Nr. 49 Zweites Blatt Hrjchetnl lR-Nch mit Ausnahme deS SonMagS. Die „Sirtzener Aamttienblätter" werden dem tSbrnetger otermol wöchentlich beigelegt. Der £aiö®irr* erscheint monatlich etnmaL 156. Jahrgang Dienstag 27. Februar 1906 Rotationsdruck und Verlag der Brübl'lch« UmversilätSdruckeret. R. Laag«, Dreße». Redaktion. Expedition u. Druckerei: Gchul9r.U, Del. Nr. 5L Lelegr^ALr.» Anjttga ^Uktzs». General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen. poliüfdie Tagesschau. Die Rede des Kaisers Lei der Gratulation seiner Offiziere an den Prinzen Albrecht war von merkwürdig kriegerischem Klang; ganz lapidar ist der Satz: „Eure Kgl. Hoheit können versichert sein, das; mein erster und letzter Gedanke meine Streitkräfte zu Lande und zu Wasser find. . . . Gebe Gott, daß ein Kriegsfall nicht -Eintreten möge. Sollte es aber dennoch geschehen, so bin ich fest überzeugt, das; die Armee sich ebenso bewähren wird, wie vor 35 Jahren!" Man hat bei der Beurteilung dieser kaiserlichen Aus- ^assung einmal natürlich zu bedenken,, bei welchem Anlaß sie gehalten wurde. Daß der Kaiser bei der Beglückwünschung durch seine Armee und seine Marine auch über die Armee und die Marine sprechen würde, das war vorauszusehen; es ist durchaus konventionell. Daß des Kaisers erster und letzter Gedanke feine Armee und seine Flotte ist, das dürfte in den Jahren, die er an der Spitze des Reiches steht, auch niemandem verborgen geblieben sein, obwohl dieser Gedanke noch niemals so scharf und voll zum Ausdruck gekommen ist. Der Wunsch nach Frieden entspringt der nicht angezweifelterl Friedensliebe des Kaisers. Aber das Andeuten der Möglichkeit einer Kriegsgefahr . . .? Es ist zweifellos, daß die Kaiserrede ein Echo in der Welt finden wird. Was wird man aus ihr schließen? Es i st unser Eindruck, daß der Hinweis auf die Kriegs- Möglichkeit nicht ein Hinweis auf die Kriegswahrscheinlichkeit ist. Fürst Bülow wird Gelegenheit bekommen, die Rede authentisch zu interpretieren, und er wird ungefähr cms- führen: Seine Majestät hat damit sagen wollen, eine unmittelbare Kriegsgefahr besteht nicht. Aber bei der politischen Konstellation sind Zwischenfälle nicht ausgeschlossen, die uns zu einem Appell an die Waffen zwingen könnten. Wir hoffen es, wie gesagt nicht, aber man kann nie wissen, was geschieht. Kaiser Wilhelm hat ja wohl Kenntnis von allem, was ,ln der Welt vorgeht. Er wird die politische Lage ein- zusckatzen wissen. Wir glauben aber ,daß seine Worte bedrohlicher klingen, als sie gemeint waren. Wir glauben, daß die Verhältnisse nicht derart liegen, daß mit der Wahrscheinlichkeit eines Krieges gerechnet werden muß. Die Thronrede, mit der der Kaiser den Reichstag eröffnet hat, klang auch sehr bedrohlich, und doch sind lange Monate seither ins Land gegangen und die Dinge haben sich unseres Wissens geklärt. Es ist auch nach den Worten des Kaisers wohl kaum ein Anlaß zu grauem Pessimismus, rmd vor allem: wir brauchen uns nicht zu fürchten! Darum ruhig Blut? V V ■ • Fürst Bülow trab Herr von Tschirfchky. R Berlin, 26. Februar. ES mag dahingestellt sein, ob die Meldung der ,Zukunft^ den Tatsachen entspricht, Fürst Bülow sei von der Ernennung des Herrn von Tschirfchky zum Staatssekretär des Auswärtigen überrascht worden. Menn man indessen an einen äußerlichen Vorgang im Reichstag einen Schluß knüpfen darf, dann ist Herr v. Tschirfchky doch vielleicht nicht so ganz der Mann nach dem Herzen BülowS. Es war bei der Beratung deS amerikanischen Handelsprovisoriums. Der Kanzler, der preußische Handelslninister und der neue Staatssekretär des Auswärtigen saßen nebeneinander an der Bundescatsestrade. Da der zur Debatte stehende Gesetzentwurf das Auswärtige Amt mehr angeht als das preuß. Handelsministerium, so hätte herkömmlicherweise Herr von Tschirfchky neben dem Fürsten Bülow Platz nehmen muffen. Während der Kanzler mit dem Minister Delbrück sich lebhaft unterhielt, wechselte er mit dem Staatssekretär von Tschirfchky kein Wort, und als ein Aktenstück des Auswärtigen Amts dem Fürsten Bülow zur Einsicht vorgelegt wurde, trat nicht Herr v. Tschirfchky in Aktion, sondern der Unterstaatsfekretär von Mühlberg. War das ein Zufall, dann bleibt jedenfalls im Hinblick auf den in glänzender Vereinsamung an der Estrade weilenden neuen Staatssekretär der lebhafte Meinungsaustausch zwischen dem Fürsten Bülow und dem Minister Delbrück bemerkenswert, zudem letzterer nur wenig länger im Amt ist, als Herr von Tschirfchky. Die kollegialen, ja freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Kanzler und dem verstorbenen Staatssekretär v. Nichthofen traten jedesmal in Erscheinung, wenn beide Herren auf der Bundesratsestrade weilten. Zur Agitation gegen Rouvier- -tt- Berlin, 25. Febr. In hiesigen politischen Kreisen glaubt man nicht an eine längere Lebensd auer des Kabincts Rouvier, trotz des Erfolges, den der Ministerpräsident auch neulich wieder in der Deputiertenkammer davongetragen hat. Man ist jedoch entfernt davon, einen Rücktritt Rouviers bedauerlich zu finden, denn die Meinung geht überwiegend dahin, daß ein Kabinettswechsel eine „Entspannung" der äußeren Politik Frankreichs bedeuten würde. Zunächst natürlich in Bezug auf die Marokkofrage, wobei es für unerheblich erachtet wird, ob die Konferenz in Algeciras beendet ist oder nicht, denn eine Rückkehr zum System Delcassö dürfe mehr denn je als ausgeschlossen gelten nach der entschiedenen Wendung zum Besseren ^n den Beziehungen zwischen Deutschland lind England. Sollte diese Auffassung zutreffen — die nahen Neuwahlen in Frankreich werden ein klareres Urteil ermöglichen —, dann würden die Parteien der französischen Linken, die „Blocmänner", sich ein Verdienst um die Sache des Friedens zu erwerben haben. Gegen ben Duellzwang. Prof. v. Below (Freiburg) wendet sich ^im „Tag" gegen den vom Reichskanzler befürworteten Duellzwang für Offiziere und betont die Unvereinbarkeit des Duellzwangs mit Recht, Sittlichkeit und Religion. Derselbe Reichs- kmrzler, der den ungesetzlichen Sinn der Sozialdemokratie gegeißelt habe, erkläre, zu ungesetzlichen Handlungen zwingen zu wollen, und verbiete den Offizieren bei Dienstentlassung die Geltendmachung ihres rechtlichen Sinnes und ihrer christlichen Ueberzcugung. Nach einem Wort des Kaisers könne nur ein guter Christ ein guter Soldat sein; der Reichskanzler aber drohe demjenigen Soldaten, der als guter Christ das Duell verwerfe, Dienstentlassung an. Was habe es noch für einen Zweck, die Soldaten in die Garnisonkirchen zu führen? Die Gefahr der Bülowschen Erklärung liege besonders in der Uebertragung auf bürgerliche Kreise durch die Reserve- und Landwehroffiziere. Unbedingt sei daher ein Widerruf der Bülowschen Erklärung zu verlangen. Ter Fall Römer vor dem preuß. Abgeordnetenhaus. Berlin, 26. Februar. Beim Kapitel „Evangelisckre Konsistorien" geht Abg. Eickhoff Ifr. Vp.) auf den Fall des Lic en t i aten Ro m er ein, dessen Wahl in Remscheid vom Konsistorium in Koblenz nicht bestätigt ist. Das Urteil enthalte außer dem Tenor nur die allgemeine Bemerkung, daß Römer von dem Boden der heiligen Schrift abgewichen sei. Dieses Vorgehen habe eine Erregung hervoraerufen, deren Folgen nicht abzusehen seien. TaS, Bekenntnis Römers sei ein schönes Zeugnis seines Freimuts mrb seiner Wahrheitsliebe gewesen. Er toärc der rechte Mann gewesen, um Tausende und Abertausende, die jetzt im Banne materialistisch-sozialistischer Anschauung befangen seien, dem Christen- tttnte zurückzugewinnen. (Beifall links.) Abg. Hackenberg: Er könne nicht zugeben, daß es' sich hier um einen Lehrpvozeß handle. Es läge vielmehr lediglich ein Einspruch vor, dessen Berechtigung das Kvnsistorium zu Prüfen gehabt hätte. Das habe das Konsistorium auf Grund der Gastpredigt getan, und da hätte das Konsistorium zu dem Urteil kommen müssen, daß Römer ein theolog. Glaubensbekenntnis abgelegt habe, dasj große Erregung in der Gemeinde hervorgerufen hätte, nicht aber der Gemeinde gezeigt habe, wie er sich in den Stunden der Erbauung zeigen würde. Seine Freunde wollten die volle Bewegungsfreiheit bis auf die Kanzel hinauf. Niemals dürfe em evangelischer Geistlicher seine Anschauungen verleugnen, auf der andern Seite müssen man dann aber die Selbstzucht, den Takt und die Zartheit des Gewissens fordern, daß der Geistliche nicht den Ort verwechsele, die fttatfrel nicht zum Kat lieber, die Kirckre nicht zum Diskussion s- fetal herabwürdige. (Beifall b. d. Nationallib.l Abg. Dr. Jrmer llvns.): Seine Freunde seien der Meinung, daß solche Erörterrmgen nicht in dieses Haus gehören, denn unsere evang. Kirche habe eine autonome Organisation und der Minister könne in diesem interkirchlichen Verhältnisse nichts tim. Das innere Glaubenslebeu unserer Kirche sei zu zart, als daß man es der Erörtenmg von einer interkonfessionellen Körperschaft aussetzen sollte. 9n>g. Frhr. v. Zedlitz (fr. konß): Auch er sei der Mein- trng, daß eine Erörterung hier besser unterbleibe. Immerhin sollte der Minister dafür sorgen, daß an die Spitze der Konsistorien nur Männer gestellt würden, die ihrer Aufgabe voll gewachsen seien. Abg. Bröntel (fr. VgK: Die Berechtigung, solche Dinge hier im Hause zu erörtern, stehe außer Frage. Äilche Vorgänge, wie int Falle Romer seien geeignet, die Tätigkeit liberaler Geistlichen in Zukunft erheblich zu verkümmern. Kultusminister Dr. Studt: Die Entscheidung des Konsistoriums unterliege der Entscheidung des evangelischen Oberkirchenrats, und aus dem Grunde könne er hier auf die Angelegenheit nicht eingehen, abgesehen von d"r grundsätzlichen Seite der Frage. Die Besetzung der Stellen des KvnsiÜoriums liege in erster Linie dem Oberkirchenra.t ob, und er müsse es ablehnen, sich für irgend welche kollegial gefaßten Beschlüsse der Konsistorien verantwortlich machen zu lassen. Abg. v. Ehnernlnl.>: Bedauerlich sei, daß ein evangelischer Geistlicher durch das Vorgehen des Konsistoriums zu einem Märtyrer um se ines Gl a u be n s willen gemacht worden sei. Das Urteil des Konsistoriums bedeute ein Ketzergericht. Rach weiteren 9,ent<'rT”r’nen wird ho§ <ü->nitet bewilligt. Deutsches Reich. Berlin, 26. Febr. Dem „Verl. T." schreibt man aus Schleswig-Holstein: Wer hätte es gedacht, daß ein von der preußischen Regierung Ausgewiesener vom Kaiser mit O r d c n s a u s z e i ch n u n g e n bedacht würde! Dies hat der ehemalige Führer der Dänenpartei in Nordschleswig erlebt, der frühere Chefredakteur, jetzige Etatsrat Hjort-Lorenzen. Als Redakteur des dän. Protestblattes „Dannevirke" erhielt er wegen Preßvergehens sechs Monate Gefängnis. 1877 stellten die preußischen Behörden fest, daß Hjort-Lorenzen dänischer Staatsangehöriger sei, und wiesen ihn aus dem Staatsgebiete aus. Hj.-L. siedelte nach Kopenhagen über und setzte dort die journalistische Tätigkeit fort. Der dänische König ernannte ihn zum Etatsrat und betraute ihn mit dem Posten des Domverwalters in Roeskilde, der Ruhestätte der dänischen Könige. Kaiser- Wilhelm ist während seiner Besuche in Dänemark dem Ausgewiesenen zweimal begegnet und hat ihm den Lldler- und den Kronenorden verliehen. (Gleich zwei?) — Ter Großherzog von Hessen empfing heute im kgl. Schlosse zu Berlin den Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Volksbäder Prof. Tr. Lass ar in Audienz und übernahm das Protektorat über die am 23. Mai in Worms tagende Hauptversammlung dieser Gesellschaft. — Wie verlautet, tritt der bisherige Gesandte in Dresden, Wirll. Geh. Kammerherr Graf Dönhoff, zum 1. Mai in den Ruhestand. Sein Nachfolgerin Dresden wird der bisherige Gesandte in Darmstadt, Prinz Hans von Hohenlohe-Oehriugen, an dessen Stelle der bish. Generallonsul in Kairo Frhr. v. Jenisch nach D a r m st a d t kommt. — Die „Nordd. Allcp Ztg." schreibt: Nach einer Bestimmung im Zusatzvertrag zum deutsch-serbischen Handelsvertrag wird mit Rücksicht darauf, daß die Sätze des neuen serbischen Zolltarifs die bisher neben den Zöllen erhobene, Obrt genannte besondere innere Abgabe mitumfassen, diese Steuer in Zukunft nicht mehr von den aus Deutschland nach Serbien cingeführten Waren erhoben werden. Vom 1. März d. I. ab, dem Tage des Inkrafttretens des neuen serbischen Zolltarifes und Zusatzvertrages, braucht daher der Obrt nicht mehr besonders entrichtet zu werden. AusZarrd. London, 26. Febr. Nack) den jetzigen Bestimmungen beabsichtigt der König, sich in den nächsten Tagen nachj dem Fe st lande einzuschiffen. Er begibt sich zunächst nach Paris, wo er eine Unterredung mit dem, Prinzenvon Battenberg in Sachen der Vermählung der Prinzessin Ena mit dein König von Spanien haben wird. Auch soll eine Zusammenkunft mit Falliäres beabsichtigt sein. Ter Aufenthalt des Königs in Biarritz ist auf drei Wochen bemessen. — Das Oberhaus erörterte heute eingehend die Lage in Südafrika. Lord Milne warnt die Regierung in einer großen Rede vor Ueberellung, bei Gewährung des> Rechtes der verantw. Verwaltung an die Kolonien und spricht die Hoffnung aus, daß die Regierung sich keiner Täuschung hingebc hinsichtlich des Umfanges der mit dieser Maßnahme verbundenen Gefahren. Tie große Mehrheit des ersten Parlaments der Oranje-Kolonie würden Buren sein, und es würde möglich sein, daß diese alle früheren Maßnahmen der Regierung umfloßen und sich der britischen An-, siedlcr entledigen. Die britischen Beamten hätten erklärt, daß, wenn Südafrika einmal verloren sei, es füv immer verloren sei. Paris, 26. Febr. Tas Zuchtpolizeigericht verurteiltet den bei den Kundgelgingen gelegentlich der Jnventurauf- nähme in der Kirche des heiligen Thomas von Acuinv verhafteten General deS Beurlaubtenstandes Recamiev zu sechs Monaten Gefängnis unter Aufschub dev Strafvollstreckung. Havana (Kuba), 26. Febr. Dreißig Aufständische griffen 25 Mann der Land wachen in Guanabacoa an. Früh am Morgen drangen sie in die Schlafiäume der Mannschaften ein und s ch o ssen unter Hochrufen auf die liberale Partei auf die schlafenden Soldaten. Die Aufiührer wurden zurückgeschlagen, zwei Unteroffiziere get tötet, vier von den Mannschaften verwundet. Die Geheimpolizei stellt eine Untersuchung an. Fremderrfeiude iu China. Der amerikanische Generallonsul in Shanghai td» graphierte nad) Washington: Die amerika n. MissivneninNachang und SHcnfe, 100 Meilen aufwärts in der KoreastraLe seine Schaffe hem Femde übVna'b, obwohl sie noch nicht lampsnnfühig waren, sucht sein Berhatten zu entschuldigen. Er bezieht rt ««f i« völlig unzureichende Ausrüstung de? Ge,chw^deri- au Material und Personal und aus den Mangel an Informationen durch den Admiral Roschdjestwenski, seinen Vor- g ese tzten. Heer rrnd Flotte. — Die Extranummer des „Militärverordnungsblattes" ocrvffcntlicht eine Kabinettsordre, wonach sämtliche Offiziere der Armee für den Generalobersten von Wittich drei Tage Trauer anlegen sollen. Für die Offiziere des Hauptquartiers des 11. Armeekorps und das des Füselier-Regiments Nr. 39 Mährt die Trauer fünf Tage.' — Dem „Armeeoerordnungsblatt" zufolge finden dre oiesjährigen Kaisermanöver durch das 3. und 5. ^rmee» korps gegen das 6. Armeekorps statt. Aus Stadt uno Land. Gießen, den 27. Februar. " Ein Grabdenkmal für die Prin z essin Eli sa- öetb. Nachdem „unferm Prinzeßchen" im November v. Js. im .vcrrengarten ein Denkmal gesetzt worden ist, steht auch die Errichtung eines Grabdenkmals bevor. Der Großherzog bat den Entwurf selbst ausgedacht. Eine halbkreisförmige Architektur in moderner Auffassung wird als Gruft her- gestellt, eine Bronzetüre bildet den Eingang zur Grabstätte. Eine Engelsfigur aus Bronze mit mächtigen Flügeln thront schützend über dem Grabmal. Auf einer Rundung vor dem Grufteingang werden Veilchen, die Lieblingsblumen des Prinzeßchens, angepflanzt. Das Grabdenkmal findet auf der Rosenhöhe in der Nähe der Mausoleen Aufstellung. Professor Habich von der Darmstadter Künstlerkolonie bringt es nach den Intentionen deS Großherzogs zur Ausführung. *♦ Einen FestkommerS zur Feier der silbernen Hochzeit des KaiserpaareS hielten gestern die hiesigen, dem Hassiaverband angehörigen militärischen Vereine im Neuen Saalbau ab, der mit den Bildniffen des Kaiserpaares und Pflanzendekorationen der Bedeutung des Tages entsprechend geschmückt war. Der Vorsitzende, Bezirksvorsteher Bruch - häuser, begrüßte nach einem einleitenden Musikvortrag die zahlreich erschienenen Ehrengäste, unter denen sich Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert, Major Hofmann, HcmdelS- kammerpräsident Kommerzienrat Koch, zahlreiche Stadtverordnete und aktive und Reserve-Offiziere befanden, sowie die Mitglieder. Er gedachte sodann des festlichen Anlasses der heutigen Feier und sprach den Wunsch aus, daß es dem hohen Paare auch noch vergönnt sein möge, das goldene Hochzeitsfest feiern zu können. Die von hoher patriotischer Begeisterung getragene Festrede hielt Profesior Dr. Biermann. Oberleutnant der ^Garde-Landwehr. Auch er verbreitete sich über die Bedeutung des Tages und die unermüdliche Tätigkeit des Kaisers und seiner Gemahlin im Interesse des Vaterlandes und brachte S. M. dem Kaiser ein dreifaches Hoch aus, in das die Festversammlung begeistert einstimmte. Hieran schloß sich der Gesang der Nationalhymne. Landgerichtsrat Wiener feierte in markigen Worten die in den Kriegervereinen herrschende Kameradschaft, während Kommerzienrat Koch den Dank der Gäste aussprach und in Anerkennung ihres verdienstlichen Wirkens den Kriegervereins-Vorsitzenden und dem Bezirksvorsteher Bruch Häuser ein Hoch ausbrachte. Auch der deutschen Marine wurde in einer Ansprache gedacht. Treffliche Musikdarbietungen der Feuerwehrkapelle, gemeinsamer Gesang von Vatertandsliedern und humoristische und Gesangsvorträge boten den Teilnehmern angenehme Unterhaltung. ** Jin vber Hess iscbeniGrs chich tsverein sprach am b ergangenen Donnerstag vor außerordentlich zahlreichen Zuhörern Direktor Pros. Dr. Sticker ans Münster i. W. über die Zeit des schwarzen Todes. Die große Pest, deren Gedächtnis, wie der Redner anssührte, unter dem Namen des schwarzen Todes beim Volke lebendig geblieben ist, überzog den alten fiinrtment und seine Inseln zu einer Zeit allgemeiner Uebervölkermrg, G-äbrung und SSerTVimtng. Den Gang und die Aolgen des schwarzen Todes versteht recht nur der, dem die Zustände der Länder und die Bewegungen der Völker vor der Mitte des 14. Jahrhunderts gegenwärtig sind. Darum schickte der Vortragende der Schilderung der Seuche einen kurzen Ueberblick über die politischen Verhältnisse und die allgemeine Kulturgeschichte um das Jahr 1347 vorauf. Er verfolgte dann gemäß den Auszeichnungen von Augenzeugen und zuverlässigen Zeit- gerwssen den Gong der Seuche vom fernen chmesischen Osten bis zum westlichen Weltende und zum hohen Norden. Dem Bilde des großen Sterbens, das kein Mter und keinen Stand verschonte und ungeheure Verwüstungen unter fast allen Völkern hinterlassen hat, schließen sich an die, Bilder zweier geistiger Epidemien, die als unmittelbare Folgen des Eindrucks, den der allgemeine Tod auf das Volksgemüt maehte, in Europa und besonders in, Deutschland sich ausbreiteten. Es handelt sich um eine beispiellos wilde Judenverfolgung und um die große Geißlerbeweg- nng des Wahres 1349. Der schwarze Tod hat an hundert Millionen Menschen vertilgt, aber den Lebensdrang und das Fortschreiteir der Menschheit keinen Augenblick aufgehalten. — Der äußerst interessante Vortrag lvnrde mit lebhaftem Beifall tiufgenommen. ** Besitzwechsel. Zu dem gestern gemeldeten Verkauf des Hauses Müusburg 15 (seith. Besitzer Architekt Sculing) wird uns ergänzend mitgeteilt, daß das Haus im vorigen Jahr für 40 000 Mk. gekauft wurde und seit 1. Oktober leerstand. 0 Staufenberg, 26. Febr. Gestern abend gegen 11 Uhr wurde von Vorübergehenden unweit unseres Ortes der Soldat Krells vom Infanterieregiment Nr. 116, bewußtlos auf der Straße liegend, aufgefunden. Er hatte sich etwa gegen 972 Uhr auf den Heimweg nach der Garnison begeben, wurde aber unterwegs von Krämpfen befallen und mußte in hilflosem Zustande liegen bleiben, bis er gefunden wurde. Man brachte den Kranken noch in der Nacht nach Gießen. Hungen, 26. Febr. Auf Anregung beS Abg. Köhler beim Großh. Finanzministerium werden seit einigen Tagen der morgens um 7 Uhr nach Gießen hier abgehende S chü l er- zug und der Arbeiterzug um 7 Uhr abends mit besseren Wagen 3. Klaffe und ergänzt mit je einem Wagen 1. und 2. Klaffe gefahren. Die Einstellung der Wagen 1. und 2. Klaffe ist vorerst nur probeweise erfolgt. )( Nidda, 26. Febr. Gestern waren es 10 Jahre, seit der Verein „Krankenpflege" seine segensreiche Wirksamkeit hier uni) in der Umgegend entfaltet hat. Im Laufe dieser zehn Jahr? hat der Verein zwei Schwestern angenommen, von denen die zweite noch hier Dienste leistet. In der gestern abend abgehaltenen Generalversammlung erstattete der Vorsitzende, Gerber- snMer Stork, den Jahresbericht, und Rechner Riegshausen legte Rechnung ab. Die Einnahmen betragen 1793.49 Mk. und die Ausgaben 1745.78 Mk.. unter letzteren befinden sich 900 Mk. neu ausgeliehenes Kapital. De'' 2. Vorsitzende, Werner, sprach noch über den Segen, ber. der Verein schon gestiftet, besonders bei mittellosen Kranken. Der Antrag des Obersten z. D. Weimer, einige Zimmer für kranke Dienstboten bereit zu stellen, bis ein Krankenhaus erbaut fei, wurde angenommen und die in diesem Jahre frei werbenbe Kleinkinderschule ins Auge gefaßt; an den Stadtvorstand soll deshalb ein Gesuch gerichtet werden. Ebenso soll mit dem Rote Kren ^Verein Fühlung genommen werden. (6.) Friedberg, 25. Febr. Ein Arbeitsmann auS Reichelsheim D. geriet cruf dem Wege hierher in der Dunkelheit in die Ufa. Er konnte sich wieder aufs Trockene retten, war aber so erstarrt, daß er nicht mehr weiter konnte und bewußtlos niederfiel. Mehrere Bahnbeamte fanden den Bedauernswerten und sorgten für seine Unterbringung in das hiesige Hospital, wo er schwer erkrankt darniederliegt. )( Aus der südlichen Wetterau, 26. Febr. Die Arbeiten an der neuen Bahnstrecke Helden berge n— Vilbel sind soweit gediehen, daß in Kürze mit dem Oberbau begonnen werden kann. Die Unterbau arbeiten boten beträchtliche Terrainschwierigkeitcu, da die Nidder hier sehr viele Bogen und Windungen beschreibt. Hierdurch waren mehrere Brückenbauten und die Errichtung hoher Dämme erforderliche Hinter Büdesheim mußte ein Basaltrücken durch ein längeres Tunnel durchbrochen werden. Tie Strecke ist ungefähr 17 Kilometer lang. Folgende Orte erhalten Stationen: Vilbel, Gronau, Nicder-Torfelden, Ober-Dor- felden, Kilianstädten, Büdesheim, Windecken und Heldenbergen. Mit der Erbauung der Stationsgebäude wird im Frühjahr begonnen, ebenso mit der Geleiselegung. Tie Einweihung der Bahn soll am 1. Qktober erfolgen. Mit der Fertigstellung der Strecke ist das letzte Glied zu der direkten Verbindung zwischen Vogelsberg und Frankfurt vollendet. sd. Darmstadt, 27. Febr. (Eig. Drahtbericht.) Im Hause Langgaffe Nr. 1 ist das 4 jährige Söhnchen des Maurers Schneider an Genickstarre gestorben. Die Familie wurde zur Beobachtung in das städtische Krankenhaus verbracht und das Haus, in dem der Todesfall sich zutrug, in der üblichen Weise abgesperrt. — Der Dragoner Eugen Friedr. Dick Hut (23. Drag.-Regt.) aus Hornberg bei Zweibrücken wurde verhaftet unter der Beschuldigung, der Mörder des gestern nacht erschlagenen Dragoners Masson auS Mainz zu sein. Außerdem wurden zwei weitere Dragoner festgenommen, die sich an der Schlägerei beteiligt hatten. w. Wetzlar, 26. Febr. In der jüngsten Stadt- verordneten-Sitzung wurde die Erhebung einer Bier- ft euer mit 10 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Dagegen beschloß man die Erhöhung der Zuschläge zu der Real- und Einkommensteuer um 10 Prozent. Die einzelnen Sätze wurden wie folgt festgesetzt: Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer 195 pCt., Einkommensteuer 145 Prozent, Betriebssteuer 157 pCt. [] Marburg, 25. Febr. Im Anschluß an einen Vortrag des ProfefforS Sommer au§ Gießen über die psycho- pathologischen Wirkungen des Alkohols gründete sich hier auf Anregung des in der Anti-Alkoholbewegung bekannten Eisenbahndirektors de Terra em Bezirksverein deS deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, dem zahlreiche Damen und Herren aus akademischen und anderen Kreisen betraten. Marburg, 26. Febr. DaS Geschenk der Universität zur Silbernen Hochzeit deS Kaiserpaares, da- gestern durch den Rektor Professor Dr. Andrö überreicht wurde, besteht aus einer künstlerisch ausgeführten, kostbaren Glückwu nschadresse, welcher der berühmte Codex Ar- genteus, die älteste gothische Bibelübersetzung des Bischofs Ulsilas, die mit Silberbuchstaben auf purpurfarbenes Pergament geschrieben ist, zmn Vorbild gedient hat. Die Marburger Glückwunschadreffe ist mit silbernen Buchstaben, genau nach dem altgothischen Vorbild, auf rote Seite gemalt, und das Ganze in einen rotsamtnen Umschlag gelegt, der mit silberyetriebenen Adlern belegt ist. (Oberh. Ztg.) [] Marburg, 26. Febr. Der anläßlich des 70. Geburtstages des Oberbürgermeisters Geheimrat Schüler von den städtischen Körperschaften gefaßte Beschluß, 30000 Mk. zur Herstellung der sog. Schüler-Promenade in den Etat ein- zustellen, wurde heute in einer gemeinschaftlichen Sitzung deS Magistrats und der Stadtverordneten durch den Stadtver- ordneten-Vorsteher Justizrat Dörffler in einer künstlerisch au§- geführten Adresse überreicht. Aus dem anschließend erstatteten Bericht über das neue Elektrizitätswerk ist zu erwähnen, daß anstatt der veranschlagten 500 000 Mk. nur 485 000 Mk. gebraucht wurden. Für 1906 sind 37 000 Mk. Einnahmen und 32 000 Mk. Ausgaben angenommen. Das Werk wurde bann durch die Stadtvater besichtigt und bann folgte ein gemeinsames Mahl. Frankfurt a. M., 26. Febr. Die Stadt beschäftigt sich gegenwärtig mit dem Projekt einer Riese n-V ersa m m- lungs-, Fest- und Ausstellungshalle, die die größte ihrer Art auf dem ganzen Kontinent werden soll. Zu gleicher Zeit soll auf Anregung der städtischen Behörden eine Ge - werbehalle gebaut werden; die Festhalle kommt an den Güterbahnhof in die westliche Außenstadt, die Gewerbehalle in das Zentrum, vielleicht auf den Platz der alten, unschönen Lederhalle. — Eine Versammlung beschäftigte sich dieser Tage auch wieder mit den Theater-Verhältnis s e n. Nach einem Vortrag Redakteur Wertheimers wurde da? Verwaltungssystem der hiesigen Bühnen kritisiert und die Befreiung der Sonntagsvorstellungen vom Abonnement verlangt. Auch von einem Volkstheater war wieder die Rede, obwohl das leere Residenztheater, das am 1. März seinen Betrieb einstweilen wieder einstellt und durch eine Variät6stagione abgelöst wird, am deutlichsten zeigt, mit welchen Schwierigkeiten eine dritte Bühne in Frankfurt zu kämpfen hat. Aus dem Neumann» Hoserschen Lessingtheater ist bekanntlich auch nichts geworden. Frankfurt a. M., 25. Febr. Heute morgen tagte hier die Delegiertenversammlung der deutschen Friedens-Gesellschaft. Vertreten waren etwa 30 Orts- AWppen unter dem Vorsitz des Prof. Richter-Pforzheim. Der Geschäftsführer Tr. .Hartmann sprach über die Tätigkeit der Friedensgesellschaft. Professor Qu i d d e-München bedauerte, daß im Reichstag das internationale Schiedsgericht nicht einmal zur Sprache komme. Die Abgeordneten sollen ausgesordert Werden, mit den Parlamenten anderer Lätrüer bei interuLtiotralen Differenzen in Verbindung zu treten, lieber die deutsch-englische Annäherung, sprach Herr de Neufville-Frankfurt, über die Vep< ständigung zwischen Deutsch land und Franks reich Professor Quid de. Eine Resolution, die der friede lichen Verständigung beider Länder das Wort redet. Wurde» angenommen. Weiter sprach Stadtpfarrer U m f r i d - Stuttgart über die 2. Konferenz im Haag. Man Wünscht nicht allein internationale politische Fragen, sondern auch Kultur- fragen daselbst geregelt zu sehen. Tie Nachmittagsverhand^ hingen erstreckten sich auf Behandlung von Anträgen der Ortsgruppen und Propaganda der Friedensgesellschaft. Ter Delegiertenversammlung war gestern abend eine start besuchte öffentliche Versammlung vorausgegangen, in der; Justizrat Tr. Heilberg-Breslau und Professor Dy. Qu i d d e sprachen. * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Leibhecken wurde bei der Burgev- mcistcrwahl der seitherige Bürgermeister Friedrich Stelz einstimmig wiedergewählt. — Zu Hering wurde in einer Miststätte die Leiche einest neugeborenen Kindes aufgesun- dcn. Eine 21jährige Magd, die vorher sich verdächtig gemacht und dadurch die Nachforschungen veranlaßt hatte, bekannte sich als Mutter des Kindes und Täterin. — Die freiwillige Feuerwehr zu Kirtorf begeht am 8. Juli ihr 25 jähriges Jubiläum durch ein größeres Fest. — Die elektrische Bahn Bingen- Büdesheim wurde eröffnet. Sie beginnt am Bahnhof Bingen. Es ist ein 20innwtiger Verkehr eingerichtet. Die Bahn übernimmt auch den Transport von Gütern nach den Güterbahnhöfen. — Wegen Unterschlagung amtliches Gelder wurde der verheiratete Briefträger Müller inMör^ l e n b a ch verhaftet. Vermischtes. • Erdbeben in Kolumbien. Wie der ,New Porck Herald* aus Buenaventura (Kolumbien) meldet, wurde am 21. Februar ein von Nord nach Süden gehendes Erdbeben verspürt, das zwar nur geringen Schaden verursachte, aber eine Panik unter den Bewohnern hervorrief. Die auf das Erdbeben folgende Flutwelle richtete an dem genannten Orte feinen Schaden an, aber nach Berichten, die aus den bis zu fünfzig Meilen weiter südlich gelegenen Küstenstrichen kommen, sollen zweitausend Menschen umgefommeni sein. Der in Tumaco angerichtete Schaden ist größer als in Buenaventura; einige Menschen kamen dort umS Lebern In Tuquerres, wo zwölf Stöße verspürt wurden, betragt dis Zahl der Getöteten fünf. In Popayan verließen die Ein^ wohner ihre Häuser. * Mordtaten. In Runzen, Kreis Ohlau, wurde der Gutsbesitzer Max Omisch, als er nachts aus dem Gast- Hause nach Hause ging, durch zwei Schüffe ermordet; vom Täter fehlt bis jetzt jede Spur. — In Toulon tötete ein früherer Staatsmatrose seine Frau durch acht Hiebe und dann sich selbst, indem er sein Bett anzundete und sich hineinlegte. — In Tauantier (Frankreich) ermordete ein Hirte ein 20jähriges Mädchen durch Hammerschlage und dann seine 30jährige Schwester, indem er sie in einen Brunnen warf. — In Lüttich ist eine Hebamme geständig, den Leib einer tot aufgefundenen Frau Jansen in Stücke zerschnitten und in die Outh geworfen zu haben. Die Frau hatte sich bei der Hebamme operieren lasten und war gestorben. Der Sohn der Hebamme wird beschuldigt, ihr bei diesen Operationen Hilfe geleistet zu haben. * Eine Urgroßmutter als Braut, dieses Bor> kommnis hat sich in Karlum (Nvrdschleswig) ereignete Dort feierten der frühere Rieselmeister aus Westerfeld, E. Christensen, und die Witwe Jngeborg Christiansen das! Fest der grünen Hochzeit. Der Bräutigam ist 73, die Braut 74 Jahre alt. Letztere war bereits zweimal verheiratet, und ihr silberner Hochzeitstag ist längst verstrichen. AuS dieser Ehe war die jetzige „junge" Frau vor kurzem llrgrofp» mutter geworden. * Der höchste „Wolkenkratzer". Newyork wirdj demnächst ein Bauwerk aufzuweisen haben, das einzig ht seiner Art sein dürfte. In dem Lower Broadway wird ein Gebäude von 600 Fuß Höhe errichtet, das Geschäftsräume^ für Brokers und Finanziers enth-Äten soll. Das Gebäude! wird 40 Stockwerke über und 3 Stockwerke unter der Erd-i oberfläche haben. Es erhält seinen Platz neben dem! Songergebäude, das nur 195 Fuß hoch ist. Die Mieten ixt diesem Gebäude sollen fast so hoch sein, Wie dieses selbst^ Der höchste „Wolkenkratzer"' War bisher das Gebäude der „Times". Es enthält 28 Stockwerke und ist 358 Fuß hoch. * Kleine Tageschronik. In Bennighofen (Wests.) wurden der Sohn des Professors Guttmann aus Dortmund und ein Bankangestellter ans Dortmund, welche eine Radpartie unternvmmen hatten, von zwei Burschen überfallen und schwer verle tz t. Dem Bankangestellten wurde das Nasenbein zertrümmert. — Ungehe n re Schneemassen sind in dev Umgebung von Vicenza (Oberitalien) niedergegangen. Mehrere- Dörfer sind völlig eingeschneit. Der Postverkehr ist unterbrochen^ Der furchtbare Sturm, welcher seit zwei Tagen anhält, hat di- Wege unpassierbar gemacht. Universitäts-Nachrrchten. Roch einmal der Aufrnf der fünf Studenten. Heute schreibt uns Herr stad, philoa. Alfred Dieterich aus Berlin, einer der Unterzeichner des Aufrufes, einen längeren Briei, dessen ruhige und höfliche Tonart wir gern anerkennen. Zunächst weist er eine „Faschingsmystifikation" weit von sich und meint, daß er mit seinen vier Leipziger Mitunterzeichnern „wohl auch im Besitz derjenigen Sinne sei, welche zur Einleitung und Weitersuhrung der Bewegung erforderlich" seien. Sie wollten „lediglich nichts anderes denn die bestimmte Forderung einer Scheidung der innerlich sich tret Fühlenden, welche also nur die äußere und formale Konsequenz ihrer inneren Ueberzeugung ziehen sollen". Herr D. wendet sich bann gegen den „Vorwurf" der Jugendlichkeit. (Gerade sie ist indes in unseren Augen ein mil- bember Umftanb.) Er sei ,ein Stubent, ber 8 Jahre geschäftlicher Tätigkeit absolvieren mußte, um sein Stubium zu ermöglichen, und um auf ber Universität bann eine trostlose Zersplitterung itnb Lebenslosigkeit zu finben, bie ihm um ein weniges sich wieder von ihr abwenben ließ". Im übrigen wieberholt Herr D. feil Olims Zeiten jebem ehemaligen akademischen Bürger bekannt« Tatsachen und noch mehr in studentischen Kreisen stet? verbreitet gewesene Irrtümer und schiefe Anschauungen, auch solche über das Wesen ber beutschen Professoren, bas sich inbeS bekanntlich nicht unter einen Hut bringen läßt, sonbern das selbstverstänblich in- bivibuell ist wie das jedes Erbensohnes, Anschauungen, bie bie meisten von uns mit reiferen Jahren abzulegen ober wesentlich abzuänbern pflegen, währenb andere freilich ihnen lebenslang in subjektiver Befangenheit treu bleiben. Vielleicht wirb Herr Dieterich mit vielen seiner heutigen Gesinnungsgenofsen unseren Ausführungen zu feinem Aufruf einst auch im wesentlichen zustimmen, wie bas au§ Gießener Professorenkreisen geschrieben ist. Denn „nichts ist bauernd als ber Wechsel". Aber „ber Weg bet Orbnung, ging er auch durch Krümmen, er ist fein Umweg", sagt Schiller. Tie „Krummen" lucrbcn ihr Ende nehmen und ber jngenb- lichen Stürmer und Dränger — und beklagenswert ist, wer nie von iugenblicber Raschheit sich hinretßen ließ — ehrliches Ringen wird ohne Umweg ben Weg ber Ordnung g-he*, V ; * Arbeitgeber non 42 Pfq. f> r Süll ruht der See, die Vöglein schlafen rV I Frankfurter iSörse. 26. Februar, 1.15 Uhr. 222.90 i 4o, ITT 3% Portugiesen 113.30 i 96.00 Berliner Börse, 26. Februar. Anfansrakuree. Holler. 129 Elektriz. Lahmeycr . Elektriz. Sehuckert . Eschweiler Bcrcrwerk . 24.40 144.00 1S2LS 212 00 238.70 127.30 * ' 1 W tiqer Weg ist kein Umweg, sondern ein Weg der Suche rechter Erkenntnis. Harpener Bergwerk Laurahtttte . . omharden E. B. Vordd. Lloyd . . Türkenlose . . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . . Laurahtitte...... Nnrdd. Lloyd..... Obei=chles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien..... Baltimore- und Ohio- Eisenlahn ... Gotthard bahn..... Lombard Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Bochum Guss . . Buderus E. W Tendenz: matt. . 142.00 . 130.00 . 257.25 Ql/O' IC 3% Wk 3% 3^°/r ■ . . 212.80 , . 23^.50 . . 24.60 . . 127.40 . . 145.80 68.30 69.50 91.80 94.00 92 80 144 00 53.30 91.70 4^°/„ russ.Staatsanl. 1905 4J4°japan. Staatsanleihe 4 % Conv.Türken von 1903 Türkenlose...... 4% Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . . 4^°/0 Chinesen . . Aktien: Beichsanleihe do. Konsols . ■ do. . ■ Hessen . • - Oberhessen QuakerQats Ergiebigkeit ist eine Haupt, eigenschaft von Quaker Oats; aber auch überlegene Qualität, Reinheit und Wohlgeschmack unterscheiden die Waare von allen anderen Haferpräparaten. Nur in Packeten. 1« Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft. Mitteldeutsche Kreditbank, Frankfurt n. M. Ohne Berücksichtigung des Vortrages aus 1904 mit 563 269 Mk. ergibt der Abstl^nß für 1905 einen Reingewinn von 3 860 515 Mk. gegen 3 496 200 Mk. i. V. Es soll der- Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 6i/> Proz. auf die alten Aktien lgegcn 6 Proz. für 1904) und von 3v4 Proz. auf -die 9 Mill. Mark jungen Aktien, die mit halber Dividendenberechtigung für 1905 ausgestattet sind, vorgeschlagen werden. Ter Geschäftsbericht selbst wird am 28. d. M., an welchem Tage die Bank auf ihr 50 jähriges Bestehen zurückblickt, zur Veröffentlichung gelangen. 4% Italien. Bente . . . 3% Portnriesen Serie I . 100.60 101.25 95.85 Arbeiterbewegung. Marburg, 26. Fcbr. Eine gestertr b'er ickgehritcne Mitgliederversammlung des Zentralverbandes christlicher Bauhand werkcr bcschri'i g>e sich mit dem Resultat der zwi- ich aber liege ruhelos in den Federn und guäle mich mit dein miserabelsten Katarrh von der Welt ab. Und nun ftcH es ich: morgen werden Nay's ächte Sodener Mineral- Pastillen gekauft! Ich höre überall, daß die Tmger wahre 'Vunber tun sollen und ich will's einmal damit versuchen, nachdem all die Süßigkeiten und Trünkchen mir den Magen verdorben und doch nicht geholfen haben. Für 85Pfg. die Schachtel in allen Apotheken, Drogen- und Mineralwasser- Handlungen erhältlich. hr**/1* Gerichtssaal. Eine Mörderin, die das Blut ihres erntvrde- ken Galten trinkt. Tas Schwurgericht in Ropiano be- schöstigte sich dieser Tage mit einer sensationellen Gattenmordgeschichte. Angcl'lagt waren die 22iäbrige Antonia Zellich und ihre Brüder Anton und Martin Ehcrvanti; alle drei sollen gemeinsam den (hatten der ersteren durch 40 Messerstiche getötet haben. Als die Wache die Wohnung der Mörder betrat, waren Antonia Zelliw und ihr Bruder Anton im Begriffe, die in einer mächtioen ^lntlache liegende Leiche des' Getöteten noch zu mißhandeln. Tic Frau gab zu, ihren Gatten getötet zu haben, und fügte ln'nzu: ,,Wenn er nur wieder lebendig würde, damit ich ihn nochmals nmbringen könnte!" Tabei versetzten sie und ihr Bruder der Leiche Fußtritte. Als die Wachleute ihre Verhaftung Vornahmen, entriß sie sich ihren Händen, stürzte noch einmal auf den Leichnam, schöpfte mit der hohlen .Hand Blut des Ermordeten und trank es. Dieser „Blutrausch" war Veranlassung, daß der Verteidiger die Untersuchung des Geisteszustandes b?r Gatteninörderin beantragte. In bei- Verhandlung gaben die GerichtSärzte ihr Gutachten dahin ab, daß von einer Geistesstörung nicht die Rede sein könne. Tie Angeklagte erklärte, wenn sie ihn an dem Tage nickt getötet hätte, so hätte er sie getötet, sie sei ihm nur zuvorgckommeu. Ein förmlicher Rausch nach dem Blute ihres Gatten habe sie überfallen, und mit Wollust habe sic es aetrimcn. Tic Geschworenen erkannten sie der entfernten Mitschuld an dem Gattcnmorde schuldig, worauf der Gerichtshof sic zu zehn Jahren schweren Kerkers vev- urteillc. Von den Mitangeklagten Brüdern wurde Martin Chervanti fre i g c spro ck en , Anton Ehorvanti bloß wegen Vergehens gegen die Sicherheit des Lebens zu acht Monaten Kerkers verurteilt. 101.0 88.75 101.15 88 90 99.60 172.50 148.25 240 90 182.40 187.75 164.10 210.60 aB Spoet. Paris, 26. Febr. Eine internationale Sitzung des Anto- mobilklubs beschloß d:e Abhaltung eines Rennens durch Europa über die Strecke von 5000 Kilometern. T 1 H I Literarisches. — Grundzüge des Versicherungswesens. Don A. Manes. („Alls Natur und Geisteswelt/ Sammlung wissen- schnstlich-gcmeinoerständlicher Tarstellllngeil alis allen Owbieteil des Wissens. 105. Bändchen.! Verlag von G. B. Tcubnner in Leipzig. [VI it. 130 S.s 8. geb. Mk. 1.25. Tas Verstchernngswrien hat in unserem mqbcrnen Wirtschaftsleben eine beherrschende Stellung errungen Seine Wirkung ist heute in allen Klaffen der Bevölkerung ohne Unterschied gn verspüren und ständig vermehrt sich die Zahl der Objekte, die ihr unterroorien werden. Damit wächst naturgemäß auch das Bedürfnis nach einer kurzen volkstümlichen Darstellung des Vcrsicherunaswriens, welcheil Zweck das vorliegende Bändchen durchalls erfüllt. Gehört doch fein Verfasser wohl zu den besten Kennern ans bicienx Gebiete. Die Privatverstchernng lvird in dem vorliegenden Bändchen in nvei Teilen behandeln Der erste erörtert die Stellung der Versicherung im Wirtschaftsleben, die Entwickellina der Versicherung, die Organisation ihrer Unter- nehmungsformen, den Geschä'tsaang eines Versicherungsbetriebs, die Derstcherungsvolitik, das Verstcherunas-Verlragsrecht und die Versicherungs-Wisseiüchait. Im zweiten Teil werden alle einzelnen Zweige der Versicherung besonders besprochen: Lebensversicherung, Unfallversicherung, Vastvflichtvei-stcherung, Transportversicheruna, Feuerversicherung, Hagelversicherung, Viehoersicherung, kleinere Verstchernngszweige, Rückversicherung. Orrginal-Drahtnreldungcn. Berlin, 27. Febr. Der Kaiser hat, luic man sich erzählt, au5 Anlaß der Festlichkeiten im Kaiserhause zwei Zeichnungen gefertigt und diese in lithographischer Vervielfältigung zahlreichen Standespersonen, darunter auch einigen Vertretern auswärtiger Mächte, zugehen lassen. Berlin, 27. Febr. Der qus Anlaß der Festtage am Kaiserhofe in der Stadt eingerichtete Sanitätsdienst hat bei den Einzugsfeierlichkeiten in insgesamt 138 Fällen die erste Hilfe geleistet. Mit dem Krankenwagen deL Verbandes wurden 9 Personen nach den Hospitälern oder in ihre Wohnungen gebracht. Als schwere Fälle erwiesen sich 14 Verletzungen, worunter sich mehrere Armbrüche und eine schwere Gehirnerschütterung befanden. Außerdem wurden 4 Personen überfahren. — In einem Charlottenburger (Safe erschoß sich ein Kaufmann mit einem Revolver, den er hinter einer Zeitung versteckt gehalten hatte. — Der Entwurf eines deutsch-schwedischen Handelsvertrages wurde von den deutschen und schwedischen Unterhändlern unter Vorbehalt einiger noch unerledigter Punkte paraphiert. Berkin, 26. Febr. Die Straße Unter den Linden und der Pariser Platz erstrahlten heute abend in glänzender Festbeleuchtung. — Tie Morgenblätter schätzen die Gesamtsumme der Stiftungen aus Anlaß der silv. Hochzeit des Kaiserpa o.r es auf über 9 Millionen M ark, wovon drei Millionen auf die Provinz Brandenburg entfallen. — Aus Anlaß der Silberhochzeit des Kaiserpaares bestieg heute abend 8 Uhr der Münchener Turmsteiger Franz Adelmayer den Petriturm, um an der höchsten Spitze zwei Flaggen, die deutsche und die bayerische, anzubringen. Der Aufstieg, der ohne jebe Vorbereitung unter den größten Schwierigkeiten und Hemmurssen aus- gesührt wurde, dauerte zwei Stunden. — Tie heute Nacht abgehaltene Versammlung der Schaffner und Fahrer der Großen Berliner Straßenbahn nahm eine Resolution an, nach welcher die Versammlung gegen die Entlassung v on. a cht An gestellten durch die Direktion als Bruch de-I Versprechens, daß das Koalitionsrecht verbürgt sei, protestiert und sich verpflichtet, mit allen Kräften für die Organisation einzutreten, um zur gegebenen Zeit die Direktion zur Erfüllung ihrer Versprechungen auffordern zu können. Gegen die Entlassungen soll der Transportarbeiterverband bei dem Aufsichtsrate der Straßenbahn vorstellig werden. — Die Novelle zum Reichskassenscheingesetz sieht die Einführung von Kassenscheinen zu 10 Mk. und die Vermehrung derjenigen zu 5 Mark vor. Hingegen scheiden die Kassenscheine zu 50 und zu 20 Mk. infolge des Gesetzes über die kleinen Banknoten aus. München-Gladbach, 27. Febr. Im hiesigen Krankenhause stürzte in einem Krampfanfalle ein 21 jähriges Mädchen in eine mit heißem Wasser gefüllte Badewanne. Der Tod trat sofort ein. Altona, 27. Februar. Die seit Freitag Abend verschwundene sechsjährige Margarete Garbers wurde in den Abortanlagen des Realgymnasiums ermordet anfge- funben. ES liegt ein Lustmord vor. Bremen, 26. Febr. Llus Anlaß der Gi : b erhoch - zeit b e^ Kaiser paares sammelte ein aus Mitgliedern des Senats, der Bürgerschaft, der Kammer für Handel, Gewerbe und Landwirtschaft und anderen Bürgern gebck- detes Komitee 108000 M t, welche zur Begründung einer Stiftung bestimmt sind, bereu Einkünfte dazu verwendet werden "sollen, um den Unteroffizieren ur.b M a n risch asten des den Namen „Bremen" tragenden Hansea- BekmMtMttchung. Der Voranschlag der Gemeinde Ober-Hörgern für dar Jahr 1906 liegt vom 28. Februar 1906 au acht Tage lang aus dem Bürgcrmeistereiblircan zur Einsicht der Interessenten offen. Ober-Hörgern, den 27. Februar 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Hörgern. — Air den deutschen Universitäten find dieses Wintersemester tb. 42 400 Studierende immatrikuliert g am 12 000 im Sommer und 39 700 im vorigen Winter. Es befinden sich auf der Universität: Berlin 8031, München 5147, Leimig 4224, Bonn 2908, Lalle 2025 BreSlan 1860, Göttingen 1719. Freiburg 1641, Tübingen 1536, Straßburg 1159. Münster 1 1'5, Heidelberg 1443, Marburg 1370. Würzburg 1354, Jena 1057, Gießen 1043, Erlangen 1021. Königsberg 1004, Kiel 749, Greifswald 692, cndlick Rostock 609 Studierende. n t schcn den Arbeitgebern nd her Lohnkommission in Frankfurt am Main gepflogenen llrf I '.idl"ngen. Das An gebot der dieses Fahr und 43 Psg. für 1907 4% Oesterr. Goldrente. . 41 /g 9X Oesterr. Silberrente TJjurar. Goldrente . . Telefonisch® Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitseteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Ohlau, wurde 'acht? aus dem Gast- 'sse ermordet; vom n Toulon tötete iu durch acht Hiebe tt anzündete und sich mkreich) ermordete durch HammeWöge , indem er sie in einen m Hebamme geständig, tau Jansen in Stücke zu haben. Die Frau lassen und war gerb beschuldigt, ihr bei iben. Staut, biefeS Lor> Schleswigs ereignet, ister aus Wcherfckd, Dorg Christiansen das igam ist 73, die Braut zweimal verheiratet, angst verstrichen. Aus au vor kurzem tlrgrch ch e r". Newyork wirdj • haben, das einzig bt er Broadway wird ent t, das Geschäftsraum« en soll. Tas cktvecke unter der en Platz neben dem ock ist Tie Nieten ut stier das Gebäude :C,c ’ Mehrere ?S «n6äIt, hl jeder beliebigen Schriftart und Kartoi« I forte, sowie mit Zirkeln aller ftobenttfdiee Vereinigungen, liefert zu mähtgen preise» örühl'scye Universitäts-Druckerei, Schulftrahe 7 nebst cndgiltigcr Festl,g!'.:g der 10 stündigen Arbett-ß^st wurde nach eingehender Diskussion angenommen. Weiter imirbr daraus hingewiescn, daß Marburg die Mr Errichtung eines Gcwerbcgerichts nvtnendige Einwohnerzahl erreicht habe, und eine entsprechen'" Restckckion angenommen. Hamburg, 26. Febr. In der Verhandlung in Sachen derLobn- bewegung der S eh a u e r l c u t e Zwilchen den Arbeitgebern und den Delegierten derSchaickrleiite wurde völlige Einigung erzielt. Ter Tagelohn wird danach von 4.50 auf 4.80 OTF. für die Nacht und für Feiertagsarbeit von 5.70 auf 6.20 Mk. erhöht. Ter neue Taris tritt am 11. März in Kraft. Indianapolis, 26. Fcbr. Ter Vizepräsident der vereinigten Bergleute sagt-', es werde nicht zum Ausstand kommen. Die Besitzer der bedeutendsten Gruben mit bituminöser Kohle hätten sich in das Unvermeidliche gefügt und sich bereit erklärt, die H e r a b j etz n n g der Löhne, mit welcher sich die Bergleute 1903 einverstanden erklärt haben, wieder anszuheben, vielleicht auch noch weitere Zugeständnisse zu machen. Seiner Meinung nach müssen sich die Anthrazitarubenbesitzer diesem Beschlüsse anschließen. Andererseits stellte der Vorsitzende des Ausschusses der Arbeiter der (Gruben mit bituminÖier Kohle nachdrücklichst in Abrede, daß die Minenbesitzer den Beschluß, die Verminderung der Löhne aufzuheben, gefaßt haben und erklärte, er glaube nicht, daß sich der Ausstand vermeiden lasse. .N-w sjotf ' wurdi >* Erdbeben Wra'f- $» M da" n^fn, die au? ben “W Küstenstrich«, uingekommen * 'it größer als wen dort mg ■t wurden, betrögt die 'n verließen die tzin. 037 251 Prinee-Henri-Eisenbahn . . 129*001 Aikchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Mittwoch, den 28. Februar, abends 6 Uhr: 1. Pa 1' ii0ns andach t in der Johanneskrrche. Pfarrer Euler. ■hon, von "d° Ä bt?Uei ch verdäckti^^Efun. | tischen Infanterieregiments Nr. 75 während der Dienstzeit und beim Uebertritt in das bürgerliche Leben Unterstützungen ?u gewähren. In zweiter Linie ) offen auch Witwen 'und Waisen dieser Personen unterstützt tverden. Die Stiftung soll den Namen tragen: Bremische (Stiftung für das Regiment Bremen vom 27. Februar 1906. Leipzig, 27. Februar. Eine 3500 Personen zählende Versammlung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern des graphischen Berufs protestierte gegen die geplante Be- tcucrung der Ansichtspostkarten, weil diese tausende von Arbeitern brotlos machen würde. (Stuttgart, 27. Febr. Die Deusche Burschenschaft hat, wie der .Schw. Merkur- erfährt, anläßlich der Silbernen Hochzeit de§ Kaiserpaares Mk. 7000 für die deutschen Krieger in Südwestafrika gestiftet. Wien, 27. Febr. Hier will man den Versuch eines Dynamit - Attentats rechtzeitig entdeckt haben. Im Landtagshause wurde für den LandeS-Sanitäts-Inspektor Dr. Gerenyi ein Packet abgegeben, daS angeblich durch Ziehen eines Ringes zu öffnen sei. DaS Packet wurde der Polizei übergeben und untersucht. Es enthielt 160 ©ramm Dynamit. Man nimmt einen Racheakt gegen den SanitätS- Inspektor an, der sich durch Reformen unbeliebt gemacht hatte. Wien, 27. Febr. Der Berliner Skifahrer Berkdorf ist in den Sixtinischen Dolomiten ab gestürzt. Er wurde von seinen Begleitern gerettet, ist aber schwer verletzt. Warschau, 27. Febr. Tas Kriegsgericht fällte zahlreiche Todesurteile, die beschleunigt vollzogen wurden. Im Gouvernement Radom übersielen Revolutionäre einen Ober- förster des Grafen Plater und töteten ihn. Sofia, 27. Februar. Die deutsche Kolonie gründete anläßlich der Silberhochzeit des deutschen Kaiserpaares einen Arm en-Unterstützungsfonds. Der Fürst wies dem Fonds 1000 Franks zu. Washington, 26. Febr. Der amerikanische Generalkonsul in Shanghai berichtet in einem zweiten Telegramm, daß in Nan ch an g bei den dortigen Unruhen sechs fran-^ zösische Jesuitenmissionare und zwei Amerr- t a 11 c r g c t ö 1 e t worden sind. Es heißt, ein chinesischer Beamte habe infolge dieses Streites sich erstochen, während vorher berichtet worden war, daß ihn ein katholisch e r M i s s i 0 n a r e r st 0 ch e n habe. Der Generalkonsul berichtet weiter, Truppen beschützen die geflohenen Missw- nare, die sich nach Krkiana begehen, wohin das amerik. Kanonenboot „Elcano" beordert ist. Es verlautet, daß die Gebäude der ainerikanischen Mission gerettet sind, und daß die Ordnung wiederhergestel'lt ist. In Shanghai ist alles ruhig. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 28. Februar 1906: Abkühlung und geringe Schneefälle, später Aufheiterung. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. FainUien.Nachrrchten. Verlobte: Fräulein Emilie Merz mit Herrn Wilhelm Hof- meier, Schotten. — Frl. Bertha Rothschild mit Herrn Isaac Halberstadt, Alsfeld und Halle. . Geborene: Herrn Karl Meixner und Frau m Alsfeld ein Sohn. — Herrn Karl Leßmann und Frau m Amsterdam em <5°f’® est 0 rbene: Herr Heinrich Reinhardt in Hungen. — Herr Johann Momin in Stangcnwage. — Frau Wrtwe Marra Ringen- bach in Wetzlar. - Frau Katharine Lau m Martnwg - Fran Witwe Anna Elisabetha Ruth in Hachborn. — tftau El sie Augustm in Marburg. - Frau Maria Schütz in Götzen. — Frau Marie Katharine Kuhl in Kinzenbach. _______ lichte". v- Stvdevtev. i"? Sv*en' 5s Üum 5H, rn({tterung stlose, ^Usivieder vo° oiebwbo' d Se'[TI «u8- uni««” ’88S«lli(6e" 5 l>n 'v^.rieben *'Lg en A, .der , ct' .n iinbÖCl ic üöi :bc>^'7i|f/ wer Canada E. B......174.00 Darmstädter Bank . . . 14^.5 Deutsche Bank .... 241.30 Dortmunder Union C. . . 82.0 Dresdner Bank .... 163.80 Tendenz: matt. Fastnacht! Noch herrscht des Faschings toller Jubel, Noch schwimmt in der Redouten Trubel Tas lebensfrohe Publikrnn, 2lls wie der Fi '1 im Teich herum, Und taucht voll Tanzlust sriieh und munter Zm Sttndel des Vergnügens unter. Die Fiedel jauchzt, der Baß, der brummt, Und drin im Saale dreht uermummt Man nach dem Klang der Flöten, ©eigen Und der Trompeten sich im Reigen. Es lacht und jauchzt ans voller Brust Die Jugend ob des Fafchings Lust Und jeglicher ist gern Vasall Des mächt'gen Prinzen Karneval, Da, wo man lacht und tanzt und singt Nur allzugern sein Szepter schwingt Mit seinem Knaoven, dem Humor, Verschließt dem Gram er Tür und Tor, Doch öffnet er die Pforten weit Der ungebundnen Fröhlichkeit. Und Amor auch, der arge Wicht, Und Amor auch, der arge Wicht, Fehlt in des Prinzen Hofstaat nicht, Oft läpf den Pfeil vom Bogen schnellen Er ttickisch auf den Maskenbällen. Und trennen Herzen lichterloh. So lacht der Sckelm mir schadenfroh, Tenn mo nrnn t-intt und sick maskiert, Ta wird bekanntlich auch poussiert. Man lacht und scherzt, spielt mit dem Feuer, Erlebt vckante Abenteuer. Man schwärmt und scherzt und walzt und zecht Nach altem Fasckrngsbrauch und Recht Und leert wie jeder brave Zecker Bis auf den Grund den Freudenbecher Ob freilich drin ein Trövflein Wermut, TaS später uns erfüllt mit Schwermut Wenn sich der Rausch verstücktigt hat, Das steht auf einem andern Blatt! Äireteorojostisksie Beob^chtnn.zen der Station Gieße». Febrrrar 1906 Barometer aut 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 26. 2" 738,3 7,0 5,5 74 SW 4 Sonnenschein 26. 9” 734,0 5,4 6,6 99 SSW 2 Regen 27. 715 731,9. 8,8 7,6 91 WSW 4 Regen Höchste Temp eratur am 2c >.—26. 1 Februar — 4- 7,4° C. Niedrigste „ 25.-26. » +- 0,3° C. V Aie Aop Durch d wurde das he Archen wurde deutung des - Der En sidien beim Sophie, & statt. Die i und beider £ und sprach" inentarischen Gegen wünsche der Hochzeit ent sämtlichen E veranstaltet. Strom der hatten, in i aber nach i um diese S schein geno festliche 2re wogen der dem Tag s eines natio: alten Stadtt den Linden wenig fre Ar. ."«'Ä nzli und das dchlo und rollten n 4 Uhr wurde Standesar der Großherzi Minister v. D derselben fom kapclle zu b 1- Garde-Nei zwischen den Erinneningsz Robe von S den Silberkre diplmnatische Generalität i ^Mofprebiq paar und das wo der Brät wahrend die b* Wor bild Obrrhofpr '"‘"’i’tgefong , unther i,8. ??„Nren an »nd roiinl N'LiK« r?n«7 »sr woglio', ^L.Mk K-leL'"V Mer» < ,r\ de Re ^de ^0.^11 ,!l,n Kor Mbiin mä N imt Q^wcn. Mk S6 und m und S dieV^ Re, hleit, b°!ten S^eu, ^>uec A. Unb «• öAS s s^gen, J1- bic 3 US »d'LSita.. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein Der Vorstand des FechtverSand Giesten-Lahr. ^la^kenbaü Calö £cib, abends 8 Uhr. Erster Herren- und Damenpreis je eine hochfeine Taschenuhr. Eintrittspreis: Herren 60 Damen 40 H, Gallerte 20 | Fastnachts-Dienstag letzter größer rämüerun4$« ,-Lk' Mdcken ztscht. Lohn 20 Mk. Walltorstr. 71. [°""* Einfach. Hausmädchen in ein besseres HanS gegen guten Lohn per 1. Aprtl gesucht. 101234 Frau Hüttenberger, Seltersweg 67. Kaufmann (verheir.) sucht Lebenöstellnrrg, einerlei welcher Brauche. Schriitl. Angebote unter 01311 an den Gießener Anzeiger erbeten. Jiuigcr vcrh. to'imn mit schöner Handschrift, der ein- iacl)en Buchiüyr. u. Korrespondenz mächtig, sucht Vertrauensposten ev. als Buchhalter, am liebsten Lebensstellung. Kaution kann gestellt nierben. Schriitl. Meld, n, 01^43 a. d. Gieß. Anz. erbeten. Achtung! Teile nteiuer iverten Kundschaft mit, daß Samstag, den 3. März mein Geschäft geschlossen wird und alle Schuhe, welche abends nicht abgeholt sind, für die Ne- paraturkosten verkauft werderu Schneiderin empf.sich rnwaußer d. Hause. Steinstr. 52, H. 1010,3 Lölßlige Büglerin enlpsiehlt sich in und außer dem Hause. Walltorstr. 10,1. [•““ Eine Frau empfiehlt sich int Kleidermachen in u. außer ben^ Hause. Ktrchenplatz 21,111. [01183 Wtr, Wilhelm Teuser uub bie' Frau des Heinrich Dubenhöfer IV, beide in Sieber, nehmen unsere beleibigenben Aeußerungen über den Müller Leib und die Frau beS Friedrich Loder in Bieber mit dem Ausdruck des Bedauerns als unwahr zurück.[01273 Mypotiiekea-ilflpitol. Habe auszulechen: Mk. 30-44)000 an I. Stelle ferner an II. Stelle: Mark 10 000 sofort, [1274 „ 12 000 per 1. April 1906 „ 14 000 per 1. Juli 1906. I. Rosenthal, Bismarckstr. 10,II. Psertzemst Abnehmer 1301] für gesucht. Schanzenstr. 3, Kontor. in günstig. Lage, mit vielem Obst u. massiv. Gartenhaus zu verpacht. Näheres WaÜtorslr. 73, III. f013,q Regelmäßiger hihf jemand 100 Mk. Wpf lliyi auf sichere Zurück- zahlung auf 3 Monate? Schriitl. Angebote unter 01300 an den Gießener Anzeiger erbet. Großer Garten Töchter-Pensionat Diez a. Latin. 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