und 212 6 * 203 teipulver Giessen k. —- ; -. CtocM SER, POESSHEK | AnraHManMuuai ir die Aeehtheit unsere! Itite'tom-Mi »erlüge nur 1 Lanolin-Cream ichihmnofeD zurück, ftlartintteMw | giebfjeder IifSouhzeuj prächtigen niMfärbenden Hochglanz! fier, Haaruuterlage» re. N gut und billig angeiechgt, ®mn Plank Witwe .al D°M7N"tz! Ph-H" Ittel»® WR M $ pi> *»A tersWCg _ ,Ätr Kr..stS "•’Ä ieorä A"" StaaLsminister AoLhe f« Heute vormittag erhielten wir folgende Drahtmekdung' ■d. Darm st adl, 29. Ian. CtaatSminister Dr. klar! Not he ist heute früh 5»/^ Uhr nach achttägiger Krankheit infolge einer Lungenentzündung, zu der Herzlähmung hiuzutrat, gestorben. Er war bis in die letzten Tage hinein tätig und ließ sich noch am Mittwoch und Tonnerstug Schriftstücke ,nr Unterschrift an« Bett bringen. Der Verstorbene wäre im Znli 66 Jahre alt geworden. Der jähe, unerwartete Tod unsere? leitenden Staatsmannes ist ein schwerer Schlag für das ganze Grobherzogtum. Man wußte ja längst, wie schwer leidend Exzellenz Rothe seit Jahren war, wie dringend nötig ihm alljährlich der Aufenthalt im Bade Wildlingen tat. Niemand aber wohl hatte das schnelle Ende vorauSgesehen. Er ist ja auch nicht seinem langjährigen inneren Leiden, sondern einer vor wenigen Tagen elngetretenen Lungenentzündung erlegen. Mit (einem Fürsten trauert daS hessische Volk um den Toten, trauert in erster Linie die hessische Beamtenschaft, die in dem Verstorbenen ein Muster des Pflichteifers und der hingebenden Treue zu Fürst und Vaterland sah. In den Silen ist er auS dem Leben geschieden, ist er aus dem obersten Amte deS Staates gerissen worden, zu früh für'S Land, zu früh für seine Jahre. Rothe hatte einen scharfen Blick für die wirtschaftlichen und sozialen Nöte seiner Zeitgenossen. Als einsichtsvoller und umsichtiger Staatsmann erkannte er allzeit, wo Hilfe nötig und möglich war. Mit Unermüdlichkeit lag er den weitverzweigten Pflichten seines schweren und veranwortungSvollen Amtes ob, und der nie versagende gute Rat und die reichen Erfahrungen unseres ersten Ministers wußte unser Landesherr umso höher zu schätzen, als sie verbunden waren mit dem lautersten Herzen, einer wahrhaft vornehmen Denkart und zugleich mit gediegenster und vielseitigster Bildung. Tie soziale Gesetzgebung deS Landes hat unter der liberalen Aera Rothe, die liberaler noch war als die ihr vorauSgegangenr Aera Finger, die erfreulichste Ausgestaltung erfahren. DaS Wohnungsfürsorgegesetz, daS maßgebend geworden ist für eine Reihe anderer Bundesstaaten und die Errichtung der LandeShypothenbank, die sich als ein überaus segensreiches Institut erwiesen hat, verdankt Hessen in erster Linie seinem unvergeßlichen Minister Rothe. Angebahnt wurde weiter die Durchführung eines liberalen Wahlrechtes und einer liberalen Steuergesetzgebung, die beide vorerst noch den Widerstand der Ersten Kammer zu besiegen haben. Begonnen wurde mit einer durchgreifenden Revision der gesamten Verwaltungsgesetzgebung; Feld- und Forstpolizeigesetzgebung wurden erheblich modernisiert. Die Gewerbeaufsicht wurde mit Eifer und Geschick ausgebaut. Ein Denkmalschutzgesetz dient heute noch ganz Deutschland als Vorbild und ist eine der ruhmreichsten Taten der gesamten modernen deutschen Gesetzgebung. Tas Landwirtschaftskammergesetz kam den Wünschen den hessischen Landwirtschaft entgegen. Die Förderung des Bades Nauheim war eine Tat nicht nur von weitem finanzpolitischem Blick, sondern auch von höchstem Werte für für die gesamte leidende Menschheit, die Tat eines warm- 5’te heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. herzigen Menschenfreundes, für die die Welt zum Tribute der Dankbarkeit verpflichtet ist. Nicht mit klingenden Worten, sondern m der Stille auS geklärter und zugleich im Grunde bescheidener Natur, mit Taten hat Rothe gearbeitet. Gegenüber Angriffen von rechts und ThtfS bewehrte Rothe stets seine kühle Ruhe und Sachlichkeit. Wohlerwogen war stets, was er sagte, kurz und knapp und treffsicher. Politische Angriffe galten niemals seiner unantastbaren Persönlichkeit. Besonders schmerzlich wird der Tod Rothes von den Liberalen Hessens empfunden werden. Tenn echt liberal war seine Gesinnung und er hat aus ihr an keinem Orte und keinem Menschen gegenüber ein Hehl gemacht. Die Feuerbestattung, gegen die sein Vorgänger sich mit starker Gegnerschaft gestemmt hatte, ist unter Rothe Gesetz geworden. Dem liberalen Geiste innerhalb der Landeskirche war er mit ganzem Herzen zu geneigt. Doch nie hat er sich als ausgesprochener Parteimann gezeigt, sondern stets für eine gemeinsame Arbeit Aller im Interesse des Landes und jedes einzelnen Berufes und für eine Verständigung unter den Parteien in der Volksvertretung seine ganze Kraft eingesetzt. Staatsminister Karl Rothe wurde am 2. Juli 1840 in Tarmstadt geboren als Sohn eines Oberfinanzrates. Tie Familie war aus Arolsen im Fürstentum Waldeck nach Hessen übergesiedelt. Karl Rothe besuchte in Tarmstadt bis 1858 das Gymnasium, dann die Universitäten Gießen und Heidelberg und bestand sehr gute Examina. Nachdem er 1863 die Staatsprüfung bestanden hatte, wurde er zunackist beim Justizdepartement beschäftigt. Im Herbst 1866 wurde er an das Sekretariat des Ministeriums des Großh. Haukes berufen, 1867 zum Ministerialsekretär und 1876 zum Leaationsrat ernannt. Am 1. Juni 1881 wurde er als Regierungsrat bei der Provinzialdirektion Starkenburg angestellt und am 1. Sept, desselben Jahres zum Kreisrat des Kreises Offenbach ernannt. Am 6. August 1888 wurde er zum Ministerialrat im Ministerium des Innern und der Justiz ernannt und hier erwarb er sich so sehr das Vertrauen des hochfeligen Großherzogs Ludwig IV., daß er am 20. Sept. 1888 zum Vorstand des Großh. Kabinetts berufen wurde. Am 17. Oktober 1891 erhielt Rothe seine Ernennung zum Provinzialdirektor der Rheinp-ovinz und zum StrciSrat des Kreises Mainz unter Beibehaltung der Oberleitung des Großh. Kabinetts, zur gleichen Zeit wurde er auch mit der Wahrnehmung der Funktionen eines landesherrlichen Territorialkommissärs bei der Festung Mainz betraut. Rach dem Ableben Ludwigs IV. wurde ihm vom Großherzog Ernst Ludwig am 25. Nov. 1892 der Charakter als „Geheimrat" verliehen. In einer weiteren sechsjährigen Tätigkeit als Provinzialdirektor usw. hat sich Rothe dann mzch besonders um die Entwicklung und Förderung der allgemeinen Verhältnisse in der Hess. Rheinprovinz verdient gemacht, bis am 2. Juli 1898 seine Ernennung zum Staatsminister, Minister des Großh. Hauses, des Aeußern und des Innern, sowie zum Bundesratsbevollmächtigten erfolgte. Wegen der vielfachen Förderung, die er den beiden Hochschulen des Landes angedeihen lieh, ernannte ihn sowohl die juristische Fakultät der Landesuniverfität, wie auch die Technische Hochschule zu Tarmstadt zum Doctor honoris causa. 1903 wurde ihm von S. M. dem Kaiser der Rote Ahlerordeu 1. Klasse verliehen. Rothe lebte in glücklichsten Familienverhaltmssen, man sah ihn in Darmstadt stets an der Seite feiner Gattin in der Hoftheaterloge und bei Festlichkeiten. Seine Witwe ist die Tochter des verstorbenen Dr. Karl Merck, eines der früheren Mitbegründer der weltbekannten chemischen Fabrik E. Merck. Die einzige Tochter ist mit Generalmajor Bendemann in Straßburg i. E. vermählt. RotheS einziger Bruder lebt all Generalmajor und Cberqimrtiermeifier i. P. in Berlin. Noll tiefer Trauer um den Dahingeschiedenen werden' Fürst und Volk den Staatsmann, werden seine zahlreichen persönlichen Freunde und Verehrer den treuen Freund, wird die hessische Beamtenschaft den leutseligen, beliebten und verehrten obersten Vorgesetzten in5‘ Grab legen sehen, einen teuren Toten, dessen Herz bis zuletzt für Fürst und Vaterland geschlagen hat. diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnuinmer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den polit und allgern. Teil: P. Witt ko- für „Stadt und 2antr und .Gerichlssaatt: Ernst Heß: für den An- zeigenteil: HanS Beck. Nr. 24 OrfArl«! ea-ltch außer Sonntags. Dem Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener ZamUien- blätter viermal in der Woche beiflelegt Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Umvers.-Buch-u. Steindruckerei. 9t Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schal praße 7. Redaktion 112 Verlag u.Exped.^zKöl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch Erstes Blatt LaI. Jahrgang Montag 29.Januar 1806 ______ vezn gdpreiSr monatlich 7b Pf., viertel» GietzeimAnzeiger General-Anzeiger w 1 ersten Male „Ter lange Kurl" von Woikowsky-Diedan, den^ ein zum Geburtstag des Kaisers von Richard Straß kompy* nierter und dirigierter Königs marsch voranging. In Heer und Marine sind zahlreiche Befördere un gen erfolgt. Tem Kronprinzen wurde die Führung Phonola-Äonzert. Das Interesse an den Vorträgen in dem durch die Klavier- Firma Wilh. Rudolph in Gießen am Sonntag veranstalteten Kvnzert war sehr groß, denn der Saat des Gescllschastsvereins war biS auf den letzten Matz gefüllt. Die Erwartungen der Erschienenen sind aber auch nicht getäuscht worden, die Darbietungen waren tatsächlich hochinteressant. Vor Beginn der Klavier- vvrträge wies Herr Rudolph darauf hin, was man mit den Klaviersplelk-Apparaten leisten könne, daß cs auch dem Laien möglich sei, ein künstlerisch vollendetes Spiel zu erzielen, ferner daß das Kadi erspiel mit der Hand nicht etwa durch die Apparate verdrängt werden, fmtbern, daß es im Gegenteil gefördert werden solle; er führte aus, daß es die meisten Klavierspieler nur bis zu einem gewissen Grad technischer Fertigkeit brächten, darüber aber,nicht hiiiausVmen, sie tiertöten die Lust am Spielen, da ihnen eine große Anzahl der schönsten Meisterwerke technisch zu bewältigen, doch nicht möglich fei; hier sollte der Klavierspiel- apparat in die Bresche treten, er soll die Freude an dem Sviel wieder heben, soll das musikalische Berstätümis fördern helfen. Die Vorträge auf der Monola wurden durch foetrn Fedor P r 0- kesch ausgeführt und zwar vermittels der Mnstlernotenrollen, dieser neuesten Erfindung der Phonola-Fabrik. Die Ersindung besteht darin, daß das Originalspiel des Pianisten gleichsam photographisch getreu fixiert und auf d-re Notenroilen zur Wiedergabe übertragen wird. Die Leistungen der Phonola durch Herrn Prokcsch muß man als ganz hervorragende 6°/0 Chinesen . Aktien: Bochum Guss . . Buderus E. W. . Tendenz: fest. 3 %°i 4 °6 < 4*/5°. 4% 1 Der Hauptteil der Stadt Gomel ist durch Feuer zerstört, die bedeutendsten Läden und Bazare sind geplündert. Auf Befehl des Justizministers wurden zahlreiche hohe Justizbeamte, darunter der Präsident des Bezirksgerichts in Tomsk. Witte, und der Prokurator des Bezirksgerichts m Tula, Kisselew, wegen ihrer politischen Gesinnung entlassen. Ein höherer Justizbe"Mtcr in Poltawa erhielt den Befehl, aus der konstitutionellen demokratischen Partei auszutreten, widrigenfalls er ebenfalls entlassen werde. Aufsehen erregt eine angebliche Aeußerung des Justtz- nnnisters, der dem Bureau der Ncchlsanmälte nahe gelegt haben haben soll, keine Juden mehr in Vorschlag für die Advokatur zu bringen. Er würde sie nicht bestätigen. Ein Kopenhagener Korrespondent batte eine Unterredung mit dem dänischen Konsul in Rostow am Ton, Nissen. Nisten sagte, man würde bald neue Judenmassnkres erleben. Ter nächste Ausbruch der Volkswut würde alle früheren Vorgänge dieser Art in Schatten stellen. Die Revolution sei ein vollständiger Mißerfolg gewesen und die enttä' s^ten Aufstand scheu beschuldigen ihre iüdst'chen Führer, d.'n Misterfolg verursacht zu haben. Die Rädelsführer werden beschuQigt, das Volk abuchtlrch ins Verderben geführt zu haben. Nach einer Berechnung des Semstwo werden 25 Millionen Rubel nötig sein, um der von Hungersnot betroffenen Gegend zu Hilfe zu kommen. . Nach einer Privatmelduna aus Petersburg verweigern seit vier Tagen die im K're'.iz'cfängnis untcrg"brachten Arbeiterdelegierten iede Nahrilngs^'''' bme. Sie riehen den ö unger» tob der ’nn h-'t 1 ''N' nnr. Schiffüiiachrichlkil. Norddeutscher Lloyd. In Diesten vertreten durch Earl Loos, Kirchenplah. Bremen, 24. Jan. Per transatlantischen Telegraph.) Ter Dovpelichrauben-Postbamvser „Ehemnitz", Kapitän I. Jausten, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 4 Uhr nachmittags wohlbehalten in Baltimore angekomiyem Red Star Linie. Ter Postdampfer „Zeeland^ der Red Star Linie in Antwerpen, ist laut Telegramm am 24. Januar wohlbehalten in Newvork anaekommen Holzversteigerung. Freitag, den 2. Februar werden im Sicher Städte Wald Distrikt Großhäuserberg versteigert: Stück Eichenstämme von 54—62 Ztm. Durchm. mit 8,38 Fm. Stück Bucyenstämme von 47—53 Ztm. Durchmesser mit 9,63 Fm. Stück Kirschstämme von 26—38 Ztm. Durch, messer mit 1,71 Fm. Stück Lindenstämme von 26—30 Ztm. Durch« messer mit 1,29 Fm. Stück Fichten Derbstangen nut 36,67 Fm. Stück Fichten Reisstangen mit 5,42 Fm. Telefonische Kursberichte des Giessener Anze’gers. mitseteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frnnkfnrter Kurse 29. Jannar, 1.15 Dhr. Oesterr. Goldrente. . Oesterr. Silberrente Ungar. Goldrente . . Ita,;en. Reute . . . Portugiesen Serie I . Portugiesen „ III Zwickau, 29. Jan. Tie sächsische Bergarbeiters bewegung ist beendet. Tie von den Werken an gebotene Teuerungszulage von 23 Psg. pro Schacht wurde! angenommen. Ludwigshafen, 29. Jan. Ter anfänglich kleine Streik in der A nilinfabr k scheint sich zu einem Niesen streik auszudehnen. Stündlich verlassen Masten von Arbeitern das Etablissement und tausende von Arbeitern und Neugierigen belagern den Haupteingang der Fabrik. Gestern legten auch die Gasarbeiter des Etablissements die Arbeit nieder. Darauf wurde seilens der Fabrikdirektion an das 'tädtlsche Gaswerk das Ersuchen gerichtet, der Fabrik Gas zu liefern. Die städtischen Gasarbeiter drohten jedoch bei Aus- ührung der Lieferung ebenfalls mit Streik. Die Krisis wird 'ich heute entscheiden, lieber 10 Versammlungen sind an- gemeldet. Die Erregung in der Stadt ist eine große, da über 10 000 Arbeiter an dem Streik beteiligt sind und dieser noch weitere Kreise ziehen dürfte. Hamel (Rustl.), 29. Jan. Hier ist ein bewaffneter Aufstand ausgebrochen. Die Aufständigen plünderten und zündeten zahlreiche Gebäude an, die niederbrannten. DaS Gewehrseuer dauert ununterbrochen fort. Dem Militär gelang es nach harten, Kampfe, die Hauptstraßen von den Revolutionären zu säubern. Die Zahl der Verwundeten und der Getöteten ist enorm. Die Einwohner verlosten die Stadt. Handel und Verkehr, Volkswirtschaft. Deutsche Reichs- und Bundesunleihen. Es wird gemeldet, daß die maßgebenden deutschen Finanzkreise dem Vorgehen der preußischen Regierung, die preußischen Sparkassen auf gesetzgeberischem Wege dazu anzuh^lten, einen bestimmten Prozent- atz der ihnen ^fließenden Spargelder in inländischen Fonds anzu- legen, svmvathisch aeaenübersteben. Es unterliegt keinem Zweifel daß, sobald der Gesetzentwurf die Zustimmung durch beide Häuser des Landtags gefunden hat, eine kräftige und dauernde Erhöhung des Kursstandes der deutschen Anleihen eintreten wird. Das gegenwärtige Kursnivcau unserer Anleihen entspricht ihrem inneren Wert keineswegs und muß im Vergleich mit dem Fürstend der gleichartigen ausländischen Anleihen als unberechtigt niedrig bezeichnet werden. Vom Russenmarkt. An den Börsenplätzen, an denen Russenwerte gehandelt werden, ist man wieder weit weniger zuversichtlich. M-m muß abermals Rückgänge konstatieren. Unruhige und kritische Verhältnisse gibt es noch immer, namentlich auf dem Gebiete des Hcift^s und der Industrie und auf dem Gebiete der Börse vorzugsweise in Kaukasien. Dieses zeigt sich u. a. in der Erhöhung des russischen Bankdiskonts auf 8 Prozent. Besonders ist das französische Publikum gegenüber den russischen Werten wieder recht nervös geworden. Am Berliner Russenmarkt zeigte sich am vergangenen Samstag ein charakteristischer Gegensatz zwischen den Umsätzen pro Januar und denen pro Februar. Es trat für letztere Werte recht erhebliches Angebot hervor. Japanische Anleihe-Gerüchte. Kürzlich wurde von London aus gemeldet, daß eine neue japanische Anleihe unmittelbar bevorstehe. Daraufhin sind die japanischen Staats- papiere entsprechend zurückgegangen. Nun werden die Gerüchte dementiert. Der japanische Fin-mzagent in Europa, Sakahachv. befindet sich gegenwärtig auf der Reise nach Japan und vor einer Rückkehr, die erst für den Sommer in Aussicht genommen ist, gilt der Abschluß einer neuen japanischen Anleihe in Europa als ausgeschlossen. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 29. Jan. (Telegr. Qrig.-Bericht des „Gieß. Anz."l. Amtliche Notierungen der heutigen Viebmarkt- vreise. Zum Verkante standen: 429 Ochsen, 117 au? Oestreich, 52 Bullen, 18 aus Oestreich, 790 Kübe, Fersen, Stiere und Rinder 0 ans Oestreich, 260 Kälber, 350 Schale und Hämmel. 1254 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Scbaslännner. Bezahl! wnrde für lOOPfnnd Schlachtgewicht Ochsen 1. Qnalität 77—80 Mk., 2. Qual 70—72 Mk., 3. Qual. 65—67Mk.: Bullen l.Qnal. 66 bis 67 Mk.. 2. Qnal. 61—63 Mk.; Kühe 1. Qual. 68—69 Mk., 2.Qnal. 62—64 Mk., 3. Qual. 45—46 Mk, 4. Qnal. 41—43 Mk., 5. Qual. 00—OOMk. Kälber: 1. Qnal. 86—90Mg., Lebendgewicht 52—54 Pf., 2. Qnal. 81—86 Pfg., Lebendgewicht 48—51 Pfg., 3. Qual. 60—65 Pfg., Schlachtgewicht 60—65 Pfg., Schafe: 1. Qnal. 74—76, 2. Qnal. 68—70 Pfg., 3. Qnal. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qnal. 79—80 Pfg., Lebdgew. 61.50-62.50 Pfg., 2. Qn.78 00 Pfg., Lebend- gew. 61.00 Pfg., 3. Qnal. 71—73 Pfg., Lebendgewicht <0—00 Pfg Geschäft bei Hornvieh gedrück, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Aus Holland kamen 233 geschlachtete Schweine. fc. Franksnrt a. M., 29. Jan. (Qrig.-Telegr. des „Gießen. Anz/) AmtlicheRotiernngen der heutigen Frncbtmarktpreiie. Weizen Mk. 18.50-00.00,' Kurhessischer Mk. 18.50—00, La Plata Mk. 19.00—20.00, Kansas Mk. 18.50—19.25, Roggen (hiesiger) Mk. 17.00 —17.25, Gerste lwetterauer) Mk. 17.75—18.00, Franken- felder Mk. 18,25—18,50, Hafer 16.75—17.45, MaisMk. 13.50—13.75, Weizenmehl 27—28.00, M. 00—00, 2. Qnalität Mk. 25.00 bis Mk. 26.00, 3. Qualität Mk. 22.50—23.00, Roqgenmehl 0 Mk. 24.75—25.75, 1. Qualität Mk. 22.25—23.25, Weizenkleie Mk. 9.50 bis Alk. 10.00, Roggenkleie Mk. 11.00—11.50, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17.50—18.00. Alles per 100 Kg. ab hier. 100 56 101.20 96.75 106.25 68.00 68.25 91 2) 9^.70 92 00 143.00 53.50 92.20 Kriqinal-praijtmi'launqen. Berlin, 29. Jan. Vor dem Lehrter Bahnhof schoß der auf dem Hauptsteueramte beschäftigte Militäranwärter Poral la dem Hauptsteueramtsdiener Viepen- hagen aus Rache eine Kugel in den Hinterkopf, verletzte ihn schwer und tötete sich dann durch einen Schuß ins Ohr. Poralla, der ebenfalls auf dem Hauptzollamte beschäftigt war, wurde vor einiger Zeit von Piepenhaaen wegen Nachlässigkeit im Dienste gemeldet. — Der seit November gesuchte Zopfabschneider, der in den lebhaftesten Straßen etwa 30 jungen Damen die Zöpfe abgeschnitten hatte, ist in der Person des 22jährigen Studenten der Schiffsbaukunde Robert S. verhaftet worden. Berlin, 29. Jan. Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern abend nach 11 Uhr im Zirkus Busch. Ein Statist geriet infolge eines unglücklichen Zufalles zwischen , zwei schwere Requisitenstücke, die gegen einander geschoben wurden. Ihm wurde dabei derKopf zerquetscht und er starb nach wenigen Minuten. Dresden, 28. Jan. Auf Einladung de§ Oberbürgermeisters Dr. Beutler und deS Vorsitzenden des konservativen und nationalliberalen Neichsvereins und der Handels- und Gewerbekammern fand heute eine Versammlung statt zum Zwecke der Erhaltung des Friedens und der Schaffung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland und England. Ter Versammlung wohnten der preußische und der bayerische Gesandte, Staatsminister v. Metzsch und Tr. Otto, der englische Ministerresident Viscount Gough, Vertreter politischer und kaufmännischer Vereine und der englischen Kolonie bei. Nach einem Vortrage von Professor Tr. Geß nahm die Versammlung eine Resolution an, in der es heißt, die Versammlung begrüße die Bestrebungen, freundliche Beziehungen zwischen Deutschland und England -u fördern und erblicke in dem friedlichen, neidlosen Wettbewerb beider Volker und in der Betätigung ihrer Eigenart auf allen Gebieten des geistigen und wirtschaftlichen Lebens ein wichtiges Mittel zur Förderung ihrer Woytfahrt und der allgemeinen Kulturausgaben, die zu erfüllen, sie von der .Vorsehung berufen seien. I ” * ^ (1 hr f » 88*8* iu!: 2' Ä'??» lber Mahrfn SÄJ *1 *5."Ty; bes viie' fi* ■ QUn?(imen ■•Ä« I: laoe doch eine wem, man den Reisenden eben‘n” 1 wie eben der alle Vorschlag '» n n e n nn« Sief feit und den Nachbar st aaten. In Hanau wurde in der Herberge zur Heimat der K r i m i n a l s ch u h m a n n Trott gelegentlich einer Haussuchung von anscheinend einem Metzger durch emen Re- volverschuß in den Kopf schwer verwundet. meldet ans Aom ;perg nut schweren rm zu tuerben. Tie rer Ehe mit Könia Protestantinnen ntrn darein gewilligt, 6 und lehnte es ab, lle Kinder als Katho- Ulshin gab Prinzessin i wird dem „Journal" der Philippinen Tie Nachricht sei durch i Tabak- und Zucker- rden, welche die Dieses Manöver werde :ka auf die Philippinen ne feierte heute nach- ikmals zur Erinnerung ei der B-ckagenmg vor «enmütigeff Oaten uÄ at sich Frankr^ än§er des segen'»- er ein würdiger, kraft» Ä kün Vergessen seiner SeisMle, die uns unser lvchzxlicknlchm. adi unter den Soldatm eine Meuterei aus. oeute verbarrilüdierte die Emahnungen des rberft mußte die Lum lt nach den äHeWttev blätter melden, dranq äS eSÄS i. ermord^ser brach t; fc« Rückkehr»^ r.f l>e> "'z rxf idödö 5*» **,5'" ifiaiif* ^',8 8*9* Deutsch-Südafrika. Dar-es-Salaam, 27. Ion. Major Johannes telegraphiert aus Songea, daß Leutnant Sibberns am 28. Dezember hei Mob mak'ro cn der Grenze des Songea und Mahenge-Be- qirkes ein glückliches Gefecht gegen 200 Wangonis hatte welche 24 Tote verloren. Auf deutscher Seite waren Teure Verluste zu verzeicl'nen. ___ INe Maroirkokonfeienz. Aus Algeciras meldet die französ-offiziöse „Dg. Havas": Es scheint, daß infolge des Besuchs, den der deutsche Botschafter am 26. dem französischen Vertreter machte, überallhin sensationelle Mitteilungen telegraphiert wurden. Diese Unterredung ist nicht tue er)te und wird nicht die letzte sein, da die von der Konferenz angenommene Arbeitsmethode sich täglich hinsichtlich aller Fragen durch Unterredungen zwischen den Delegierten ergänzt. Gegenwärtig setzt man die Methode einfach fort, die sich als gut erwe'ist, denn sie lieferte bis jetzt ausge- zei chnete Ergebnisse. Tie Vertreter einiger Machte, wie Viskonti Venosta, White, Easini u. a. erleichtern das Zustandekommen dieser Besprechungen, die in einem cour- toisievollen und herzlichen Ton verlaufen und hoffen lassen, daß man an die einzelnen Fragen offiziell herantreten könne, nachdem bereits eine Einigung vorbereitet ist. Ter Berichterstatter der röm. „Tribuna" in Algeciras will wissen, Radowitz habe Revoil erklärt, Deutschland könne feine bevorrechtigte Stellung Frankreichs in Marokko zulassen, worauf Revoil erwiderte: „Wer sagt denn, daß Frankreich Vorrechte verlangt?!" Ein anderer französischer Diplomat habe geäußert: „Wir sind je^t an der Grenze anders gerüstet, als vor acht Mona ten._______________ Ans Stadt nnd Land. Gießen, den 29. Januar 1906. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Pfarrer Otto Schulte zu Beuern die evang. Pfarrstelle zu Großen-Linden übertragen. — Der Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Bingen Emil Fuhry auf sein Nacksuchen seines Dienstes entlasten ~ Erschossen hat sich der 23 jährige A. St. Der junge Mann litt von Kindheit auf an Nervenüberreizung, hatte außerdem noch ein weiteres körperliches Leiden und dürfte die Tat im Zustand geistiger Schwäche verübt haben, da sonstige Gründe zu dem Schritt nicht vorlagen. Ausgeschlossen ist auch nicht, daß ein Ung l ü ck s f a l l vor liegt. St. wollte angeblich an dem Morgen Ratten schießen und ist es hierbei möglich, daß bei ungeschicktem Hantieren mit dem Jagdgewehr sich durch Unvorsichtigkeit die Waffe entlud. **Titelverleihung. Dem Obergütervorsteher Mentzel von hier wurde durch Dekret S. M. des Königs von Preußen der Charakter als Rechnungsrat verliehen. ** Nachklänge zum Fall Wendlandt. Die Ver^ untteuungen des Eisenbcchnsekretärs Wcudlandt Tanten bekanntnch bei der Frachtenkontrolle vor. Dort werden die recht komplizierten Frachtsätze geprüft, zu viel bezahlte Fracht an die Fcrmen zurückvergütet, die Differenz für zu gering bemessene Sätze em- gefordert. Tie Manipulationen Wendlandts haben sich,'nach der „F. Z.", wie folgt zugetragen: Wendlandt, dem die Kontrolle für Oesterreich unterstellt war, wandte sich als Privatmann an eine Anzahl Frankfurter, Darm st ädterund Mainzer Exportfirmen, die Nr fein Ressort in Betracht kamen, und erbot sich ihnen zur privaten Nachprüfung per Frachtbriefe. Ms Vergütung forderte er 30 bis 40 Prozent der zurückbezahlten Summen. Ta er vollständig freies Verfügungsrecht hatte, und eine Nachkontrolle, wie es heißt, nicht geübt wurde, konnte er auch solche Beträge bei der Kasse zur Rückzahlung anweisen, die nicht zu viel einbezahlt worden waren. Die Firmen h-tten von diesen Schiebungen Wendlandts ebensowenig Kenntnis, als davon, daß er Staatsbeamter war. Sie nahmen lediglich die ihnen überwiesenen Summen als zu viel bezahlte Frachtsätze in Empfang und zahlten Wendlandt die verabredete Provision. Die Schiebungen wurden schließlich dadurch entdeckt, daß Wendlandt eines Tages einen besonders hoben Betrag zur Auszahlum an eine Mainzer Firma anweisen ließ. Der größte Teil der au diese Weise verübten Veruntreuungen fällt in die Zeit von 1903 bis 1904. Es handelt sich um recht erhebliche Beträge; das geht daraus hervor, daß die Eisenbahnverwaltung u. a. von drei Franlfurter Exportfirmen den Betrag von rund 10 000 Mark zurückverlangt. Die Geschäftsleute stehen auf dem Standpunkt, daß sie nickt dafür haftbar sein können, wenn ein int Staatsdienst stehender Beamter seine Stellung zu Betrügereien benütze. Ferner sei eine Kontrolle darüber, was zu Recht und was zu Unrecht ausbezahlt wurde, nach einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren so gut wie ausgeschlossen; die Eisenbahnverwaltung lehne es ja auch ab, zu viel erhobene Beträge nach Jahresfrist an die Benachteiligten zurückzuvergüten, sie schütze Verjährung vor. R. B. Darmstadt, 28. Jan. S. K. H. der Groß- Herzog ist heute nachmittag aus Berlin wieder hierher zn- riickaekehrt. Am Abend besuchten die hohen Herrschaften die Aufführunq der französischen Operette „Tas Schwalbennest. Der Vorstellung wohnten auch Prinz und Prinzessin Ludwiq von Battenberg nebst Tochter, die seit dem 18. Januar auf Schloß Heiligenberg bei Jugenheim weilen, sowie Prinzessin Dorothea zu S olms-Hohen- solms-Lich bei. — Der zweite diesjährige Hofball findet am 6. Februar im alten Palais statt. Jügesheim, 27. Jan. Das in der Umgegend verbreitete Gerücht, daß der hiesige katholische Pfarrer nach Hamburg abgerein sei und sich dort erschossen habe, bestätigt sich nickt. Allerdings wellte der Pfarrer einige Holzverkmrf. Königl. Oberförstcrei Krofdorf. Dienstag den 6. Februar, vormittags 10 Uhr, kommen im Klinkel'schen Saale in Odenhaufen zum Verkauf: Schutzbezirk Salzböden, Distr. 64, Schabcnstrauch, Eichen: 4 Stämme = 1,3 Festm.; 7 Rm. Schichtnutz- holz, 1 Rm. Scheit; Buchen: 9 Rm. Nollen (Felgenholz), 296 Nm. Scheit und Knüppel, 353 Rm. Reiser. Distr. 68, Hirschsprung, Eichen: 9 Stämme — 1,3 Festm., 2 Rm. Knüppel; Buchen; 141 Rm. Scheit und Knüppel, 1485 Rm. Durchforst. 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