ills ! Aie heutige Yummer umfaßt 10 Seiten. 'i s n fi °p BaUinrichtam , i !■* ttfli haClier -beii l)« tirtCh81 has, heu, md 16, mg. Wendung und Entschädigung von Beamten, auf Dcrivandt- schaftsverhältnisse usw in einem Maße hinüber, wie es der Zentrumsführcr Dr. Spahn fctbft als nicht zur parlamentarischen Kritik geeignet bezeichnet hat. Es muß Herrn Erzberger nachgesagt werden, daß er sich mit staunenswertem Fleiß ui die vielverschlungenen Einzelheiten des Etats hineingcarbcitet hat. Auf diesem Gebiet ist der jugendliche Aentrumsmann aus Schwaben wohl schon jetzt einer der kenntnisreichsten Parlamentarier. Aber er sollte „nicht ohne großen Gegenstand sich regen", er sollte teils nicht sonderlich bedeutsame, teils bereits erledigte Fragen am wenigsten ausrollcn in einer Zeit, in der die schwere Anklage deS Vertraucnsbruches von Kolonialbeamten, und Schulstratze 7. Redaktion US Verlag u.Exped.^dSl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Deutfch-OstafriLa. Berlin, 28. Juni. (Amtlich.) ^iach einem Telegramm des Gouvernements Deutsch-Ostafrua traf Oberleutnant Abel auf dem Marsche nach Jcaku den von dort nach Aruscha fliehenden regierungstreuen Häuptling Jsara. Jsara berichtete, es wurden ihm von Aufständischen m Jraku über 3000 t\ Meutereien in Rußland. In leitenden Kreisen Petersburgs herrscht nach offiziösen Meldungen große Aufregung wegen der an Meuterei streifenden Unruhen im 1. Bataillon des Preobra- schenski-Negiments. Auch das 2. und 3. Bataillon hatten sich zunächst dem ersten angeschlossen, bekundeten aber dann Reue über ihr Verhalten. Das erste Bataillon, welches das „Bataillon Seiner Majestät" heißt und seine Kaserne im Winterpalast hat, verletzte die Disziplin in so hohem Grade, daß Grenadiere, Ulanen und Schützen sowie eine Artillcriebrigade aus Krassnoje Sselo nach Pcterhof berufen wurden, um die Entwaffnung des Bataillons vor- zunehmen. Tas Bataillon wurde dann nach Auslieferung der Rädelsführer nach Krassnoje Sselo geschafft. Daß infolge dieser Unbotmäßigkeiten General De sch ko und mehrere andere hochgestellte Persönlichkeiten plötzlich verabschiedet, 6 Offiziere und 290 Mann verbannt wurden, meldete uns bereits eiij gestern veröffentlichtes Telegramm. In Kasan ist neuerdings eine Militär-Emeute ausgebrochen. In Rostow am Don haben zwei Kosaken- Regimenter gemeutert und wurden infolgedessen nach Stanitza v e r s ej3t Politische Lagesschart. Die Ehinasahrer. Den Reichstagsabgeordneten, die Ende Juli die Ausreise nach Ostasien antreten werden, gibt dec „Oslos. Lloyd' den zweifellos wohlgemeinten Rat, den Aufenthalt in Tsingtau und Shantung auf sieben Tage zu beschränken, dafür aber ein „ordentliches Stück China', besonders Shanghai, Peking und Tientsin, umso gründlicher zu durchstreifen, weil damit ein richtiger Maßstab gegeben und zugleich eine Forderung klugen Taktes erfüllt würde. Wir sind der Meinung, daß sich der „richtige Maßstab' im Großen erst durch mehrjährigen Aufenthalt in China gewinnen läßt, daß also die parlamentarische Studienkommission für die eingehende Besichtigung der deutschen Kolonie und ihres Hinterlandes den breitesten Raum geben soll, denn zu diesem Zweck gehen die Volksvertreter hinaus. Ein Besuch am Kaiserhofe in Peking muß natürlich in das Programm ausgenommen werden, »veil diese Unterlassung bei den die Form sehr hoch belvertenden Chinesen umjo übler vernwrkt werden würde, als die chinesische Studienkommission seinerzeit auch am Berliner Hofe sich vorstellen ließ. Politische Wirkungen wird die Chinafahrt der Reichstagsabgeordneten im übrigen schwerlich zeitigen. weiterhin die Frage der Neubesetzung der gesamten Kolonial- amtsstellen zur Entscheidung steht. Dadurch wird die mit Recht angeregte und sehr nottvendige allgemeine Aufmerksamkeit nur zersplittert und von der Hauptsache abgelenkt. Auch Erzbergcr dient der Kolouia.lkriuk am besten, ivemi er seine weiteren Pseile solange im Köcher zurückbehält, bis das Ergebnis der aus den Grund greisenden Untersuchung vorliegt. Auch in „Enthüllungen" ist nervöser Uebereiser vom Uebel. Die ReichStagswahl in Altena-Iserlohn. lieber den Ausgang der ReichStagswahl in Altena- Iserlohn liegen heute zwei verschiedene, einander sehr erheblich widersprechende Dieldungen vor. Dem offiziösen W. T.-B. zufolge wiirden nach vorläufiger Feststellung des Gesamtergebniffcs 34 188 Stimmen abgegeben. Davon erhielten Haberland (Soz.) 10 5 4 7, Klocke (Zentr.) 7 7 74, Müller (frs. Vpt.) 7673, Haarmann (nat.) 6552, Rueffcr (christl. - soz.) 1637 Stimmen. Zersplittert sind 5 Stimmen. Es wäre somit eine Stichwahl zwischen Habcrland und Klocke erforderlich. — Das Bureau Herold aber meldet, die Wahl hätte folgendes Ergebnis: Muller (frs. Vpt.) 7 886, Haarmann (natl.) 6706, Klocke (Zentr.) 7804, Haberland (Soz.) 10885, Rueffer (christl.-soz.) 1642 Stimmen. Es sei somit Stichwahl zivischeu Müller und Haberland erforderlich. Zunächst also müssen die amtlichen Feststellungen abgewartet werden. Jedenfalls haben sich die antiklerikalen bürgerlichen Parteien für die Zukunft zu merken, daß sie vereint gegen Sozialdemokratie und Zentrum zu marschieren haben. Panamas?’** „ vorzügliches Reinigung?- leinene unt. eaofleietaäln®“*- ÄÄ* r. l.R» £lto Zer „Iall Korell". R.B. Darmstadt, 28. Jmni. Korell" beschäftigte heute abend im großen ^urnhallensaal am Woogplatz eine sehr zahlreich besuchte Versammlung, in welcher Pfarrer a. D. Naumann aus Berlin als Hauptredner hcrbeigezogen worden war. Während die Versammlung vor der Reichstagswahl, in welcher derselbe Redner zu Worte kam, von den „Bereinigten Liberalen" etnberufen worden war, ging die Einladung zur heutigen Versammlung wieder von dem alten Vorstand des „Freisinnigen Vereins zu Darmstadt" aus. Namens desselben begrüßte der Vorsitzende, Justizrat Gallus, die Versammlung und erklärte, daß der Sturm der Entrüstung, der über den „Fall Korell" durch ganz Deutschland gehe, Herrn D. Naumann veranlaßt habe, heute über dieses Thema zu sprechen. Der Redner des Abends führte, mit lebhaftem Beifall begrüßt, aus, die heutige Versammlung beweise, daß die Vereinigten Liberalen die Wahlstrapazen gut überstanden hätten, und sie würden sich auch in Zukunft damit befreunden. Das Zusammenschließen der verschiedenen Elemente des Liberalismus fei ja hier ganz von selber gegangen. Die Auslassung des Oberkonsistoriums im Falle Korell sei ein neuer Beweis für die Notwendigkeit dieser Zu- sammerrschließung. Ter Redner, auf sein Thema eingehend, unterzog besonders die Begründung der Disziplinierung Korells einer langen Kritik. Das Oberkonsistorium habe das Eintreten des Geistlichen in die aktive Politik überhaupt nicht verurteilen können. Tie Frage, ob der Geistliche nicht ähnlich wie der Offizier, dem politischen Streit entrückt sein sollte, lasse sich ja verschieden beantworten; aber auch Luther, Zwingli und Calvin nxtren nicht gerade unpolitische Persönlichkeiten. Man hatte auch Korell bis zur Hauptwahl nichts oorzuwerfen, aber dann kam die Stichwahlparole, und da wird ihm nicht etwa eine strafbare Tat, sondern die Unterlassung derselben, etwas Nichtgeschehenes zum Vorwurf gemacht. Der Sozialdemokrat dürfe trotz seiner revolutionären Gesinnung in der Kirche bleiben, man suche ihn sogar solange als möglich darin zu halten, aber dem Geistlichen verbiete man, für ihn einzutreten. Dieses besondere kirchliche Mönchgelübde werde dem Geistlichen auserlegt, weit die Sozialdemokratie eine revolutionäre Partei sei. Gegen diesen revolutionären Charakter könne man wohl als Staatsbürger aus politischen Gründen, aber kaum als Geistlicher in religiösem Sinne protestieren. Der Oberkonsistorialpräsident müsse in der Amtsstube sein parteipolitisches Mäntelchen abwerfen und sich seiner Stellung als Vertreter einer durch Jahrhunderte entwickelten idealen Macht bewußt bleiben. Man könne nicht im Ernste sagen, daß die Sozialdemokratie den Staat ernstlich in Gefahr bringen könnte, wir stehen trotz ihrer großen Worte und ihrer revolutionären Tendenzen nicht an, sie als ein wichtiges Element im ruhigen Gang der Dinge cmzu- criennen. Man sollte ihre Reden mit dem Sinn einer seelsorgenden Institution betrachten und sie auf ihren wahren Wert zurückführen. Diejenigen Elemente, die am Reichstagswahlrecht rütteln wollten, seien ebenso gefährliche Revolutionäre; sie wollten eine Umwälzung der Staatsgrundlagen, wie die Sozialdemokraten eine solche der monarchischen Grundlagen. Feinde der Kirche säßen in allen Parteien, auch in der nationalliberalen. Das Oberkonsistorium bettachte die Verhältnisse aus der Belle-Etage und habe keine Fühlung mehr mit den geistigen (Strömungen unseres Volkslebens, sonst könnte es keinen so eminenten Unterschied herausfinden zwischen hüben und drüben und die Sozialdemokratie einfach als religionsfeindlich, die Nationalliberalen aber als kirchenfreundlich bezeichnen. Man hätte sich doch erinnern sollen, daß selbst Fürst Bismarck unter Umständen ein Zusammengehen mit den Sozialdemokraten für angezeigt hielt und wenn das der größte Staatsmann des deutschen Reiches tat, dann sollte cm Staatskirchenmann in Hessen nicht strenger sein und em Zusammengehen unter allen Umständen verurteilen. Auch seien ja im Rheinland nationalliberale und noch vornehmere Herren auf sozialdemokratischen Krücken in den Reichstag gekommen, und in Baden hätten doch vor nicht langer Zeit die Nationalliberalen für die Sozialdemokraten gestimmt, ohne daß deshalb Baden in die Brüche gegangen wäre. Das jirristisch Merkwürdigste an dem ganzen Erlaß des Oberkonsistoriums sei, daß Pfarrer Korell be- sttaft werde, nicht weil er etwas getan habe, sondern :veU er nichts getan habe. Das sei eine Konstruktton, dre dem Dolus eventualis sehr ähnlich sehe und die für eine Behörde mit juristischem Kopf bedenklich fei. Ter Redner schloß seine etwa ziveistundigen Ausführungen unter sehr lebhaftem Beifall der Versammlung mit sympathischen Worten für Pfarrer Korell. . Qn der bis nach Mitternacht ausgedehnten Diskustion beleuchtete bann u. ». Prof. ®r. Standinger den „Fall Korell" noch in einer längeren Betrachtung t>om Standpunkt des Ethikers and. Ein Beschluß wurde in der Versammlung nicht gefaßt. # Bon anderer Seite wird uns über die Diskussion noch fol^^Agerber ergriff als Kollege des Gemaßregelten Korell das Won. Viele Pfarrer bedauerten aufs Tiefste die Maßregelung und durften nach der sachuchen Seite mit den Ausführungen Naumanns wohl durchaus einverstanden sein, aber sie empfänden auch einen tiefe Schmerz darum, daß cs möglich, ja notwendig war, jjeg trüber der kirchlichen Oberbehörde so ^uszutreten, wi, diesem Abend. Schmerz auch empfänden die Geistlichen ub Nr. 150 Erscheint täglich außer SonntagS. Dem GießenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Eichener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh loschen Univ ers.-Buch-u. Steindruckerei. R. Lange. sla ^chhbigung, welche der evangelischen Kirche durch Tie Sache greift auf das persönliche Gebiet, auf die Der das Oberkonsistorium zugefugt wird. (Zusttmmung.) ‘ • - "" " ■ L Amtsrichter Dr. Mahr hält als politischer Gegner Kv- rells dessen Maßregelung für un gerecht. Staatsschuldbuchführer Henrich iniberlcgte eine Reihe von dem Vorredner vorgebrachte Unrichtigkeiten. Im Landtag fei man nicht gegen politische Tätigkeit der Richter aufgetreten, sondern gegen das Verhalten eines gewissen Herrn im letzten Wahlkampf. In feinem Schlußwort erinnert Naumann an die Ausführungen des Prof. 9inbe in der „Christlichen Welt", worin die Abdankung des Präsidenten des Oberkonsistoriums gefordert wird. tau j “J»14. 3um 1906. iy- Litsgericht Gießen. Gros «tag, bett 5. Zull 1906, 3 N wird aus hiesigem die vor dem Namen oh. Richard UrmerSbadj u geb. Babenheim stehende e der Gemarkung Gießen >79 = 139 qm Hosraike au' dem Herweg ■ ch meistbietend versteigert ien, den 30. Mai 1906, )ßh. Orlsgerichl Gießen, Gros. 2jovbe«uu|l9 fl ©nmnofien un°, imi )diengi)1’ma,,cn'llt> alle 6t/ Aeiiä-^"'9 " Oflicmtwk .ullq6pinllini'e‘t ßbetteol' ^b,tur,tllt?nhckQU»9me-C teniiic9e!1 Schwere Anschuldigungen gegen Beamte des Kolonialamts. Die „Nordd. Allg. Ztg." schretbt: Auf Grund einer Veröffentlichung des „Deutschen VolkLblattes" in Stuttgart gehen eine Reihe schwerer Anschuldigungen gegen mehrere Beamte der Kolonialabteilung durch die Tag«spresse. Wir stellen folgendes fest: 1. Die Kolonialverwaltung schloß am 30. Dezember 1895 mit der Transatlantischen Güterversicherungsgejellschast Berlin einen allgemeinen Seeversicherungsvertrag, der jeweils am 1. September zum 31. Dezember kündbar Jem soll. Mit Rücksicht am die Höhe des Risikos bei den Verschiffungen anläßlich des südweslasrikanischen Ausstandes wurde für die Zeit vom 1. Juni bis 31. Dezember 1906 ffir Südweslasrika ein neuer Vertrag abgejchloffen, der von» 31. Dezember 1906 ab jeweils um ein weiteres Jahr verlängert gilt, sosern nicht vier SDlonate vorher gekündigt wird. Tie Präinte beträgt im allgemeinen 6 pro Mitte. An dteser Versicherung sind neben der transatlantischen Güterversichernngsgesellschait beteiligt die Norddeutsche VersichernngSgesellschait mit 25 Prozent, die Oberrheinische Versicherlingsgesellschast Marntheirn, die Deutsche TrallSportversicherungsgesesischasl Berlin mit je 10 Prozent, die Mannheimer Persicherungsgesellschaft 'lUaimljemt nut ö Prozent der Polize. Eine Reihe anderer Geselljchailen lehnten die Aus- forbernng zur Teilnahme ab. Tie Sfolcmalabteilung legte Werl daraus, das; die Abwickelung der Geschäfte in den Händen der Transatlantischen Gesellschaft blieb, wett diese sich seit Jahren bei Erledigung der in den Schutzgebieten besonders schwierigen Ersatzansprüche stets entgegenkommend zeigte. Daß der Sohn des G e h. H o s r a t s Krüger bei bereit Kölner Agentur tätig ist, hatte aus den Vertragsabschluß nicht den m i n d e st e n E i n ° s l U ß: die Versicherung der ^oul-ernementsdampser und der hinaus- gesandten Pferde erfolgte jeweils v.,anders. 2. Die Pension ssähige Zulage von 600 Mark ivurde deut Hosrat T a s ch belassen, weil von der Ansicht aus- gegattgett wurde, daß einem etatsmäßtgen Beamten eine einmal gewährte Zulage, die im Etat ausdrücklich als pensionsfähig bezeichnet war, nur mit seiner Zusttmmung, oder bei Uebectragung einer anderen etatsmäßigen Stelle entzogen werden kann. Tasch befindet sich aber heute noch wie seinerzeit als Kalkulatorvorftand in der etatsmäßigen Stelle eines Expedienten. Von der A tt s- st e l l u n g s a l s ch e r Q tt i 11 u n g e n kann n i ch t d i e R e d e sein. Die Aitgelegenheit ivurde bereits in der Budgetkommission nm 22. März eingehend behandelt. In das Finanzreforat der Kolonialabteilung ist der Geh. Legationsrat Seitz erst Ende Oktober 1901 übergetreten, also erst nach dem Zeitpunkt, zu welchem Hosrai Tasch die Geschälte des Kalkillationsvorstandes abgegeben hatte und im Finanzreserat Verwendung fand. Zu dem Fall des Obersten a. D. Fleck wiederholt die „Nordd. Allg. Jtg." die Erklärung des Vertreters der Kolonial- verroaltung in der Budgetkommission des Reichstags voin 10. Mai 1896, sagt: „dieser Erklärung ist nichts hinzuzuiügen," und fährt dann fort: Es wird bemerkt, daß bei der Verfügung, durch welche die Dienstauiwandsentschädigung dem Obersten Fleck bewilligt ivurde, der Geh. Legationsrat von König nicht mitgewirkt hat. Der Geh. Legationsrat von König ist mit dem Obersten Fleck insofern verwandt, als seine Großmutter eine Halbschwester des Vaters der Obersten Fleck war. Die bisher von nn§ nicht wiedergegebenen, von dem Stuttgarter Zentrumsblatt gegen die Rolonialabteilung erhobenen Anschuldigungen, welche das vorstehende Dementi der „Nordd. Allg. Ztg." entkräftet, besagt folgendes: 1. Die gesamte Seeversicherung wurde von der Kolonilabtcilung alS Monopol der Transatlantischen Bersichernngsgesillschaft übertragen, irotzdem leistungsfähigere Gesellschaften niedrigere Angebote machten. Eine Ausschreibung habe lange nicht stattgefunden, auch als endlich eine solche auf Drängen über Versicherungen des schwinnuenden Materials erging, habe man ohne Rücksicht auf vorteilhaftere Offerten stets die Monopolfirma beauftragt. Auf diese Weise seien große Summen von Rcichsgcldern verausgabt worben, weil die bevorzugte Firma Söhue maßgebender Herren der Kolonialabtcilnng beschäftige! 2. Der Kolonialbeamte Hosrat Tasch bezog fünf Jahre lang eine pcnsionsfähige Zulage von Mk. 600, die, laut Etat, mit einer Tätigkeit verknüpft ward, die der betreffende Beamte schon seit fünf Jahren tatsächlich nicht mehr ausübr. „Hosrat Tasch hat also mit Wissen des Personal- refcrcnlen v. König und des Finanzreferenteu Dr. Seitz eine ungesetzliche Zulage bezogen und falsche Quittungen ausgestellt." 3. Ein Verwandter des Geheimrats v. Köntg, Oberst Fleck, wurde im Kolonialamt angcstellt und sollte einen Gehalt von 4000 Mark erhalten; da jedoch Gehalt und Pension zusammen daS Dienstcinkommen eines aktiven Obersten überschritten hätte, wären die gesetzlichen KürzungS- bestiminungen in Kraft getreten, wonach das Einkommen auf dasjenige eines Obersten im Dienst zu reduzieren gewesen wäre. Ties wußte man nun dadurch schlau zu verhindern, daß man das Gehalt in zwei ^.eile zerlegte und den einen als „Dienstauswands-Entschädigung" be- zeichnete, die natürlich für die Kürzungsbestimmungen nicht in Rechnung gezogen wird. Diese Tatsache, daß der betreffende Oberst unter Umgehung der gesetzlichen Bestimmungen finanziert wurde, konnte in der Budgetkommission vom Regicrungsvertreter nicht in Abrede gezogen n)?rb„Tische. Bolksblatt" in Stuttgart steht, dem sattsam bekannten Wg. Erzberger nahe. Nach der offiziösen Dar- ftelhmg erscheinen diese „Enthüllungen" Erzbergers j>enn doch bedenklich herausgcputzt. Das Wesentliche an der Lache ist nämlich schon im März und Mai d. I. in der Budget- kommission erörtert und, wie man wohl sagen darf, von ber Regierung hinreichend klargestellt worden. Ta genaue Berichte über die Verhandlungen der Budgetkommission nicht erscheinen, waren dre Mittellungen des Stuttgarter Zen- trumsblllltes natürlich überraschend für die Oefsentllchkell. «ÄS S°» * ne ^/^7e|der Blatt 15«.Jahrgang Frettag ÄS. Jrmi lSO« ® Ä VezugSprettzr ▼ ■ monatlich75Pfoviertel- ffiicSencr Anzeiger M General-Anzeiger « BESE Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MV ____zeigenteil: Hans Beck. warb das Anwes cu Lonnemrratze «r ( ytciiau= oie ^ognung jemw Feidel) für den Kaufpreis von 50000 Mk.IKrankenhaus gebracht. ration so würde vom Einfuhr aus dem Aus der wechscl- zwischen Deutsch- deutsche für die die Meist- daß das 1906 ab- machung im Reichsanzeiger ist die im Juni 1905 seits ausgesprochene Kündigung des bestehenden spanischen Handelsabkommens, welches Wareneinfuhr im Verkehr zwischen beiden Ländern begünstigung festsetzt, dahin abgeändert morden, Abkommen anstatt mit dem 30. Juni erst Ende bestehende Meistbegünstigungsabkommen verlängert worden, 1. Juli an jedes der beiden Länder die anderen Lande differentiell behandelt haben. ^.Biedenkopf, 27. Juni. Mit dem 2. Juli, also zwei Tage später wie anfangs festgesetzt war, endigt die Gewerbeausstellung des hiesigen Gewcrbevereins. Die Ausstellung hat bewiesen, wie hoch das Gewerbe und die Industrie in unserm Kreise gestiegen, wie zahlreiche Meister und Industrielle meisterhaftes zu leisten imstande sind. Ein Besuch der in allen Teilen gut gelungenen Ausstellung ist sehr zu empfehlen. fc. Fulda, 28. Juni. Auf dem letzten hiesigen Viehmarkt, am 21. d. Mts., blieb eine Kuh herrenlos stehen. Bis heute hat sich noch niemand gemeldet, der Ansprüche auf das Tier erbebt. willigt werden.' E r n e h o ch h e r z i g e S ch c n k u u g. Kommerzienrat Gail erwarb das Anwesen Sonnenstraße 2 (Nestau - ;)'cin. Stuttgart, 28. Juni. Für den in den Ruhestand ■getretenen Minister Frhrn. v. Soden wurde der Kultusminister Dr. v. Weizsäcker zum Staatsminister der auswärtigen Angelegenheiten und zum Minister des Königlichen Hauses ernannt. An seine Stelle wurde Staatsrat von Fleischauer zum Kultusminister ernannt. und machte es der Stadt zum Geschenk unter der Bedingung, daß es zu ähnlichen Zwecken benutzt wird, wie das alte Schloß. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer gestrigen nichtöffentlichen Sitzung, die Schenkung anzunehmen uub dem hochherzigen Geschenkgeber den Dank der Stadt auszusprechen. Das Haus wird^ im wesentlichen zu Zwecken Verwendung finden, die ursprünglich für das alte Schloß bestimmt waren, damit das Museum des oberhessischen Geschichtsvereins in seinen jetzigen Räumen verbleiben kann. * * Der zuverlässige Hausbursche. Ein hiesiger Einwohner stellte vor nicht langer Zeit einen Hausburschen ein, der sich alsbald als sehr zuverlässig erwies und das Vertrauen seines Arbeitgebers rasch zu erlangen verstand. Er wurde dann auch vor einigen Tagen mit einem Betrag von 103 Mk. in die Stadt geschickt, um für den Arbeitgeber Sterlingen zu bezahlen. Dieser Arbeit unterzog er sich aber nicht, sondern suchte bald mit dem Geld das Weite. * • Diebstähle. Einer Frau wurde verflossenen Sonntag in ihrer Abwesenheit aus der Wohnung eine Uhr nebst Kette und Brosche gestohlen. — Heute Nacht wurden aus einer Hofreite der Bleichstraße Stallhasen entwendet. — Angezeigt wurde auch gestern ein Arbeiter, der seinem Mitarbeiter einen Meisel und einen kleinen Ge ldbetrag entwendete. * * Ein Festsonntag. Am 1. Juli finden in der näheren Umgebung von Gießen u. a. folgende Feste statt: in Sinn: Turnfest, in Großen-Buseck: Gesangsfcst, in L a n g - G ö n s: Feuerwehrfest, in F r i e d b e r g: Großes Maintalsängerfest, in Münzenberg: Kriegerfest. Zweifellos finden auch noch in manchen anderen weiter gelegenen Orten Feste statt, sodaß die Eisenbahnverwaltung Last genug haben wird, um die Ausflügler prompt be- Nnwetter und Hitze. Die letzte Nacht hat uns in Gießen ein starkes Gewitter gebracht, das aber glücklicherweise keinen sonderlichen Schaden angerichtct zu haben scheint. Dagegen wird aus dem ostpr. Städtchen Lotzen folgendes gemeldet: Am 28. d. M. ertranken auf dem Manersee der bei dem Statistischen Amt in Berlin beschäftigte Oberfeuerwerker Jeskierowski und seine Braut, Fräulein Margarete Bromberger aus Berlin. Das Brautpaar hatte mit dem jüngeren Bruder des Oberfeuerwerkers eine Fahrt in einem Segelboote unternommen und wurde dabei von einem schweren Gewittersturm überrascht, der das Boot zum Kentern brachte. Während sich der jüngere Bruder durch Schwimmen retten konnte, gelang dies dem Oberfeuerwerker, der seine Braut nicht im Stiche lassen wollte, nicht sodaß beide ertranken. — In der ungar. Ortschaft Vajra schlug der Blitz während des Unterrichts in das Schulgebäude ein. Ein Kind wurde getötet mehrere verletzt. In Spanien hält die enorme Hitze immer noch an. Am 27. betrug die Temperatur in Madrid in der Sonne 47 und im Schatten 36 Grad. Zahlreiche Fälle von Hitzschlaq sind zu verzeichnen. • Berlin, 27. Juni. Zn tumultuarischen Auftritten kam es gestern abend bei einer Pücklerversammlung, die nach Tegel einberufen worden war. Es hatten sich etwa 1000 Personen eingefunden, welche die 20 Pfennig Entree bezahlt hatten. Es verging Viertelstunde auf Viertelstunde, weder der Einberufer, noch Graf Pückler erschien. Endlich, nach etwa dreiviertel Stunden, lief ein Telegramm ein, in dem mitgeteilt wurde, daß Graf Pückler verreist fei. Diese Nachricht verursachte einen allgemeinen Wirrwarr, und die um die Vorstellung gekommenen Versammlungsbesucher verlangten stürmisch ihr Eintrittsgeld zurück, jedoch vergeblich. Die Kassierer hatten sich schleunigst entfernt, und eine sofort aufgenommene Verfolgung, an der sich auch die die Versammlung überwachenden Polizeibeamten beteiligten, war erfolglos. — Infolge der mit dem 1. Juli eintretenden Postportoerhöhung wird die Berliner Paket.f ahrt eine Drucksachen-, Zeitungs- und Warenprobenbestellung ins Leben rufen, die namentlich den Zeitungsverlegern, den Vereinen, Verbänden und Geschäftsleuten völligen Ersatz für die teuere Postbestellung bieten soll. * Kleine Tageschronik. Wegen Beisciteschaffung ihres neugeborenen Kindes wurde in Zerbst die Frau deS Bauschullehrers Happach und deren Liebhaber, der Gymnasiast Husung, verhaftet. Husung_ war von Frau Happach verführt worden. — In Leipzig hat die 20jährige Seminaristin Margarete Abcndroth, die Tochter des UnivcrsitätS- Oberbibliothekars Dr. Abcndroth, gemeinschaftlich mit dem 21jährigen Handlungsgehilfen Kittel aus unglücklicher Liebe Selbstmord begangen. Der Handlungsgehilfe hatte erst daS Mädchen durch einen Schuß in die Stirn und dann sich selbst durch einen Schuß in den Mund getötet. Man fand Beide in einem Gehölz tot vor. — In Essen (Ruhr) wurde der Standesbeamte und Stadtsekretär Hübner wegen Unterschlagung amtlicher Gelder verhaftet. — In Mciderich stürzte ein Dachdeckermeister von einem dreistöckigen Hause ab und war sofort tot. — In Merheim wurde auf einem Felde eine Pappschachtel mit dem Schädel eines KindeS aufgefunden. — In Köln wurde der Straßenaufseher Ittenbach, der wegen Ermordung seiner Geliebten zum Tode öerurkitt wurde, zu, lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt. Die Anklagcbehördc hat das Wiederansnahmcverfahren beantragt. — Dort explodierte beim Bügeln ein Spiriturs-Plätteisen, wobei die Büglerin, eine junge Freu, so schwer verbrannte, daß sic au den erlittenen Verletzungen starb. — Ferner wurde dort ein Bahnassistent, der einen brennenden Spiritusofen mit Spiritus nachsüllen wollte, infolge Explosion des Ofens, getötet^ werden sich an dem Fest beteiligen. — Butzbach, 28. Juni. Der Kr icg er b un b „H ütte n- berg" feiert nächsten Sonntag iq Hörnsheim fein Per- bandsfest. Die Regimentskapelle der 116 er stellt die Fest- musik. § Friedberg, 28. Juni. Heute abend gegen 8 Uhr kürzte der 12jährige Sohn des Bürstenwarenhändlers Paul Mielke in den 18 Meter tiefen Eisschacht der Brauerei Windeker. Er wurde sofort in das Hospital gebracht. An einem Aufkommen wird gezweifelt. Wen die Schuld an dem Unglück trifft, ist noch nicht festgestellt. h. Groß-Karben, 28. Juni. Bei unserem Ort verhaftete man zwei russische Arbeiter, die auf dem Gronauer Hofe gearbeitet hatten und sich nach ihrer Entlassung in einem Straßengraben versteckten, von wo aus sie auf Vorübergehende mit Revolvern scharf schossen. 6. Homberg a. d. Ohm, 28. Juni. Im benachbarten kleinen Dorfe Deekenbach, das gegen 500 Einwohner hat, ind in dem Konsumverein und in der Darlehns -- fasse Fehlbeträge entdeckt worden, die dem Vernehmen nach sich auf ca. 90 000 Mk. belaufen sollen. Die Einwohnerschaft ist durch dieses Vorkommnis sehr aufgeregt. Der Konsumverein ist aufgelöst worden. R. B. Darmstadt, 29. Juni. Der im 82. Lebens- fahr stehende General der Kavallerie z. D. Wilhelm von Wanterfeld ist gestern hier gestorben. Er war am 22. September 1824 in Berlin geboren und gehörte einer der angesehensten preußischen Offiziersfamilien an. Er befehligte eine Zeit lang die Gardekavalleriedivision und mar dann bis zu seiner Verabschiedung Gouverneur von Mainz. — Main3, 28. Juni. Gegen die Schundliteratur will sich eine Vereinigung bilden. Gestern wurde hier eine Vorbesprechung abgehalten, der Herren aller Parteien und Konfessionen' beigewohnt haben. Politische und konfessionelle Gesichtspunkte sollen aus dem Spiel bleiben. Die Vereinigung soll n. d. Frkf. Ztg. das ganze Großherzogtum Hessen umfassen. d. Mainz, 29. Juni. Ein in Nierstein lebender Weingutsbesitzer hat der Stadt das Angebot gemacht, sie möge ihm eine jährliche Rente bis zu seinem Tode zahlen und dafür sein bedeutendes Weingut mit Land, Haus und gesamtem Inventar, darunter 100 Stück Wein, in Besitz nehmen. Zu dem Inventar gehören auch wertvolle Oelgemälde und sonstige Kunstschätze. Die Bürgermeisterei hat die Angelegenheit geprüft und mit dem Herrn, der keine Verwandten besitzt, ein diesbezügliches Uebereinfomnien abgeschlossen. — Der Kaiser wird, wie wir aus zuverlässiger Quelle mitteilen können, Mitte August zu einer Truppenschau hierker kommen. fc. Mainz, 28. Juni. Unterhalb der Hafenmündung m Schierstein wurde die Leiche des Musketiers Voll vom 117. Regiment geländet. Es liegt allem Anschein nach Selbstmord vor. Volk stammt ans Gundershansen bei ; Darmstadt. festigen differenziellen Zollbehandlung hätte land und Spanien leicht ein wirklicher wirtschaftlicher Krie g mit gegenseitigen Kampfmaßregeln sich entwickeln ^können. Hierdurch aber würde für die Verständigung über Len endgültigen Vertrag eine ernste Gefahr erwachsen läuft. Wäre nicht in dieser Weise das fc. Frankfurt a. M., 28. Juni. Gestern kamen hier zwei Fälle von Hitzschlag vor. In der Gntleiststraße wurde ein 9 jähriger Knabe, und am alten Markt ein 25- jähriger Taglöhner davon betroffen. Der Junge wurde in die Wohnung feiner Eltern, der Taglöhner ms städtische begeben, wo er mit seiner Familie zusammentrifft. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Nach der Bekannt- deutscher- Ausland. London, 28. Juni. Der italienische Minister des ‘Stellgern, Tittvni, hielt gestern bei einem Bankett eine Rede über die auswärtige Politik Italiens. Er erklärte, die Freundschaft zwischen Italien und England habe immer bestanden und werde immer einen charakteristischen Zug der italienischen Mislcmdspolitik bilden. — Die Vertreter der deutschen Presse nahmen heute als Gäste der „Daily News" an einem Frühstück in Greenwich teil. Lord Crewe brachte einen Toast auf die deutsch-englische Freundschaft aus und sagte, es sei die Pflicht der Presse, jede Schwierigkeit aus dem Wege zu räumen, die zwischen beiden Ländern entstehen könnte. Wenn die Presse beider Länder sich bemühte, dies zu tun, so würden beide Länder nachbarlich nebeneinander gehen zum Heile und Fortschritt der Zivilisation. Chefredakteur Posse von der „Köln. Ztg." führte aus, alle Redakteure kehrten zurück erfüllt von dieser Idee und entschlossen, sie in die Tat umzusetzen. Paris, 28. Juni. Das Räu b eru n wese n in Algier nimmt wieder große Dimensionen an. Die Eingeborenen überfallen Farmen und Landhäuser, ermorden die Besitzer und verwüsten die Besitzungen. So war am 25. d. M. die Farm Pradel der Schauplatz einer regelrechten Belagerung. Die Räuber sind gut bewaffnet und ■lagern tagsüber in den Wäldern, während sie sich nachts zu ihren Raubzügen zusammentun. Madrid, 28. Juni. In Ubeda in Andalusien wurde ein Anarchist verhaftet, der als Pilger verkleidet Heiligenbilder und Rosenkränze verkaufte. Die Polizei glaubt, es sei Avinv, der in Paris im vorigen Jahre die Bombe gegen Loubet und. König Alfons schleuderte. Wien, 28. Juni. (Oesterreich. Delegation.) Bei der Beratung des .Heeresordinariums erklärte Graf Deym, für das Or diu avium und das Extraordina- rium stimmen zu wollen. Er bewies, daß die alldeutsche Bewegung an Boden verliere, und forderte ein entschiedenes Vorgehen gegenüber der Losvonrombeweg- ung als einer eminent staatsgefährlichen Agitation. Kairo, 28. Juni. Vier Fellachen, die gestern von dem Gerichtshof wegen Verletzung englischer Offiziere zum Tode verurteilt wurden, find heute aufgehängt worden. Sechs Fellachen wurden durchgepeitscht. Washington, 28. Jüni. Eine Kommission von Mitgliedern des Senats und des Abgeordnetenhauses hat einen Gesetzentwurf ausgestellt bezüglich der Fle i s ch i n s pe k- tion. Nach diesem Gesetzentwurf soll alles Hornvieh, das in den Schlachthäusern geschlachtet wird, mit einer Steuer von 5 lCent, Schafe und Schweine m'it 3 Cent belegt werden. Man nimmt an, daß diese Steuer l12 Millionen Dollars erbringen wird, sodaß die andere Hälfte des Kredits von 3 Millionen Dollars, welcher für die Fleisch-Inspektion erforderlich ist, von den Fleischkonserve-Fabriken aufgebracht werden muß. N e w y 0 r k, 28. Juni. Der Westen von Newvork wurde durch Gerüchte über Judenmassakres alarmiert. Tausende von Juden stürzten in die Schulen zur Errettung ihrer Kinder, da es hieß, in den Schulen würden den Kindern die Kehlen d urch g eschni 11 en. Es entstand eine furchtbare "Aufregung, die nur durch Einschreiten der Polizei beigelegt werden konnte. 20 Schulen wurden sofort geschlossen. Die Ursache der Gerüchte war, daß in einer Schule an mehreren Kindern, die an einer Halskrankheit litten, Operationen vorgenommen worden waren. A»rrversrLäts-Auchriehten. — D i e Heidelberger Studentenschaft plant in den nächsten Tagen eine große P r ö t e st v e r s a m m l u n g gegen den 'Ausbau des O t t 0 - H e i n r i ch b a u s. Falls der Ausbau beschlossen wird, soll die Meldung der Universität proklamiert werden. ___________ - (Scridttsfaal. Posen, 27. Juni. Das Schwurgericht verurteilte heute den Arbeiter Johann Gruszkiewicz aus Dombrowa zu 6 Jahren Zuchthaus. Der Verurteilte hatte am Abend des 4.Marz m das Schlaf- zimmer des Wirtschaftsbesitzers Hoff in Kawce, mit dem er verfeindet war, eine Bombe geworsen, wodurch die Frau des Hoff erhebliche Verletzungen erlitt. m r .. . Dresden, 27. Juni. Wegen öffenlllcher Beleidigung der Aerzte und der Canitäts-Unterosfiziere deS Garnisons- Lazaretts, begangen 1 in einem Artikel der „Sachs. Urbeiterztg. , wurden heute'die Redakteure Max Wendel als Verfasser zu 300 Mk. und Riem als verantwortlich Zeichnender zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. „ , . , Dresden, 28. Juni. Ein Aussehe,i erregender teuet - Hinterziehungs-Prozeß beschäftigte heute das Landgericht. Ter Inhaber des'Etablissements Merkel hatte ein steuerpflichtiges Einkomincn von 2080 Mk. nach Abzug von 1500 Mk. Jahresichnlden angegeben. Rach deii Ermittelungen der Steuerbehörde batte Merkel jedoch nicht, wie angegeben 3500 Mk., sondern 2 2 9 3 0 Mk. I a h r es e iu k 0 m m c n unter Abzug feiner Schulden von ins- gesammt 21 600 Mk. Er wurde zu einer G e l d st r a f e von 2880 Mk. verurteilt. Rinder geraubt und sechs Leute getötet. Der Aufstand sei von zwei Zauberern erregt und von einem Mangihäuptlmg begonnen worden, andere Mangis hätten sich inzwischen angeschldffen. Der Viehhändler Uffert ließ sich beim Viehhandel feine Ausschreitungen gegen Eingeborene zu Schulden kommen. Deutsches Reich. Berlin, 28. Juni. Den Ende Juli bei der Insel Rügen stattfindenden Manövern unserer aktiven Schlachtflotte wird, wie aus Kiel berichtet wird, der Zar als Gast des Kaisers teils an Bord des „Polarstern" bezw. der „Hamburg", teils an Bord des Flottenflaggschiffs „Kaiser Wilhelm II/ beiwohnen. Von dort aus wird sich der russische Kaiser zu längerem Aufenthalt nach Darmstadt fördern zu können. ** V 0 m Butzbacher Trachtenfest brachte der „Tag ' (Berlin) in seiner Nummer 309 einige interessante Originalaufnahmen von Photograph August Konrad in Hungeii. Ein junges Paar, aus Schrecksbach (Kreis Ziegenhain) ist in zwei Stellungen ausgenommen, die Ziegenhainer Abendmahlstracht ist in ihrem ganzen ckmrak- tristischen Aussehen wiedergegeben, während drei weitere Ziegen- hainer Typen, zwei Schlitzer Männer und eine Lauterbacher Hochzeitsgesellschaft sich ebenfalls schön ausnchmen. (X) Leihgestern, 28. Juni. Bei den Aufräumungs- arbeiten an der kürzlich eingestürzten Kirche wurden mehrere Heiligenbilder aufgefunden. Die stehen gebliebenen Teile des Gotteshauses müssen abgerissen werden, da ein vollständiger Neubau erforderlich geworden ist. Der Kirchenneubau ist nach den Plänen des Kirchenbaumeisters L. Hofinann-Herborn mit 75 000 Mk. veranschlagt. △ Langgöns, 28. Juni. Arn nächsten Sonntag feiert unsere freiwillige Feuerwehr ihr 2 5 jä h rig es Bestehen in Verbindung mit der Weihe des ihr gestifteten Banners. Ein schöner großer Festplatz mit mehreren stattlichen Wirtschaftshallen ist geschaffen worden und die Orts- einwohner sind gegenwärtig eifrig mit der Ausschmückung der Ortsstraßen beschäftigt. 25 auswärtige Feuerwehren Arbeiterbewegung. Weilburg, 28. Juni. Eine von, nichtsozialistischer Seite eiuberufeue von nahezu 500 Bergarbeitern des Lahntals besuchte Versau, m lung beschloß die Errichtung eines zweiten A r b e i t e r s e k r e t a r i a t s in Wetzlar. In einer zum Knappschaftsgesetz angenommenen Resolution wird bedauert, daß der Landtag die berechtigten Wünsche der Bergarbeiter unberücksichtigt gelassen habe. Weiter wurde angeregt, ob eine Verschmelzung aller int rechtsrheinischen Bezirk des Oberbergamks Bonn gelegenen Knappschaftsklassei, zu einem großen, leistungsfähigeren Knappschaftsverein möglich ist. In einer weiteren Resolution wird die Erhöhung des ortsüblichen Tagelohnes m den Regierungsbezirken Wiesbaden und Koblenz zu 20 pCt. gefordert. (Frkf. Zig.) Hamburg, 28. Juni. Heute wurde hier eine Etntgung i m Klempnergewerbe erzielt, nachdem die Innung angeboten hatte, die Erhöhiing des Lohnes auf 70 Pfennig bereits vom 1. August ab zu bewilligen. Dieses Angebot haben die Gesellen angenommeu, so daß der Lohnkampf beendet ist. _______ Aus 5taOt uns Cuns. Gießen, den 29. Juni. •* Erledigt sind: Die mit evang. Lehrern zu besetzende erste und zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Usenborn. Mit der ersten Stelle ist Organistendienst verbunden; dem Fürsten zu Stolberg-Wernigerode-Gedern steht das Präsentationsrecht zu; ferner die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstette an der Gerne in de sch ule zu Hörgenau. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage be- , gilbt: ÄotM'Eßhristenl Wie'» y jfub1 3« Vormittag 11 15 W" Kd« fW” i" Darmstadter Gemeinde erheben- Mitgliedern van den K. Sa 1 Nachmittag um !»- i«1' ** So 4. Soi ' Austeilung um 8 llhr ' um 91/, Ub Nachmittags nm, JJH Gießener lan voraussichtliche r 30. Juni 1906: Meist t kühler, windig. J Nähere? Zi Temperatu in der ' Origin Dortmund, l zug Nr. 6004 bei BI das Haltesignal und Mengede ausjahrend nicht verletzt. Die S wagen sind entglei beiden Gleise der H Deusen sind gesperrt mach Dockmund war Herr G< 62. su- =. Um ftillc $ei m. . Di- t 'c6en, « dein 9 ct seht WQt2, H rrSr; '9!h'” Nfel^ ■ fe e ft ci tr ft , !erweis»i6; QtU§ \K Ä- Ä -'N- ®r«utbÄ‘e m. und Mü° t*«WÄ •& e^c ertranken. - Sbet Mih wihL tll Kn Kind f Spanien holt 47m s27: betrug die f m Schatten 36 ^Jni) Zu verzeichnen. B. Manschen Austritten kam "Versammlung, die c. 6§ hatten sich etwa die 20 Pfennig Entree tunbe auf Viertelsiunde, iücklcr erschien. Endlich, ein Telegramm ein, in Pückler verreist sei. allgemeinen Wirr. I gekommenen Versamm- ihr Eintrittsgeld zurück, hatten sich schleunigst ommcne Verfolgung, on ) überwachenden Polizei« — Infolge der mit dem hung wird die Berliner i«, Zeitungs- und leben rufen, die nament« Vereinen, Verbänden und die teuere Postbestellung MkitesMung ihn- nm« bt3 RanschMrn; mg, wWt. W^.w in Tnypg V b\t Nsähnge "btt Tvchter der Mvnß>°». mschastlich mit bem chtt Liebe gelbflmorb be« lQ$ Mädchen durch einen schug einen Schuß in den Mund gi- tot M. - In Ellen M Hübner ivegen Unterschlagung rid) stürzte einDochd^emetsttt Wort tot.-3" Merb°.m mit dm Sch^ Kindü Sttaßenausseher Jt^tenboch, ta inm Tobt verurteilt wurde, zu Die Anllagcbehörde hat b° Dort nm, "N- Me § .’Ä*-*,-* Ssä M wtbbito5rMWi9‘ r Schmelzung eregt, o ' c ^nn gelegene" Cbcrbergam^ , Änflpp- njcitert» ^el। . § jn den Koblenz iu2 N. sZM es Angebo"°° lachrichteN'^^mdett zjaal. .^teilte &&&** urtst c«?it Ml SäS»1, der Hande! ObeischleR. Eisen-Industrie 126.50 116.80 Prince-Henri-Eisenbahu Börse, 29 Juni. Anfangskurse. 216.40 34.00 148.10 Tendenz: fest, aber nicht militärisch gegrüßt hatten. Nachdem die Kameradrn Der diesjährige Räumungs-Ausverkauf Sommer-Artikel, spez. farbiges Schuhwerk, Tennis-Schuhe u. s.w. extra billig Ein Posten Muster- und Einzel-Paare werden unter Einkaufspreis abgegeben. 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Der Toübnmpfer .Vaderland" der Red Star Linie in Antwerpen, ist laut Telegramm am 25. Juni wohlbehalten itt Newyork angekommen. 100 30 ] 00.60 104.60 70.00 70.50 89.25 95.30 96.20 147.40 53.80 90.80 70.40 97 60 Original-Drahtnreldungen. Dortmund, 29. Juni. Heute überfuhr der Eilgüterzug Nr. 6004 bei Block Hansa der Strecke Dortmund-Mengede das Haltesignal und fuhr auf den vom Nangicrbahnhos nach Mengede ausfahrenden Güterzug Nr. 6206. Menschen sind nicht verletzt. Die Lokomotive von Nr. 6004 und 9 Güterwagen sind entgleist, davon sind 6 stark beschädigt. Die . 159.75 . 138.80 . . 170.40 . . 138.80 . . 236.00 . . 178.00 . . 183.40 . . 158.25 . . 210.20 Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für nnd Industrie. Glasen. Frankfurter Bör* einer Versammlung zusammen und arbeiteten Forderungen Morgen Samstag Abend Grosses Gartenkonzert Es ladet ergebens! ein 04682J Emil Licck, Nord-Anlage 1. um lOi/z Uhr wieder fahrbar. Ter Personenverkehr roirb | qu3, insbesondere über Freilassung der Reserve im dritten durch Umleitung der Züge über die Emschertalbahn von Bodelschwingh-Mengede aufrecht erhalten. Kreuznach, 29. Juni. (PrivatteleLramm.) Jn der heutigen Schöffengerichtsverhandlung wurde der Maffcur Dougeerschen wegen Kurpfuscherei zu 200 Mk. Geldstrafe -rh°ü! Badeofen sowie einige Aüllöfen weg. Mangel an Ratim zu Verkäufern |37ö9 Emil Schmält, Ost-Anlage 36. Praktisch eingerichteter, fall neuer Hasenstall billig adrugeben (5Qrtenflr. 11 (04653 Ein sehr wachsamer Hofhund (auch auf Probe) zu verkaufen Schühenstraße 18.[3958 Einige Bäume [3993 . Kirschen zu verkaufet:. Liebigshöhc. Ein Doppelwaggon prima neue Speise- Kartoffeln frisch eingctroffen und offeriere dieselben zu konkurrenzlos billigen Preisen. J. Hanckei Kartoffelhandlung 3999] Lchloßgassc 6. ®®ee®5eeee Katholische Gemeinde. Samstag, den 30. I u n i: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, bett 1. Juli: 4. Sonntag nach P f i >t g st e n. Vorntittags non 6V» Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. „ nm 9*/? Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre: darauf Attdacht. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 30. Juni 1906: Meist trüb, doch nur geringer Regen. Erheblich kühler, windig. * Näheres durch die öiieFtener Wetterkarte. Temperatur der Lahn und der Luft in der Mülle r'schen Badeanstalt. Master 18° N. Von Samstag, den 30. Juni bis einschliesslich Mittwoch, den 4. Juli dauert unser diesjähriger Grosser Saison-Ausverkauf Anf folgende Artikel gewähren wir während dieser 5 Tage 1 und Damenkra Während des Neubaues Mäusburg 10. '1 'm, Collaretts in Batist und Seide itel, Bolerojäckchen in Spachtel dien, Taschentücher. 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