Nr. 203 Srfcheint SLßNtz mit Ausnahme deS Sonntags. Die ..Wietzener LamMenblStter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Landwirt" erscheint monatlich einmal. Rotationsdruck und Verlag der Vrübl'fch« UnivcrfttLtSdruckerei. DL Lang», Vietze«. Redaktion, Exvedttion u. Druckerei k Schukfkr.K, Tel. Nr. 5L Te1egr.-Adr.: Anzeiger Gieße». Zweites Blatt 186. Jahrgang Donnerstag 30. August 1906 Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe«. L. ..... In Bremen durch 18, in Hamburg durch 13, in Bayern und Baden durch je 12, in Rudolstadt, Württemberg, Hessen und Meiningen durch je 7, in Kodurg-Gotha durch 6, in Neuß j. 2. durch 5, in Oldenburg und Lübeck dllrch je 4, in Altenburg und Lippe durch je 3, in Weimar und Anhalt durch je 2, in Sachsen, Elsaß-Lothringcn und Reuß ä. L. durch je einen Genossen. In den Landtagen von Preußen, den beiden Mecklenburg, Braunschweig, Schwarzburg-Sonderö- hatisen, Waldeck und Schaunrburg-Lippe ist die Sozialdemo- kratie nicht vertreten. Der Jahresbericht klagt dann über die Höhe der Ausgaben, die um Mk. 385 000 gediegen sind. Unter anderem sind über Mk. 130 000 an Unterstützungen für die Opfer des russischen Befreiungskampfes und für die Maiausgesperrten gewährt worden. Auch die Part ei presse hat e r h ö hte Zuschüs s e verursacht und das Darlehenskonto hat die Höhe von Mk. 327 000 erreicht. Es befindet sich darunter ein großes Darlehen, welches einer durch wiederholte Aussperrungen in Bedrängnis geratenen Gewerkschaft gegeben worden ist. Ferner Beihilfe zur Errichtung und Unterhaltung von Gewerkschaftshäusern. Die Gesamteinnahmen von Mk. 810 000 samt dem vorjährigen Restbestand von Mk. 23 000 haben nicht aus- gereicht, um die Ausgaben zu decken, Es mußten Mk. 60000 dem Reservefonds entnommen werden, in dem noch Mk. 13 000 vorhanden sind. Kiel, 29. Aug. Auf ein anläßlich der Taufe und beS. Stapellaufes des Kreuzers »Nürnbergs von den Vertretern der Stadt Nürnberg abgesandtes Huldigungstelegramm antwortete der Kaiser: „Den Vertretern der Stadt Nürnberg sage ich meinen aufrichtigen Dank für den mir übersandten Gruß. Mit großer Freude habe ich den Kreuzer, der heute glücklich vom Stapel lief, den! Namen der altehrivürdigen Reichsstadt „Nürnbergs verliehen, und meine Marine wird stolz daraus sein, ein Schiff in ihrer Mitte zu haben, das diesen Namen führt, der in so enger Verbindung mit meinem Hause steht, und den ich mit hoher Befriedigung zu den meinen zähle. Unvergessen ist mir der herrliche Festtag mit seiner erhebenden Stimmung im vorigen Jahre in Nürnbergs Mauern. Wilhelm I. B, Prinzregent Luitp old beantwortete das an ihn gerichtete Huldigungstelegramm wie folgt: „Mit aufrichtiger Genugtuung habe ich anläßlich der Taufe und des Stapellaufes des Kreuzers „Nürnberg- die in lreuanhäng- licher Gesinnung mir dargebrachte Huldigung entgegengenommen. Meinen wärmsten Dank hierfür begleitet der Ausdruck herzlicher Freude über die der Stadt Nürnberg durch die Namengebung gewordene Ehrung. Möge dem schonen Schiffe eine glückliche und ruhmvolle Zukunft beschieden sein. Karlsruhe, 29. Aug. Eine prächtige Ehrengabe in Gestalt einer in einer prunkvollen Kassette ruhenden Adresse wird dem Großherzogspaar im Namen der iu Amerika wohnenden Badenser zur goldenen Hochzeit überreicht werden. Eine Delegation wird die amerik. Badenser bei den Jubiläumsfeierlichkeiten in Karlsruhe vertreten und die Ehrengabe überreichen. Die Adresse trägt die Unterschrift von 600 in Amerika lebenden Badensern. Die Kasiette ist- aus Mahagoniholz angefertigt. Die Beschläge sind aus Silber in antiker Legierung, die Adler aus Gold. Die Zeichnungen auf den Seiten der Kassette versinnbildlichen die Entwickelung und Erschließung der Vereinigten Staaten. Auf der Frontseite ist eine Gold-Plakette mit einer Darstellung des Kapitols und deS Weißen Hauses in Washington angebracht. Die Seitenstücke stellen den Zug nach dem Westen (seit 1849) bar; Szenen aus bem Leben der Pioniere, ein mit Ochsen bespannter Wagen beförbert Emigranten durch daS Felsengebirge; der erste Bahnzug durchbraust die Prärie, Indianer sehem staunend daS Vordringen der Zivilisation. Indianer-Ornamente aus Kupfer, Silber, Gold und Elfenbein dienen zur weiteren Verzierung der Kassette, die mit dem amerikanischen Wappen geschmückt ist. In der Kassette ruht die in Albumform gehaltene, in stahlblau°marmoriertes Kalbleber gebunbene Lidreffe. Der Deckel trägt bie Basrelief-Porträts bcs großh. PaareS. Der Inhalt bes AlbumS besteht aus Gedicht, Widmung und Aquarellbilb. Gotha, 29. Aug. Die Einfuhr von Rinder,r nnb Schafen aus Oesterreich-Ungarn zur alsbalbigen Abschlachtung in den Schlachthäusern von Gotha und Koburg unter besonderen Vorsichtsmaßregeln ist durch eine Min'.sterial- verordnung freigegeben worden. Aus der europäischen Kinderstube. Die Kleinen an der unteren Donau und auf dein Balkan wollen nicht mehr Frieden halten. Zwischen Georgios, dem Griechenkönig, und Ferdinand dem Schönen von Bulgarien ist ein Zwist ausgebrochen, und bie Untertanen dieser beiden Fürsten schneiden einander die Hälse ab, schießen einander tot, rauben einander die Hämmel und die Weiber und stecken einander die Häuser über den Köpfen an. Der Großherr im Pildiz-Kiosk, der dem Namen nach noch immer der Souverän des Vasallen Ferdinand ist, hat mit drohend erhobenem Finger Ruhe geboten, aber Bulgarien streckt die Zunge heraus und ruft dem Großkhan zu: in Bezug auf unsere innere Politik hast du uns gar nichts vorzuschreiben. Innere Politik ist gut, wo es sich doch um sehr äußere Politik handelt. Nun hat sich auch Rußland in bie Sache verwickelt mit bem Effekt, baß bie bipl. Beziehungen zwischen Väterchen und seinem lieben Vetter, dem Vater seines Patenkindes Boris, abgebrochen wurden. Der russische Vertreter hat dem bulgar. Ministerpräsidenten einige derbe Wahrheiten gesagt, der bulgarische Ministerpräsident wurde grob; also ist Bulgarien verzürnt einmal mit Griechenland, zum anderen mit der Türkei und zum dritten mit Rußland, das ihm bis jetzt in allen Fährlichkeiten beigestanden ist. Das ist ein bischen viel auf einmal, und man wird in Europa über diese Moritz- slreiche des Fürsten Ferdinand verwundert den Kopf schütteln. Wie kommt er dazu, mit seinem Großherrn, mit seinem Beschützer, dem Zaren, und mit den Griechen zugleich so böse Händel anzufangen? Die Witoort darauf drängt sich dem kundigeren The- baner von selber auf: Fürst Ferdinand von Bulgarien hat jemanden hinter sich, der ihm den breiten Rücken deckt. Dieser 'Duodezfürst, der immer nach einer Königskrone hungert, Härte niemals gewagt, fidj so sehr zu engagieren, wenn er nicht wüßte, daß ihm nichts passieren kann. Tie griechischen Heb erfülle — du lieber Himmel! Da sind die Mazedonier vermutlich ebenso schuldig wie die (Griechen. Und was das türkische Joch betrifft: die Bulgaren haben in der letzten Zeit recht wenig von diesem verhaßten Joch empfunden. Denn es ist das Bestreben der hohen Pforte, gerade in den christlichen Landesteilen sich so wenig als möglich bemerkbar zu machen. Und von den Souveränitätsrechten des Sultans hat man ja beinahe schon nichts mehr gewußt, so wenig sind sie zur Ankvendwtg gelangt. Es liegt also auf der Hand, daß Fürst Ferdinand nicht auf eigene Faust handelt, sondern in höherem Auftrag. Wer hinter ihm steckt, ist auch nicht schwer zu sagen. Man weiß, daß zwischen England und der Türkei in Bezug auf Egypten erhebliche Differenzen bestehen. Vielleicht hält man es in London jetzt an der Zeit, mit dem türkischen Ueberbleibsel ans dem Mittelalter in Europa auszuräumen und den Sohn des Propheten samt seinem Harem und seinen Heerscharen aus der Kulturwelt hinauszubefördern. Abdul Hamid, von dem man behauptet, er leide an einer unheilbaren Krankheit, wird dagegen wenig machen können. Daß man in Rom schon lange ein Äuge auf Albanien und die ganze dalmat. Küste hat, ist bekannt. König Viktor Emanuel ist ehrgeizig. Und er besitzt einen Schwiegervater, der noch ehrgeiziger ist: den Beherrscher aller Hammeldiebe in der Eeruagora, den Fürsten Nikita von Montenegro. Dieser ist auf Rußland nicht gut zu sprechen, weil es ihm eine Jahresrente entzogen hat, und er ist auf Oesterreich-Ungarn gleichfalls bitterböse, weil die Summe, die „zur Erhaltung der Wege" alljährlich an ihn bezahlt wurde, gestrichen ist. Nikita befindet sich in fortgesetzter Geldnot, unb deshalb erhofft er von einer Umwälzung auf dem Balkan alles. Verlieren kann er selber ja auch nichts. Wir hätten so die Konstellation England-Italien- Bulgarien-Moutenegro gegen Rußland- Türkei und vielleicht Oesterreich-Ungarn. Ob die Griechen sich dem Großherrn anschließen wollen, steht dahin; es machte auch weiter gar nichts aus. Tie Konstellation gewährt die nettesten Aussichten auf einen frisch- fröhlichen Weltkrieg um den Balkan. Denn die Wirtschaft kann doch nicht auf die Tauer geduldet werden. Es fragt sich, wann die maßgebenden Faktoren den Zeitpunkt zum Eingreifen für gegeben erachten. Das Tröstliche für uns ist, daß uns die ganze Geschichte nichts angeht — möaen die Herrschaften also unter sich ausmachen, was sie wollen. politifcbc Lasesschar-. Nord und Süd. In Kiel ist, wie wir meldeten, ein Kreuzer vom Stapel gelaufen, der den Namen der Stadt Nürnberg erhielt und mit dessen Taufe der Nürnberger Bürgermeister v. Schuh betraut war. Kaiser Wilhelm versteht es, durch solche Akte für seine Ziele Stimmung zu machen, und es war ein kluger Gedanke, einer Reihe von neuen Kreuzern die Namen deutscher Bundesstaaten, wie Hessen, oder großer deutscher Städte bei£ulegen, und bezeichnenderweise widerfuhr diese Auszeichnung in erster Linie süddeutschen Städten, in der deutlichen Absicht, die Brücke zwischen Nord und Süd noch mehr zu- befestigen. Der bayrische Partikularismus ist ja leider, wie aus vielen Umständen hervorg'ht, noch immer nicht erloschen, und er hat auch bei der Mehrheit der bayrischen Kammer noch immer Platz. Ist doch auch am Widerstande Bayerns die in 'Aussicht genommene Eisenbahngemeiiischaft gescheitert und auch bei dem noch schwebenden Plan einer Giiterwagengemeinschast dürste nicht viel herauskommen. Während alle übrigen Staaten bereit waren, verhielt man sich in München ziemlich ablehnend, obwohl gerade Bayern alle Veranlassung hätte, eine derartige Maßnahme zu begrüßen. Die Ueberschüsse der bayrischen Bahn sind gering, das Wagenmaterial und sonstige Einrichtungen, sogar die Sicherheitsmaßnahmen lassen, wie bayr. Blatter selber beklagen, vieles zu wünschen übrig, und wenn man an ernsthafte Reformen Herangehen würde, so würde die bayrische Bahn ein erhebliches Defizit bringen. Das weiß man im bayrischer: Eisenbahnminifterium, aber man darf nicht auf die Vorschläge ein gehen, weil die Kamm er Mehrheit dagegen ist; bei dieser sind aber keine tatsächlichen Gründe für ihre Haltung maßgebend, sondern es ist die Mißstimmung gegen Preußen, indem man glaubt, daß Reservatrechte geopfert werden. Dabei bleibt die Eisenbahnoberhoheit der Emzelstaaten unberührt, es handelt sich nur um gegenseitige Verträge, durch welche für eine bessere Ausnutzung und damit höhere Rentabilität der bestehenden Einrichtungen gesorgt werden soll. Bayern schneidet sich also damit ins eigene Fleisch und die Angriffe, ivelche aus diesem Grunde im bayrischen Reichsrate gegen das Eisen- bahuministerium gerichtet wurden, hatten durchaus ihre Berechtigung. Es scheint fast, als "ob dieses bayrische Oberhaus ein feineres Gefühl für die Bedürfnisse der Zett habe, wie die zweite Kammer, deren Mehrheit unbedingt herrschen will und gegen die berechtigten Forderungen ihr Ohr verschließt, wenn sie ihr nicht in den Kram passen. Es muß daher umsomehr erfreuen, daß der Nürnberger Oberbürgermeister eine glänzende Rede in Kiel hielt, zumal ein großer Teil der Bevölkerung aus parteitakttschen Gründen in seiner Abneigung gegen» Preußen beftärft wird. Gewiß sind manche Maßnahmen der preußischen Regierung nicht geeignet gewesen, im Süden moralische Eroberungen zu machen, gleichwol/l aber sollten die Zeiten vorüber fein, loo man sich in Bayern gegen Verbesserung bringende neue Einrichtungen sträubt, nur weil sie aus Berlin kommen. Man sollte doch bedenken, daß auch Bayern aus dem großen wirtschaftlichen Aufschwung, den Deutschland durch seine Einigung gewonnen hat, viel profitiert hat, wie andernfalls, wenn Bayern abseits geblieben märe, es niemals hätte möglich fein können. Niemand will Bayerns Reservattechte antasten und darum sollte endlich auch in Bayern bei gewissen Leuten eine bessere Einsicht Platz greifen. , iil.n i .■■ ■ ! -■■-in,..«... — Deutsches Reich. Berlin, 29. Ang. Der Kaiser und die Kaiserin werden zum Jubiläurnstag desBadischenGroßherzogs- paareS am 20, September in Karlsruhe eintreffen. — Reichskanzler Fürst Bülow wird den Kaiser- Ma n ö v e r n nicht beiwohnen. — Wie alljährlich während der Tage, an denen der Reichskanzler Fürst Bülow feinen Urlaub unterbricht, wird morgen oder übermorgen unter dem Vorsitz des Fürsten Bülow ein Minister rat stattsinden. Es wäre falsch, anzunehmen, daß auf die Tagesordnung dieses Ministerrates die Angelegenheit des Ministers v. Podbielski gesetzt wird. Die Entscheidung hierüber liegt in den Händen des Kaisers, sodaß über sie nicht entscheidend beraten zu werden braucht. Etwas anderes ist es, ob in außerdienstlicher Unterhaltung der Fall Podbielski bei der Verhandlung der preußischen Minister berührt werden wird. Der Reichskanzler wird voraussichtlich sich in den ersten Tagen des September nach Norderney zurückbegeben. Von dort geht er zu kurzem Kurgebrauch nach Homburg. Der englische Kriegsminister Haldane ist heute in Berlin eingetroffen. Er ist bereits im Juni zur Teilnahme an den deutschen Kaisennanövecn eingeladen worden, bedankte sich damals sehr für die ihn auszeichnende Einladung und bat gleichzeitig, ihm lieber das Studium der deutschen militärischen Institute und Organisation zu gestatten. Als Zivilist möchte er nicht gern bei den Manöver» erscheinen; auch würde ihm als Laien das Ersaffen der großen Exerzitien und Operationen sehr schwer fallen. Größeren Nutzen für sich verspräche er sich daher von den erwähnten Studien. Dem Wunsche des Kriegsministers wurde entsprochen. — Nach dem Jahresberichte des sozialdemokratischen Parteivorstandes war die Partei am Schluffe des Berichtsjahres in folgenden Landtagen vertreten: Rolonialpoft. — Der .Deutschen Kolonialztg." wird aus Dar- eS-salam telegraphiert, daß dort am 27. August eine schwere Feuersbrunst die Magazine der Firma Phil. Holzmann zerstörte, wobei nicht nur Eisenbahnmaterialien,, sondern auch Vorräte für das neugegründete »Hotel Kaiser- hofE ein Raub der Flammen wurden. Aleines Feuilleton. — Dr. Wachter, der frühere Redakteur der „Staatsb. Zrg." in Berlin, ein sympathischer nationaler Schriftsteller, der dem genannten Blatte während seiner nur kurzen Redattions- Periode einen vornehmen Anstrich gab, will das W o r m serFest - Hans seiner ursprünglichen Bestimmung wiedergeben und Worms zu einem „Bayreuth des Schauspiels" entwickeln. Er hat der Stadt Worms den Vorschlag gemacht, sie möge eine Schauspielbühne in eignem Betrieb einrichten und ihn als Intendanten mit unbeschränkter Vollmacht, besonders in betreff der Llnstellnng der Schauspieler und der Aufstellung des Spielplans berufen. Er wolle für die Stadt das erforderliche Personal auf drei Jahre engagieren, jedoch mit der Berechtigung, die Verträge per 15. April 1907 zu kündigen, so daß das Risiko der Stadt nur eine Spielzeit laufe. Zur Sicherstellung seiner Geschäftsführung beansprucht Tr. Wachter, daß ihm die Stadt für das erste Jahr ein Betriebskapital von 60 000 Mark zur Verfügung stelle. Außerdem müßten im Festspielhause bauliche Veränderungen vorgenommen werden, dahingehend, daß ein Ti- retttons-, ein Sekretariats- und ein Regisseurzimmer neu geschaffen würden. Die 60 000 Mark, die Dr. Wachter als Aus- Laben, des. Theaterbetriebs bei einer sechsmonatlichen Spielzeit vorsieht, gedenkt er wieder einzubringen, indem er die gleiche Summe in einem spezifizierten Voranschläge als Einnahme em- stellt Ms Theaterleiter ist Dr. Wachler indes bisher iwch nicht erprobt nnb ob ihm die nötige Erfahrung und praktischen Kenntnisse zur Seite stehen, weiß man nicht. In Hinsicht auf die finanziellen Anforderungen, die der Stadt voraussichtlich bei der Verwirklichung dieses Planes erwachsen würden, beschloß daher die Wormser Stadtverordnetenversammlung in Uebereinstimmung mit der Theaterkommifsion das Älnerbieten abzulehnen. — Das Marburger hygienische Universitätsinstitut macht betreffs des neuesten Behr ingschen Tube r k u l o s eb e k ä m p f u n g s m i t t e l s folgende Mitteilung: Das Tu läse genannte Tuoerlulofebetämpfungsrnittel wird nur an bestimmte Kliniken zu Versuchszwecken abgegeben, und zwar unentgeltlich. Alle brieflichen und mündlichen an Exzellenz v Behring gelangenden Bitten um ausnahmsweise lleberlasiung eines Schwindsuchtsmittels können daher nicht berücksichtigt werden. Exzellenz v. Behring wird über den Kreis derjenigen Tuberkuloseforscher, die schon jetzt mit dem Gange seiner tuberkulose-thera- peutifchen Arbeiten vertraut sind, zunächst nicht hinausgehen. Frankfurt a. M., 29. Aug. Der Charalterspicler des Frankfurter Stadtll-eaters Max Bayer Hammer ist an das Hamburger Sta d.lthea ter engagiert.worden. — Um bie HansThoma-Ausstellung auch minder bemittelten Kreise» zugänglich zu machen, hat der Ausschuß für Volksvorlesungen sich mit dem Kunstverein ins Einvernehmen gesetzt. Dieser hat dem Wunsche entsprochen und den Eintrittspreis für die Sonntage am 2. und 9. September Nachmittags von 1 bis 6 Uhr auf 20 Pf. festgesetzt. Gleichzeitig wird jedem Besucher eine gemeinverständliche Einführung in die Ausstellung „Hans Thoma und sein Lebenswerst' verabreicht. Tie Einttittskarten sind Donnerstag, Freitag und Samstag erhältlich im Bureau des Ausschusses, Schmidtstube 7, im Bureau des Gewerkschaftskattells am Schwimmbad 8—10, in der Bolksbibliothek Zeil 53, in der Freien Bibliothek Stoltzestraße 20—24 und, soweit der Vorrat noch reicht, Sonntags an der Kasse des Knnstvereins, Junghvst ftrafje 8. Kassel, 28. Aug. Die vielumstrittene Frage des Neubaues des hiesigen H o s t h e a t e r s ist nunmehr definitiv dahin entschieden, daß der Neubau an der Stelle des jetzigen Auetors errichtet wird. Nach einer Verfügung des Hausministe- riums und der beteiligten Staatsministerien sollen alle Vorbereitungen so beschleunigt werden, daß mit Den Ausschachtungsarbeiten für das neue Thcatergcbäude noch in diesem Herbste oegonnerx werden kann- Heer und Flotte. Nach den „Münch. N. 91/ hat sich der Kaiser in der letzten Zeit ganz energisch gegen das Spiel in der Armee, das die Offiziere korrumpiere, aus-- gesprochen._____________________________________________________ Ausland. Paris, 29. Aug. Es bestätigt sich, daß der Zwischen» fall von Djanet endgiltig und amtlich geregelt worden ist. Rom, 29. Aug. Gerüchtweise verlautet, das italienische Königspaar werde einer Einladung des Königs Eduard folgen und Ende September eine Reise nach London unternehmen. Tientsin, 29. Aug. Auf den russischen Konsul Leptew wurde heute ein Attentat ausgeführt. Der Konsul ist schwer verwundet. Der Attentäter heißt Lowinsky. Newyork, 29. Aug. Der „Newyork Herald" erklärt, Deutschland verhandle direkt mit Cuba, während die anderen Nationen in der gegenwärtigen Krise durch die Unionregierung verhandeln. Zer russische Terror. Es scheint sich zu bewahrheiten, daß das Revolntions- Tomitee fliegende Aktentatskdlonnen in alle größeren Städte gesandt hat, die ihr grausiges Vernichtungswert' bereits begannen. W die Stelle des bewaffneten Aufstandes ist der Terror getreten: die russische Regierung, befindet sich nicht mehr im Kampfe mit dem russischen Volk, sondern im Kampfe mit Anarchisten, mit Meuchelmördern, die allerdings auch ihr eigenes Leben zum Opfer bringen. Die russische Revolution ist in eine neue Phase getreten; sie weicht jetzt ab von ihrem furchtbaren Vorbild in Frankreich. Das russische Volk hat sich als zu schwach, als zu uneinig zum großen Kampfe erwiesen, darum arbeiten die Revolutionäre auf eigene Faust fort, führen einen Guerillakrieg, der nicht minder schrecklich ist, als die Tage von Mvsrau, als der blutige Sonntag in Petersburg. Stolypin, der augenblickliche Träger der Gewalt in Rußland, ist das Ziel der anarchistischen Mörderbanden, er ist zum Tode verurteilt, wie vor ihm Großfürst Sergius u. a. Und mit ihm, wäs die öffentliche Gewalt vertritt, was sich hervorgetan hat im Kampfe gegen die Revolutionäre. An Stelle der Revolution steht heute der Meuchelmord. Im Lande herrscht das bitterste Elend. Die Bauern hungern, die Arbeiter hungern. In den Tagen des bewaffneten Aufstandes haben sie das Letzte verloren, und verwilderte, aller Menschlichkeit bare Banden hausen Sls Mordbrenner, ^s sind Verbrechen des Wahnsinns, die alle Welt in Schrecken versetzen. Freilich, auch mit kaltem Blut wird heute in Itußland gemordet, aber wer vermag die Grenze zu ziehen. Ob Fremrd oder Feind diesem furchtbaren Mordinstrument zum Opfer fällt — es ist gleichgiltig, denn der Zweck dieser Bombenwerferei ist, Furcht und Entsetzen zu verbreiten. Was soll nun gegen diesen Terrorismus geschehen? Wie verlautet, trägt man sich mit dem Gedanken, die Revolutionäre für vogelfrei zu erklären, und jeden, der mit Waffen betroffen wird, einfach niederzuschießen. Eine solche Maßregel würde dem Massenmord Tür und Dor öffnen, und wenn es auch begreiflich ist, daß der Ministerpräsident Stolypin unter dem frischen Eindruck des Verbrechens, das seine Kinder mittraf, zu harten Maßnahmen geneigt ist, so wird die bessere Vernunft dieses Mannes doch schließlich vor solchen Maßnahmen zurückschrecken. Ein Krieg aller gegen alle — das wäre das Letzte, um Rußland in den Abgrund zu stürzen. Wir glauben nicht, daß besondere Maßregeln noch gegen die Revolutionäre ergriffen werden können. Man hat bisher verhaftet, was man verhaften konnte, man hat erschossen und gehängt, was man erschießen und hängen konnte, man wird weiter nichts tun können. Machtlos steht die Regierung dem' Terror, den Bombenwerfern gegenüber. Sollte in diesem 'Augenblick die Gewährung von Zugeständuissen an das russische Volk noch etwas nützen können? Wir glauben es nicht. Man wird weiter hören von entsetzlichen Verbrechen, vielleicht bis einmal wieder das Volk ausiteht in seiner Gesamtheit, bis es einen starken Führer gefunden hat. * Der Ministerrat hat vor der Hand beschlossen, daß die Ministerien und die verschiedenen Departements ihre Etats der Duma und dem Reichsrat zum 5. März 1907, der Finanzminister zu demselben Termin auch das Staatsbudget vorlegen sollen. Bis zur Bewilligung des neuen Budgets soll das für 1906 Geltung behalten. Den verschiedenen Departements werden provisorische Kredite airgewiesen werden. Es sollen einige der Führer der revolutionären Agrarbewegung zu einer Konferenz nach Petersburg berufen werden. Die Konferenz soll über Maßregeln beraten, die geeignet sind, die bäuerliche Bevölkerung für die Regierung zu gewinnen. Von acht Millionen Deßjätinen Land, dem Apanagenressort gehörend, daruMer 5 Mill. Deßjätinen Wald, werden dem allerhöchsten Ukas vom 29. August zufolge zum Verkauf an Bauern durch Vermittelung der Bauernatzrarbank über eineMillion achthunderttausend Deßjätinen, größtenteils in den Gouvernements Gsamara, Saratow und Simbersk gelegen, angewiesen. i En Diplomat, welcher in verwandtschaftlicher Beziehung zu Stolypin steht, erklärte im Laufe einer Unterredung mit einem Redakteur der „Patrie", der Zar verlasse den Pa- kast nicht, damit er den Terroristen nicht zum Opfer falle. In Bezug auf die augenblickliche Lage erklärte er des Weiteren, er glaube nicht, daß die Konzessionen, welche die Partei der Kadetten in ihrem Programm für die nächste Duma ausgestellt haben, die Revolutionäre veranlassen werden, die Waffen niederzulegen. Sollten die Revolutionäre die Oberhand erhalten, so würden sie alles umstürzen und eine furchtbare Revolution heraufbeschwören, welcher eine ebenso furchtbare Reaktion folgen würde. Weiter wird aus Petersburg gemeldet, daß die Nervosität ves Zaren stündlich wachse. Nur den energischen Bitten seiner Berater ist es zu danken, daß er seine Absicht, die Krone mederzulegen noch nicht verwirklicht hat. Auf Veranlassung der Hofparter plant der Zar jetzt die Erlassung eines Manifestes, OB dre Gouverneure der einzelnen Provinzen und an die Zwilbehorden geruhtet ist. Dieser Erlaß fordett alle Beamte auf, sich m der Treue zur Regierung durch die revolutionären Attentate nicht entmutigen £u lassen. Die Beamten möchten trotz der Todesgefahr kühn auf den gefährlichen Posten ausharren. Die Lerchen der Urheber des Anschlages auf Stoly- pin sind noch nicht rekognosziert, doch steht fest, daß der Ver- dacht der Polizei gegen mehrere bei der Explosion 'Verwundete, die am Komplott beteiligt schienen, nicht aufrecht erhalten werden kann. So hat sich herausgestellt, daß die Verwundeten Günter und Dulewitsch, letzterer Polhtechnikcr aus Riga, beide mit Swlypin befteundet sind und von ihm liach seinem Landsitz eingetaden waren. Ein Augenzeuge schildert die Vorgänge nach dem Attentat in der Villa Swlypins folgendermaßen: Ms die Detonation ertönte, sprang Stolypin aus dem Fenster seines Arbeitszimmers in den Gatten, offenbar von dem Impuls getrieben, sich durch die Flucht zu retten. Er war derart von panischem Schrecken er- griffen, daß er keinen Karen Gedanken fassen konnte. Erst der Schreckensruf seiner Gattin: „Unsere Kinder!" brachte ihn zur Besinnung und rief ihn wieder in das Haus zurück. Der Petersburger Korrespondent der „Frkf. Ztg." meldet, es sei festgestellt, daß 20 Minuten vor dem Attentat auf Stolypin drei Wagen zur schnellen Hilfeleistung telephonisch requiriert wurden, und daß sich kurz nach Vollziehung des Attentats der Führer der Schwarzen Hundert, der Arzt Dubrowin, auf dem Tatorte eingefunden hat. Dubrowin wohnt in einem V/a Stunden Fahrt vom Tatorte entfernten Viertel und erfreut sich nur einer beschränkten Praxis bei den Kaufleuten seines Viertels. Unter solchen Umständen fällt einem unwillkürlich die Tatsache ein, daß das Moskauer Organ der Schwarzen Hundert mehrere Stunden vor der Ermordung des ehemaligen Dumaabg. Herzenstein hierüber melden konnte. Es herrscht daher in eingeweihtcn Kreisen die Ansicht vor, daß das Attentat nickt von der extremen Linken, sondern von der extremen Rechten inszeniert worden sei. In den revolutionären Geheim-Komitees der Großstädte werden Vorbereitungen für weitere Anschläge getroffen, die im Laufe des Oktober zur Ausführung kommen sollen. Die Polizei sucht sich gegen die Revolutionäre zu schützen, indem sic wahllos alle Persönlichkeiten verhaftet, die irgend verdächtig erscheinen. Haussuchungen nach Massen und geheimen Dokumenten sind an der Tagesordnung. Der Polizei fielen Dokumente in die Hände, aus denen hervorgeht, daß ein allgemeiner Aufstand vorbereitet wird. In Riga sind in letzter Zeit aus Warschau etwa 40 Anarchisten angekommen. Die Züge werden jetzt streng überwacht. Es wurde eine neue revolutionäre Organisation der Anarchisten und Kommunisten entdeckt, der die zahlreichen Verbrechen der letzten Wochen zugcschrieben werden. In einem aufgefundcnen B o m b c n l a g e r in der Stadt fand man 38 Bomben riesigen Kalibers. Von dem Besitzer fehlt jede Svur. — Der Tramway-Streik ist im Abflauen begriffen. Die lettische Presse nahm für die Sttcikenden Partei, welche durch vier Bomben-Attentate den Verkehr lahm zu legen suchten. Nachdem der Chefredakteur der „Baltischen Post", gegen den wiederholt Anschläge verübt worden waren, in der Nacht zum Sonntag beschossen wurde, ist er jetzt ins Ausland abgereist. Gegen die unhaltbaren Zustände auf dem Lande schreitet die Regierung neuerdings schärfer ein. In Simbirsk sind ausgedehnte Agrarunruhen ausgebrochen. Die Bauern plündern und brennen die Höfe der Gutsbesitzer nieder. 300 Bauern zogen vor einen Pachthof, erbrachen die Eingangstürcn des Wohnhauses und ermordeten die g a n z e F a m i l i e des Besitzers. Dann drangen die Mörder in die W e i n k c l l e r und berauschten sich an den reichen Vorräten. Irr der Trunkenheit steckten sie alle Gebäude in Brand und tanzten wie Wilde um das Feuer. Sodann brach unter den Bettunkenen ein Stteit aus uno sie hieben mit Sensen und Beilen auf einander los. Wie aus Hamyschin im Gouvc—.ement Saratow gemeldet wird, ist das zum dortigen Kreise gehörige Dorf Mordowo abgebrannt. Durch den Brand wurden 2000 Menschen obdachlos. • Die Ermittelungen in Hamburg haben ergeben, daß bei der dortigen Verhaftung des russischen Revolutionärs die Haupttäter, darunter die Kassenführer des revolutionären Komitees, entkommen sind. Das Komitee hat über zahlreiche Geldmittel verfügt. Waffen, Munition und Sprengstoffe wurden per Schiff hauptsächlich nach Finnland oder auf dem Landwege per Post an die russische Grenze geschickt und dann durch Vertrauenspcrsonen über die Grenze geschmuggelt, lieber die Verttauenspersonen enthielten die aufgcfundenen Briefschaften reichliches Material. Die Vernehmung der Verhafteten hat noch kein Resultat ergeben, da alle 5 Personen über ihre Tätigkeit und ihre Persönlichkeit Stillschweigen beobachten. Festgestellt ist jedoch, daß sie sich mit dem Verkauf und dem Versand von Waffen usw. teilweise auch mit dem Studium der Zusammensetzung von Bomben befaßt haben, wie man aus den aufgefundenen Rezepten gesehen hat. Bei diesen Versuchen Ijat der angebliche Fa- vart Brandwunden an Gesicht und Händen davongettagen. Aus Stadt und Land. Gießen, 30. August 1906. ' Fahrkarten steu er undStraßenbahnen. Wie sich jetzt erkennen läßt, fließt dem Steuerfiskus aus der Fahrkartensteuer von den Straßenbahnen ein erheblicher Betrag zu. Besonders trifft dies für Frankfurt zu, wo die Zahl der Straßenbahnabonnenten eine sehr große ist. Interessant dabei ist, daß zahlreiche Behörden diese Steuer ebenfalls entrichten. So ist z. B. die Reichspostverwaltung der beste Straßenbahnabonnent in Frankfurt. Alle Briefträger, Depeschenboten re. haben Karten. Sie unterliegen selbstverständlich auch der Steuer, und so fließt mancher Groschen aus der Postkaffe durch die Stadtkasse in die Staatsstempelkasse. Aehnlich liegt die Sache bei Gerichts-, Polizei- und anderen Beamten, die Straßenbahnkarten benützen. •• Verhaftet wurde gestern hier ein kroatischer Arbeiter, der in Wetzlar seinen Landsleuten zwei Taschenuhren und einen Geldbetrag entwendet hatte und flüchtig geworden war. **Ueberfahren von einem Radfahrer wurde gestern vormittag in der Ostanlage ein Fuhr kn echt, der neben seinem Wagen ging. Dem Radfahrer wird Fahrlässigkeit zur Last gelegt. Strafantrag wurde gestellt. sd. Darmstadt, 29. Aug. Die Freie Gastwirtsoereinigung für Darmstadt und Umgegend hat beschlossen, falls der Brauereivcrein die Erhöhung der Bierbezugspreise nicht zurückzieht, den Bierausschankpreis auf 15 Pfg. für V2 Liter, 12 Pfg. für 0,4 Liter und 10 Pfg. auf 0,3 Liter zu erhöhen. Damit würde dann das Publikum veranlaßt sein, gar kein Bier mehr zu trinken, was die Brauereien veranlaßen müßte, wieder die alten Preise einzuführen. Frankfurt a. M., 30. Aug. Gestern nachmittag gab in den Lahmeycrwerken der Dachdeckermeister Lutz seinen Arbeitern, die mit Reparaturarbeiten auf dem Dach beschäftigt waren, Anordnungen und streckte dabei den Arm zum Fenster hinaus. Im gleichen Augenblick wurde der dicht am Fenster vorbeiführende Lauskrahn in Bewegung gesetzt. Der Krahn erfaßte den Arm und schnitt ihn oberhalb des Ellenbogens a b. _ Der Schwerverletzte kam ins Krankenhaus. h Frankfurt a. M., 29. Aug. Das für nächstes Jahr hier projektierte Sängerfest, welchem der Kaiser wieder beiwohnen wollte, ist wegen des nächstjährigen deutschen Sängerbundesfestes 511 Breslau um ein Jahr verschoben. d Hanau, 29. Aug. Verflossene Nacht brach im „Hotel zum Lind en Hof" ein Brand aus, der den Dachstuhl des Hauses zerstörte. Die Hotelgäste ergriffen erschreckt die Flucht. Niemand ist beschädigt. Wie der Braud, der in der Wäschekammer entstand, zum Ausbruch kam, ist noch nicht ermittelt. H. Cronb erg, 29. Aug. Einen kleinen Un fa ll erlitt am Samstag abend kurz vor 7 Uhr das Automobil des Kaisers, in dem sich der Kaiser, Prinz Friedrich Karl von Hessen nebst Gemahlin und die Kronprinzessin von Griechenland befanden. Beim Einbiegcn von der Königsteinerstraße in die von Cronberg nach Homburg führende Chaussee geriet das eine Hinterrad in eine Bodenvertiefung, in welcher sich das Kanalwasser ansammelt. Der Wagen blieb stecken, wurde jedoch bald wieder flott. V Alten kirch en (Kreis Wetzlar), 29. Aufl. Der zweijährige Jahrestag unseres Zweigvereins der rheinischen „ Frau en Hilfe" wurde aufs festlichste begangen. Von den auswärtigen Gästen seien genannt der von I. M. der Kaiserin entsandte Kammerherr von Behr-Pinnow, die fürstliche Familie, welche zurzeit in Hohensolms weilt, und die Vorsitzende der rheinischen „Fraucnhilfe", Frau Oelbermann-Köln. Am Vormittag fand Gottesdienst statt und am Nachmittage eine Feier im Hermann-Agnes-Stift. Ueber 200 Personen nahmen daran teil. Das Kaiserhoch brachte Fürst Karl zu Solms- Hohensol ms-Lich aus. Pfarrer Nackc toastete auf die Fürstin und Frau Oelbermann, später brachte Lehrer Schneider- Oberlamp ein Hoch auf den Fürsten aus. Herr von Behr überreichte die von der Kaiserin dem Vereine geschenkten Kieselschen Gemälde. Am Nachmittag war für das Vergnügen der Kinder aufs beste gesorgt. An 300 Gegenstände wurden unter dieselben verschenkt, resp. sie mußten sie im ehrlichen Wettspiele erringen. 8. Biedenkopf, 29. Aug. Große Vorbereitungen an Ställen und Hallen mußten hierselbst für die vom 2. bis 5. September stattsindende Landwirtschaftliche Ausstellung getroffen werden. Beträgt doch die Zahl der zur Ausstellung angcmeldetcn Vogelsberger Rinder allein 306. hierzu kommen noch eine Anzahl Fahrochsen, ca. 30 Pferde, eine größere Anzahl Schweine, sowie 30 Ziegen, die größtenteils dem Saanerschlag angehörcn. Besonders intereffant verspricht die aus allen Teilen Deutschlands beschickte Geflügelausstellung von 101 Stämmen zu werden. Größere Glasbassins werden sämtliche Fischgattungen unserer Hinterländer Gemäßer, der Eder und Lahn, aufnehmen. Auch Sammlungen von Schädeln jagdbarer Säugetiere und Vögel, sowie Sammlungen von Eiern, Schnecken, Muscheln und Insekten wird der Naturfreund vorfinden. Von besonderer Belehrung für unsere Landwirte wird die Saatgutausstellung der Universität Gießen sein. Den Hauptanziehungspunkt'des Festes bildet der für Dienstag (4. September) nachmittags 1 Uhr geplante Festzug, welcher in vier Abteilungen 62 Gruppen aufweisen wird. § LaaSphe, 29. Aug. Wie schon kurz gemeldet, ereignete sich gestern hier eine Li eb estra g ö die. Ein junger Malergehilfe namens Geitz aus dem benachbarten Biedenkopf wohnte bei der Witwe Blucke, die neben einem Sohn auch eine 25 jährige Tochter besaß, mit der Geitz ein Verhältnis anknüpfte. Als nun gestern die Frau mit ihrem Sohn nach Hause kam, war das Mädchen nirgends zu finden. Nach langem Suchen öffnete man das Zimmer des jungen Mannes und hier sah man die beiden in ihrem Blut im Bette liegen. Der abgeschoßene Revolver lag daneben. Jedenfalls hat Geitz zuerst das Mädchen und dann sich getötet. Ueber die Gründe ist nichts bekannt. Vermischtes. Eine wüste Wirtschaft muß in den Kontoren einer Berliner Großhandlung herrschen, die seit anderthalbJahren an ihre Abnehmer keine Rech- nu ngen gelangen ließ. Es war der Direktion eines großen Berliner Werkes aufgefallen, daß von jener Firma gar keine Rechnungen einliefen, wiewohl die einzelnen Dienststellen derselben wiederholt umfangreiche Bestellungen aufgegeben hatten, die von der Großhandlung auch ausgeführt worden waren. Auf die wiederholten Mahnungen, doch endlich abzurechnen, ging stets die Erklärung ein, daß nach Ausweis der Konten keinerlei Forderungen beständen (!) Jüngst sah sich nun die Leitung der Großfirma infolge der fortgesetzten Reklamationen veranlaßt, eine eingehende Untersuchung anzustellen und diese ergab dann das überraschende Resultat, daß die zuständige Buchhalterci es einfach unterlassen hatte, die Rechnungen absenden zu laßen. Die ausgeschriebenen Rechnungen, deren Betrag sich in den anderthalb Jahren auf rund 420000 Mk. summiert hatte, hat der Leiter dieser Buchhalterei stets vernichtet. Als Grund für diese unerklärliche Handlung gibt er an, daß er zu überlastet gewesen und der Geschäftsverkehr mit den vielen Dienststellen und Abteilungen der auftrag- gcbenden Werke ihm über den Kopf gewachsen sei. (!) Der Buchhalter ist natürlich sofort entlaßen worden, ob er geistig normal ist, wird wohl die eingeleitcte Untersuchung ergeben. (Wunderbar ist, daß man in der Kaße der Firma die Hunderttausende nicht vermißte, die doch für die gelieferten Waren von dem Werke eingehen mußten!) *KleineTageschronik. Beim Bau des neuen Schil- lertheaters in Charlottcnburg stürzte ein in dem Zuschauerraum errichtetes Gerüst ein, dessen Seitenstützen morsch waren. Von 12 Arbeitern, die gerade auf ihm beschäftigt waren, wurden sechs mit in die Tiefe gerissen, die übrigen sich' an Seitenpfählen anllarnrnern konnten. Von den Gekürzten wurde einer sehr schwer, drei leicht verletzt. — Unter dem Verdacht, einen in Konstanz verübten Raubmord an der EugenieMast, dem Bureausräulein eines dortigen Photographen, begangen zu haben, wurde in Karlsruhe ein etwa 28jähriger Mann verhaftet. — Im Großh. Sammlungsacbäude zu Karlsruhe wurde ein Go l d s ch m u ck bestehend aus Hals- und Armring auf einem goldenen Hügel im Werte von 1500 bis 2000 Mk. gestohlen. — In Benschbnde (Schief.) schoß der Knecht Kauschke auf seine eigene Mutter fünfmal mit einem Revolver und verwundete sie. Kauschke, der sckon wegen Ein- bruchsdiebstahl vorbestraft ist, wollte von derMutterGeld erpressen Er wurde verhaftet. — In Neumünster stürzte em Teil des Hotels „Gerinani a" in sich zusammen, das vor 7 Jahren errichtet worden ist. — Die anwesenden Personen konnten sich recktteitlg in Sicherheit bringen. — In Philadelphia verübte Mr. H ippl e, der Leiter der Real Estatc Trust Company, die ihre Zahlungen eingestellt hat, Selbstmord. handel unö Verkehr, Volkswirtschaft. Märkte. m. ke. Fr an k f u r t a. M., 30. Aug. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungcii der heutigen Viebmarkt- preise. Zum Verkaufe standeii: 48 Ochsen, 4 aus Oesterreich 0 Bullen, 0 aus Oesterreich, 51 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oester., 650 Kälber, 50 Schafe und Hammel, 5 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 3 Schallämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 81—87 Mk., 2. Qualität 79—81 Mk., 3. Qlialität 69—73 Mk.; Bullen 1. Qual. 00—00, 2. Qual. 00—00; Kühe 1. Qualität 80-81 Mk., 2. Qual. 77—79 Mk., 3. Qual. 64—66 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 95—98 Pfg., Lebendgewicht 56—59 Pfg., 2. Qualität 90—96 Pfg., Lebendgewicht 55—57 Pfg., Schlachtgew. 68—72 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 82—85 Pfg., 2. Qual. 00-00 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh flau, Ueberstand bedeutens bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Voraussichtliche Mitterung in Hessen ffit Freitag, den 31. August: Kräftige südliche Winde, vorwiegend heiter, trocken, etwas wärmer. Original-Deahtmel-nngen. Von der Taufe des Kronprinzcnsohnes. Berlin, 30. 'Aug. Die Galatasel im Marmorsaale war hackenförmig gedeckt mit dem großen weißen Tafelstiber, zahlreichen ^rmleuchwrn und Schaustücken und einem reichen Blumenflor geschmückt. Weitere Tafeln waren im Muschelsaale gedeckt. Bei der Tafel saß der Kaiser rechts von der Kaiserin. Gegenüber saß der Kronprinz: vom Kaiser rechts folgten zunächst die Grostherzogin-Mutter von Mecklenburg-Schwerin, Großfürst Wladimir, Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, Prinz Christian zu Schleswig- Holstein, Fürstin Fürstenberg, Prinz Adalbert, Frau Minister v. Wedel, Fürst zu Hohenzollern, Frau Minister Studt, Prinz Hermann von Sachsen-Weimar, Frau Minister v. Podbielski. Ter Kaiser trug die Uniform des ersten Garderegiments, die Kaiserin eine blaßgelbe Robe mit Spihenübernnrrf und das prachtvolle Kleblattdiadem. Ter Kronprinz die Uniform der Pasewalker Kürassiere. Tie Kronprinzessin, welche eine weiße geschlossene Robe mit Silberstickerei trug, Ijuttc mit dem Prinzen-Sohn nach der Cour das neue Palais verlassen. Prinzessin Viktoria Louise trug bei der Tauffeier ein rosafarbenes Kleid. Tas Patengeschenk König Eduards ist ein kunstvoller silberner vergoldeter Becher. Er trägt die eingravierten Wappen der britischen und preußischen königl. Familie. Ter Becher steht am einem schwarzen hölzernen Untersatz. * R. B. Darmstadt, 30. Aug. Vom Kriegsgericht der 25. Division wurde heute der Musketier Peter Alter vom 117. Infanterie-Regiment wegen Ungehorsams in zwei Fällen und tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Erhalte sich auf der Weisenauer Kirchweihe gegen einen Budenbesitzer renitent benommen lind sollte deshalb von einer Patrouille verhaftet werden. Er widersetzte sich jedoch und riß u. a, dem die Patroliille führenden Obergefreiten den Säbel aus der Scheide und entriß ihm in Gemeinschaft mit Zivilisten die Säbelkoppel, sd. Darmstadt, 30. Aug. Der Direktor der Hessischen Landesbrandkasse, Geh. Regierungsrat Dr. Wolf, ist heute im 9Uter von 66 Jahren gestorben. fc. Groß-Umstadt, 30. Äug. Beim Ausrücken der 1. Abteilung des Art-Regis. Nr. 25 heute früh explodierte eine Manöverkartusche. Ter Kanonier W a gen b ach aus Burkhardsfelden fand dabei seinen Tod. fc. Wiesbaden, 30. Aug. Heute morgen 4 Uhr stieß auf Station Curve ein Güterzug auf einige im Einfahrtsgleis stehende Güterwagen. Vierzehn Wagen entgleisten, der Materialschaden ist bedeutend. DaS Hauptgleis Curve-Kastel und zwei Nebengleise sind gesperrt. fc. Kassel, 30. Aug. In dem heute morgen 6 Uhr hier durchfahrenden Schnellzug Hamburg—Fran kfurt hat sich ein Passagier ersch ossen. Man nimmt nach vorgefundenen Briefschaften an, daß der Selbstmörder der Bildhauer Gezaczuth ist. Kassel, 30. Aug. Der 10jährige Sohn des Beamten Busch aus Elberfeld, der hier zu Besuch weilte, wurde von der Straßenbahn überfahren und getötet. Berlin, 30. 'Aug. Gerüchte über ein Bomben- Äitten tat auf des Denkmal Kais erWil Helms I. gegenüber dem königlichen Schloß waren gestern abend in Berlin verbreitet. Zwei Fremde sollten die Tat verübt haben und festaenommen worden sein. In Wirklichkeit bandelt es sicki um einen harmlosen Vorgang. Zwei fremdartig gekleidete Männer, die das Denkmal besichtigt hatten, hielten sich kurze Zeit an der Wasserseite auf. Einer von ihnen warf dann ein-'n Gegenstand in die Spree, worauf das Wasser hoch 'aufspritzte. Ein bomben- f di euer Mann hatte den Vorgang beobachtet und in der Nähe stehende Schutzleute benachrichtigt. Diese brachten die beiden Fremden nach der nächsten Polizeiwache, wo sie sich als harmlose Griechen legitimierten und sofort wieder frei- gelassen wurden. London, 30. Aug. Die Schiffahrtsgesellschaft des Stillen Ozean hat aus Valparaiso die Nachricht erhalten, daß die Erdstöße wieder begonnen haben. Paris,. 30. 'Aug. In Longwy versuchte der deutsche Kohlenarbeiter Mrbegast seinen vom Tanzboden weg als Ruhestörer verhafteten Landsmann und Arbeits- genossen Armbruster dadurch zu befreien, daß er gegen den ihn führenden Gendarm Galguet 3 Schüsse abgab. Dieser wurde außerdem von mehreren deutschen Arbeitern mit Steinen beworfen. Galguet traf mit sechs Verhafteten in Nancy ein, wo vor dem Justizpalaste eine den Verhafteten feindliche Kundgebung veranstaltet wurde. Karlsbad, 30. Aug. König Eduard ist heute hier eingetroffen. Wien, 30. Aug. Der hiesige russische Gesandte v. Giers, deffen einziger Sohn in der Seeschlacht von Tschnschima gefallen ist, erhielt ein Telegramm, wonach sein Schwager beim Attentat gegen Stolypin ums Leben gekommen ist. Darauf äußerste Giers zu einem Diplomaten: „Die Situation ist verzweifelt, nur ein Wunder kann uns retten." Petersburg, 30. Aug. Von den bei dem Attentat auf Stolypin ums Leben gekommenen wurden nunmehr auch die Fürstin Katacuzene sowie Frau v. Jvtomin und ihr 8 jähriger Sohn agnosziert. Newyork, 29. !’20ug. Greulich e Szenen spielten sich vor dem Gebäude der falliten Real Estate Trust Company in Philadelphia ab. Eine wütende Menge umlagerte das Gebäude. Als der Sohn des durch Selbstmord geendeten Präsidenten Wharton Hipple heraustrat, tourbe er von der Menge angegriffen, welche schrie: „Hier kommt der Sohn des Verbrechers, der uns FerauVt Ij a t." Hipple wurde zu Boden geworfen und mit Füßen! getreten. Die Polizei entriß ihn der Menge und ent« führte ihn in einem Wagen. Die Menge schrie und tobte weiter, bis sie von der Polizei mit Knütteln versagt toUrbe. Havanna, 29. Aug. Die Tabakpflanzer sind mit dem Jnsurgentenchef Guerra in Verhandlungen getreten, um ihn zu veranlaffen, die Feindseligkeiten einzustellen. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitg< nnd Indnsti Frnnkfnrter Börs 3%°/0 Beichsanleihe . . 98.75 3% do. . . 86.70 3K°/0 Konsols .... 98.90 3% do 86 85 3^°/0 Hessen 97.40 3%°/n Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 100.00 4*/6% Oesterr. Silberrente 100.25 4% TTns-ar. Goldrente . . 95.10 4% Italien. Rente . . . 108.30 3% Portugiesen Serie I . 70.10 3-6 Portugiesen „ III 70 70 4X°/0 rnss.Staatsanl. 1905 86 50 4^°/n japan. Staatsanleihe 94.40 4 % Conv. Türken von 1903 96.30 Türkenlose 147.00 4% Griech. Monopol-Anl. 54.80 4% äussere Argentinier . 89.75 3°/0 Mexikaner .... 69.00 4^°/0 Chinesen .... 98.00 Aktien: Bochum Guss 249.00 Buderus E. W .... 126.60 Tendenz: schwächer. Berliner Börse, 2 Canada E. B 177.60 Darmstädter Bank . . . 141.50 Deutsche Bank .... 241.70 Dortmunder-Union C. . . 85 30 Dresdner Bank .... 161.00 Tendenz : sehr fest. teilt von der Bank für Handel ie, Giessen. 30. Antmst, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . .141.73 Elektriz. Schnckert . . . 127.50 Eschweiler Bergwerk . . 256.75 Gelsenkirchen Bergwerk . 229.50 Hamburg-Amerik. Paketf. 162 00 Harpener Bergwerk. . . 216 50 Baurn hütte 245.75 Nordd. Lloyd 132.00 Oberschles. Eisen-Industrie 132.10 Berliner Handelsges . . 173.25 Darmstädter Bank . . . 141.40 Deutsche Bank . . . 241.80 Deutsch-Asiat. Bank . . 145.40 Diskonto-Kommandit. . . 184.40 Dresdner Bank . . . 160.60 Kreditaktien 212.20 Baltimore- nnd Ohio- Eisenbahn . . . 119.76 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 33.90 Oesterr. Staatsbahn . . . 145.10 Prince-Eenri-Eisenbahn . 147.30 ). August. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 217.00 Laurahiitte ..... 246.40 Lombarden E. B. ... 34.10 Nordd. Lloyd 131.60 Türkenlose 146.20 Säegelmarken in Jeder Ausführung zu billigsten Preisen Brühl’sche Univ.-Buch- und Steindruckerei Erklärung. Das Submissionswesen ist schon öfters in dieser Zeitung erwähnt worden und ist in der Tat derart wichtig, daß eS nicht bloS für die bezüglichen Gewerbetreibenden und Behörden, sondern für das gesamte Publikum Interesse hat. Erst in der gestrigen Nummer war eine Submissionsangelegenheit aus dein Schreinergewerbe besprochen und war daraus zu entnehmen, daß bedauerlicher Weise die hiesigen Meister nur einen ganz kleinen Teil der ausgeschriebenen Arbeit erlangen konnten. Das SubmissionSwesen hat sich zu einer Art Kalamität entwickelt; der reelle Geschäftsmann ist vielfach zur Konkurrenz mit unreellen Elementen genötigt, die ohne standes- mäßigen Ehrbegriff und unbekümmert um Blamage und Insolvenz den reellen Konkurrenten unterbieten, und Arbeiten zu solchen Preisen übernehmen bezw. akkordieren, daß ein Geschäftsmann dabei nicht bestehen kann. Dabei ist es bedauerlich, daß nicht blos Privatleute, sondern auch Behörden und kommunale Körperschaften von solchem unsoliden Geschäftsgebahren Gebrauch machen. Es ist neuerdings, wie auf anderen Gebieten, so auch hier versucht worden, durch Assoziation Abhülfe zu schaffen; vielfach haben sich die Gewerbegcnossen zusammengeschlossen, und die von der Gesetzgebung begünstigte Form des Jnnungsverbandes kann bei richtiger Gesinnung der Jnnungsgenoffen manchen Ungehörigkeiten und Nachteilen vorbeugen. Wenn aber ein Jnnungsgenoffe trotz Unterschrift und Manneswort die Vertragstreue nicht hält und dadurch seine Genossen schädigt, so fragt es sich, was eine Innung tun kann und soll. Diese Erwägungen haben die unterzeichneten Jnnungsmeister der Gießener Maler- nnd Weißbinderinnung veranlaßt, den Weg der Oeffentlichkeit für ihre Angelegenheiten in Anspruch zu nehmen. Damit, daß die Innung einen Genoffen, der Zusage und Vertragstreue bricht, aus der Innung ausschließt, ist nicht viel erreicht; wer die kameradschaftliche Reputation bei den Standesgenoffen preisgibt, wird sich auch darüber leicht hinaussetzen. Der Weg gerichtlicher Klage, um Schadenersatz oder Unterlassung herbeizuführen, ist auch nicht empfehlenswert, abgesehen davon, daß dies kostspielig, zeitraubend und im Erfolg unsicher ist. Deshalb erschien den Unterzeichneten der Weg der Oeffentlichkeit am angemessensten; es sollen durch die nachfolgenden, objektiv dargestellten, voll erweislichen, tat- sachlichen Angaben die interessierten Kreise: Private, welche auf Bauhandwerker reflektieren, Ballunternehmer und namentlich städtische und staatliche Behörden, aufgeklärt und dadurch veranlaßt werden, ihre Aufträge der loyalen Bewerbung und nicht einer auf Vertragsbruch beruhenden Unterbietung zuzuwenden. Die Unterzeichneten halten sich zur Wahrung der Geschäftsehre und der Geschäftsinteressen zur Bekanntgebung nachfolgender Tatsachen für veranlaßt und berechtigt. Als die Innung des Maler- und Weißbindergewerbes gegründet wurde, ist aud) Karl Nikolaus zu Gießen derselben als Jnnungsmeister beigetrcten. Die Innung hat, um das Submissionswesen im obigen Sinn einzllschränken, beschlossen, bei Vergebung größerer Arbeiten insgesamt, unter Ausschluß der Einzelnen, zu submittieren und es wurde ein umfaffender Mindesttarif als Grundlage ausgearbeitet, den kein Jnnungsmeister unterbieten sollte. Auch dieses Abkommen ist von Karl Nikolaus unterschrieben worden. Als aber demnächst die Weißbinderarbeit an der Töchterschule vergeben wurde, hat Karl Nikolaus entgegen ausdrücklicher Zusage und Beteuerung diese Arbeit zum Schaden der Jnnungsmeister übernommen; seine Begründung und die Einschiebung einer Mittelsperson sind von der Innung für unrichtig und sein Verhalten als vertragsbrüchig allgemein erachtet und ihm dieses durch einen Jnnungsgenoffen unverhohlen zum Ausdruck gebracht worden. Die nämliche Erfahrung wiederholte sich bei der Vergebung der Arbeiten der Realschule und in verstärkter Weise bei den neuen Kliniken und dem Bibliotheksgebäude auf dem Brand; trotz bestimmter Zusage, mit der Innung gemeinsam die Bewerbung einzureichen, hat Karl Nikolaus für sich allein zum Schaden derer, die seinem Wort Glauben schenkten, die Submission eingereicht und alle Anderen geschädigt. Dabei soll der Umstand, daß seine Zusage in eine Form gekleidet war, welche man besonders sorgfältig respektiert, nicht weiter hervorgehoben werden. Wir richten hiernach an Behörden und Private das Ersuchen, das Submissionswesen nicht zu Ungunsten des reellen Gewerbestandes auszubeuten und die Bestrebungen der Innung im obigen Sinn zu unterstützen. Die obige Bekanntmachung erfolgt auf Grund des § 59 unseres Jnnungsstatuts. Gießen, den 29. August 1906. 5202 Die Maler- und Weistbinder-Jnmmg. Amtliche Nachrichten über Viehseuchen. Bei einem verendeten Schweine des Jakob Becker zu Frechenhausen (Kreis Biedenkopf) ist Rotlaufseuche (Backsteinblattern) amtlich festgestellt worden. Es ist Gehöftsperre angeordnet. Nachdem die in zwei Gehöften zu Alsfeld aus- gebrochene Schweinerotlaufseuche erloschen ist, ist die über diese Gehöfte verhängte Sperre wieder aufgehoben. Nachdem die in einem Gehöft zu Bleidenrod (Kreis Alsfeld) unter den Schweinen ausgebrochenen Backsteinblattern (Rotlaufseuche) wieder erloschen sind, ist die über dieses Gehöft verhängte Sperre wieder aufgehoben. Bekanntmachung. Großh. Ministerium des Innern hat dem Direktorium der deiltschen Kunst-Ausstellung 1906 zu Cöln die Erlaubnis erteilt, 10 000 Lose einer am 31. Oktober 1906 zu veranstaltenden Verlosung von Werken bildender Kunst und Reproduktionen innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben. Nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten Verlosungsplan dürfen 150 000 Lose ä 2 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Hessen dürfen nur mit dem hessischen Zulaffungsstempel versehene Lose gelangen. Gießen, den 24. August 1906. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ______________Dr. Breidert._________________ Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestand des Philipp Sommer- lad VII. zu Beuern ist ein Fall von Rotlaufseuche fest- gestellt worden. Gehöftsperre ist verhängt. Gießen, den 27. August 1906. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. W ö r n e r. IiTHÄl gültig für 2 Ziehungen ® bei d. BadischenLotterie cs IZiehnngll.Septemb.1906 4282 Gewinne w“,a; U. 70.000 M. 61.000 ♦ Baar Geld ♦ I Hanpfgew. 20.000 M. 2 ä 5000 = 10.000 M. 279 Gew. zns.29.000M. 14000 Geldgew. u. 282 mit 80% auszanlb. Gewinne, die in 2 Ziehnng.verlost werden Lose I M., II Lose 10 M.; Porto u. Listenbeid.ZiehungenSOPf.l empfiehlt das General-Debit:] J. Stürmer, WodenUßrich Bernsteiulackfarbe lose gewogen, Psd. 90 Pfg., über Nacht trocknend, Spiritnsfnßbodenlack lose q?ro., Psd. 80 <$, fof. trockn. Pitchpineöl, sofort trocknend, Ltr.-Krug 1.— Mk., bei mehr billiger. 4854 Gust. Walter Mäusbnrg 13. Tel. 386. Bekanntmachung- Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Walltor st raße zwischen Brandgaffe und Nordanlage von heute an bis auf weiteres für den Fährverkehr gesperrt. Gießen, den 29. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. __________________Herberg.__ Verdingung. Für den Neubau des ArntSgericbtsgebäudes in Gladenbach soll in öffentlicher Ausschreibung die Ausführung der Zimmerarbeiten einschl. Baustoffe vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen Wochentags in den Dlenststunden im Bureau der diesigen Kreisbauiuspektion, Kratzeuberg Nr. 3 und im Bauburcan für den Neubau des Amtsgerichtsgebäudes zu Gladenbach, Gießener Straße 13, zur Einsicht aus und sind von dort, solange der Vorrat reicht, gegen posi- und bestellgeldfreie Emsendung von 0,50 Mark zu beziehen. Die Angebote sind versiegelt und gebührenfrei mit kennzeichnender Aufschrift versehen bis zu dem Eröffnungstermin, welcher Sonnabend, den 8. September 1906, vormittags 12 Uhr im Baubureau für den Amtsgerichtsneubau in Gladenbach, Gießener Straße 13, in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter abgchalten wird, an das genannte Baubureau einzureichen Zuschlagsfrist 3 Wochen. B2T/8 Biedenkopf, den 23. August 1906. Der Königl. Kreisbauinspektor gez.: Büchner, Baurat. Auf bequeme Teilzahlung Möbel Herren-, Damen- n. Kinder-Garderobe Manufakturwaren IetC. [a*/e J, Jttmann Kredit-Haus Giessen Blockstrasse 14—16 ■ WIädchen, geübt im Nähen, gesucht. Marktstr. 26. [5189 Nhr, 1906. B“/, 4590| Bahnhofstraße 41. sofort zu vermieten. [2880 ■ 4914] Seltersweg 33. lutgehendes Geschäft, ia(e, Branche gleich. für sofort gesucht. [5166 1 7 [5180 Junger Karde-Ierein. Hausmädchen gesucht. [06309 a* Bahnhofstraße 39, Neubau. Laasphe. n WllenG fluche W ictiiefmhc Offeue Stellch inuif (Gcfndic Wäsche znm Bügeln wird an- genommen. Stcinftraße 141.06164 M in jeder beliebigen Schriftart und Kartonsorte, sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen, liefert zu mässigen Preisen Ernestine Eöpfner Grünberger Straße 17. Endivien, gr. gelbe Köpfe, stets vorrätig. Grün berg. Str.13. [06312 Strebs^ ja., anslv. MLnu sucht baldigst Stellung in einefy hiesig. Gesch.a.Polsterer «.Dekorateur. Schrift!. Angebote unter 06292 an d. Gießener Anzeiger erbeten. auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 12. September Gießen, am 24. August 1906. Großh. Direktion der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten. I. V.: Dr. Dannemann. Zwei Fämilien Wohnung zu vermieten. Walltorllr.33« £06294 Wilhelmstraße 8, im Z.Stock ist eine 5-Zimmerwohnung m. Bad Abfahrt Samstag l40 nachm. . Rückfahrkarte Laasphe. 2- 3=, 4=. Brühl’sche Universitäts - Druckerei Schmistrasse 7 Leun a. d. Lahn Station Braunfels! In meinem an der Hauptstraße gcleg. Hause ist ein gutgehendes Mökniuiioami= i’üii). Emijchtimell-WSst nebst Drogerie unter günstiguv Bedingungen sofort zu verPlhten. Näheres in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. [06288 SchuHmannsteAe in Bad-Nauheim alsbald zu besetzen. Anfangsgehalt rund 1400 Mk., Anstellungs- und Pensionsverhältnisse wie bei Staatsbeamten. Bewerber sollen mindestens 3 Iahte als Unteroffizier aktiv gedient haben. Anmeldungen sind an das Großherzogl. Polizeiamt Bad-Nauheim zu richten. d”/8 Zusaminen 700 Gewinne Richard Buchacker General-Vertrieb s^,,g Gießen, Neuen Bäue 11 Daselbst 11 Lose f.Mk. 10.— solange Vorrat (für Liste und Porto ,6 Psg. mehr) ZuveMretM Nach Beendigung unserer Arbeiten haben ivir ab St. Langenhahn bist, zu verk.: co. 800 Mir. wollt. Gleis 70 hoch, 60 er Spur mit 5 Kipplowrics ’/< cbm. Alles gut erhalten. |hv19/8 Abcrmanu & Kling, Gießen. Wirtschaft zu pachten gesucht. Kaution kann gestellt werd. |06,84 Näh. i.d.Geschästsst. d. Gieß. Anz. Offerten sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin Montag, den 10. September 1906, mittags 12 WerWt811 Anzusehen von 12—1 Uhr. an d. Gießener Anzeiger erbeten^ Eine junge schwarze Henne» zugeflogcn. Ludwigstraße 37. 06293 Kleines, gi «1 auch Fili wird zu übernehmen gesucht. Schriftl. Angebote unter 06313 »Sektion Giessen D. & Oe. A.-V. Samstag den 1. und Sonntag, den 2. Septbr. Tour 8a (außer Programm) Hilchenbach —Lahnhof—Jlsetal— Nmichiedeneü UnonH,Ur relS3nde öyb JiZ Oasen Kl im evang. Schwesternhaus, Giessen, iohanneeetr. 1. vittoriawageu mit Pferd und silberplattiertem Geschirr, eleg. Schlitten m. Plüschgarnitur u. Pelzdecke nebst Pferd und vernickeltem Geschirr, Lauterbacher Wagen mit Pferd uub Kummetgeschirr, Pferde und Kohlen, sowie Fahrräder, Nähmaschinen, Stlbergegenstände nsm. ältere Leute per 1. Oktober zu mieten gesucht. Freie Lage. Schriftl. Angeb. m. Preisang. u. 06278 an den Gieß. Anz. erb. Die für Samstag den 1. Sept, anberaumte vM/a Familienfeier (Italienische Nacht) auf Buschmanns Terasse bezw. in dessen Lokalitäten findet bestimmt statt. — Freunde und Bekannte sind herzlich willkommen. BfaSmlritM'! Im Stricken, Anstricken sowie Auweben v. Strümpfen empfehle ich mich angelegentlichst. Außerdem habe ich den Berkaus von Plaucn'schen Stickereien und Gardinen für eine leistungs-. ähige Fabrik übernommen und empfehle auch dieses Unternehmen« Strickgarne (beste Qualitäten) habe stets vorrätig. Staatsbeamter sucht zum 1. Oft. eine geräumige WlMMchllllg möglichst in besserem neuen Haufe. Innere Stadtlage bevorzugt. Garten oder Balkon erwünscht. Schriftl. Angeb. m. Preisang. u. 5203 an den Gieß. Anz. erb. Bon ruh. Mietern (2 erw. Pers.) wird eine 3-Zimmerwohnung gesucht. Nord- und West-Anlage oder deren Nähe bevorzugt. Anstreicher gesucht. DauerndeBeschäftigung. 5160) E. Groß, Kirchstr. 13. 12—15 tüchtige UISITKRRTEN ■■ ■?. ■ ■ ' •• • • - tt. 06298 an den Greß. Anz. erb. Junges Mädchen sucht einfach niöMkrt. Simmet öänb- Schriftl. Angeb. nebst. Preisang. unt. 1. M. 105 postlagernd erb. j61»8 Student sucht zum 1.September Zimmer in ruhiger Lage. Schriltl. Angebote unter 6196 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Eine Iran verfolgt alle Mvdeneuheiten stets mit Jn- tereffe. Beste Orientierung bietet das neueste Favorit-Modenalbum, nur 60 Pfennig, Jugend- Modenalbum nut 40 Pfennig bei Alex. Salomon & Co. Gute Eri-ten; ür fleißigen, nüchternen Mann bietet der Verkauf eines guten Haushallungsgegenstandes gegen Kassa und Teilzahlung. Selbiger kann auch das Jickasso mit übernehmen. Schriftliche Melduirgen mit Angabe der Referenz u. 5169 an b. Gießener Anzeiger erbeten. Deutsche Feuerbersichernngs- Aklieu-GeseUschaft jucht unter konkurrenzlos vorteilhaften Bedingungen tüchtige [ss2a/a ^iiar*beite8* Offerten u. F. C. S. 778 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. KI. erb. V-sAchmiS" Zimmer-'^^^^^^^d^Uverm. Näheres bei Carl Stückralh, 50801 Seltersweg 38. Sänger Chor Heute abend Zusammenkunft bei Stückrath, Dlarburger Straße. 06300] Der Borstand. 12 bts 15 junnt üälhBiee® (Nassauer Legehuhn) zu kaufen gesucht. [5150 Bahnhofstr. 66, Wilh.Amerrd. Ein Unternehmen, welches bei Beschäftigung von wenig Personal einen Reingewinn von garantiert mindestens Mk. 6000.— abwirft, ist für Gießen zu vergeben. Er> crderlich sind ea. Mk. 800.— bar. Interessenten schreiben sofort unter R. C. W. 100 postl. Gießen. Submission. Für die Klinik für psychische und nervöse Krankheiten in Gießen soll für das Rechnungsjahr 1906 die Lieferung von ca. 7000 Ztr. Hüttenkoks in der Korngröße 6—10 Ztm. ca. 800 Ztr. Nußkohlen auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Die Bedingungen liegen an den Wochentagen von 3—5 Uhr nachmittags aus dem Verwaltungsbureau zur Einsicht offen. I 5 Zimmer Frankfurter Straße 60 ist die 1. Etage bestehend aus 5 Zimmern nebst Zubehör mit elektr. Licht und Gaseinrichtung versehen zu vermieten. [5112 Näheres daselbst parterre. Schone ö-Zimmer-Wohnungen mit allem Zubehör per 1. Oktober oder früher zu vermieten. [5128 Näheres Roonstraße 30, Baugeschäft Scheppelmann. Laudgrafeujtr. 5 — 1. St. per 1. Oktober, mittlerer Stock per sofort (je 5 Zimmer u. Zubehör) zu vermieten. [3780 Näheres Seltersweg 89, II.__ 5 Zimmer mit allem Zubehörs Bleichplatz :c. zu vermieten. Bekanntmachung. Die Grummetgrasversteigerung vom 28. d. Nits. ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 1. September l. ab bei den zuständigen Hebestellen eingelöst werden. Gießen, den 29. August 1906. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Trautw e i n. b30/. Schöne 3—4-Zimmerwohng. im 1. St. sofort od. später zu vermieten. Neustadt 41. ; 236 3—4-Zimmerwohng. an ruhige Leute sowrt zu vermieten. [06317 D. Kaminka, Marktplatz 11. Dammstr. 42 Ecke Steinstrabe Großer Laden nebst Wohnung u. Dammstr. 44 3-Zimmerwohng. (9)?anjarbe) zu vermieten. Näheres Steinstraße 31. [5067 Hausbursche gesttcht. H. Prieß, Ebelstr. 2. Hausbursche'^ 06283]________Bahnhofstraße 61. Tüchtige Verkäuferinnen zur Leitung von Kaffeegeschästen gesucht. Albert Lotz, ILobleuz 06267]_________Rizzastraße 40. Ordentliches Dienstmädchen sofort gesucht. Frau E. Weißenberg 06296]Marktslraße 27. Bmen gebrochen) Grauhänschen, Aiollebusch rc. zum Einmachen. Franks. Str.40, H. _____________5191_____________ Geräucherte [5194 Frankl Würstchen in bekannter Güte von heute ab stets vorrätig. Friedr. Schreiner. ________Baugeschäft Becker. Junger, reinlicher Hausbursche sofort gesucht. [5151 Cafs Amcud, Bahnhofftr. 66. Hausbnrsche gesucht. [4676] Neuenweg 50. j 6 Zimmer 6 Zimmer Der unterste Stock des Hauses Bleichstraße 23 (Ecke Ludwigslr.) mit GartenaMeil u. all. Zubehör per 1. Oktober zu vermieten. Näheres Neustadt 23. [3944 Ludwigstraße 46, I. |*188 Wegzugshalber schöne 6-Zimmer° wohnung, Koch- und Leuchtgas, Garlenanteil u. Bleichpl. zu verin. teuer Pferds- I HOQ Stück M. 1.— LUuy Ziehung 12.Septbr. sind in allen durch Plakate kenntliche«: Geschäften zu haben. Hauptgewinne: Braves, reinliches gesucht. Fran E. Groß, 5159]__________Kirchstraße 13. Jüngeres für 1. September gesucht. Fran Louis Lonh, 5137_______Bahnhosstraße 27. Junges, sanbereö Mädchen v. Lande (nnd) solches iv. nicht ged'enl) sofort ob. später gesucht. Frau Lina Grams, Leihgestern^ Bahnhof Großeii-Linden. [06170 Tüchtiges, zuverlässiges für die Küche u. ctrvas Hausarb. zunt 1. Oktober ev. früher gesucht. Fr. Dr. Schmidt, Nahrungsberg 8 Näheres Bleichstr. 20,1. [4946 gegen hohen Lohn gesucht. [06265 Neubau Irrenanstalt Johs. Werner V, Baugeschäft. Weißbinder sofort gegen hohen Lohn gesucht. 06302] Ed.Kohlermann, Eichweg7. Heinrich Atzbach, Hausen. Schöne 2—3°Zimmerwohnung im Hinterhaus per 1. Oktober an ruhige Familie ah vermieten. 5148]__________Roonstraße 36. 2 schöne Wohnungen, eine zum 15. August und eine zum 15. September zu vermieten. [4809 Carl Valentin, Schützenstr. 18. Mansardenwohnung zu verm. 06166] Grünberger Str. 44. Kleines Logis im Vorderharts zu verm. Löwengasse 34. >06812 kleine Wohnung an ruh. Leute zu verm. [5162] Steinstraße 72. Kleine Mansardenwohnung für 1—2 Pers, sofort zu verm. [5199 H. Zimmer, Kreuzplatz 1. Logis zu vermieten. 06305]__________Rrttergasse 16. Kl. Mans.-Wohna. (monatl.8^L) zu verm. WieseckerWcg 19. [06299 Pfcr-e-slcger, Kavallerist, bei gutem Lohn per sofort gesucht. M. Creutzburg, 06303] Universitäts-Reitlehrer. Fuhrknecht Ml. 4W8] Gebrüder Zutt. Tüchtiger Pferdeknecht sofort gesucht. [5144 Frankfurter Straße 59. Mutiger Fährmann Ihmkteb MMs,Mm. «.Freitags von 9 Uhr ab Friedrich ftäoSII _______ Hosbäcker. [4054 spinwKflPhpr Petroleum l'tiwllol empfiehlt August Kröll Seltersweg 12. [4555 Zur Lieferung aller Kanalisations- Artikel hält sich bestens empfohlen [3M0 Firm Emil Horst Liebiastraße 51 (Riegelpsad). Eins, nröbl.Zimmer m. 2 Betten zu verm. Kirchenvlatz 21. [5193 Möbl. Zimm, (sep, Emg.) sofort zu verm. Seltersiveg J2. [06297 Frdl. möbl.Zimmer zu verm. |Ubsn Kornbluinengasfe 6 (Neustadt). Schönes möbl. Zimmer zu vermieten. Bahnhofstr. 64, II. [06301 Schön möbl. Zimm. m. Kabinett für 1, evtl, auch 2 Pers, eingericht., zu verm. Schulstr. 9. [06304 Stübchen mit Bett zu vermieten. Ätaigasse 11. [06308 Möbliertes Zimmer zu vermieten. Marktplatz 11. [06318 Möbl. Zimmer sofort od. später zu verm. ufl248 Bahnhofstr. 12, III. Freundl. möbl. Zimm, zu verm. 06172] Frankfurter Str. 41. VGGGGDODGGSDGDD Für ein am hiesigen Platze gut eiugeftthrtcs erstklassiges Unternehmen wird erste Kraft Arittrflf Fachkenntnisse sind nicht erforderlich,dagegenBe- nehungen ztt den besten, insbesondere zu kapitalkräftigen Kreisen. Die Stellung ist selbständig unb mit großen: Einkommen verbunden. Repräsentable, energische und dispositionsgewandte Herren belieben Offerten unter F. S. 862 an Daube & Co., Franks, a. M. einztlreichen. [b29/8 Nichtige Vertreter für zugkrästige Dlassenartikel allerorts gesucht. Gefl. 'Angebote unter E.147 an Daube & Co.G.m.b.H. b-9/a]___________Bremen. Einen Schreiuergesellen sucht. A. Hofmann, Wetzsteinstr. 40. [^„r Tüchtige, selbständige [5172 Segwemer1 finden lohnertde und dauernde Stellung. C. Heinr. Hering Möbelfabrik, Marburg a. d. L. Einige tüchtige [hvto/8 Scblosssrgeseiien finbeit dauerttde Stellung bei gut. Lohn. Offert, u. C. 1127 an Haasenatein &, Vogler, A.-G., Cassel. | Läden etc. | SU vermieten. [UGa‘6 Schulstraße 5. Großer Laden SelterSweg, zu vermieten. [309 Näheres Plockstraße 1.________ Schöner Laden nut oder ohne Wohnung per 1. Oktober zu verm. 06213]__________Seltersiveg _34. In meinem Neubau p. l.Ottl eleganter, mittelgroßer [5008 0 -affßdraÄfyo mit 2 Schau- Eroem&tiöBB fenstern,Warmwasserheizung, Gas- und elektr. Lichtaitlage zu vermieten. W. Kilbinger, Löwendrogerie. 2 Lagerräume zu vermieten. Tüchi. ^Weiter gesucht. [06277 Ludto. Schneider, Heuchelheim. Fleißiger, solider sofort gesucht. Emi l Pistor Nachflg. 5146]__________Eisenyandluug. Für einen durchaus soliden, zuverlässigen, jung. Manu, welcher auch Gartenarbeit versteht, ist eine dauernde Stelle als Haus» und Kontordiener offen. Gute und langjährige Zeugnisse erwünscht. Näheres in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. [5197 Reinliches Laufmädchen ge- sucht. Diezstraße 8, II. [06310 Laufmädchen auf sofort gesucht. 5195] Grünberger Str. 7, III. Aeltcres Mädchen welches selbständig kochen kann und alle Hausarbeit versteht, in kl. bess. Haushalt (3 erwachs. Pers.) zum 1. September in dauernde Stellung gesucht. Trupp, Rendant 5174]Wetzlar, Bannstr. 21. Tücht. Mädchen in kl. Haush. gegen hohen Lohn gesucht. [4949 FrcmM. Stahlberg, Moltkestr.2, p., Birkenstock & Schneider. 4: Zimmer f । ,1 I ■ ■ P 4-Ziminerw., neu herg., sofort zu verm. Riegelpfad 20. [4285 Schöne 4-Z.-Wohnung mit all. Zub.; Veranda, Badez., neuzeitl. eingerichtet, in ruhiger fr. Lage per 1. Oktober zu verm. [5003 Näheres Goethestraße 19, IL Liebigstraße 64, 1. St. rechts, 4-Zimmecwohliung mit Balkon und Gartenantetl sofort ober per 1. Oktober zu vermieten. 4303 Zu erfragen daselbst links. Liebigstraße 64, 2. St. rechts, 4-Znnmerwvhnung mit Balkon und Gartenanteil per 1. Oktober zu vermieten. 4304 Zu eriragen daselbst links. j 3 Zimmer | 3-Zimmerrvohnung im 1. Stock per L Oktober zu vermieten. 5192]__________Kirchenplatz 21. 3 Zimmer mit Küche zu ver- mieten. Seltersweg 65. [5201 Zwei 3-Znnmerwohnungen zu vermieten. Schützenstr. 8. [06167 Schöne 3'Znnnierw. mit allem Zub. (1. St.) per 1. Oft. zu verm. 06252______Dammstraße 48, pt. Schone 3--Zirnmerwohnung per I. Oktober zu vermieten. [5161 H. Spies, West-Anlage 27. Ebelstraße 28 2. Obergeschoß ist eine schöne 3--Zimmerivohmmg per 1. August anderweit zu verniieten. [4142 : Näheres Frankfurter Str. 29. 2 Zimmer | 2-Zimmerwohnung, parterre, neu hergerichtet, zu vermieten. 06250 Große Mühlgasse 5. 2-Zimmerwohnung im Neubau nur an kleine Familie billig zu vermieten. Seltersweg 85. [5101 Plockstraße 2 Kleine Mansard.- Wohnung per 1. Sept, an ruhige Familie ohne Kirider zu verniiet. Näheres im Laden.______[4711 j Verschiedene Wilhelmstraße 10, pari, ist eine 6—8°Zimmerwohmmg per 1. Oft. zu vermieten. 4085 ______Birkenstock & Schneider. In meinem Neubatl p. 1. Oktober eme elegante Wohnnng in der ILEtage (6—7Zimmer, Bad, gr. Veranoa nach der Süd-Aul., Gas, elektr. Licht, Trockenbod. re.) zu vermieten. [5010 W. Kilbiuger, Löweiidrogerie. Nlehrere schölle, geräumige 4- tu 5-Zimmerwohliungen, modern ausgestattet, nut allem Zubehör, in schöner freier Lage per 1. Oktober zu vermieten. [4238 Näheres Bailgeschäst Winn. Zwei große, geräumige, der Neuzeit entspr. Wohnungen mit Garten per 1. Oft. euentl. früher zu vermieten. Jean Eckert [5103 Vismarckstr. 11 Ecke Ludwigstr. Ein oder -wei möblierte oder unmöblierte Zimmer nut separat. Eingang, mit Balfoii per sofort zu verm. Plockstr. 14, I. [4366 3-Zimmerw. Neustadt 19,1. St. 3—4-Zimmerw. Bahnhofstraße 54 __________zu vermieten. [5147 Kleine Wohnung zum 1. Sept, zu verni. Nahrungsberg 7. [06263 Blaschineßstroh bei sofortiger Abfuhr billigst abzugeben durch Wilhelm Seipp III, 5200]Ludwigstraße 28. 1 Jahr alt, billig zu verkaufen. 06314] Mäusburg 9. Wohnhaus gut rentierent), ist zu verkaufen. Schriftl. Anfragen unter 06316 an d. Gießener Anzeiger erbeten, WfMmß van 8000 Mark abzugeben. Schriftl. Meldung, unt. 5125 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Grumrnetgras zu oerfauten. 5188]_______Chr. Jnderthal. Grummetgras zu verk. Süd-Anlage io". >06290