier, erlebte gestern abend zur Borseier bei, Silberhochzeit des Kaiserpaares seine Uraufführung. Das Werk schildert in 12 Bildern das Leben der Königin Luise. Es enthält manchen poesievollen Satz, ist aber fein geschlossenes Kunstwerk vor größerer Bedeutung. Dem Komponisten bereitete man freundliche und persönliche Ehrungen. sScricbfefaaL sd. Darmstadt, 27. Febr. In dem schon erwähnten P r o z e s; des Rittmeisters de N e n i v i l l e gegen den Eisen- bahniiskus wegen S eh a d e n e r s a tz für zwei durch einen Eisen bahn,z»ig getötete Pferde in Hohe von 6500 Mk. fand heute Termin vor der Darmstädter Zivilkammer statt. Die Haftung der Bahn für solche Schäden wurde als g e s e tz l i cb b e st e h end anerkannt. Das Urteil konnte noch nicht gesprochen werden, da noch Beweiserhebungen nötig erscheinen. 0 M f. n ch e u , 27. Febr ' .•"’••• -1- d v r o ?, c ß SÄellh a a s wird berichtet, daß trotz des Fc dienstags dcr Andrang des Publikums ganz enorm war. ".n^klaate Schellhaas wird in einem Tragstuhl in den Da " grollt. Sie sicht sehr elend aus. Au» die Frage des Vorfreuden erklärt sie sich imstande, den Verhandlungen zu folgen. Zur Vertretung der Anklage ergreift Staatsanwalt Prim-das Wort, ("r -wachtet in längeren Ausführungen die Ankl ' ; r gegen mich und Katharina Schellhaas als in vosi- - isiasaug? er -Heien und beantragt, d"s Schuldia wegen Mordes und Raubes über beide Angeklagte aus-zusvrechen. Bei dem angellagten Mäder hält der Staatsanwalt für erwiesen, daß er u'wußt habe, woher die Wertv"Piere mmm-r. ----h s-r; ,-L- si.- j- gewinnsüchtiger Absicht weitergegeben habe. Er beantragt, ihn wegen Urkundenfälschung und Hexerei schuldig zu sprechen. — ?cr Verteidiger des Angeklagten Schellhaas, Justizrat Bernstein, bittet unt Freisprechung. Glatz, 27. Febr Tas Schwurgericht verurteilte den Berg- mamr Wentzel Wilschek aus Neurode, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, wegen vier vollendeter und zwei versuchter Brandstiftungen zu acht Jahren Zuchthaus. Wilschek halt" die Brandstiftungen verübt, um als Erster auf dem. Brandplatz zu sein und sich in hervorragender Weise nn den Löscharbeiten beteiligen zu können. Handel und Verkehr, Volkswirtschaft. Vom Kassa-Aktienmarkt. Am Baisseewutag, da man sowohl an der Börse in Berlin wie in Frankfurt n. M. die Worte des Kaisers weitaus aktueller deutete, als sie jedenfalls gemeart waren, waren die Kursverluste auch cm Jndustriekassa- Markt reckn erheblich. So ainaen z. B. Dalle sch e Maschinenfabrik 5 Proz., Dörder Bergwerk V '> Proz., Mech-ener Bergwerk 4 Proz., Vhönir Proz., RheinisckMassauifche Bergwerksaes. 5Ve Proz., Rheinische Stahlwerke 4> '< Proz., Langendreer 8 Proz., SBittenev' Cußstcihl 7V. Proz. zurück. Russische Anleihe-Gerüchte. Der Exchange Telegraph meldete, daß in Paris eine neue Anleihe von 450 Mill, zu einem Kurs von 92 und einem Zinsfuß von 6 Proz. abge- fchloffen sei. Diese Nachricht wird von der Reterso. Handels- und Jndustrieftg als völlig unbearimbet bereichnct. Eingesandt. (Für Fomr und Inhalt Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redakti-'u dem 'Luolikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Auf der Kreis st raße zwischen Odenhausen und S a l z b ö d e n fließt das Wasser vor der Brücke über die Straße. Eiic Hindurchkomnwn ist rmmoglich. Warum sorgt die zuständige Behörde nicht für Abhilfe? Im Interesse des Publikums, das feine Steuern und Abgaben bezahlen muß, wäre da? sehr zu wünschen. Der Platz vor der Brücke muß aufgefüllt und tanalifie# werden und dem Uebelstand ist abgeholfen. Salzböden, den 28. Februar 1906. B. ♦ Da§ Ergebnis der S u b rn i s s i o n der V e r p u tz a r b e i t e n für den Nlwbau der höheren Mädchenschule, welches int Eingeftndt des Gieß. Anz. 9hr. 46 erwähnt wurde, war insbesondere für die Beteiligten gar nicht eigenartig und überraschend. Daß die vereinigen Weißbinderweiftcr fast gleichmäßige Offerten eingereicht, kon? c nicht überraschen, nachdem diese die Offerten gemeinschaftlich vorbereitet hatten und auch die Arbeiten gemeinschaftlich aussühren oder unter sich verteilen wollten. Daher auch die ziemlich gleichmäßigen Osserten der Weißbindermeister. Die Bausirma, die nebenbei bemerkt, b-'s ictzt Mehr Verputzarbeiten ausgeführt, hat, als eine Anzahl Weißbindern', 'ister zusammen, hat sich mit ihrer Offerte an die Tagespreise gehalten. Die vereinigten Weißbindermeister glaubten, weiter keine Konkurrenz fürchten zu müssen und schnellten infolgedessen mit ihren Preisen in die Höhe. Daß sich Maurermeister und Baugcschäfte bei Vergebung von Verputzarbeiten beteiligen, ist ganz in der Ordnung, denn fast überall und insbes in den gröberen Städten werden die Verputzarbeitett von den Maurermeistern und Baugeschäften ansgesührt, die Weißbindermeister dagegen si'hren die Anstreicharbeiten aus. Ter oder die Einsender in Nr. 46 des Blattes meinen,' die Arbeiten würden in Akkord von auswärtigen Weißbindern ausgeführt, wenn die betreffende Firma den .Zuschlag bekommen sollte. Es müßte den Einsendern bekannt sein, daß die B^nsirnra Bauaroeiten in Akkord seit langen Jahren nicht ausführen läßt. Verviitzarbeiten läßt die F-trma durch die in Gießen wohnenden Verputzer und sowrnt diese nickst reichen, von solchen ans der nächsten Umgebung Herstellen. Und von wem lassen sich die Wcißl'indermcistcr ihre Arbeiten,machen? Meistens von Auswärtigen! — Was die Steuerzahler betrifft, sei noch bemerkt, daß die Sßaufirma ihre nicht unerheblichen Stenerbetrage hier in Gießen bezahlt, während die Steuern von mehreren auswärtigen der Vereinigung angehörenden Weißbindermeistern, unserer Stadt verloren gehen. des Giessener Anzeigers, mits’e nnd Imlustr Frankfnrter Uörs 3>2°/o Reichsanleihe . . 101.10 3% do. . . 88.60 3%*70 Konsols .... 100.95 3% do 88 80 3K7o Hessen 99.70 ^°/n Oberbesgen . . . —.— 4°o Oestcrr. Goldrente. . 100.50 4V8 % Oesterr. Silberrente 101.30 4% TJnc-ar. Goldrente . . 95.65 Italien. Rente . . . —.— 3% Portugiesen Serie I . 68.7 3% Portnsriesen „ III 69 45 rnss.Staatsanl. 1905 91.20 4J*0'„ Japan. Staatsanleihe 93.90 4 % Conv. Türken von 1903 93 00 Türkenlose ... . . 144.80 4% Griech. Monopol-Anl. 53.00 4% äussere Argentinier . 92.20 3°/0 Ulexlltaner .... —.- 4%°/0 Chinesen .... 95.95 Aktien: Bochum Gass 238.90 Buderas E. W 128.80 Tendenz: ziemlich fest. Berliner Börse, 28 Canada E. B 174.60 Darmstädter Bar1’ . . 14*.2<' Deutsche Bank .... 241.30 Dortmunder Union C. . . 82.9 ' Dresdner Bank .... 163.10 Tendenz: kost. KursfoerScMe teilt von der Bank fflr Handel ie, Giessen. e. 28. Februar, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . 141.25 Elektriz. Schnckert . . . 130.50 Eschweiler B er "werk . 258.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 222 00 Hamburg; - Amerik. Paketf. 164 90 Harpener Bergwerk. . .212 40 Lanrahittte ..... 238.90 Nordd. Lloyd .... 127 00 Obeischles. Eisen-I;- Instrie 125.30 Berliner Handelsges . 173.20 Darmstädter Bank . . . 148.10 Deutsche Bank . . . 241 30 Deutsch-Asiat. Bank . . 182.50 Diskonto-Kommandit. . . 188.20 Dresdner Bank . . . 161.00 Kreditaktien 211.00 Baltimore- und Ohio- Eisenl ahn . . . 113.50 Gotthard bahn 197 00 Lombard Eisenbahn . . 24 50 Oesterr. Staatsbahn . . . 143 90 Prince-Henri-Eisenbabn . 133.50 • Februar. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . . 212.60 Laurahütte 239.20 I ombarden E. B. ... 24.40 Nordd. Lloyd 126.90 Ttirkenlose 145 jOO Die Beerdigung findet Freitag, den 2. März, nachmittags 3 Müder Kapelle des alten Friedhofes aus statt. 1319 von M M. W U W N W I 4'. ulubrif ftebenben Artikel um gegenüber keinerlei i Odenbausen und : Brücke über die Straße, irum ior.it die inständige eße des Publikums, das nuß, wäre da? |ehr zu mifgesüllt und kanalisiert J^nnd Ohio- ' 148.10 : 2ti 50 182.o0 ' ]««;20 ■ 16«.^ 211.00 »12,60 ’ 23H.20 94.4O ' 126.90 * 145 jo 'lkswirtschch. a da man 11 iWUrt a. M. die 2' ^ iie iedensalls 2llc,cl£ -eiinnensabrik fr 9rc*4^ov dergwemg-i. aV> fßw. ■hrcer 8 Proz., Mentt - Der Srchangc Tele- Anleiße Don -150 Rill ’iUB non 6 Proz. abge- r Tet?r5o. Handels- und cidinct 113 50. 197.00 »4 60 ^®ä^Ha-del «pn. . r. ehmar, 1-la Lbr' 141.26 I,ahineyer ■ 130.50 ■' Schnckert . ' ier Bergwerk • O9?0o Amerik- laKC 21240 rr Berx^erk. ■ ' 933.90 ^.nd iUt $ . 19m oJ; ^as iteund. ?U idlOn etrnÄfc f«R«i de.^ "ten '!'r zwei dürfen. -6°00 91]f einen "ott. % "d beut« ,cMid) bei ^48% loptc des Sie s-Ltz?rd iart ]|p s:^'^ elend tuns der Anstande, Sott. (Tr Ä?ge er. leit > . . Achtet in nqs - E-Und Ln. 'den und ?"d tz.E *«MSJ »Stz ML itte • ■ ' • ' ',127 00 . Handels?69 idter Bank • >e Bank • ..Asiat. Bank n-Kommandi1' >r Bank :r Bervutzardrit^ rniÄnU, kW int tjnt wurde, mr insbcsm- uartig und überraschend, stft gleidwasiige liierten lambcm diese die Offerten auch die Arbeiicn gemem- nerteilen wollten. Daher -n der Seiibinheimetlltr. i.-r? riebt M’iHeitett sihindcriw'ister zusammen, ftmise gehalten Die vep ^ifer keine Kvnbirren, ledessen mit ifrren W« nd Bsugeschnste bei Ber- st ganz in der Ordnung, räßeren »n werfen ftern und BaugeschaM n führen die Anstllch in V.46 des M cs MMA dä MHZ LIL 'nÄ 'CT-rbeträy gn^htetmafü* „erBer?»e'k: , htitte g, . • irden B‘p, . . . W - , , nloae • ,1 ahn • Ätah’ • :«jg ■133' ,Henn-B'seu Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass es dem lieben Gott geiallen hat, heute früh unsere hebe Schwiegermutter und Grossmutter Margarethe Arnold im geborene Bonarius Alter von 86 Jahren zu sich zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Carl Heil. Giessen (Leihgestern er weg 5), den 28. Februar 1906. Liudcnplatz 12 Bahnhofstraße 27 = 23,87 . . per Pfd = 18,40 im ganzen Fisch per Pfd. 90 Pfg. 1 110 23 45 264 8 484 1645 5,2 Allerfeinster 2-psündig. Nordsee-Schellfisch , , Großer Backfisch........ , Kleiner Backfisch......., , Prima Norvsce-Kabliau, kopflos, . . , , Scholten........... , Knurrhahn . . ....... , , ff. Salm im Ausschnitt per Pfd. 95 Pfg. und 1 Holzversteigerung im Gemeind.Wald Langsdorf. Lebertran (Feinster Medizinal-Damps-) = 24.81 = 35112 = 65,10 = 3,36 = 31,48 Schellfisch lca. b-pfündiq) per Pfd. , (3—4-pfündtg) , , , Portionsfisch - . • Eichelsdorf, den 24. Fcbuuar 1906. Grobherzogliche Oberförsterei Eichelsdorf. Mann. Da§ Vrautgeschen? des Prinzen Eitel Friedrie, für seine Göttin besteht in einem prachtvollen nach besonderen Entwürfen ratgefertigten Diadem. Das Kleinod besteht fast ganz cruS Brillanten. J. H. Schulhof Telephon 119. Sromcter Deriandr nach ou5k» Hirscbberg i. Schl., 28. Fe in Voigtsdorf zersprrarg ein Bc Lebensverfichcrnng. Den groben amerikanischen Lebensver- slchernngS'Geicllschaiten, die in letzter Zeit, zum Teil mU Recht, zum Teil mit Unrecht, sehr viel Unfreundliches über sich haben ergehen lassen müssen, rotrb vereinzelt das Verdienst nachgesagt, sie hätten durch ihre Konkurrenz die deutschen Gesellschasien zu einer Reform ihrer Versicherungs-Bedingungen veranlaßt. Ob und wieweit dies wirklich der Fall ist, ist gar nicht fcstzustellen, jedenfalls sind zur Zeit die Bedingungen deutscher Gesellschasien, so vor allem der Victoria, gegenüber den Amerikanern mr die Versicherten ehe günstiger, als ungünstiger. Die Police der Victo r t a gilt für die ganze Erde, ist nach einem Jahre in den gesetzlichen Grenzen absolut unanfechtbar und nach drei Jahren bedingungsgemab un- oerfallbar. Für den Kriegsfall bleibt sie voll in Kraft; hierfür haben nur Berufssoldaten eine besondere Prämie zu zahlen. Gegen eine geringe Zuschlagsvrämte wird im Jnvaliditätsfall die Police beitragsfrei, und es kann daneben eine Jnvaliditätsrenle bis zu 15°/ der Versicherungssiimmc versichert werden. Die Victoria erzielte 1905 in der großen Lebensversicherung die größte Bestands- Vermehrung, die bisher je von einer deutschen Gesellschaft erreicht ist. Ihr Bestand hierin beträgt über//, Milliarde Mark und in der Lebensversicherung überhaupt weit über 11lt Milliarde. In der prozentualen Höhe der Gewinnüberweisungen an die Versicherten sieht dieVict 0 ria obenan ; die Amerikaner vermögen hierin mit der Victoria auch nicht annähernd Schritt zu halten. c28/, 26 32 35 38 28 18 35 40 20 Mkt. KeKaimtmachmig. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die untere Eder st raße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrvcrkehr gesperrt. Gießen, den 26. Februar 1906. Großherzogi. r.i amt Gießen. H e r b e r g. Grlginal-Drahtmel-rirrgen. R. B. Darmstadt, 28. Febr. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer sprach Präsident 6 aa 8 anläßlich der Hochzeitsfeierlichkeiten in Berlin herzliche Glückwünsche aus. Die Kammer beschloß sodann die Absendung eines Glückwunschtelegram e§ an den Kaiser. Die Vorlage über Bad-Nauheim wurde einstimmig und ohne Debatte angenommen. Die Besprechung der Anfrage des Abg.Bähr über die Hergeshäuser Kindsmordafsäre wurde von der Tagesordnung abgesetzt. Hallen. S., 28. Febr. Ein Großfeuer zerstörte das gesamte Lager der Märkerscheu Pianoforte- abrik. Holzversteigernng. Montag den 5. März l. IS. werden aus den Distrikten Jrrhausköpse, Tiesstruth und Rotheberg der Forstwartei Eichelsdors versteigert: Scheiter, Buche: 350 rm I. Kl. (19 rm Felgenholz), 150 rm II. Kl., 7 rm Hainbuche, rund, 23 rm Eichen; Knüppel, rm: 120 Buche, 13 Hainbuche, 133 Eiche (17 nn 2 m lang), 2 Erle, 2 Fichte II. kl.; Knüppelreifig: 8ß rm Eiche; gewöhnlich Neifigr 431 rm Buche, 65 Eiche, 15 Erle; Stöcke, rm: 75 Bilche, 29 Eiche, 5 Fichte. Zusammenkunft 10'/, Uhr vormittags in Distrikt Rothe» berg bei Nr. 1203. Das zerstreut sitzende Holz wird nicht vorgezeigt und das mit Kalk gespritzte sowie die mit einem roten Rreuj bezeichneten Etchennutzknüppel kommen nicht zum Ausgebot. Nähere Auskunft erteilt Großh. Forstwart Schmitt in Eichelsdorf. Darmstädter Pädagogium Darmstadt. Hcerdwes Nr. 53. Vorbereitung zum Einjährigen-. Primaner- und Abiturieuten-Examen. Eintritt jederzeit. Auch bei den soeben beendeten Prüfungen erzielten die im Pädagogium vorbereiteten Schüler wieder, wie seit Jahren, die besten Erfolge. ss"/, M. FJias. BekmttrrmuHung. Der Installateur Louis Irlc dahier ist zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an ders Gas- und Wafferwerk auf Grund der Bestinrmunqen vorn 29. Dezember 1902 zugelassen worden. Gießen, den 23. Februar 1906. " /, Großherzogliche Bürgermeisterei G-esen. 9)1 c c 11 m. ______________ Ach» n. RÄMtzHsIBkrßkigkrmg. Montag den 5. März d. Ls.. cormittagS 10 Uhr anfanqenb, sollen im (Semeinberoalb Waldgirmes, ,m den DistriÜen Bannhardt, WorrnShardt und Hainauerwaldchen, versteigert werden: 140 Eichen-Stämme mit 113 Fftm. Darunter mehrere Stämme zwischen 60-83 Zlm Durchmester, 2 Buchen-Stämme und 6 Nm Erchen-Nutzschert Zusammenkunft vormittags 9^ Uhr bei der Markwiese. Ferner kommen Tieustag de» 6. Marz, von vormittags 10 Uhr anfangend, in den Distrikten ^ichtenpracht, Pfingstweide und Gaubskopf zur Versteigerung: 345 Nadelholz-Stämme mit 86 F^m. und 1340 Nadelholz-Stangen I., II. und in. äUaste. Bufammenfunft bei der Fichtenpracht bei der Markwiese. Waldgirmes, den 27. Februar 1906. B Bernhardt, Bürgermeister. Bunzel wurde getötet. Weener (Ostfriesland), 28. Febr. Der Viehhändler Plagge wurde am Hellen Tage von drei Unbekannten üb er fallen, die ihm mehrere schwere Verletzungen beibrachten und ihm 4000 Mark raubten. Aachen, 28. Febr. In Stolberg sielen eine Frau und zwei Kinder in den hochgehenden Vlchtbach infolge eines Fehltrittes und ertranken. Pforzheim, 28. Febr. Wegen Verbrechens wider das keimende Leben wurden ein Fabrikant und seine Frau, zwei Kellnerinnen, eine Arbeiterin und ein Dienstmädchen verhaftet. Weitere Verhaftungen stehen bevor. London, 27. Febr. Bei der Ersatzwahl für die Stadt London wurde der frühere Premierminister Balfour mit 15,474 Stimmen gewählt. Der Kandidat der Freihändler, Gibson BowleS, erhielt 4134 Stimmen. Brüssel, 27. Febr. In der Reprasentantenkammer verlangte Bertrand (Soz.) eine genaue Darlegung der Finanzlage de§ Kongo st aates, der mit einem Fehlbeträge oon mehr als 100 Millionen Franks arbeite, während der König fortgesetzt Millionen für LuxuSb a uten in Belgien ausgebe. Woeste (Rechte) erklärte, die Angriffe gegen den Kongostaat seien von England ausgegangen, jedoch glaube er an die Möglichkeit einer ehrenhaften Auseinandersetzung mit England. Unmöglich könne Belgien die mit seinem eigenen Blute aufgeschlossene Kolonie aufgeben. Z a h l r e i ch e M i ß b rä u ch e und verdamm ens- w erleS Verwaltungssystem beständen am Kongo. Abhilfe müsse eintreten, aber ein barbarisches Land sei nicht mit den in zivilisierten Ländern üblichen Mitteln zu zivilisieren. Für kindliche Völker sei der Zwang ein notwendiges UcbeL Langsdorf, den 22. Februar 1906. Grosiherzogliche Bürgermeisterei Langsdorf. Kohler. 1196 Die Doppel-Hochzeitsfeierlichkeitcrr in Berlin. V. Fackeltanz. Berlin, 27. Febr. Im Weißen Saale fand am Abend Fackeltanz statt, zu dem das Kaiserpaar und das Brautpaar unter den Thronhimmel traten. Nachdem der Kaiser den Befehl zum Beginn des Fackeltanzes gegeben hatte, trat der Oberstmarschall Fürst zu Fürstenberg vor ^hm folgten paarweise zwölf Pagen mit weißen Wachsfackeln, 'erfteir Rundgang machte das Kuiserpaar. Sodann trat das Brautpaar zum Tanze an. Den dritten Rundaang machte die Braut mit dem Kaiser, der Bräutigam mit der Kaiserin usw. Nach beendetem Fackeltanz traten Pagen mit Fackeln vor zum Zuge der Höchsten Herrschaften bis rat den Eingang der für die Neuvermählten eingerichteten Gemächer, wo die Prinzessinnenkrone den Beamten des Hausschatzes ttneber überliefert wurde und die Oberhofmeisterin der Braut die Verteilung des Strumpfbandes vornahm. Ter Kaiser entließ dann den Hof. Der Abschied. Bei der Abreise des neu vermählten prinzlichen Paares nach Hubertusstock gab der Kaiser dem jungen Paare das Geleit nach dem Bahnhof. Vor dem Salonwagen nahm die Prinzessin noch einmal auf das herzlichste Abschied von ihrem Vater. Der Kaiser umarmte seine Schwiegertochter und küßte sie auf beide Wangen. Dann nahm der Monarch in gleicher Weise Abschied von seinem Sohn. Tas junge Paar bestieg dann sofort den Zug, der sich bald daraus in Bewegung setzte. Montag bett 5. März 1906, vormittags 91/, Uhr. Anfang: Eisenbahn-Haltestelle. Fichten-Stamm HL Klasse = JL,19 Fstm. Fichten-Stämme V. Kiefern-Stämme HL Kiefern-Stämme IV. Kiefern-Stämme V. Lärchen-Stämme V. Fichten-Derbstangen Fichten-Reisstangen — —„ Rm. Eichen-Nutzknüppel, tauglich zu Gartenpfosten. Cerromanqanin g bestes Kräftigungsmittel stets vorrätig. Germania- Drogerie Carl Seibel, Frankfurter Str. Telephon 593. Bet 3 Flaschen franko-Ver- saudt nach auswärts. |1299 WMtllL.HeistM empfiehlt [537 echten bayrischen Brustzncker '/« Pfund 20 Pfg. Georg Wallenfels gegenüber d. Engel-Apotheke. Hauspähne Mark 2,50 Kurzgeschnitt. AUfilllholz Mk. 3,— per Karren frei ins Haus. .7. Wellhöfer [708 Marburger Paris, 27. Febr. Das Geschworenengericht verurteilte bett ehemaligen Beamten des Comptoir d'Escvmptc G if1133 Bahnhofstraße 44. Bahnhofstraße 44. 01351 in Sternberg. 3-Zinunerw. m. Zub. zu verm. 1043, Schottstr.il, I. Unverzagt. hv17/. 1211] Steinsiraße 38. ts (Offene Stellen oljug. 11134 Danrmslr. 42 2- zu vernueten. $>■ 1 Bßell Jamell-, Serrey- n. 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