Erstes Blatt Freirag 28. September 1906 Man not uiro. g und b't Rosa Luxembur S 156. Jahrgang Älr. 228 Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Giehener Kamilien. blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der B r ü b l'schen Untvers.-Duch-u.Stein- druckerrt. ÖL Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Redaktion 113 Verlag u.Exped.s^bl Adresse für Depeschen: «nzetger Gießen. vezugopretär monatlich 7bVi., otertel- Klich Alk. 2.20; durch ole- u. Zweigstellen monatlich Gö Pf.; durch diePost Alk.2.— viertel- sührl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesmmiiner bis vormittags 10 lltjc, ZeilenprerS: lokal 12xßtw auswärts 20 Pig. Verantwortlich tüt den polil. und allgern, Teil: P. Witt ko- füt »Stadt unb ßanb" und ,®erid)i5|oal*: Ernst peß, ult beit Anzeigenteil! HnnS entsteht plötzlich eine lebhafte Bewegung im Saale. Fast die Hälfte der Delegierten erhebt sich und in langem Zuge ziehen sie sich unter Bebels Führung in ein besonderes Zimmer des Saalbaus zurück. Es handelt sich ossenbar um eine vertrauliche Besprechung über die Stellungnahme zu den Resolutionen Legien und Kautsky. Aus der anderen Seite stehen die Gewerkschaftsführer v. Elm, Legien, Bö - melburg, Schmidt niw. iu eifrigem Gespräch zusammen. Rosa Luxemburg und Frau Z i c tz-Hamburg, die nach wie vor ihren radikalen Standpunkt vertreten, sehen sich urplötzlich Muster auf sührungen solcher Jbsenschen Dichtungen, denen äußere, insbesondere szenische Schwierigkeiten den Weg zur Bühne int allgemeinen verwehren. Da dieser wichtigste Teil der Aufgabe ohne Rückhalt an einer ernsten Bühne nicht sicher durchzuführen wäre, ist ein Anschluß an das Düsseldorfer Schauspielhaus geplant, das bereits in Ibsen-Zyklen in Düsseldorf und Bonn sich in hervorragendem Maße befähigt gezeigt hat, durch ein fein abgespieltes Zusammenspiel die letzten Absichten des Dichters zu deuten und zu verkörpern. (Bühnenfest- spiele. 2. Aufführung solcher Jbsenschen Stücke, welche keinen ungewöhnlichen szenischen Apparat erfordern, in denjenigen Städten, wo solche Aufführungen bei schon bestehenden literarischen Bereinigungen Unterstützung finden. (Wandervorstellungen.) 3. Vorträge, welchen die Ausgabe zusällt, den durch bie Ausführungen zu erzielenden Wirkungen den Boden zu bereiten. 4. Herausgabe einer monatlich erscheinenden Zeitschrift, die den Zusammenhang der lokalen Gruppen unb der Einzelmitglieder Herstellen und aufrecht erhalten soll. Ueber diesen Rahmen hinaus soll die Arbeit der Vereinigung auch dem Schassen anderer Dichter zugute kommen, Deren Kunst dem Geiste Jbsenscher Wahrhaftigkeit verwandt ist. Beitrittserklärungen nimmt entgegen die Buchhandlung Schmitz und Llbertz in Düsseldorf. Dem vorbereitenden Ausschuß gehören ii. a. an; Direktor Prof. Peter Behrens-Düsseldorf. Professor Dr. Paul-Brandt-Bonn. Luise Dumont-Dünel- dorf. Staatsanwalt Dr. E. Frings-Düsseldorf. Prrvat- dozent Dr. Franz Schultz, Bonn. Geheimrat Profesfor Dr. Zilelmann-Bonn. ...... <, — „Dekorative Kun st", Zeitschrift für angetoanbte KrrnA, hersusgegeben von Hugo Bruckmann-München. 10. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bleibt also nur noch der Abschre cknngszweä. Wirkt die Todesstrafe tatsächlich abschreckend? Wenn sie das tüte, dann müßten die Verbrechen, auf denen nach dem Gesetz der Tod steht, seltener geworden sein. Wer sich aber über die ursächlichen Zusammenhänge von Verbrechen und sozialen Zuständen (insbesondere die Lage der untersten Volksschichten) klar ist, der weiß auch, wo des Uebels Wurzel steckt und worin das Mittel zur Verhinderung des Mordes und ähnlicher Verbrechen überhaupt zu suchen ist: in rastloser Arbeit zur sozialen Hebung des Volkes. Der moderne Kulturmensch sagt sich, daß nicht der Mörder und seine Tat allein, sondern auch die wirtschaftlichen und sittlichen Verhältnisse, in denen er stand und handelte, inbetracht kommen müssen. Krankheit und Verbrechen liegen ebenso nahe beieinander, wie Verbrechen und geistiger Tiefstand bezw. Defekt, der nicht Gut und Böse auseinanderzuhalten vermag. Das wird auch zuweilen vor der Strafvollstreckung berücksichtigt, indem die Todesstrafe durch Gnadenakt in lebenslängliche Kerkerstrafe um- gewandelt wird. Aber ist es denn nicht eine Grausamleit, einen Menschen — und sei er ein Mörder, er ist unser aller Mitmensch — in der Qual und Pein der, Ungewißheit über sein irdisches Schicksal monatelang zu lassen? Und wird das Todesurteil vollstreckt, wie häufig ist es so nicht ein höchst grausamer .Vorgang, der bar ist aller Menschlichkeit und der jeden, der einmal „zuschauen" durfte, mit Grauen und Abscheu erfüllen muß! Denn es bleibt unter allen Umständen unmoralisch, bei} Tod (Hinrichtung) eines Menschen zu benutzen, um andere vor ähnlichen Verbrechen abzuschrecken. In verschiedenen Staaten ist die Todesstrafe abgeschasst: so in Holland (1870), in Rumänien (seit 1864), in der Schweiz und in verschiedenen Staaten Nord- und Südamerikas. Nicht mehr vollzogen wird sie seit 1843 in Portugal, seit 1863 in Belgien und in Norwegen und seit 1877 in Italien. Noch angewandt wird sie in Deutscb- land, Oesterreich-Ungarn, Frankreich, England und Rußland. Tie Vollstreckung der Todesstrafe unterliegt landesgesetzlicher Regelung in Deutschland. So findet^sich in Rhetn- preußen, Hessen, Baden, Bayern, Sachsen, Thüringen und Hannover die Guillotine; in den altpreußischen Provinzen das Beil. Durch den Strang geschieht die Hinrichtung m Oesterreich-Ungarn, England, Rußland und einigen der Ver- eüiiqtcn Staaten von Nordamerika, während dort neuerdings im Staate Newyork die Elektrizität als Tötungsmittel versucht wurde. _____ Jahrgang, Heft 1. — Oktober 1906. — Berlagsanstalt F. Bruckmann A.-G, München. Quartalpreis 3.75 Mk. Einzelpreis des Hefres 1.50 Mk. — Den zehnten Jahrgang dieser Münchener Kunstzeitschrift eröffnet ein reich illustrierter Artikel über den von Bruno Paul im Verein mit einigen Münchener Bildhauern ausgestatteten Wartesaal des neuen Nürnberger Bahnhofs. Es ist das erste Mal, daß der neuen deutschen Kunst Gelegenheit geboten wurde, ihr Können an einer derartigen Ausgabe zu erproben, und Bruno Paul hat dafür eine so mustergültiges Lösung gefunden, daß man wohl sagen kann, die neue Kunst hat mit diesem ersten Schritt in Staatsbauten auch schon festen Fuß barüi gefaßt. Man wird den Nürnbergern wohl nicht lauge den M)m gönnen, den schönsten Wartesaal im Deutschen Reich zu haben, und das ist gut so, denn an neuen Aufgaben wachsen die Kräfte, und was die deutschen Künstler zu leisten vermögen, das hat eben erst die Dresdener Kunstgewerbeaussiellung bewiesen, über die das vorliegende Heft auch berichtet. Einen intereffanten Beittag zu der Frage der Restauration alter Bauwerke liefert der Erneuerungs- und Erweiterungsbau, den Hans Pvelzig, der Dttektor Der Breslauer Kunstgewerbeschule, für das Löwenberger Rathaus geschaffen hat. In diesem Bau hat Poelzig, ohne die Bauformen des mittelalterlichen Rathauses uachzuahmen, eine so einzigartige Harmonie alter und neuer Baukunst erreicht, daß es — wie die Abbildungen zeigen — schwer ist, zu sagen, wo das Alte aufhört und das Neue beginnt, eine bewunderns« werte Leistung, die die besondere Beachtung unserer Arch« tekten verdient. Zum Schlüsse nochmals: Dem Abschreckungszwecke (aus dem allein die Todesstrafe noch verteidigt wird) dient die lebenslängliche Freiheitsstrafe Zweifellos mehr, weil schärfer unb nachhaltiger, als dies die Todesstrafe tut. Schon Beccaria fagte: „Die Todesstrafe wird für die meisten zu einem S cy a u s p i e l und einem Gegenstand des mit Verachtung gemischten Mitleids." Jene beiden Gefühle bemächtigen sich mehr des Geistes der Zuschauer als die heilsame Furcht, die das Gesetz einzuflößen beabsichtigt. Aber bei gemäßigten und lange andauernden Sttasarlen herrscht das letztgenannte Gefühl vor, weil es das einzige ist. Die Grenze, die der Gesetzgeber für die Härte der Strafe ziehen sollte, scheint in dem Gefühle des Mitleids gegeben zu sein, und zwar da, wo diese die Oberhand zu gewinnen beginnt über alle Gefühle des Zuschauers einer Hinrichtung, auf den diese loeit mehr oerechnet ist, als auf den Angeklagten. kleines Feuilleton. — Aus Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: „Als die zweite Neueinstudierung! eines modernen Werkes durch Regisseur Dr. Heine ging am26. Oskar Wildes In- triauenstück „Ein idealer Gatte" in Szene. Die Aufführung war in ihrem Gesamtteil einheitttch, die Inszenierung sorgfältig und geschmackvoll. Das Brillantseuer- wert von Geist, von scharfzugespitzten Apercus fand man hier und da etwas übertrieben, man freute sich daran angesichts des Defizits an Geist, das die meisten modernen deutschen Stücke bieten. Von den Mitwirkenden traten besonders Frl. Doch, Herr Bauer unb Herr Bolz hervor. Fräulein Santen leistete Gutes, ohne daß es ihr gelungen wäre, ihre große Aufgabe vollständig zu erschöpfen. Die Rolle eines Dieners, der zugleich Vertrauter ist, wurde von Herrn Reimann wirksam gegeben. Uneingeschränktes Lob verdient Herr Pf e.tl. Frankfurt a. M., 27. Sept. Die internationale Konferenz für Krebsforschung wurde heute durch den Vorsitzenden Geheimrat v. Leyden-Berlin mit einem Dank namentlich gegen die Teilnehmer aus England, Frantteich und Oesterreich geschlossen. In seiner Schlußrede betonte Geheimrat Leyden, daß die Fortschritte in der Erforschung der Krebskrankheit, die dem Tierexperiment zu danken sei, zu der Hoffnung berechtigen, daß es in nicht zu langer Zeit gelingen werde, das Hebet erfolgreich bekämpfen zu können. , — „Jbsen-Vereinigun g," Eine Anzahl rhcmrjcher Verehrer des Dichters hat sich, einem uns übersandten „Ausruf" zufolge, zusammengetan zur Gründung einer „Jbien-iVereiuigung". .Sie beabsichtigt l._ Veranstaltung von allein. , ,. Ledebour erklärt, die Annahme, daß die Jenaer und Kölner Resolution gleichen Sinnes seien, für eine intellektuelle Konstruktion, die der Parteitag nicht billigen könne. Die Resolution Kautsch müsse angenommen werden. Bebel wendet sich gegen die Angriffe, die von Legien und anderen gegen ihn gerichtet worden sind. War das Protokoll richtig, so hätte man mich auch aus der Partei werfen müssen. Man warf mir den denkbar schwersten Verstoß gegen den Jenaer Massenstreiksbeschluß vor. Ich mußte mich also gegen die Auffassung Silderschmidts von meiner Rede wenden. Seine Darstellung macht mich eines Parteiverrats schuldig. (Sil- berschmidt: Ist mir gar nicht eingefallen.) Wenn Sie das öffentlich erklärt hätten, wäre mir viel Verlegenheit erspart worden und ein widerwärtiger Hader aus der Welt geschafft worden. (Lebhafte Zustimmung.) Legien verlangt von uns einen Fußfall vor den Gewerkschaften. Wir haben freilich etwas begangen, das sich mit der strengen Form des Rechts nicht vereinigen läßt- (Rufe: Aha!) Aber die Verhältnisse zwangen uns dazu. Der Parteivorslaud erklärt sich in schärfster Weise gegen die Lokalisten. Ihre Organisation ist einUn sinn, ein Nonsens. (Hört! Hött!) Die Arbeiter können nur geschlossen dem Kapitalismus gegenüber treten. (Beifall.) Die Unternehmer sind einheitlich organisiert, wie kann man da glauben, tnit Lokalorganisationen etwas auszurichten. (Sehr richtig!) Wir versolgen jebe Stimmung m der Partei. Das ist unsere verfluchte Pflicht und Schuldigkeit. (Sehr richtig!) Unb bie Berliner Genossen haben jetzt gerabe schwere Kämpfe mit ben Lokalisten, bie noch burch Hetzereien der bürgerlichen Presse vermehrt werden. Legien hat geltem eine Rede gehalten, die fast ganz polemisch gegen den Jenaer Massenstreik war. Ich fragte auch, wie steht denn sein Mtrag damit im Einklang? (Sehr richtig!) Nachdem die Gewerkschaftsführer bargelegt haben, daß nach ihrer Interpretation ein Widerspruch nicht besteht, hat der Parteitag nicht die geringste Ursache das zu verneinen. Der Rigoroseste unter uns hat keinen Anlaß gegen diesen Antrag zu stimmen. Es ist ein ungeheurer moralischer Gewinn, wenn in dieser Richtung zwischen Pattei unb Gewerkschaft Friebe herrscht- (Lebhafter Beifall.) Gegen Kautsky aber müssen wir uns roenben. Die Festlegung Kautschs wäre eine ber größten Unklugheiten. Ein Gefühl ber Verbitterung und Zurücksetzung würbe baburch bei den Gewettschasten erregt werden. (Sehr richtig l) Bömelburg und Reichel haben heute bie denkbar befriedigendsten Erklärungen abgegeben. Würde man öte Resolution Kautsky annehmen, so würde nichts an ben be- stehenben Verhältnissen geänbert werden. (Beifalls Für einen solchen Antrag sollte ein deutscher Parteitag keinen Fingen bergeben. (Beifall.) Den ersten Absatz Kautsky wollen wir iwch gelten lassen, den zweiten bitten wir aber als Stein des Anstoßes abzulehnen. Er würde unseren Beratungen einen bitteren Beigeschmack geben. (Zustimmung.) Die Arbeiter müssen aufgeklärt werden, daß sie nicht nur Arbeiter, sondern auch Staatsbürger sind und ihre vollen Rechte nur durch Anschluß an die Sozialdemokratie wahren können. (Zustimmung.) . Nack) und nach werden bann alle Arbeiter Sozialdemokraten werden. (Sehr richtig!) Ihr sollt aber Arbeiter, die noch heute auf anderem, z. B. religiösem Standpunkt stehen, nicht vor den Kopf stoßen. (Lebhafte Zustimmung^ Wir haben noch gewaltige Arbeit zu leisten, ehe wir an einen Massenstreik mit Erfolg gehen könnten. Man darf mir aus meiner Jenaer Resolution feinen Strick drehen. Der Ton meiner gestrigen Rede war wohl anders. Aber Inhalt und Gedanken waren dieselben. Wir brauchen doch nur die allgemeinen Richtlinien für bestimmte Situationen anzugeben. Anders zu handeln wäre bei einem Politiker eine Verrücktheit. Freilich ein Doktor ber Philosophie kann das alles noch viel erweitern. (Heiterkeit.) Zum Schlüsse beschäftigt sich Bebel noch mit Rosa Luxemburg unb anderen Genossen, die ein bgeisterndes Eintreten Bebels für die r u n t« scheu Revolutionären vermißten. Ich habe das in der Hitze des Gefechts vergessen. Wer cs ist doch selbstverständlich, da« wir, wenn Deutschland es wagen sollte zu Gunsten Rußlands zu intervenieren, nicht Gewehr bei Fuß stehen werden. Da mug man doch z. B. erst den Reichstag berufen. (Der Zehngebote- schreibt uns aus Darmstadt, 27. Sept.: Die am Dienstag vom Schwurgericht zu Darmstadt gegen den Raubmörder Steinmetz ausgesprochene Verurteilung zum Tode gibt dem Kulturmenschen wieder einmal Veranlassung, die beiden Fragen aufzuwerfen: Ist die Todesstrafe notwendig? Oder ist sie nicht vielmehr vom Standpunkte unserer heutigen Kultur aus abzulehnen? Die Todesstrafe läßt sich aus zwei leitenden Gefichts- punkten erklären: Einmal aus der einen allgemeinen, den religiösen-bistorischen Anschauungen entsprungenen: „Wer Blut vergreßt, dess' Blut soll wieder vergossen werden." Sodann — und das ist das hauptsächlichste Motiv (wie für jede Strafe) — aus der StacttSraison (Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit). Hier verfolgt jede Strafe einen dreifachen Zweck: den der Sühne und Besserung, den der Unschädlichmachung, unb schließlich den der Ao- schreckung. Auch die Gegner der gegenwärtigen Strafrechtspraxis geben zu, daß die Todesstrafe keine Besserungsstrafe sein kann. Sie müssen auch zugeben, daß sich die Unschädlichmachung des Verbrechers ebensogut durch lebenslängliche Kerkerhaft erreichen läßt. Und dann wissen sie auch ebensowenig wie irgend jemand zu sagen, daß die Todesstrafe die entsprechende Sühne eines Verbrechens ist, denn sie ist gar nicht individualisierbar, man kennt ihre Tragweite absolut nicht, wie das etwa bei Kerkerstrafe der Fall ist. SozlaLdcNiokaltsHer Parteitag. (Unberecbngur ,ccbrid verboten.) S. u. H. Mannheim, 27. Sept. (Vierter Tag.) Die Mannheimer, Ludwigshafener und Heidelberger Genossen sind für heute nachmittag zu einem Massenstreik durch ihr hiesiges Parteiorgan aujgeforbert worden, unb es wird voraussichtlich einen ungeheuren Zuzug nach Heidelberg geben. Der Artikel führt aus: Vielfach würbe wegen Besuch des Großherzogpaares an Euren Werkst eilen die Arbeit eingestellt. Ihr habt aus Kommando feiern müssen; nun macht es Euch zur Pflicht, auch morgen zum Empfang ber Arbeitern ertreter Euch frei zu machen. Zeigt dem schweifwedelnden Byzantinismus, daß die Arbeiterschaft ihre Vertreter, ihre Vorkämpfer zu schätzen und zu achten weiß. Dann wurde dem Patteivorstande und der Kontrollkomnnsswn folgende Resolution gegen die freien Gewerkschaften vorgelegt: „In ben in ben Fr. Vereinigungen beutscher Gewerkschaften verbundenen Organisationen treten bedauerlicher Weise immer bewußter Tendenzen hervor, bie biese Organisationen in ben Dienst ber anarcho-sozialistischen, die deutsche Sozialdemokratie geflissentlich beläinpfenben und schmähenden Bewegung stellen, ja die eine anarchistische Agitation gegen bie Partei fördern wollen. Uiib ba durch dieses Treiben auch die Ausbreitung der gewerkschaftlichen Organisationen aufs schwerste geschädigt wird, erklärt bet Parteitag: Die anarcyo-sozialisti- schen Bestrebungen, wie sie in ben lokalorganisierten Gewerkschaften sich geitenb machen, sinb unvereinvar mit ben Zielen unb Interessen ber Sozialdenwkratie. Die Parteipresse hat daher bie Psticht, bie anarcho-sozialistische Bewegung auf bas Entschiebenste zu bekämpfen unb bie Parteigenossen haben bie Ausgabe, Personen, bie für biese anarcho-sozialistischen Bestrebungen eintreten und für sie agitieren, soweit diese Personen Parteigenossen sind, aus ihren Reihen auszuschließen. Diejenigen Parteigenossen, die iit ben lokalen Gewerkschaften organisiert sind, ersucht die Parteileitung, in Ucbereinftimmung mit der Resolution des Lübecker Parteitags, sich den zentralorgani- fierten Gewerkschaften anzuschließen." In der fortgesetzten Diskussion über den Massenstreik sprach Reichstagsabg. ^ömelburg: Rosa Luxemburg sagt, ber Massenstreik ist von der Revolution unzertrennlich. Ganz meine Meinung. Keine Revolution der Zukunft kann ohne Massenstreik durchgeführt werden. (Sehr ttchtig.) Es herrscht ein heilloses Wirrwarr, ein Zu.tand, der durchaus nicht weiter bestehen bars. Die Masse weiß ja gar nicht mehr, was sie tun soll. Die Differenzen in der Arbeiterbewegung müssen beseitigt werben. Das geschieht burch Annahme ber Resolution Bebel mit bem Amenbe- ment Legien. Inzwischen war folgender Verwässerungs-Antrag zur Massenstreikresolution von Dr. Braun-Nürnberg eingelaufen: .„Der Parteitag beharrt auf ber Ueberjeugung, baß ber Massenstreik ein wichtiges unb unter Voraussetzungen, zu denen bie Reaktion führen kann, unentbehrliches Kampfmittel nicht nur ber politischen, fonbern auch ber gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung ift." Eine geheime Konferenz Währenb nunmehr Abg. £ eb e b o :: r bas Wort ergreift. Die heutige Yummer umfaßt 12 Seiten, Kegen die Todesstrafe. Hoffmann ruft: Man macht auch ohne.) Bebel: Wie ein Abgeordneter so etwas Dum m es sagen kann, begreife ich nicht. (Sehr richtig.) Würde Deutschland so etwas tun, so wäre das. ein revolutionärer Akt, der andere revolutionäre Akte nach sich ziehen würde. (Zustimmung.) Stimmen Sie für meine Resolution mit dem Zusatz Legten. (Lebhafter Beifall.) Heute nachmittag fand der Parteiausflug nach Hei- d e l b e r g statt. jpolitifc^c Tagesscharr. Futterreichtum und hohe Fleifchpreise. In ähnlicher Weise wie der .Fränkische Bauer" (verql. unsere gestrige Nummer) läßt sich eine aus landwirtschaftlichen Kreisen stammende Aeußerung in der „Trier. LcmdcSztg.* vernehmen: Die Viehbestände in den einzelnen Bauernwirtschaften sind im Verhältnis zu früheren Jahren reichlich, und jeder Viehzüchter ist mit Rücksicht auf die überreichen Futtervorräte bestrebt, feine Bestände an Vieh noch zu vermehren. Die unmittelbare Folge davon ist, daß dem Viehhändler oder dem Metzger wenig Vieh zum Kaufe angeboten und dieses wenige nur zu hohen Preisen losgeschlagen wird. Der Landwirt glaubt, durch dieses Verfahren sein Interesse am besten zu wahren. Aber er befindet sich ganz entschieden im Irrtum. Die Futterpreise sind in diesem Jahre niedrig, und der Verkauf des Futtermaterials ist nicht lohnend; das muß anerkannt werden. Daraus folgt aber nun nicht, daß im laufenden Jahre die vorhandenen Futtermengen im eigenen Wirlschasts- betriebe verbraucht werden müssen. Man sollte sich doch an das Notjahr 1893 erinnern, in welchem nur diejenigen Landwirte vor dem äußersten Schaden bewahrt wurden, welche noch Futter- vorräte aus dem Vorjahre hatten. Wer garantiert dafür, daß wir auch im kommenden Jahre eine gute Futterernte haben? Wenn aber, wie im Jahre 1893, eine schlechte Futterernte eintritt, dann wird der Landwirt doppelt schwer getrosten. Jetzt, bei den hohen Viehpreisen, hält er mit dem Verkauf zurück und verbraucht durch den großen Viehbestand seine ganzen Futtermengen: wenn es im Jahre 1907 eine schlechte Futterernte gibt, dann muß er für teures G?ld Ersatzsutter kaufen, um den notwendigsten Viehbestand zu ernähren, und er muß das überschüssige Vieh für einen Spottpreis auf den Markt bringen. Der kluge Landwirt wird anders handeln: er wird das jetzige reiche Futterjahr benutzen, um sich für das kommende Ja hr einen großen Vorrat aufzuspeichern. Neichen dazu die Räume in ©cbeiine und Futter- speicher nicht aus, dann setzt er das Heu im offenen Feloe unter strohgedeckte Diemen; zugleich wird er die heutige günstige Konjunktur ausnutzen, d. h. alle scklachtfähigen und auch Halbwegs schlachtfähigen Tiere auf den Markt bringen. Wenn die Preise hoch sind, soll man verkausen! Wenn jetzt alle Bauern tüchtig Vieh aufziehen und fast nichts verkaufen, dann wird nach kurzer Zeit eine große Masse schlachtreifen Viehes vorhanden sein, welches dann gleichzeitig aus den Markt gebracht wird. Und dann gehen die Viehpreise plötzlich ganz tief herunter; alsdann wird der Bauer, der heute den Verkauf seines Viehes trotz der hohen Preise ablehnt, sich genötigt sehen, sein Vieh zu wahren Spottpreisen zu verkaufen; denn alsdann wird jeder Bauer dem erberen im Verkaufe Konkurrenz machen. Also: die Ställe auf! Auf den Markt gefahren ! Wir sind überzeugt davon, daß bei Befolgung dieser Regel die Fleischpreise heruntergehen werden. Wenn sie nicht heruntergehen, dann wird die Regierung gezwungen sein, die Grenzen zu öffnen. Das aber würde gerade den Landwirt am allerschwersten treffen. Landwirtschaft und Mctzgergewerbe. Bei der Ständigen Tarifkommission der deutschen Eisenbahnverwaltungen wurde der Antrag gestellt: die Fracht Lr r i f $ e § Fleisch herabzusetzen (das heißt: Fleisch als Eilgut für den gewöhnlichen Frachtsatz zu befördern.) Der Antrag war in folgender Weise begründet worden: Es sei bei den gegenwärtigen Fleischpreism erwünscht, daß gemeinsam mehrere Familien oder Konsumvereine, Einkaufs-Vereine usw. sich zu dem Zwecke organisieren, frisches Fleisch o Z r e kt v o n d e n Landwirten z u beziehen, die ihrerseits sich zu Schlacht- und Verlaussgenossenschaften zu organisieren harten, um durch diesen direkten Fleischverkauf und Fleischeinkauf auf das Viehhändler- und Fleischergewerbe einen Druck auszuüben. Voraussetzung dafür sei aber, daß durch die beantragte Taris- matzregel die Möglichkeit geboten werde, frisches Fleisch regelmäßig während des ganzen Jahres aus den ViehproduktionA- gegenden nach den Verbrauchsorten schnell und billig beziehen können. Die Maßregel soll, um die Ausnutzung durch Groß- schlächtereien zu verhüten, nur aus Stückgutsendungen beschränkt bleiben und auf Wagenladungen nicht ausgedehnt werden." , Gegen diesen Antrag hat sich der Bund der Landwirte mit einer Eingabe an die zuständigen Behörden gewendet, worin u. a. dargelegt wird: Wir halten es für die deutsche Landwirtschaft nichts ür rötlich, Schlachtgeno ssenschaften zu grün- cdafür erforderlichen handwerksgewerblichen Kenntnisse fehlen den Landwirten, und es ist für sie nicht rötlich, sich dabei einer fachlichen Leitung anzuvertrauen, deren wirkliche Tüchtigkeit sie nicht kontrollieren können. ,, *n der vorliegenden Frage allein berechtigte und wirtschaftlich erwünschte Organisation hat sich u. E. darauf zu konzentrieren: den Handel mit lebendem Schlachtvieh zwischen den Landwirten einerseits und dem Fleischergewerbe andererseits besser zu organisieren. Dieser Weg ist vollkommen hinreichend, um aus dem deutschen Fleischmarkt diejenigen Faktoren unberechtigter Verteuerung auszuschalten, die zurzeit hierin noch wirksam sind. ,j®om Standpunkt der Interessen der deutschen Landwirtschaft spricht gegen den hier erörterten Antrag insbesondere auch noch die auf die bisherigen tatsächlichen Erfahrungen sich stützende Vermutung: daß die ganze Maßregel in erster Linie nur der Entwickelung der Einfuhr ausländischen Fleisches dienen wurde. Dasiir spricht die Tatsache, daß genau die gleichen Erfahr- nngen bisher bei allen solchen Detarisierungen gemacht worden sind die ursprünglich mit ganz ähnlicher Begründung als lediglich dem inländischen Produktenverkehr nützlich einqeführt worden sind. Tatsächlich aber ging die wirtschaftliche Entwicklung unter J.CILdieser Frachtbegünstigung dahin: daß an den ®ctrH)erf®infu|jrbäfen große Mehlfabriken entstanden, die nun frachtgünstige Tarifierung zum Versand von Mehl aus ausländischem Getreide bis tief, in die binnenländischen Verbrauchs- gebletL und noch darüber hinaus bis in die Getreideproduktionsgegenden hinein ausnutzten, so daß hier nicht eine Erleichterung, sondern, nur eine Erschwerung des Msatzes die Folge war. ,, frstchen Gemüsen wurde, auch „im Interesse des heirni- schen Gemüsebaues" im Jahre 1900 eine ähnliche Detarifierung eingeffiljrt. Statt aber dem deutschen Gemüsebau wirklich zu nutzen, bewirkte diese Maßregel erst recht eine starke Erschwer- ”n9 leiner Absatzmöglichkeiten, denn es stieg z. B. die Einfuhr holländischen Gemüses von 500 000—600 000 Doppelzentner vor der Detarifierung sbis 1899) auf 1 000 000—1 200 000 Doppelzentner nach der Detarifierung (seit 1900). Nun wird zwar gegen die Möglichkeit, daß wir eine gleiche Erfahrung auch bei frischem Fleisch machen würden, eingewendet: dl,e starke Erhöhung der Fleischzölle im neuen Zolltarif stünde dieser Entwickelung entgegen. Die Einfuhrstatistik seit dem 1. März 1906 £tgt aber, daß diese Ansicht nicht zutrifft. Denn im neuen Vertragstarif sind die Zölle für lebendes Schlachtvieh pro- ??böht, als die Fleischzölle. Infolgedessen zeigt die -Aatistlk seit dem 1. Marz 1906 wohl einen Rückgang der Lebendvieh-Einsuhr, aber ein Gleichbleiben bezw. bei einigen Sorten eine Steigerung der Fleischeinfuhr. Diese Entwickelung würde durch die beabsichtigte Detarifierung der Fleischfrachten sicher noch weiter begünstigt werden." vermischtes. "Vom Münchener Münzraub ist nunmehr auch der Rest des gesamten Geldes von 130 000 Mk. gefunden worden und zwar ohne Zutun der Verhafteten. Es wurde, mit Reisig und Holz bedeckt, im englischen Garten gefunden, ivo es die Zeit über gelegen hatte. — Der Münzräuber König, Soldat beim Bekleidungsamt, ist der Sohn eines verstorbenen Beamten der Münchener Ortskrankenkasse. Er war ein mit den Münzverhältnissen vertrauter Feinmechaniker. In dein seiner verwitiveten Mutter gehörigen, beim Vorort Haar im Walde versteckt gelegenen Wohnhaus, wohin er heimlich einen Teil des geraubten Geldes gebracht hatte, war eine mechanische Werkstatt eingerichtet, in der König und sein Anstifter, der gleichfalls verhaftete Münzarbeiter R u f, in ihrer freien Zeit Motorräder reparierten. Ob sie dort auch Falschmünzerei betrieben haben, ist bis jetzt nicht fest- gestellt. * Erd beben in Amerika. In der Stadt San Juan auf San Nigo erfolgten kurz hintereinander mehrere heftige Erdbeben, die unter der Bevölkerung große Panik hervorriefen. Ferner wird uns aus Santiago de Chile berichtet, daß neue Erdstöße in Coldera und Cociabo verspürt worden sind. Sie waren von einem plötzlichen Temperaturwechsel begleitet. * Störche als Räuber. In Unterliederbach (Hessen- Nasiau) geriet das unter dem Schornstein einer Kunstmühle stehende Storchnest durch Funkenflug in Brand. Als die Feuerwehr das Storchnest herunterholte, fand man darin Unterjäckchen, Kinderhemdchen, Höschen und Gott weiß was alles, was zum Auspolstern der Adebarschen Wohnstube verwendet worden war; es ist geradezu staunenswert, mit welcher Schlauheit die alten Störche diese Diebereien von den Bleichen ausgeführt haben müssen, denn niemand hatte davon bisher etwas gemerkt. 'Von Schweinen getötet. Der Besitzer Jandl in Oberdorf bei St. Kathrein i. M. hatte ein kleines Mädchen, Namens Josefa Schwaiger, in Pflege. Als die Kleine eine Zeitlang ohne Aufsicht war, lief sie zum Schweinestall. Kurz nachher hörte die Frau von dorther ein fürchterliches Geschrei. Sie eilte hin und sah zu ihrem Entsetzen das Kind am Boden des Stalles blutüberströmt liegen. DaS Mädchen war von den Schweinen überfallen und gebissen worden. Das ganze Gesicht war bereits zerfleischt. Die sonst gutmütigen Tiere waren durch das Geschrei eines kranken Schweine? wütend geworden und hatten das Kind, als es zrim Stalle kam, zu Boden gerissen. Unter fürchterlichen Schmerzen starb die Kleine am nächsten Morgen an ihren Verletzungen. * Schweinekauf nach dem Metermaß. Ein ungewöhnlicher Schweinehandel fand in einer Wirtschaft in Kiel einen Abschluß. Ein Landwirt aus der Umgegend und ein Viehhändler konnten um 6 Schweine, die ersterer zum Verkauf hatte, nicht Handelseins werden, bis schließlich folgende merkwürdige Abmachung zustande kam: die Schweine sollten meterweise und zwar zum Preise von 150 Mk. pro Meter in den Besitz des Händlers übergehen. Die sechs Borstentiere, von letzterem sorgfältig befühlt und abgeschätzt, versprachen ihm nach seiner Meinung einen ansehnlichen klingenden Gewinn, und so verstand er sich auch noch zur Zahlung einer Zeche in Höhe von 5 Mk. Die Tiere waren verladen, nach der Wage gefahren, und der Knecht kam mit dem Wiegezettel zurück. Nun wurden die Tiere hintereinander in eine Reihe ausgestellt, vom Schwanz- bis zum Kopfende sorgfältig gemessen, und sie ergaben eine Gesamtlänge von 10.80 Meter. Der Meter zu 150 Mk. ergab 1620 Mk. Der Wiegezettel wies dagegen ein Gewicht von 2443 Pfund auf; berechnet zum gegenwärtigen Marktpreis von 53 Pfg. pro Psd. ergibt 1294.79 Mk. Mithin hatte der Händler dadurch, daß er sich auf das eigenartige Geschäft einließ, außer der Zeche noch einen Schaden von 325.21 Mk. Mit wütendem Gesicht zählte er, wie die „Kieler Neuest. Nachr." zu berichten wißen, das Geld auf den Tisch, schlug dröhnend mit der Faust auf und rief: „Eenmal hettst du mi ansöhrt, obers tom tweeten Mal . . . !" — Lächelnd strich sein Gegenüber die Summe ein und meinte: „Na, mien leimen Hein, wenn du ensmel wedder gode Swien brukst, du weetst ja, wo ick wahn?" — „Dat di de Düvel Hal mitsamt bin Swin!" * Kleine T n g e 3 dj r o n i f. In Pforzheim wurden der Auslauser Engelhofe und seine beiden Söhne unter V e r - gif t u n g s e r s ch e i n u n g e n erkrankt nttfgefitnben. Wie verlostet, hatten sie eine von ersterem zubereitete Milchsuppe genossen, die vergiftet war. Tie Frau E. war schon früher unter Umstanden gestorben, die auf Vergiftung schließen ließen. Damals wurde Engelhofe in Untersuchung gezogen, ober mangels Beweise wieder frei gelaßen. — Der frühere Landgerichtsrat Blumenberg aus G l o g a u ist zur Verbüßung feiner vierjährigen Gefängnisstrafe in das ©leimiger Gerichtsgefängnis überführt worden. — In Rom beging die Prinzessin 9)1 argbe rite 93 a t er n o Selbstmord, indem sie sich aus einem Fenster ihres Palais stürzte. Sie war wegen ihrer Schönheit bekannt und sollte sich demnächst mit einem Herzog verloben. Das 9)lotio der Tat ist unbekannt. — Aus den Südstaaten Nordamerikas find Meldungen eingetroffen über schweren Schaden, den t r o v i s ch e Stürme namentlich in den Staaten Louisiana, Mississivvi und Georgia angerichtet haben. In den Straßen von New-Orleans steht den Meldungen zufolge das Wasser vier Fuß hoch. Auch die telegraph. Verbindungen sind unterbrochen, da die Telegraphendrähte in den von den Stürmen heimgesuchten Gegenden größtenteils hernnter- geriffen wurden. UiNverMäts-Ncrchrichteri. Aberdeen, 27. Sept. Aus Anlaß ihrer Vierhundert- lahrfeier hat die Universität an folgende auswärtige Gelehrte den Titel eines Ehrendoktors verliehen: Bulmerine-Dorpat, Deißmann-Heidelberg, Smend-Straßburg, Anschütz-Bonn, Diels- Berlin, (?^oldziher-Budapest, Hamburger-Groningen, Hüppe-Prag, Kielborn-Göttingen, Kobert-Rostock, Kvstanecki-Krakau, Liebreich- Berlin. Ostwald-Leipsia, Schivver-Wien. Trendelenburg-Leipzig. Lcviidwsrischast. ** Ain Montag begannen die Ob st Versteigerungen an den Kreis st raßen, und zwar Gießen-Heuchelheim-Rod- yeim, Klein-Linben-Dutenhiofen, Klein-Linden-Großen-Linden. Die erzielten Preise waren recht hoch, da sich zahlreiche Händler aus der weiteren Umgebung cingesunden hatten. Es kamen nur vorzügliche Tafeläpfel wie Goldparmänen, Schöner von Boskop, Pe- ping, graue Reinette, Ananas-Reinette u. dgl. zum Verkauf. Der Zentner kostete am Baum 8—13 Mark. 0 Marburg, 25. Sept. Heute wurde hier H e r b st- Pferdemarkt, verbunden mit Verlosung, abgehaltcu. Aus dem Pferdemarkt waren nur 140 Pferde und Fohlen auf gestellt. ** Hohe Weizenerträge werden außer durch entsprechende Bearbeitung und Einigung des Bodens durch die richtige Auswahl der für die gegebenen Verhältnisse am passendsten und ertragsreichsten Weizensorten erzielt. Die Landsorten geben auf geringen Böden und in rauhen Lagen die höchsten Erträge. Sie werden aber noch üb er holt durch neuere Weizensorten, die teils durch Verbesserung der älteren Landsorten oder durch Kreuzung verschiedener Sorten entstanden sind. Für die befferen Böden sind die neuen hochgezüchteten Square head Zuchten bezüglich ihres Kornextrags an erster Stelle zu nennen. Die letzteren zeichnen sich noch besonders durch kräftiges gegen die Lagerung widerstandsfähiges Stroh aus. Saatgut unserer hochertragsreichsten Weizensorten ist aus den Saatbaustellen des Hessischen Landwirtschaftsrats zu erhalten. Die Saatvermittelungsstelle des letzteren versendet Proben und Saatliste und erteilt Rat über die Auswahl geeigneter Sorten für gegebene Verhält, Nisse. • Ausnahmetarife für Düngemittel. Der auf den Preußisch-Hessischen Slaatsbahiien, sowie im direkten Verkehr dieser mit den meisten deutschen Bahnen bestehende Ausnahmetarif für Düngemittel und Rohmaterialien derKunstdüngerfabrikation, dessen Geltungsdauer am 30. April n. Js. abaelaufen wäre, bleibt zunächst weitere 5 Jahre — bis einschließlich 30. April 1912 — fn Krait. Diese für die Landwirtschaft überaus wichtige Maßnahme muß um so höher angeschlagen werden, als seit Bestehen des Ausnahmetarifs die Anwendungsbedingungen nicht unwesentlich vereinfacht wurden und das Warenverzeichnis eine derartige Erweiterung erfahren hat, daß jetzt nahezu für alle zur Verwendung kommenden Tungemlttel die 20 Prozent Frachtermäßigung gewährt werden. Nlrchttche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 16. Sonntag nach Trinitatis, den 30. September Kottesdrenft. In der Stadtkirche. Vormittags SV, Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. _ Pfarrer Schwabe. Nachstkunfttgen Sonntag, den 7. Oktober findet im HauvtgotteS- dienst Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemembe gemeinsam statt. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. An der AohauneSNrche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heiliges Abendmahl für die LukaS- und die Jo- hannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags lP/4 U^r: Kindergottesdienst für die LukaS- gemeinde. Pfarrer Euler. Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Katholische Gemeinde. Samstag, den 2 9. September: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 3 0. September: 17. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 61/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. „ um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht. Im Monat Oktober ist an den Werktagen abends um 61/, Uhr: Rosenkranzandacht mit Segen. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südansage). Samstag, den 29. S e p t e m b er 1906: Versöhn,rngssest. Vorabend: 6.15 Nhr. Predigt: 6.45 Uhr. Morgens : 7.30 Uhr. Predigt mit Seelenseier: 11.30 Uhr. Nachmittags Thoravorlesung: 3.30 Uhr. Schlnßpredigt: 5.20 Uhr. FestesauSgaug: 6.55 Uhr. IW. Während der Predigt ist der Eintritt nicht g e st a 1t e t. _________________ Israelitische Neligionsgesellschast. Gottesdienst. Freitag, den 28. September 1906: Nachmittags 2.30 Uhr. Samstag, den 29. September 1906: Bersöhnnngssest. Vorabend 6.15 Uhr. Predigt. Morgens 6.00 Uhr. Festesausgang 6.55 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 5.30 Uhr. Eingesandt. (Für den Inhalt der unter tiefer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Finanzbeamte, Kreisgeometer, VolkSschul- l e h r e r und „mittlere* Baubeamte streiten sich über die Frage, ob der einen oder der anderen Kategorie der Vorrang gebührt oder ob sie alle unter einen Hut gehören. ES scheint bei den Herren Einsendern in der Tat wenig Einsicht zu bestehen, denn sonst hätten sie sich sagen müssen, daß sich die Regierung, die doch die Art der Vorbildung, die Anforderungen und die Verantwortlichkeit einer jeden Beamtenkategorie selbst vorschreibt, deshalb auch die einschlägigen Verhältnisse genau kennt, von ihrem eingenommenen Standpunkt nicht abbringen läßt und nicht ab- bringen lassen kann. Oder wollen sich die Herren Einsender, bezw. die SeamtenFafegorie, der sie angehören, bei dem Volke wichtig machen? Die Regierung wird sehr wohl wissen, welche Kategorie von Beamten ein wichtiges Glied in dem Staats- Organismus bildet.- Dem entsprechend wird sie für die einzelnen Kategorien die Anforderungen und Verantwortlichkeit schrauben und dem entsprechend wird sie die einzelnen Kategorien bet Bemessung der Gehalte bewerten. Und das mit Recht. Auf Anmaßungen, wie sie in dem Eingesandt zu Tage getreten zu sein scheinen, dürfte die Regierung nötigenfalls den verschiedenen Herren Beamten die richtige Aittwort erteilen. Grundsatz der Staatsregierung wird es wohl sein: Jedem das Seine! gefügt sei noch, daß häufig gerade die Herren Saubeamten, wie manchem Geschäftsmann — vielleicht zum Aerger — bekannt ein dürste, Privatarbeiten „nicht oder nur in ganz geringem Umfange", sondern in ganz erheblichem Umfange ausführen, sein soll dies allerdings nicht. * Internationale Hunde-AuSstellung. In der gestrigen Nttmmer des „General.AttzeigerS* wurden die in der Hunde-Ansstellung ausgegebenen Preise veröffentlicht. Schreiber dieses ist meiner Ansicht nach nicht informiert gewesen über das Resultat der Ausstellung. Es wäre sicherlich viel besser, wenn ein derartiger Schreiber lwd Hundefreund in seinen Kasematten liegen bliebe, als ein un- lares Verzeichnis in einem solchen hier in Gießen und Umgegend ehr viel gelesenen Blatte veröffentlichte. Eiiisender dieses, ein Mitglied des Hundezuchtvereins, bittet den Verein, ein spezielles Verzeichnis der Preise aufzustellen und dasselbe bet weiteren Austeilungen beibehalten zu wollen. Es würde dadiirch ein Wohlwollen des Publikums bewirkt und allen Fretiiiden des Hundesports damit eine Anregung gegeben, denselben in jeder Hinsicht zu fördern. Einer für Viele. Postpaket-Adressen mit Firma liefe. btUtgft vrW'jche Universitäts-Druckerei. Sieben. Kursblatt des Gießener Anzeigers Van! für handel und Industrie vorn 27. September 1906. Depositentaffe Eichen. Staats-Anleihen. a. deutsche. 31/, Deutsche Reichs-Anleihe . i . . . . 8 do. do. ...... 8*/, Preußische ConsolS....... ß do. do. ....... 4 Badische Anleihe v. 1901 unl. 1909 . 8*/, do. do. von 1^92 it. 94 . . 8*4 do. do. v. 19A2 unl. b. 1910 . 3 do. do v. 1»96...... 4 Bavr. E,.B.-Anl unk. b. 1906 . . . 8*,', do E.-B. it. Alla. Ank...... 3*/, do. LandeSkuttur-Rente..... 3 do E-B.Ans......... 8*4 Bremer Tt-Anl. v. 19°8, 92, 99 . . do. ho. «. 1896 unk. 1912 . 8 Hamburger n. 1992 unk. b. 1912 . . 4 Hamburger Gt.-Anl. amrt. 1900 n. 1960 . 3*4 do. do. ho. b. 1987,91,93,99 3 do. do. do. v. 1886,97,1902 4 Hessische Gt.-Rente....... 4 do. St.-Ans. b. 1899 ..... 8’4 do. Ans. abgesi........ 3*4 do. do.......... 3 do. do.......... 3 Sächsische Rente ....... 3’4 Württembg. v. 1876—80 abgest. . . . 3*4 do. v. 1°O0 ....... 3*4 do. b. 1903 ....... a do. b. 1896 ....... 98.40 86.55 98 40 86.55 102.— 97.85 97.50 101-70 97/25 86*20 102*20 96.05 102*30 84.60 86.25 97 95 97.85 98.10 88.- b. «ufilÄnblfAe. T. Euroväische. 4*4 Bosnien it. Hercegov. b. 1902 unk. 1913 Kr. 4 do. do. ..... 5 Biisaor. Tab. Ans. b. 1902 M. 1'4. kriech. E.»B. b. 1890 steuerfr. . ^r. 1’4 do. Monavol-Anl. b. 1887 . . * Italienische Rente......Lire 2*4« do. ho. t ®...... 4*4 Oest. Silber-Rente......B. ff. 4*4 ho. Pov'er-Rente ...... „ 4 do. Gold-Rente ...... Bff /B 4 do. einbeits. Rente /conti.) . . . Kr. 4 do. StootS-Rente...... 4 E.-B. Sch.-Aerl'*. /conv. CFfirnb. Obf.) i. G. steuerfr. . . Bfl.G. 5*/4 Oest. E.-B. St. Sch -Bersch, /conv. Franr-IottH s. Silb. Neuerfr. . 8. ff. 3 Oesterr. Pnfafb. /verstaatl.) ... Kr. 5’4 do. E.-B. St. Sch.-Bertch. /abgest. Elisab.-A.) f. fleuerlr. Pv. . . w 3 Portug. unist,. b. 1902 Ser. T . . „ do. uniff,. v. 1902 Ger. HI . . , do. Sve,iff,......... 4 Rumän. amort. Rente.....M. 5 do. do. Rente i. (B. v. 1903 , 4 do. do. do. s. M. b. 1891 , 1 do. amort. Rente b. 1894 . . M. I do. amort. Rente b. 1898 . . „ 4’4 Ruff. Staatsans. v. 1905 ..... 4 do. Eonlolih.-Anl. b. 1880 . ‘ w 4 do. Gold-Anl. b. 18R9 .... „ do. Conl. CF. B Ger. T n. IT 89 „ 4 do. Gold-Anl. Em. 117 b. 1890 . 8'4, do. StaatS-Rente b. 1894 . alt. Kr.Rbl. 4 do. ho. b. 1902 iieuerfr. M. 3’4 ho. Gold-Anl. b. 1894 sieurrtr. . „ $ do. ho. h. 1896 steuerfr. . w 3*4 Schwedische b 1890 abgest. ... „ 3’4 ho. b. 1890 ..... „ do............ 3’4 Schwei,. CFihq. /A.-G.l unk. b. 1911 ftr. 4 Serb. amort. . 1895 <4051 ... 4 Svan. nit«f. Rente v. 1882 abgest. Pes. 3’4 Türk.-Eavvt. Tribut ..... Lstr. 4 ho. priv. v. 1890 steuerkr. 20/10m M. 4 ho. conf. b. 1890 steuerfr. . . 4 do. conv. itnif. b. 1903 . . . Lstr. 4 do Baadad-Babn..... 4 Ungarische Gold-Ronte 2025 r . . M. 4 do. StaatS-Rente .... Kr. 3*4 do. da. b. 1897 steuerfr. „ 3 do. (Eisern Tbor) Goldstfr. . M. H. AußereuropSische. 5 Arqent. inn. G.-Anl. v. 1887 . . Pes. 5 do. da. abgest. . . 5 do. finfi. E-B f. G. v. 1890 . Lstr. 4’4 ho. innere b. 1888.....M. 4’4 do. äusiere Gold-Anl. b. 1888 . Lstr. 4 do. do. da. v. 1897 . M. t*4 Milse Gold-Anl. b. 1889 ...... r* Tb'nestsche StaatS-Anl. b. 1895. . Lstr. 5 do. do. v. 1896. . „ 4*/, do. do. v. 1898. . „ 4 Egvvtische unistrierte.....Fr. 3*/, do. vrivil........ do. garantierte.....Lstr. 4*4 Javaner Ser. IT v. 1905 ..... 4 do. b. 1905 ........ 5 Merik. amort. innere Ser. I—IV . Pes do. conf. äußere v. 1899 steuerfr. Lstr. 3 do. conf. innere......Pes. 96.70 52.— 54.— 102.80 99.95 99*40 98.80 99.25 80^80 69*75 70.70 91*30 8ß30 70.25 71.30 62.90 57.- 98*- 80*— 94.70 8870 94.85 94.75 84.15 77.- 100.— 100.20 97 50 88.80 93.50 104 80 101.50 97.20 93*45 100.40 101.15 72.20 Eisenbahn-Prioritäten. inländische. 4 Braunschweig. LandeS-E.-B. TI E . . 3*4 ho. do. 1 E abgest. 3*4 ho. do. HIE unk. b. 1905 4 Pfälzische . . .«........ 3’4 ho............ 3 Affgemeine Deutsche Kleinbahnen abg. 60'/, 3’4 Gildd. Eisenbabn-Ges. Darmstadt . . . 3*/, do. do. do. v. 1904 100.80 92 90 92.90 fflnSländische. Elisahe»H stet-rfr. i. G. . . 2000 M. 100.40 4 K. Ferd. Rrdb. 1887 stf. i. S. . e 3. ff. 100.35 4 bo. bo. 1887 stf. gar. 4 Franz-Fosc . . i. S. 200/1000 ff 100.— 4 Kaschau-Obrb. v. 1889 i. S. B. ff. 4 do. do. v. 1889 i. G. M. 98.75 4 do. do. 0. 1891 i. G 98.76 5 Oest. Süd (Bomb.) stf. i. G. 400 106.- 4 do. io. , i. G. - 96.20 9*1, . bo. bo. w i. G. 500 Fr- 67.85 2’4, bä. do. E. v. 71 L G. 600 • —.— 5 Oest.-Unq. StSb. 1873/74 i.G. . . 5 do. Brünn-RS. 72 stf. i. (B. 100 4 do. GtaatSb. b. 83 „ i. (B. . . 3 do. I—VITT Em. „ i. (B. 500 3 ho. IX Em. „ i. (B. 500 3 do. v. 1885 „ i. G. 500 3 do. /Troän,gS.-N.) „ t. G. 500 3 do. b. 1895 fif. i. G. 1000/2000 3 Prag-Dur v. 1896 „ t. (5. . . 3 Raab-Oed.-Ebenf. „ i. (B. 400 3 do. do. v. 91 „ i. kB. 400 3 do. do. v. 97 „ i. kB. 400 4 Rudolf .... „ i. ®. . . 4 do. fGalzkgtb.) stf. i. kB..... 5 Uuqar.-kBaNzische . stf. i. S . . 4 Vorarlberg ... „ t. tal. Mittelmeer . Oest. Nordwest A ' 112.80 I Anatol. Eisend. . do. B . I —.— I ffrince Henri Raab-Obenb. . . | 38.— s Prag-Dux St. Akt. 128*— 145.— 113.- Standesherrllche Anleihen. 4*4 Gri. Henckel Hq.v.Donn. r.L!05v.84 M. 4 Fürstl. SolmS-BraunfelS v. l«80 . „ 3’4 do. do. v. 1886 . „ 3’4 Gräff. SosmS-Laubach abgest. . . s. ff. 3*4 Fürsts. SosmS-Lich....... 3*4 Gräff. SolmS-RBdelbeim .... „ 4 Fürsts. Wittgenstein-Hohenstein . . „ 4 do. Bsenburq-Büdingen . . „ 3*/, do. Psenb.u. Bild-Birstein v. 1887 M. 4 do. do. -Wächtersbach v. 1884 „ 99. Bank-Akt! en. ReichShank . . . M. 1000/3000 Frankfurter Bank . . M. 1000 Badische Bank . . . Tlr. 100 Bavr. Bank/Münch.'» abg. M. 1000 do. Hvv.- it. Wechselbk. f. ff. 500 Berliner.HandelSg. . M. 500/1000 bo. Hyv.-Bk. Lit. A M. 1000 do. do. Lit. B M. 1000 BreSl. DiSkontobank Mk. 600/1200 Commerz, it. DiSkonto-Bank . . Darmstädter Bank . . M. 1000 /Bank f. Kandelu. Fndustriel Deutsche Bk. S.I-VII M. 600/1200 Effekt.-u. Wechselb. Dlr. 100 VereinSbank . . . M. 600 DiSkonto-Geseffschaft M. 600'1 °>00 Dresdner Bank . . M. 600/1200 Dresdner Bankverein . M. 1000 Eisenbahn-Renten-Bk. . M. 1000 Frankl. Hvvotbek -Bank M. 1000 do. Hvv.-Kred-V. M. 600/1200 "witteld. Bdlr. /GreizlAn. B.M.1000 Witteldsche. Kreditb. . M. .300/1200 Ratsh. f. Dtschl. G. I-V M. 300/1200 Nürnberger Bonk . . . M. 1000 Nürnberg. VereinSbk. M. .300/1200 Oest.-llng. Bank . . Kr. 1400 Oest.-Länderbank . . ä. ff. °00 ^est -Kredit-?lnstatt . . ä. ff. 260 Pfälzische Bank . . . M. 1200 Preuß. Bghenkreditbank Dsr. 200 do. Htzv -Akt.-Bk. M 600/1200 Rhein. Kreditbk. M. 600/1000/1900 Rhein. Hvv.-Bank M. 600/1900 Schaffbans. Bankver. . M. 1000 Südd. Bodenkredit-Bank . M. 600 Nnaar. Kreditbank . . S. ff. 900 Unionbank /Wien! . . 5. fl. 900 Wiener Bankverein . . 5. ff. 900 Württbg. Bankanstalt . . M. 600 do. VereinSbank , s. fl, 350 Verl, niv. 7.04 8’/, 5’4 3 12.95 8 4 4 6 6*4 7 12 5 6 8’4 7*4 5*4 6*4 9 7*4 4*4 6 6 5 10 4'4 6 8’4 4 7 5 6*/? 9 7*4 8 7' 7*4 7 7 Letzte Dir. 6.15 8*4 5*4 0 12.95 9 4*4 4*4 7 V 12 5 6 9 8*/, 6 6’4 9 7*4 4*4 6*4 7 5'4 10 5*4 6 8’4 4*4 7*4 5 7 9 8*4 8 9*/, 7 7*4 7 7 157.40 201.60 133.50 14.— 289.— 168 50 119 — 120 90 139.10 238.20 111 SO 129- 183 80 158.60 112- 121.50 207.— 158.— 95 50 121.80 129.40 117.— 215 30 127.50 103.90 154.— 114.50 14-3.50 197.90 159.20 184.50 14o'25 140 70 142 — 150.- Pfandbriefe. 4 Berl. Hyp.-Bk. /vr. Vommr.) abgest. 80°/, 99.50 3*/. do. bo. abgest. 80°/, 93 50 4 Fr?., Hyv.-Bk. Ser. 14..... 100.70 4 do. do. Ser. 16 it. 17 unk. 1910 101.20 4 do. do. Ser. 18 unk. b. 1905 . 100.80 4 do. bo. Ger. 20 ...... 102.30 3*4 do. do. Ser. 12. 13.....95.80 3*4 bo. do. Ser. 15 unk. b. 1906 . 95.80 3*/, bo. do. Ser. 19......97.— 3*/, do. do. Kommunal Ser. 1 unk. 1910 98.80 4 Frk. Hyp.-Kreb.-Ber. S. 15.19, 21.26, 35. 36 u. 38 100.— 4 do. do. S. 27, 37, 39 u. 42 unk. 1905 100 — 4 do. do. S. 31 u. 34 unk. b. 1907 . 100.40 4 ho. do. S. 40 u. 41 unk. h. 1910 . 100.80 4 do. ho. S. 43 unk. b. 1913 . . . 101.40 4 bo. ho. S. 46 unk. b. 1908 . . . 100 ^0 4 do. do. S. 47........101.80 3’4 do. ho. S. 44 unk. b. 1913 . . . 99.40 3*/, dv. bo. S. 28, 30. 32 it. 33 (tilgb.) 97.— 3*4 bo. bo. S. 29 unk. b. 1906 . . . 97.— 3*/, bo. bo. S. 45 /tilqb.l.....97.— 4 bo. Landw. Kreditbank Lit. D-J . . . 99.— 4 bo. da. 9it N-P.......99.50 4 Hombg. Nvv.-Bk. «.141 - 340 unk. b. 1905 100.50 4 ho bo S. 341-400 unk. b.1910 100.75 4 ho ha S. 401-470 unk. b. 1913 100.25 3*/. Hambg. .?wv.-Bk. Ser. 1—190 unk.b. 1905 94.— 3*4 bo. bo. Ser. 301.310 unk. b. 1908 94.50 37. do. do. 6er. 331-350 unt. 5.1913 i — 4*4 Mecklb. Hgp. n. Wbk. Ser. I Verl, ä 125 1 I 1 f 1 f 3’4 3*/, bo. bo. ®er. 3 abgest...... bo. bo. Ser. 2 n 3 unk. b. 1905 . 4 Meininger Hvv.-Bk. Ser. 2 100.10 4 bo. bo. Ser. 6 100.10 4 ho. bo. Ser. 7 unt. b. 1906 . 100.10 4 bo. bo. S,r. 8 unk. b. 1911 . 4 bo. bo. Ser. 9 101.80 3*4 bo. bo. abgest. 95.- 3*4 bo. unk. b. 1905 u. b. Perl, umtschd. 96.- .8*4 ho. unk. b. 1907 . . 95.— 3*4 bo. Ser. 10 . . 96.— 4 Preuß. Hypothtken-stlkt.-Bk. 1 , 100.— 3*4 ho. do. Z ans 80»/, abg. 93.50 4 bo. Hvv.B. ^f.4°/,qar.v.d. G.b. 1904 8*4 bo. do. do. . . —— 4 do. Pfdbr. Bk. S 18 unk. b. 1908 . 100.30 4 do. do. S- 19 unk. b. 1909 100.30 4 do. do. oo unk. b. 1912 . 100.80 4 do. ho. S 25 unk. b. 1914 101.— 4 do. do. S. 27 unk. b. 1915 . 101.50 3’4 do. bo. S. 23 unk. b. 1912 . 98.40 3’/. bo. ho. S. 9ß unk. b. 1014 . 99.— 3*4 bo. do. S. 17 unk. h. 1905 . 94.— 9*4 ho. ho, S. 18 unk. b. 1908 . 94.25 3*4 ho. bo. S. 24 unk. b. 1912 . 96.- 1 R^kin. Hvv. Mannheim unk. b. 1902 . 100.20 4 bo. bo. bo. unk. b. 1907 100.20 3*4 ho. ho. .... . . 95.30 3*4 bo. bo. Ser. 09.82 unk. b. 1904 . 95.30 3*4 ho. ho. Kommunal...... 96.75 4 Westb. Bbkr. Hvv. /.Kälnl S. 1 unk. b. 1904 100.50 4 bo. bo. ho. 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