U'äL'ii?» »=; isarbeiterinnen > gegen hohen Lohn daE Tilgung bei feobr. Imheoser ^karktplatz 9-10. blejr&ii *• ■“ gelugt, anww 'öl,l|lbcii(Jl(eih?e ,Q|m ^rgulung. ) ,c Segn». ••• —«oigcn laqsuh? MZK ■~-^Ütoeg 26, L •<’e# aoirTPiin^; JtmitiurtetJ^M, c ° Aushilfe “9t unb ÖQusatbeit uo» ’Ä*i**r 1 jüngeres Mdche- Mm : mit guten äeujiiifate : in kleinem M U Lchmidl, 9U ; I] Äraves MW |, &!' W.jowiekiWM'.a^, ^cißcnbadi, cotintitflr.32. M** joiuilag M'i |Cnv‘, ü J»**rf**V «b°A«KZ!! ""‘Siy e*Ä«‘“C' -einer gC1I - Achtung! Linker ParilerHrmoio-!. in beii grölen Siäblc a§ groöeöÄnijehm eueqi mz genau und nu'-iu?- nd ‘Muröt in jckrr h sü)til W«?enitbi a\ nxid) \ptcd)tn ben2..:' ,M. von morgens 102 ds 9 Uhr Lindenplah I?' MckM' lüitzbügeln kam man r-- Wochen itoifyonjBB^ FOÜOM .n prima Sichtrheit r ', zu leihe» geiunt d, Gießener Anzc'^__ 1 Wh *'? w** E nV! e lai' «H£ bci ev.- ' SiÄi» Reterbel^J i|U||p gch ||UUl tedantr.51,1'11,!. Nr. 97 Zweites Blatt 156. Jahrgang Donnerstag 26 2lpril 1906 Erscheint Mß!?ch mit Ausnahme des Sonntags. Die ^Eletzener KamNienblättett' werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der hessisch« t«-»lrt- erscheint monallich einmal. Siehener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brübl'lch« UnwerütätSdruckerei. R. Lange, »tetz«. Redaktion. Expedition u. Druckerei! Scbukstr-L. Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr.: Anzeiger -Sieb«. General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Aas ZÄttitär-^ensionsgeseh. Ein qlicr Offizier schreibt: Die Budgctkommissivn des Reichstags hat die Beratung deS RrilitärpensionSgesetzes wieder ausgenommen. Man hat den Eindruck, daß es mit der Erledigung dieser Vorlage nun endlich Ernst iverdcn soll. Wahrscheinlich wird der cnd- giltigc Rcichstagsbeschluß innerhalb dieser Tagung erfolgen. Die Vorteile des neuen Gesetzentwurfs, wenn er so angenommen wird, wie iljii die Regierung vorgclcgt hat, dürften in weit überwicgcndenr Matze den jetzt noch aktiven und nur in beschränktem Umfang den alten Offizieren zugute kommen. Tie Hoffnung der alten Offiziere auf einen Ausgleich ist gering. Tie Verbesserung, die der Entwurf in Aussicht stellt, erstrecken sich insbesondere auf zwei Hauptpunkte. Erstens ttriH man das pensionssahige Tienstcinkommen der jetzt aktiven Offiziere um 500 Mk. erhöhen. Alle vor dem 1. April 1905 verabschiedeten Offiziere, auch selbst die an Kriegen leilgenommen haben, sollen von dieser Verbesserung -ausgeschlossen bleiben Hingegen sollen nach den vorläufigen Kommissionsberatungen alle aktiven Offiziere bis einschließlich Brigadekommandeure in die Erhöhung eingeschlossen sein. Ter zweite Hauptpunkt erstreckt sich auf die Berechnung der Tienstjahre. Bisher betrug nach zehn Jahren die Pension 15 Sechzigstel des pensionsfähigen Einkommens und wuchs jährlich um ein Sechzigstel; nunmehr sollen nach 10 Jahren 20 Sechzigstel, jährlich um ein Sechzigstel wachsend, gewährt werden. Tiefe Bestimmung ist insofern von Bedeutung, als die Höchstpcnsion fortan mit 35 statt wie bisher erst mit 40 Dienstjahren erreicht wird. Die Korn- urislon hat diesem Vorschläge zugestimmt mit dem für die Praxis wenig einflußreichen Zentrumszusatz, daß vom Regimentskommandeur aufwärts die Pension nach dem 30. Dienstjähre nur um ein halbes Sechzigstel steigen soll. Dieser Zusatz wurde voraussichtlich nur einen Teil der besonders schnell avancierten Regimentskommandeure treffen. Diese □her haben meist die Aussicht, weiter zu avancieren. Die Regimentskommandeure, die aus der Front hervorgegangen sind, haben, ehe sie in ihre Stellung gelangen, großenteils das 35. Tienstjahr überschritten. Was nun den Wirkungsbereich der Erhöhung von 15 auf 20 Sechzigstel anlangt, so hat die Regierung vorgeschlagen, alle Kriegsteilnehmer einzuschlietzen. Diese Konzession ist um so erfreulicher, als die Kriegsteilnehmer im Vergleich zu den sogen, anerkannten Kriegs invaliden bisher benachteiligt waren. Zu dem weiteren Schritt, die alten Friedensossiziere den jüngeren Friedensofftzieren gleichtzustollen, hat sich die Regierung rächt entschließen können. Wenn somit in dem ersten Hauptpunkt alle alten Offiziere von der Verbesserung ihrer Lage ausgeschlossen bleiben, Lut Uvciten Hauptpunkt ein Teil der allen Offiziere, so liegt es auf der Hand, daß eine aus gleichen de einheilliche Gerechtigkeit durch das neue Gesetz, wie es die gtegierung vorgeschlagen hat, nicht zu erhoffen ist. Ter Reichstag wird mich dieser Richtung hin kaum etwas zum Besseren wenden. In dankenswerter Weise hat die Kommission die Vorlage verbessert durch Ermächtigung der Militärbehörde, in Fällen besonderer Bedürftigkeit die Pensionen von Leutnants auf 1200, Oberleutnants auf 1800, Hauptleuten auf 2400 Mk. zu erhöhen, sofern das Gesamteinkommen diese Hohe nicht übersteigt. 'Die Verstümmelungszulagen sind in der Kommission von 900 und 1800 Mk. auf 1080 und 2160 Qjlart erhöht worden. Man befürchtet allerdings, daß diese Erhöhung mit Rücklicht auf das Mannschaftsgesetz zu hohen Aerbrauchszahi.cn führen kann. Daß eine in wohlwollendem Sinne beabsichtigte prinzipielle Erhöhung der Zulagen für Kriegsinvaliden von der Kommission nicht genehmigt wurde, scheint eine Folge der Prinzipien zu sein, die man an maßgebender Stelle bei Unterscheidung der Kriegsteilnehmer von den Kriegsinvaliden zur Anwendung gebracht hat. __ Deutscher Reichstag. 87. Sitzung vom 25. 21 p r i ( 1906. Bei der Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete für 1903 tadelt 9(bq Erzberger (Zentr.) die enormen Etatuberichreilungen beim Koloiüalaml. Während bei allen übrigen Etats zwölf Positionen ausreichen, sei beim Etat von Kamerun eine dreizehnte Position nur für Etatsüberschreltungen eingerichtet worden. An einem solchen Verhalten müsse die schärfste Kritik geübt werden. Redner unterzieht dann die Ueberfchreitungett ber den einzelnen Etatstiteln einer eingehenden Untersuchung. So feien bei|piel5- weise in Kamerun Bauten ausgeführt morden, die m der hier vorliegenden Uebersicht erscheinen, die aber nicht vom Reichstage genehmigt worden seien. „ . .. n . . ... , Gch Rat Seitz begründet die teümeiie allerdings erhebliche Ileberschreiluiig des Etats von Kamerun mit dem wohl zu medng Qnaesetzlen Anschläge. , . .. „ , Unterstaalsjekrelär Twele geht am die Bemängelungen Erz- beraers in rein etaltechnischer Beziehung ein und erklärt, daß diese Bemängelungen in der Rechnungskommisslon aufgeklart werden CWWÄ Kopsch (sr. Vv.) meint, die EtatsübersAeüungen sollten vmter regulären Verhättnisten unterbleiben. Besonders sei zu verwerfen daß beispielsweüe der Gouverneur von Puttkamer teure VergnügungssalMen auf Rcichskostcn unternommm habe imb durch seine Vorliebe für teure Bichgattungen den Etat betastete. Charakteristisch sei das Urteil des Mmrsters v. «öden Wer Putttamer, welches dieser dem damaligen jieiQ)yi analer Caprivi vor der Ernennung Puttkamers zum Gouverneur^ ti» stattete. Darnach hatte Puttkamer große ^>?äwnen zum Auel und Neigung zu einer bodenlosen Bummelei m Geloschen. (Hart. Gflört' links.) Es sei ein re^t gewagter aft zusammengeschlossen werden. Staatssekretär Tr. Nieberding erhärt gegenüber dem Vorredner, dieser habe überleben, daß auch die Mehrzahl der Handels- fammem sich für eine Milderung der Haftpflicht ausgesprochen haben. Auch die Verhältnisse der Gewerbetreibenden seien Gegenstand der Erwägungen gewesen und hätten bewiesen, daß der Gesetzentwurf im allgemeinen Interesse liege. Abg. Held (natL) erklärt, der Gesetzentwurf entspreche vollständig dem, was der Reichstag in feiner Resolution gefordert habe. 9tut bei einer Verschuldung trete sonst die Haftpsiicht ein. Rur bet den Tierhaltern fei eine Ausnahme gemacht. Tas entfpreche nicht den fonstigen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches. Nicht nur die Landwirte sondern auch die kleinen Gewerbetreibenden hätten unter der Haftpflicht, wie sie jetzt bestehe, zu leiden. Abg. Schrader (ireis. Vg.) meint, die Sache liege nicht so einfach wie es den Anschein habe. Ueber die sozialpolitischen Gesichtspunkte, unter denen die Vorlage zu betrachten sei, werde man sich in der zweiten Lesung unterhalten können. Abg. B o k e l m a n n (Rp.) erklärt namens seiner Partei die Zustimmung zu dem Gesetzentwiirf. Abg. B u r l a g e (Zentr.) führt aus, die Gegner der Vorlage berufen sich darauf, daß jeder für den Schaden einstehen müsse, der durch den Betrieb entstehe. Das fei richtig. Nur müsie es sich um eine außerordentliche Gefährdung handeln. Wenn diese Vorlage angenommen werde, so bewege sich dies völlig im Rahmen des bürgerlichen Gesetzbuches. Abg.Ntolkenbuhr (Soz.) führt aus, das 6)esetz habe einen agrarischen Charakter. Wenn der Tierhalter wisse, daß seine Ersatz- pflicht vermindert werde, so werde er es nur zu leicht an der nötigen Vorsicht fehlen lassen. Redner tritt schließlich für Kommifsionsberatung ein. Abg. Hilpert (Bauernbtmd) erklärt ferne Zustimmung zu der Vorlage. t Nach weiteren Bemerkungen von Stolle und B u r l a g e erklärt ~ L , Abg. Storz (Südd. 93pt), daß ferne Freunde der Vorlage sympathisch gegenüberstehen. Ta ein Antrag aus Kommlsironsberatung nicht gestellt ist, wird die zweite Lesung im Plenum erfolgen. Darauf vertagt sich das Haus auf Donnerstag. Dienstvorlagen, Automodllhaftpflicht- gesetz und Vogelfchutzgesetz. polttifd?e Sagesscharr. * " Zum Tentscheumord in Paraguay. Tie Ermordung des kaufmännischen Beirats beim deut^ schen Konsulat in Asuncion, 5er Hauptstadt Paraguays (vgl. die gestrigen Telegramme), zeigt wüllrerum, welchen Gefahren die diplomatrsck)en Vertreter in den mit Misch? llngsbevölkerung durchsetzten Staaten «Süöamerikas preis- gegeben sind. Es ist nid)L das erstemal, daß sich Fanatismus und Niedertracht Meter Halbbarbaren gegen Deutsche richten. ^Selbst in dem auf verhältnismäßig hoher Kullur- stuse stehenden Mexiko ist ein deutscher Geschäftsträger, der Konsul Gustav Steiu in Puebla, gemeinem Meuchelmord zum Opfer gefallen, und man muß es wohl nur dem Ansehen und der Energie des deutschen Gesandten in Mexiko, v. Wcrngcnheim, zuschreiben, daß die mexikanische Gerichtsbehörde durch den Reichllcm des H.vuptschuldigen sich nicht abhalten ließ, einen Prozeß anhängig zu macheu, dessen Ausgang im ganzen Lande mit Spannung erwartet wird. Zumeist gelingt es den Uebeltätern im ehemals spanischen Amerika, durch nicht zu knapp bemessene Geldspenden der Strafverfolgung zu entgehen. Gehört der Täter eines an einem ftenrdländischen, b. h- nick tamerikanischeu Bürger verübten Verbrechens gar der Armee au, mit der es die jewellige Regierung der Freistaaten nicht verderben darf, dann ist von der Ein-ctung entes Strafverfahrens überhaupt keine Rede. Das lyat sich vor einigen Jahren gezeigt, als ein älteres, ängeseljenes Mitglied einer deutschen Kolonie in Brasilien von einem bcrruukenen brasilianischen Offizier, der in eine F. st Gesellschaft eindrang, in der rohesten Weife mißhandelt wucde. Angehörige der Vereinigten Staaten sind solchen Ynsulien nicht ausgesetzt, man fürchtet eben Me Derbe Faust des Onkel Sam. Aber vor der -fernen deutschen Staatsgewalt besteht ftin o-^.licher Respekt. Es konnte das den Wunsch anregen^ die oenljchen KricgsMfte möchten häufiger die Flagge zeigen in den Hafen Süd- und Mittclamerikas. Während früher Jahre vergingen, ehe ein deutsches Kriegsschiff sichtbar wurde, zumal au bet Westküste Südamerikas, ist e? neucrbings in dieser Beziehung besser getoorden. Tie Anwesenheit dco „Pantt-.er" an der brasilianischen Küste hat delännlltch zu einem Zwischenfall mit der Regierung in Otto de Janeiro geführt, der ben deutschen Gesandten dort nicht gerade auf der Höhe der Situation sah, und das Kriegsschiff „Falke" ist auf dcm Amazoncnstrom bis tief ins Land innere eingedrungen. Tie Kreuzer können aber nicht überall fein, und was Paraguay betrifft, das wegen des Deutschenmorbes jetzt sühnepflichtig ist, so ist es als einziger Binnenstaat Südamerikas fiiv Kriegsschiffe überhaupt unzugänglich. Deutschland hat freilich noch andere Wege, von der Regierung Paraguays Gv- nugtuuug zu erzwingcu, falls solche uicht freiwillig gegeben wird. Am besten wäre es, wenn die Sack)c nach ihrer gründ- ätzlichen, ftaatSrechllichea und staaispjlichllichen «Seite hin auf dcm im Juli d. I. in der Hauptstadt Brasiliens ftotl- inbenben Pau amer ikauischeri Kongresse erörtert würde. Die Washingtoner Regierung, die ja ihren Einfluß auf die. mittel-- und südameritanischen Staaten mit Aussicht auf Erfolg zu festigen und zu erweitern trachtet, konnte sich ein Verdienst erwerben, wenn sie ihren Schützlingen zu vec- steheu gäbe, daß auch eine amerikanische Staatsgewalt sich Der Ehrenpslick)! nicht entziehen darf, Leben unb Interessen sriedlick-er Ausländer durch rücksichtslos« Anwendung der Gesetze gegen Freveltat zu schützen. Italien und Berlin. Die „Köln. Ztg." berichtet aus Rom über die Aeußer- ungen des Ministers des Auswärtigen, Grafen Guiccar- dini, im römischen «Senat (vgl. den gestrigen Leitartikel) unb betont, es habe ur Deutschlanb sehr wohltuend berührt, baß manche italienischen Blätter bie Be-- rechtigurig der deutschen Verstimniung über die Art und Weise der BelMidlung der Treibundpolttik seitens eines Teiles der italienischen Presse anerkannt haben. Bei dieser Gelegenheit tritt die „Köln. Ztg." der Annahme entgegen, nach weicher der bevorstehende 'Jtiuftritt des Grafen Lanza ein Anzeichen für eine politische Verschlechterung der Verhältnisse zrvischen Italien und Deutschland sei. Tatsächlich habe Graf Lanza nicht nur wegen feiney vorgerückten Alters, sondern auch wegen des Klimas schon seit zwei Jahren seinen Mschied nehmen wollen, habe sich jedoch nur auf dringendes Bitten des Kaisers, der für Graf Lanza eine große Verehrung hege, zum Aufschub belvegcn lassen. Auch alle llalienischcn maßgebenbeu Kreise, so fährt das Blatt fort, hatten stets für den loyalen unb vornehmen Charakter des dem Drcü- bunb entschieben ergebenen Botschafters Anerkennung. Deshalb tfl es entschieden unzutreffend, daß Graf Lanza öes- »vegen gehe, weil il)-m der Berliner Boden nach den letzten Erörterungen zu heiß geworben sei. Es ist rioch nicht bestimmt, zu welcher Zeit Graf Lanza seinen Posten cnd- gütig verlassen wird. Als sein Nachfolger wird ber ftühere Mlliister des Auswärtigen, Ti San Guiliano^ betrachtet, von dem mau annehmen könne, daß er bia italienische Botschaft im Geiste Gras Länzas führen und! alles in seiner Kraft stehende tun wird, um die Beziehe ungen zwischen Deutschland und Italien so loyal wie vertrauensvoll zu gestalten, wie dies dem Bundesverhältnis' der beiden Staaten entspricht. Ein späteres Berliner Telegramm der „Kolli. Ztg."- besagt dagegen: Wie wir erfahren, hat der italienische Botschafter Graf Lanza sich im letzten Augenblick noch bewegen lassen, auf seinem Posten »u bleiben. 9?ad) zuverlässigen italienischen Meldungen soll, dem Bureau Herold zufolge, die Regierung in Rom den Grafen angewiesen haben, seinen Posten noch mindestens bis zum .Herbst dieses Wahres weiter zu behalten. Bezeichnenderweise veröffenllicht übrigens die „Nordd. Allg. Ztg." bie Aeußerungen bes Grafen Guiccarbinst ohne ein Wort der Zustimmung unb Sympathie hinzuzufügen. In anderen Blättern wird die Rede direkt ungünstig beurteilt. So schreibt die „Voss. Ztg.", bie Rede reiche jebenfalls nicht aus, bas gründlich erschütterte Vertrauen zu Italien alsbald wiederherzustellen. Dazu bebürfe es beweis-- fräftiger Taten, bie man abwarten werbe. Die „Tagesztg." meint: 23enn bie Erneuerung bes Bünbnisses wieder zur Erwägung stehe, so werden wir es uns doch ernstlich überlegen müssen, ob wir für einen Staat Verpflichtungen ein- gehen sollen, der sich uns gegenüber zu nichts verpflichtet fühlt. Nach einer Depesche des „Lokalanz." wird König Eduard zum Besuch des italienischen Königspaares und der Mailänder- AnsstÄlung am 29. April erwartet. «Sehr schön, das hatte noch gefehlt. König Eduard findet sich überall ein, wo das Eisen heiß zum Schmieden ist. In Paris Empfang Tel? cassös, des intimsten Gegners Teutschllurd, unb in Mailand kann sich der britisck)e Herrscher von den mit Deutsch? land Unzufriedenen feiern lassen. Tie Innigkeit der Freundschaften, die unsere Freunde mit anderen schließen, wird, immer größer. Tie „Times" kommentiert die Erklärung des Italien. Ministers und sagt, daß in anbetracht der Zeitungspolemik zwischen der deutschen und italienischen Presse diese Er- klärung einen äußerst guten Eindruck mache. , Heer und Flotte. — «Sein 75. Lebensjahr vollendete anr 25. b. M. ber in Darmstadt im Iruhestanb lebende Gen.-Major z. D. Major v. Kunowski. 1874 war er Bataillonskomman? deur im Jcmf.-Regt. Dcr. 117 in Mainz, 1883 Oberst und Konnnanbeur bes 72. Regiments^ in Torgau unb 1888 als Generalmajor Kommandeur der 50. Jnf.-Brigade' in Darmstadt .Im August 1889 wurde er aus sein Abschiedsgesuch nach einer aktiven Dienstzeit von 40 Jahren mit Pension zur Verfügung gestellt. — Generalleutnant v. Pr i 11 wi tz und Gafftou, bisher Kommandeur der 8. Division in Halle, ist mit der Führung des '16> Arm-e ekorps m M-e tz beauftragt worde:i. Kommandierender General dieses Armeekorps war bekanntlid) bei. verstorbene General der Infanterie Stötzer. !Cir4>c unb Schule. Aus dem Kreise Alsfeld, 25.April. Den Lehrern der Fortbildungsschulen unseres Kreises wird eine Nachzahlung von 25 Pfg. für die Stunde bei weniger als 21 Schülern und bei mehr als 21 Schülern von 50 Pfg. zuteil. Im Kreise Gießen bezogen die Lehrer seither schon 1,25 Mk. für die Stunde. Die Vergütung für die Fortbildungsschule stand seither noch auf der Stufe, mit der sie vor 30 Jahren angefanqen. Nachdem alle Löhne, Vergütungen und Besoldung seit dieser Zeit in die Höhe gegangen, ivar es ein Akt des Ncchls und der Billigkeit eine nicht mehr zeitgemäße Vergütung etwas aufzubessern. — „prall'* a l S Titel. Ten unverheirateten Lehrerinnen in Preußen ist das Recht verweigert worden, sich Frau zu nennen; ^dagegen ist die Anrede Fran den Leiterinnen der Schulen gestattet worden. So hat, wie jetzt aus Augustenburg gemeldet wird, der vreußische Kultusminister der neuen'Letterin des dortigen König!. Lehrcrinnen-Seminars, Fräulein W e n t s ch e r, der bisherigen Vorsteherin der Königin Luisen-Stiftung zu Berlin, den Amtstitel „Frau Direktorin* verliehen. In Oesterreich ist dagegen auch den unverheirateten Lehreriimen der Titel „Frau" verliehen worden. Das 50jährige Jubiläum des Geh. Justizrats JöÜel in Friedberg. (Original-Artikel des „Gießener Anzeigers".) -Friedberg, 25. April. Sein 50jähriges Berufsjubiläum beging heute der in weiteren Kreisen bekannte Rechtsanwalt und Notar, Geh. Justizrat Hermann Jöckel hier unter zahlreicher Anteilnahme von Vertretern der Behörden, Berufshenoffen von hier und außerhalb und der Einwohnerschaft. Der Jubilar, der sich noch großer geistiger unb (abgesehen von seiner Schwerhörigkeit) körperlicher Frische erfreut, lsatte seine reichen Gaben seit langen Jahren in den Dienst des öffentlichen Wohls gestellt und auf vielen Gebieten mit großem Erfolg gewirkt. Er war längere Zeit Beigeordneter der Stadt Friedberg, seit 32 Jähren Mitglied des Meisausschusses und seit 21 Jahren Mitglied der Kreisschul- kommisiion des Meises Friedberg. Das Landtagsmandat der Stadt Friedberg, das er längere Zeit nute hatte, mußte er infolge seiner Stellungnahme zum direkten Wahlrecht bei der Wahl vor vier Jahren an den Freisinnigen Damm abtreten. Zu der heutigen Jubelfeier erschienen schon am Vormittag die Herren Landgerichtspräsident Kullmann, Landgerichtsrat Geh. Justiz- rot Dr. Schäfer, Oberstaatsanwalt Theobald, Kreisrat Fey mit einer Anzahl Mitgliedern des Kreisausschusses und der Kreisschulkommission. Ferner die Rechtsanwälte Justizrat Dr. Gutfleisch (als Vertreter der Anwaltskammer), Justizrat Metz (als Vertreter der Notarkammer) und Rechtsanwalt Römheld aus Gießen (als Vertreter des Notarvereins). Landgerichtspräsident K u l l m a n n überreichte dem Jubilar die Krone zum Philippsorden 1. Klasse. Namens der Staatsanwaltschaft beglückwünschte OberstaaiSanwalt Theobald den Jubilar, für die Oberbessischen Rechtsanwälte sprach der Rechtsanwalt Justizrat Dr. G u t s l e i s ch. Er überreichte eine Blumenspende, welche Gabe er mit folgenden Worten begleitete: Hochgeehrter Herr Kollege! Bom Vorstände der Anwaltskammer, der Sie bereits schriftlich begrüßt hat, und ganz besonders vom Oberhessischen Anwaltsverein ist mir der angenehme Auftrag geworden, Sie zu Ihrem heutigen Jubeltage zu beglückwünschen. Sie haben Ihr ganzes Leben in den Dienst der Rechtspflege gestellt, und da Sic spezial die Rechtsanwaltschaft zu Ihrem Berufe erwählt und die Aufgaben dieses Berufes rühmlichst erfüllt haben, so ziemt es sich ganz besonders für uns Anwälte, daß wir Ihnen herzlichen Dank sagen für die hervvrragende Art, in der Sie das Llnsehen unseres Sürndes. bewahrt und gemehrt haben. Es ist eine lange Reihe von Jahren, auf die Sie heute mit Genugtuung zurückblicken dürfen. Die Jahrzehnte seit Ihrer ersten Verpflichtung zum Jüstizdienste waren ausgefüllt mit vieler Arbeit imb Mühe, auch mit mancherlei Sorgen, und selbst persönlicher Kunrmer ist Ihnen nicht fern geblieben. Um so mehr wünschen wir, daß der Mutige Tag keinen Abschluß Ihrer Arbeit bedeute, sondern daß Sie in der Frösche, die Sie sich stets bewahrt haben, noch viele Jahre mit Swen Kvllegen die gemeinsamen Aufgaben unseres' Standes noch weiterhin erfüllen zur eigenen Ehre und zur Ehre des ganzen Standes. In diesem Sinne hoffen wir auch, daß eA sticht das letzte Jubiläum ist, das wir harte mit Ihnen feiern. Im Namen aller Kollegen bitte ich'Sie um freundliche Aufnahme der Mumenspende, die mich begleitet und lade Sie ein, einem Feste des oberhesfischen Anwaltsvereins, das wir für Sie auf Samstag bereitet haben, Ihre Teilnahme zu schenken. Nochmals nehmen Sie die Versicherung unseres Dankes für Ihre stete Hvchhaltung der Standesehre und unsere herzlichsten Glückwünsche! Die Rechtsanwälte Römheld und Justizrat M e tz beglückwünschten im Namen der Notarkammer ihr Seniormitglied und überreichten ebenfalls eine Blumenspende, endlich ließ noch da? Amtsgericht Friedberg durch Oberamtsrichter Warthorst herzliche Glückwünsche aussprechen. Für 'das Kreisamt beglückwünschte Kreisrat Fey den Jubilar mit folgenden Worten: Mit herzlicher Freude nehmen die Mitglieder des Kreis-Ans- schusses und der Meisschulkommission, sowie des Kreisamtes an dem heutigen Tage Anteil. Unsere besten Glückwünsche bringen war Ihnen dar. Es ist uns eine besondere Ehre, daß wir Sie auch zu den Unsrigen in der Verwaltung rechnen dürfen. Sie haben Ihre Wirksamkeit nicht auf das Gebiet der Justiz beschränkt, Sie haben auf dem Gebiete der Verwaltungsrechtspflege, der Kveis- und Gemeindeverwaltung eine ganz hervorragende und gedeihliche Tätigkeit entwickelt. Ihre vorzüglichen juristischen Kenntnisse auch auf diesem Gebiete, Jl>r Scharfblick, Ihr gewissenhafter Fleiß und Ihr für die Wohlfahrt der Bevölkerung in Treue schlagendes Herz, haben Sie hierzu vorzugsweise befähigt. Dem Kreise haben Sie in 32 jähriger Wirksamkeit als Mitglied des Kreisausschusses und in 21 jähriger Mitgliedschaft bei der Kreisschulkommiffion ausgezeichnete Dienste geleistet für die Ihnen nicht nur die heute erschienenen Vertreter des Meises, sondern^ die gesamte Bevölkerung des Meises Dank schuldet. Heute vor 50 Jahren sind Sie in das öffentliche Leben getreten, dieser Tag ist auch sür die Verwälttmg, die dem öffentlichen Leben angehört und dient und in der die Wahrung des öffentlichen Interesses eine so ausschlaggebende Richtung einnimmt, von ganz besonderer Bedeutung. Mögen Sie uns noch recht lange erhalten bleiben! Mögen Sie, wie seither mit uns wirken und arbeiten auch fernerhin in dem Sinne, dem ich im Hinblick auf Ihre Eigenschaften und Ihr Schaffen mit den Worten Ausdruck geben möchte: Jü Treue fest, stets dienstbereit. Für Wohlfahrt und Gerechtiakeit! Aus Stabt unb Land. Gießen, den 26. April 1906. •* Die Schwurgerichtssitzungen der Provinz Ober- heffen für das zweite Vierteljahr 1906 beginnen Montag, 11. Juni l. I., vormittags 91/, Uhr, unter dem Vorsitz des Landrichters Brüel hier. ** 8-wolI-Messe. Wie wir dem in der „Köln. Ztg.* mitgeteilten Programm für das Pfingsten in Aachen stattsindende 83. mittelrheinische Musikfest entnehmen, wird dort am ersten Tage die hohe Messe (8-moU-Messe) von Joh. Seb. Bach zur Aufführung gelangen. Es ist dies ein erneuter Beweis, wie sehr man in musikalischen Kreisen bestrebt ist, dies herrliche Werk des großen Komponisten, deffen Aufführung durch den hiesigen Konzertverein demnächst ja bevorsteht, ebenso populär zu machen, wie seine Matthäus- passion. Vielleicht genügt dieser Hinweis, um die Freunde des Konzert- und des akademischen Gesangvereins nochmals aus die bevorstehende Aufführung aufmerksam zu machen. w Die Reinhardtsche Millionenerbschaft. Ueber den gegenwärtigen Stand dieser vielbesprochenen Erbschaftsangelegenheit gehen uns von unterrichteter Seite nachstehende Mitteilungen zu: In die Hand nahm die ganze Angelegenheit vor ca. r/z Jahr ein Großkaufmann I. Leisi erg in Verbindung mit dem Generalagenten A. Block, beide in Leipzig wohnbaft. Erstgenannter Herr riskiert das nötige Kapital — gegen 25 Prozent Provision im Falle Erfolgs — und hat mit Hilfe eines ersten Londoner An- walts bereits folgendes feststellen können: Das Erbe, das bis dato durch einen Nachlaßpfleger verwaltet wird, ist vorhanden und die englische Negierung auch bereit, es den sich legitimierenden richtigen Erben auSzuhändigen. E5 steht nur noch nicht mit unzweifelhafter Sicherheit ganz fest, welche Stämme die erbberechtigten sind, was aber in nächster Zeit festgestellt werden wird, sobald Herr Leiberg mit seinem Urkundenmaterial wieder nach London zu reisen im stände ist — er war eine Zeit lang erkrankt. Das Resultat wird alsdann in den Zeitungen bekannt gemacht und die verschiedenen näher bezeichneten Stämme aufgefordert werden, ihre ErbeSlegitima- tionen, Stammbäume und dergl. Urkunden an die zu bezeichnende Sammelstelle einzusenden, soweit das noch nicht geschehen. Streitig ist die Sache nur noch insofern, als zwei Linien da sind, welche den Erblaffer für sich in Anspruch nehmen, nämlich die sogen. .Odenwälder* Linie und eine „Badische* Linie. Soviel man jedoch bis jetzt weiß, soll der Erblaffer der Odenwald-Linie angehören und auf den sogen. Neuehöfen bei Wald-Michelbach i. O. geboren sein. Urkundlich genau steht dies aber noch nicht fest, doch wird voraussichtlich die nächste Zeit über diese Frage die Auskunft und damit die Endentscheidung bringen. Man darf also füglich gespannt fein, wer die Glücklichen fein werden, welche sich in die Millionen zu teilen haben werden.* •• Mansardendiebe. Gestern morgen beobachtete eine in der Mansarde eines Hauses in der Nordanlage wohnende Dame, daß aus dem Zimmer eines Dienstmädchens ein Mann kam, der sich dann die Treppe hinab schlich und im Hofe durch schnelles Davonlaufen auffiel. Sie machte Lärm und der Dieb, dem sich auch bald ein anderer Mann anschloß, wurde schließlich eingeholt und beide verhaftet. Die Mädchenkammer war mit Nachschlüssel erschlaffen, alles war durchwühlt und ein kleiner Geldbetrag war verschwunden. Die beiden Festgenommenen entpuppten sich als die mehrfach wegen Diebstahls vorbestraften Kellner Wilh. Funk aus Mainz und Monteur Hohs. Schmidt aus Wiesbaden. In ihrem Besitze befanden sich folgende Gegenstände, die aus Diebstählen herrühren dürften: eine silberne Damen- Rem.-Uhr mit Goldrand, in dem Nückdeckel der Name „Martha Stoll*, daran feingliederige Stahlkette, eine schwarze Rem.-Herrenuhr mit kleingliederiger Stahlkette, eine schwere Double-Damen-Uhrkette, eine goldene Damen-Uhrkette (Halskette), eine goldenes Uhranhängsel (gold. Reif mit rundem rotem Stein, in der Mitte beider Seiten je eine blaue Perle und Silberverzierung), ein versilb. Zigaretten-Etui, zwei rot- lederne Darnen-Portemonnaies, das eine mit Nickelkette versehen, ein kleines roteS Niechkifsen, neun Stück 10 Pfennig- Postanweisungen, ein Taschenmesser mit Perlmuttschale, eine Anzahl Schlüssel und ein künstliches Gebiß. (•) Krofdorf, 25. April. Die Bürgermeisterei Atz- b man eine alte, lange gesuchte „Mutter", die sofort in sicheren Gewahrsam genommen und nach Wetzlar gebracht wurde. Auch der Wagenzug mit seinen Insassen und vielen Mitläufern wurde am Nachmittag dorthin geleitet. Eine weitere Reisegesellschaft soll an der nahen Grenze bei Salzböden lagern. p Klein-Rechtenbach, 25. April. Nach langem schweren Leiden verschied heute unser allseits hochgeachteter Lehrer Ludw. Rinn im Alter von 67 Jahren. Es war feine Absicht gewesen, diesen Herbst in Pension zu gehen. Die Gemeinde wird den pflichttreuen Mann stets in ehrendem Andenken behalten. w. Wetzlar, 24. April. Nach den in der Generalversammlung des GeschichtSverein gemachten Angaben zählt der Verein zurzeit 194 Mitglieder. Unter der Führung des Vereinsvorsitzenden Pfarrer Allmenroder wurde das Weilburger Schloß eingehend besichtigt. Die Zahl der Gegenstände im hiesigen Museum beläuft sich jetzt auf etwa 600. Das Museum ist fortan vom 15. April bis zum 15. Oktober geöffnet. Für dieses Jahr sind zwei Ausflüge vorgesehen und zwar einer nach Herborn, der andere nach Gießen zur Besichtigung des Altertumsmuseums des dortigen Geschichtsvereins. Es wurden dem Verein größere Zuwendungen gemacht, sodaß die Jahresrechnung mit 806.21 Mk. Einnahmen und 614.68 Mk. Ausgaben abschloß und ein Bestand von 191.93 Mk. verbleibt. — Hungen, 25. April. Der Gemeinderat hat den Bau einer 4klassigen höheren Bürgerschule für die Stadt soweit beschloßen, und er soll im Sommer nächsten Jahres zur Ausführung gelangen. Mit der Ausarbeitung des Projektes und eines Herstellungsvoranschlags ist Baurat Diehm- Gießen beauftragt worden. A Groß-Eichen, 25. April. Die diesjährige Verpachtung der Fischerei im Wasser unserer Gemeinde, die dieser Tage stattfand, ergab den mehr als dreifachen Betrag des seitherigen Pachterlöses. Während letzterer nur 33 Mk. jährlich betrug, kam er jetzt über 100 Mk. zu stehen. Der oberhalb unseres Dorfes befindliche Lauf der Bäche von Höckersdorf nnb Sellnrod ist forellenreich unb der unterhalb des Dorfes mehr besetzt mit Weißfischen. — Ein forellen- reicheS Waffer führt der Bachlauf Ober-Ohmen. Die Verpachtung dieser Fischerei findet kommenden Herbst statt. § Aus dem Vogelsberg, 25. April. Die Frühjahrsbestellung un serer Felder hat nun überall ihren Anfang genommen. Die Hafersaat ist beendigt. Die Bearbeitung des Ackerbodens wurde erschwert durch seine Nässe. Auch ist die Erde nicht ausgefroren, wie nach strengeren Wintern. Die Wintersaat steht recht gut, ebenso haben Klee und Raps vortrefflich überwintert. Auch der Wuchs des Grases wenngleich durch den Rückschlag der Temperatur zum Stillstand gebracht, ist vielversprechend. Somit sind zur Zeit die landwirtschaftlichen Aussichten recht gut. Eine eigentümliche Erscheinung kann man bei den Obstbäumen beobachten. Während seit einigen Lenzen immer erst die Blüten erschienen, dann die Blätter, sieht man jetzt schon die Bäume grünen, ehe sie blühen. 9hir unsere Vogelkirschen stehen bereits in reizendem Blütenschmucke. Doch dürften diese Kirschen durch die beiden vorangegangenen Frostnächte gepflückt sein. [] Marburg, 25. April. Wie aus dem Kreise Wittgenstein und dem nördlichen Teile des Kreises Frankenberg, sowie dem angrenzenden Sauerland gemeldet wird, trat dort in vergangener Nacht bei ftrenger Kälte Schneefall ein. Schaden an Obsibäumen nsw. dürfte wohl kaum entstanden ’ fein, da in diesen rauhen Gebirgslagen die Baumblüte noch nicht zur Entfaltung gekommen ist. Hier in unserer Gegend bedeckt heute früh starker Reif die Fluren. ** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Hanau ist auf der Durchreise nach Bad-Nauheim an den Folgen einer plötzlich aufgetretenen Lungenentzündung Kommerzienrat von W e i d e r t, langjähriger Präsident der Handels- unb Gewerbekammer von Cberbaiern, im Alter von 75 Jahren g e st o r b e n. Er war einer der bedeutendsten Kammer- ziellen Deutschlands. Vermischtes. * Klein Dor r it. Freunde der älteren englischen Literatur, welche die Werke Dickens' gelesen haben, werden mit Interesse erfahren, daß das Original zu Dickens' „Little Dorrit" heute noch lebt. Es ist dies eine Frau Cooper, welche seit 50 wahren in Southgate (England) w?hnt und trotz ihrer hohen Neunziger geistig wie körperlich vollkommen frisch ist. Dickens lernte sie als Mary Ann Mitton und Schwester eines Schulkameraden kennen und verwendete sie als Heldin seines Romans „Little Dorrit", der von Schönthan neuerdings dramatisiert auch in unserem Theaterverein zur Darstellung gefommen ist. * Ne whork, 25. April. Ein Vertreter des Herald hatte eine Unterredung mit dem Forscher und Luftschiffer Well man, welcher erllärte, daß er nach Paris reifen werde, um das dort für ihn erbaute Luftschiff in Empfang zu nehmen, mit dem er den Nordpol zu erreichen hofft. * Kleine Tageschrvnik. In Berlin hat sich Oberleutnant von Gaudy vom 1. Garde-Ulanen-Regiment erschossen. Ms er am Dienstag abend nach Hause kam, sand er einen Brief vor, der angeblich eine Absage seiner Braut enthielt. Von anderer Seite wird gemeldet, er sei durch den gegenwärtig in Moabit verhandelten Spieler-Prozeß kompromittiert. — Die Voruntersuchung toegen Unterschlagung von Eisenbahn-Material in, der Glvg au er Eisenbahn-Nebenwerkstätte ist jetzt abgeschlossen. Der Materialienverwaller Wehnert und Werkmeister Klose werden sich ivegen Unterschlagung, der Meisen- Händler Anton Friedberg aus Breslau wegen Hehlerei zu verantworten haben. Die beiden anderen in derselben Sache verhafteten Beamten Agten und Bierwagen haben sich int Gefängnis erhängt. — Bon einem großen Verlust ist die F-irma Otto Bayrodt in Marienfelde bei Berlin, eine der größten Orchi- deen-Züchtereien Deutschlands, durch die Untreue ihres Geschäftsführers Steinert betroffen worden. Steinert genoß cm großes Vertrauen und benutzte dieses, um Unterschlagungen zu begehen, die sich nach den bisherigen Feststellungen auf 20 000 Mark belaufen. Nach der Entdeckung der Verimtreii- ungen beging Steinert Selbstmord durch Erschießen. — Grinst unb Wissenschaft. — Die Wunder des Kokains. Als Koller seinerzeit bae>_ Kvkain in die Augenheilkunde einführte, so baß man die größten Angenoperativnen mit demselben auMhren konnte, wurde die Wunderkraft des Kvkains allgemein angestaunt. Seither hat das Kvkain in der gesamten übrigen Medizin Anwendung gefunden, speziell als lokales Anästhetikum. In der „Wiener Klin. Wochenschrift" wird über die neueste wunderbare Wirkung dieses Mittels berichtet. An der zweiten geburtshilflichen Klinik wurden nämlich in letzter Zeit Versuche gemacht, durch Avkal- nifierung der Nase die Geburten schmerzlos zu macken. Schon vor Jahren hatte em deutscher Gelehrter, Fließ, Vorarbeiten in dieser Richttmg gemacht. Seit dieser Zeit wurden diese Versuche, von der Nase aus Schmerzen zu beseitigen, von zahlreichen Forschern mit Erfolg wiederholt. Nun ging man daran, dasselbe bei Geburten zu tun, und siehe da, mit sehr gutem Erfolge. Nach KPkai'nifterung bestimmter Punkte in der Aase verlief die Geburt in zahlreichen Fällen vollkommen schmerzlos, m anderen wesentlich schmerzloser als sonst ohne Kokain. — Aus Wien wird uns geschrieben: Eine Novität, die uiis das Deutsche Volkstheater bescherte, barg unfreiwillige Heiterkeit. Ms Verfasser bekennt sich Anton Ohorn, der mit einem herzlich 'schwachen, aber in ganz Oesterreich unb Deutschland lauch in Gieyen) vielgespielten Klosterstück „Die Brüder von St. Bernhard" schon einen populären Namen besitzt. Sein letztes Opus ging unter dem Titel „Unlösbar" in Szene und ist wobl das platteste Schauspiel der letzten Jahre. Auch hier sollte die Tendenz die Gedankenleere und dramatische Hilflosigkeit ersetzen Diese Tendenz läuft Sturm gegen den Eölibat der katholischen Priester und ist zugleich ein Plaidvher für die Trennung katholischer Ehen. Zu diesem Zweck läßt Ohorn sein Stück in Mitteldeutschland im Jahre 1124 spielen. Da ist der wackere Pfarrer Frohwalt, der mit feinem Weibe in schönster Harmonie lebt: plötzlich erscheint der Legat des Papstes Gregor und ver- kündet, daß sich die,Gatten trennen müssen. Natürlich werden bei Gelegenheit K'raftstellen gesprochen; z. B. „Die Kirche bnt guten Grund, die Ehen der Priester zu verbieten!" worauf der Eimourf erfolgt: „Mer noch einen besseren, sie zu gestatten." Diesem,Paar, das sich nicht trennen will und doch auseinandergehen fall,- wird ein anderes gegenübergestellt, das gerne auseinander möchte, aber — bei der Untrennbar feit katlwlischer Ehen — nicht auseinander kann. Was hier an unmöglichen Figuren unb lächerlichen Redensarten, erschütternden Szenen aufmarfänert, wirkt geradezu unbeabsichtigt komistli. Dem Stück ist «ruck' rasch das verdiente Schicksal geworden. L, I, Schwaches dünnes Slnt bedeutet Siech- tunt b(nf,c§ Aussehen, Müdigkeit, 23er- UUll vr** fthnntung, Mangel an Appetit, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Schwindel, Nervosität, Ueberreizung und viele andere krankhaf c Erscheinungen. In solchen Fällen wird ein blutbildendes Nähr- und Kr stigungsmittel wie das Bioson die erstaunlichsten Erfolge erzielen. 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Tom tim, und siehe do, ni r ng bestimmter Tunfie n en feilen vollkommen llDi'et als sonst ohneM schrieben: Eine forte, barg Mf«W^ > Anton Ohorn, ->rm mzOestatcichund^t.on. MS,DieVr^von 'pularen Namen M .Unlösbar" der lebten W • xt und branrntuit*; ss?S M?SS in M« I W§L WW wSÄjf LZt-S einungeiu *> w $ - । d »Äfe ■1* M- «s tzKK rArK: | Biolon c •*-' io ns'"- S!t-Le^ f CMO “* -ZVffs «sr. K »s? 2 (9 o S> e-9 2 S wÖÖ2.ö0§ Oy ES ^5 a 2 q1 % 2.o 2-= 2?^ L 5 s ß SL*'§ e ° o CD O L< 2. cd 2 2. CD L 2 % 2 5 E Z - 3* 5 se E § G 2.CD a* 7 - Oy p 03 3* ro 00 2 -ticy P ö S ff t Z rs 1"5 -2 a s s s UM MI 'S* » S' SX&B _ 2 3 2 a 0 2’® D S? w .. g p:S « ß-SL g>2.@ = "ä Si a- a p g^gerSS- 2. % <^3 o I 3 crt a^.^2. ~3 o^pg titn" er er—- O' = 5 L =\&5. L - 2-5 2<^r - LES o't» S' 2. -• a H s 5 Z-E 2 O (70 Hane'?,0 ^2 O: 2 2 -- er —, er--3 5cS' ' S,.OR 3*2 22 a "E 3 3 Eß ßL* L«:s? ^3 oo'ß1 »2s cr-^3 ' 3 3 CO ßt ’ n> 2 r» «5 "3? ' 3 3- ß E 3' ß 3. 2 r> 3 ro 3 5.'° *^2.685 ßLA 5 2.a Z^S- *• 3 c 3 CBg5.5?c» “"Ss? KZT'UßS^T 2,o d. » ° 3 o 3 LM-SZS3 3 ß 3 Z 3 5.*ss§g»&3e, 3" O —■ z-n ei 3 --« —■ - - OQ - 2.ZßZ^Zs-«.ZsZHZH cE'-P 3 ty^2&re ß ß«?ro® "CP cp __.^ 5.5 Ss3?ö 3> =s 2 SB 5 5 = rs ro — SR4? S-n s’-sS^gvs.as !? P.CP 3 3. ° 6 3 2 CP «• 3 er rt srs--r3rt pSSff r~r " "• _t <-, CTq C s=fs 3 3 a er" o" ' tiS=5,=o, e S<3 a p a M«»a H* • ‘3.3 _ 2. r» 3 ■er ^>333- ro . ö* Ä 5: g. ro (9 « K P,5 Ä"ric2Ma: -L^ZZ^ss 2ZL g; „2-^ß »?o 3 ^3 3 er 3 = “8"SS=-S3. g Sk°9D 3 2 w«&gg5 « 3 ti» STGlS ä-S* ß-3! KE CO - S* ß a3g S eö^ S 2-L S 3 «L* 3-ä S Cr> — rs er Ö&l a? ? 3 M —. cx g •8*5 2 2-5 3 co r-$a 5^?2ar 2 5gfS " r» 0 A -^=2 s3W- 2 »" S - Z «es NZ? t» 3 o 37> 00 cs- r$ S?Z2 P* E-3? a 3 aß ß ARZ^LZ 2 ce» 5 2 -a-5g& E'" rt s E . A -rr -* r«__er <3 3 ff or 3§5 a *1 3, —1 2 ”• OD » 37> r> oyZ-L i'ÄÄ 3 SZ-K s-»| "■CD = 3* <-- a1 3 3 P1 E(Ä 3 ‘ = S3!- 2 cs e>" o er e* «-►•*" G> cl 3 1 7 n „ ‘ *2? /7\ i* Co o» ro er @g®5 ;§.= === E^3 2-' k§3 e> 3 § r^- 5"'Sß " S Zss ^ffSEö 2 E3 3 a •—• cy cz 1-4 »• M 1 N '• 1 D -■. L :K ,..v N 02665 8estzM«!egmg An allen Orten werden Vertaussstellen errichtet. = Vertreter gesucht. = Gebrüder Brayer Mannheim. Iss-/. Wegen Neubau meines HauseS befindet sich mein Bürftenwaren-GeschäfL vom 20. April an Kreuzplatz ($, Ecke Neuenweg I. Leichtweis, Mstenmlher c-sk°^»d°- li!et 2s Mui Sie 3: Sx§S «SÄ; lag ÖCJ 11ni®eVlt ga drucke^' «MU*'S «i-i- «aU'S" L-j ’ tx. * . > \ V r ft k ii s-i t' Gebrüder Berdux Liudenplatz 12. Bahnhofstraße' 27. Geschäfts-Eröffnung und Empfehlung. Einem verehrlichen Publikum von Gießen und Umgegend zur gefl. Kenntnisnahme, daß ich mit dem heutigen Tage ein Ssieyßlkl- utii IchllatimgkW m meinem Hause Liöwengasse 18 errichtet habe. 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Bedingt durcheile grösste Sauberkeit und durch die Anwendung wissenschaftlich erprobter Konservierungamcthoden, nach welchen in Konservenfabriken gearbeitet wird, ist es als absolut ausgeschlossen zu bezeichnen, dass gesundheitschädliche Gemüse- und Obstkon- serren in den Verkehr gebracht werden, und ist bisher noch kein einziger Fall erwiesen worden, dass jemand durch den Genuss von in tessivesfabriken hergestellten Semiise- nad Obstkonserven erkrankt, oder (-ar gestorben ist« Kino Gewähr für die Unschädlichkeit hn Haushalt hergestellter Gemüsekonserveu ist jedoch nicht gegeben. Fehlen doch hier die praktischen technischen Hinrichtungen, die Zurichtern es- und ReinitrungNapparale, das nötige Sterilisieren unter hohem brock und unter Temperatur, die den Siedepunkt des Wassers weit überschreiten. Ferner werden im Haushalt die Gefässe immer wieder verwendet; eine entleerte Konservendose aber wird beseitigt. Durch eine im Haushalt mangelhaft gereinigte Büchse und mangelhaftes Konservieren können gesundheitschädliche Gemüse geschaffen werden. — Das beweisen die Fälle in Darmstadt, Kieloben etc. aw/. Im Betriebe einer Fabrik ist dieses ganz unmöglich. L Aengstlichkeit vor dem Genuss von in Konservenfabriken hergestellten Gemüsekonserven ist ebenso haltlos wie unberechtigt. 2. Alle bekannt gewordenen Fälle von Erkrankungen durch Gemüsekonserven haben sich als falsch erwiesen. 3. Die Gemüsekonserven sind als wohlsohmeckende, gesunde und preiswerte Nahrungsmittel zu bezeichnen, deren allgemeine Verbreitung aus sozialhygienischen und volkswirtschaftlichen Rücksichten auf jede Weise gefördert werden sollte. Spiritus --- GEühBächt s Lampen und Brenner in nur erprobten und bewährten Konstruktionen für die Beleuchtung von Zimmern, Küchen, Korridoren, tiürten, “W Winddirhpr I VV Höfen, Stallungen, Veranden u llluMuIIul 1 und Balkons, D«/, Man verlange unsere illustrierte Preisliste. 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