Nr. 228 Zweites Blatt 156. Jahrgang Freitag 28. September 1906 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener Famillenblätter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Giehener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche« UnivcrsilätLdruckerei. R. Lange, Dießen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7. Tel. Rr. 5L Telegr.-Adr.; Anzeiger Dießen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Iie Kozta bemokratie und die Krauen. Man schreibt unS: Den Beratungen des sozialdclnokratischen Parteitages in Mannheim gingen voraus die Beratungen der sozialdemokr. Frauen — es war das viertemal, daß die Genossinnen sich mit den Genossen an einem Tagungsort zusammenfanden. Die Reden, die von Frauen in Mannheim gehalten wurden,- .mußten jeden, der etivas Besonderes erwartet hatte, enttäuschen. Nichts Neues ist vorgebracht worden, man hat Resolutionen und Beschlüsse gefaßt, die man schon kennt, und Bebel hat zur allgemeinen Wahlrechtsfrage o er Frauen gesprochen und dabei den lapidaren Satz aufge- slellt, die Frauen müßten hier so radikal als möglich vorgehen. Man weiß, daß die Frauenbewegung der Sozialdemokratie nicht besonders angenehm ist, so ivie sie sich zeigt. Tie Frauen sind manchmal so obstinat, eigene Logik 511 besitzen. Auch das Vordrängen der Frauen innerhalb der Partei behagt ihnen nicht, und nur Fratlen von der Art der Rosa Luxemburg und der Klara Zetkin bringen es 511 einiger Beachtung,-weil sie diirch Dick und Dünn mit den unentwegten Vorkämpfern des Marxismus gehen und gegen den Revisionismus von Gift nnb Galle gefüllt sind. Der schallende Kuß, den Arthur Stadthagen der Kollegin Rosa auf die welken Lippen gedrückt hat, galt nicht der sozialdemokratischen Frauenbelvegung, sondern der revolutionären Milkänipferin, die keine Versöhnung und keine Koutpromisse kennt. Die sozialdemokratische Frauenbewegung hat, seit sie das letztemal ihre Vertreterinnen zu einer Konferenz entsandte, ziemlich vergeblich gearbeitet. Daß Wenige, das erreicht wurde, die geringe Zahl von neuen Mitgliedern, die geringen Summen, die ihrer Kasse zugeströmt sind, liefern den Beweis, daß der sozialdemokratischen Frauenbewegung der richtige Boden fehlt. Was nützt es denn, wenn irgendwo in Hinterpommern ein paar Frauen gewonnen werden, während man in Ländern wie Hessen und Baden gar nicht Fuß zu fassen vermag? Den im Erwerbsleben stehenden Frauen fehlt das Gefühl für die Notwendigkeit des Zusammenschlusses zur Erreichung besierer Lebensbedingungcn. Dieses Gefühl hat die Gewerkschaften und durch diese die Sozialdemokratie großgemacht; der Mangel an diesem Gefühl verdammt die sozialdemokratische Frauenbewegung zu einem armseligen Vegetieren. Die Schlagworte von der freien Liebe und dem Recht der Mutterschaft verfangen wohl bei einzelnen Frauen, aber im Grunde hat die deutsche Frau doch für die Ideale der Sozialdemokratie, für kasernierte Kindererzlchung und dergleichen nur sehr wenig übrig. Mit welcher Lauheit sind diese Fragen doch sogar in Mannheim behandelt worden! Die freie Frauenbewegung bietet den Frauen mehr als die Sozialdemokratie, und darum finden sich die Frauen lieber zusammen ohne sozialdemokratisches Grundprogramm, auf einem Felde, das der Individualität des Einzelnen mehr zusagt. DaS weiß man in sozialdem. Kreisen sehr wohl, und auch darum steht man den Frauen kühl gegenüber. Man läßt sie wohl mitlaufen, man hat nichts dagegen, wenn sie für die Partei flott agitieren, aber sonst hat man wenig Interesse an ihnen. Die bürgerlichen Parteien sollten sich daraus Lehren ziehen. Die deutsche Frau muß für das Parteileben erst erobert werden, und die deutsche Frau wird sich selbstverständlich der Partei zuwenden, die ihr am meisten bieten kann. Dr. Heim, der bekannte bayerische Zentrums abgeordnete, will sich für das aktive und passive Frauenwahlrecht einlegen. Damit ist bei den Frauen etwas zu gewinnen, nicht aber mit Versprechungen auf ferne Zukunft hinaus. Daß für die Frauen etwas geschehen muß, um sie gleichberechtigt mit dem männlichen Geschlecht zu machen, wie sie es in unserer Zeit fordern kann, das haben sie oft genug betont. Die Sozialdemokratie tut nichts, um der Frau das aktive und passive Wahlrecht, diese erste Grundbedingung, zu sichern, also muß ihr' von anderer Seite der Wind aus den Segeln genommen werden. Unter den gegebenen Umständen ist das nicht schwer. Wenn heute im Parlament von einer bürgerlichen Partei die politische Gleichberechtigung der Frau verfochten wird, dann wird diese Partei einen sehr großen Teil der deutschen Frauenwelt hinter sich haben — auf Damen wie Frau Rosa Luxemburg kann nian ohne weiteres verzichten. Werden die bürgerlichen Parteien diese Konsequenzen aus der Mannheimer Tagung sozialdem 0 k r a t i s ch e r F r a u e n ziehen?___________________________________ Not-Heidelberg. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) 8. u. H. Heidelberg, 27. Sept. Alt-Heidelberg die Feine mag heute ein erstauntes Gesicht gemacht haben. Die engen Straßen der lieblichen Neckarstadt, wo sonst der frohgemute Bursch mit seiner Käte und seinem Köter zu flanieren pflegt, erdröhnten heute vom Schritte der aus Mannheim anrückenden Arbeiterbataillone und statt des „Gaudeamus igitur“ stieg die Marseillaise im „Perkeo*, im „datier* und wie die anderen ehrenfesten Trinkstätten Al^Heidelberg sonst noch heißen. Der Parteitag hatte trotz, der großen Netirade Bebels vor dem' Massenstreik diesen in die Tat umgesetzt und „alle „Reder* standen still". Da glücklicherweise die Männer vom rollenden Rade sich der sozialistischen Massenstreikstheorie noch nicht zugewandt haben, so wurde der Ausflug nach Heidelberg nicht illusorisch gemacht durch den Stillstand der Eisenbahn, die heute dem Ansturm der „Generalstreikler" kaum gewachsen war. Um */, 3 Uhr nachmittags setzte sich der Extrazug mit den „Genossen* vom Mannheimer Hauptbahnhof aus in Bewegung. Echt demokratisch ließen sich alle, selbst die Parteimillionäre, in die bescheidenen Wagen dritter Güte pferchen, und seufzend mag mancher Geldsackhüter der weichen Polster seiner Chaise gedacht haben. Nur die ReichStagsabgenordneten hatten sich in bessere Wagen absentiert. 9htc die „bösen Buben* der Partei, Heinrich und Lily Braun, das Schmerzenskind Stampfer und manches andere enlant terrible waren fern geblieben. Eingepfercht wie die Heringe schäkerte und lachte man doch nach Herzenslust. Aller Parleihader war vergeßen und lächelnd schauten sich Genosse und Genossin ins Auge. In einer verschwiegenen Ecke saßen Rosa Luxemburg und Genosse Stadt Hag eii in traulicher Abgeschiedenheit Hand in Hand, zärtliche Blicke tauschend. Lange schwere Monde der Trennung sind für die beiden nun vorüber, drum war niemand taktlos genug, diese Zwiesprache zu ftören. Scherzend und plaudernd entstieg man dem Zuge und in willkürlich sich bildenden Gruppen stieg man zum Schloß hinan. Oben teilte man die Schar in Kompanien von 40 bis 50 Mann. Dabei ließ sich die Stimme eines Berliner Genossen vernehmen — e§ war wohl der Zehn-Gebote-Hosf- mnnrt—: „Ick habe Durscht, wo iS denn man blos die be- riehmte Restauration, von die man in die letzten Wochen so ville jehecrt hat?" — Aber ein würdiger Parteibudiker außer Dienst sagte mißbilligend: „Det kommt nach, ersc^'t wat vor die Bildung!" In der Zw 'chenzeit arrangierte Dreesbach photograpische Aufnahmen vor dem Otto-Heiurich-Bau. ES war ein gelungener Ausflug, daran ist nicht zu ziveifeln. Um die Mitternachtsstunde war bei dem Festkommers in der Stadthalle keinerlei Differenz zu spüren. Es war alles eitel Freude und Wonne — und morgen wird der Massenstreik begraben. Iie rujstjche Revolution beginnt eine Landplage für Westeuropa zu werden. Dies zeigt sich vor allem in der Ueberschwemmung Deutschlands, Oesterreich-Ungarns usw. mit zweifelhaften Elementen, die sich aus Rußland flüchten und uns keine besondere Achtung vor jenen Leuten einflößen können, welche in Rußland die Revolution machen. Andererseits beweisen auch der Mord in Interlaken (die Mörderin ist übrigens einer schweizerischen Irrenanstalt Angeführt worden), der versuchte Vantenraub in Stockholm und andere Vorfälle, mit welchen Gefahren das mörderische Ringen der Revolution uns bedroht. Am schlimmsten scheint aber die habsburgische Monarchie daran zu sein, wo sich in Galizien ganze Banden aus Rußland geflüchteter Revolutionäre aufhalten, die das Land unsicher machen und RaubanfäLe ausführen. In Biala wurden kürzlich ein Polizist und ein Holzhändler von Flüchtlingen erschossen. In Krakau vergeht seit zwei Monaten fast kein Tag, ohne daß von russischen Revolutionären irgend ein Einbruchsdiebstahl ausgeführt wird. Der Bevölkerung, insbesondere der Kaufmannschaft, hat sich dort eine förmliche Panik bemächtigt, denn in wenigen Tagen wurden außer vielen Läden nicht weniger als drei Kasten erbrochen und ausgeplünoert. Im österreichischen Abgeordnetenhause sind diese Vorfälle in Form von Jnterpellcv- ttonen der Regierung zur Kenntnis gebracht worden, aber es scheint, daß die staatlichen Behörden in Galizien aus Furcht, das österreichische Polentum zu beleidigen, nicht die nötige Energie in der Unschädlichmachung dieses Gesindels in Rußland entfalten. Die scheußlichen Attentate, die Brutalitäten und Grausamkeiten der lettischen Revolutionäre gegen unsere Stammesgenossen in den Ostsee- provrnzen haben in Deutschland die anfänglichen Sympathien für die russische Revolution schon ohnehin bei allen Einsichtsvollen längst vollkommen vernichtet. Geheimnisvolle Gerüchte, die etwas Beunruhigendes an sich haben, gehen übrigens wieder einmal um und werden von gewisser Seite leider von Darmstadt aus genährt. Es heißt, unser Gro ßherzog habe die Absicht, mit dem Zarenpaare irgendwo zusammenzutreffen. „Manche", so wird uns heute aus Darmstadt wörtlich geschrieben, „wollen sogar wissen, daß der Kaiser von Rominten ebenfalls inkognito sich zum Zaren begeben und gleichzeitig mit dem Groß Herzog dort (Wo? D. Rd.) sein werde. Was daran richtig und imvieweit es Kom- bination (ist, läßt sich jetzt noch nicht sagen, das kann erst in einiger Zeit definitiv milgeteitt werden." Dem zweiten Satz stimmen wir aber gern bei, der erste Satz aber scheint uns wieder einmal wilder Reporterphantasie entsprungen zu sein, ohne daß sich sagen ließe, wer denn „Manche" sind. Die Gesellschaft des Zaren ist zurzeit ihres Lebens leider weniger sicher denn je. Schon darum möchten wir an die Wahrheit derartiger Gerüchte nicht glauben. Ein Kopenhagener Blatt verbreitet heute die Mitteilung, wonach Zar Nikolaus nebst Familie noch vor Mitte Oktober dem dänischen Königshofe einen Besuch aus Schloß F redens borg abstatten werde. Die Mitteilung wird, wie es heißt, von dem dänischen Hofe nahestehender Seite bestätigt mit dem Hinzufügen, daß die russische Kaiserin-Witwe anläßlich der bevorstehenden Ankunft des Zaren ihre Abreise von Kopenhagen aufgeschoben habe. Wenn dem so ist, dann wäre die angeblich mysteriöse Reise unseres Großh-erzogs doch erst zum Oktober zu erwarten. Uns scheinen aber alle diese Meldungen der Beachtung kaum wert, und wir geben sie nur wieder, weil zahlreiche andere Blätter ohne Kommentar sie wiedergeben werden. In Peterho f wurde eine Dame arretiert, die sich als gefährliche Anarchistin erwies. Sie wurde unter starker Eskorte in der Petersburger Festung interniert. Zehn Gendarmen zu Pferde begleiteten den Wagen. Zn Kronstadt gelang es ebenfalls, 14 Revolutionäre zu verhaften, die eine Haustypograpyie zur Verbreitung aufrührerischer Schriften besaßen. Auf der Batterie 4 in Kronstadt liegen 100 Mairojen in Ketten, die ihre Abfertigung zur Zwangsarbeit in Sibirien erwarten. In Budbahren (Livland) drangen Revolutionäre in das Gemeindehaus ein, stahlen dort die Paß- Blanketts und das Am tS siegel. — Wegen des Som* ben-Anschlages auf der Rigaer Straßenbahn wurde der polnische Kleinbürger Adamus vom Feldgericht zum Tode verurteilt. Die Fabrikarbeiter Rigas boyko.tieren unter dem Druck der Terror sten die Straßenbahn. Sonntag Nacht wurde wieder ein Leitungsmast der Straßenbahn durch eine Bombe zerstört. Im Kreise Jamburg (Gouvernement Petersburg) sucht eine Bande bon etwa 20 Esthen die Bevölkerung dadurch zu terrorisieren, daß sie Brandstiftungen auf großen Gütern verübt, und hat das in bereits acht Fällen getan. Zu den geschädigten Gutsbesitzern gehören Varon Mttler-Lakomalsu, Fürst Obolenski und Frau von Giers. Ter Aufenthaltsort der Bande ist noch nicht ermittelt. In Seszakowa (Galizien) überfielen neuerdings ruf]". Räuber die Bahnpost des Lemberg—Seszakowaer Zuges und raubten gegen 6000 Kronen, 18 Wertbriefe und über 200 gewöhnliche Briefe. Politische Lagesscharr. Lie Sterblichkeit der Landbevölkerung. Interessante Beobachtungen über die Sterblichkeit in den land- und forstwirtschaftlichen Berufen finden sich in einer Abhandlung von Dr. Andrae. Man hat sich daran gewöhnt, die Sterblichkeit der Landwirte im allgemeinen als relativ nichtig anzusehen. Deshalb überrascht es, daß hier aus den Erfahrungen der Gothaer LebenSoersicherungsbank, die sich auf einen Zeitrauin von 75 Jahren, von 1829 bis 1903, erstrecken, andere Schlüsse gezogen werden. Die landwirtsch. Bevölkerung weist in sozialer und wirtschaftlicher Beziehung eine so verschiedene Struktur auf, daß zu einem Einblick in die wirkl. Verhältnisse eine genaue Klassifikation nach Berufen gehört. Man muß Großgrundbesitzer und landwirtschaftliche Beamte einerseits von dem Mittelstand (Hofbesitzer, Bauerngutsbesitzer, Hufner, Ackerbauer rc.) scharf scheiden, und da zeigte sich, daß der Mittelstand, der doch eigentlich als Repräsentant der landwirtschaftlichen Berufe anzusehen ist, eine die normale Sterblichkeit um 4,6 Proz. überschreitende Mortalität aufweist. Der Landwirt muß sich jederzeit auf freiem Felde, bei Wind und Wetter, den schwersten körperlichen Anstrengungen unterziehen, und e3 scheint, daß hierdurch die Vorteile des Landlebens, die naturgenläßere Lebensweise mehr als wett gemacht werden. Ein noch ungünstigeres Bild zeigt sich, wenn man die Brenner und Landwirte, welche Brennereien, Brauereien und Gastwirtschaften betreiben, zu einer besonderen Gruppe zusammenfaßt. Hier ergab sich eine Uebersterb- lichkeit von bis zu 22,5 Proz. Auf der anderen Seite deckt sich die Sterblichkeit her Großgrundbesitzer und Beamten im Durchschnitt mit der allgem. Sterblichkeit. Als gesundheitlich besonders günstige Berufe erweisen sich diejenigen der Gärtner und Forstbeamten, wobei allerdings nicht außer Acht gelassen werden darf, daß sich dem Berufe des Försters nur besonders kräftige Personen widmen, unter denen noch z. T. von Seiten des Staates eine Auslese stattsindet. Auffallend erscheint auch, daß die Sterblichkeit der Landbevölkerung im Süden Deutschlands wesentlich ungünstiger ist und um etwa 13 Proz. die Durchschnittssterblichkeit in sämtlichen Gebieten überschreitet. Diese Mehrsterblichkeit in S üddeutschland, welche sich übrigens auch auf die Geistlichen und Lehrer, die auf hem Lanhe wohnen, erstreckt, wirb auf häufigere Erkrankungen her AtmungS0rgane, sowie aus Einflüsse hes Klimas unb her Lebensweise zurückgeführt. • 6in „reichsverdroffener" Tourist. R. Berlin, 27. Sepü Man schreibt uns von geschätzter Seite: , Der als Spezialist für englische Philologie internationalen Ruf genießende Professor Brandl von der Berliner Universität — beiläufig ein Schweizer von Geburt — macht in der Presse Mitteilung von einem Vorkommnis in Tirol, das über die akademischen Kreise hinaus interessieren durfte. Es handelt sich um die drastische Bekundung der „Reich s- v e r d-r 0 s s e n 5) e i t" eines deutschen Touristen gegenüber einem tirolischen Pfarrer. Ersterer soll gelegentlich einer politischen Plauderei dem Geistlichen auseinandergesetzt haben: die Art, wie in Berlin regiert luerbe, habe viele für die Süddeutschen verdrießliche Begleiterscheinungen, und im Ern st fall sei auf die Reichseinheit kein Verlaß. Professor Brandl meint, diese unüberlegten Worte, gesprochen in einer Gegend, in der ohnehin das Deutschtum gegen welsche Einflüsse im Kampfe steht, würden nun den ganzen Winter hindurch von Pfarrhaus zu Pfarrhaus getragen, und eine Menge Be rtrauen, das sich seit Jahrzehnten auf das deutsche Reich angesammelt hatte, zernagen. Ob es nrotjl eines politisch erzogenen Volkes würdig sei, wesentlich durch formelle Dinge erzeugten Acrger im Auslande an die gro ße Glocke zu hängen? Die Frage stellen heißt fie beantworten. Leider dürfte jeder, der häufiger im Auslände gereift ist, bestätigen, daß die deutschen Landsleute draußen nicht immer mit der wünschenswerten Hochachtung von ihrem Vnterlande sprechen. In kritikloser Bewunderung der Einrichtungen und Gebräuche fremder Staaten leisten die Deutschen auch jetzt noch Besonderes. Aber eine so anfechtbare Aeußerung, wie die Professor Brandl von dem tirolischen Pfarrer wiedererzählte, präsentiert sich denn doch als Ausnahme. Solange in Tirol 'Reichsdeutsche Zeitungen gelesen werden, solange wird man fiu; hort auf Grund eigener Kenntnisnahme der politischen BVgehenhet-ten ein Urteil Kübelt können über Me Zustande in Deutschland. Nichts berechtigt zu dem Schluß, daß int Ernstfall die Reichs- loechr in die Brüche gehen ttriirbe. Mit der Behauptung, die Art, wie in Berlin regiert werde, errege das Mißfallen des Südens, hat der „reichsverdrossene" Tourist ja nicht tzanz Unrecht. Mer man ist auch ün. Westen, Norden und Osten nicht imnrcr des Lobes voll über den Regierungskurs, wie schon die Reichstagsverhandlungen erkennen lassen. Daß die Zustände im politischen Deutschland trotz alledem noch immer recht erträglich sind, das hat, wie wir berichteten, selbst Bebel in Mannheim zugegeben. Es mag also in dem von Professor Brandl mitgeteilten. Fall eine starke Unbedachtsamkeit vor- liegen; in der Ermahnung an affe Deutschen, nicht ohne Rot im Ausland ihr großes Vaterland herabzusetzen, wird jedermann dem Hochschullehrer beipflichten. Denn der Ernst einer Zeit, in der Deutschland von Neidern und Widersachern umgeben ist, kann wohl von niemandem unterschätzt werden. Der Staatssekretär des MarineamtS v. Tirpitz ist nach längerer Zeit wieder zum Vortrag beim Kaiser befohlen worden. Es dürfte sich um die übliche Besprechung des Voranschlags z u m M a r i n e e t a t handeln. Wir sind im übrigen in der Lage, zu versichern, daß Herr v. Tirpitz in völliger Gesundheit aus der Sommerfrische zuruckgekchrt ist und sich von Rücktritts- gedanken durchaus frei weiß. Eine neue Marinevorlage steht für die kommende Session nicht zu erwarten. '•'7 Siu untaugliches Mittel. Mit dem Wunsche nach Ergänzung der Mittel der Gesetzgebung gegen die Sozialdemokratie tritt die agrarische .TageSztg.* auf den Plan. Es war zu erwarten, daß die rechtsstehenden Blätter auch bei diesem sozialdemokratischen Parteitage alsbald die bekannte „Lücke der Gesetzgebung^ entdecken würden. Nun hat aber doch gerade der Mannheimer Parteitag weit mehr als der vorjährige von Jena, wo man sich noch an dem Gedanken des Massenstreiks berauschte, die Schwache der sozialdem. Position in einem solchen Kampf beleuchtet. Der Gewerkschaftsführer Abg. Legi en bemerkte mit nüchterner Offenheit: „Die Diskussion über den Massenstreik ist vom Nebel. Damit zwingen Sie uns, unsere eigene Schwäche klarzustellen.* In der Tat ist in Mannheim vor aller Welt das Eingeständnis gemacht worden, selbst von Bebel, daß rin Massenstreik zurzeit, und das heißt wohl auf absehbare Zeit, untunlich ist, weil die Niederlage mehr als wahrscheinlich sei. Bebel drohte jedoch mit dem Massenstreik für den Fall einer bewaffneten deutschen Einmischung in Rußland. Auch dann ist die Gefahr der Niederlage ebenso groß. Der Massenstreik bleibt eben ein untaugliches Mittel für deutsche Verhältnisse. Unverständlich erscheint, wie unter solchen Umständen noch nach der AuSnahme-Gesetzgebung gerufen wird. DaS wäre allerdings daS sicherste Mittel, Bewegung in die Massen zu bringen. Deutsches Reich. Rom inten, 27. Sept. Hier ist gestern beim Kaiser eine Abordnung der Ehrenkompagnien der Infanterie-Regimenter Nr. 3 aus Gumbinnen und Nr. 44 auS Goldap, bestehend aus je einem Unteroffizier und drei Mann eingetroffen, denen ital. Uniformen in der Art unseres WaffenrockeS anprobiert wurden, nm zu sehen, ob die Bekleidungsstücke praktisch und zugleich geschmackvoll seien, Die Uniform scheint von ungefähr demselben blauen Stoff wie unsere Waffenröcke zu sein, nur zeigt sie Aufschläge von hellerem Not, auch sind die hohen, weißen Binden unferm Auge ungewohnt. Frauenburg (Ostpr.), 27. Sept. Zur Feier des 80. Geburtstages des Bischofs von Ermland, v. Andreas Thiel, ist vom Kaiser das folgende Telegramm eingetroffen: Empfangen Sie zum heutigen Tage, an welchem es Ihnen durch Gottes Gnade vergönnt ist, die Vollendung des 80. Lebensjahres zu feiern, meinen marinsten Glückwunsch. Möge das Bewußtsein, in Ihrem langen und arbeitsreichen Leben stets die Treue gegen Gott und gegen die Menschen geivahrt zu haben, und vielen zum Segen geworden zu fein, Ihren Lebensabend verklären. Wie bisher, so werde ich auch fernerhin Ihr Wirken und Wohlergehen mit meinein besonderen Interesse begleiten als Jyr wohlgeneigter und dankbarer König Wilhelm R. Namens der Staatsregierung sprach Oberpräsident von Moltke Glückwünsche aus und überreichte dem Bischof den ihm vom Kaiser verliehenen Noten Adlerordcn erster Klasse. Berlin, 27. Sept. An Stelle de§ gegenwärtig die GouvcrnementSgeschäfte in Kamerun führenden Obersten Müller wurde zum stellvertretenden Kommandeur der Kameruner Schutztruppe der Hauptmann Friedrich Wilh. Lang Held, der früher in sächsischen Diensten stand, ernannt. Langheld ist ein tüchtiger Kenner der afrikanischen Verhältnisse. — Der Redakteur der „Kreuzztg.^, Prof. Dr. Jrmer ist als Hilfsarbeiter in das Kultusministerium berufen worden. — Polnischen Blättern zufolge hat die Behörde dem Rechtsanwalt WyczinSki in Straßburg (Westpreußcn) das Notariat abgenommen, weil er einen Vertrag betreffend den Verkauf eines deutschen Gutes an einen von polnischer Seite vorgeschobenen Deutschen abgeschlossen hatte. Der Rechtsanwalt soll hiervon Kenntnis gehabt und somit bewußt zum Nachteil des Deutschtums in dem betr. Verkauf mitgewirkt haben. München, 27. Sept. Im Gemeinderatskollegium stand heute die Frage des Ersatzes des Ausfalls zur Sprache, den die Stadt erleiden wird, wenn 1910 die örtlichen Aufschläge (Oktroi) auf Lebensmittel in Wegfall kommen. Neferent war Dr. Henrich, der darlegte, daß München 893 000 Mark, unter Umständen bis zu zwei Millionen Mark Ausfall zu decken hätte. Man beschloß, den Antrag auf Einsetzung einet Kommission zur Beratung der Frage und zum gemeinsamen Vorgehen aller bayerischen Städte auf dem Städtetag dem Stadtmagistrat zur Würdigung hinüberzugeben. Heer unb Flotte. London, 27. Sept. Das Kriegsschiff „Hibernia" verließ gestern Plymouth, um die neuen großen Geschütze, mit denen alle neuen großen Schlachtschiffe armiert werden, probieren. Spät nachmittags kehrte das Schiff schwer beschädigt zurück. Das Abfeuern der großen Geschütze sich deS der das hatte daS Kriegsschiff derart erschüttert, daß die Decks verbogen hatten. Außerdem zeigte das ganze Bauwerk Schiffes Risse und Verbiegungen. Einige Matrosen Mannschaft hatten Verletzungen erlitten. Das Schiff, 30 Millionen Mark kostete, ist vorläufig wertlos. Ans Stadt nnd Land. Gießen, 28. Sept. 1906. ** Ordensangelegenheit. S. K. H. der Großherzog haben dem Hausverwalter und Bademeister Kissel zu Bad-Nauheim die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm von dem Fürsten zu Schwarzburg-Sondershausen verliehenen Goldenen Ehrenmedaille erteilt. "Die Unterrichtskurse des kaufmännischen Vereins weiblicher Angestellter in Buchführung, Schönschreiben, Korrespondenz, faufm. Rechnen, Wechfellehre, Stenographie, Maschinenschreiben, Englisch und Französisch beginnen am 1. Oktober, abends 81/* Uhr. Der Unterricht wird von tüchtigen Lehrkräften erteilt, so daß auf einen guten Erfolg zu rechnen ist. Der hiesige Frauenverein hat durch Gründung des eingangs genannten Vereins es neben feinen anderen Bestrebungen unternommen, auch für eine genügende Ausbildung der im kaufmännischen Beruf An- Angestellten Sorge zu tragen. Anmeldungen zu dem Verein nimmt die Geschäftsstelle, Südanlage 7, entgegen. ** Landwirtschaftskammer-Wastken. Von den gestrigen Vcrtrauensmännerwahl'en für die Landwitt- chaftskammer sind uns aus verschiedenen Teilen des Landes Mitteilungen zugegangen, die allerdings noch keinen Schluß auf das Ergebnis der Wahl zur Kammer selbst zulassen. Aus 'nachstehenden Wahlbezirken aber liegen die Ge- amtresultate bereits vor: Bezirk Vilbel: Für Gras Oriola (B. d. L.), der bekanntlich neben dem nat.-lib. Geheimrat Haas als Kandidat für den Präsiden ten- posten der Landwirtschaftskammer genannt wurde und dessen Kandidatur eine sehr lebhafte Preßdiskussion entfesselt hatte, wurden 7, für den freisinnigen Landwirt Kalb Henn- Vilbel ebenfalls 7 Ver tr auen sm änn er gewählt. In Ober-Eschbach, wo Stimmengleichheit vorhanden war, entschied das Los zugunsten des Vertrauensmannes für Kalb Henn, sodaß dieser mit 8 gegen 7 Stimmen gewählt werden wird, Graf Oriola aber der Unter-, liegende ist. Es darf jedoch wohl angenommen werden, daß sich in einem anderen Wahlkreis jemand finden wird, der zugunsten des Grafen Oriola zurücktritt, sodaß der Präsidentensitz aufs neue umstritten wird. — Bezirk Friedberg. Die Vertrauensleute für den Land-, wirt Adolf Hensel (Dortelweil), B. d. L. und .Vereinigte Landwirte, wurden nahezu ein stimmig gewählt. —Bezirk Offenbach-Langen. Die Vertrauensmänner für Gutspächter Vtehmann - Rümpen heim sind in der Mehrheit. Für Simon-Neuhof wurden 2 und für Hartmann» Gartnervereinigung Neu-Isenburg 3 Vertrauensleute gewählt. ** Die Preise für die fetten Schweine haben ime uns aus dem Vogelsberge geschrieben wird, eine Hohe erreicht, wie sie nur kurz während der höchsten Ver- teuerung bestanden. „Man zahlt", so heißt es in einer, k I rnly run§ "für erste Qualität fetter Schweine für das Pfund Lebendgewicht 60 Pfg. Dazu sind die Flei schund Wurst preise auf eine Stufe gelangt, wie sie auf bem ^ube noch nicht dag'ewesen sind. Das Pfund Su^wemefleisch kostet 90 Pfg., denselben Preis haben Leber- or c-olutwurst; man spricht aber von einem weiteren ? p'L??-?9 um 10 Pfg. das Pfund. Meist ist dazu das ^tersch auf dem Lande nicht erster Qualität- )a diese von Händlern aufgekauft tvärd." Auch in Gie ßew teigen die Fleischpreise wieder fortwährend und nehmen; mne geradezu beängstigende Höhe an. Ein Psd. geräucherter Schinken, der rin Sommer 1,60 Mk. kostete, muß jetzt beim Metzger mit 2 Mk. bezahlt werden. Und ähnlich ist die Steigerung fast aller anderen Fleischpreise. Daß der Kon- um, angesichts solcher vom Arbeiter- Und Mittelstände unmöglich zu leistender Ausgaben für die Ernährung, er«, 3 u r ü tf a e Ijt, der Volksernährung also wesend, kicher Abbruch geschieht, wird von den Metzgem bestättLL diener. Er gibt die Reihenfolge der in Frage kommenden Vorgänge so an, wie sie in dem Protokoll der Sitzung verzeichnet sind. Wie der Wortlaut der Frage nach den Vorstrafen gelautet, weiß auch dieser Zeuge nicht. Wachtmeister Ohl hat nicht bemerkt, daß Calmann Schwab bci_ seiner Vernehmung erregt gewesen sei und ist der Ansicht, daß dieser die Frage nach etwaigen Vorstrafen nicht mißverstanden haben könne. Es sei dem Angeklagten wohl die wahrheitsgemäße Beantwortung der Frage unangenehm gewesen und später sei er auf die Ausrede gekommen, er habe die betreffende Frage mißverstanden. Gerichtsschreibergehülfe Gör ich hat das Protokoll geführt und bekundet, daß dasselbe nach der Sitzung auf Grund seiner stenographischen Notizen zustande gekommen ist. Die an den heutigen Angeklagten gerichtet gewesene Frage war klar und deutlich gestellt und konnte eigentlich nicht mißverstanden werden. Calmann Schwab hat ohne Besinnen mit Nein geantwortet. Auf Befragen des Verteidigers gibt der Zeuge zu, daß er in der Voruntersuchung erklärt hat, er glaube nicht, daß Calmann Schwab sich über die an ihn gerichtete Frage klar gewesen fei. Oberamtsrichter W aHl-Schlitz hat den Angeklagten am Nachmittag der Schössengerichtsverhandlung vernommen. Schwab hat damals in Abrede gestellt, falsch geschworen zu haben, und erflärt, er müsse die Frage irrtümlich falsch verstanben haben. Rechtsanwalt R e h berichtet auf Veranlassung des Verteidigers das Folgende, als Illustration, wie leicht über das Gehörte selbst bei intelligenten Leuten ein Irrtum unterlaufen kann. Er, der Zeuge, habe mit etwa 5 Kollegen vor einigen Wochen im Anwaltszimmer des hiesigen Gerichtsgebäudes gesessen, da sei Rechtsanwalt Fischer hinein gekommen, und habe, wie er, Reh- nach seiner besten Ueberzeugung heute noch bereit sei zu beschwören, gesagt: „Der Kollege Grünew ald habe feinen Prozeß gewonnen". Er habe darauf gefragt, was Kollege Grünewald für einen Prozeß gewonnen hat. Worauf Kollege Fischer erllärt habe, er hätte nicht von einem Prozeß Grünewald, sondern von einem Prozeß des Kollegen Müller gesprochen. Der Kvllege Katz habe darauf sofort erklärt, Fischer habe von einem Prozeß Grünewald gesprochen, er könne dies nach bestem Wissen unter Eid bestätigen, während die anwesenden Kollegen Clacenaar, Rosenberg und Engisch behauptet hätten, der .Kollege Fischer habe ganz bestimmt von einem Prozeß Müller gesprochen. Man habe sich dann darüber unterhalten, wie leicht es fei, daß man sich verhören könne. Dieses Vorkommnis sei ein klassisches Beispiel dafür, wie leicht man sich betreffs des gesprochenen Wortes irren könne. Medizmalrat Kreisarzt Dr. Ha der körn erllärt als Sachverständiger, daß der Angeklagte nicht schwerhörig ist. Daß ein Mensch etwas überhören könne oder auch falsch verstehe, sei eine Erfahrung des täglichen Lebens, die wohl jeder schon einmal gemacht hat. Ob jemand vor Gericht etwas überhört, kommt ganz auf die Umstände an. Er ist aber der Ansicht, daß jemand, der wie im vorliegeiiden Falle als Zeuge vernommen werden soll, bet Gericht feine ganze Aufmerksamkeit auf dasjenige hin- lenkt, worauf er gefragt wird. Hierauf tritt mittags um 2 Uhr eine zweistündige Mittagspause ein. 1 । । * Der Angeklagte wurde zur gesetzlichen Mindeststkase — I I ahr Zuchthaus — verurteilt unter Anrechnung von zwei Monaten der erlittenen Untersuchungshast. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf 3 Jahre aberkannt und außerdem die dauernde Eidesunfähigkeit ausgesprochen. (Reber den Schluß der Verhandlung berichten wir morgen näher.) Wegen Meineids von den Geschworenen verurteilt. (tij.) Gießen, 28. September. Gestern wurde gegen den 65 jährigen Viehhändler Calmann Schwab von Grebenau, der vor circa 15 Jahren wegen Betrugs zu 1 Woche Gefängnis t> er urteilt wurde verhandelt und der sich wegen wissentlicher Verletzung der Eidespflicht zu verantworten hatte. Zu der Verhandlung hatte der Anklagevertreter acht Zeugen und die Verteidigung außer 8 Zeugen die Rechtsanwälte Fischer und Clarenaar-Gießen und den Rechtsanwalt und Notar Reh geladen. Die Anllage vertrat Gerichtsassessor Dr. Hetzel, Rechtsanwalt Katz führte die Verteidigung. Der Vorsitzende Landgerichtsrat Neunhagen teilt zum besseren Verständnis der Geschworenen das Folgende mit: Ein gewisser Schaub, der wegen eines Viehhandels mit Schwab hintereinander gekommen war. soll im Frühjahr dieses Jahres den Letzteren mittels eines Tritts vor den Leib mißhandelt haben, dieserhalb kam es vor dem Amtsgericht Schlitz im Juni gegen Schaub zu einer Verhandlung wegen Körperverletzung, wobei der heutige Angellagte der einzige Zeuge war, der die Anklage unterstützt hat und während die anderen Znigen nach dem ganzen Tatbestand den eigentlichen Vorfall nicht gesehen haben konnten. Der Vorsitzende Richter hat darauf hin den Calmann Schwab gefragt, ob er schon vorbestraft fei, was dieser verneint hat. Der Angeklagte erllärt, er habe einen Meineid nicht geleistet. In der Schöffengerichtsverhandlung fei er als letzter Zeuge vernommen und auch von dem Vorsitzenden des Gerichts vor Meineid verwarnt worden. Er schildert seine Aussage, die er vor dem Schöffengericht gemacht hat und erklärt, daß, nachdem er den damals Angeklagten belastet habe, der Vorsitzende seinen Vetter Jakob Schwab habe vortreten lassen, der bereits früher vernommen war. Er habe diesen nach seinem, des heutigen 2kngeklagten, Leumund gefragt, dieser habe ausweichend geantwortet und sich dabei darauf berufen, daß er mit ihm verwandt fei. Hierüber will der Angeklagte sich sehr erregt und nicht gehört haben, daß dec Vorsitzende oder der Staatsanwalt den Jakob Schwab gefragt hat, ob dieser angeben könne, daß er bereits vorbestraft fei. Der Vorsitzende habe ihm wegen einer Beftrafilng eine Frage vorgelegt, die er so aufgefaßt hat, ob etwa Schaub in einer Sache gegen ihn vorbestraft sei und diese Frage habe er verneint. Der Mgeklcrgte erklärt, er müsse die Frage des Richters falsch verstanden haben und meint, diese babe gelautet: Ob er gegen mir schon bestraft ist, oder in diesem Sinne ähnlich. Der Vorsitzende konstatiert aus den Akten, daß der An- gefiagte genau dieselbe Aussage bei seiner ersten Vernehmung als Angeschuldigter gemacht hat. Aus Antrag des Verteidigers konstatiert der Vorsitzende weiter aus dem Protokoll der Schöffensitzung, daß der heutige Angeklagte vor diesem Gericht als Zeuge zuerst über die Tatumstände der Körperverletzung Zeugnis abgegeben, daß dann dessen Verwandter über dessen Leumund gefragt ist und daß erst daraus die Frage wegen einer etwaigen Vorstrafe gestellt und von ihm verneint worden ist. Landgerichtsrat Neunhagen stellt dem Angellagten vor, daß, wenn er seine Eidespflicht verletzt habe, er doch besser tue, dies heute einzugestehen. Der Angellagte bleibt bei seiner Aussage. Der Anklage- vertteter beantragt darauf, Medizinalrat Dr. Haberkorn als Sachverständigen zu laden, um festzustellen, ob der Angellagte schwerhörig fei. Der Verteidiger Katz erklärt, er werde nicht behaupten, daß fein Klient etwa schwerhörig fei. Er bitte jedoch, falls man dem Anträge des Staatsanwalts entspreche, den Rabbiner Dr. Sander als Zeugen zu laden, er habe erfahren, daß dieser Beobachttingen gemacht buben soll, die allerdings darauf schließen, daß der Angeklagte schlecht höre. Der Gerichtshof beschließt das Erscheinen des Medizinalrals Dr. Haberkom sofort anzuordnen. Rabbiner Dr. Sander wird auf Nachmittag als Zeuge bestellt. Darauf wird in die Beweisaufnahme eingetreten. Gerichts- assesfor Braun, der den Vorsitz des Schöffengerichts geführt hat, vor dem der Eid geleistet wurde, erklärt, daß er das Protokoll der Verhandlung vom 21. Juni sorgfältig auf feine Richtigkeit geprüft bat In welcher Form er die Frage wegen der Vorstrafen des heutigen Angellagten gestellt hat, kann er nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Jedenfalls ist er von der üblichen Form, die etwa lautet: „Sind Sie schon vorbestraft ober bestraft" nicht abgewichen. Sicher ist, daß das Wort er in der Frage nicht von ihm gebraucht wurde. Schwab gab auf die Frage eine verneinende Antwort, in welcher Form dies geschehen ist, dessen erinnert sich der Zeuge nicht mehr. Assessor Braun erllärt, daß er den Angaben des jetzigen Angeklagten, soweit sie tatsächlicher Natur waren, vollen Glauben beigemessen hat Der Vorsitzende legt dem Zeugen die Frage vor, warum kein Vorhalt gemacht wurde, als er die Frage mit nein beantwortet hatte. Assessor Braun erllärt, es pflege selten bei den Allen dieVorstraf liste eines Zeugen beizuliegen. Im vorliegenden Fall habe er diese Lifte übersehen gehabt und daher auch keinen Vor- ;.alt machen können. Der Zeuge deponiert weiter, daß es sich ur ihn in jener Verhandlung da raum gehandelt hat, zu er- ahren, welchen Leumund Calmann Schwab genießt, da er der emzige Zeuge war, der die Anklage stützte. Assessor Braun be- u.ubct weiter, daß er den Jakob Schwab nach dem Leumund eines Verwandten erst gefragt hat, nachdem dieser erllärt hatte, er sei nicht, vorbestraft. Jedenfalls stand Calmann Schwab vor ihm allein, und nicht etwa dessen Verwandter Jakob habet, als er den ersteren wegen einer Vorstrafe frug. Der Zeuge )alt es nicht für möglich, daß die in Rede stehende von ihm geteilte Frage mißverständlich aufzufassen gewesen ist. Rechtsanwalt Katz erllärt, daß er nicht umhin könne, den Zeugen darauf aufmerksam zu machen, daß er über den letzten von ihm bekundeten Punkt nach den Protokollen des Untersuchungsrichters eine andere Ansicht geäußert hat. Der Zeuge bemerkt darauf, daß er seine heutige Bekundung nur seiner Erinnerung nach gemacht hat, es sei unmöglich, daß er jeden einzelnen Punkt der schon einige Zeit zurückliegenden Verhandlung heute noch im Ofedächtnis haben könne. Ter Verteidiger konstattert, daß der Zeuge früher erklärt hat: Ob der Schwab meine Frage mißverstehen konnte, kann ich nicht beurteilen, weil der Wortlaut meiner Frage und der darauf erfolgten Antwort nicht feststeht. Assessor Braun be- merll, es fei richtig, daß er vor dem Untersuchungsrichter diese Bekundimg abgegeben habe. Er habe sich aber später die ganze Sachlage überlegt und sei dann aus Gründen, die er naher barlegt, 5u feiner heutigen Ansicht gekommen. Er habe nach seiner Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter mit anderen Personen u. a. mit den Schöffen über den Fall gesprochen. Zoh- Paul Schreiner war Schöffe in jener Sitzung in Schlitz. Seiner Erinnerung nach habe die Frage an den heutigen Angeklagten gelautet: Sind Sie sckwn vorbestraft? worauf dieser mit einem glatten Nein geantwortet hat. Erst hierauf habe der Amtsanwalt ben schon vernommenen Jakob Schwab vorrufen lassen und diesen nach dem Leumund des Verwandten Calmann gefragt. Jakob Schwab hat ausweichend geantwortet. Der Zeuge ist der Ansicht, daß Calmann Schwab bei dertzF rage nach seinen Vorstrafen genau gewußt hat, worum es sich handelt. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob sich der Angeklagte doch nicht etwa verhört fiabtm könne, erwidert der Zeuge, jeder A'.lwesende muß die Frage richtig verstanden haben. Weiter befunbet ber Zeuge, < daß Calmann Schwab nicht aufgeregt gewesen ist. Auf Befragen 1 beponiert der Zeuge Schreiner weiter, daß Jakob Schwab cwst , nochmals tiorgerufen wurde, nachdem Calmann Schwab die Frage nach Vorstrafen verneint habe. Tie Bekundung des zweiten Schossen, dem die einzelnen Vor- ; ßängc aus dem Gedächtnis entschwunoen sind, ist ohne Bedeutung. Gerichtsvollzieher Müller war bei der Verhandlung Gerichts-- : •* Vom Kalibergbau. Die »Darmst. Ztg.^ schreibt: liebet den Kalibergbau in Oberhessen brachten wir in unterer Nr. 221 vom 20. d. Mts. eine Notiz, in der wir auf die Ans- fübrungen der „Deutschen Bergwerkszeitung", wonach u. a. die hessische Regierung an dem ihr kehr erwünschten Abschlüsse von Verträgen mit den in Oberhessen nach Kali tefjürtenben Bohrunternehmern gehindert sei, unter Hinweis aus die entgegengesetzt liegenden tatsächlichen Verhältnisse eingingen. Diese unsere Notiz gibt die „Deutsche Bergwerkszeitung* in Nr. 224 vom 25. d. Mts. wörtlich wieder, nicht ohne einige Bemerkungen daran zu knüpken. In sachlicher Hinsicht kann fie unseren Ausführungen nichts ent- gegenbalten. Sie fragt mir, warum denn die Regierung keine Verträge nbschließe, wenn fie es könne und doch auch zweifellos wünsche. Daraus können wir mitteilen, daß der Abschluß einer Reibe von Verträgen zwischen Bohrunternehmern einerseits und der Regierung andererseits beabsichtigt und nur deshalb noch nicht erfolgt ist, weil die Fertigstellung des Entwurfs eines Norinal- vertrageS demnächst zu erwarten steht. Alsdann wird dem 9lb- schluß von Verträgen näher getreten werden können. Am Schluß ihres Artikels spricht die „Deutsche Bergwerkszeitung" den Wunsch aus, etwa? über den U m f n ;> c der Kalilunde in Oberhessen zu erfahren. Die Bohraele0!cha^-en lassen hierüber, wie die „Berg- werkszeituug" kürzlich selbst schrieb, nichts verlauten. U. E. kann man ihnen dies nicht verübeln, denn ihre Bohrresultate, mögen sie nun positiv oder negativ ausgefallen sein, sind von erheblichem Wert für die Beurteilung des geologischen Ausbaus angrenzender, für die Aufsuchung von Kali in Betracht kommender Gtebiete. Diese mit großen Kosten erworbenen Kenntnisse werden die Bohrgesellschaften kaum ohne weiteres preiszugeben geneigt sein. Daß auch amtlicherseits über die Bohrresultate keine Auskunft gegeben wird, ist. weil private Interessen dadurch berührt werden, wohl selbstverständlich. •• Der Verband der Bau vereine im Groß- Herzogtum Hessen hält am 7. Okt., vorm. 101/, Uhr, im Neuen Saalbau seine Hauptversammlung ab. Aus der Tagesordnung stehen u. a. Referate dcS Rendanten Döring- Gießen über die „Förderung der gemeinnützigen Bautätigkeit durch die öffentlichen Sparkaffen" und des Pfarrers Bech- t olSheim er-Mombach über »die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der gemeinnützigen Bautätigkeit, insbesondere der Baugenossenschaften". •• Der hessische Landes-Nechnerverband hält seine Generalversammlung am Sonntag, 14. Okt., zu Frankfurt a. M. ab. •• Reife Kirschen. Gestern wurde uns von einem Leser unserer Zeitung ein Zweig reifer Kirschen gezeigt. Er stammt von dem Kirschbaum eines Gartens an der Rod- Heimer Straße, der eben seinem Besitzer zum zweiten male die süßen Früchte spendet. r. Großen-Buseek, 27. Sept. Am 1. Oktober werden es 2 5 Jahre, daß sich unser Arzt Dr. Böckler hier niedergelassen hat. Sein einfaches, schlichtes, aber doch wohlwollendes Wesen, sowie seine große Sachkenntnis in seinem Berufe, haben ihm da§ allgemeine Vertrauen der hiesigen, 'sowie der umliegenden Bevölkerung erworben. Wie viel Hunderten von Kranken und Leidenden hat er schon Hilfe und Gesundheit gewährt. ES ist deshalb begreiflich, daß die ganze hiesige Bevölkerung innigen Anteil an diesem Jubeltage nimmt. Seine Gemahlin war ihm stets eine unentbehrliche Stutze in seinem schweren Berufe. Wir woflen hoffen, daß sowohl der Jubilar, sowie seine Gattin der leidenden Menschheit noch recht lange erhalten bleiben. ----- Friedberg, 27. Sept. Ein wichtige? Urteil ist dieser Tage vom Landgericht Gießen gefällt worden in einem Prozeß, den der Müller Peter Dietz von hier gegen die Städte Bad-Nauheim und Friedberg seit vier Jahren fuhrt. Wie schon genügend bekannt, ist die früher klare Ufa seit ea. 10 Jahren durch Einführung der Fäkalien von Bad-Nauheim und Abwäffer von Friedberg vollständig verseucht. Außer der Walterschen Badeanstalt mußte auch diejenige des P. Dietz geschlossen werden. Letzterer erhob daraufhin wegen Schädigung seine? Anwesen? durch Verunreinigung der Ufa Klage gegen beide Städte. Diese sind jetzt dazu verurteilt worden, unverzüglich die Mißstände zu entfernen und dem Kläger den Schaden zu ersetzen. -t- Vilbel, 26. Sept. Als Kandidaten bei der Ab - geordnetenwahl für die Landwirtschaftskammer werden der ReichstagSabg. Graf Oriola zu Büdesheim und Oekonom Kalb Henn hier genannt. Im allgemeinen erregt die Wahl bis jetzt nur ein geringes Interesse. Freunde der Kandidaten machen Werbeversuche für die Wahlmänner- wahl; in Kaichen und Heldenbergen fanden öffentliche Besprechungen statt, bei denen die Anhänger beider Parteien zu Gehör kamen. Ueber den mutmaßlichen Wahlausgang läßt sich nicht? sagen. -j- Laubach, 27. Sept. Ein achtjähriger Junge spielte bei seinen mit Grummetmachen beschäftigten Eltern aus der Wiese, indem er über kleine Erdhügel hüpfte. Plötzlich fällt er und schreit jämmerlich auf. Er war mit der Hand in eine Falle, die zum Fangen der Raubvögel ausgestellt war, gekommen; diese war zugeschnappt und hielt den Jungen fest. Von den herbeigeeilten Leuten konnte ihn ferner befreien, da man nicht wußte, wie die Falle geöffnet wurde. Geraume Zeit dauerte es, bi? e? seinem Großvater gelang, den Knaben aus seinen hilflosen Lage zu befreien. R. B. Darmstadt, 27. Sept. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung machte Oberbürgermeister Morne weg Mitteilung über den Stand der Verhandlungen betr. llebernahme der Dampf st raßen- bahn in den Betrieb der Stadt. Darnach hat das Ministerium der Finanzen sich bereit erklärt, den Betrieb für die Linien Darmstadt —Eberstadt, Darmstadt—Arheilgen und neuerdings auch Darmstadt—Griesheim auf die Stadt zu übertragen. Die Süddeutsche Eisen b ah ngesellsch aft hat den Vorschlag der Stadt, ihr den Betrieb der Straßenbahn zu verkaufen, abgelehnt. Es wurde nun einstimmig eine Kommission von sieben Mitgliedern (der Oberbürgermeister und sechs Stadtverordnete) gewählt, die die weiteren Uebernabme-Verhandlungen mit der Süddeutschen Eisenbahnaesellichaft resp. dem Ministerium zu Ende führen soll. Die Versammlung genehmigte ferner die Annahme verschiedener Legate, die ihr durch Testament der verstorbenen Witwe deS Komerzienrat Keller zusielen. U. a. 50 000 Mk. zur Errichtung eines Kinderheims für arme kränkliche Kinder, 10 000 fDlf. zur Erhaltung der Grabstätte, 1000 Mk. für das Krankenhaus und 500 Mk. für die Ferienkolonie. Auf Vorschlag der Bürgermeisterei wurden die Löhne der städtischen Arbeiter wegen der allgemeinen Teuerung um wSche.ülich durchschnittlich 1.20 Mr. erhöbt, -flür baS städtische Schwi m m b a d hat das Stadtbauamt ein neues Projekt ausgearbeitet, das 900 000 Mk. kostet und demnächst zur Ausführung gelangen soll. — Au? dem der Stadt zugefallenen Vermächtnis des Buchhändler? Schneider, ea. 80 000 Mk., sollen die Zinsen von 32 500 Mk. für die Ausgaben des Krankenhauses und die Zinsen (4 pCt.) der gleichen Summe alljährlich unter die Armen der Stadt verteilt werden. Endlich wurden noch 21 000 Mk. zur Vergrößerung von sechs Wagen der elektrischen Straßenbahn bewilligt. fc. Frankfurt a. M., 27. Sept. Ter hiesige OrtS- verein des VerbandeS deutscher Post- und Telegraphenassistenten beschloß, die Abhaltung von Festlichkeiten im kommenden Winterhalbjahr der herrschenden TeuerungSverhältniffe wegen einzuschränken. — Ein Automobil auS Darmstadt rannte in der vergangenen Nacht in der Nähe von Frankfurt in einen Straßengraben, weil plötzlich Steuerung und Bremse versagten. Die Jnsaffen, Damen und Herren, wurden in großem Bogen herausgeschleudert. Zwei Herren erlisten Verletzungen. Das Automobil wurde stark beschädigt. ICim ft und Wiffenf^aft. Frankfurt a. M., 27. Sevt. Das heutige Kon'. ert der vereinigten Porkshire-Eböre gestaltete sich zu einem glänzenden Erfolg für die englischen Sänger und birt'ifä-.t in dem kunstfreudigen Frankfurt eine Erinnerung, welche uv. • lange nachklingen wird. Der große Konzertsaal des Saalbaues war bis auf den letzten Vlntz gefüllt. Das Kvnzert begann mit einer Ueberraschung für die Zuhörer. Auf ein Zeichen des Dirigenten Dr. Henrh Coward stimmte die Sängerschar unter Orgelbegleitung den ersten Vers von „Heil Dir im Siegerkranz" in deutscher Sprache an. Das Publikum, welches sich bei den ersten Klängen erhoben hatte, dankte mit brausendem Beifall. Es folgte eine musterhafte Aufführung von Edward Elacns „Tbe Dream of Ge- rontius". Nach derselben überreichte an der Spitze einer W- ordnung Herr Adolf de Neufville dem Dirigenten einen Lorbeer- kranz als Dank der Bürgerschaft für die glänzende Darbietung. Die a capella-Chöre, welche den zweiten Teil des Programms bildeten, sanden eine fast noch begeistertere Aufnahme; mehrere mußten auf stürmisches Verlangen des Publikums toicb 'rTintt werden. Am Schluß des Konzerts stimmte der Sänger-Chor Orgelbegleitung den ersten Vers der cimlischcn Hymne an, tz.'-r-- 'das Publikum wiederum stehend auhörte rnb mit nicht endenden Beifall lohnte. An das Konzert schloß sich eine zwanglose Geselligkeit auf Einladung der Stadtbehörde in den Nebensälen an. Die englischen Sänger, die nach dem Konzert nach Mainz reiften, haben an den Kaiser ein Telegramm gesandt, das folgenden Wortlaut hat: „lieber 400 englische Sänger und Angehörige aus Porkshire unter dem Protektorat des Herzogs von Norfolk, die auf einer Säug er fahrt durch das herrliche Rheinland von Behörden und Bürgerschaft deutscher Städte aufs herzlichste empfangen wurden, senden Eurer Majestät, dem Schützer der Künste, ergebenste Huldigung und ehrerbietigsten Gruß mit dem Wunsche, daß auch unser Besuch dazu beitragen möge, die Bande aufrichtigster und beständiger Freundschaft zwischen den stammverwandten Völkern Deutschlands und Englands fester zu knüpfen. Im Auftrage: Embleton, Coward, Lindlar." — Auf der Konferenz für Krebsforschung betonte in seiner Schlußrede Geheimrat von Levden-Berlin, daß die Fortschritte in der Erforschung der Krebs-Krankheit, zu der Hoffnung berechtigen, daß es in nicht zu langer Zeit gelingen werde, das liebel ersolaroich bekämpfen zu können. Vermischte». * Eine gräßlich eSkandalgeschichte. Tie Geschichte von einem 60 jähr. Meßner int katholischen Dorfe Oberoaz (Grau- bünben), der z w ö l f nackte Frauen tt n d Mädch eit gepeitscht und ihnen Blut abgezavft hat, erregt in der Schweiz begreiflicher Weise allgemeines Aufsehen. Die Skmtdal- geschichte geht nach der Voß'. Ztg. in ihreit Anfängen weit zurück; bisher war es aber möglich gewesen, die Kenntnis des Vorfalls auf die Gemeinde zu beschränken und so eine Untersuchung zu verhindern. Ntnnnehr wird sich der verhaftete Meßner wegen Fälschung der Unterschrift des Geistlichen, in dessen Namen die Mädchen und (fronen zur Geißeln ig durch den Meßner ausgefordert tvurden, zu verantworten haben. * Kleine Tages ch r r n i k Auf Station FriedrichSgrtibe Oberschlesien) glitt vom Trittbrett eines fahrenden Znges der Eifenbahnfekretär Schrantin ans Kattowitz ab. Er geriet unter die Räder und ist infolge des Blutverlustes im Kra kenhause gestorben. — In Köln ist der Restanratenr Johann Faßbender unter Mitnahme seiner Kasse, in der sich ein Betrag von 11 000 Mark eines in seinem Lokale tagenden Sparvereins befand, dem ansschließlich kleinere Handwerker angehören, flüchtig geworden. — Am Dienstag wurden auf dem Abort eines Restaurants in Tegel bei Berlin die halbangebrannten Gliedmaßen und der Kopf eines Kindes anfgesimden. Als Mittler des Kindes ivurde das 20 Jahre alte Dienstmädchen Berta Schenk ermittelt und von der Polizei festgeiiommen. — Ein in voller Fahrt befind- liches Automobil überschlug sich durch ein Straßenhindernis bei Quint. Das Automobil ist zertrümmert, zwei Insassen löitrbeit schwer verletzt. — Wie von der Schneekoppe gemeldet wird, schneit es fast nnnnterbrochen weiter. Auf dem Koppen- gipsel liegen meterhohe Schneedünen. Auch die Wege sind stark verweht. Man versinkt stellenweise bis an den Leib in Schnee. — Ein Erdbeben erschütterte das nördliche Vo.gtland; eine Minute larta horte man ein durchdringendes scharfes unterirdisches Rollen. — Ter Schnitter Glowinski in K r a ck o w in Pommern erschlug nach einem Streit mit einem Arbeitskollegen ein Kind von diesem mit einem Besenstiel und verletzte ein zweites schwer. <5erid?tsfaaL (fc.) Wetzlar, 27. Sept. Im Juli d. I. ging ein 16 jähr, aus Ätzbach gebürtiger Bur sch e in Krofdorf auf die Spatzenjagd. Nach Beendigung derselben stellte er das geladene Gewehr in die Wohnstube neben eine 82jährige Frau. Tie alte Frau wollte die Knarre wegstellen, bei welcher Gelegenheit sich die Waffe entlud und das Geschoß der Greisin ins Her?, drang. Gestern stand der junge Bursche vor der hiesigen Strafkammer, die ihn wegen des fahrlässigen Umgehens mit dem Otewehr, wodurch der Tod der Frau berbeigesührt wurde, zu 4 Monaten Gefängnis verurteilten. Frankfurt, 27. Sept. Ter Redakteur Bnsching von der „Frks. Ztg." wurde wegen Rich ter be lei di gung zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Verbandst,ng lag eine Korrespondenz aus Schlesien zu Grunde, die sich mit der Verhandlung gegen den Grafen P ü ck l e r - Klein-Tschirne wegen Nötigung und Beleidiaung vor der Gloaauer ©traffnmmer befaßte. Siseirbahn-Zeitunq. — Die Generaldirektion der schweizerischen Bundesbahnen befchloß die Einführung des 9-Stunden- t a g e s in ihren Werkstätten, ferner eine Erhöhung der Löhne und die Gewährung von Ferien an die Werkstättenarbeiter. handel unö Verkehr, Volkswirtschaft. Insolvenzen. Die Schuhgroßhandlung Artur S ch m o r l in Frankfurt a. M., die bereits seit geraumer Zeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, ist in Konkurs geraten. Die Passiva betragen rund 250 000 Mark. Tie Aktiven belaufen sich nominell auf rund 65 000 Mark, darunter etwa 55 0M Mark Außenstände.. — Ferner ist über die S ch n h f ab r i k H a r t m a n n, Noll ii. Co. in Offenbach a. M. das Konkursverfahren beantragt. Die Passiven belaufen sich nach vorläufiger Schätzung auf rund 150 000—200 000 Mark, denen ganz aeringe Aktiven gegenüberftehen. Märkte. te. Frankfurt a. Th, 28. Sept. iOrig.-Telegr. des „Gieß. Anz.'0 Vieh markt. Zum Verkaufe standen 00 Kalber 00 Schate und Hammel, 390 Schweine; 1. Qual. 80—00 Pf^. Lebendgewicht 63.00—00.00 Pf., 2. Qual. 79-00 Pf., Lebendgewicht 62.00-00 Pfg., 3. Qual. 73—75 Psg. Kälber 1. Qual. 00—00 TL, Lebendgewicht 00—OQ Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00— 00 Psg. Schafe 1. Qualitä: Schlachtgewicht 00—00 Psg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschäft: gut, lleberstand unbedeutend. —^ießcncr Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für SamStag, beit 29. Seotember: Meist heiter, morgen Nebel, trocken, Temperatur wie heute. Schwache, veränderliche Winde. Oriai»?al-DrahtwcL-ungen. München, 28. Sept. Ter Großherzog von Hessen weilt teit ein paar Tagen unter dem Inkognito eine» Grafen von Starkenburg hier. Seine Anwesenheit hangt mit der Darmstädter Kiinstlcrlolonie zusammen. Die Version, wo- nach eine Zusammenkunft mit dem Zaren flattfinden sollte, fällt demnach in sich zusammen. Berlin, 28. Sept. Wie die dcutsch-soz. Blatter mitteilen, ist in dem Disziplinarverfahren gegen den Gouverneur von Puttkammer der Abg. Lattmann als Zeuge vernommen morden. — Wie die Morgenpost auf Grund von Mitteilungen, die au? absolut authentischer Quelle flammen, mitteilen kann, ist e? zwar selbstverständlich, daß der Kolonial- Direktor Dernbourg eine Reise nach Afrika plant, daß er sie aber erst im nächsten Jahre und wahrscheinlich nach Schluß der kommenden Session des Reich?tageS antreten wird. Gotha, 28. Sept. Die Behauptung, die Regierung der thüringischen Staaten wurden gemeinsam den Reichskanzler zur Oe ff nun g der Grenzen im Jntereffe der Linderung der Fleifchnot auffordern, ist nach Erkundigung an maßgebender Stelle unwahr. Ein derartiger Beschluß der thüringischen Ncgicrtmgen besteht nicht. London, 28. Die „Nation al-Review" veröffentlicht im Oktoberhcfi längeren (blödsinnigen! D. Rd.) Artikel über das fr a ö s i s ch - e n gli s ch e Ab k o mm en uiu die Be-.iehu.i7 .r zwischen Frankreich und England. Die „Review" billigt ''S Abkommen und hebt die Vorteil hervor, welche Englund aus demselben zieht. Weiter beschäftigt fie sich mit der Un frfeb enTjlett, welche das Abkommen in Deutschland hervorgerufen habe und spricht von einer Erregung de r deutschen Regierung, die sich heute noch mdit gelegt habe. Weiter erzählt dos Blatt, der deutsche Ka- ' er hätte sich erkundigt, ob die Annäherung znotscleu England uno Frankreich nicht auch auf Deutschland au s g eo ehn t werden könnte. Paris, 28. Sept. Ein Ueberfall, deffen Opfer der deutsche Postvorstand in Marakesch, Holtze, geworden ist, fand in der Nähe des Grabes des Wundertäters Mueloin statt. Einem mit Holtze befreundeten moha- mcdanischen Kaufmanns aus Fez gelang es, die Fanatiker zu vertreiben. Uebereinflinnnenden Aussagen zufolge gab Holtze nicht den geringsten Anlaß zu den Ausschreitungen. Lemberg, 28. Sept. In der Nähe des Grenzortes Rostow wurden vier russische Bauern, welche versuchten, die galizische Grenze zu überschreiten, um Schnaps einzukaufen, von der russischen Grenzwache angehalten. Einer wurde erschossen, drei tödlich verwundet. R a g u s a, 28. Sept. Auf der Boche di Castora fand ein Erdbeben in her Richtung von Südwest nach Nordost statt, das wenig Schaden anrichtete. Belgrad, 28. Sept. Der pensionierte Divisions-General Sretschkowitsch erklärte einem Mitarbeiter der „Pravda", die Zustände in der serbischen Armee seien so faul, daß höhere Kommandeure nicht mehr dienen könnten. Den Soldaten mangele es an anständiger Kleidung, den Pferden an genügendem Fu t ter. Dabei fei der Kr i e g s m i n i st e r Putnik zu unfähig, um diese Zustände zu bessern, er stehe unter dem Einflüsse der Verschwörer. In Pirot wurden Briefe aufgefangen, nach denen für den 15. Oktober ein demonstrativer M a ssen- ailstritt der Offiziere aus der Armee geplant ist. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Odessa, 28. Sept. Durch die A' o r d t a t e n und Ueber- fälle schwarzer Banden aufs äußerste beunruhigt, sandten die Juden eine Abordnung zu dem Chef des Militärbezirkes General Kaulbars. Er versprach für Aufrechterhaltung der Ruhe zu sorgen und fügte hinzu: „Ich warne Sie: kommt ein Mitglied des Verbandes des russ. Volkes zu Schaden, s o w i r d V l u t i n Strömen fließen." Tehfomsche Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. Frankfnrter Börw« 3^°/o Reiehsanleihe . . 98.50 3% do. . . 86.65 3%°/0 Konsols .... 98.65 3% do 86 65 3Hessen 97.80 3%°/n Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 99 20 4’/r’o Oesterr. Silberrente 99.00 4 % ümzar. Goldrente . . 94.70 4% Italien. Rente . . . — 3% Porhuriesen Serie T . 69.50 3% Portugiesen III 70.70 4 x/a 0rnsg.Staatsanl. 1905 85.50 japan. Staatsanleihe 93.45 4% Conv. Türken von 1903 94 75 Tiirkenlose 145.80 4 % Gricch. Monopol-Anl. 53.75 4% Süssere Argentinier . 89.00 3% Mexikaner .... 68.50 4^% Chinesen . . . . 97.30 Aktien: Bochum Guss 243.60 Buderus E. W .... 128.00 Tendenz : fest. Berliner Börse, 28. Canada E. B 183.50 Darmstädter Bank . . . 139.80 Deutsche Bank .... 239.40 Dortmunder-Union C. . .-- Dresdner Bank .... 159.10 Tendenz: mbifi' 28. September, 1.15 Uhr. F.lektriz. Lahmeyer . . . 141.80 Elektriz. Schnckert . . . 128.50 Esch weil er Bergwerk • . 252.60 Gelsenkirchen Bergwerk . 224.20 Ham hure- - Amerik. Paketf. 159 20 Harpener Bergwerk. . . 215.50 Laurahiltte 248.50 Nordd. Lloyd 127.20 Oberschles. Eisen-Industrie 132.60 Berliner Handelsges . . 173.50 Darmstädter Bank . . . 139 90 Deutsche Bank . . . 239.00 Deutsch-Asiat. Bank . . 173.00 Diskonto-Kommandit. . . 183.60 Dresdner Bank . . . 159.30 Kreditaktien 212.00 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 125.00 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 37.25 Oesterr. Staatsbahn . . . 145.50 Prince-Henri-Eisenbahn . 145.00 September. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 214.70 Laurahiltte .... 248.20 f ombarden E. B. ... 87.40 Nordd. Lloyd 127.30 Tiirkenlose 144.80 StretzgcnHieslchnillstssanHerrUeumann! t&S) ’"rui3 sonst morgen total heiser und können in der Der- fammlung nickst sprechen. — Pah — wozu gilst's denn Fays achte Sodener Mineral-Pastillen ? Was sollten beim .-H«. wir Berufsredner, was sollten die Lehrer, die Schauspieler und Sänger anfanneu, wenn sie die Sodener nicht hätten, die telbft, in verzweifelten Fällen auch die sprödeste Kehle wieder geschmeidig machen ? ! Ta, sehen Sie, ohne Sodener treffen Sie mich nie und auf die kann ich mich allemal ‘ffig verlassen. Tie Schachtel kostet nur 85 Psg. mch ist in allen einschlägigen Geschallen zu haben. Ihv11/# M flllllW ä 12Goldene und Kgl. Preuss, SfaatsmsdaiiTel HÖUBEN5 GASHEIZOFEN DJLP. <2: Kaufmännischer Verein L J.6.H0UBEN SOHN CARL-AACHEN aus der 15832 Darmstädter Pferde - Lotterie Ziehung am 17. Oktober. 1 Los nur 1 Mark 1 (Ziehungsliste und Porto 20 Pfg.) Kein Mk. 5000 a'7° und alle Loseverkaufsstellen. hv"/e ■ i Prima (5806 Julius äijtiin«, Netzer 07124 Die trauernden Hinterbliebenen: V\T' 6889 Anfang 8 Uhr. Der Vorstand einladen. [B’%1 Doering. Rühmlichst bekannte: » . SS6/, 6885 10 Mäusburg 10. ä27. Verkaufsstellen für Kaffee in Gießen bei: D’8/s Verkaufsstellen für Tee in Gießen bei: in Lich bei A. Bing Wwe. V'7. BER ENERG I^'Pdüvjnq d ■ ZUfV-7 Wilh. Mayer,Grünbergstr. 27 Jos. Seeler, Ludwigslr. Mein Geschäft bleibt bis Samstag Abend 7 Uhr geschlossen. Es ladet ergebenst ein Ludwig Bierau V, Germania-Drogerie Carfi Seibel, Frankfurter Str. 39 Telephon 593 Frisch eingctroffeu, daher nicht überjährig. Zwetee^eira per Zentner Mk. 3.—, bei Dtehr- abnayme bedelitcnd billiger, I. Hantel, Schlopgasse 6. nerreicht an Wohlgeschmack und Bekömmlichkeit ist der Medizinal - Lebertran (Frankfurter Straße 65) I. 23.: Walther. 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Ohrmcker, Darmstadt Das Kommando. -------------------------------------------s I Carl Seibel, Frankfurterstr.76 I I. M. Schulhof, Alarktstr. Junger, unverh. Mann, der mit Tieren umzugehen versteht, kann sofort als II. Diener eintreten. Lebensstellung! Gute Zeugnisse Bedingung. Tie Direktion der Medizin. Veterinärklinik Eitrige Jugend erhält man sich durch den Gebrauch Ehr. Bieker, 9teustadt 55, Carl Jeckel, Marburgerstr. 25, L. Kalkhof Nachs, Westanlage, C. G. Äleinhe«n,Bahuhofstr. Joh. W. Kurz, Neustadt 28, in Lick bei: A. Bing Wwe. in Lollar in der Konsum- Austalt der Main-Weser- Hütte ■ 3- 11 Kommenden Samstag den 29. September bleiben nufere Gefchäftslokalitäten bis 7 Uhr abends geschloffen. Drucksachen aber Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’sche Universitäts - Druckerei. Schulstr. h M Kernser freiw. fesmredr. Sonntag, den 30. September ♦ Haupt ■ ITebung* ♦ in Gemeinschaft mit der freiw. Sanitätskolonne. Antreten pünktlich 10 Uhr vormittags. Die Mannschaften werden ersucht, pünktlich und vollzählig zu erscheinen. Nachmittags 3V2 Uhr findet in Steins Saalban eine Familienseier statt, wozu wir unsere Kameraden und außerordentlichen Mitglieder der Wehr mit ihren werten Familien Preussische Pfandbrief-Bank. Die am 1. Oktober 1906 fälligen Zinsscheine unserer Hypo- theken-Pfandbriete, Kommunal-Obligationen und Kleinbahnen-Obligationen werden vom 15. September ab an unserer Kasse und bei der Mehrzahl der deutschen Banken und Bankfirmen kostenfrei eingelöst. Daselbst sind obige Papiere zur ,Kapitalanlage und ausführliche Prospekte zur Information erhältlich. ,Ea,r/e Preussische Pfandbrief-Bank. Frl. Elise Rühl, Seltersw. 25 Jos. Seeler, Ludwigstraße, I. M. Schulhof, Marktstr. Chr. SchünhalS, Nordanlage, L. Steinhäuser, 9leuc Bäue. in Krofdorf bei: A. Schmidt Wwe. in Steinbach bet: D,7/t H. Krämer L l.r.WU M Nach-Kirchweihe Nächsten Sonntag, den 30. September. 6616 Das Komitee. Lollar. Gesangverein Heiterkeit. Samstag den 29. September: Abendunterhaltrmg, verbunden mit Konzert, Theater und Tanz im Giessener Festsaal (Cafe Leib). Meßmer^ Wohlgeschmack und PreiSwürdigkeit tverbeu ihm stetig neue Freunde. Loden-Capes (Wettermäntel) für Herren und Knaben wasserdicht Imprägniert In Lrau und .grünmelierten färben in grosser Auswahl vorrätig. Preise für Herren-Capes: 10.—, 12.75, 15.—, 18 21.-, 27.-, 30.-. für Knaben-Capes: 5.—, 6.—. 7.—, 6560 8.50, 10.—. 11.-. 12.50. Gebr. Stamm Marktplatz — Tel. 384 — Schulstrasse. X Abscbmulzen /Z färbt sofort a. 'v /Z' Prämiiert m.mehrer. Z' gold. Medaillen. v zZ Garantiert unschädlich. Z' Alleinverkauf: B878 Emil Koch Herren- u Damen - FriaeurgoBchäft 02 Bahnhofstrasse 62 Tanz-Unterricht Mein diesjähriger Kursus beginnt wieder am 1. Okt. d. §5. ®efl. Anmeldungen werden Wetzsteiugaffe 31 entgegen- genommen. Hochachtungsvoll Karl Schmidt Tanzlehrer, Mitglied des Bundes deutscher Tanzlehrer. Privat-Urrterricht zu jetar rageSzeit» [6176 ladet freundl. ein Anfang Nachmittag 4 Uhr. Lollar. Unsere Spezial TOPISSOOO Abteilung von einer ersten Tapisseristin geleitet, enchält alle Neuheiten „ Saison Wir übernehmen das Entwerfen, Vorzeichnen, Anfängen sowie Fertigmachen aller in die Tapisserie- Branche einschlagenben Arbeiten. Unser Lager ist sehr reich sortiert und umfaßt alles von der einfachsten Arbeit bis zum feinsten Geschmack und bitten wir unsere werte Kundschaft, unsere Lager zu besichtigen. — Vorzeigung bereitwilligst und ohne jeden Kaufzwang. A. Salomon & Oie WtichttW Gießen Wir bringen hierdurch zur Kenntnis der Bezirksangehörigen, daß vom 1. Oktober l. I. ab bei unserer Kasse die tägliche Verzinsung der Einlagen zur Einführung gelangt und daß jeden Werktag von vormittags 8—1 Uhr und nachmittags von 3—4V, Uhr die Kaffe geöffnet ist. Gießen, am 22. September 1906. Direktton der Bezirkssparkasse Gießen. FRANKFURT um r», x ellter Giesqp; piyittS — Der . 1 Los nur 1 Mark orto 20 Pfg.) imBetS?? Sb kompl. Pscrde i W D S!' 80°0. 2000. KS£?*W* eite von ^-lOSvo. , - Rk. 5000. hen durch: ' Darmfiobi kaussstellen. hv«/, eibt As Lams geschloffen. *■, W HeÜÄ September: rhMng, Theater und Tanz aal (Cale Leib). $cr Korftanb. tr burd) Sminbmitglitba tut' . September Febung ♦ s. Sanitfitskolonne. mittags. Tie Mannschaften vollzählig zu erscheinen. t in Steins Saalbn« em mre Kameraden und außer- : mit ihren roedtn ^mtheu las Mmando. ifesi'BaM ort ===== , « siattstndmdm stballe Serien 6®'“?’“ zur Audi M« B11 - Lollar- rPeihe 30. 6885 sr c ED. -Ls» CjO „lX> - 3 c.p a^£ 2 .c ** 3 ■A 3 g ~ 3 A :-= « c-.'=- >5.5 5 3 x-> -- K-S.-a Es r.Sjoä Tft "XI ■£ CT) — ' E. — ’S u E "gj 8**s* L> ■o o ■e8 8 a S s o a, °<5) «ft 45 2 £ E £ iS en u> E o * ~ 2 •ä-Q g a < a E 5 . =e -g 3 — o 3 *■* SsS^EB ff-EFZ- «- a cs z^= ^5 ’£ au A ~ a Ö 3 5 ~ . = I " C.ü 2 3Z Q -3 ej S 3 c'p 5 ».2.0-0 “3 LS5? - ■2.B «»'Z'L-Z-- Hu 0OÄ WöI^Zs c-E *e P Sä i «o x; -c ,®a <3 — v V * p r " 5- p o ; CT.-5°,^C = er. c bAsL-ELdZL E5-S C A 3« 4. 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E ö r-, — S&'O^OdG'3 E- •t- —- 2 CD 3- 3 s K^2'Z.e Z S :g?äÄ S'-x'Ero oP V uv uu :5ö§p5 ' «y3 s, 2.« ÖD 3. e 5 —■ 2 9-ffo K^ 3«- »5- ff«S^GZ ! ,2 e«9 r^)ff§öD^»o Sffa'9rd 0 0^30 to 3^ LZ @3 8«§ S'3’3 3 3 s-A e»2 = ®srs§ UV «t — 3 3 @ö G 5 ff ffff 3 M S*o |g Cr r-> 3 5 P — §§g®""ä| 5 o O-Q 9^ uu 3 D-L 5Müi*-3« a &ägffg«3" ®&H re9“39u'ö'gJ|^re Z§ff^5 ZA3L'^Z ff 3 2 ff "ff 8 2,er_. -r.:^e- 8 er e — >-«ff o E Cuff ,»®9 off 3 er ff ff DI 3 ffff ?p&3 V"cP § »V 3 ö 3CS <2' @ e VD vo -S e. <5 J. P pÖ? AZ p p N p^- -— e o *-* cd ■'S es — P £ o 's? — — P o <= »xii >-- 'S'VD Z-ZZ „ § js ZN CD ti V> ,.__in •p’p^ c .poo R) ” Z ff s p o N ^=' 2 ^iP.' 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