w,. ^Erstes Blatt ISS. Jahrgang Tamsta« so. J»ni l»os sSkSsZF ♦ -*< ♦ sSSs H3MSK |M| AlfAtt A** 1| 4*444 AAM SW Meyener Änzelger und Druckerei: General-Ameiaer tSSK MM' Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen IPtiMflthi»,„u, ,ii j. l , xetqenteil: Hans Beck. Are Heutige Yummer umfaßt 16 Seiten. Amtliche Nachrichten über Viehseuchen. In einem Gehöfte zu Eifa, Kreis Alsfeld, ist die Schw einero tlaufseuche festgestellt und über dieses Gehöfte d,e Sperre verhängt worden. Unter der Schafherde des Schäfers Otto Werner zu trİ V' Alsfeld, ist die Räude festgestellt worden. Es üt^über diese Herde Gemarkungssperre verhängt. ^politische Tagesschau. Büchseufleisch fut die ttoloaialsoldalen. unter ben (Strapazen, denen die in Südwest- KfrUa kämpfenden Truppcii audgcsetzt sind, steht die ^rage der Ernährung bekanntlich nicht an letzter Stelle. Xie Schwierigkeiten der Zuführung von Lebensmitteln an die auf unwegsamem Terrain getrennt operierenden Abteilungen müssen mut freilich hingenvmmen werden, aber dafür laßt sich Sorge tragen, daß nur Mundvorräte von tadelloser Beschaffenheit zur Ablieferung gelangen. In dieser Beziehung und zumal im Hinblick aus die zahlreichen Todesfälle unter den Soldaten an Erkrankungen der Verdauungsorgane erregt Beunruhigung eine bisher noch nicht zurückgewiesene Behauvtung der national«’ liberalen „Dortmunder Ztg", des Inhalts, den .Hauptbestandteil der Verpflegung der deutschen kolonial- truppen bilde seit vielen Monaten regelmäßig das berüchtigte amerikanische B üch sen fleisch. Ls seien so- gär iioch im Mai, nach den Chieagoer Enthüllungen, mehrere tausend Kisten solcher „Leckerbissen" nach Lüderitzbucht verschifft worden. Die Regierung sorge durch beschleunigte — hoffentlich beruhigende — Aufklärung dafür, daß die Zweifel sich als gerechtfertigt erweisen, mit denen wohl das ganze deutsche Volk einstweilen dieser Mitteilung gegenübersteht. Den in Südwestafrika sich aufopfernden Soldaten, die ohnehin zu leiden haben infolge Knappheit und Minderwertigkeit des Trinkwassers, kann unmöglich eine Fleischkost zugemutet werden, die der preußische Landwirtschaftsminister als „Gefahr für Leben und Ge- iundheit" bezeichnet ha.t. * Die Deutsche Afrikabank. Der mehrfachen (Gründung deutscher' Äuslandsbänken reiht sich jetzt als erstes ans die Schutzgebiete bezügliches Unternehmen die Errichtung der Deutschen Afrikabank in Hamburg an. Daß die in überseeischen Transaktionen sehr vorsichtige Diskontogesellschaft in Berlin sich an der Sache beteiligt, eröffnet gute Aussichten für die Entwicklung des kolonialen Finanzinstituts, dessen Wirksamkeit dem beut|d]cn Südwestafrika zugute kommen wird. Es ist erfreulich, daß gerade diesem wirtschaftlich so schwer getroffenen Lande eine finanzielle Hilfsquelle sich erschließt. Dadurch wird das Reich einigermaßen entlastet. Tie Afrikabank könnte sich an Ort und Stelle auf das verdienstlichste einführen, wenn sie zur Wiederaufnahme des Farmbetriebes hilfreiche Hand böte. 2tuf finanzielle Unterstützung durch daS Reich dürfen die Farmer in dem von ihnen gewünschten Umfange kaum noch rechnen. Ter Reichstag wird hierin auf seinem ablehnenden Standpunkt wohl auch im Herbst verharren. Ta die in Südwestafrika gründlich bekannte Firma Woerntann an der Deutschen Afrikabauk beteiligt ist, würde sich eine Hilfsaktion der letzteren für die Farmer unschwer durchführen lassen. Ter König von Serbien beginnt sich interessant zu machen. Zn diesem Behnse genügt ihm anscheinend nicht die Ankündigung, er werde den Gesandtenposten in Berlin unbesetzt lassen, weil sein hierfür in Aussicht genommener Vetter nicht genehm sei am Berliner Hofe. Der „Voss. Ztg." wird aus Serbien gemeldet, daß Vorbereitungen getroffen werden für Reisen des Königs Peter nach Petersburg und Rom, was als Beginn der Besuche an den europäischen Höfen gelten könne. Berlin und London durften dann wohl der Ehre verlustig gehen, den Serbenkönig in ihren Mauern zu beherbergen, denn in diesen beiden ReichScentren hält man mit einer dem slawischen Empfinden unverständlichen Treue die Erinnerung an den Meuchelmord im Belgrader Königsschloß fest. Ten Zarenhof besuchen zu dürfen, war bekanntlich der lebhafte, aber unerfüllt gebliebene Wunsch des letzten Regenten ans dem Stamm der Obreno- witsch. Tas Zarenpaar konnte die Abneigung g e g e n b i c Königin in Draga nicht überwinden. Die Reisen des Königs Peter nach Petersburg und Rom sollen zwar als Privatbesuche gelten, sie hätten aber naturgemäßig auch politische Bedeutung. Neues besagen sie freilich nicht. Es ist bekannt — von den verwandtschaftlichen Beziehungen des Königs zu den beiderseitigen Höfen abgesehen — daß Rußland und Italien mit Serbien sympathisieren. Interessanter wird es sein, zu erfahren, bei welchen anderen europäischen Höfen der Serbenkönig vorzusprechen beabsichtigt, namentlich, ob Wien auf der Liste steht. Bei der Neigung gewisser ungar. .Patrioten", mit den Serben sich zu ver- brüdern — Bosnien und die Herzegoivina wollen die Magyaren großmütig an Serbien abtreten — würde ein Empfang König Peters durch Kaiser Franz Josef einer Rücksichtnahme auf ungarische Sonderbestrebungen gleichkommen, jedenfalls in diesem Sinne von den Chauvinisten in Pest auSgelegt werden. Deutsches Reich. Kiel, 29. Ium. Tie Kaiserflottille kehrt am Sonntag hierher zurück. Tann werben die Vorbereitunaen zur Nordlandfahrt schleunigst beendet. Die Abfahrt des Kaisers nach Drontheim ist auf Dienstag angesetzt. Travemünde, 29. Juni. Die Jach: „Meteor« mit dem Kaiser an Bord, passierte um etwa 4,30 Uhr das Ziel vor Travemünde, kurz hinter dem Schoner-Kreuzer „Hamburg«. Berlin, 29. Juni. Der „ReichSanz.« veröffentlicht die Verleihung der Brillanten zum Schwarzen Adlerorden an den bisherigen Oberpräsidenten Dr. v. Bötticher. — Die „Nordd. Allg. Ztg.' schreibt offiziös: Ein Provinzblatt wiederholt die Behauptung, daß der Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg außer dem Gehalt des Kolo- nialdirektors 44 000 Mk., nämlich 24 000 Mk. als Zulage und 20 000 Mk. als Mietsentschädigung, aus dem kaiserlichen Dispositionsfonds erhalten habe. Wir stellen nochmals feit, daß an diesen Angaben kein wahres Wort ist. Dem Erbprinzen zu Hohenlohe werden lediglich Bezüge in Höhe des etatsmäßigen Tieusleinkommens des Kolonialbirektors bezahlt und E bei den betreffenden Titeln des Etats der Kolomal- abteilung verrechnet. — Tie Beamten bet Kolonialabteiluug, Geh. expedierenden Sekretäre Götz und Schneider, gegen die auf Veranlassung des Reichskanzlers ein Strafverfahren (wegen Indiskretionen?) eingeleitet worden ist, sind von ihrem Amt vorläufig suspendiert worden. — Ter frühere Chefredakteur der „Kreuzztg.«, Profeffor Kropatscheck, ist in der vergangenen Nacht gestorben. — Der preußische „StaalSanjeiger" veröffentlicht das Gesetz betreffend die Abänderung des siebenten Titels im allgemeinen Berggesetz vom 24. Juni 1865. — Der„Reichsauz." veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichskanzler, wonach zur Erleichterung des Uebergangs für alle im Monat Juli eingelieferten Postkarten, Drucksachen, Geschäftspapiere und Warenproben, sowie für zusammengepackte Drucksachen, Geschästspaviere, Warenproben im Orts- und Nachbarortsoerkehr, die von den Absendern irrtümlich nach den alten Tarifsätzen frankiert sind, lediglich der -fy?glen - e einfache Portobetrag 5u erheben ist. Erfurt, 29. Juni. Die Stadtverordneten beschloffeu, von jetzt ab alljährlich in dem SiadthauShaltSetat eine Summe (und zwar in den diesjährigen Etat 75 000 Mk.) zur Unter- Itützung für alte Veteranen und deren Witwen und Waisen auszusetzeu. — Außerdem wurde bekanntgegebeu, daß Erfurt gegenwärtig 100 06 5 Einwohner hat. Ausland. London, 29. 5uni. Unter sechs soeben vom König ins Lberhaus berufenen Politikern befindet sich Lord Courtney, der dem Minister in einer Rede engere Freundschaft mit Deutschland befürwortet hat. Den Barontitel erhielten u. a. die Bankherren Felix 2 ch u ft e r und ksbgar Speyer. Unter den neuen Rittern befindet sich auch der Zeichner Gonld, dessen Karikaturen viel zum letzten Wahlsiege der Liberalen beitrugen. L o n d on , 29. Juni. Die Mehrzahl der deutschen Redakteure ist heute morgen nach Plymouth a b g e r e i ft, um auf dem Dampfer „Bremen" des Norddeutschen Lloyd die Heimreise anzutreten. U.n 2 Uhr nachmittags kamen sie in Plymouth an, ivo sie von dem Bürgermeister begrüßt wurden. Dieser erinnerte die Gäste dringend an ihre Pflicht, ihr möglichstes zu tun, die Freundschaft zwischen beiden Ländern zu befestigen. Redakteur Grunwald von der „Voss. Ztg." antwortete, die deutschen Redakteure verließen die Küsten Englands mit den lebhaftesten Gefüllen der Freundschaft gegen England, und sie hofften, daß diese Gefühle alle Zeit - esteh.n bleiben mochten. Zum Schluß brachte der Redner ein Hoch auf England ans. — Wie die „Daily Tribuna" _ aus Pen an g meldet, hat man in Sarawak einen große?, chinesischen OkOeimbunb entdeckt, der den Zweck hatte, bie chinisi s ch e Regierung z n ft ü r - 5 c n. Dieses Ziel verfolgte der Bund mit unmenschlicher Grausamkeit. Wer ablebntc, Mitglied des Bundes zu iuerbei! oder Geld beizusteuern sich weigerte, büßte seinen Widerstand mit dem Leben. Rom, 29. Juni. Dem der Kammer heute vorgc-legten Entwurf betr. bie Renten kon Version ist eine Begründung beigegeben, in der es heißt: Da auswärtige Ereignisse den Markt der italienischen Werte beeinflußten, so verbot sich bisher die Konversion. Ta die Gc s a m t s ch u l d 8 Milliarden beträgt, so kann man in der ersten Periode bis 1912 auf 20, in der zweiten auf 40 Millionen c!5 Gewinn für den Staatsschatz rechnen. Der solide Znstand unseres Budgets, das hohe Ansehen unseres Kredits, der ständig günstige Wechselkurs und die starken Mittel des Schatzes, das Zusammenwirken der italienischen Institute unter Leitung der Bank von Italien und die großen ausländischen Banken, die sich um das Haus Gebrüder Rotschild gruppieren, werden zu dem Erfolge der großen Operation beitrage«. Tie Regierung bittet schließlich um sofortig? Annahme des Entwurfes.^ Diese ist denn auch bereits heute in der Kammer und dem Senat erfolgt. Wien, 29. Juni. Tie geplante Erhöhung der Post-, Telegraphen- und Telephon-Gebühren wurde in» olge der allgemeinen Protestbewegung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. 2lus Stadt rind Land. Gießen, den 30. Juni 1906. •• Das IahreSfest der Landesuniversität wurde heute morgen in der Aula der Universität in üblicher Weise gefeiert Tie Festrede hielt der Rektor der Universität, Geh. Hofrat Prof. Tr. Behaghel. Sie handelte vom Bewußten und Unbewußten im Schaffen des Tichlers. Im Anschluß daran verlas der Rektor die Chronik der Universität für das abgelaufenc Jahr und verkündigte daS Ergebnis der PreiSaufga den für 1905/06. Bon den gestellten 9 Preisaufgaben haben 7 je eine Bearbeitung gefunden. (Tic Namen bei Verfasser werben wir Montag mitteilen.) Für baS Jahr 1906/07 werben folgende Preisaufgaben gestellt: Das Thema der theologischen Fakultät lautet: .Die ursprüngliche Form deS Herrngebets soll unter Heranziehung der altjüdischen, der anderen neutestamentlichen und der altkirchlichen Gebete festgestellt werden.« — Die luristische Fakultät stellt als Preisaufgabe: ,66 sollen die internationalen Verträge zum Schutze deS Urheberrechts aus ihren strafrechtlichen Inhalt geprüft, und eß soll dieser systematisch verarbeitet werden." — Die Themata der medizinischen Fakultät lauten: 1) Für den akademischen Preis: ,(£§ ist durch experimentelle Untersuchung festzustcllen, worauf bie nach Rückeumarksanäslhesie beobachteten seltenen Fälle von Lähmungen zurückzuführen finb/ 2) Für den Baiserpreis: „Wesen und Behandlung beß Nachstarß mit Benutzung ber Literatur und beß Matcrialß ber Augenklinik.« — Die philosophische Fakultät stellt folgende PreiS- anfgabcn: 1) Geographische Aufgabe: „Auf Grund einer Untersuchung beß Bauß bcr Stromsysteme, also von morpho- logisch-orographlschen Gesichtßpunkten aus, soll eine neue Einteilung ber Flüsse versucht werden." 2) Aufgabe aus der Forstwissenschaft: „Entwurf und Rentabilitätsberechnung einer Waldeisenbahn im Gießener Stadt- und Schiffenberger Dorna- ntaüvalb.« 3) Aufgabe auS dec Geologie: „Welche Beziehungen bestehen zwischen den jungtertiären sowie diluvialen Ablagerungen der unteren Lahn und des Niederrhein?« 4) Aufgabe aus der romanischen Philologie: „Lat. lupus im GaUoromanischen.« 5) Ausgabe auß der alten Geschichte: „Alexander der Große im Urteil der Griechen und Römer biß zur Zeit Konstantins des Großen.« — Heute nachmittag l‘/2 Uhr findet für bie Dozenten, Assistenten und Beamten ber LanbeSuniversität im Sieuen Saalbau ein Festmahl statt. Von 4 Uhr ab ist großes Konzert im Garten bes Neuen Saalbaues. ** Iustizv sonalien. Durch Entschließung bcS Grvßh. Mir,"' _.unß der Justiz würben die Referendare Hch. 2(u 11. von Mainz, Dr. Karl Brücher von Groß- Zimmern, Jos. Hirsch von Mainz, Dr. Otto Keller voir Mainz, Aug. Nodnagel von Darmstadt, Ferd. Scharmann von Darmstadt, Dr. Rub. Schlüßmann von Mainz, Wilh. Schmib von Reichelsheim i. b. W., Karl Sch übler von Darmslabt, Karl Schüler von Darmstabt, Rich. Scriba von Dieburg, Phil. Vogt von Mainz imb Dr. Herrn. Wols! von Alzey zu GerichtSaffessoren ernannt. * • Ordensverleihung. S. K. H. ber Groß Herzog haben bem Kirchenbaumeister Ludwig Hofmann zu Herborn das Nitterkreuz 2. Klasse bes Verbienstorbens Philipps bes Großmütigen mit ber Krone verliehen. (Hofmann ist der Erbauer ber neuen Nauheimer Kirche.) * • Erledigt sind: Eine mit einem cvang. Lehrer zu besetzende Lehrerslelle an der Gemeinbeschule zu Zwingen- berg; bie mit einem evang. Lehrer zu besetzenbe Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule zu Orleshausen. (Mit ber Stelle ist Organisten- und Lektorbienst verbunden. Dem Fürsten zu Pseuburg und Büdingen in Büdingen steht daß PräsentationS- recht zu ihr zu); eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehierstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Ohmen. (Mit ber Stelle ist Organisten- unb Lektorbienst oerbunben), sowie bie Stelle bes ForslwartS ber Forstwartei Sp renblingen III (Oberförsterei Isenburg). "In ber Sache Carlö hat der Verurteilte, nachbem er mit feinem Verteibiger Rechtsanwalt Dr. Jung unb mit Justizrat Dr. Gutfleisch sich beraten hatte, bas gegen ihn ergangene Urteil anerkannt. Garte wirb schon in ben nächsten Tagen zur Verbüßung feiner Strafe nach Rockenberg verbracht werben. *'Die Verhanblung gegen ben Sparkassen- rechner Heinzerling von Butzbach, bie heute vor ber Strafkammer anftanb, enbigte bereits nach kurzer Dauer, aller- bingß jebenfalls nur vorläufig. Heinzerling behauptete nämlich bei seiner Vernehmung, bie von ihm begangenen Unterschlagungen seien vor 1900 begangen worben, also verjährt. Die ihm zur Last gelegten Verfehlungen in ben letzten fünf Jahren seien in ber Absicht begangen worben, bas unterschlagene Gelb nüeber ber Kaffe zuzuführen. Tas Gericht beschloß die Vertagung der Verhandlung, damit die Staatsanwaltschaft über diese Behauptungen Ermittelungen anfteüen kann. • • Das Promenabenkonzert findet Sonntag Vormittag 11V, Uhr in ber Sübanlage mit folgenbem Programm statt: 1. Ouvertüre zur Oper „Norma. 2. „Ballsirenen", Walzer von Lehar. 3. Finale aus „Aiba«, von Verbi. 4. Älrmeeinarsch Nr. 105. * * Eine falsche Sensationsmeldung. Das Depeschen-Bureau „Herold« verbreitet folgende aus der „Verliner Zeitung" flammende Meldung: F r a n t i u r t, 28. Juni. Ter G e m c i n d c k as s i er e r ber oberhessischeu Stadt Alsfeld wurde wegen großer Unterschlagungen verhaftet. Wir können hierzu mitteilen, baß bie Nachricht gänzlich unrichtig ist. Es sind bei der Stabtkaffe Alsfeld weder Unterschlaguugen vorgekouuuen, noch liegen sonstige Unregelmäßigkeiten vor. Von einer Verhaftung des Gemeinde- Lechners, der, wie uns auS Alsfeld mitgeteilt wird, ein ehrlicher Mann ist und sich des größten Ansehens erfreut, kann deshalb keine Rede sein. "Die Direktion der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten teilt uns in Bezug auf unsere Notiz in Nr. 145 über Abweisung eines geisteskranken Mannes mit, daß der Bericht unvollständig und mißverständlich ist. Nach dem Regulativ der Klinik muß bei der Aufnahme von Geisteskranken ein Aufnahmeantrag der zuständigen Behörde oder der Angehörigen mit Kostenzusicherung beigebracht werden. Es ist dies besonders bei Nichthessen, wie im vorliegenden Falle, durchaus notwendig, um späteren Schwierigkeiten vorzubeugen. Nach Beibringung des notwendigen Antrages der Bürgermeisterei Beuern ist der Kranke noch am gleichen Tage trotz bestehender Ueberfüllung in den Wachabteilungen der Klinik aufgenommen worden. Eine Schuld der Direktion liegt somit in keiner Weise vor. (Was übrigens auch nicht behauptet wurde. Red.) ** D a s Fest der goldenen Hochzeit feierte heute Wirkt. Geh. Rat Obersandesgericktspräsident a. D. Exzellenz Eonrad i und Frau in Darmstadt. *8 Der Kaninchenzucht-Vcre in von Gießen und Umgegend hält heute und morgen in den Räumen von Lonys Bierkeller, Schanzenstraße 18, seine IT. Lokalausstellung ab. Nach der Zahl der gemeldeten Tiere dürfte es für jeden Freund der Kaninchenzucht lohnend sein, die Ausstellung zu besuchen. 0 Kinzenbach, 29. Juni. Unser freundliches Dörfchen prangt im Festgewande, gilt es doch, am Son- tag mittag viele Sänger atts der nächsten Umgegend ztt empfangen. Die hiesigen Jungfrauen werden dem Gesangverein „Fortuna" ztt feinem 30 jährigen Stiftungsfeste eine Fahnenschleife überreichen. m Laub ach, 29. Juni. Gestern traf von Darmstadt an die Spengler Herb etter Wwe. telegraphische Benachrichtigung ein, daß dereit Sohn Wilhelm, der seit Herbst 1905 bei dem Jnf.-Regiment 115 dient, vom Hitzschlag getroffen und seit ntehreren Stunden bewußtlos darniederliege. — Die im Mai hier abgehaltette Geslügelausstellttng des Vereitts Vogelsberg hat einen Uebersehuß vott 113 Mk. für die Vereinskaffe ergeben. h Lehrbach (Kr. Alsfeld), 28. Juni. Tas früher Gräflich Lehrbachsche Gttt, später dem Familien- Fideikommiß der Freiherrtt von Günterode gehörig, zuletzt im Besitz des Prinzen von Hattau, wurde dieser Tage von Herrtt Karl Opp ernt an tt atts Wetzlar käuflich erworben. Herr Oppermann wird seinen Wohttsitz in Lehrbach nehmen. f Büdeshei m (Oberhessen), 29. Juni. Die Arbeitett an der Bahnstrecke V ilb e l -B t"t d e sh e i tn-H el d e n ber g e tt - Win decken sind jetzt soweit gediehet!, daß nach lattdes- polizeilicher Erlaubnis von Anfang Juli att Arbcits- zugbetrieb eingerichtet wird. Die Arbeitszüge werden von Heldenbergen attsgehen bis zu dem provisorischen Haltepunkt Vilbel mt der Kreuzung der Frankfurterstraße mit der Maitr-Wefer-Bahn. Die Arbeiten nm Oberbau haben begonnen, das 500 Meter lange Tunnel bei Büdesheim ist vollendet. Die Inbetriebsetzung der Strecke i]t frühestens im Oktober zu ertvarten. s. Darmstadt, 29. Juni. Der Raubntörder Ad. Steinmetz aus Pfungstadt, der im März ds. Js. die 73jährige Wittwe Rothschild dort ermordete und beraubte, ist auf Antrag des Oberstaatsanwaltes vott Hes- sert und der Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. Hoffmann 2, zur Beobachtung seines Geistes zustatt des in das Landeshospita l Hof heim gebracht worden. Es habcit sich hierbei Bedenken att seiner Zurechnungsfähigkeit ergeben. Jtt der Familie des Vaters von Steinmetz sollen ebeitfalls Fälle von Geistesgestörtheit vorgekommen fein. Auf Grund dieser Umstäitdc hat das Gericht dem erwähnten Anträge Folge gegeben. Mainz, 29. Juni. Nachstehender Vorfall hat unter den Dolksscbullehrern große Erregung hervorgerttfcn. In der ersten Klasse einer hiesigen höheren Lehranstalt erteilte vor einigen Tagen der evangelische Geistliche den R e l i gion su n t e rr i ch t. Er jlrndi dabei auch über Staat, Kirche und Sozialismus und bemerkte bei dieser Gelegenheit, leider seien die sozialdemokratischen Ideen schon vielfach ins Volk eingedrungcn, selbst viele Volksschul-' lehrer feien bereits von sozialdemokratischen Ideen durchseucht )fn dem Religionsunterricht nahmen auch vier Sölme ttesiger Volksschullehrer teil. Nach Schluß des Unterrichts begaben sie sich zu dem Geist lichen und baten ihn, seine Ausführungen über die Volks- fchullehrer doch zu wiederholen. Al? der Geistliche eine ausweichende Antwort gaben, erklärten zwei Schüler, daß sie seine Ausführungen genau nach stenographiert hätten und das Weitere veranlassen würden. Bei dem Direktor der Anstalt wurden wegen der Ausführungen des Geistlichen Vorstellungen erhoben, die den Erfolg hatten, daß der Geistliche in der letzten Religionsstunde seine Ausführungen gegen die Volksschultehrer als eine rhetorische Entgleisung bezeichnete, die nicht beabsichtigt gewesen sei. (Frkf. Ztg.) Worms, 28. Juni. Von den beiden als an der Genickstarre erkrankt gemeldeten Personen aus Horchheim ist die eine, der 24sahrige junge Mann, noch am gleichen Tage gestorben. Ms Todesursache wird nunmehr vom Kreisgesundheitsamt ein langjähriges .Herzleiden angegeben, das gegen das Lebensende durch den Eintritt tonischer Muskelkrümpfe den Verdacht der Genickstarre erweckte. Bei dem im gleichen .Hause unter dem gleichen Verdacht erkrankt gewesenen Mädchen handelt es sich um eine alltägliche F i e b e r a f s e k t i o n. sFrkf. Ztg.) Hanati, 29. Juni. Die hiesige Fleischerinnung hat beschlossen, vom 1. Juli ob abermals den Preis für .Schweinefleisch und für Rindfleisch zu erhöhen. — In der Altstadt tvurde itt einem Keller die Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden. Wie festgestellt wurde, ist die Mutter des Kindes dieser Tage im Laud- krankenhaus gestorben. [] Marburg, 29. Juni. Seit deut 18. d. Mts. wird hier ein junger Kaufmann namens Louis Prinz aus Borken in Westfalen vermißt. Man glaubt, daß er sich ein Leid zugefügt hat. Für seine Auffindung ist eine Belohnung von 600 Mk. ausgesetzt. — In Stöbe In au bei Frankenberg stürzte die Fratt des Landwirts Naumann von einem Heuwagen und erlitt solch schwere Verletzungen, daß sie gestern 't a r b. ________________________________________________________________________________ Bon einem pikanten Zwischenfall, der sich während des Aufenthalts des Kaisers in Kiel ereignet hat, erfahren die „Münch Neuest. Nachr." aus allerbester Quelle folgendes: Vor etwa 14 Tagen passierte durch den Kaiser Wilhelm- Kanal aus der Nordsee kommend die englische Jacht „Enchentereß" mit dem Herzog und der Herzogin von C o u n a u g h 1 an Bord, aus der Durchfahrt nach der Ostsee, das Gebiet des Reichskriegshafeus. Obwohl keinerlei offizielle Mitteilung erfolgt war, salutierte das int Hafen ankernde Wachtschjff „Mars", bnrcf) Fuukspruch von dem Passieren der Herzogsjacht — es war abends spät und dunkel — benachrichtigt, die „Enchentereß" mit der üblichen Anzahl Schüsse. Vor einigen Tagen nun kehrte das herzogliche Paar an Bord seiner Jacht von seiner mehrtägigen Kreuzfahrt von der Ostsee zurück und fuhr, obwohl der Kaiser an Bord feiner Jacht „Hamburg" im Hafen weilte, ohne Gruß oder Meldung in die Hollerwiesschleuse ein. Bei der herrschenden Dunkelheit glaubte der Herzog von Connaught n n b.c rite r k t in den Kanal gelangen zu können. Nun war aber der Monarch von deut die äußere Kieler Bucht flankierenden Leuchtturm vom Belt mittels Fuukspruchs von dem Herannahen der ,,Enchentereß" benachrichtigt worden: als der Herzog von Connaught, ohne von der Anwesenheit des Kaisers int Hafen Notiz zu nehmen, geradewegs in die. Schleusenkammer entfuhr, ließ der Kaiser sich schleuttigst an Bord seines flinken Depeschenbootes „Sleipner" ü b e r f e h c n und stieg in dem Moment am Fallreep der „Enchentereß" hoch, als diese in den KaMl ein passieren wollte. Der unverhoffte Besuch des Monarchen soll dem .Herzogspaar nicht sonderlich a n g c n e ß in gewesen sein, umsoweniger, als der K a i s e r d e m Herzog de s s c n Z w e ck in längerer Unterredung deutlich kl ar legte. Vermischtes. * D e r it c u e ft c Eisen ß a h u n u f a l l. Jus -lge eines Schienenbruches -ntglciste bei K otzeuau (Schlesiens der Personen,zug 962. Die Maschine und ein Wagen 4. Klasse stürzten den Bahndamm hinab. Führer und Bremser sind schwer verletzt, ebenso mehrere Passagiere. * Eine ungewöhnliche S k a n d a l a f s ä r e beschäftigt die öffentliche Meinung in Budapest und wird, wenn die Behörden nicht bald entsprechende Schritte tun, auch im Parlament zur Erörterung kommen. Tas „Jllustr. Extrablatt" bringt seit mehreren Tagen Enthüllungen über unglaubliche Vorgänge in einem Hause, die unbedingt der Aufklärung bedürfen. In der Jölvaueza kGrüueu Baumgasse) befindet sich ein angeblicher „Kleidersalon" Richl, dessen Agentinnen junge, unerfahrene Mädchen unter der Vorspiegelung lohnenden Verdienstes als Näherinnen in das Haus bringen, m-> sie eiugesperrt und durch H u u g e r und Schläge soweit gebracht werden, daß sie sich endlich in ihr Schicksal ergeben. Wenn es einem der Mädchen gelingt, zu entkommen, wird die Verfolgung fortgesetzt und mit polizeilichem Einschreiten gedroht. Tas Merkwürdige aber ist, daß von Angehörigen solcher Opfer, wenigstens nach deren Angaben, auch schon Anzeigen bei der Polizei gemacht worden sind, ohne daß diese sich bemüßigt gesehen hätte, einzugreifen und daß bisher auch trotz der Erregung, die sich weiter Streife der Bevölkerung bemächtigt hat, nichts anderes gegen das Etablissement geschehen ist, als daß es das Straßenschild mit. der Aufschrift „K'leidersalon" einziehen mußte. Tue Blatt läßt durchblicken, daß untergeordnete Organe der Polizei in diese Affäre verwickelt seien und ihre schützende 5?oud über das Unternehmen halten. * Kleine Tage s chroni k. In Essen wurde unter dem Verdacht der Unterschlagung amtlicher Gelder der Standesbeamte Stadtsekretär Hübner verhaftet. — Ter Maschinenfabrikant Kaiüer aus Stettin fuhr in letzter Nacht mit seinem Automobil voit Misdrou nach Gützow. Ter Wagen geriet in einen Ehansseegraben und schlug um. Kayser war infolge eines Genickbruches sofort tot. Seine Iran wurde leicht verletzt, die Tochter blieb unverletzt. — In Mannheim sind bei dem Ziisarnmen- brnch des Zugangssteges zum städtischen Freibade rm Rhein zwei Knaben ertrunken. — Beim Blumenpstucken an einer gefährlichen Stelle in der Nähe von Grindelwald ift der Engländer Reverend Thornton a b g e st ü r z t. Mit schweren Verletzungen wurde er nach dem Hotel Baer gebracht. Ebenfalls beim Blumen- sammeln ist auch eine Miß Webb, die im Hotel Alpina in Krindel- wald wolint, verunglückt. Sie hat ernste, obschon anscheinend nicht lebensgefährliche innere Verletzungen davongetragen. Gießener Strafkammer. V Gießen, 26. Juni. Als Ende April bekannt wurde, S. M. der Kaiser werde Gießen besuchen, kamen der Kellner W. F. aus Mainz und der Monteur I. Sch. aus Wiesbaden hierher, offenbar um sich die günstige Gelegenheit zunutze zu machen und Einbrüche zu verüben. Nachdem sie sich mehrere Wochen, ohne polizeilich angemcldet zu sein, in sehr zweifelhaften Lokalen zu Frankfurt am Main herumgetrieben hatten, kamen sie angeblich um Arbeit zu suchen hierher. F. begab sich nach dem Hause Nordan.lage 21 nm, wie er angab, einen dort wohnenden Ingenieur Müller, der ihm Arbeit auf der Gartenbau-Ausstellung in Mainz verschaffen wollte, auszusuchen. Ta der Gesuchte dort nicht wohnte, begab er sich in die Mansarde und öffnete mit einem Nachschlüssel die Türe eines Mädchenzimmers, aus welchem er, da sich nichts von Wert vorsand, Pfennig Knpjergeld mitnahm. Eine in der Mansarde wohnende Frau gewahrte F., sie schlug Lärm und das Tienstmädchen verfolgte den Davoneilenden, der sich in eine Wirtschaft flüchtete. Sw, der in der Nähe des Hauses Wache gestanden hatte, redete das Dienstmädchen an, wohl in der Absicht, F. die Flucht zu erleichtern. Beide wurden alsbald sestgenornmen; sie machten über ihr Hiersein die widersprechendsten Angaben und bestritten anfänglich miteinander bekannt zu sein. Es wurden bei ihnen alle möglichen Einbruchswerkzeuge, fonne Geld, Schmuckfachen. Uhren und sonstige Wertgegenstände vorgesunden, über beren Erwerb sie sich nicht ausweisen konnten. Als der Staatsanwalt am Schluß seiner Rede den Antrag stellte, den Angeklagten F. zu 2Vr Jahren Zuchthaus zu verurteilen, ihm die bürgerlichen Ehrenrechte aus 10 Jahre abzuerkennen und ihn unter Polizeiaufsicht zu stellen, sprang er mit geballten häuften drohend vor den Staats- a tt to a 11 _ mit den Worten: Lump, Schuft! Der Gc- sangenaussehcr und ein zufällig anwesender Schutzmann faßten ihn sofort, es gelang ihnen aber erst nach heftiger Gcgenweli'r den sich wie wütend Gebcrdenden mit Hilfe eines weiteren Beamten zu fesseln. Unter Vorbehalt weiterer strafreckllicker Verfolgung erhielt er hierfür eine Ungebühr st rase von drei Tagen Hast. Nachdem der Staatsanwalt noch betont hatte, daß aus dem Vorfall zu ersehen sei, welch' Geistes Kind der Angeklagte ist, diktierte ihm das Gericht 3 Jahre Zuchthaus zu und erkaunte auf die von der Staals.nuvaltsckast bcnnirgtcn Nebenstrafen. Sch. kam mit eine m Jahr Zuchthaus und fünfjährigem Ehrverlust durch. Die Urteilsbegründnirg lies; erkennen, daß derartige Besuche ans Frankfurt hier in d.'r letzten Zeit sich häufen. Im Interesse des Publikum-.' sei es deshalb angezeigt, solchen Elementen burd-, Erkennen von schweren Strafen beit Besuch zu verleiben. Tas; bte Angeklagten nicht mehr als 41 Ps. erbeuteten, föiiuc nicht als strasmilbernb berücksichtigt werben; wären sie nicht burd) bas energische Verhalten bes Dienstmädchens alsbalb festgenommen worben, so hatten sie ihr Unwesen tocitcrgetricben. Ter Hausierer P^M. hier erhielt bim' das Steuerkornrnisfariat Schotten einen Strafbescheid über 5 Mark, weil er zu Schotten, gelegentlich der dort abgehaltenen Rekrutenmusterung, bas Gewerbe als .Kurzwarcnhänblcr von fester Verkaufsstätte ausgeübt habe. Tic Ermittelungen ergaben, baß er int Hose einer Wirtschaft, in bet bic Rekruten ü er Myrten, zwei Fässer aufgestellt hatte, auf bic er mehrere Schachteln mit ben für bte Rekruten bestimmen Vänbern unb Abzeichen gestellt hatte. Die Steuerbehörbe erblickte hierin ein Wanderlagergewerbe, für das der Angcllagte kein Patent hatte. Das Schöffengericht war derselben Ansi-^1 und verurteilte ihn in die im Strafbescheid angegebene Strafe und zur Nachzahlung der vorenthaltmen Steuer. Auf seine Berufung erfolgte Freisprechung, welche selbst von der Staatsanwaltschaft beantragt wurde, da von einer festen Verkaufsstelle nickt geredet werben konnte, benn bic Vorrichtung konnte jeben Augenblick beseitigt werben. Dcnt Hausierer W. M. II. von Homberg ging wegen Ruhestörung ein Strafbefehl über acht Tage Hail zu. Er hatte in seiner Wohnung längere Zeit hinburch skanbalicrt. baß bic Nachbarschaft sich über sein Verhalten beschwerte. Ans seinen Ein- spmch setzte bas Schöffengericht bic Strafe auf sechs Tage herab, bodi war er bamit nicht zusriebcn unb focht bas Urteil an, welchem Beispiel die Staatsanwaltschaft, folgte.. Ta er ein ständiger Kunde beS Gerichts ist. ber seine Sachen stets in die höchsten Jnüanzcn bringt unb bi» Klagen über seine Ruhestörungen nie verstummen, wurde seine Strafe auf zwei W o ck e n erhöht ArbeiLe^beweguirg. Hanau, 28. Juni. Tie Lohnbewegung in der hiesigen Z i g a r r e n -- I n d u st r i e hat dahin geführt, daß die Mehrzahl der Fabrikanten einen Lohn aufs cklaa bewilligte. In einer Fabrik kam es zur Kündigung. Indes ist auch hier eine Verständigung nnqebabnf. Gerrchtssaal. M ü n d; e n, 28. Juni. Tie Strafkammer zu Neuburg verurteilte den katholischen Pfarrer Straßer wegen S i t 111 cf)« k e i t s v e r d r c ch e n s zu e i n e m I a h r u n d s e ch s M o n a t e n Gefängnis. Märkte. Gießen, 30.Juni. Marktbericht. Aus heutigem Wochenmarkte kosteten: Butter vr. Pid. 1.00—LIO 9)^.. Hühnereier 1 St. 6—7 Pfq., 2 Stck. OO—OO Psq., Gänseeier OO—OO Psa., Enteneier 7 Psg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2Stck. 5—6 Big. Erbten v.P'uud 22Pfq., Linsenv.Pfund32Pfg., Taubenvr.PaarO,8O-l,OOMk., Hühnerpr.St. 1 00—1,00 Mk., Hähne pr. Stuck O.8O—L8O Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., ÖKinse vr. Pid. 00—00 Pfg., Ochsen fleisch pr. Pfd. 76—84 Psg.. Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch vr. Pfund 80—86 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Psg., Kalbfleisch vr. Psb^ 80—84 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund GO—SO Psg. Welsche per Pfund —Kartoffeln pr. 100 Kg. 6 00—0,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aevsel ver Pnmd 00 bis 00 Pfg., in Körben 00 Pta., Nüsse 100 Stück 50-00 Pfq., Birnen ver Pid. Mk. 0.00—0.00, Kirschen per Pid. 25—30 Pfg.. Weißkraut per Stück 00 Pfg., per Zentner Nik. 0.00—0.00. — Marktzeit 7—1 Uhr. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung itt Hessen für Sonntag, den 1. Juli 1906: Meist heiter unb trocken. Nur zeitweise leicht bewölkt. Nach sehr kühler Nacht am Tage wieder wärmer. Zeitweise windig. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Temperatnr der Lahn tutb der Luft in der M ü l l e riehen Badeanstalt. Wasser 17'//R. Telefonische KwrsbeHcMe des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel nnd Industrie, Giessen. Frankfurter Börse. 30. Juni, 1.15 Ubr. ÖL'0/« Heicbsanleihe . . 99.85 3% do. . . 88.10 3i;°;n Konsols .... 99.85 3% do 88 25 3^*7., Hessen 98.40 Oberhessen . . . —.— 4Oesterr. Goldrente. . 100.20 41/,;-» Oesterr. Silberrente 100.50 4 I'nrrar. Goldrente . . 95.80 4",< Ttfilien. Rente . . . 103.90 3% Portmriesen Serie T . 70.00 3% Portnzriesen r III 70 50 4y°'o russ.Staatsanl. 1905 89.20 4>£0'„ japan. Staatsanleihe 95.00 1 Conv. Türken von 1903 96 20 Tiirkenlose ... .. 14660 \% Griech. Honopol-Anl. 53.80 4% äussere Argentinier 91.00 4°/ Mexikaner - . . 70.00 3y°,'o Chinesen .... 97.70 Aktien: Bochum Guss 253.10 Buderus E. W - . —.— Tendenz: schwach. Berliner Börse, 30 Cauada E. B —.— Darmstädter Bank . . - 138.20 Deutsche Bank .... —.— Dortmunder-Tinon C. . . 82.10 Dresdner Bank ... 157.10 Tendenz: schwach. Elektriz. Lahmeyer . . . 146.00 Elektriz. Schnckert . . . 130.40 Eschweiler Ber-rwerk . . 264.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 217.40 Ham hure1- Amerik. Paketf. 160 20 Harpen er Bergwerk . . . 215.75 Laurahütte 241.00 Nordd. Lloyd 126.50 Oberschles. Eisen-Industrie 125.50 Berliner Handelssrcs . • 169.25 Darmstädter Bank . . . 138 00 Deutsche Bank . . 23500 Deutsch-Asiat. Bank . . 178.00 Diskonto-Kommandit. . . 182.20 Dresdner Bank . . . 157.50 Kreditaktien 210.40 Baltimore- nnd Ohio- Eisenl ahn . . . 115.60 Gotthard bahn —.— Lombard Eisenbahn . . 34 40 Oesterr. Staatshahn . . . 145.70 Prince-Henri-Eisenbahn . 152.50 Juni. Anfan»skurse. Harpener Bergwerk . . . 215.60 Laurahütte .... 240.25 f ombarden E. B. ... 34.50 Nordd. Lloyd 126.50 Türkenlose 146.20 Oiergrttcrl-D^htmel-rrngen. Iserlohn, 30. Juni. Die Christlich-Sozialen werben in der Rcichslags-Etichwahl gegen die Sozial« dernokräten stimmen. Die Stichwahl ist auf den 10. Juli anberaumt. Eisenach, 30. Juni. Der Forstakabcmiker Eggert, der im Frühjahre beim Schießen nach einer Gartentür den bahinterstebenden Arbeiter Eggert tötete, würbe zu drei Tagen 6)efängnis verurteilt. Halle a. d. Saale, 30. Juni. Dem Leutnant v. Beaulieu ans Liegnitz vom 7. Grenabierregiment wurde der Schädel zerschmettert, als er in die Kaserne ein- reiten wollte und das Pferd vor dem niedrigen Torbogen scheute. Metz, 30. Juni. Der Musketier Langes vom 173. Regiments trat wahrend der Bataillonsbefichtigung durch den kommand. General aus der Paradeausitellung und erschoß fich durch eine Platzpatrone. Der Grund soll Lebensüberdruß fein. Straßburg i. E., 30. Juni. Wegen Ungehorsams gegen einen Di en ft befehl, wodurch das Erschießen des Musketiers Brüll vom 99. Regiment in Zabern auf dem Schießstande veranlaßt wurde, verurteilte das Kriegsgericht den Einjährig-Freiwilligen Referendar Andres, den Leiter des Anzeigedienftes, zu 4 M onaten Festung, ben Unteroffizier Boldt zu 3 Monaten Gefängui?- Der Unfall entstand durch falsche Signalisierung. Ter utc Aufsicht führende Leutnant Himburg wurde freigesprochen. Strohhüte für Kinder, Mädchen, Knaben und Herren in enormer -lusmahl; sowie Hemden, Kragen, Krawatten, Taschentücher, Galanterie-, Luruswaren und Geschent--lrttkel, Stöcke, Spiegel, Bilder, Emaille-, Korb-, Holz- und Biirstenwaren, sowie sämtliche Gebrauchs-Artikel werden g-anz bed.eu.tend unter Freis verkauft. Spielwaren und Puppen werden zu jedem annehmbaren Preise verkauft. Aie wicderkchrende Kinkaufs-Ketegenßeit zu diesen Dreisen! Aerkauf nur gegen 6ar. Engros-Verkaui für Wiederverkäufe!1. belustigung. — Festplatz: am Bahnhof. 4037 4038 Alles Nähere dnrch Prospekte Voraussichtlich wird am 1. Juli abends nach 10 Uhr ein Nachzug ab hier nach Gießen und Grünberg eingelegt. Versteigerung. Montag, den 2. Anli, nachmittags 2l'„ Uhr, sollen dahier Walltorstraße 6 (Darmst. Hans) 1 Herren-Taschcnnbr mit Kette, 1 Klavier. 5 große Bilder, 2 Stämme Werkbol^, 1 Schreibtisch, 1 Divan, 2Ttzd. Damenregenschirme, 80 Svazierstöcke, 1 Fahrrad, 1 Nähmaschine, Hans- und Küchengeräte aller Art u. v. a. zwangsweise gegen bar versteigert werden. 4034 DieVersteigerung der Uhr findet be iltnmt, die der übrigen Sachen voraussichtlich teilweise statt. Gießen, den 30. Juni 1906. Seipel, Gerichtsvollzieher. Grossen-Knseck Am 1. und 2. Juli findet WungW Mi. breiter Miicnweifjc der Gesangvereine Sängerkranz und Eintracht statt. Empfang der auswärtigen Vereine von 11 bis 1 Uhr. Aufstellung des Festzuges l1/, Uhr. Um 21 ’2 Uhr Festzug durch die Hauptstraßen des Ortes nach deni Festplatze. Daselbst Begrüßung der Festgäste, Fahnenweihe, Festrede, Gesangsvorträge, Tanz und Volks- Erstes Giessener Kanalreinigungs - Institut Inhaber: Heinrich Hess Telephon 568 GIESSERS Roonstrasse 31 empfiehlt sich den geehrten Hausbesitzern zur Reinigung und Instandhaltung der Entwässerungsanlagen. Beseitigung von Verstopfungen sowie zur Uebernahme von Reparaturarbeiten. Durch langjährige Tätigkeit auf diesem Gebiete bin ich in der Lage, pünktliche, fachmännische Bedienung zuzusichern. Au Kaufhaus vom ' auf Ganz besondere Vorteile bietet der wegen Abbruch des Hauses arrangierte SSF Marktstrasse 27 Lturzflasche mit Glas, mit Malerei . . . Stück 35 Pfg. Mk. Eierbecher, weiß 2 Pfg. 3 Liter 6 Stück Etagere komplett 5,95 Abt Porzellan Abt.s Was 9 7 10 90 165 75 120 ÖS Pfg. 75 „ Küchenwageu Kaffeemü len ..... Brotbüchsen sein lackiert, groß rund Kttcheuteller, schöne Blnrnendekor Leuchter, weiß prima .... und Mk. Weingläser Likörservice, komplett mit Teller u. Golddckor Ziliuder............. 1 großer Pollen Salatieren, Platten, Waschschüsteln, Krüge bedeutend unter Preis. Küchengarntturen, moderne Form, bestehend aus 6 Gemüsetonnen, 6 Gcwürztonncn, 1 Essig-, 1 Oelkrug Glasteller, schöne Muster Goldraudbecher, */< Liter Bierkervice, blau u. grün, Krug u. 6 Gläser Dierkrüge, groß, bunt „ „ gemalt Llscheschale mit Dekor, Muschelform Kastec-Scrvice, 9teilig. . . . „ „ fein . . Satz Schüstcl, 6 Sts,ck, weiß „ „ G Stück, bunt Terrinen mit Deckel, glatt Waschgarrritureu bunt, 4 teilig Gewürztonnen sortierte Schriften Nachttöpfe weiß . . Stück 29 Pfg. • • „ 19 „ Milchflaschen mit Zahlen Wassergläser Butterdosen mit Deckel . Zitronenpressen . . . Salz- und Pfcffermenage Sturzflasche mit Glas, weiß Einmachgläserr '/, '/, 8/t 1 Kinder- und Mädchen-Knopf- und Schnürstiefel Noßlcdrr Größe 21'24 25/26 27/30 31/35 0,65 2,— 2,45 6,25 6,25 4,90 3,85 4,25 7,25 8,- Damen-Cordpantoffel, Lcdcr-Sohu und Fleck „ Leder Spangenschuhe , „ Schnürschuhe „ Knopf- und Schnürstiefel la. Boxkalf * „ „ la. Ehevreaux „ ,, „ gelb u. rot Ziegen Herren-Zugftiefel, Spalt .... „ Schnürstiefel n „ echt Boxkalf . . . „ „ echt Cbevrcaux .... 6 8 10 13 18 "22 2T 8z Pfg. 120 62 148 65 33 „ 8 „ 120 Dtzd. 35 Stück 10 V 4 „ 26 „ 8 „ 5 18 Tassen mit Untertaste weiß, prima . . Stück 16 Pfg. „ „ mit Blumen . . „ 18 „ „ „ blauer Rand u. Namen „ 35 „ Kaffeekannen mit Deckel ohne Fehler Stück 48, 38, 28, 20 „ Messer und Gabeln, prima . . 45, 35, 25, 18 Vogelkäfige 40 Amerikanische Wäscheklammern la, 100 Stück 48 Neisekörbe, prima gewürfelt Breite 65 70 80 90 100 cm Nk. 7.- ’ tz— 5.5o u.5(5 Mi ' Stück 4 Pfg. „ « . .. 98 „ „ 35 „ „ 45 „ . . „ 195 Stück 395, 295 Haushaltungsartikel Alabaster-Stehlampen komplett 14" 10“ i;asw." Wachstuch, 85 cm breit, prima, Meter . . . Wachstuchbarcheudtischdecken, schöne Muster 85/125 cm groß Abt. g Teller, flach und lief, weiß gerippt, ohne Fehler Stück n * „ gl^tt „ » n Taffen, Ober- nnb Untertaffe, weiß, „ . „ „ .. gerippt „ . „ 2,— 2,45 2,95 3,45 Mk. Mädchen-Knopf- und Schnürstiefel, gelb und rot Ziegen!. 27/30 31,35 3,- 3,45 Mk. Turnschuh, erstes Fabrikat 27/30 31/35 36-42 1,75 1,95 2,25 New-Dork, 30. Ium. Der Fleischtrust hat' seinen Kampf in der Fleischbeschau-Vorlaqe gewonnen, denn der Senat war gezwungen, die vom Repräsentantenhause befürwortete Vorlage auzunehmen, welche die Kosten der Inspektion auf hie, Negierung schiebt und die Datirung der Etiketten auf den Fleischkonserven verwirft. Ein halbes Dutzend Konferenzen fand zwischen den Komites der beiden Häuser statt. Doch bestand das Konnte des Repräsentantenhauses auf seiner Vorlage und da nur diese einer Vertagung des Kongresses im Wege stand, so gab der Senat nach und Präsident Roosevelt wird die Vorlage unterzeichnen. Newyork, 30. Juni. Präsident Roosevelt ernannte den Chicagoer Kaufmann Boldenweck zum assistierenden Bundesschatzmeister. Boldenweck ist aus Bayern gebürtig. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen entschlief unser liebes Söhnchen im Alter von vierzehn Tagen. Hermann Will und Frau Gertrud, geb. Balzer. Giessen, 30. Juni 1906. Moderne Verlobte Möbel kaufen keine Einrichtung ohne vorher das grosse Muster-Haupt- ausstellungshaus der Darmstädter Möbelfabrik, Heidelberger- Strasse, welches als Sehenswürdigkeit I. Banges und bedeutendstes Haus seiner Art bekannt ist, besichtigt zu haben Man verlange Preisliste mit Abbildungen. (Perspektiv-Aufnahmen von completteu Zimmern i. k«/ Dio nach- A n n 7 t a «Ind Sonntag, den 1. Juli von stehenden övl 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts sicher anzutreffen. Dr. Geyer, Seltersweg 64. - Dr. Klein, Ost-Anlage 37. Dr. Zinsser, Goethestr. 10. Sonntag 4—9 Uhr 488 Nur Hirsch-Apotheke offen. Spitzen Weisse A. Holterhoit Söhne Sommer- Trikot-Unterkleider Poröse Damen-Blusen Kinder-Kleidchen Schürzen Corsetten Corsett - Schoner Untertaillen Kleider-Besätze Handschuhe Strümpfe Damen - Unterröcke Giessen Seltersweg 20 D-/. Giessen Seltersweg 20 Wegen Nen- und Anbau unserer Geschäfts-Räume gewähren Räumungs-Verkauf vom !■ Juli bis le MugUSt ausnahmsweise ra unseren reellen, billigen Preisen noch 10*1. Rabatt auf alle Waren, äusser Garne. Gesundheits- Herren-Hemden, -Hosen und -Jacken Macco- Herren-Jacken -Hosen und -Hemden Elegante Herren-Garnituren Hose und Jacke Poröse Gesundheits- Oberhemden mit farbigen Einsätzen s SB Inventur-Ausverkauf zu bedeutend ermässigten Preisen Meyerhoff & Goslar vorm. 5. Weimersheim ]\lchf. 4018 Der Vorstand. a”/6] Telephon 235 onnenstr. 6 Wiederverkänser hoher Rabatt. 4017 ein Der Vorstand der freireligiösen Gemeinde Krofdorf-Gleiberg. 4013 3 und 4 Mk. Wohne jetzt 04743 Oiiklstrkße 2 05 Festmeter .-- — [ - L Adolf Schmidt §en. । Immobilien n. Hypotheken. Bttchenftämme sind ans dem Krofdorfer Wald auf meinen r/ä M Es ladet ergebenst ein anznjahren. Offerten erbeten an H. HeriauS. 04709] 3956] 2lndreas Euler, Gießen. Bahnhofstrasse 4 I Steintöpfe m*• bi° M n dankt "uil Ich d°-gr°! Ter bei hat sich in sei, heitlichen 9 dre Einsetzung des Schiffahrti ließen befälol] Prinz Ludw sprachen, bah umgehen seren frage. Es las deutschewFlüße wird, von den befreit hatte. Alle Arbeit de stellungen, dock lassen, waren Sieg davongcti Ungarn schließt Die verk Hebung der Sc tragen, das Bet sind, in die N< b'Uer empfinber walt hat, die j, freilich, in eine !.e»ert, da n. wchts andere ^elbische Polfi Nen im deutse feuern und Al £C mQn N°"ng, den ur ^iöerliner