Nr. 73 Zweites Blatt L56. Jahrgang Dienstag 37. März iS06 ÄUSiAWAi» xä—ss;: vjOvIlVl 4eiiUliU tairdwtrt" erschemt monatlich einmal. XF ▼ ^5t, auf Weisung von Berlin hätten die kaiserlichen Vertreter in Serben und Washington die Legende von einer Isolierung Frankreichs verbreitet. Richtig ist lediglich, daß die kaiserlichen Vertretungen unter dem 12. März von einem Bericht des Botschafters v. Radoivitz in Kenntnis gesetzt wurden, nach welchem derVorschlag d e s Gra f e n W c l s c r- heimb überwiegend günstige Aufnahme gefunden habe und di: Mehrheit der Delegierten ihrem französischen Kollegen zu einer Verständigung geraten hätten. Die kaiserlichen Vertreter waren angewiesen worden, bicd_ den Kabinetten zur Kenntnis zu bringen und anszusühren, daß der Welserheimbsckc Vorschlag eine geeignete Basis bilde, nm die Konferenz 511 einem glücklichen Ende zu bringen und damit einer Periode der Beruhigung und Sicherheit und des w i r t s ch a f t l i ch c n Aufschwunges die Wege zu ebnen. Was dagegen der „Temps" aus der Haltung und Sprache der kaiserlichen Vertreter zu machen versucht, stellt aus der Höhe seiner Behandlung der russischen Instruktion. Wir ftcHcn fest, daß der russische Minister d e s A e u ß e r n und der r u s s i s ch e M i n i st e r - Präsident gegenüber dem deutschen Botschafter in Petersburg ihr Bedauern über die tendenziös entstellende Veröffentlichung des „Temps" ausgedrückt haben. Wir stellen weiter fest, daß der r u s s i s ck e B o t s ch a f t c r in Paris dem Fürsten Radvlin gegenüber die Veröffentlichung als eine grobe Taktlosigkeit und Verdrehung der Wahrheit mißbilligt bat. Also drei offizielle Entschuldigungscrklärungen. Aber keiner dieser Herren hat sein Bedauern ausgedrückt über die Veröffentlichung der „auffälligen" Note durch den Temps", sondern nur über die „tendenziös entstellende" Form, in der dies geschehen ist. Mithin hat in Petersburg nicht in 2lbrede gestellt werden können, daß die russ. Negierung die gegen Deutschland gerichtete Note dein „Temps" ausdrücklich zum Zweck der Veröffentlichung zugänglich gemacht hatte. Das ist es aber, worauf es an- fomnit. Die russisch eRegierungistderdeutschen Diplomatie in den Rücken gefallen, sie mußte damit rechnen, daß die Note als ein Insunrechtsetzen Deutschlands aufgcfaßt wurde. Wenn nun die Wucht dieser Veröffentlichung damit abzuschwächen gesucht wird von russischer Seite, daß es nicht so bös gemeint gewesen sei, und daß die ganze Schuld her „Temps" trage, so ist das ein nicht sehr mutiges Abwälzen der Tat auf den Mittäter. Die Aeußerungen des Bedauerns ändern nichts daran, daß Rußland eine lange Reihe von Freundschafts dien st en durch einen Akt gröblicher Undankbarkeit vergolten hat, und zwar zweifellos aus dem Grunde, durch den Kniefall vor Frankreich die Milliardenanleihe ins Reine zu bringen. Als ob nicht auch Deutschland als Gläubiger Rußlands auf alle Höflichkeit Anspruch hätte! Zutreffend bemerkt eine Berliner Zeitung: Wenn Deutschland es hindern will, so bringt Rußland auch in Paris keine Anleihe zustande — trotz der Allianz. Tas wäre so eine von den Antworten, die uns russischen Unfreundlichkeiten gegenüber zur Verfügung stehen. Ter zuweilen auch vom Auswärtigen Amt inspirierte Berl. „Lok.-Anz." hält eine Erklärung der französischen Regierung für erforderlich, daß sie den tendenziösen, von der Wahrheit meist abweichenden Aus- lassungen ldes „Tenrps" fernsteht. Das ist wohl etwas zu viel verlangt von der französischen Regierung; sie kann nicht einem offiziösen Blatt den Stempel der Unglaubwürdigkeit aufdrücken. Dagegen hätte die französische Regierung in dem Falle, um den es sich handelt, der deutschen Regierung ihr Bedauern über die unrichtige Wiedergabe der russischen Note ausdrücken können. Damit hätte die französische Negierung ihrer Würde nichts vergeben, es war eine einfache Anstandspflicht, die „grobe Taktlosigkeit" zu korrigieren. Wer weiß, was sich noch an diese Unterlassung knüpfen wird! Nur zu sehr Recht behalten leider diejenigen, die von Anfang an die Marokkokonferenz als eine Unglücks- konferenz bezeichneten. Die „Nordd. Allg. Ztg." macht über den österreichischen Vermittlungsvorschlag ein paar schöne Worte. Wir besorgen, daß nach dem „glücklichen Ende" der Konferenz die Periode der Beunruhigung und Unsicherheit anhebt, und daß das Wirtschaftsleben darunter zuerst zu leiden haben wird. Aus Algeciras liegen vom 26. d. M. wieder einige mehr oder minder amtliche und viele private Meldungen vor. W. T.-B. verbreitet im wesentlichen folgendes: Ter österr.-ung. Delegierte Graf Weliersheimb brachte in der heutigen Plenarsitzung der .Konferenz seinen ncuformu- lierten Vorschlag zur Lösung der Polizeifrage ein. Die neue Form unterscheidet fick von dem früheren Vorschlag im wesentlichen dadurch, daß einerseits die Kontrolle des diplomatischen Korps und des neutralen Gcneral--Jn- spektors vcrstärki, andererseits die Errichtung einer n c u- tralen P o l i z c i st a t i o n w c g g e l a s s e n ist. Die Verteilung der spanisch-französischen Instrukteure auf die Hafen soll von der Konferenz sanktioniert toerben. Die Bankfrage ist barin nicht aufgenommen worden. Jedoch scheint cs', daß der heutig en Einbringung des Polizeiprojektes bestimmte Zugeständnisse der französischen Delegierten in der Bankfrage in einer vertraulichen Besprechung vorangcgangen sind. . ... Der deutsche Delegierte betonte nachdrücklichst, daß er nur in der Voraussetzung an der Diskussion teilnchmen könne, daß ernstliche und wirksame Garantien für die Po - l i z e i k o n 1 r o l l e und für die Tätigkeit eines General-Inspekteurs geschaffen würden. Gegen die in dem Amendement vorgcscklagene Art der Kontrolle bureb das diplomatische Korps wurden von spanischer, e n g l i s ch c r u n d französischer Seite praktische Bedenken vorgebracht. Auf Antrag des russischen Delegierten Grafen Cassini wurde die Frage einer Kommission überwiesen. Ebenso soll die Kommission die Krage der Verteilung der Pvlizeiinstrukteure prüfen. Trotz der sachlichen Differenzen, die noco bestehen, ließ die Sitzung den Eindruck zurück, daß a llerseits auf eine Verständigung hingcwirkt wird. Ein längeres amtliches Kommunique aus Algeciras teilt die Ergebnisse der Montagssitzung der Kvnferenz im einzelnen mit. «Das Polizeiprofekt in 9 Artikeln, redigiert von den österreichischen Delegierten und dem Redaktionskomitee, gelangte danach zur Beratung. Dieses Projekt ist das Ergebnis einer Verschmelzung der österreichischen und französ. Vorschläge. Tie Meinuugs- unterschied e, welche noch über die rückständigen Punkte bestehen, beschränken sich auf Einzelheiten geringfügiger Natur. Die Artikel 1, 2, 4, 5, 8 und 9 wurden angenommen. Diese bestimmen, daß die Polizei aus marokkanischen Truppen gebildet und die Ausbildung französ. und span. Offizieren und Unteroffizieren anvertraut wird. Die Effektivstärke der Polizeitruppe soll höchstens 2500 Mann, die der Offiziere höchstens 20, die der Unteroffiziere höchstens 40 betragen. Das Budget der Polizei wird auf 21/» Mill. Frcs, das Gehalt des Inspekteurs auf 25 000 Frcs. festgesetzt. Ferner heißt es in dem Kommunique: Die Redaktion des A r t i kc ls 3, der die Art der Ausbildung, die Befugnis der Instrukteure, sonne die Vorbereitung des Reglements für die Organisation der Polizei betrifft, gab zu ver- sckiedencn Ausstellungen Anlaß, welche die Teilnahme des Inspektors uu.d des diplomatischen Korps bei der Ausarbeitung dieses Reglements berühren. Ter Artikel wurde an den Reda k- tionsaussckuß zurückvcrwiesen. Artikel 6 und 7, die sich auf die Schaffung einer Inspektion der Tätigkeit der Polizei und auf die Funktionen des Inspekteurs, der ans der sckweiz. oder niederländischen Armee gewählt werden soll, beziehen, gaben Veranlassung zu einer Erörterung, im Lauf derer der österr.-ung. Delegierte eine Anzahl Amendements cinbrackte, die die Intervention des diplomat. Korps in der Kontrolle der Tätigkeit der Polizei und die Beziehungen des diplomatischen Korps zu dem Inspekteur vorsehen. Nach Erörterung dieser Amendements wurden diese dem R e da k t i o n s- komitec überwiesen mit dem Auftrage, eine neue Fassung vvrzubereiten. Weiter erfährt man, daß in dieser wichtigen Sitzung der österreichische Delegierte seinen Vorschlag betreffend den Hafen von Casablanca zurückzog und der deutsche Delegierte erklärte sich damit einverstanden. Nach Schluß der Sitzung schilderte der Herzog von Almodovar den Vertretern der Presse den Eindruck, den die Sitzung auf ihn gemacht habe. Der Eindruck sei ein guter. Er halte die Schwierigkeiten für nicht unüberwindlich. Der .Herzog bestätigte, daß die russischen Delegierten bezüglich der Verteilung der Häfen und der Polizei unter die Franzosen und Spanier vermittelnd eingegriffen und versprochen haben, einen versöhnlichen Vorschlag v orzulcgen. Bu Hamara ante portas. Während die Diplomaten in Algeciras bemüht sind, die letzten Gegensätze auszugleichen, hat sich in Marokko, an den Usern des Mu laja, ein anscheinend sehr heftiger Kampf zwischen den Truppen des Sultans und den Heerscharen 93it Hamaras, des kühnen Kronprätendenten, ent- sponnen. Es kann jetzt so kommen, wie so oft in der Weltgeschichte, daß das d i p l o m a t i s ch c G e s p i n n st, mit welchem die europäischen Mächte die scherisische Majestät cinfangcn wollen, durch das Schwert brutal zerrissen wird; denn wenn das Waffenglück Bu Hamara günstig sein sollte, dann ist die ganze Marokkokonferenz „für die Katz" gewesen, bann bleibt den Mächten nichts übrig, als entweder mit gepanzerter Faust dreinzufahren und den Kronräuber in die Sahara zurückzutrciben, oder sich mit ihm, als dem neuen Herrn, abzusinden. So muß denn mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß Bu Hamara die Konferenz ebenso auseinander sprengt, wie seiner Zeit Napoleon den Wiener Kongreß durch seine Flucht von Elba. Vielleicht kommt die Armee Bu HamaraS dieser oder jener Macht aber nicht so ungelegen, und wer weiß, welche Machenschaften dahinter stecken, daß am Mulaja die Kanonen gerade in dem Augenblick loSdonncrn, wo die Diplomaten die Feder in das Tintenfaß tauchen wollen, um den Einigungsvertrag zu unterzeichnen. Bereits sind von Frankreich und England so viele Jntriguen in der Marokko- Affäre gesponnen worden, daß der Angriff Bu Hamaras als Schlußeffekt mir als logische Folge aller der Umtriebe betrachtet werden kann. Es ist ja auch kaum eine Woche her, da berichtete ein rheinisches offiziöses Blatt, daß französische Unteroffiziere die Leute deS marokkanischen Kronprätendenten in der Bedienung der Geschütze unterrichteten, und diese Nachricht wurde von feiner Seite dementiert. Warum sollen da nicht die Kanonen auf ein Zeichen aus Paris los gegangen sein? Ein Vorgehen gegen Bu Hamara von feiten der Mächte könnte nur gemeinsam geschehen, und was dabei herauszükommen pflegt, das haben wir in China gesehen . .. politische Lagcskchan. Ter Finanzausschuß der 1. Hess. Kammer (Berichterstatter Frhr. Hcyl zu Herrnsheim) hat, wie uns heute aus Darmstadt geschrieben wird, die Regierungsvorlage betr. die Verlängerung der Geltungsdauer des Gesetzes über die Gemeindcumlagen vom 30. März 1901 einer Beratung unterzogen und beantragt, dem Beschluß der 2. Kammer entsprechend die Regierungsvorlage auf Verlängerung der Geltungsdauer bis zum 1. April 1909 anzunehmen, dagegen dem zweiten Absatz des Beschlusses der 2. Kammer, „die Negierung zu ersuchen, daß sie mit Beschleunigung eine Ausgestaltung der steuerlichen Autonomie der Gemeinden in Bezug auf Gemeindeumlagen und Gemeindeabgaben, insbesondere hinsichtlich der Abgaben bei Jmmobilienveräußerungen in die Wege leite" — nicht beizutreten. (Frhr. v. Heyl nennt sich trotzdem „liberal"! Mit welchem Recht? D. Red.) Zu der Regierungsvorlage betreffend den Anschluß der Stadt Bad-Nauheim an das staatliche Elek- tri zitäts werk Bad-Nauheim, beantragt der Ausschuß (Berichterstatter Geh. Kommerzienrat Lauteren), dem Beschluß der 2. Kammer auf Genehmigung der Regierungsvorlage beizutreten und die Negierung zu ermächtigen, zur Ausgestaltung der zu errichtenden Maschinenzentrale und zum Anschluß der Stadt Bad-Nauhesm an das staatliche Elektrizitätswerk außer den bereits bewilligten 924 000 Mk. weitere 75 600 Mk. im Wege des Staatskredits flüssig zu machen. Der Ausschuß erachtet diese Nachforderung als durchaus begründet. Er äußerte nur Bedenken gegen den Ausdruck „einer elektrischen Bahn" im Schlußsatz deS § 10 des Vertrages. Nachdem Großh. Regierung und Großh. Bürgermeisterei Bad-Nauheim die Erklärung abgegeben, daß die Worte „einer elektrischen Bahn" gleichbedeutend sein sollen mit der Mehrzahl „elektrischer Bahnen", hat der Ausschuß, sein Bedenken nunmehr als beseitigt erachtet. Die Abgg. Dr. Wallau und .Hagemann Und in diesen Tagen in Lauterbach und Darmstadt als 23er- sammlungSredner ausgetreten. Uns liegen heute folgende Berichte vor! -o- Lauterbach, 26. März. Der nationallibe- rale Wahlausschuß hatte für gestern abend zu einem ! Referat des Reichstagsabg. Dr. Wal lau über die Reichsfinanzreform mit anschließendem Vortrag des Reichs- tagsabg. Hagemann aus Erfurt eingclaben. Leider blieb der Besuch der Veranstaltung hinter den Erwartungen zurück, was besonders in Anbetracht der Beliebtheit, deren sich Kreisrat Wallau in allen Kreisen hier erfreute, ausgefallen ist. Dr. Wallau legte seinen und seiner Partei Standpunkt über die verschiedenen ReichSsteuern dar und sprach sich im besonderen aus für die Brausteuer, die Automobil-, Tantiemen- und NeichSerbschaftSsteuer, jedoch gegen die Ausdehnung derselben auf die direkten Nachkommen, dagegen lehnte er die Tabaksteuer ab. Der allseitige Beifall am Schluffe der Ausführungen des Dr. Wallau ließ erkennen, daß die Anwesenden mit dem Standpunkt des Redners einverstanden waren. Sodann hielt Herr Hagemann einen Vortrag über seine Erlebnisse auf der parlamentarischen Studienfahrt nach Togo und Kamerun und die wirtschaftliche Entwickelung der Kolonien, der vieles Interessante bot. R. B. Darmstadt, 26. Mär;. In einer großen öffent- licken Wählcrversammlung hielt heute abend Reichstagsabg. Ha- gewann einen hochinteressanten Vortrag über politische Rückblicke und Ausblicke. Der Redner besprach zuerst die vom alten Kaiser Wilhelm inaugurierte Versick>erungsgesetz- gebung, für welche bereits Über 4 Milliarden Mark verausgabt wurden. Die Heimarbeitsausstellung i:r Berlin sei agitatorisch.zugestutzt gewesen, eS würde bald eine den Tatsachen in der Heimarbeit entsprechende Darstellung der wirklichen Verhältnisse erfolgen. Der im Hinblick auf die Heimarbeit emgebrachte sozialdemokratische Gesetzentwurf Albrecht beweis? nur wieder, daß daS Bestreben dieser Partei dahingeht, iedeJndi- v i du a li t ä t i m M e n s ch e n zu ertöten. Redner bewies bann in treffenden Worten die absolute Notwendigkeit von Heer und Marine, wobei er auch in schlagfertigster Weise die einzelnen Einwendungen zahlreich anwesenden Sozialdemokraten unter stürmischem Beifall widerlegte. Nachdem der Redner dann die gegenwärtige R e i chZst e u e r r e form in klarer Weise näher dargelegt, gab er noch eine fesselnde Schilderung der Verhältnisse in unseren Kolonien, die er gelegentlich der parlamentarischen Studienreise nach dort aus eigener ?lnschmmng kennen lernte. Nack einer kurzen Ansprache des Kandidaten Rechtsanwalt Dr. Stein kam es noch zu einer lebhaften Debatte mit mehreren Sozialdemokraten. Auch hier in Gießen beabsichtigt bekanntlich der Abg. Hagemann zu sprechen und zwar nach neueren Abmachungen zu Anfang nächsten Nkonats. Deutsches Aeich. Berlin, 26. März. Sicheren^ Vernehmen nach treffen der Kaiser und die Kaiserin sowie Prinzessin Viktoria Louise am 17. April zu längerem Aufenthalte auf dem Schlöffe zu Homburg v. d. H. ein. — Der erkrankte zweite Vizepräsident des Reichstages Dr. Paasche war Ende voriger Woche einer Einladung zur kaiserlichen Tafel gefolgt. Bald darauf erkrankte er und fuhr zur Schonung nach seinem Gute, wo der 2lrzt Nierenblutnn gen konstatierte. — Die nationalliberale Fraktion des Reichstags hat beantragt, die Regierungsvorlage wegen Errichtung eines selbständigen Kolonialamtes n,it einem Staatssekretär an der Spitze wieder herzustellen. — Die Kommission des pr e uß. Abgeordnetenhauses für die Wahlrechtsvorlagen hat die Entwürfe der Negierung unverändert angenommen. Morgen sollen noch einige freisinnige Resolutionen beraten werden. — In der gestrigen Sitzung des Z e n t r a l - A u s s ch u s s e u der freis. Volkspartei beantragte, Abg. Träger unter einmütiger begeisterter Zustimmung, den geschästsfuhrenden Ausschuß ui beail'tragen, die einleitenden Schritte zur Errichtung eines D e il k m a l s für Eugen Richter zu tun durch Bildung eines provisorischen Komitees. Der Antrag würbe debattelos und mit lautem Bravo einstimmig angenommen. Es wurden sofort namhafte Beträge gezeichnet. — Die »Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Am heutigen Montag sind 25 Jahre verflossen, seitdem Rumänien, das bis dahin ein Fürstentum gewesen war, zmn Königreiche erhoben worden ist. Mit warmem Interesse hat man in Deutschland wahrgeuvmmen, wie Rumänieir unter der Führung seines weitblickenden und pflichttreuen Oberhauptes sich mehr und mehr zu einem wertvollen Elemente der europäischen Völkerfamilie entfaltete. Nachdem Rumänien drei Jahre vor seiner Erhebung jiun Königreiche dank den Bemühungen seines Fürsten Karl imstande gewesen war, sich seine Unabhängigkeit zu erkämpfen, hat es nun den Beweis erbracht, daß es durch sein ernstes Streben fick eine hock>geachtete Stellung zu erringen vermochte. In den mannigfachsten Krisen hat sich das Königreich an der unteren Donau als einen wichtigen Friedensfaktor bewähr: und durch seine besonnene Haltung wesentlich dazu beigetragen, daß aus den östlichen Krisen fein großer Brand entstand. Der Artikel schließt mit Glückwünschen an daZ rumänische Königspaar. Neunkirchen (Reg.-Bez. Trier), 26. März. Aus Anlaß des 100jübrigen Jubiläums der Niederlassung der Frhr. von Stummschen Familie in Neunkirchen stiftete Freiherr Ferdinand von Stumm 100 000 Mark, deren Zinsen'Verwendung finden sollen zur Prämiierung der Elcmcntarschul-AbgangSzeugnisie für Knaben und Mädchen von Hüttcnangehörigen. Ferner stiftete Freiherr v. Stumm eine Gcnicindcturnhalle mit dem dazu gehörigen Grundstück. Der Generaldirektor der Stummschen Werke, Zilliken, Übermächte aus Anlaß seiner Ernennung zum Kommerzienrat 70 Kriegsoetcranen anS Neunkirchen je ein Geldgeschenk von 100 Mk. München, 26. März. Die Abgeordnetenkammer nahm Len Antrag Dr. Andreae (liberal), die Staatsrcgierung zu ersuchen, an den Universitäten der Frage der Errichtung von Professuren für Pädagogik mit Uebungsschulen näher zu treten, fast einstimmig an. Ausland. Kopenhagen, 26. März. (Folkething.) Der Finanzminister brachte einen Gesetzentwurf ein, betreffend die Aufnahme einer Staatsanleihe. Durch den Gesetzentwurf soll der Finanzminister ermächtigt werden, inländische dreiprozentige Staatsobligationcn im Betrage von 20 Millionen Kronen auszugeben. Die Anleihe soll ausschließlich als Grundkapital für eine zu errichtende Hypothekenbank dc§ KönigsrcichS verwendet werden. Paris, 26. März. Die deutsch-französische Grenzkommission, die die Grenze von Kamerun fcst- setzen sollte, hat ihre Arbeiten beendet. Die Kommission hat erklärt, daß Missum, wo sich kürzlich ein Grenzzwischensall ereignete, zum deutschen Gebiet gehört und etwa 4 Km. von der französischen Grenze entfernt ist. — Der frühere Minister des Acnßeren, Hanotaux, veröffentlicht einen Artikel über die Konkurrenz zwischen Deutschland und England. Hanotaux konstatiert, daß ^Deutschland zum Nachteil Englands täglich fort- ichreitet, während England stehen bleibt oder gar zurückgeht. Hanotaux wirft die Frage auf, ob angesichts dieses Tatbestandes ein Konflikt zwischen beiden Mächten nicht als bevorstehend betrachtet werden muß. Nirche und Schule. Dresden, 26. März. Gegen die Stimmen der Freisinnigen und der Sozialdemokraten lehnte die Zweite Kammer die Aufhebung der Prügelstrafe in den Schulen a b.______________________________________ Aus Seadt uns Lund. Gießen, den 27. März. * * Personalien. Sc. Kgl. Hoh. der Großhcrzog Robert dem Pfarrvcrwaltcr Ludw. Weisel zu Groß-Eichen die evangel. Pfarrstelle zu Wallertheim und dem Pfarrverwalter G. Hoch zu Wendelsheim die evang. Pfarrstelle daselbst übertragen und den von Sämtlichen Niedcscl Frei- Herrn zu Eisenbach auf die 2. evang. Pfarrstelle zu Lauter- hoch präsentierten Pfarrer H. Schlösser zu Brauerschwcnd für diese Stelle bestätigt und den Ministerialsekrctär Gust. Balser zum ständigen Hilfsarbeiter bei dem Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung, unter Verleihung des AmtStitcls als „Obersinanzassessor" ernannt. * * Landcsuuivcrs ität. Der ordentk. Professor der klassischen Philologie Dr. Erich Bcthe hat einen Ruf mt die Universität Leipzig erhalten. * * Die Hauptversammlung des Bürgerve re ins am Donnerstag Abend beginnt mit Rücksicht auf die sich anschließende Bürgcrvcrsammlung pünktlich um 8l/2 Uhr, worauf die Mitglieder des Vereins besonders aufmerksam gemacht seien. "Die Anlage einer elektrischen Straßenbahn wird in einer allgemeinen öffcntlichcnVürger- versammlung besprochen werden, die am Donnerstag Abend im Cafe Leib im Anschluß an die Hauptversammlung des Bürgcrvcere ins stattfindct. Als Referenten sind die Ingenieure Frerich aus Berlin und Fest von Frankfurt a. M. gewonnen worden. Beide weilen, wie wir erfahren, bereits hier und sind nach Prüfung aller einschlägigen Verhältnisse zu der Ansicht gekommen, daß die Anlage einer elektrischen Straßenbahn hier sehr gut ausführbar ist und auch eine entsprechende Rentabilität zu erwarten ist. Eine gestern abend abgehaltene Besprechung der Vorstände des Bürgervereins und des Verkehrsvcreins führte ebenfalls zu einem das Zustandekommen der Bahn befürwortenden Resultat. Da die Kosten der Bahnanlage sich natürlich wesentlich verringern würden, wenn die Schiencn- legung gleichzeitig mit der Neu Pflasterung der Straßen erfolgen könnte, ist eine baldige Entschließung der städtischen Behörden in dieser für die fernere gedeihliche Entwickelung der Stadt hochbedcutsamcn Frage zu erwarten und in weiteren Kreisen der Bürgerschaft würde man es freudig begrüßen, wenn diese Entschließung zu Gunsten des Projekts ausfallen würde. ** Frühjahrspserdcmarkt. Zu unserer gestrigen Notiz, den morgen, Mittwoch, vormittag auf den Marktanlagen stattfindcnden Pferdcmarkt betreffend, toird uns von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß auch die Anmeldungen für die A u s st e l l u n q von Wagen, Geschirren, landwirtschaftlichen Geräten, Stall- und Hausutensilien von hiesigen und auswärtigen Firmen zahlreich erfolgt sind; die Pramiierungskommission wird keinen leichten Standpunkt haben, die in Aussicht genommenen Auszeichnungen und Ehrendiplome in gerechter Weife zu verteilen. Besonders glänzend wird diesmal die Vorführung der im Privatbesitz befindlichen Pferde und Wagen ausfallen. — Außer einem zweispännigen ungarischen 'Juckergespann mit Halbverdeck, einem zweispännigen Ponuy-Viktoriawrmen (von Dome geleitet), einem englischen Gig und verschiedrnen Carossiers wird ein Vierspänner int Schritt und Trab dorgefahren werden. — Während des Marktes konzertiert die hiesige NegimentSlapellle Ter Zutritt zum Pferdemarkt ist frei. Für Damen und eingeladene Gäste find.Tribünenkarten bei den Kommissionsmitgliedern er- ** „Die W a"nd erer", Gießener Radfah"r«sr-Gc- fellscbaft batten für den letzten Samstag abend zu ihrem Winterfeste zahlreiche Einladungen ergehen lassen, denen allseits Folge geleistet worden war. Ter große Saal von „Steins Garten" war von hiesigen und auswärtigen Sportfreunden mit Familien dickt besetzt und mit Spannung sah man dem reichhaltigen Progranim entgegen, das der bewährten Festleitung das beste Zeugnis ausstellte. Eröffnet iuurbc die Festlichkeit durch den von unserer Reminetskapelle zum Vortrag gebrachten „Wan- derer"-Marsck timt Polster und andere Konzertstücke, und es schlossen sich daran in flotter Reihenfolge die anderen Darbietungen an, von denen die vortrefflichen Mannerchöre des Gießener Männergesangtiereins und die humoriftiscken Vorträge dcZ Mitgliedes Nauheimer hertiorgehvben seien. In sportlicher Beziehung erregten die biZ ins kleinste Detail exakt und tadellos gefahrenen Eröfsnungs- und Kostümreigen der jüngeren Mannschaften der „Wanderer" unter Leitung des Fahr- Wortes Kaltwafser und das eine enorme Sicherheit und Technik ticrraicitbc geradezu stauneneiregende Kunstfahrer-Duett, Herren Lang und SckirmerS aus Wetzlar, besonderes Interesse. Reichster Beifall begleitete jede Nummer des Programms. Der Ball wurde durch eine timt Herrn Tanzlehrer Will angeführte Polonaise eröffnet, an der fast 100 Paare teilnahmen, und erst gegen die 6. Morgenstunde erreichte er sein Ende. Das wohlgelungene Fest fand dann am Sonntage mit einem gutbesuckten und schön verlaufenen Ausflüge zum Windhose seinen Abschluß. " Sein fünfziqjähriqeS Jubiläum begeht morgen der in weiteren Kreisen bekannte und beliebte Handelskammer-Bureauvorsteher Heinrich Brilchhäuser. Er trat am 28. März 1856 beim 2. Hess. Inf.-Regt. Nr. 116 ein, als dessen Angehöriger er auch die Feldzüge von 1866 und 1870/71 als Feldwebel mitmachte. Nach seinem Scheiden aus dem Militärdienst trat er in den Dienst der Handelskammer, in bcni er es verstand, sich die Achtung und Sympathie weiterer Kreise durch sein bescheidenes und gefälliges Wesen zu erringen. Auch in den hessischen Kriegervereinen erfreut sich der Jubilar als Vorsitzender des Hassiabezirks Gießen einer großen Wertschätzung. An mancherlei Beweisen der Achtung und Liebe wird es Herrn Bruchhäuser an seinem Ehrentag nicht fehlen. " Der Trauring im Ochsenmagen. Kürzlich hatte der Metzgermeister Rosenthal in Bad Nauheim in dem Magen eines geschlachteten Ochsens einen goldenen Trauring gefunden, der, abgesehen von einigen schartigen Stellen, die von vergeblichen Kauversuchen des Tieres her- rührten, noch tmbeschädigt war. Jetzt ist es ihm gelungen, den Eigentümer des Ringes, einen Einwohner in Lauterbach in Hessen, zu ermitteln, der den Ring beim Einsacken von Klee verloren hat und auf diesem nicht ganz ungewöhnlichen Wege wieder zu seinem Eigenttim gelangt ist. — Kinzenbach, 26. März. Der Krieger- und Militärverein hat in seiner gestrigen Generalversammlung den Beschluß gefaßt, demnächst eine Vereinsfahne anzuschaffen. Dieselbe soll bei der bekannten Bonner Fahnen- sabrik in Auftrag gegeben werden. — Lollar, 26. März. Gestern hielt der Lahntal- Nadlerbund seine erste diesjährige Generalversammlung im Gasthaus Germania hier unter sehr starker Beteiligung der Bundesmitglieder ab. Der Vorsitzende bewillkommnete die Anwesenden und dankte für das zahlreiche Erscheinen, hierauf berichtete der Bundeszahlnteister über die Kassenverhältnisse, tvelche in Anbetracht der noch jungen Vereinigung ein zufriedenstellendes Resultat ergaben. Bei der Vorstandswahl wurden als 1. Vorsitzender Schmidt-Lollar, 2. Vorsitzender Biercm-Lollar, 1. Schriftführer Jughard- Lollar, 2. Schriftführer Schaum-Kleinlinden, 1. Jahrwavt Pirr-Großen-Linden, 2. Fahrwart Kutscher-Lollar, Bundeszahlmeister Becker-Kesselbach-Londorf, Beisitzer Dern-Großen- Linden, Weber-Londorf, Stern-Nordeck-Londorf und als Schiedsrichter Faber-Großen-Linden, Rosengarten-Londorf und Sommer-Kleiitlinden gewählt. Die Versammlung nahm einen schönen Verlauf. Die nächste Generalversatnmlung wird Anfang Mai d. I. in Londorf abgehalten. lv. Wetzlar, 26. März. Die Gen cralver s am'm- lung des Vorschuß -und Kredit Vereins übte diesmal große Anziehungskraft aus. War man doch gespannt auf das in Aussicht stehende Referat über den Stand der Prozeßangelegenheiten aus Anlaß der vorjährigen m äuge lh ast en Geschäftsführung. Nach den Aussühr- ungeit des Rechtsanwalts Dr. Hertz steht die Angelegenheit für den Verein recht gut. Nach den Mitteilungen des Aufsichtsrates zählt der Verein zurzeit 466 Mitglieder und die Ucbersicht über den Kassenverkehr weist einen Umschlag von 1 204 787 Mk. nach. Leider ist aber, wie der Berichterstatter hervorhebt, bei den Spareinlagen ein Rückgang zu verzeichnen, ein Beweis, daß das Vertrauen noch immer nicht ganz zurückgekehrt ist. Bad-Nauheim, 26. März. Gestern Mittag machten sich sechs Knaben im Alter von 10—12 Jahren einen vergnügten Tag, indem einer derselben zu Hause 120 Mk. entwendete und dann nut seinen Genossen per Bahn (zweiter Klasse) nach Friedberg fuhr. Dort verpraßten sie einen Teil des Geldes und gingen dann zu Fuß nach Haus. (B.N. G. A.) § Friedberg, 26. März. Urtier Sonntag ist die ganze Mirabellenernte des Anstaltsg artens der Obstbauschule vernichtet worden, indem die Vögel, von Hunger infolge zurückgebliebener Vegetation tmd des Ausbleibens der Jnsektemvelt getrieben, sämtliche Blütenknospen ausgepickt und abgeworfen haben. Staare, Finken und Sperlinge wurden bei der Arbeit beobachtet. Wo die Bäume noch zurück oder noch nicht befallen sind, gebe man acht und verscheuche die Vögel, um sich vor Schaden zu schützen. Die Gefahr droht sämtlichem Steinobst. Es empfiehlt sich, Futterkästen aufzustellen. R.-B. Darmstadt, 27. März. (Drahtbericht.) Das Mitglied der Künstlerkolonie, Maler I. V. Cissarz, hat einen Nuf nach Stuttgart erhalten, dem er im Herbste Folge zu leisten gedenkt. Nach dem „D. Tgbl." hat sich dort ein Verein Württemberger Kunstfreunde gebildet, der den von ihm berufenen Künstlern ein bestimmtes Jahreseinkommen garantiert und Aufträge für sie vermittelt. sd. Darm st a d t, 26. März. Der Pfungstädter Raubmörder 9( b a m Steinmetz fühlt sich in der Untersuchungshaft sehr wohl und hat bisher Reue über seine Tat nicht gezeigt. ES scheint, als ob ihm, dem geistig wenig aufgeweckten, daS Verständnis für die Tragweite seiner Handlung völlig gefehlt hat und er sich auch heute noch nicht bewußt ist, welche Strafe er zu erwarten hat. Vielfach ist die Ansicht verbreitet, daß Steinmetz geistig abnorm sein muffe, weil er im anderen Falle wegen solcher geringen Wertgegenstände einen Acord nicht hätte begehen können. Bisher tonnte aber weder von einer erblichen Belastung noch von einer Abnormität des Verbrechers irgend etwas festgestellt werden. Am meisten zu bedauern sind die Eltern des Mörders; besonders die Mutter soll seit seiner Verhaftung völlig zusammengebrochen sein. (] Marburg, 26. März. Vergangene Nacht wurde hier ein junger Mann durch Messerstiche so zu- gerichtet, daß man das schlimmste befürchtet. Tie Täter sollen zwei hier studierende Ausländer fein. Frankfurt a. M., 26. März. Auch der zweite Abend des großen Reitersestes bot ein prächtiges gesellschaftliches Bild, und die Veranstaltungen nahmen bei starkem Besuch einen guten Verlauf. Anwesend waren die lcmdgräsliche Familie und Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen; ferner der Groß Herzog und die Groß- herzoginvon Hessen, Prinzessin Viktoria zu Schaumburg-Lippe und Prinzessin Ludwig von Battenberg. Tie Reitcrfeste sanden gestern im Beisein des Statthalters der Reichslande bet starkem Besuch ifyxn Abschluß. Infolge des Wlebens der Herzogin Wilhelm zu Mecklenburg wohnte der Hof den Veranstaltungen gestern nicht bei. Nach der letzten Vorstellung war in der großen Rotunde gesellige Feier der Mtt- wirkenden. Tie Stimmung war so animiert, daß man aufs Reden verzichtete; der Tank soll später, bei einer besonderen Feier, abgestattet werden. Ter Ueberschuß des Festes wird recht erheblich sein. Zwar sind die Unkosten nicht unbedeutend, die Einnahmen waren indes^höh-er, als man erwartete. Tie Frkf. Ztg. hört, daß an den drei Abenden 140 000 Mk. eingenommen wurden. Bingerbrück, 26. März. Bei der Einfahrt des Schnellzuges Nr. 113 a von Bad Münster a. Stein in den Bahnhof Bingerbrück entgleisten heute abend die Lokomotive und zwei Wagen aus bisher unbekannter Ursache. Der Heiz er und eine Dame wurden leicht verletzt. Beide Hauptgleise auf der Nahe-S.ite sind gesperrt. Die Reisenden mußten umsteigen. Wiesbaden, 26. März. Unter dem Verdacht des Gattenmordes steht, dem „Wiest). Tagebl." zufolge der Dienstmann Heß. Seine Frau wurde am Samstag bei Griesheim aus einem Wassergraben als Leiche gelandet. Heß gab an, mit der Frau, von der er in letzter Zeit getrennt gelebt hatte, nach Höchst gefahren zu sein, wo beide beschlossen hatten, genieinsam in den Tod zu gehen. Er selbst ist nur bis zum Leib im Wasser gewesen und am Freitag abend hierher zurückgekehrt. Am Samstag vormittag lief er, nur mit einem Hemd bekleidet, von seiner Wohnung zum nächsten Polizeirevier. Seiner konfusen Reden wegen wurde er zunächst dem Krankenhause überwiesen. Es ist aber festgestellt daß er nicht geisteskrank ist. (Frkf. Ztg.) ** kleine Mitteilungen aus Hesse n und den Nachbarstaaten. In Wisselsheim wurde Wagnermeister Wilh. K ö h l e r mit 18 Stimmen zum Bürgermeister ge=» wählt. Der Gegenkandidit Lndnstg .fintier erhielt 15 Stimmen. —> vermischtes. * Ein Damenduell mit rötlichem Ausgange hat, wie aus Middlesborg in den Vereinigten Staaten gemeldet wird, dort am Mittwoch stattgefunden. Das Opfer war aber keine der beiden Duellantinnen, sondern ein gänzlich unbeteiligter junger Mann. Vor der Tür eines Restaurants trafen sich zufällig Mrs. Aliec Moore und Mrs. Lucy Tucker, seit längerer Zeit Feindinnen. Sic beschloßen, ihren Streit durch einen Zweikampf an Ort und Stelle zum Austrag zu bringen —, trugen sie doch beide einen geladenen Revolver bei sich. Mr§. Tucker eröffnete das Feuer; aber ihre Gegnerin ergriff nun das Hasenpanier und rannte die Straße hinab. Mrs. Tucker schoß noch zweimal nach der Fliehenden, durchbohrte jedoch nur ihre Kleider. Eine dritte Kugel verirrte sich durch das Fenster des Restaurants und traf hier einen jungen Mann, der friedlich beim Kartenspiel saß. Das Geschoß traf ihn an der Stirn und tötete ihn sofort. — Soweit der Bericht, nach dem die Zustände in jener amerikanischen Stadt ja recht erbaulich sein müssen. *EinBcrarutsck beiKoblcnz. In dem Tongruben- fclb des Ortes Mülheim erfolgte ein gewaltiger Erd- und Berg- rutsck. Wege und Zäune wurden zerstört und fünf Häuser sind eingestürzt. Zahlreiche andere Häuser wurden schwer beschädigt, lieber 50 Familie n sind obdachlos. Die Rutschungen halten an. Die Katastrophe ist größer und bedrohlicher als 1897. Veranlaßt ist der Bergrutsch durch das Eindringen gewaltiger Wassermengen zwiscken den Tonschichten. Tie Wasserleitungen sind zerstört. Am 25. März landete in einem Walde drei Meilen von Karlskrona (Schweden) ein mit zwei Soldaten bemannter Ballon der 1. Kompagnie des LuftsckifferbataillonÄ in Berlin. Als der Ballon sick über der Ostsee, 10 Meilen von der K ü st c befand, ging er nieder. Ein Soldat kappte den Ballonkorb, ivorauf der Ballon wieder in die Höhe ging, während sich die Soldaten an den Tauen festhielten. Die Besatzung Tarn in gutem Zustande an. — Am Samstag kenterte plöhlich das Schiss „Fanny" in der Eidermündung. Fünf Insassen des Schisses ertranken. Das Schiff war mit Äus- Icgcn von Tonnen beschäftigt. Taucher sind bemüht, das Schiff zu beben. Bisy?r ist noch keine Leiche geborgen. HerndeL nird Oerkehr, Volkswirtschaft. Der R e i ch § b a n k - A u s w e i § für den 23. d. Mts. hat gleich wie i. V. eine Kräftigung erfahren. Wie iceit dazu die umfangreichen 6)oldübermeisungen aus Rustland beigetragen haben, läßt sich nicht so leicht erkennen. Nach Ansicht der ,F. Z/ dürfte ein Teil davon aus Deutschland wieder abftießen. Der Metallbestand der Reichsbank ist in der Berichtswoche um 29,41 Millionen Mark anaewachfeu, das ist etwas mehr als in den beiden Vorjahren. 'Jüiacnoimncii wird, daß auch Rücksluß aus dem Innern eingetreten ist, in Reaktion auf die umfangreichen Bedürfnisse, die im Hinblick auf das Inkrafttreten der neuen Handelsverträge zu befriedigen waren. Der Metalloorrat ist gegenwärtig um 110 Millionen Mark geringer als vor einem, jedoch um 57 Millionen Mark größer als vor zivei Jahren. Der Wechselbestand hat sich nur wenig geändert; er beträgt 822,834 Millionen Mark. Tie Notenreserve hat sich um 2,51 Millionen Mark auf 300,59 Millionen Mark erhöht. In der vorjährigen Parallelwoche war sie auf 461,77 Millionen angewachsen. Die Notendeckung stieg von 84,10 auf 84,25 Prozent. D i e B e r l i n er Börse war bei Eröffnung ruhig, aber die Gesamltendenz nimmt wieder einen recht festen Charakter an, der darauf schließen läßt, daß man stark geneigt ist, wieder zur Hanffe überzugehen, falls reelle Anregung vorliegt. Besonders verriet der Bankenmarkt innere Festigkeit. Handelsanteile und Deutsche Bank sind bevoru'.gt. Am Montanmarkt werden noch starke Schwankungen beobachtet.. Kohlenaktien wurden realisiert, da der Streik nachläßt; sie sind zu stark favorisiert worden, als er begann. Eifenakuen hielten sich fest; Schiffahrtswerte verkehrten lebhaft auf Hamburger Mitteilungen über ungeschwächte Dersrachtungsgelegen- heit. Auch im lveiteren Verlauf und bis zu Schluß konnte inan die Haltung als recht fest bezeichnen. Ulliinogeld rückgängig. Privaldiskoiit 41,8 Prozent. MärNc. Gießen, 27.Marz. Marktbericht. Auf beutigelUWochenmarkte kosteten: Buller pr. Pfb. 1.05—1.10 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg^ 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänsecicr 00—00 Psg., Enteneier 0—0 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Läsemattc 2 old. 5—6 Psg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pia-, Tauben vr. Paar 0, 80—l.OOMk., Hühner pr.St. i,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pv. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pid. OO—OO Psg., Lckscnsieifch pr. Pid. 74—82 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch Vr. Pfund 86—90 Big., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 94 Pin-, Kalbfleisch pr. Psd. 70—80 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—0,00 TU., Zwiebeln pr. Zl^r. 6,00—8,OO Mk., Milch per Liter 20 Psg., 2lepiel vcr Piund 25 bis 00 Pfg., in Körben 00 P'g., Nüsse 1OO Stück 50 — 00 Pig., Birnen per Pid. TU. 0.00—0.00, Weißkraut per Stück 20—30 Psg., per Zentner TU. 0.00—0.00. — Marktzeii 8-2 Uhr. Tic Marktpreise für EkO iittb Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotprcise am 26 März 1906. Reizen 100 Kg. 19.15-00.00 TU. Weißbrot 2 Kg. 54 Big. bloggen 10O Ka 17 50—00.00 Mk. Schwarzbrot 2 Kg. 50 Pfg. Höchste Cchlachtviebpreise in Iran ff.ii r t a. M. Flcischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schwellte 50 Kg. Schlachtgewicht 77—78 Mk. ’ ? La. Schlachtgeiv. 89 — 93 Pf. 7. , < „ 79—00 „ 7. Kg. 72-80 Psg. 1w 70—80 „ '7 „ 76 86 „ Getrcidepreise in M a >t ,t h e i m Brotpreise in Gießen Gerrcbtsscral. — „Täglich ging die wunderschöne../ Nächtliche Geheimnisse des Tiergartens wurden in einer Sitzung der zweiten Strafkammer des Landgerichts II zu Berlin Hurter verschlossenen Türen gelüstet. Angeklagt war der Schauspieler Tt a x B e h r o n s- rvegen groben Unfugs und Vergehens gegen den Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches. Im vergangenen Sommer beobachteten im Tiergarten Kriminalbeantte eine elegant gekleidete junge Dame, die eine große Liebhaberin von Mondscheinpartien zu sein schien, federt Abend ging die junge Dame spazieren und sie war nicht böse, wenn ihr galante Herren ihren Schutz vor den Pompadonrräubern und ähnlichen Gefahren des nächtlichen Tiergartens anboten. Heber das zärtliche Liebesgeflüster, das zwischen den Beiden auf der Bank stattsaud, mußte sich nun ein Richterkollegium hinter verschlossenen Türen eingehend informieren, um die Tatbestandsmerkmale des § 175 des Strafgesetzbuchs festzustellen. Jene „junge Dame" war der 38jährige Angeklagte, der in Frauenklcidcru und einem durch eine Portion Schminke hergestellten „Jugendhauch" die nächtlichen Exkursionen im Tiergarten vorgenommen hatte. — Mit Rücksichk aus die wiederholten Vorstrafen des Angeklagten aus diesem Gebiete erkannte der Gerichtshof auf sechs Monate (Gefängnis. Berlin, 26. März. Die erste Strafkammer des Landgerichts I verurteilte den Redakteur der anarchistischen Zeitung „Der Revolutionär" Paul Frauboese, wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten und Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze zur Begehung strafbarer Handlungen zu neun Monaten Gefängnis, der mitangekl-'gtc Hutmacher Fritz Müller erhielt drei Monate, der Bcaurer Wilhelm Möller vier Monate Gefängnis. Der Antrag des Staatsanwalts, ,die Angeklagten Frauboese und Möller zu verhaften, wurde ab- aelehnt. Universitäts-Nachrichten. — Ter bayr. Prinzregent hat den lebenslänglichen Reichs- täten und Universitätsprofesforcn Geheimrat Dr. August Ritter v. Beckmann und dem kgl. Kämmerer, Frhrn. v. Her Hing in Münckcn das Prädikat Exzellenz verliehen. Bechmann ist geboren 1834 zu Nürnberg, wurde 1864 ordentlicher Professor der Rechte in Marburg und noch in demselben Jahre in Kiel. 1870 wurde er nach Erlangen und 1880 nach Bonn berufen. 1888 kam er nach München. Freiherr v. Hertling ist geboren 1843 su Darmstadt, absolvierte dort das Gvmnajium im Jahre 1861, um^fick, oucn in Italien, philosophischen Studien ;u widmen. Seit 1882 ift er Professor in München. S^'t 1875 gehört er fast ununterbrochen dem Reichstag an und spielt in der Zcntrumspartei eine hervorragende Rolle. — Aus eine 25jährige Tätigkeit als llnirier» s i t ä t? Professor kann am 25. d. Mts. der ordentliche Professor kür römisches Reckt, Zivilprozeß und bürgerliches Recht an der Universität Greifswald, Geh. Jusiinat Dr. Gustav P e s e a- tore zurückblieken. Peseatore promovierte in Marburg, 1881 wurde er dort Extraordinarius; im Herbst desselben Jahres erhielt er ein Ordinariat in Gießen und 1884 in Greifswald. Arbeiterbewegung. " (fc.) W i e s b a d e n , 26. März. Hier Wen heute die M a l e r, Tüncher und Sa di er er die Arbeit niedergelegt. Es sind ca. 1000 Gehilfen an dem Ausstand beteiligt. Tie Gehilfen forderten einen Minimalstundenlohn von 50 Pfg. und 9>,' stündige Arbeitszeit. Tie Meister crsucktcn sie, damit zu warten bis nächstes Jahr. §pidplaK d?r «reimqten Frankfurter Stadttheater. LpernhauS. Mittwoch den 28. März*): „Fra Diavolo." Donnerstag den 29. März: „Ter Eoanqelimann." Freitag den 30. März geschlossen. Samstag den 31. März: „Ter Prophet." Sonntag den 1. April, nachmittaas halb 4 Uhr: „Frühlingsluft." Abends 7 Uhr: „Don Juan." Montag den 2. April, abends halb 8 Uhr: Neu einstudiert: »Das süße Mädel." Schauspielhaus. Mittwoch den 28. März"): Neu einstudiert: „Eoriolanus." Donnerstag den 29. März, aoends halb 8 Uhr: „Lumvaeivaqa- bundus." Freitag den 30. März: „Judith" Samstag den 31. März: „Eoriolanus." Sonntag den 1. April, nachmittags 3% Uhr: „Telephon-Geheimnisse." Abends 7 Uhr: „Eoriolanus." Montag den 2. 9lprU: Gastspiel von Irene Trief ch: „Elga." Hierauf: Rezitationen klassischer Dichtungen. Tienstag ben 3. 9(pril: Gastspiel von Irene T r i e s ch: Neu einstud.: „RosmerSholm." *) Anfang, wenn nickt ander? bemerkt, abends um 7 Uhr. Schisisnachrichten. 91 o r b b e » t i d) e r Llou d. In Gießen vertreten burch Carl Loos, Ilirchenplatz. Bremen, 23. März.'Per transatlantischen Telegraph.! Der Postbampser „Trave", Kapitän I. Ranbermann, vom Nord» beutschen Lloyb in Bremen, ist Heine 4 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 28. März 1906: Meist heiter und trocken, nur nod) vereinzelt geringer Schnee, kalt iind windig, stärkere Nachtfröste. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. In der Stadtkirchc. Mittwoch, ben 28. März, abenbs 6 Uhr: 5. P a s s i o n 5 » a n d a di t.__________________________ T'nrvcv D. Schloiicv. Original-Drahtmel-ungen. Wilmersdorf bei Templin, 27. März. Verwalter Hanne- maiin wurde im Streit von drei Arbeitern erschlagen. Die Täter wurden verhaftet. Nürnberg, 27. März. In einer Wirtschaft des Vorortes Neuwetzendorf c r st a ck der 18 jährige Tagelöhner Heindel aus Acrger darüber, daß ihm da? Bier b erweigert wurde, bert Schwa ger b c 2 Wirtes, ben 28 jährigen Maurerpolier Goetz. Newnorf, 27. März. Ein heutiger Kabelberickr des Bot^ fchafrers White aus Algeciras meldet, eine E i n^g ung über die Polizeifragc de s-.clo sei er r •; ck t. Frankreich, Spanien und wahrscheinlich nvrfi eine dritte Macht würden die gesamte Polizeikantrolle in Marokko erhalten. Newvork, 27. Mürz. O)roste Sensation erregt die Ansammlung r'rev bebeutenben amerikanischen K ricgflo11e in Schanghai. Dis jetzt sind acht Kriegs schisse entsandt, 2 h--,trr^ folgen. Anscheinend werden neue Borer Unruhen befürchtet. I n d i a n o p o l i , 26. März. Ter Verein der Berg-» arbeitet1 hat beut' den Besitzern von biluminöser .^ol>le liefernden Tcrgwerkcn e>n Ultimatum gestellt und unter Bezugnahme auf den im J-chre 1003 sestgclegten Lohntarif eine Lohnerhöhung von 5,55 Prozent gefordert. Die Bergwerksbcsitzer wollen morgen ihre Antwort geben. Dieser Vorschlag ist von den Arbeitern angenommen worden. Telefon'cch« Kursberichte des Gi^iocner Anzeiircrs. mits-eteilt von der Bank für Handel rhd Industrie, nassen. Ftrnnkfnrter Försp. 27. März. 1.15 Istir. 3)i% Pe'chsanlcihe . . 100.75 3% do. . . 88.95 314% Konsols .... 100.75 3% do..... 88 95 3)4% Hessen .... 99.60 3’a% Oherbessen . . . —. — 4 % Gesurr. Goldrcntd. . 100.25 4% ”< Oesterr. Silberrente 100.55 4% ÜT'e«*r. Goldrente . . 9-1.30 496 Italien. Rente . . . 105.80 3°$ Portugiesen Serie I . 69.40 3% Portugiesen „ III 70.35 4 la % rnss.Staatsanl. 1907, 91.95 4)4% japan. Staatsanleihe 94.70 4 °6 Conv. Türken von 1903 93.90 Türkenlose..... 148 20 4% Griecb. Monopol-Anl. 53.90 4 9o äussere Argentinier . 92.10 3% Mexikaner . . . 68 55 4>5% Chinesen .... 97.55 Aktien: Bochum Guss..... 243 60 Buderus E. W . ... 129.50 Tendenz: fest. Berliner Börse. Canada E. B......175.70 Darmstädter Bank . . . 148.20 Deutsche Bank . . . 246.20 Dortmunder Union C. . . 88.00 Dresdner Bank .... 165.40 Tendenz: fest. Elektriz. Lahmeyer . . . 147.00 Elektnz. Schnckert . . . 131.90 Esehweiler Bergwerk . . 260.— Gelsenkirchen Bergwerk . 225 40 Hamburg- Amerik. Paketf. 169 30 Hamener Bergwerk. . . 216 75 Lanrahntte.....‘.'48.50 Nordd. Lloyd.....131.40 Ohptcchlcs. Eisen-Industrie 130.80 Ber,;ner Handelsafes . . 175.40 Darmstädter Rank . . . 148.50 Den fache Bank . . . 246 25 Dentsrh-Asiat. Bank . . 182.50 DJp’-A-tn-Kommaudit. . . 191.10 Dresdner Bank . . . 165.40 Kreditaktien.....210.50 Baltimore- und Ohio- Ei’f'nl ahn . . 111.70 Gotthard bahn.....—.— Lombard Eisenbahn . . 24 30 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.70 Prince-Henri-Eisenbahn . 135.00 27. März. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . . 217.20 Laurahütte . . , . —.— ' ombarden E. B. ... 24.30 Nordd. Lloyd.....131.20 Türkenlose . ... 148.30 «Jeder Hranke fühlt sich nach Gebrauch von PePtSyna* min und Perdysiamän-Kakao wunderbar gekräftigt. Daher werden diese Präparate von den bedeutendsten Professoren und Aerzteu seit Jahren mit den besten Erfolgen an- gewendet. ä 2,50 ÜE. in den Apotheken. 1345 MUl-Umn. RttlichrsHmiii. Donnerstag, den 29. März, abends 9 Uhr im Cafe Leib (Gießener Festsaal) Vortrag über den Bau einer elektrischen Strassenbahn Berichterstatter: Herr Ingenieur Frerich aus Berlin. Wir laden hierzu die gesamte Einwohnerschaft höflichst ein. Die Vorstände. Schüleraufnahme. Kinder, dir in der Zeit vom 1. Mai bis 30. September d. I. daS sechste Lebensjahr zurücklcgen und auf Wunsch der Eltern oder deren Etellverireter am 23. April d. I. in die hiesige Volksschule ausgenommen werden sollen, müssen, um ihre geistige und körperliche Reife zum Schulbesuche festzustellen, Fr itag, den 30. März d. F. im Stadlkuabenschulbaus vorgestellt werden und zwar vormittags 9 Uhr die Knaben und gegen 10 Uhr die Mädchen. Zugleich machen wir darauf aufmerksam, daß diejenigen dieser Kinder, die zur oben angegebenen Zeit nicht bei unS vorgestellt werden, bei der am 23. April d I. stactsindendcn Schüleranfnahme der schulpflichtigen Kinder nicht mehr angenommen werden können. Gießen, den 26. März 1906. B27/3 Für t- Schulvorstand: Mecum, Hahn, Oberbürgermeister _____________________Rektor. 2 Techniker zum En'werfen von HauSentwäffernngSanlageu im Anschluß an die städtische Kanalisation und Ueberwachung der AuS'ührung alsbald gesucht. Erfahrung in solchen Anlagen ist Bedingung. Voraussichtliche Dauer der Beschäfligung 2 Jahre. B:% Meldungen mit selbstgeschriebenem Lebenslufl, Zeugnisabschriften und selbstgefertigten Zeichnungen nebst Angabe der Gehaltsansprüche sind bis zum 10. April an das städtische Gas- und Wasscrlverk Gießeu emznrcichen.________ Auf ber Durchreise, bleibe zwei Tage hier! hv51/, Kaufe Waren aller Restbcstaride, auch ganze Lager gegen sofortige Kassa. Romme auch nach auswärts. Schriftliche Angebote mit Angabe ber Artikel unter „M. K. 4505" an ben Gießener Anzeiger eroeten. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns (§mil Bender in Gießen soll mit Genehmigung des Großh. Amtsgerichts Gießen die Schlußverteilung statlfinden. Zu berücksichtigen sind dabei 38 769 94 5» nicht bevorrechtigte Forderungen Tie verfügbare Masse beträgt 3857 Jtl 60 <3>; mithin werden die Gläubiger eine Dividende von 9,95% erhalten. Das Verzeichnis der zu berücksichtigenden Forderitngen ist auf der Gerichtsschreiberei des hiesigen Großh. Amtsgerichts zur Einsicht nieder- gelegl worden. 1972 Gießen, den 27. März 1906. Eurt v. Münch0w. Konkursverwalter. Saubere Xriüfticr ä 10 Pfg. noch abzugeben. Legetag angeickr. Riegelpfab 41. Varberb. 102056 Latznhechte frisch grfc.ugcn uuh Backfische in I allen Größen. 02058 Gietzeuer Fischhaus 30 Scnnkustraße 30. Warenhaus A. Goldschmidt SchuBstrasse 6 Giessen Sc li u Istra ss e 6 Konfirmation 1967 grosser Auswahl zu billigsten Preisen: Glace-Handschuhe 98 bis 2.35 Mk. (Ltcin's G^rreu.) Oberhemden Serviteurs Strümpfe Socken 12 Pfg. bis 1.95 Mk. 85 Pfg. bis 6.50 Mk. 75 Pfg- bis 5.75 Mk. 98 Pfg. bis 1.85 Mk. 25 Pfg. bis 1.35 ML 2.35 bis 4.75 Mk. 32 Pfg. bis 1.30 Mk. 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Die Unterlageit liegen int Baubureari in Froichausen zur Einsicht aus. Verdinqungsanschlag und technische Vorschriften können, olange der Vorrat reicht, gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung der 2lbschreibegebühr von 0,75 Mk. für Los I unb 1,25 Mk. für Los II von ebenda bezogen werden. DerVerdinguugstermin ift ans Mittwoch, bett 4. April 1906, vormittags 10% Uhr festgesetzt. Angebote sind verschlossen imb mit entsprechender Aufschrift versehen bis dahnt an das Baubureau in Fronhausen (Lahn) postfrei einzureicben, ,vo and) die Eröffnung derselben stattfinbet. Zuschlagsfrist 4 Wochen. D’% ümlege-u. Stehkragen 20 bis 65 Pfg. Manschetten 35 bis 85 Pfg. Hüte 98 Pfg. bis 7.50 Mk. Regenschirme 85 Pfg. bis 8.75 Mk. Halte meine Safe uni) VerciiHimer zur Abhaltung von Vcreins- festlichkeiten, Hochzeiten und Kaffeegesellschaften bestens empfohlen. 1970 Hochachtungsvoll ___________H. Bnes. Priiils Speiftfürtojidn g empfiehlt H. Trechsler. Weserstraße 8. Telephon 581. Marburg, Fronhaulen, den 19. März 1906. Der Königliche Kreicbauinspektor Ter Regierungsbaumeister E. 3 >> u e i d er, Baurai.____________________Heß. Sosrllite-VerßeigerMg. Unlmcidmete lassen Montag, den 2. April nachmittags 4 Uhr das in bei Gricdlcrstraßk gelegene dstöckiqe Wohnhauß mit Hof, Scheuer unb Siallung einer letzten freiwilligen Versteigerung auf dem Rathausc daselbst auSsiven. 2)te Lage ist vorzüglich geeignet für Metzgerei, auch für jedeS andere Ladengeschäft pasienf. Bei Erreichung der Taxation wird die Genehmigung sofort erteilt, Butzbach, 26. März 1' 06. 1955 Conrad Carl Rumpf Erven. M Vcrtt unter haben zu fin Lehrling gesucht. Eintritt Ostern. [1959 dläberes Goldenberg &■ Markus. Zu Ostern juche für mein Drogeu-- u. Chcmilalicngesch. einen jungen Mann aus guter Familie als [1952 W. Kilbinger, Löwen-Drogerie. Suche per sofort einen Jungen im Aller von 16—18 Jahren für meine Kantine. Lohn anfangs 25 Mk. monatl. u. freie Snrttori. Heimich Wenzel, 02060J Kantincnpächtcr. Drag.-Rgt. 24, Darmstadt. LGo^rlchrliW ücjcht. 02006) Pröschold, Tannnslr. 19. Für eine Bäckerei in Nockenbcrg Lehrling gcjuqt. Schrijtl. Äieldungen unter 1890 an den Gießener Anzeiger erbeten. Ein braver Junge, der Lust hat die Gärtnerei zu lernen, gejucht. Friedrich (»eorg, Kunst- und HandelSgärtucrei _______Seltcrsiveg 41. [1690 Ein Lehrling gejucht. [01913 Georg Mandler, Schreiner» meister, Heuchelheim. Lehrling auf das Kontor eines hiesigen Fabrikgeschäfts gesucht. Schriftl. Meldungen unter 1Ö14 an die Geschäftsst. des Gieß. Anz. Hies. Zigarrenfabr. sucht zu Ostern cm. strcbs. jung. Mann mit d. Berechtg. z.Einiähr.alS Lehrhsig. s Näh, in d. Geschäftsst. d. Gieß.Anz. Kontoristin mit flotter Handschrift für unser kaufmännisches Bureau sofort ge- sucht. Tarnen aus guter Familie belieben schriftliches Angebot mit Gehaltsansprüchen bei uns einzu- reichen. LriM'sede vrneLsrsl. Tüchtiges Mädchen sofort gegen hohen Lohn gesucht. 1971s Gate Amend. ^uche per 15. 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