1S6. Jahrgang Erstes Blatt Die Heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. Donnerstag 20. Dezember 1906 Vezng-vre,-, ft monothd)751U„Dtertel* politische Lagerscha«. Hundeschlachtungea im dritten Vierteljahr 1906. Nach bcr amtiicoeii Schlachtvieh- und Fleqchbesä^u wurden im ganzen Reiche während des dritten ^icrtcIiaiTrä lJOb W3^ Hunde geschlachtet gegen 1U13 im zweiten Vierteljahr und gegen 21öl im ersten Vierteljahr. Davon entfallen an, Preußen 326. Im Königreich Bayern rourbe .an 106_ dmioen d.e iyleilii)» vefchau oorgeiwmmen. Königreich Lachs e n wurde die Fleischbeschau an 4.99 Hunden vorgenommen, «jin Königreich Württemberg weist nur der Iagstkreis Hundei chlachtungen, General-Anzeiger Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Nr. 299 Erscheint tflflltJ) außer GonniagL. Dem (Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Reiflichen Landwirt die Siebener Familien» blätter viermal in der Woche betqelegt RoialionSdruck u. Verlag der Brüh l'lchen Univerf.-Buch-u.Dlem- bruderet. 9t Lange. Rehafrton. Orrehitum und iSrurferet: Schul st ratze 7. Redaklion fcs© 113 Verlag u.Exped.^Kbl Adresse lür Tevefchen: Anzeiger Wietzen. In den gestrigen Wahlversammlungen der Berliner Cozial- demokralen ist die Z e r st ö r n ii q der nationalen Gejin - >i n n g u n t e r den deutschen Arbeitern wieder nut t?od)- Dinck in 'jlngrifi genoinnieii ivorden. Ein 9iebner evloubte die Aeuberung.Gei'ühl nir imtionnle Würde, nationale Ehre verlangt man nun von den deutschen Arbeitern, den man so lange alS rm- ierlandslosen Gefeiten bezeichnet Hail" Lollien nicht Biele von den Peijauinielien gelunben haben, das ihnen hiermit eine zymsche Unwahrheit ms Gesicht geworten mürbe ? Niemand hat den d e it l s ch e ii A r b e l t e r als v a t e r l a n d s l o s e n G e j e l l e n bezeichnet, a in A l l e r w e n i g st e n der Kaiser, aui den der Cali natürlich gemüiizl >var. Grade der Kaiser hak immer daran 'estgehalten, dab die Gesuumiig einer bestimmten Klasse jozialistiicher 'Jlqimioren nicht die Gesinnung der beuicben Arbeiter ist. Wie könnte es auch anders sein, da doch zahlreiche Löhne deutscher Arbeiter gegenwärtig für die Ehre deS Reiches in Lud- westalrika fämplen, wie ihre Väter vor Metz, Sedan und Paris gelochten haben. Weiter bemerkt daS Blatt, dab die Annahme, die Regierung plane eine zweite Auslösung, gründlich verkehrt ist. Tte erste Auflösung fei doch grade im Vertrauen auf die Nation erfolgt. Air der Dianou fei es, das Vertrauen zu recht- iertigen. Tte NeichSpartei erläßt einen Wahlaufruf, in welchem es heißt: Tie Forderung des Zentrums, während eines noch nicht niedergedructien Au'standes die Zahl der im Felde stehenden Truppen nach dem Ermessen der Partei zu verringern, entsprang weder Mchlichen noch finanziellen Granden, sondern allein dein Bestreben, lerne Al a ch t auch in dieier nullt. Frage zu zeigen. Nur gegen Oieien Mißbrauch der parlamentarischen Macht richtet sich uni er Stampf, •ibir menen im ümblicf aut die Vorgänge in Jrankreich jeden Vernich einer Erneuerung des Kiilturkamp'es zurück. Wir wollen nut unseren katholischen Mitbürgern in Frieden leben. Die Zurück- drängung der vaierlaiids'emdlichen, alle Freiheit und 9iechte des Volkes geiährdeude Sozialdemokratie muß auch bei dieser Wahl Die wichtige Au'gabe aller flaatserhaltenden Parteien bleiben. hJäblcr 1 Tas deuische Volk wird niemals teige zurüdweichen, solange eiii Feind gegen unsere Truppen im Felde steht. Niemals werden wir unicren mit teilbaren deutschen Blut erivorbenen Kolonialbesitz preis geben; niemals unsere Kolonisten der Mordgier Der Wilden, die Gräber innerer Helden der Schändung auszulieiem. Gilt der Wahllampf der Abschüttelung des ZeutrumsiochS und der Abwehr der Sozialdemokraten, so müssen alle Memiuigsverschiedeii- Ljeiien zuiitclireten vor der großen nationale» Pflicht. Wir müssen ve tonen, was uns eint, nicht was uns trennt. Hellen mir einen Reichstag zu wählen, der wieder der D l o l z d e r Nation ist.--- --------- Kor öiu Keichstagswaßleu. AuS Marburg wird uns unterm 20. d. MtS. geschrieben : Gestern hat hier der eigentliche Wahlkamps begonnen. Und zwar sind eS die Liberalen, die zuerst auf dem Slampfplatz erschienen sind. Im überfüllten großen Saale des Turner- finuens entwickelte am Mittwoch der seitherige Abg. v. Ger lach ui lV.ltündiger glänzender Rede fein Programm. Ten prinzipiellen Ausführungen ging eine sehr uiterefimue Darlegung der Umstande voraus, die zur Reichstagsauflösung ge'iihn hatten. Oft von Bei- faUskundgebungen unterbrochen, polemisierte der Redner im weiteren cliarf gegen Bündler und Konieioative, bereit Aiarburger Führer ihm kürzlich in einer ländlichen geschlossenen Versammlung die nationale Gesinnung abgesprochen hätte. Temgegenüber verwies v Gerlach am die neuesten Auslassungen der ofsiziöfen „Ludd. Reichskorrespondenz", wonach die Regierung em au feer- ordentliches Interesse an der Erhaltung des bürgerlichen Liberalismus im Reichstag hat. In vaterländischem, sreiheitlichem und sozialem Sinne will der Redtter wie bisher so auch fernerhin im Falle seiner Wiederwahl im Reichstag mirfen. Ta außer zwei Anhängern in der Diskussion niemand sprach konnte Die Versammlung, der Prosessor Sieveking, der Mar- burger 9latioimlöfonom. präsidierte, nach einem eindrucksvollen Schlußwort des Referenten geschlossen werben. Die Zuhörer spendeten stürmischen Beifall. Jin Wahlkreise Friedberg-Büdingen kandidiert, wie wir bereits meldeten, Graf Oriola wieder. Ferner sollen Unterhandlungen schweben, von Seiten der Bauernbündler den LandtazZabgeordneten Ullmann aufzustcllen. Bon den Sozialdemokraten ist Schreinermeister Busold auf- gestellt worden. Der Reichstagsabg. Dr. Becker von Sprendlingen für den Wahlkreis Offenbach-Dieburg hat eine Wieder- wahl ab gelehnt. So meldete wenigstens die „Frkf. Ztg.V Die Dr. B. nahestehende „Offenb. Ztg.* weiß indes noch nichts davon. . . In Mainz unterhandelt die Zentrumspartei mit dem früheren Reichstagsabg. und Rechtsanwalt Dr. Schmitt wegen Uebernahme der Reichstagskandidatur. Im Wahlkreis Montabaur-Enis-Nieberlahnslein ist vom Zentrum der bisherige Abg. Dahlem wieder aufgestellt worden. Im Wahlkreis Fulda-Gersfeld.Schlüchtern, einer sicheren Domäne des Zentrums soll, dem Vernehmen nach, der seitherige Vertreter im Reichstag, Richard Müller, wieder als Kandidat auf- qestellt werden, obwohl er während der letzten Session wegen seines Magenleidens beurlaubt war und m Versammlungen wiederholt seine Parlamentsmüdigkeit erklärt hat. Als Reserve soll man sich den Arbeitersekretär Becker-Frankfurt gesichert haben. Die Sozialisten stellen Göller als Zählkandidaten auf. In Herborn stellte die Sozialdemokratie den Kaufmann Louis Trott aus Haiger als Kandidaten auf. In dem Wahlkreise Germers heim- Be r gza b ern ist das Zusammengehen der Rational liberalen mit dem Bund der Landwirte gesichert!! Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei hat zur Frage der allgemeinen Taktik bei den ReichstagS- wahlen folgende Resolution angenommen: Der Vorstand erwartet von brn nattonalltberalen Wählern aller Wahlkreise, daß sie bei Hauptwahl und Stichwahl ihre Stimme so abgeben und ihre Wahlbündnisse so abschließen, daß die Vertretung des deutschen Reichstages durch Zentrum und Sozialdemokralie soweit als nur möglich ein- Das zcrst,nittene Tisastuch. Wenn jemanu dlhi Zentrum vor vier Wochen, ja noch vor vierzehn Tagen vvrausgesagt hätte, es werde aufhören, die „regierende Partei" zu sein, noch mehr, es werde von der Reichsregiecung nicht länger zu den nationalen, zu den Ordnungsparteien, gerechnet werden, der Prophet würde allseitigem Spott verfallen sein. Aus eine so rasche Wandlung des Geschickes war keiner vorbereitet. Das Zentrum selbst kann sich noch nicht in die veränderten Umstünde zurechtstnoen. Die Rolle der Opposition, die es solange nicht gespielt hat, liegt rhm einstweilen gar nicht. Im Wahlaufruf des Zentrums wird die „ganze bisherige Haltung der Fraktion in den Fragen der Heeres- und Flottengesetze, der Zolltarife und der Fr- nanzresorm" in Erinnerung gebracht, als ein schli gender Gegenbeweis gegen die Verdächtigung, „daß wir nicht immer bereit seien, für des Vaterlatives Ehre und Wohl einzutreten". Es scheint, dag das Zentrum eine kleine Brücke bestehen las,en will, trotz allen Zornes über den vom Fürsten Bülow hingcworsenen Fehdehandschuh, um bei guter Gelegenheit späterhin wieder den Uebergang ins Negierungslager zubew erk st eiligen. Der Bund mit der Regierung hat dem Zentrum tm Laufe der Jahre doch soviel Nützliches eingetragen, ihm ein so ungeheures Maß von Einfluß gesichert auf den verschiedensten Gebieten, daß es wohl begreiflich ist, wenn die Partei auf diese mit großer Beharrlichkeit errungene Vorzugsposition nicht leicht verzichtet. Auf die Voltstumrich- keit als stärkste Gruppe der Opposition kann das Zentrum pfeifen. Seine Wähler sind mit ihm marschiert, als es mit der Negierung Arm in Arm ging. Die Interessen der katholischen Bevölrerung sind vorzüglich dabei gediehen — was hat das Zentrum mit nach Hause zu bringen, wenn die Herren in der Berliner Wilhelm frraße fortan für Dr. Spahn oder einen anderen Zentrumsführer nicht mehr zu sprechen wären? Gar mancher hegt die Ueberzeugung, ungeachtet des grimmigen Tones, den augenblicklich die Ofsizrvsen gegen das Zentrum anschlagen: diese Trennung ist teilte Scheidung. Es wäre ein arger Fehler, wollten andere Parteien darauf felsenfest bauen, daß Regierung und Zentrum miteinander „fertig" sind. Die Regierung hat schon mehr als ein Tischtuch zwischen sich und trotzigen Parteien zerschnitten, und immer wieder wurde das Tuch auf das schönste zusammengenäht. Nach der Ablehnung der Kanalvorlagen in Preußen bedrohte jegliche Ungnade die Konservativen; Herr v. PodbielSki zerschnitt seierlichst vor dem preuß. Abgeordnetenhaus das Tischtuch zwischen sich und dem Bund der Landwirte. Alles schon dagewesen. Auch das Zentrum kann wieder zu — doppelten — Ehren gelangen. Ter .Nhein.-Weslf. Zlg.' ging in Ur- und Abschrift eine vertrauliche Anweisung zu, die der Direktor der Zentrums-Parlaments-Korresponbenz an die Zentrumspresse gesandt hat. Die Anweisung lautet: .Es entspricht einem Wunsche des Vorstandes der Zentrums- iraftion des Reichstags, baß bei Besprechung des Wahlaufrufes, den wir Ihnen heule zugehen lassen, sowie bei dem Wahtkarnpi seid ft alle persönlichen 9)1 o mente, die tu die Kolonialfragen hinerngespielt haben, _ a u § g e f d) a 11 e t und daß nur die großen Gesichtspunkte ms Treffen geiuhrt werden. Ferner wird gebeten, bei der Wahlagitation besonders daraus am- merksam zn machen, daß das Zentrum nicht mit der Kolo nialpolitiküber Haupt brechen 'volle, sondern baß eZ nur eine vernünftige KolonialpolNik, die der Leistungsfähigkeit des deutschen Volles entspricht, geführt haben roill." Ter „Popo lo Romano", eins der angesehensten Blatter Roms, bas royalistische Tenbenzen verfolgt, schreibt zu bem Wahlaufrufe bes Zentrums: Durch ben energischen Schritt des Reichskanzlers zum heftigen Kampf gezwungen, Indien bie Führer bes Z e ntru m s ihre demokratische Tendenz zu betonen, um ihre Position zu retten. Was die angebliche Verletzung der Volksrechte betrifft, jo mochten wir wissen, iv 0 z n das von der Verfassung der Krone enigeraumte A n s 1 ö f n >i g s r e ch t dient, luenu die Regierung bei einem ernsten Zwiespalt zwischen der Regierung und dem Parlament nicht an das "anb appellieren kann? Wo ist also bie Veriasjungsverletzung und der Absolutismus Bülows? . » Tcr bisherige Reichstagsabgeorbnete des Wahlkreises München-Gladbach, Pros. Dr. Hitze (Zlr.), will aus Ge- sundheilsrücksichten nicht mehr kandidieren. Tie Neichsregierung und die Sozialdemokratie. Die »Rordd. Allg. Zig." jchreibl in offiziösem Sperr- druck: Neues aus Rußland. Als am Mittwoch vormittag in Lodz der Oberpolizeimeister Oberst Chrzanows fi sich in einer Kutsche in Die Kirche zum Gottesdienst begeben wollte, wuroen zwei Bomben geschleudert. Die Kütsche wurde zerstört, der Oberst schwer verwundet. Ein Kriminalschutzmann wurde getötet, zwei verletzt, die Pferde getötet. Ter Kutscher und ein Polizeiagent wurden verletzt. Die zweite Bombe explodierte nicht. Die Täter entkamen unter Abfeuern von Schüssen. Im Hafen von Odessa explodierten auf dem Dampfer „Kaiser Nikolaus" zwei Höllen-Maschinen. Der Dampfer belam ein Leck und begann zu .inten, doch gelang es, eine Schutzmatte über das Leck zu ziehen, wodurch dem Sinken des Dampfers Einhalt getan wurde. Die Mannschaft, die mit Aufständischen un Einvernehmen war, hatte den Dampfer verlassen und Abrechnung verlangt. Um die Mamischaft zu ersetzen, werden von dem „Bunde des russischen Volkes" empfohlene Leute angenommen. Die Explosion fand statt, als die Mitglieder des Bundes sich noch an Land befanden und fich anschickten, an Bord zu gehen. • . . „ . In Charkow janb ein Knabe auf der ^traize eine Metallbüchse, die er einem Arbeiter brachte. Als dieser sie öffnen wollte, explodierte sie mit furchtbarer Gewalt. Ter Arbeiter und zwei der umstehenden Knaben wurden getötet, drei andere Kinder verletzt. Aus Slonym wird gemeldet: 21 Gefangene, die in einem Vahnzuge befördert wurden, schossen während der Fahrt mit Revolvern auf die herbeigeeilten Mannschaften. Zwei der letzteren wurden getötet, drei verwundet. Sechs der Gefangenen sprangen aus dem Zuge; die Flüchtigen wurden verfolgt. Chunchufen drangen in den letzten Tagen in einen Bahnwagen der Uäuri-Bahn und griffen die Reisenden an. Ein Soldat wurde getötet; fünf Chunchuscn erlitten Verletzungen. Aus Feodosia iTaurien) kommt folgende Nachricht: In der verganaenen Nacht brach während eines Unwetters auf dem" Dampf er „Nowrowissisk" Feuer aus. Unter den 60 Passagieren entstand eine Panik. ^Tank dem energischen Eingreifen des Kapitäns, der das Lchiff zum Ufer lenkte, wurden die Passagiere und die 50 Mann starte Besatzung gerettet. Das Schiff ist nahezu völlig verbrannt. • In Ch arb in sieht das große Geb aude d es Gene - r al st ab es des Amurbezicles int Zentrum der Stadt in Flammen. Dank der aufopfernden Bemühungen dec Offiziere und Soldaten sind die Wertbestände und Dokumente gerettet woroen. Das Museum und die Bibliothek sind zerstört. Auf dem Quai ist ein Lager mit großen Vorräten sowie em Kaufhaus ebenfalls vom Feuer ver- nichtet worden. geschränkt und vom deutschen Volke der Druck einer Vorherrschaft der klerikalen und revolutionären Partei endlich genommen werde. Deshalb bittet der Zentraivorsland, überall ben Wahlaufruf von vornherein so zu führen, baß wenigstens in den Stichwahlen em Zusammengehen gegen jene beiden Parteien erleichtert wird. In Essen hat die Leitung der gesamten ocreimgten nationalen Parteien Herrn Krupp von Bohlen und Halbach die Kandidatur für ben Wahlkreis Essen angeboten. Tie Verhanblungen sinb jeboch noch nicht zum Abschluß gelangt. Die Christlich-Sozialen veröffentlichen einen Wahl- aufruf, ber wie folgt schließt: Tie Ausgestaltung eines mobernen GewerklchaftsrechteS, die Sicherung des reellen Handwerks und der Vabenmbaber gegen das spekulative Großbändlerunn, der Gewinn einer angemessenen Vebensbainuifl für die Beamten, TmchiüDrnng der Wuwen- und Wafjenverjoigung, Schutz der lienmfdien Produknon in Liadt und L'anö, Förderung aller redlichen Arbeit in IZanbivirtjcbaft und >» gabe des neuen Reichslages jein. Wir ziehen in den Wahlkampf nut ber aucii Parole: Christentum, Vaterland, Sozialreiorm. ifitirhdi 9)11. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 60 Pi.; durch diePolt 9)11.2.— oiericl- jälirL ansfdil. BeNellg. Annahme von Anzeige« für bie irtflesiumimet biS vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS. lokal 12 auSwärtS 2U Pfg. Verantwortlich *üt ben volit. und allqem. Teil V. W1 irkv *üt ,Siadt ,md Vanb* unb _®erid)tsfaar Ernst Heß. 'in ben An- xeiaenteil: £>an8 Be BekiUllitMiichllllg. Betr.: Neubesetzung beS Großh. KreiSveterinäramtS Gießen. Das Großh. KreiSvetermäramt Gleßeu ist unter Nr. 232 an bas Fernsprechnetz angejchlossen. Es wirb empfohlen, bei eiligen Requisitionen (Fleisch- beschau, Seuchcnausbruch) möglichst biese Einrichtung zu benützen. DaS Amtszimmer deS Großh. KreiSveterinäramtS befindet sich Lubwigstraße 45. Dtenststunben sind: Werktags von 8—12 Uhr vormittags , , 2—6 , nachmittags Sonntags vormittags von 8—9 Uhr. Requisitionen können nur bann mit Sicherheit entgegen» genommen werben, wenn sie in biefcc Zeit erfolgen. Gießen, ben 19. Dezember 1906. Grotzyerzogliuj.o tclsühu Gießen. ___________I. V.: Weicker.___________ ^rluuuiluiürtnuiß. Betr.: Gesuch beS Johannes Weller in Leihgestern um Genehmigung zur Errichtung eines Tainpstessels. Johannes Weller von Leihgestern beabsichtigt, auf dem ©runbiuid Flur II Nr. 686 ber Gemarkung Leihgestern einen Dampfkessel zu errichten. Pläne unb Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen bieses un KreiSblalt sür ben KceiS Gießen an gerechnet, auf bem Bureau ber Großh. Bürgermeisterei Leihgestern zur Einsicht ber Interessenten offen. Elwaige Em- weubungen sinb binnen bieser Frist bei Nieibung deS 9lus- schlusseS bei Großherzoglicher Bürgermeisterei Leihgestern oorzubringen. Gietzen, den 17. Dezember 1906. Großh. Kreisamt Gießen. I. V.: Welcker. auf und zwar 3-1. Für das Großherzogtum Baden verzeichnet die Statistik nur 3 Hundeschlachtungen int Landevk.-Bez. Mannheim Keine H u n de s cb l a ch t n n g e n kamen vor bei uns in Lessen, Mecklenburg, Sachsen-Weimar, Oldenburg, Braunschweig, Meiningen, Schwarzburg, Waldeck, Reus; j. L., Lippe, Lübeck, Bremen, Hamburg, Elmn-Lothringen. In Altenburg wurde an einem Hunde, m Kobu r g -Gotha an 14, m A n - halt an 47, in Re uß ä. L. an 2 Hunden die Fleischbeschau vorgenommen. Aolonialpost. Die gegen die Äolonialüeanuen Gp tz, Schneider und Wistuba schwebende gerichtliche Voruntersuchung wegen Verletzung der Aiutsverschwiegenheit ist nuniuchr abgeschlossen. Auf Grund der Untersuchungsergebnisse hat Ober- staatsanwalt Jsenbiel bei der Straskammer den Antrag gestellt, die Beschuldigten außerVerfolgung zu setzen. Das gegen den früheren Kolonialbeamten Pöblau gleichfalls schwebende Verfahren soll dagegen auf Aulrag des Oberstaatsanwaltes zur Eröffnung des Haupt verfahrens führen. Aar Stadt und Land. Gießen, den 20. Dezember 1906. - AuS dem Militärwochenblatt: Befördert zu LtS. der Res.: die Vizewachtmeister bezw. Vizefeldwebcl: Falk en roth (Hagen) des Leib-Trag.-Rgts. (2. Gr. Hess) Nr. 24, Reyß (1 Essen), des Gr. Art. Korps, 1. Gr. Hess. Feldart. Rgts. Nr. 25, Mayer (Cöln-, des Leib-Drag. Rgts. (2. Gr. Hess.) Nr. 24, Rohlsen (Hamburg), des 2. Gr. Hess. Feldart. Rgts Nr. 61, Stamm (Gießen), des Inf. Negts. von Wittich (3. Kurhess.) Nr. 83, Steiner (II Darmstadt), Heinrich (Mainz), des 2. Nassau. Inf. Negts. Nr. 88, Weber (Gießen), des 6. Bad. Inf. Negts. Kaiser Friedrich III. Nr. 114, Kern, Keller (Gießen), des Inf. Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116, Beine (Mainz), des 1. Ober-Elsäss. Inf. Regts. Nr. 167, Wegener (Gießen), des Garde-Drag. Regts. (1. Großherzogl. Hess.) Nr. 23, Bertram (Siegen), des 2. Großherzogl. Hess. Feldart. Regts. Nr. 61. Der Abschied bewilligt: Brandenburg (I Darmstadt), Hauptm. der Landw. Inf. 2. Aufgebots, mit der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform. ** Von der Universität. Als Ordinarius für klassische Philologie hat der a. o. Professor Dr. Otto Jm- misch aus Leipzig einen 9iuf hierher als Nachfolger von Pros. Dr. Wünsch erhalten. Prof. Jmmisch wurde, wie wir im „SL T." lesen, 1862 zu. Warthe in der Lausitz geboren. Er besuchte die Kreuzschule in Dresden und studierte in Leipzig klassische Philologie. Nachdem er 1885 zum Doktor promoviert und die Prüfung für das höhere Schulamt abgelegt hatte, wurde er als Oberlehrer am König Albert- Gymnasium in Leipzig angestellt, in welcher Stellung er noch gegenwärtig tätig ist. Daneben habilitierte er sich 1889 an der Universitär und erhielt 1896 eine außerordentliche Professur. Seine meist in philologischen Fachzeitschriften veröffentlichten Arbeiten betreffen vorwiegend die griechische Sprache, Literatur, Religion und Philosophie. Sein Spezialgebiet ist die Hvmersorfchung, demnächst Plato und Aristoteles. In ersterer Beziehung ist seine Schrift: „Die innere Entwicklung des griechischen Epos" (1904), in letzterer sind seine „Philologischen Studien zu Plato" (zwei Teile, 1896 und 1903) zu erwähnen. ** Innere M i s s i o n. Pfarrer Adolf B r ä ß in Darmstadt, seit fünf Jahren Vereinsgeistlicher des Hessischen Landesvereins sür Innere Mission, hat einen Rus als ständiger Hilfsprediger an der Lutherkirche in Hannover erhalten und wird seine neue Stelle noch vor Weihnachten antreten. Die Geschäftsführung des Landesvereins wird einstweilen Professor Weimar in Darmstadt übernehmen. ** Aus dem Bureau des SradttHeaters. Es sei auch an dieser Stelle darauf hingewiescn, daß die Kindervorstellung „Aschenbrödel" am nächsten Samstag bereits um 3 Uhr nachmittags beginnt. *• Für die bei dem Explosionsunglück in Annen in Mitleidenschaft Gezogenen gingen bei uns bis fetzt ein: Christian Rühl 20 Mk., A. M. 20 Mk., H. W. 1 Mk., Gg. K. 1 Mk., V. M. 1 Mk., K. E. 2 Mk., I. S.- Meuern 3 Mk.; zusammen 48 Mk. Hoffentlich veranlassen die kommenden Weihnachtsfesttage noch recht viele unserer Leser, auch der Anncner Verunglückten durch unsere Vermittelung eine kleine Weihnachtsfreude zu bereiten. ** Gegen Ansteckung durch Berührung mit Trinkgläsern soll ein aus Aluminium gefertigter Apparat dienen, auf den der Mechaniker Hermann Bauer hier unter Nr. 293924 Musterschutz erhalten hat. Der Patentanspruch lautet: lieber den Rand von Trinkgefäßen sMpbarer Bügel als Mundschützer. ** Viehseuchen herrschen in Oberhessen noch in folgenden Orten : Schweinepest in Romrod, Schwaben- rod, Harbach, Eudorf, Vockenrod, Ostheim und Nieder- Eschbach; Schweinerotlauf in Hoch-Weisel, Nosbach, Wallenrod, Rimbach, Uetzhauseu, Eichelsdorf, Nieder- Seemen, Griedel, Blofeld, Ranstadt und Ober-Gleen; Ra usch.br and in Grebenhain, Arnshain, Ulrichstein, Eichelsdorf, Eschenrod, Ober-Seemen und Ober-Mockstadt. 1. Friedberg, 19. Dez. Der Kreistag beschäftigte sich heute mit der geplanten Errichtung einer Wand er- Haushaltungsschule für den Kreis Friedberg. Sie soll nach dem Vorbllde des Kreises Gießen ins Leben treten. Der Kreistag ist auch der Frage der Bestellung von Schulärzten für den Kreis nähergetreten. — Hier starb einer der ältesten Einwohner der Stadt, Wiesenbaumeister i. P. Valentin Greb. Er ist zu Rixfeld Kreis Lauterbach geboren und war lange Jahre hier und im Vogelsberg tätig. n Ulfa, 19. Dez. Gestern nachmittag wurde der Schwemehandler Georg Hofmann 9. mit allen kirchlichen Ehren auf dem hiesigen Friedhos zur letzten Ruhe bestattet. Das Mitleid mit dem Bedauernswerten und seinen Hinterbliebenen ist allgemein. Auffallend ist das völlige Fehlen von größeren Barmitteln bei der Leiche, zumal Hofmann deren doch noch am Donnerstag abend in Nidda besessen hat. Gerade das Emkassieren so vieler Ausstände hatte doch bei allen, die ihn nicht näher kannten und ihn in letzter Zeil nicht genauer beobachtet hatten, den Gedanken an Auswanderung mit Bestimmtheit hervorgerufen. Und nun fehlt jegliches bares Geld in der Brieflasche des Toten, sowie auch ein neuer großer Geldbeutel, den Hofmann bet sich geführt hatte. Hatte der Verstorbene nach seinem Verschwinden von Nidda noch größere Zahlungen geleistet, dann hatte man ihn doch außer am Freitag morgen in Borsdorf noch sonst irgendwo gesehen haben müssen. Hier müßte unbedingt Aufklärung geschafft werden. Da die Forderungen in den letzten Tagen sich ganz bedeutend gemehrt haben, so ist der Konkurs erklärt worden. M a i n z, 19. Dez. In der heutigen Sitzung der S t \a d t- verord netenversammlung wurde der Eingemeindungsvertrag mit Mombach nach den Bor- chlägen bet Kommissionen einstimmig angenommen. Nach der Abstimmung hob der Oberbürgermeister hervor, daß, wenn die Eingemeindung am 1. April 1907 perfekt würde, die Stadt mit einer Bevvlkerungsziffer von 100 000 Seelen in die Reihe der Großstädte eintreten werde. — Der Rechenschaftsbericht der st ä d t i f dji e n Ver Wallung für das Rechnungsjahr 1906 ist soeben erschienen. Die städtische Betriebsrechnung ergibt eine Einnahme von 7 714893 Mk. und eine Ausgabe von 7614681 Mk., sodaß ein Ueberschuß von 100 202 Mk. verbleibt. Die Vermögensrechnung ergab eine Einnahme von 15 068983 Mk. und eine Ausgabe von 13 584689 Mk., mithin eine Mehreinnahme von 1484 294 Mk. (Frkf. Ztg.) [] Marburg, 18. Dez. Die Stadtverordneten-Ver- sammlung genehmigte die Beteiligiing seitens der Stadt an der Gründung der Gesellschaft „Stadtsäle", die das so lang umstrittene Museumsgesellschafts-Gebäude, in dem sich noch das Stadttheatcr befindet, für 239 000 Mk. erwirbt. Zu Treivierlel des Stammkapitals von 100 000 Mk. werden die Stadt und zu einem Viertel die Interessenten heran- gezogen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt ader uiiier Dient Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Torhäuschen. In Nr. 297 hat ein anonymer Einsender seinem Zorne über den Beschluß der Stadlverordnelen, der das O k k r o i b ä u s ch e n am 9leueniueger Tor vorläufig erhalten wissen will, Luit gemacht. Wenn ich hier nut em paar Worten auf Diese Ausführ- nngeil zurückkomme, so geschieht das nicht, um den Beschluß der Stadiverordnelen - Versammlung zu verteidigen, auch nicht, um den versteckt gegen mich gerichteten Satz von der „wohlfeilen Gelehr- fanden" zurückzmveisen, sondern nur, um durch Richtigstellung der Tatsachen einer Jrremhrimg der öffentlichen Meinung vorziideugen. Auf weitere Zeilungspolenuk aber werde ich mich nicht emlassen. Zunächst stammen Die Torhäuschen nicht aus Der Zett Der „Riesenzigarrenkiste" am BranD, sonDern finD etwa 30 Jahre älter. Sie ivuröen balD nach Der Schleifung Der Festung erbaut und bezeichneten nicht etwa Die Grenzen des Weichbildes, sondern tat- sächlich Die vier Tore der Stadt. Daß die alten Festungstore etwas weiter zurück gelegen haben, darüber wird m t ch der Herr Ein- senDer nicht zu belehren brauchen. Tie Häuschen stehen zum Teil aus dem ehemaligen Feslungsgraben. Sodann ist zu berichtigen, Daß das alte Kollegienhans am Brand nach Ausweis der noch vorhandenen Abbildungen nicht „der schönste Holzbau weit und breit", sondern em Steinbau war nut Steingtebeln ähnlich deren der Zeughauskaserne. Deshalb erweist man durch Erhaltung Der Torhäuschen Pietät nicht der Zeit, Die diesen Bau vernichtete, sondern einer früheren, aus Der unsere von Unverständigen gleichfalls viel verlästerte Stadtkirche stammt. Was nun das Oktroihäuschen am Neuenweger Tor angeht, so soll es nicht wegen Des Oktrois, sondern wegen Des Eichamts stehen bleiben, Da man für dessen Verlegung mehrere hundert Mark aufwenden müßte, die wegen einer bevorstehenden Aenderung im Eichwesen zum Fenster hmausgeworfen wären. Im Jahre 1910 aber wird das Ollroi auf Lebensmittel aufgehoben werden, sodaß aljo m drei Jahren erst zur Beratung stehen wird, was mit Den Tor- häuschen geschehen soll. Ich bm allerdings Der Meinung und erfreue mich darin Der Zustimmung einer großen Anzahl ästhetisch gebildeter Leute, daß Die Häuschen unter allen Limit ä n D e n zu erhalten feien. (Wir stehen auf dem gleichen Standpunkte. D. Red.) Vor allem wird bestritten, daß sie so häßlich sind, wie sie hin- gestellt werden. Alan muß sie nur mit Verständnis ansehen. Sie iverden aber ganz anders wirken, wenn mau ihnen ihre alte Gestalt wiedergibt. Von Ecktürmchen ist nie gesprochen worden; ich kann mich auch nicht entfinnen, daß Der vom Einsender so oft erwähnte Dürerbündler, den ich übrigens nicht kenne, diese Forderung aiügestellt hat. (Wir haben Den im Januar d. IS. veröffentlichten Artikel aufs neue Durchgesehen und gleichfalls nichts davon in ihm gesunden. D. Red.) Aber die Häuschen hatten früher, wie auf älteren Bildern von Gießen zu sehen ist, eine deine offene Vorhalle in Der Art der Wachthäuser. Die Halle öffnete sich nach vornen (Der Straßenseite) mit Drei, nach den beiden Seiten nut je einem Bogen. QJlan braucht die später eingefügten Mauern zwischen den Pfeilern und an den Seiten nur herauszuschlagen, und die alten Fenster herzustellen, so hat man die ursprüngliche Ge> statt wieder. Freilich sind Die Häuschen auch dann noch nicht hervorragende „Kunstwerke", aber sie werden feinen „Schmuckplatz verschulden", werden auch das Theater nicht „verdecken", an Dem der Herr Einsender einen solchen Anteil nimmt, daß er aus Zorn und Angst, es könnte beeinträchtigt werden, in Form und Inhalt seines Angriffs so sehr über das Ziel hmausschießt. Zwar nichi Der Herr Einsender, wohl aber viele Andere werden es verstehen., daß man Bauien auch aus anderen, als künstlerischen Gründen stehen läßt. Jeder echte Gießener fühlt sich Durch Den Anblick der Torhäuschen angeheimelt; es würde ihm etwas fehlen, wenn er eines Tages sie nicht mehr fände. Sie sind mit feinen Erinnerungen festverwachsen und er wünscht auch, sie feinen Kindern als Erinnerungszeichen an eine entschwundene Zeit zu überliefern. An ihnen kann er Der jungen Generation klar machen, wie groß oder ivte klein ehemals Die VaterstaDt war, tarnt ihnen Durch Die Be- zeichmmg „Torhäuschen" eine Anschauung von der alten Festung und ihrer Anlage näher bringen, zumal nichts, aber auch nichts mehr in der ganzen Stadt so sinnfällig an jene Zeit erinnert, als gerade die Torhäuschen, trotzdem sie erst nach der Schleifung errichtet worden sind. Indessen haben auch Ortsfremde, die letzt zu unseren Mitbürgern zählen, Gefallen gefunden an ihrem Ultimen Reiz. Man denke sich nur die Häuschen am Settersweg fort Was würde sich dem Die Frankfurter Straße herabkommenden Beschauer zeigen? Erne Straße, wie sie überall zu finden ist, eröffnet durch zwei moderne Geschäftshäuser, die jeder heimatlichen Eigenart bar sind I Ich bin nicht für Erhaltung Des Alten um jeden Preis, bloß weil es alt oder „historisch" ist. Aber wir Gießener haben bei Der Armut unserer Stadt an historischem Charakter alle Ursache, vorsichtig z u sein i n der Beseitigung alter Bauten. Ter Wunsch, möglichst aus jeder Periode Tenkmäler zu erhalten, ist Doch so berechtigt, wie irgend em anderer. Und gerade im vorliegenden Falle vereinigen sich historische Gründe mit Gründen heimatlichen Empfindens, um f ü r die Erhaltung zu sprechen, ä st h e t i s ch e Gründe aber sprechen zum mindesten nicht dagegen. Alan warte doch einmal ab, ivte das Toi Häuschen am Theater sich zu dessen Bau verhalten wird, das ist doch das Geringste, das verlangt werden kann. Wegen Verwendung der Häiischeii nach Aufhebung des Oktrois braucht inan sich heute noch nicht Den Kopf zu zerbrechen. Sie würden — m der oben angebeuteten Weise wieder hergestellt — sich vorzüglich für den Verkauf von Ob ft, Selterwasser und bergt., ober als Polizeiwache eignen. Dann kämen auch Die schrecklichen Bretterbuben weg. Unb bie Moral von bet Geschieht? Was bu nicht kennst, Das tadle nicht. Gießen, den 19. Dezember 1906. Dr. Ebel. Ein Gießener Bürger zwingt mich, ihm auf sein gestriges Eingesandt zu erwidern, denn er hat meine früheren Ausführungen zum größten Teil total falsch verstanden unb schiebt mir jetzt „Ungeheuerlichkeiten" unter. Ich soll vorgeschlagen haben, die Torhäuschen mit „Eck- türmchen" zu „verunzieren"? Wenn ich das getan hätte, müßte ich mich mein ganzes Leben lang schämen! Wo er diesen Vorschlag gelesen hat, ist mir unverständlich. Ich habe vorgeschlagen, den Torhäuschen ihre alte Form wieder zu geben, indem man die Bogenhallen nach der Straße wieder ausbricht, bie jene „öde Zeit des Niederganges" zu- gemauert hat. Ich bin allerdings nicht über die innere Einteilung unb bie Baugeschichte der Häuschen so unterrichtet, um diese Form bestimmt die „alte" nennen zu können, doch läßt ie sich jedenfalls Herstellen. Ferner müßten selbstverständlich die Bauten einer gründlichen Renovierung unterzogen und äußerlich durch roarinjarbigen, rauhen Verputz, weißen Anstrich der Fenster unb Dachgesimse und eventuell hellgrüne Läden zu ihrer Umgebung passend gestimmt werden. Und bann will der Herr Einsender noch von „steingewordenen Zuckerbüchsen" reden? Und da er uns ein so schönes Bild der heutigen Ottroi- rontrolle bietet, will ich ihm nur mitteilen, daß meine ersten Zeilen veranlaßt waren durch das Gesuch der Lesehalle, sich in dem gegenüberliegenden Torhäuschen erweitern zu Dürfen, also „wohlgemerkt" nicht für Oktroiztvecke. — Sodann stehen am Neuenweg noch zwei kleinere Häuschen vor den Torbaulen. Könnte dem Wasseroerläuser und der im Freien sitzenden Obstfrau nicht ein schönerer Platz in dem einen Torhaus angewiesen und die Anstalt gegenüber aus dem Blechhäuschen viel unauffälliger und weniger buftend im anderen untergebradjt werden? Oder hält der Herr Einsender diese Bauten für schöner und besser passend aus den „Schmuckplatz"? Unb jene Bauten sind doch offenbar Bedürfnis! Die traurige Nachricht, daß manche Städte ihre schönsten Bauwerke durct) „Freilegung" „verschönert" haben, ist glücklich durchgedrungen, es ist auch schon lange genug her; daß aber in neuerer Zeit diese schweren Schädigungen wieder gut gemacht werden sollen, daß z. B. die Stadt Ulm einen Wettbewerb veranstaltet hat zur Erlangung von Entwürfen für bie Umbauung bes früher freigelegten Münsters, daß man also den alten Grand,ap der milt-lalterlicyen B.mkünstler wieder zu verstehen gelernt hat, daß ein großer Bau durch Vormgerung von kleineren Bauten nur höher unb mächtiger erscheint, — — solche Kunde bringt nur langsam zu dem Ohre eines Gießener Bürgers. Wegen anderer ungeklärter Ansichten des Einsenders, z. B. über den „beengten Zugang zu den schönsten Anlagen" und „ge- sährliches Verkehrshindernis" verweise ich ihn auf das Studium der neueren Wecke über „Städtebau", speziell hier über „Schmuck der Straßen und Plätze". Es würde mich sonst zu weit sühreii. Zum minbeften meine ich müßte der „Gießener Schildbürger" zuerst die Eingesandte genauer lesen unb bann bei s i ch ,elbst bem „Mangel an Verständnis" abhelfen, ehe er in Sachen mttipricht, bie doch nur von Leuten behandelt werden willen, die von Kunst etwas verstehen. Der vom Dürerbund. Kird?lid?e Nachrichten, irvattgenfche Gemezuoe. Donnerstag, Den 20. Dezember, abenDS 8 Uhr, im Matthäus- saal, Kirchstr. 9: BibelstunDe. (Offenb. Johs. Kap. 10 u. 11.) Pfarrer 1). Schlosser: Israelitische Retigiousgemeinde. Hoittsvten.l tu der Synagoge (i»uöanlage). Samstag, Den 22. Dezember 1906. VorabenD 4.30 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärung. Sabbatausgang 5.15 Uhr. Israelitische Rcligionsgesellschaft. ^»OtUfiDunO. Sabbatseier am 22. Dezember 1906: Freitag abend 4.00 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-Ausgang 5.15 Uhr. WochengoltesDiensl: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr. Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft. Märkte. fc. Franks u r t a. M., 20. Tez. (Tetegr. Ong.-Berlcht Des „Gieß. Anz.".) Anitliche Notierungen der heutigen V i e li m arkl- preise. Zum Verkaufe fianben: 58 Ochsen, 0 aus Oesterreich 0 Bullen, 0 aus Oesterreich, 131 Kühe, Ferien, Stiere unD Rinder 0 aus Rumänien, 1306 Kälber, 241 Schafe unD Hämmel, 8 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schattänrmer. Bezahlt wurde für Das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Oualttät 85—90 Mk., 2. Oualttät 76—80 All., 3. Qualität 67—70 Atk.; Bullen 1. Qual. 75—77, 2. Quall 71—73; Kühe 1. Qualität 74—76 Mk., 2. Qual. 68—70 Alk., 3. Qual. 57—60 'Mk., 4. Qual. 00-00 'Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 95—98 Pfg., Lebendgewicht 56—58 Pfg., 2. Qiialität 82—88 Pfg., ItebenDgewicht 48-52 Pfg., Schlachigew. 65—70 Pfg.; Schafe: 1. Qiiat. 78—8u Pfg., 2. Qual, uö—00 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh gut, UeberftanD unbeDeutenD, bei Kleinvieh gut, 'Markt geräumt. Landwirtschaft. p. ©t ein Dori u. iv, Hier findet zurzeit ein von Kreisobitoaulehrer Kilp geleiteter, gutbefuchter Kursus statt über die Pflanzung, Schnitt und Pflege der Ob ft bäume, sowie über bie Bekämpfung der Obftbauinschäd- linge und Kraiikheiten, das UmvereDlln Der Bäume, die Behandlung der Wunden, Die Düngung und Bodenbearbeitung. Der Unterricht ist hauptsächlich praktischer Art. Bonnet zu Greifswald in in gleicher Eigenschaft in die Gerichtsjaal. Frankfurt, 19. Dez. Der ReDatteur der „Volksstimme", Wilhelm Z anD er, wurde heute von Der Strafkammer wegen öffentlicher BeleiDigmig, Die in einem Artikel „TrlnkgelDerumvefen am etanDesamt" gehmDen wurde, zu 75 '1U f. GelDstrase verurteilt, und wegen eines Artikels „Zur 'Dfagiftratsfrüe m Oberursel", durch Den sich Der Dortige Bürgermeister Füller beleiDigt fühlte, zu Drei Monaten Gefängnis. Gnesen, 19. Tez. Tas Kriegsgericht verurteilte einen polnischen Schneidergesellen, der gelegentlich einer Kontrollversammlung fortgesetzt im Gliede gesprochen, bei der Ansprache Des Bezirkskommandeurs über Die Fürsorge des Kaisers für Die Ostmark Durch Murren und unartikulierte Laute sein Mißfallen ausgeDrückt und vor Dem Kaiserhoch mehrmals auf Polnisch und Deutsch erklärt hatte, er werde nicht mitrufen, zu vierMonaten Gefängnis. Vermischtem • Siegen, 19. Dez. Bei Der im Bau befindlichen Bahnstrecke Freudenberg-Rotemühle ereignete sich eine Sprengst o f f e x p l o s i o n. Zwei Mann wurden getötet, zwei wurden schwer verletzt. * Ein Jagdliebhaber anS Kassel, der ein guter Hühnerschütze ist, wurde von seinen Freunden immer gequält, er möchte doch einmal ein Hühneressen zubereiten. Als sich der also Geplagte nicht mehr zu helfen wußte, sagte er 511 und lud die Freunde eines schönen Tages ein. Die „Hühner" schmeckten ausgezeichnet, und als man nach „mehr" verlangte, erfuhr man, daß der Gastgeber Raben hatte braten lassen. Die guten Leutchen spülten ihren Aerger durch verschiedene Gläser „Rheingauer" die Kehle hinab und meinten, gut zubereitete Raben schmeckten ebenso gut wie Feldhühner^ ■ im 7520 Seltersweg 23 Telephon 265. 6652 Telefon 540 Präsent-Ii^rbe ®rout). Amtsgericht. B«°./, Balser. 7517 IB10/, K 94/06 7516 bei 17241 Emil Fischbach ist der Waschtag von der Zeit ab, wo die beliebte Original- M Riflel - Dampf - Waschmaschine 99 99 Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Ludwig Ranft I. und Kinder Beuern, den 20. Dezember 1906. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 2 Uhr statt. welche wir nach Belieben der uns beehrenden Käufer, von Mk. 5.— an geschmackvoll zusammenstellen. geb. Lindenstrnth Alter von 56 Jahren sanft entschlafen ist. Großh. Bürgermeisterei Albach. Balser. Gurken Trauben ferner 5/2016/i» öffentlich = 110 qm Grabgarlen daselbst meistbietend verslelgert Donnerstag, den 3. Januar 1907, nachmittags 3 Uhr, lassen die Kinder der verstorbenen Karl Ulm Eheleute aui hiesigem Orts- gereicht öffentlich erbteilungshalber irenvillig versielgern: Flur 28/257 — 153 qm, Hoireite, Laggärlen in den hintersten Schleßgärten [B11/12 28/258 = 473 qm Grabgarten das. 28/259 = 111 qm Hoireite das. Gießen, den 11. Dezember 1906 Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Orsgisial-DrahtinelSungen. sd. Darmstadt, 20. Dez. Der Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften hielt heute seinen Verbandstag unter deut Vorsitz des Geh. Regierungsrats Haas ab. Nach dem von ihm erstatteten Jahresbericht ist die Entwickelung der Genossenschaften befriedigend gewesen, die Revisionen finden nunmehr unvermutet statt. Der Jahresbericht wurde gut- geheißen, worauf Vorträge stattsanden. München, 20. Dez. Die ,M. Allg. Ztg." hört von gut unterrichteter Seite, daß der Kolonialdirektor Dernburg und Gouverneur v. Lrndequist sich gegenwärtig in London aufhalten, um mit der englischen Regierung Vereinbarungen anzustreben, welche den Uebertritt verfolgter Aufständischer in Südwestafrika auf englisches Gebiet verhindern sollen. Apfelsinen, Mandarinen, Citronen, Kokosnüsse Datteln lose und in feinen Packungen. Feigen » » » » Haselnüsse, Wallnüsse, Maronen etc. Bowlenwein f BowBensekt Carl Schwaab, Hoflieferant K 95'06 [B’%, Donnerstag, den 24. Januar 1907, nachm. 3 Uhr, werden am hiesigem Ortsgericht, die vor dem Rainen des Kart Neffeldreher u. Ehesrau geb. Schnitt stehenden Parzellen der Geinarknng Gießen, 2/38 — 617 qm Grabgarten tm Garlield 2,38,5 — 247 qm Ho,'reite daselbst öffentlich meistbietend versteigert. Auswärtige Bieler haben sich über ihre Zahlungsfähigkeit durch ein Zeugnis ihrer HeiinalSbehörde auszuiveijen. Gießen, den 19. Dezbr. 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Frisch 'Hs.gen geschossene empfiehlt H. Klotz Ww. MäuSburg 17. 09100 UniverMäts-Nachrichten. hc. Marburg, 18. Dez. Die Gesamtzahl der im laufenden Wintersemester immatrikulierten Studier enden be- Bekanntmachung. Die fällig gewesenen Holzgclder sowie die Heu-- und Grummetgrasgelder sind innerhalb 8 Tagen bei Vermeidung der Beitreibung zur hiesigen Stadtkasse zu bezahlen. Gießen, den 19. Dezember 1906. Doepfer, Stadtrechner.[B*7ia Donnerstag, 24. Januar 1907, nachm. 3 Uhr, werden auf hiesig. Ortsgericht die vor dem Rainen des Franz Maas stehenden Parzellen der Gemarkung Gießei,, 4/194,2 — 348 qm Hoireite m der Elephansmark 4/193,2 — 307 qm Grabgarten, daselbst öffentlich meistbietend versteigert. Ausivärtlge Bieter haben sich über ihre Zahlungsfähigkeit durch ein Zengins ihrer Heimatsbehörde auszuiveijen. Gießen, den 19. Dezbr. 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Oppenrod iuc das Rechnungsjahr 1907 liegt vom 22. d.M. an 8 Tage lang auf hiesiger Bürgermeisterei z,>r Einsicht der Interessenten offen. Oppenrod, 19. Dezember 1906. Großh. Bürgermeisterei Oppenrod O Zum Weihnachtsfest O offeriere Frische Ananas Beerdigungs-Institut Friede Frankfurter Str. 41 und Kaplansgasse 27 Hochachtungsvoll a*°A, Bahnhofstr. 27 Gebrüder Berdux Bahnhofsk. 27 Lirbeitsvergedung. Die zum Neubau des StadttheaterS iu Gießen vorkommenden Schreinerarbeiteu, Los 1-4, sollen im Wege des öffentlichen Angebotes vergebe,, werden. Zeichnungen, Arbeltsbeschreibnngen, Bedingungen und An- gebotsiormulare liegen im Bureau des Architekten Haus Meyer, Westanlage 6 dahier, zur Einsicht offen und können daselbst (außer Zeichnungen) zum Selbstkostenpreis erhoben werden. Die Aiigebote sind bis zunl Eröffnungslermin am Donnerstag, den 10. Januar 1907, vormittags 11 Uhr, mit entsprechender Auijchriil versehen, porioirei an uns einzureichen. Gießen, den 20. Dezember 1906. B2%, Gropherzvgi^ .».ieisterei Gießen. Mecum. Bekanutmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Albach Uir das Rechnungs- in5r 1907 Hegt vo.n 20. ds. Mts. an einschließlich acht Tage lang ails dein Bürger,nersterei-Bureau dahier, zur Einsicht der Interessenten offen. Albach, am 18. Dezember 1906. Als sehr geeignetes Weihnachts - Geschenk empfehlen wir: Familie «-Nachrichten. Geftorbene: Herr Friede. Will). Schmidt, Bad-Nauheim. — Öerr Johann Ludwig Hirsch, Dieburg. — Elisabeth Frenrau Schluck zu Schwcinöberg-Hermannsteln in Darmstadt. — JüiöoU »ulaui in Ober-Breidenbach. — Frau Karoline Seibel Witwe m Oberwilden. — Frau Johanna Seher Witwe in Dillenburg. Verlobte: Frl. Elise Röih-Alsseld mit Herrn Fr,tz Knff(- Gießen. — Fräulein Olga Sachs-Weimar mit Herrn Hugo Leopold- ''Verma hl te: Herr Martin Stadelmann mit Frl. Sophie Loh in Friedberg. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesse» am Freitag, den 21. Dezember: Abnehmende Bewölkung, trocken. stärkerer rzrost. Mäßiae ösiliche Winde. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass heute Nacht 1 Uhr, nach langem, schweren, mit Geduld ertragenem Leiden, meine inniggeliebte Krau, unsere treue, lürsorgende Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Anna Klargarelha üanft K 89/06 Donnerstag, den 17. Januar 1907, nachm. 3 Uhr iverden aus hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Heinr. Carls und Eheirau geb. Hell stehenden Grmldstücke der Gemarkung Gießen 1/104 M/1OO = 281 qm Hosreite auf dem Seliersweg 1/104 “/100 — 191 qm Hosreite das. 1/175 — 90 qm Hoiranm auf dem neuen Weg 1/178 — 91 qm Hosreite daselbst 1/179 — 27 qm Schlippen daselbst 1 180 = 282 qm Hosreite daselbst 1/181 = 66 qm Hosreite daselbst 1/182 — 416 qm Grabgarlen das. 5,201 ’/io — 136 qm Grabgarlen im Günlhersgraben 5/2018/10 — 151 qm Hosreite das. 1/43 ’/ia = 490 qm Hoireite in der Slephansmark 1/43 e/10 = 243 qm Grabgarlen daselbst 1/1188 = 68 qm Hoireite bei der Kirche 5/2014/10 = 149 qm Hoirerle im Günthersgrabeu • I n EiSqefahr hat sich, wie die »Hamb. Nachr.' melden, die im Hamburger Hasen cingctroffene Viermastbark „Aequator" befunden. Tas Schiff traf auf der Höhe von „ftau Horn", der äußersten Spitze von Südamerika, mehr als 8 6 große Eisberge, die teilweise 2 00-30 0 Fuß । aus dem Wasser emporragten. Tas Schiff hatte mit ungeheuren Schwierigkeiten zu kämpfen, um aus dem EiStrifl herauszukommen. Zwischen den Eisbergen trieb eine große Menge kleinen Treibeises, in dem man eine Menge von Schiffstrümmern entdeckte. , * Ein deutsches Dorf ohne L-onnenschern. Die im Riescngebirge am Forstkamm gelegene Dorfkolome „Forstbauden" ist alljährlich um dre Zell der Wintersonnenwende ohne Sonnenschein. Der nahe an 1300 Meter hohe Forstkamm ragt in einer Brelle von 400 Meter über die in eine enge Wiesenmatte eingebettete Kolonie und überschattet sie vollständig. Ein Haus hat schon seit Anfang November keinen Sonnenschein mehr gehabt, und darf erst Ende Februar sich dessen wieder erfreuen. Auch Sie Ortsschule hat über zwei Monate keinen Sonnenstrahl. • T e r ’JJI ann im Koffer lieber eine merkwürdige Geschichte wird der „9loro. Wremja' beruhtet. Am 25. November fncn ncqen 12 Uhr nachts eine Dame tm Gasihause „Ldeffa m C r e I ob. Ihr Gepäck bestand in einem sehr umiangreichen, nut Basiwallen umwickelten Koffer, der die Aulschriit ^Voisichll trug. Dem Hoieldtener, der sie nach dem Vaß fragte, antwortete die -tarne, daß sie den Vaß in Moskau vergessen habe. Von diesem verdächtigen Umstande wurde die Polizei in Kenutms gesetzt. Em Polizei- beamter erschien daraufhin mit einem Schutzmann trn Zimmer der Unbekannten und erhielt von ihr denselben Bescheid. Aie Poliz.sten verließen darauf das.Zimmer. Ter Schutzmann kehrte aber gleich darauf ins Zimmer zurück und sah zu seinem Erstaunen, das; die Tarne nicht mehr allein war, sondern nut einem 'Jhanne zusammemaß. Dieses rätselhafte Auftauchen des Unbekannten erregte Verdacht, und man ging an die Untersuchung des Gepäcks der mysteriösen Hotelgäste. Dabei entdeckte man, daß der unnangrelche Koffer speziell dazu eingerichtet war, um einen Menschen zu beffer- beräen • er war mit Luftlöchern versehen, enthielt im Innern Griffe, on denen man sich seuhallen konnte, eine elektrische Laichenlaterne, ctmbiß eine Schuapsflasche, ein Tmtensaß und Embrecherwerlzeuge. Ter Mann war in diesem Koffer transportiert worden Eine Auf- klärunq des Falles kam aus Eharkow. Eme Gaunerbande halte tragt 1503, gegen 1338 im Wintersemester 1905/06. Davon studieren 109 (gegen 106) Theologie, 360 (gegen 337) Rechts Wissenschaften, 222 (gegen 171) fflkbijm uni 812 (ne,gen 7 4) Philosophie. Ter Staatsangehörigkeit nach find. 1218 Preußen (darunter 512 aus Lessen-Nassau, 219 aus Ur RA^°vlnz und 126 aus Westfalen), ferner 22v übrige Reichslander und 60 Ausländer (darunter 12 Russen). Äußerem haben 84 (aeaen 96) die Erlaubnis zum Hören der Vorlesungen vorn Rektor erhalten. Die GesamkzM der Berechtigten ist mithin loo7 (gegen 1434). Kaiserbhw feinster LWurze Üliatte i ec£t von Gebr. Höhl m Geisenheim Portwein, Samos, Madeira, Malaga, in Gebrauch ist. Auf Wunsch eine Maschine zur Probe. 7359 J. Häuser, Neustadt 58. dort xit betrügerischem Zweck den Koffer mit Lumpen gefüllt, ihn nut 5000 Rubel uerfidicrt und nach Orel aufgegeben. Gleichzeitig hallen die Gauner vorher einen anderen Koffer aulgegeben, m Öen einer der Gauner gesteckt wurde. Dieser hatte auf der Fahrt zwischen Moskau und Orel den anberen Koffer ausgeschnitten und einen der Lumpen aus ihm herausgenommen, um eine Gewichtserniedri- auna zu erzielen und dadurch den Verdacht eines Diebstahl» zu erwecken und die Versicherungssumme zu erhalten. Der Gauner war nut seiner Genossin schon wohlbehalten in Orel emgetroffen, als sie, rote oben gemeldet, im Gasthause von der Polizei abgesaßl ivurden. . —---- iiunft und Wissenschaft. — Ferdinand Avenarius, der begabte Dichter und verdienstvolle Herausgeber des „Kunstwort", vollendet heute (Donnerstag) das fünfzigste Lebensjahr. — Menschen mit Affenfüßen. Wie man der „Köln. Ztg." aus Adelaide schreibt, hat Prof. Klaatsch, der bekannte Heidelberger Anthropologe, im Nordterritorium von Australien, das im Innern noch ganz unbekannt ist, eine merkwürdige Entdeckung gemacht. Ern weißer Händler war bei Port Keats in seinem Boot von Eingeborenen überfallen und getötet worden. Die Mörder wurden ausfindig gemacht und sestgenommen. Professor Klaatsch beschäftigte sich eingehend mit ihnen und stellte dabei fest, daß einer der Schwarzen Affenfüße hat, d .h. die Füße sind Hände und zeigen genau denselben Bau wie bte Hinterhände der Affen. Nach den Behauptungen der Schwarzen gäbe es in den noch unerforschten Gegenden zwischen dem Taly- und Blltoriaflusse zahlreiche Leute mit solchen Füßen; Dr. Klaatsch ist jetzt im Begriff, die Richtigkeit dteser Aussagen zu prüfen. Jedenfalls ist es das erste Mal, daß ber einem Australneger diese Affenhände statt der Füße gefunden wurden; Professor Semon, Lumholtz, Dr. Lauterer il a. stellten wohl die wunderbare Greiffähigkeit und Ausbildung der Zehen fest, eine Klettergewandtheit, wie sie kein anderes Volk her Erde besitzt, sanden aber bei ihrem jahrelangen Aufenthalt unter den Schwarzen keine Ab- weichung im Bau der Füße. UeBrmarjme sßintlichcr Weiten bei LteebeMe». y Bekanntmachung. Der Geschäftsführer der .Schuhfabrik Arminia, Gesell- schäft m. b. Haftpfl., zu Lollar" Heinrich Brinkmann hat am 17. September 1906 sein Amt nicdergelegt. Eintrag znm Handelsregister Abt. B. ist erfolgt. Gießen, den 17. Dezember 1906. werden. Auswärtige Bieter haben em Zeugnis ihrer Heimatsbehörde bezüglich ihrer Zahlungsfähigkeit vorzulegen. Gießen, den 6. Dezember 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. ____________Gros. [Bfl/„ Donnerstag, den 17. Januar 1907, nachm. 3 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem yiame» des Earl Ncfjeldreher u. Ehefiau, geb. Schnnk stehenden Parzellen der Gemarkung Gießen 2/38 --- 617 qm Grabgarten im Gartfeld 2/38,5 --- 247 qm Hofreite das. öffentlich meistbietend versteigert werden. Auswärtige Bieter haben ein Zeiignis ihrer Hennalsbehöide über ihre Zahlungsfähigkeit beizu- brlngen. Gießen, den 5. Dezember 1906, Graph. Ortsgericht Gießen. Gros. [B7U Jeden Abend oonu5l)r7 Äe fische. Jbritz Herr, Neustadt 19. 09137 VT, 3 Christbeschernng. ANen Wohltätern unserer Anstalt, sowie der ganzen Geineinde Zeilen wir hierdurch mit, daß die , Christbeschernngsseter unserer Kleinkinder-Bewahranstrilt am nächsten Sonntag, den 23. Dezember, nachmittags 3 Nhr pünktlich, in der IohanneSlirche statlfinden soll. Ter mit Liturgie der Kinder int Glanze des Ehrtstbaumes tu haltende Gottesdienst ist zugleich Gemeindegottesdienst, zu dem wir srenndlichst cinladen. Nach demselben findet in der Klemkmder- schule im engsten Kreise der Kinder und ihrer Angehörigen die Bescherung für die Kleinen statt. , . . Alle, die uns noch Gaben zugedacht haben (wir buten herzlich um dieselben für unsere 256 Kinder) wollen dieselben recht bald an die Vorstandsdamen gelangen lassen. Gießen, den 17. Dezember 1906. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann, Kirchenrat. Kriegerverein Giessen. SamStag, den 22. Dezember 1906, abends 8 Nhr im Gießener Fcftsaal (CafS Leib) vie/ia WeihnllWeslheerung, Verlosung ■ — und Tanz. .....— Ascilbahll-Fahlbeamten-Vereill kicßen. Unsere diesjährige DM/n n--- Weihnachtsfeier findet am 2. Feiertage im Saale des Lenzschen Felsen- kellerS statt. Der Vorstand. otographische-A n. Objektive, ProJektions Apparate Preisliste gratis and franko. 8099 Adolf Bieler, Viktoria-Drogerie, Marktstrasse 5. SamStag, den 22. Dezember, vormittags 10 Uhr anfangend, werden die zur Konkursmasse deS verstorbenen Juweliers Heinrich Huhn gehörigen, eingelösten Pfandsachen gegen Barzahlung im „Darmstädter HauS" (Walltorstr. 6) Versteigert. Zum AuSgebot kommen: Gold. Herren- n. Damenringe, Broschen, Colliers, Armbänder, Nhrketten, Fächerketten,Vrittantringe «nd Ohrringe, Manschetten- n. Brustknöpfe re. r Die Waren sind neu. " 7621 F. Löbermann, Konkursverwalter. Sima. Backen empfehle Allerfelnstes Blütenmehl per 10 Pfund-Sack Mk. 1.90. Feines Blütenmehl per 10 Pfund-Sack Mk. 1.70. Margarine, Marke Cr&me bester Ersatz für frische Butter, per Pfund 66 Pfg. Garantiert reines Schweineschmalz per Pfund 64 Pfg. Palmin per Pfund 70 Pfg. Rosinen, Korinthen, Sultaninen etc. in nur besten Qualitäten. 7528 Christian WalGenfeSs Marktplatz 17 Gegründet 1826 Telephon 262 Für die Feiertage empfiehlt: Gänse io prima Qualität, Boten, Wen, Karmnen, Puter, franz. Poularden, Neh im Ausschnitt, fowie frisch Mosscne, schwere Waldhasen per Stück Mk. 8.50. W. Hermann, Wild- n. kcslüzelhaMW Mänvburg 6. 7627 Frislhe Fische in starker Eispackung heuteTonuerStag frisch eintreffend Sablian pro Psd. 25 Pfg. q Schellfisch , , 30 Pfg. g Backfisch n , 20Pfg. S ------ Nur erste Qualität. ------ Fritz Herr Fischhandluna SM? 19 Neustadt 19 • ioa Normal-Hemden Hosen-Jacken Hosenträger Strümpfe -A. Waag Seltersweg 60. Ö O O Ter Cießener Jahrmarkt dargestellt mit seinen köstlich. Sehenswürdigkeiten und Szenen in einem prächtigen, haltenden Kinderspiel. 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