Nr. 20Z General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen sporn, wenn ihnen derart moralische Unterstützung durch die Brüder im Reich zuteil würde. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« UniversitätSdruckeret. R. Longe, Dietz«. Redaktion, Expedition u.Druckerei: CdjutftrX Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gtetze«. Erscheint «tzlich mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Wiener Kamilienblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^elfisch« £an6wtrf* erscheint monaütch einmal. Russisches. Vor einigen Tagen meldeten wir, daß die Prinzessin Ludwig von Battenberg, die älteste Schwester S. K. H. unseres Großherzogs, in Petersburg eintraf, von wo sie in den nächsten Tagen nach Darmstadt zurückkehren wird. Wie uns heute geschrieben wird, hätten ganz besondere Umstände die Prinzessin veranlaßt, in Begleitung ihrer Hofdame Miß Kcrr diese nicht ungefährliche Reise anzutreten. Es muß in Betracht gezogen werden, daß die Prinzessin von Schloß Wolfsgarten zunächst auf einen Tag nach Berlin zum Besuch des Kaiserpaares fuhr, und dann erst nach Rußland weiterreiste. In Darmstädter Hofkreisen verlautet, wie unser Gewährsmann behauptet, was wir jedoch sehr lebhaft bezweifeln, daß Prinzessin Ludwig die Ueberbringe rin geheimer und wichtiger Botschaften an den Zaren gewesen sei. Welcher Art diese Mitteilungen waren, lasse sich nicht sagen. Es dürfte auch abzuwarten sein, ob sich in der Folgezeit irgend etwas beinertbar macht, was auf den Besuch der Prinzessin in Rußland zurückzuführen sein könnte. Vielleicht, so meint unser Mitarbeiter, hat sie das Zarenpaar nach Darmstadt gclad en, vielleicht auch nur der Schwester in Rußland Grüße und Trost bringen wollen, was auch u. E. das wahrscheinlichste ist. * Von einem in Lodz ansässigen d e u t s ch e n K a u f- grund gestellt werden können. Das dortige Festmahl der Männer des Ostmarkenvereins brachte eine interessante Rede des Staatsrechtslehrers Prof. Geffken-Köln. Er appellierte an das deutsche Nationalbewußtsein im Hinblick auf die Polengefahr. Sie sei keine lediglich ostelbische, nicht einmal eine bloß preußische Frage, sondern ein gesamtdeutsches Problem. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit, alle partikularistische Gleichgiltigkeit gegenüber der Polengefahr abzustreifen. Nun, die Polen lassen sich ja selbst, und zwar durch Aufrollung ihrer bekannten Klagen im Reichstage, angelegen sein, das Interesse auch der Nichtpreußen am Nationalitätenkampf in der Ostmark wachzuhalten. Aber da hört man vom Bundesratstisch meistens die Ent- gegnung: .Hier handelt es sich um eine preußische Angelegenheit.^ Höchstens, daß der Chef der Reichspostverwaltung im einzelnen auf die Beschwerden der Polen eingebt. Unmittelbar sind wir in Südwestdeutschland in der Tat nicht an der Polenfrage interessiert. Es ist auch nicht anzunehmen, daß für unsere Landwirte die Uebersiedelung in die preußische Ostmark in Frage kommt. Anders liegt die Sache für Rheinland und Westfalen. In die dortigen Jndustriebezirke strömen Massen polnischer Arbeiter, Gleichgiltigkeit gegenüber der Polcngesahr wäre also für diese Westdeutschen durchaus unangebracht, und es ist zu wünschen, daß sie mehr als bisher sich über das Wesen der genannten Gefahr an der Quelle selbst, nämlich in der Ostmark, informieren, womit sie zugleich Verständnis und Interesse für die mißliche Lage der ostmärkischen Deutschen ge- Dinnen würden. Von Wert ist zweifellos auch die moralische Unterstützung dieser Pioniere des Deutschtums. Man hat deshalb die Forderung erhoben, allgemein deutsche Kongresse und dergleichen Veranstaltungen iin Osten abzuhallen, der in dieser Beziehung zu Unrecht vernachlässigt wird. Was hat sich aber gezeigt, als ein nationalliberales Blatt vorschlug, den nächsten Parteitag nach der Ostmark einzuberufen? Eine runde Ablehnung seitens vieler süddeutscher Blätter dieser Partei. Der „Mannheimer Generalanz." beispielsweise schrieb: „Wenn durch Berufung eines Parteitages nach der Ostmark Ausschluß dec Oeffent- lichkeit oder irgend eine besondere Zusammensetzung des Kongresses garantiert werden sollte, so wäre der Zweck erreicht". Nach der Meinung dieses Blattes würde also ein Parteitag in der Ostmark nicht viele Besucher aus Süddeutschland anziehen und infolgedessen wenig eindrucksvoll verlaufen. Ob der Führer der Nationalliberalen, der Badenser Herr Basse r- mann, der jetzt selbst einen an die eigentliche Ostmark angrenzenden Wahlkreis vertritt, diesen Standpunkt teilt, dar bezweifelt werden. Es verlautet jedenfalls, daß dem dem- nächstigen Delegiertentag der Partei in Goslar vorgeschlagen werden soll, den Parteitag für 1907 in einer größeren Stadt Posens oder Westpreußens abzuhalten. Hoffentlich mit Erfolg. Gewiß, die Reise vom Südwesten nach der Nordostgrenze des Vaterlandes ist weit und beschwerlich. Von Gießen nach Tilsit z. B. reist man nicht weniger als 21 Stunden, also etwa so lange wie nach Rom. Das groß angelegte und mühselige Ansiedlungswerk in der Ostmark aber ist es wert, auch von nichtpreußischen Volksgenossen besichtigt zu werden, und dem dtationalgefühl, der Widerstandskraft der in der Front gegen das Polentum stehenden deutschen Kolonisten wäre es. ein segensreicher An- Aus dem „Deutschen Tag" in Warienöurg ist die Po len frage wieder einmal erörtert worden. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die zur Bekämpfung des polnischen Gegners empfohlenen neuen Vorschläge m die Praxis umgesetzt werden. Mit der Verleihung deS Enteignungsrechtes an die preußische Ansiedelungskommission, diesem von den Befürwortern selbst als „letztes Mittel" bezeichneten über- dies zweischneidig erscheinenden Vorgehen hat es jedenfalls noch gute Wege. Wundern muß man sich, daß cm m der Ostmark ansässiger Großgrundbesitzer das Verbot der polnischen Sprache m den Volksversammlungen für das vorläufig wichtigste Abwehrmittel gegen die Polengefahr erklärte. Der Herr sollte wissen und keinen Anstand nehmen, auszusprechen, daß nicht nur vorläufig, sondern für alle Zeiten das Polentum am schwersten getroffen wird durch unerschütterliche Weigerung der deutschen Grundbesitzer, ihr Land an Polen zu verkaufen. Solche wahrhaft patriotische Haltung wird wohl aber nach wie vor nicht durchweg unter den Grundbesitzern der Ostmark anzu» tresfen sein. Trotzdem auch in Marienburg wieder der Verkauf deutschen Grund und Bodens an Polen feierlich als „Verrat am Deutschtum" hingestellt worden ist, dürften sich auch in Zukunft deutsche Besitzer finden, die deS höheren Preisangebots wegen ihr Landgut an Polen veräußern. Die Gerechtigkeit fordert indessen, eines „mildernden Umstandes* Erwähnung zu tun: des A rb e ite rm an g els. Von ihm werden anffallenderweise polnische Gutsbesitzer fast niemals betroffen, denn diesen stehen, auch wenn sie ihren Landbesitz ständig vermehren, in der Regel ausreichende Arbeitskräfte zur Verfügung, natürlich Polen. Der deutsche Grundbesitzer hingegen kann nicht selten nur unter größten Schwierigkeiten sein Feld bestellen und die Ernte herein- schaffen, weil die Scharen der deutschen Landarbeiter sich immer mehr lichten, polnische Arbeiter aber nicht gern bei Deutschen in Dienst gehen. Es scheint, als ob die polnische Geistlichkeit hier ihre Hand im Spiele habe, denn der Einfluß des Klerus auf die polnischen Landarbeiter ist unermeßlich und unbedingt. Jedenfalls muß die ganze Polenfrage ebenso sehr vom sozialen, wie vom politischen und wirtschaftlichen Standpunkt betrachtet werden, und diese soziale Seite hätte auf dem „Deutschen Tag" in Marienburg mehr in den Vorder- Teb Petersburger Korrespondent der „Köln. Ztg." er- fährt von zuverlässiger Seite, daß in Kronstadt, Reval, Libau, Sebastopol eine rege revolutionäre Agitation unter den Matrosen festgestellt sei. Es herrscht die Meinung vor, durch die Beseitigung Stolypins solle der obersten Stelle im Reiche klar gemacht werben, daß man sich unter keinen Umständen mit üen Aorten, denen keine Taten zu folgen scheinen, abspeisen lassen wolle und mit dem sogen. „Liberalismus" der Regierung nicht zufrieden sei. Stolypin erklärte, er erwarte neue Attentate und schließe deshalb fein privates und politisches! Testament ab. Nach Annahme des Arztes ist Hoffnung vorhanden^ die s ch w e r v e r l e tz te Tochter Stolypins am Leben zu erhalten, ohne eine Amputation des zerschmetterten Beines vorzunehmen. Indes werde dieses steif bleiben. Tie übrigen drei Töchter Stolypins sind bei dem Bombenattentat nur durch einen Zufall dem sicheren £obc entronnen. Sie halten' gerade ihr Klavierspiel in einem Saale beendet (von dem keine Spur geblieben ist) und waren spazieren gegangen. Tas dreijährige Söhnchen des Ministers befindet sich auf dem Wege vollkommener Besserung. Die Hauslehrerin der Kinder Stolypins, Fräulein Sandes aus' Chaux de Fonds' int Kanton Neuenburg, telegraphierte ihren Angehörigen, daß sie im Augenblick der Bomvenexplosion ebenfalls in der Villa gewesen, aber wie durch ein Wunder verschont geblieben sei. Sie war mit den Kindern eben erst vom Lande- itad) Petersburg zurückgekehrt. Im Leichenhaus des Peter und Paul-HospitalA zu Petersburg befinden sich noch zehn nicht rekognos^ zierte Opfer der Explosion in der Billa des Ministern Präsidenten Stolypin, "darunter zwei Kinder und etne- Frau. Die Mörderin des Generals Minn hat, wie jetzt festgestellt ist, sich seit zwei Wochen ganz nahe dep Billa des Generals in einem Bauernhäuschen eingemietet.' General Minn erhielt zwei Tage vor seiner Ermordung Warnbriese, legte ihnen aber keine Bedeutung bei. Zum neuen Kommandeur des Semenowschen Regiments |ifö Baron Mavdell ernannt worden. In Petersburg entdeckte die Polizei das Hauptterroristenquartier, welches die letzten 'Attentats leitete. Bei dem Hauptleiter, einem Zahnarzt, wurden, zahlreiche wichtige Dokumente beschlagnahmt; er selbstwurd« verhaftet. In Petersburg und Peterhof sind die Poften! verstärkt worden. Ein Torpedoboot kreuzt in der Nähe) von Peterhof. Aus mehreren Gouvernements wird be^ richtet, daß sich dort Hungersnot geltend zu machen beginnt. Aus Warschau wird gemeldet, daß die Ermorde düng des Generals Wonliarljarski nur den Anfang zu neuen Attentaten bedeute. Die Soldaten) veranstalteten stürmische Kundgebungen gegen ihre Offiziere, die das Gerücht verbreiten wollen, daß die Juden die Inspiratoren aller Morde seien. Ein Offizier hielt an die Mannschaft eine Ansprache, in der er die Soldaten- aufforberte, einen Pogrom gegen die jüdische Bevötkerungl von Warschau zu veranstalten. Der Goiwerneur Skalon ist infolge des Attentats, das gegen ihn verübt wurde, völlig kopflos geworden. Die A^czte stellten ein Nervenchoc fest, dessen Ursache durch Drohbriefe täglich noch gesteigert wird. Auf Befehl Stolypins ist das Warschauer Regierungspalais mit einem Wall von Soldaten umgeben worden. Tie Polizei hat eine Anzahl von Bomben in der Nahe des' Polizeipräsidiums und der Skalonschcn Billa entdeckt, die im Boden vergraben waren, und bei Gelegenheit zur Explosion gebracht werden sollten. Man verhaftete über 20Q Personen. . In Riga wurde aus offener Strave ein Steuer* einnehmer überfallen und um 1500 Rubel beraubt. Ein herbeigeeitter Schutzmann wurde getötet. Eine Patrouille verhaftete einen der Räuber, der eine Verwundung erlitten hatte. Ein anderer, bei dem das Geld! vorgefunden wurde, wurde getötet. Die übrigen entkamen. Auf der Suche nach den Bewohnern einer in öen Vorstadt aufgefundenen Wohnung, in der Bomben ange- fertigt wurden, umzingelte die "Polizei ein Haus und versuchte die darin sich verborgen haltenden Revolutionäre zu. verhaften. Diese gaben dabei eine Gewe hr salve ah ; und warfen eine Bombe, ohne jedoch Schaden anzurichten. Hieraus wurde das Haus von allen Seiten beschossen, und als es schließlich gelang, in die Wohnung einzudringen, sand man daselbst eine Frau und einen Mann, den .'Angestellten eines chemischen Laboratoriums, tot vor; sie hielten Gewehre in den Händen. In der Wohnung wurden Sprengpräparate, BombenhüNen, verbotene Literatur und, Schriftslüäe vorgefunden. Ein anderer Teil der Revolutionäre hatten sich in den Räumlichkeiten einer lettischen; Studentenverbindung eingeschlossen. Bei dem Vorgehen gegen diese wurde einer der Revolutionäre getötet; die übrigen wurden verhaftet. In 17 Kokosöltonnen, die vom Zollamt versteigert wurden, wurden in doppeltem ‘ Böden 500000 Exemplare von in verschiedenen Sprachen: abgesaßteii Aufrufen gesunden. Zn Odessa sind große Arbeiterunruhen au&i gebrochen, die bisher nicht unterdrückt' werden - tonnten.] mann wird uns geschrieben: Tie Unsicherheit in Lodz hat in einer kaum glaublichen Weise zugenommen. Wir waren an räuberische Uebersalle in den Wohnungen und an spitzbübische Glanzleistungen schon gewohnt, aber cs ist doch noch ärger gekommen, denn man patzt jetzt diejenigen Leute in der Bank ab, die dort größere Summen erheben, und fordert sie dann auf der Straße unter Nennung des erhobenen Betrages um Herausgabe auf. Da Hilst kein Wider- heben und auch kein Argumentieren, und um die Sache kurz zu machen, laßt man den Browning in Aktion treten. Wir haben chon mehrere solche Falle zu verzeichnen, und vor kurzem ist auf diese Weise ein Fabrikant mit seinem Diener, der in einer Droschke fuhr und Geld zur Auszahlung der Arbeiter geholt hatte, in einer der belebtesten Straßen an- gehalten und beide nach kurzer Konversation erschossen worden. Wie es mir am 15. August gegangen ist, wird See interessieren, zu hören. Ahnungslos geriet ich mitten in die Schießerei, aus der ich allerdings heil davon kam. Einem Freunoe von mir, auch Reichsdeutscher, ging es schlimmer. In seiner Abwesenheit hatten Soldaten seine Wohnung durchsucht, dort alles kurz und klein geschlagen, und für 650 Rubel Wertgegenstände g e st o h l e n. Sein Totalschaden durste 800 fRubei betragen. In anderen WolMungen wurde noch mehr gestohlen und vernichtet. Wenn ich das Zimmer meines Bekannten nicht selbst gesehen hätte, so würde ich nie geglaubt Huben, daß etwas derartiges überhaupt möglich ist. Bon den Verhaftungen Reichsdeutscher will ich garnicht reden, obwohl die Tatsache an sich und die ungebührliche Ausdehnung der Hast sicher nicht Ruhmesblätter der hiesigen deutschen Kolonie bilden können. Nur kurz erwähnen möchte ich, daß ein Reichsdeutscher Monteur in einer Maschinenfabrik durch einen Schuß getötet wurde. Der frühere Warschauer Konsul v. Rechenberg hat uns einmal auf unsere Forderung, in Lodz ein deutsches Kon- sulat zu errichten, geantwortet, daß wir ja Warschau in zwei Stunden erreichen könnten. Jetzr hat es aber fünf und einen halben Tag gedauert, bis der deutsche Vizekonsul von Warichau nach Lodz gekommen ist, und das geschah auch nur deshalb so schnell, weil sich die geschädigten Deutschen, nachdem Telegramme und Briefe ans Generalkonsulat resultatlos blieben, telegraphisch ans Auswärtige Amt in Berlin gewendet hatten. Sonst hätte unser auswärtiger Vertreter vielleicht biS heute noch keinen Anschluß nach Lodz gefunden. Nun, dec Konsul ist also hier gewesen, hat die Bettoffenen feiner Sympathie versichert, hat auch gesagt, daß die Schade nforderungen berechtigt und von der ruß. Regierung anerkannt sind, aber — daß sie h ö ch ft w ahrschei n l i ch nicht bezahlt werden. Ta die russtscye Regierung fern Raubstaat sei, wie Venezuela, so könne man auch nicht entsprechend auftreten. — Das ist also die Bestätigung der guten Vertretung unserer Interessen, die wir befürchtet hatten. Es ist bezeichnend, daß ich nicht einen Reichsdeutschen finden konnte, der in dieser Frage Vertrauen zu unserer Diplomatie zeigte. Dafür können uns die Hurra-Patrioten „deutsche Kulttirträger nennen: zu der Ehrlichkeit werden sie es ja wohl nicht bringen, daß sie hinzufügen, „ohne Schutz der Regierung". Sie werden verstehen, daß der Patrwtismus unter solchen Verhältnissen nicht wuchert, und daß die Erreguna in reichsdeutschen Kreisen berecytigt und tiefgehend ist. Wir haben die Angelegenheit „Schaffung bezw. Errichtung eines deutschen Konsulates in Lodz" schon lange in die Hand genommen, und der Fall zeigt uns wieder, bai> man sehr schreien muß, wenn man in Berlin gehört werden soll. In Deutschland braucht man jetzt vor allem Geld für die Kolonien. Wir werden aber trotzdem Die Konsulatsfrage wieder aufwerfen. Die offiziöse PLtersb. Tel.-iAg. schreibt: Bei Besprechung des Mordanschlags auf den Ministerpräsidenten Stolypin drückt die ausländische Presse verschiedene Vermutungen betreffend die zukünftige Politik der Regierung aus.. Dieze Vermutungen gründen sich bisweilen aus Gerüchte, die fortdauernd im Umlauf find. Mr fmb in dec Sage, mitzuteilen, daß, obgleich die terroriststchen -Laten einen Truck aus das Publikum ausüben, es ein gro ß er Fe hl er .ein wurde, wenn man glauben wollte, der Terrorismus der Revolutionsaera könne von einem Terrorismus der Regierung begleitet werden. Das Reaierungsprogramm ist unerscb ütt erlich fest gestellt und kann infolge von Anschlägen und Mordtaten keiner Wandlung unterliegen. Die^Regierung wird> auch die Maünabmen gegen die Revolutionäre nicht ab» schwäch en, so furchtbar deren Drohungen auch sein mochten. Die Regierung wird stets zu unterscheiden wstfen zwischen einer m den a ei etlichen Grenzen sich bewegenden Opposition und ö emben d l Oftdnung^ welche entschlossen sind, durch Propaganda oder durch vassiven Widerstand das Gezetz zu Nichte zu machen. Die fr edliche Propaganda verfügt über geeignete Kampfmittel in Gestalt der Greife unb der Vmammlungen, aber alle embe her Ordnung werden streng d er folgt werden, we che auch immer ihre Absichten sein mögen. DieRegierung bei itzt hinreichende Mitt el, um die Attentate zu unterdrücken l?D Red. , aber die Unterdrückung ist nicht ihr eiw- : erstes Problem ist die Vorbereitung vonGefetz- ntwürfen für die Duma und die .Losung dringender Äaaen mit den gesetzlichen Mitteln, über die fie verfugt. Die Revolutionäre. :ckönne^ versuchens daA? Werk.»: i^Regimmg zu zerstören, aber fic werden eine Niederlage erleiden. Tenn die Regierung kann nicht auf notwendige Reformen verzichten, weil dieser oder jener Staatsmann durch einen anderen ersetzt werden muß. * Ein Blatt berichtet ans Petersburg, daß zweiDcrro- r ist en am Samstag versucht hätten, in den kaiserlichen Palast zu Peterhof e in z ud r in g en, mit der Absicht, den Zaren zu ermorden. T-er Plan scheiterte jedock an der Wachsamkeit der Palastgarde, welche- einen der Eindringlinge verhaftete, welcher sich hinter den Mauern des Palastes versteckt hatte, um einen günsörgen. Augenblick abzuwarten, in'das Schloß zu gelangen. Derselbe trug einen Korb mit Früchten, unter denen eine B o in b e versteckt luar. Kurz darauf wurde auch sein Komplize hinter einem Gebüsch deS Schloßparkcs entdeckt und- verhaftet. (Wir halten diese Meldung für em amerikan. Märchen. D. Red.) Zweites Blatt 156. Jahrgang Mittwoch AN. August 1NV6 Gießener ÄMiger ISäSfi n euchfiehu sitz V» iftdjeu ün pteittütJM.St.l. MemMstßchimAuÄ lütt Art. Ml 20. 06269_________ cheu empfiehl sich >m machen in u. außer dem nnng. W sedermann, die Beschul ichhälledasPoriemonnaie Krone" aufgehoben, w^er reiten, da ichMsA MM sVrs ^un9’ Helstubeiv^ -^^Drol^^iuob' 7' benütz«'^ l< 1,ii: «cheu in ein Herr. 1. Sevl.gef. Turch tenberger.CellerswegO? 06191 9 .Jüngeres ädchen ckemder gejucht. Krau Louis Louy, Bahnhofstraße 2?. V 9'lud)C 'von b und 7 S °u ®ute $eka.J( 3a0ien en. und 8,°Mthnet 'S ®M te ^d)tige ■’S?Ä ,reri nntM, spater 1 -Ulit öuoi'i’, lö°ötn 85 .ött den I^lchr. ^crurttchxn ^treuer ^es/rcinlicheö n liehen 8J«U t. @r0j, ----°nrf)|trajie 13. Mädchen Mttt ßamilie gegen |o Vergütung gejucht. MO 8cbr. Weil. uchen für ein 26 Jahre ädchen alsbald Stelle am zu Kindern. |BU/, Opsches Slrmenamt. v Parlamentarisches. Ein Gesuch der sozialdemo Ta ihnen dieses wischen Partei Kostheims bittet. Politische Tagessch«,«». V il 'Ai* Telefonische Kursberichte Frankfurter Mörse. 29. Angust, 1.15 Uhr. Reichsanleihe 98.65 . 142.00 3% . 118.50 Börse, 29. August. Anfangskurse. 249.00 126.50 86.65 98.90 86 80 97.40 . 34.10 . 145.00 . 144.50 Fensh schäft« Harpener Bergwerk. Laurahfitte . . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . Türkenlose . . . 99.70 100.15 95.10 Harpener Bergwerk Laurahfitte . . . Nordd. Lloyd . . 3M7( 3%°/, Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. Berliner Handelsges Darmstädter Rank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . Gotthardbahu . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn Nürnberg, Portarbeiter Speditionsfirmen Tarif bewilligten. London, 29. do. Konsole do. Hessen . Oberhessen bes gel &ä lat CH vo' tre Oe He W die der im Pri verj die Kor ttel Rei Sch uni ral seki Häi den Tai den zug hos Me: hat, Geb gai den Die der। Sank aufgd £imin welcher ein zol Trär bts Ai dem i rotjai und Gold Fahr zwei Gewi der < in ft Tom« (Säfte wut und das Heldentum jener Märtyrer zu feiern. Jetzt werden die Kämpen von den Parteirockschößen als Lausbuben und schlechte Gesellschaft abgeschüttelt. Woher die schnelle Mauserung? sich das Blatt mit der „ernsten Mahnung", uulu) die Neugierde und durch die Erregung über die Vorgänge während der letzten Wochen verleiten lassen, in den nächsten Tagen die Regensburger Straße aufzusuchcn. Jeder meide die schlechte Gesellschaft, die dort ihr Wesen treibt. Wir überlassen anderen die Verantwortung für das, was dort geschieht". Das Blatt, das diese beherzigenswerten Ausführungen bringt, ist die — sozialdemokratische „Fränk. Tagespost". Sie selbst und ihre auswärtigen Genossen von der Feder haben in den letzten Tagen nicht genug Tinte vergießen können, um den Mannes- erlitt schwere Verletzungen. - ... a eines jungen Mädchens ans der Lahn gezogen. Ctc iuul me ^.achter eines Düsseldorfer Fabrikanten und soll ein Verhältnis mit einem Uhrmacher gehabt haben, wegen dessen, da eS die Billigung der Eltern nicht fand, in einer Anstalt untergebracht wurde. Trotzdem gelang cS ihr, mit ihrem Geliebten zusammen zu kommen und auS der Anstalt zu entweichen, um den Tod im Flusse zu such eil. — In Frankfurt iDiirbe in der Wohnung der Wwe. Schäfer ew Einbruch verübt. Ihr Geld pflegte die'Frau in der Muff- Ichachtel aufzubewahren, doch auch dieses Versteck entging den Dieben, welche mit Nachschlüsseln Türen, Schränke und Schubladen ge- öftilet hatten, nicht und eS fielen ihnen die darin aufbewahrten 3900 Mk. in Baargeld in die Hände. — In Friedberg starb rm Alter von 81 Jahren der Bahnmeister i. P. Jakob G erh a r d , der vor ca. 20 Jahren in Gießen tätig war. In Hamburg scheint durch die Derhaftung von vier Rusten eine R io e igniede rla ssung der r u s s i s ch e n T e r- ro r i st e n - Ge s el l s ch a f t entdeckt worden zu sein. Aus Grund _ber gefundenen Listen handelt es sich dabei offenbar um Sprengstoff- und Waffenschmuggel nach Rußland. Die bisherigen polizeilichen Ermittelungen lxrben allerdings keinerlei Beweise gebracht, daß die Verhafteten Bomben hergestellt hatten. Von den letzt t> erhärteten Russen steht noch nicht fest, daß sie mit dem angeblichen Schriftsteller Favart in Verbindung gestanden haben, da Sonntag sofort nach Bekanntwerden der Verhaftung Favarts mehrere Russen Hamburg mit den Zügen nach Holland! verlassen haben. Es ist vielmehr anzunehmen, daß etwaige Mitschuldige bereits in Sicherheit sind. Nahezu 15 000 'üÜrBciter veranstalteten lärmende Straßen- nmzüge. Polizei und Militär stellte sich den Demonstranten die daran gingen, die Schnapsläden zu demolieren, entgegen. Ein S t r a ß c n k a m p f entbrannte, da die Arbeiter teilweise bewaffnet waren und auf das Militär schossen. Das Militär gab mehrere Salven ab, wodurch 81 Personen getötet uni) 250 verwundet wurden. Auf feiten des Militärs fielen 17 Mann. Elektriz. Lahmeyer . Elektriz. Schnckert . Zu dem Krawall in Nürnberg schreibt ein dortiges Blatt, die Rotte, die dort ihren Heldenmut an Fensterscheiben und wehrlosen Schutzleuten ausließ, seien „nur Lausbuben" gewesen. An die Arbeiter wendet . 213.50 . 246.00 . 34.10 . 132.60 . 146.00 W. Laasphe, 29. Aug. (Drahtbericht.) Hier erschoß der Maler Geitz aus Biedenkopf sich und seine Geliebte, Fräulein Blucke. Frankfurt a. M., 29. Aug. Der Bierboykot ist hier von der sozialdemokratischen Partei und den Gewerkschaften in verschärfter Form beschlossen worden. Eine Versammlung der Vertrauensmänner beschloß, jeglichen Biergenuß einzustellen. . 170.30 . 139.50 . 239.50 . 174.80 . 183.50 . 158.80 . 211.80 29. Aug. Der Ausstand der Trans-, wurde dadurch beendigt, daß die den kürzlich in München angenommenen 3°/0 Mexikaner . . 4^°/0 Chinesen . . Aktien: Bochum Guss . . . Buderus E. W . . Tendenz: fest. Berliner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: fest. au Dtw werd dem die' blatt 9 Roli lag, Und bru< Krd S R- verl Ado *i Bad Nauheim, 29. Aug. Vergangene Nacht wurde in emer Vrlla ein schwerer Einbruchsdieb st ahl verübt. Der Tater, em feingekleideter Herr, wurde heute am Bahnhof verhaftet. ES waren dem Einbrecher über 300 Mk. in Bar und verschiedene Schmncksachen in die Hände gefallen. 127.10 256.50 228.20 163.50 214.00 246.50 Der verstorbene Bischof von Regensburg hat daS .noben-Seminar seiner Diözöse zum Universalerben eiiigeieht. . 172.90 . 139.50 . 239.50 . 84 00 . 158.60 69.95 70.80 86.40 94.20 96.30 14660 54.90 89.50 68.90 97.90 Vermischtes. Haag, 28. Aug. Mit einem Geburtstagsgeschenk des Kaisers Wilhelm für die Königin Wilhel- mina, beitehend aus fünf Statuetten von Fürsten des Hauses Oramen ist Generalleutnant v. Moltke heute nachmittag von der Kömgm auf Schloß Het Loo in Audienz empfangen worden * Kleine Tageschronik. In Erlenbach (Baden) wurde die 42 lah-rige Frau des Schreiners Budels unter dem Verdacht des Giftmordcs an ihrem im Januar schwer erkrankten Manne und anderen Beschuldigungen verhaftet. Man spricht non unerlaubten Beziehungen zu einem Gehilfen im Geschäft ihres Mannes. « r, ~ e --- • Mllg. etatt des Kriegsministers Haldane wird dessen Sekretär O b e r st El l i s o n an den deutschen Herb st-' man o Vern teilnehmen. Haldane wird in Berlin hie, Ausgaben des deutschen Gencralstabes studieren, um eventuell' entsprechende Neuerungen einzuführen. Bozen, 29. Aug. Der Augsburger Lehrer Gsell ist seit elf Tagen in der Presanella-Gruppe verschollen. 9llle eifrigen Nachforschungen waren vergebens. Ein ital. Grenzsoldat ist verdächtig, Gsell ermordet und beraubt zu haben. (jenoni Lbnh bie Plätze in Bc Es f0 Obers prin lierj, fürst mark i, .'M Petersb ur g, 29. Aug. Aus den baltischen Provinzen treffen alarmierende Nachrichten ein. Die lettischen Revolu- tiouare erlassen neue Aufrufe zu einem bewaffneten Aufstande. Nachts wurde der Besitz des Ad e l s rn a r s ch a l ls Baron MeV en dor ff von bewaffneten Revolutionären überfallen und ■tv ' c n" • ^ie wurden nach heftigem Kampfe zurückgeworsen. Die Walder wimmeln von bewaffneten Banden, welche die Dörfer und Güter bedrohen. Viele Bauernwirte flüchten. In Riga herrscht Terror. Petersburg, 28. A,ig. Heute fand in Neupeterhof die Heb er fuhr ung der Leiche des Generalmajors M inn von der Wohnung nach dem Bahnhvfe statt. Der Kaiser yj™ die Kaiserin, der Oberkommandierende der Truppen, Groß- lwlaus Nikolajewitsch, die anderen Großfürsten und die Owoßfurstinnen wohnten der Seelenmesse bei. Der Kaiser und die Kaiserin richteten an die Wittwe. die Mutter und die Tochter' des Generals Trostworte. Nach Schluß des Gottesdienstes! beteiligten sich der Kaiser und Großfürst Nikolaus beim Veraufträgen des Sarges, indem sie denselben am Kovfende anfaisteu. Danach begaben sich die Majestäten nach Schloß Alexandria. Tie Leiche wurde darauf mit der Bahn nach Petersburg übergeführt, wo am Bahnhofe die Deputationen, aller Truppenteile mit ihren Kommandeuren aufgestellt waren. Ebenso hatten sich Wordnungen der Petersburger Stadtverwaltung und andere Deputationen mit Kränzen eingefunden. Aus Gatschine war Kaiserin Maria Feodorowna ein- getrosfen, um der Litanei beizuwolwen. Der Sarg wurde dann von Offizieren des Ssemenowschen Regiments in die Regiments-, kirche getragen, während das Ssemenowsche Regiment'Spalier bildete. Der Straßenverkehr vom Bahnhof bis zur .Kirche war zeitweise gesperrt. Zwischenfälle ereianeten sich nicht. Handel miiö Verkehr, Volkswirtschaft. Märkte. th. Gießen, 28. Aug. V i e h m a r k t b e r i ch t. Der Vorrat betrug etwa 1300 Stück Großvieh, 200 Stück Jungvieh zur Zucht und 250 Kälber. Infolge des starkeii VormarkteS, bei dem erheb- liebere Einkäufe als sonst in Milchvieh gemacht wurden, war der eigentliche Markt in frischmelkenden Kühen, waS den Handel anging, weniger lebhaft, und es wurden die alten hohen Preise erzielt, des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fflr Handel und Industrie, Giessen. 132.70 Oberschles. Eisen-Industrie 132.50 Herbst in Angriff genommen, er wird ca. 6—7 reichfließende Bohrlöcher fassen. Die Erweiterung einer Maschinenhalle und die Aufstellung einer vierten Maschine sind in Aussicht genommen. Das Quellgebiet rvar früher eine guellenreiche, sumpfige, nur mit Vorsicht zu passierende Wixse. Bei den jetzigen Arbeiten findet man vielfach alte Eichenstämme und Balken. Vermutlich staiiiinen diese von Uebergängen her, die vor langer Zeit zum Passieren des Sumpfes hergestcllt worden. Die Arbeiten an der Vergrößerung des Wasserwerks werden noch 1—2 Jahre dauern. Bauern des Wolga-Gebietes schließen sich den Revolutionären an. Sic rotten sich zu Haufeu zusammen, bewaffnet mit Beilen und Heugabeln, und ziehen vor die Höfe der Gutsbesitzer. Sie fordern, daß ihnen gute fte bittet »an der bärtigen Bürger- hoste nieder. Eine große 'M zahl von Wolga-Brücken '"e-sterei unterstützt, daß „die nicht mehr m den Rahmen ist von revolutionären Bauern zerstört worden. unserer Zeit passende Bruckengelderhebung bald zur Aufhebung Revolutionäre Banden versuchten, sich eines Waffen- kommen möge". — Die Gemeinde Bretzenheim und andere depots bei der Station Pablara zu bemächtigen, ©ic ®cmeinbcn bitten, das Ministerium des Innern möge ein wurden aber von der wachhabenden Besatzung nach heftigem Gesetz erlassen, wonach die großen Städte in Hessen den Kampfe zurückgeschlagen. Mehrere. Revolutionäre wurden Umliegenden Orten zu den Schul- und Unter- getötet stützungslasteneinenBeitragalljährlichzuleisten Iu Samara veranstaltete eine Menschenmenge unter haben. ’ 4 Vorantragung roter Fahnen und unter Absingung revolu- s oq <■> ^onärerLieder e inen Umzug. Beim Eingänge zur Dwor- tag den 30. August, nachm. und abends am der Terrasse^ Konzert lansra-Straße streß die auf g'egen 2000 Menschen ange- der Kurkavelle. Abends Theater-Vorstellung: „Militärfromm." wachsenc Menge mit der Polrzer zusammen. Hierbei er- „Der gemütliche Kommissär." Freitag den 31. Aug., nachm. und htelt ein Polizist eine leichte Dolch wunde und der Ge- abends auf der Terrasse Konzert der Kurkavelle. Abends Holland, chilse des Polizeimeisters, sowie mehrere Polizisten wurden Nationalkonzertanläßlich des Geburtstages der Königin der Nieder- durch Steinwürfc verletzt. lande unter Leitung von HanS Winderstein. Bei'gutem Wetter 1 Lampionsbeleuchtung auf derTerraste. Samstag den 1. September, nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle' Abends Theater-Vorstellung: „Der Raub der ©abinerinnen." 9r.,f | Sonntag den 2. September Konzert der Kapelle beS Inf.-ReqtS. «m I ^r- 168 aus Offenbach. Abends int Saale: Kammermusik-Abend, auSgestihrt von den Solisten der Ktirkapelle (u. a. Septett von Beethoven. OrrgiBal-Dr'Ltzhtmel-ungen. .. r in , 29. Aug. Gegen den ehemaligen Diener b c 5' durfte n W rede, Glase, ist jetzt 'ein Strafv erfahren a Cr? e n. Nc e t Neides eingeleitet worden. Es wird ihm zur ZV gelegt, daß er bei seiner eidlichen Vernehmung behauptet habe, daß in seinem an den Fürsten Wrede gerichteten Briefe, k " J.v1 blne Anklage wegen Erpressung zugezogen hat, aus- drucklich vermerkt gewesen sei, daß das von ihm verlangte Geld für dte Armen bestimmt sein solle. Der betreffende Bries enthält aber bieie Bemerkung nicht. Der Angeklagte bestreitet jede. Schuld und behauptet, daß er bei seiner Aussage mißverstanden worden sei. Essen, 29. Aug. In der in Reparatur befindlichen Herz Jesuskirche in Bottrop stürzte das Haupt-^ gewölbe mit dem schweren Schlußsteine ein. Ein Polier wlrrde getötet. Lauterbach, 28. Aug. Das Hainigfest stand unter dem Zeichen der Ungunst. Während des Festes ergriff das Publikum eine Panik, als der Ruf erscholl: „In Lauterbach brennts!" Gegen 6 Uhr brach nämlich in dem An- wesen des Töpfermeisters Bauer Feuer aus und zwar in dem über dem Brennofen liegenden Schuppeii, ivelcher mit mu c Iuenocr und Stroh gefüllt war. Das Vieh konnte mit knapper Not firh nickst d,,i-ck! werden, nur ein paar Schweine wurden vom Feuer ! derart ergriffen, daß sie abgeschlachtet werden mußten, auch eine Anzahl Stallhasen verfielen dem Flammentod. Sonst blieb das Feuer auf seinen Herd beschränkt. Gegen 8 Uhr konnte die Wehr bis auf ein Wachkommando wieder abrücken. Bei dieser Gelegenheit ist aber, so schreibt der „L. Anz.'^, der hiesigen Baupolizei ein Tadel nicht zu ersparen, daß sie es duldete, daß in so begrenzten, eng zusammenhängenden alten Häusern eine solche Masse von Holz und Stroh aufgestapelt wird. Hier müßte unseres Erachtens durch eine schärfere Kontrolle Abhilfe geschaffen werden. und fc die iv prinze Tciufli und dx legenen f^rt v Man Jjagen. Ml.v.H ?.cciirau 'Duh ^lotter -berg 2 ^gcil Wbluf der <5 4% Oesterr. Goldrente. . 4v!b% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen „ III 4russ.Staatsanl. 1905 4M°'n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose 4% Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier . Aus StaSt utio CanO. , Gießen, den 29. August. Unsere Stadt ist gegenwärtig im Begriff, ihr vor 11 Jahren bei Queckb orn errichtetes Wasserwerk be- zu vergrößern. Der Mehrbedarf an Waffer ist durch die zahlreichen staatlichen und städtischen Bai.ten, w,° V°t-nnar°nst° t Augcn- und Ohr-nklinik, Irrenanstalt. Siechenhaus. Theaterban und n°r allem durch die Kanali- sations- und Klaranlage bedingt. Zu dem 1895 erbauten Samme brunnen sollen drei weiter- Fommen, die im Ganren täglich 10 12 NM Kubikmeter Wasser liefern werden. Ein neuer Brunnen rst schon fertig gestellt „nd an das Wasser, werk angeschloffen Der dritte Brunnen ist durch eine mächtige Spundkammer abgedammt. welch- 54 I-stmeter Hol- er. ford-rte. Dreier Brunnen liefert eine so starke Wassermenae daß er eine Mühle IN Tätigkeit sehen könnte, ca. 3500 Kubiks Meter täglich Der Brunnen ist ca. 8 Meter lies und die Spundwand- sitzen tief IN den Basaltfelsen; auf diese wird innerhalb der Spundkanuner der eiserne Brunnenkranz gesiht der dann die demnächst zu beginnende Ausmauerung tragen wird. Der vierte Brunnen wird wahrscheinlich noch im Spät- obgleich die Verkäufer auf noch bessere Verwertung de? Viehes diesmal stark gerechnet hatten, wozu der starke Andrang der Kundschaft am Atarkt und die große Nachfraae nach Milchware schon in der Vorwoche am Platz berechtigte. Die Handelsleute klagen, daß de, der jetzigen Konjunktur der Viehhandel in Anbetracht des AistkoS wenig profitabel ist. Der Handel in Jungvieh war dagegen sehr lebhaft und genügte der Vorrat nicht, um die Nachfrage zu decken. Gesucht waren wieder Kühe für Mastzwecke, die aber nur m einzelnen Eremplarcn am Markt waren. Der Kälbermarkt war stark besucht und besondere Ware wurde höher bezahlt als am letzten Markt, weil für Frankfurt und Wiesbaden starker Bedarf vorlag, der gedeckt werden konnte. In Schlachtvieh, fetten Rindern und Kühen, welche in recht schöner Qualität am Warft waren, Ifhcuit ein Stillstand im sonst flotten Geschäft eingetreten zu sein. Die Handelsleute glauben, daß, wenn auch vorerst kein nennenswerter Abschlag für Fleischware ein tritt, doch nach dem Handel auf den großen Flcischma'rkten in Köln und Frankfurt a. M. zu schlreßen, die Ware betreffs des Preises ihren Höhepunkt erreicht haben dürfte. ES wurden gehandelt: Kühe, frischmelkend und tragend, pro Stück 1. Qual. 440—500 Mk., 2. Qual. 375—425 Mk. 3. Qual. 280—350 Mk. Junge Rinder zur Zucht wurden das --tnck gehandelt 5 bis 7 Monate alte 120—150 Mk., 9.bis 12 Monate ajtc 175—220 Mk. Die Preise stellten sich für Fettvieh der Fentner Schlachtgewicht fette Rinder 1. Qual. 78—80 Mk., 2. Qual. 76-77 Mk. Fette Kühe 1. Qual. 75—77 Mk., 2. Qual. 70-73 Mk. Kälber 1. Qual. 74-78 Mk., 2. Qual. 66-72 Mk., 3. Qual. 58-63 Mk. Gangochsen, von denen nur wenige Paare am Markt standen gingen pro Paar mit 700—850 Mk. fort. Der Markt, welcher pät zit Ende ging, wurde so ziemlich geräumt. fc. 5 r a n f f u r t a. M., 29. Aug. -Orig.-Telcgr. deS „Gieß. Anz.") V i e h m a r k t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber 00 Schafe und Hammel, 3053 Schweine: 1. Qual. 79—00 Pfg Lebendgewicht 62.00—00.00 Pf., 2. Qual. 78—00 Pf., Lebendgewicht 61.00—00 Pfg., 3. Qual. 68—00 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf. Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg., Schlachtgeivicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qnalitä- Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschäft - lebhaft, Ueberftanb unbedeutend. Voraussichtliche Witterung in Hessen für-Donnerstag, do» 30. August: Schwache östliche Winde, vorwiegend heiter, trocken, etwas wärmer. Ueber den Aufruhr am Freitag abend weiß der „Fränk. Kurier" noch zu melden: „In der Fabrik war am Spätnachmittag bereits nicht mehr gearbeitet worden, so daß es sich bei den Ansammlungen der Streikenden nicht mehr um ein Warten auf die Arbeitswilligen, sondern nur um Demon-, strationen gehandelt haben kann. Die Fabriktore waren ge- m Kleine Mit teil unaen au 3 Hessen und den Ät’ft Pa,rOrSrCnbC Sch'chl°ut° wurd'-n k-f P lanqe” Don emer Anzahl Arbeitern mit Sternen beworfen. Als man endgültigen Entscheidung böses Blut unter den Parteien setzt, zeigt die Leute verhaften wollte, nahmen sich ihre Genossen ihrer wieder ein Vorfall, der sich am Sonntag Abend in Münster bei an, sodaß schließlich die Schutzmannstruppe verstärkt meeben ?sc9pime,r,Ginige ?"f dem Heimweg aus einer Wirtschaft Ä unbe^iL°„m,nen-6n Schuhm-nnsch-st-n wurden mit« ÄÄiÄÄMÄ ^e^eul und Pfeifen empsangen. Um die Straße zu säubern, m Strömen floß und ärztliche Hilfe m Anspruch genonnnen werden mußten die Posten blank ziehen. Nach Anbruch der Dunkel- mußte., Anzeige ist erstattet. — In Groß-Umstadt ist eine heit wurde das Bombardement mit Gläsern, Bierflaschen und l^nige Fran unter Vergiftungs-Erscheinungen gestorben, angeblich °nd-r-n G-gensfänd-u aus di- Schutzl-ut- eröffnet. Auch Schüsse SÄ' Ä\ n wurden gewechselt; man zahlte etwa 200 bis 300 Schüsse Nachmittag 28 Mann uom 87. Infanterie-Regiment vom H i tz- von beiden Seiten. Um S/411 Uf)v erschienen endlich zwei i l a g betroffen worden sein. — In W o r m S ist der Schiffsjunge Kompagnien Infanterie mit aufgepflanrtem Bajonett und m ds'Algheim int Rhein ertrunken. — Ein gefährlicher L'sschbbeerSÄ Straße. In den Neb-nstraß-n KBtc Itd) der Tumult bis 1 Uhr nachts fort. Da sich die IZ immer« untergebracht. Er wußte sich eine Flasche Spiritus Streikenden auch des Meffers bedienten, gab es zahlreiche und Streichhölzer zu verschaffen und zündete die Schreiner-Werkstatt Verwundete. Aiich mehrere Schutzleute haben Verletzungen Brandes gelang eS ihm dann, mit einigen davongetragen. Gefährten zu eitlkommen, doch wurde er in Mainz aufgegriffen 1» und nach Klein-Zimmern ztlrückgebracht. Dort verweigerte man Kirdhi» eCm 93erLrec^ev die Aufnahme, sodaß er nach Mainz ins Gefängnis . .. «B© ScyttLe. kam. — In Frankfurt a. M. erlitt die 28 jährige Frau Ei'rich r: r römische Korreipondent der „Jstdependence wfolge Explosion eines Spirituskochers so schwere Brand- vetge berichtet, _gwt das Befinden des Papstes 'Anlaß wunden, daß sie noch in der Nacht verstarb. Auch ihr Bruder W. ernst er Besorgnis. Der Papst leide nicht nur an c. * s^i^ere Verletzimgen. — Bei Samen bürg wurde dieL e i ch e Gichtanfällen, sondern auch seine Herzkrank heitl cf).cnl ?us der Lahn gezogen.. Sie war die Ä^nfn ^n neues Stadium getreten sein unb habe neue ^^ulhaste^ Erscheinungen veranlaßt. Diese seien von einem amerikarruchen Arzte vor einiger Zeit festgestellt worden Die Diagnose dieses Arztes habe sehr ungünstig worden^ Ut^ 0115 diesem Grrmde nicht veröffentlicht