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Der ^Yesstkch« Landwirt*' erscheint monatlich einmal. Giehemr Anzeiger Freitag 27. Juli 1906 Rotationsdruck und Verlag Der Brühl'scba, Unioersitätsdruckeret. R. Lange, Dietz««. Redaktion, Exvedition u.Druckerei: Schulstr.U, Tel. Nr. 61. Telegr^-Adr.: Anzeiger Ließ«. General-Anzeiger, Amts- md Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen. Politische Lagesscharr. Die Vernehmungen in der Disziplinarsache des Gouverneurs v. Puttkamer nehmen einen ziemlich schnellen Fortgang. So hatten, wie die ,Hamb. Nachr.- mitteilen, dieser Lage verschiedene Offiziere, die sogen. Freiin v. Eckard st ein, der Kameruner Oberrichter Meyer, sowie Dr. jnr. Esser und Direktor van de Loo als Vertreter der Viktoria-Pflanzung vor dem die Untersuchung führenden Richter Kammergerichtsrat Strähler unter ihrem Eid Bekundungen abzugcben. Eine große Zahl weiterer Zeugen ist geladen. Zwei Offiziere haben, wie privatim über den Inhalt der Aussagen verlautet, erklärt, daß sie die später in Kamerun aufgetauchte Dame dem Gouverneur in Berlin als Freifrau v. Eckardtstein vor- gestcllt haben. Eine erhebliche Rolle in der Untersuchung spielt das von der Baseler Mission gelieferte Anklagematerial. Bon dieser geht die Behauptung aus, Puttkamer habe in unzulässiger Beziehung zu den Esser'schen Gesellschaften gestanden und diese daraufhin begünstigt. So sollte er u. a. bei sämtlichen Esser'schen Faktoreien unbeschränkten Kredit gehabt und benutzt, sowie einen baren Rabatt von 10 Proz. auf die ihm kreditierten Einkäufe bezogen haben. Die Vertreter der Viktoria-Pflanzung haben demgegenüber erklärt, daß Puttkamer keinerlei Vorteile, Kredit, Zuwendungen, Provisionen usw. erhalten und auch in keinerlei Form jemals irgend etwas derartiges verlangt oder angeregt habe. Deutsch-Afrikanisches. Nach einem telegraphischen Bericht de^ Gouvernements in Dar-es-Salaam meldet Hauptmann Hirsch, der Chef der 6. Kompagnie, unterm 11. und 14. d. Mts. aus Jraku die Wiederaufnahme der Operationen durch zwei Demonstrationsabteilungen, da die Aufständischen die Bedingung: Auslieferung der Führer und Waffen unerfüllt ließen. Die Führer flohen infolgedessen. Im Uebrigen hat die Erfüllung der Unterwerfungsbedingungen begonnen. — Hauptmann Schönberg meldet aus Liwale die Ergreifung des Rebellen-Führers Abdalah S ch i m a n i. Am 21. Juli auf Patrouille bei Garunarub gefallen: Reiter Dauve-Voß, geb. in Eniden, früher Jnfant.-Regt. 78 (Kopf-, Hals- und Brustschuß). Schwer verwundet: Leutnant Helmuth-Block, geb. Königsberg i. P., früher Jnf.-Regt. 173 (Bauchschuß). Am 8. Juli bei Tses leicht verwundet: Gefreiter Otto Grossik. Ferner: Reiter Wilhelm Stensel nach Lungenentzündung verstorben. Nach den letzten Nachrichten waren die Hottentotten nach ihrem Vorstoße auf Warmbad und Gabis und den sich hieran anschließenden Gefechten vom 20. und 21. Juli vor den verfolgenden deutschen Truppen in die Oranjeberge östlich von Außenkehr, zurückgewichen. Die Abteilung des Majors Freyhold griff am 23. Juli bei Uhabis die feindlichen Haupt- kräste an. Diese bestanden aus den vereinigten Banden von Morris und Johannes Christian. Nach hartnäckigem Gefecht floh abends der Feind nach allen Richtungen auseinander. Bei dem Kampf fiel der Oberleutnant Barlach, früher im Füsilier-Regiment Nr. 86, zwei Reiter wurden schwer, Leutnant Schmink und ein Reiter leicht verwundet. Die Verfolgung der Hottentotten wird fortgesetzt. Am 21. ds. überschritt eine Bande von etwa 30 Hottentotten, von Norden aus dem Bethanierlande kommend, Bayweg bei Garunarub, südwestlich von Keetmanshoop, und traf hier mit einer Patrouille zusammen, von der ein Reiter getötet und Leutnant Block schwer verwundet wurde. Es handelt sich anscheinend bei dieser Hottentottenbande um den Rest von Bethamerlcuten, die sich Johannes Christian anschließcn wollen. Die Verfolgung des Gegners wurde gleichfalls sofort eingeleitct. Nach einer Meldung der englischen Regierung hatten am 2. u. 16. April 400 Weiber, Kinder, kranke Männer und Schwerverwundete, die zur Bande Morengas gehörten, mit einigen Wagen unter Führung von Dirk Witbot die Grenze überschritten und ivurden unter nülitäcischer Bedeckung nach Geelbroschdrai in der Gegend von Rietfontein S. O. gebracht, nachdem ihnen alle Waffen abgenommen waren._________________ Deutsches Reich. Berlin, 26. Juli. Man meldet aus Hellesylt, 26. Juli: Der Kaiser unternahm gestern einen Spaziergang. Heute geht er nach Odde in See, wo sein Eintreffen wahrscheinlich morgen abend erfolgt. An Bord ist alles wohl. — Prinz Viktor zu Erbach-Schönberg, der seit 1902 beim 1. Garde-Regiment z. F. steht, ist vom 1. Sept, ab als Militärattache zur Gesandtschaft nach Brüssel kommandiert. — Wie der „Lokalem;." hört, sind die Vorarbeiten für den neuen Zivil-Pensionsgesetzentwurf auf der Grundlage begonnen morden, daß die Reichsbeamten mit den Militär-Pensionen bis zuin 30. Dienstjahre gleichgestellt werden, mit diesem Zeitpunkt also zwei Drittel ihres Gehalts als Pension bekommen sollen. Vom 30. Dienstjahre ab aber soll der Pensionssatz sich nicht um ein Sechzigstel, sondern um ein Hundertstel aufwärts bewegen, sodaß die Reichsbeamten den Höchstsatz der Pension (*/4 des Gehalts) erst mit dem 40. Dienstjahre wie bisher erreichen würden, während die Militär-Personen den Höchstsatz schon mit 35 Dienstjahren erreichen. — Fahrkarten-Stempel marken werden von der Reichsdruckerei hergestellt und gelangen mit der Inkraftsetzung der Fahrkartensteucr zur Einführung. Es werden achtzehn verschiedene Sorten ausgegcbcu. Sie lauten auf die Beträge von 5, 10, 20, 40, 60, 80, 90 Pfg., 1.20 Mk., 1.40 Mk., 1.60 M., 1,80 M., 2 Mk., 2.40 Mk., 2.70 Mk., 3.60 Mk., Aus StnSL und LEd. Gießen, den 27. Juli 1906. ** Personalien. S. K. H. der Gr o ß her zo g haben dem Pfarrer Heinrich Muhl zu Babenhausen II die zweite evangelische Pfarrstelle zu Schotten, und dem Pfarrassistenten Robert Staubach zu Vilbel die evangelische Pfarrstelle zu Groß-Eichen, Dekanat Grünberg, übertragen; ferner den Kulturtechnikeraspiranten Ernst Merlau aus Gießen zum Kulturtechniker ernannt. Am 21. Juli wurden dem iscael. Religionslehrer Hirsch Sulzbacher zu Groß-Bieberau die Rechte eines desinitiv angestellten VolksschullchrerS erteilt. Am 24. Juli wurde der Hochbauaufseher Michael Frick zu Alsfeld als Hochbauaufsehcr nach Darmstadt versetzt. ** Militärp ersonalien. Befördert zu Leutnants d. Res. die Vizefeldwebel bezw. Vizewachtweister: Berter- mann (I Essen), des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh« Hess.) Nr. 116, V o ß k ü h l e r (I Essen), K uhlmann (Hagen), des 2. Großh. Hess. Feldart.-Regts. Nr. 61, Eich hoff (Wetzlar), des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116. — Der Abschied bewilligt: Fleck (I Darmstadt), Oberlt. d. Landw.-Jnf. 2. Aufgeb. — Befördert zum Stabsarzt: Oberarzt der Landw. 1. Aufgeb. Dr. Rullmann (Friedberg) zum Assistenzarzt, der Unterarzt d. Res. Dr. Gefe (II Darmstadt). Der Abschied bewilligt: dem Stabsarzt der Landw. 2. Aufg. Dr. Oßwald (II Darmstadt). " Vesitzwechsel. Weißbindermeister Nicolaus verkaufte sein Anwesen Ebelstraße 11 für 30 000 Mk. an den Oberpostassistentcn Michel. " V e r b a n d D e u t s ch e r H a n d l u n g s a e h ü l f e n. Am 5. August veranstaltet der Rhem-Main-Gau aus Anlaß des 25jähr, Bestehen des Verbandes Deutscher Handlungsgehülsen eine 3u- biläums-Rheinsahrt von Mainz nach St. Goar und zurück. Vormittags um 9.30 Uhr wird der eigens hierzu gemietete und festlich geschmückte Salondampier der Köln-Düsseldorfer Gesellschaft unter den Klängen der Kapelle des 88. Jnf.-Regtrnents Mainz verlassen. Das Mittagessen wird in Oberwesel eingenommen, bei welcher Gelegenheit ein Festakt stattfindet. Herr Joses Reis, Vorstandsmitglied des Verbandes aus Leipzig, hält die Festrede, auch der zweite Vorsteher des Verbandes, Georg Bernhard aus Leipzig, wird an der Feier teilnehmen. Teilnehmerkarten sind beim Vcrlrauensmaune oder in Frankfurt a. 2)!., Große Eschenheimer- straße 6, zu lösen. Dort wird auch jede Auskunft erteilt. Den Anschluß an den Dampser vermittelt ein Extrazug von Frankfurt aus, Abfahrlzcit vormittags 8.30 Uhr vom Hauptbahnhoi. Teilnehmer mii unserer Gegend erreichen den Extraztlg nt Frankfurt mit dem Zuge früh ß.Ol Uhr von Gießen. Neues zur Dienstbotenfrage. Ein in Stromberg (Hunsrück) bedienstetes Mädchen, das vom Hinteren HunSrück stammt, wurde von der Frau des Hauses beim Mittagsschläfchen angctroffen. Die Frau weckte die Küchenfee und stellte sie zur Rede, warum sie Siesta halte. „Dau (du) schläfst jo aach", erwiderte in echt Hunsrücker Mundart der moderne Dienstbote. hl. Lang-Göns, 26. Juli. Am nächsten Sonntag soll hier ein Missionsfest — sowie das erste Ver- bandsfest dec obrrhessischeu Posaunenchörc gefeiert werden. Es haben sich ca. 200 Bläser dazu gemeldet, welche unter Leitung des Posaunengencrals Pastors Kühlo aus Bethel Mitwirken werden. Festredner sind außer Pastor Kühlo noch Direktor Dr. Wurster aus Friedberg und Missionar Gehring. Der Veranstaltung wird großes Interesse entgegengebracht und kann bei gutem Wetter auf eme zahlreiche Beteiligung rechnen. )( Al len darf a. d. Lda., 25. Juli. Am nächsten Sonntag wird der Gießener Kirchen-Gesangverein von Warschau 20 Personen einen Zug mittelst der Notbremse auf. Sie bemächtigten sich der Lokomotive und des Packivagens und töteten einen Gendarmen, der einen Transport von Geld listen begleitete. Die Räuber fuhren darauf unter Zurücklassung der Personenwagen einige Kilometer weiter, wo sie mit einer anderen größeren Bande zusammentrafen, mit der sie die Geldkisten erbrachen und iynen 15 0 00 R u b e l en tn ahm e n. Sie entkamen mit dem Raube int Walde. r Ein Dragonervffizier wurde am Mittwoch mittag, als er am Postgebäude in Czenstochau (in Russische Polen) vorüber ritt, von zwei Sozialisten überfallen unds durch sieben Revolverschüsse getötet. Im Kreise Wolokolamsk im Gouvernements Moskau sind Agraruuruhen ausgebrochen, worunter auch das Landgut Schipows gelitten hat. In Moskau entdeckte die Polizei eine Bomb en fabrik metallischer Hohlkugeln, eine große Menge Sprengstoffe und viele Waffen. Sechs Personen, die sich in der Wohnung aufhielten, wurden verhaftet. Eine weitere liberale Zeitung wurde beschlagnahmt. Sämtliche Petersburger Blätter, darunter bisweilen sogar die „Nowoje Wremja", werden beim Eintreffen auf dem Nikolai-Bahnhose sofort beschlagnahmt. Die Arbeitergruppe hat ein Manifest an die Armee ausgearbeitet, in welchem fie die Soldaten auffordert, im Falle eines Zusammenstoßes des Bolles mit den Organen der Regierung sich zu weigern, auf ihre Brüder zu schießen. Heute erschien von sechs Mitgliedern des Reichsrates, die ihr Mandat niederlegten, ein heftiger Protest in der Zeitung „Retsch", worin die Regierung eines Staatsstreiches beschuldigt wird. Wie der „Retsch" berichtet, erklärten die Soldaten des Seebataillons und des 20. Infanterieregiments, sie würden jeden unbarmherzig nieder metzeln, der sich an Pogroms beteilige. Auch das Regiment Lublin erklärte, es werde die Kosaken niederschießen, wenn sie einen Pogrom veranstalten wollten. 400 Matrosen und Arbeiter haben sich den Hooligans angeschlossen. Die russischen Offiziere, welche zum Kurgebrauch int Ausland weilen, wurden von der Petersburger Militär- Kanzlei telegraphisch abberusen und chnen die Rückkehr auf dem kürzesten Wege nach Rußland befohlen. verwundet sowie viele Verhaftungen vorgeno»men. Nach Privatmeldungen aus Ismails sind dort revolutionäre Unruhen ausgevrochen, Aus Odessa treffen tu Bessarabien zahlreiche russische Flüchtlinge ein. -Auf der Weichsekbatzn gelten am L-. ...-------- den hiesigen besuchen und von 3 bis 4 Uhr in der Kirche verschiedene Gesänge vortragen. Auch der Allendorfer Kirchen- 26."in der Nähechor singt zwei Lieder. Beide Vereine begeben sich darauf 4 Mk., 5.40 Mk. und 8 Mk. Die Fahrkartenstempelmarken sind ausschließlich zur Entrichtung der Steuer auf Dampf- schiffahrtSkarten bestimmt, die im Ausland ausgegebcn werden, aber zu Fahrkarten im Inland berechtigen. 9hir bei diesen kann die Entrichtung der Stempelabgabe statt durch Abstempelung durch die Marken erfolgen. Diese werden auf die Rückseite der Fahrkarten aufgeklebt und entwertet. München, 26. Juli. Die Abgeordnetenkammer hat in zwei Sitzungen vor leeren Bänken das neue Wasser- gesetz, welches aus das gesamte wirtschaftliche Leben in Bayern eine tiefgreifende Wirkung ausüben muß, durchberaten. Von den Sozialdemokraten wurde »gegen die unwürdige Art der Beratung einer Vorlage, welche sonst Monate beanspruchen würbe*, heftiger Widerspruch erhoben. Der Protest blieb jedoch wirkungslos, das Gesetz wurde mit 124 gegen neun Stimmen angenommen. Dagegen stimmten die Sozial- demokraten. ICivdje rrnd Schule. Bonn, 26. Juli. Heute fand in der Gymnasialkirche die Konsekration des alt katholisch en Bischofs Demmel durch den Erzbischof Gul-Utrecht statt. Rußland am Scheidewege. Die „Hamb. Nachr." hatten eine neue russische Anleihe von 500 Millionen Mark signalisiert. Das Berliner Bankhaus Mendelssohn, die bekannte Russenbanl, wurde damit in Verbindung gebracht. Die Nachricht erschien auf den ersten Blick unglaubwürdig, Deutschland kann in absehbarer Zeit nicht für eine weitere Russen anleihe in Frage kommen. Vollends erhielt die Meldung den Charakter der Sensation durch die Hinzufügung, „a ufWunsch Kais er W i l h e.l m s" sei die Anleihe bewilligt worden. Die „Nationalztg." konstatiert auf Grund von Erkundigungen an den maßgebenden Stellen, daß weder der Kaiser noch das Haus Mendelssohn sich mit einer Angelegenheit der erwähnten Art befaßt haben. Die gleiche Auskunft wurde, wie man uns aus Berlin heute meldet, an der Berliner Börse erteilt, die beiläufig sich überraschend schnell zu der Auffassung bekehrt hat, die Dumaauflösung sei das „einzig Richtige" gewesen! Am Montag war die Börse über diesen „kopflosen Staatsstreich" außer sich. Aber der Erfola, der vorläufige Erfolg, hat auch in diesem Falle wieder recht. Eine neue Enttäuschung des enthusiastischen Vertrauens zu der Stärke der russischen Regierung würde sicherlich mit doppelter Wucht auf die Börse wirken. Jedenfalls ist die Berliner Börse wie umgewandelt. Sie glaubt an Rußland, hofft aus die Weisheit der russischen Regierung und liebt die russischen Anlagewerte. Es scheint, daß von London aus der Versuch gemacht wird, einen Druck auf die russische Regierung auszuüben. So ging die „Times" in einem Artikel davon aus, baß die neue Anleihe von dem Ausland nur unter der Voraussetzung der Schaffung einer Institution in Rußland übernommen worden fei und daß jede wesentliche Aenberung in dieser Richtung das Ausland von den weiteren Einzahl-, ungen auf die Anleihe entbinden werde. Dazu ist zu bemerken, daß der Zar in seinem Ukas erklärt hat, daß er die Institution einer Duma beizubehalten wünsche, nur müsse eine andere Duma gewählt werden, deren , Arbeit Fruchtbringenderes verspreche. Das Disagio auf die neue Anleihe Beträgt in London noch immer 10 Proz. Am |25. dieses Monats betrug es 10i/4 Proz. In Berliner Blättern, speziell int „B. B.-C.", aber auch feit gestern in vielen anderen Zeitungen, tut man, als ob überhaupt nichts wäre, und der Anbruch eines goldenen Zeitalters für Rußland unmittelbar bevorstände. Es wird von Anlagekäufen in russischen Werten geschrieben und diese in allen Tonarten empfohlen. Auch wird der Ansicht Ausdruck verliehen, daß es der starken Hand des gegenwärtigen Ministerpräsidenten gelingen wird, die Ruhe in den Hauptstädten aufrecht zu erhalten und das Land vor neuen schweren Erschütterungen zu bewahren. Man denkt nicht mehr daran, welche großartige Versprechungen Rußland schon oft gemacht hat, als es am Rande des Abgrundes stand, und glaubt, die Regierung werde den Forderungen der Reformpartei jetzt sicher entgegenkommen. Es soll uns sehr freuen, wenn dies alles zutrisft — wir aber glauben noch nicht daran. Stolypin hat in einem Vortrag beim Zaren betont, daß die Auflösung der Duma nach den chm aus allen Teilen des Reiches zugegangenen Nachrrchten keinerlei besondere Awfregung hervorgerufen hat und daß er hoffe, die Ordnung auch ferner aufrecht (erhalten zu können Der „Verband der Verbände" beschloß, vorläufig eine ab wartende Saftil zu befolgen und zu sehen, wie die Auflösung der Duma auf das Land wirkt, denn unter den Eisenbahnern und Postb eam ten herrscht völlige Unlust zum Streik. Zudem sind der Regierung durch die letzten Massenverhaftungen in Petersburg und Moskau in Verbindung mit Haussuchungen wichtige und äußerst lompromittierends Dokumente in die Hände gefallen, bie ermöglichen, eine Reihe von Anschlägen gegen die öffentliche Sicherheit zu durchkreuzen. Unter den in Moskau auf- gefangenen Dokumenten befindet sich beispielsweise ein höchst interessantes Papier, das Aufschluß darüber gibt, roie seinerzeit die in der Gesellschaft für gegenseitigen Kredit geraubte Million unter den Revolutionären verteilt worden ist Die Kadetten hielten in Terrioki in Finnland ein Meeting ab, auf dem sie sich von jeder revolutionären Tätigkeit lossagten und allein an den Wiborger Beschlüssen festzuhalten und schon jetzt mit der Wahlpropaganda zu beginnen beschlossen. Dw revolutionären und sozialistischen Organe mahnen, nach osp- ziSser Versicherung, überall zur Ruhe, da der Zeitpunkt für einen Generalstreik der denkbar ungünstigste sei, weck Die Bauern mit der Ernte beschäftigt seien. Die Hochburg der Revolutionäre, Odessa, ist ruhig. Es wurden dort am 25. d. M. sechs Leute getötet oder (n den Nordecker Wald, wo in der Nahe des Schlosses die Liedervorträge fortgesetzt werden. ? Bingenheim, 26. Juli. In der vergangenen Nacht wurden die Bewohner, unseres friedlichen Dörfchens plötzlich durch Feuer lärm auS dem Schlafe geschreckt. Es brannte die in diesem Jahre neuerbaute Scheuer des Forstwarts Hinkel. Die rasch bcrbeieilende und tatkräftig eingreifende Feuerwehr hatte das Feuer bald auf seinen Herd beschränkt, sodaß das dicht angrenzende Wohnhaus außer Gefahr kam. DaS Vieh wurde, bis auf eine Anzahl Hühner, gerettet. Der Schaden wird durch Versicherung teilweise gedeckt. Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. R.-B. Darmstadt, 26. Juli. Die heute nachmittag abgehaltene Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung beschäftigte sich eingehend mit der Beratung über Schlachthofangelegenheiten. Zunächst wurde beschlossen, auf dem Schlachtviehhof für 57 000 Mk. ein Häutemagazin zu erbauen, sowie eine Wasserreinigungsanlage und einen Kohlenlagerplatz zu errichten. Die Verzinsung und Amortisation dieser Summe mit jährlich 4000 Mk. fällt der Fleischerinnung zur Last. Ferner wurden die auf Grund der neuen Reichsgesetze nötig gewordenen Polizeiverordnungen über die Schlacht- und Fleischverkaussordnung, die Fleischbeschau- und Trichinenschauordnung, die Freibank, die Gebührenordnung 2C., genehmigt. Nach einer in der Sitzung gemachten Mitteilung schweben z. Zt. wieder Verhandlungen zwischen Stadt und Staat über die Erwerbung der im Privatbesitz befindlichen Dampfstraßenbahnen durch die Stadt. St. Goarshausen, 26. Juli. Wie der „Frist Ztg.* gemeldet wird, brach in Ehrenthal neben der Rheinbahnstrecke, zwischen den Stationen St. Goarshausen und Kestert Großfeuer aus, wobei mehrere Wohn- und Nebengebäude in Asche gelegt wurden. Die um diese Zeit fälligen Schnell- und Personenzüge konnten erst die Brandstätte passieren, als alle Gefahr beseitigt war, wodurch erhebliche Verspätungen t entstanden. Frankfurt, 27. Juli. Die Frankfurter Molkereibesitzer chatten an süddeutsche Molkereibesitzer Fragebogen versandt, :um feststellen zu können, ob sie bei einem Milchkrieg auf .auswärtige Milchlieferung rechnen könnten. Von 100 Fragebogen wurden 35 beantwortet, 14 Molkereien erklärten sich bereit, Milch abzugeben. Im ganzen könnten täglich 33 000 Liter geliefert werden. Die Molkereien und Milchhändler glauben mit dieser Hilfe die Forderungen der Landwirte um Erhöhung deS MilchpreiseS ablehnen zu können. Eine Milchpreiserhöhung für das Publikum ist also vorläufig nicht zu befürchten. (Frist Ztg.) [] Wehrda, 26.Juli. Gestern abend ging ein Luftballon hier nieder. Die Insassen, drei Offiziere, waren vormittags auf dem Truppenübungsplatz „Senne" aufgestiegen. — In Gisse lb er g wurde das dreijährige Kind des Landwirts Gerhard durch den Schlag eines Pferdes getötet. fc. Weilburg, 26. Juli. Gestern wurden drei Maurer, die Streikposten standen und Arbeitswillige von der Arbeit abhalten wollten, verhaftet. Einer der Verhafteten ist der Vorsitzende der Streikkommission. Die Lage der Streikenden ist im wesentlichen unverändert. Einer der Arbeitgeber bewilligte 38 Pfg. Stundenlohn. vermischtes. • Köln, 27. Juli. Zu groben Ausschreitungen kam eS zwischen einer Rotte betrunkener junger Burschen und Bahnbeamten derFrechener Eisenbahn, die den Excedenten die Mitfahrt verweigerten. Diese gingen darauf mit Messern auf das Personal und das Publikum los. Schutzleute zu Fuß und zu Pferde mußten zur Wiederherstellung der Ordnung eingreifen. Sechs Burschen wurden verhaftet, mehrere von ihnen verletzt. • Ein schweres Automobilunglück. Am 26. ds. nachmittag? überschlug sich zwischen Waldsassen und Mitterteich in der Oberpfalz das Automobil des Prinzen Eugen Murat auS Paris. Der Prinz war sofort tot, der Chauffeur blieb unverletzt. Der Verunglückte ist ein Nachkvmme Joachim Murats, des Schwagers Napoleons I. und späteren Königs von Neapel. *KleineTageschronik. In Bruckhausen bei Esten schüttete die Frau eines Arbeiters Petroleum in das glühende Heerdfeuer, wobei die Petroleumflasche explodierte. Die Frau wurde tätlich verletzt. 'Ihre drei Kinder, die der Mutter helfen wollten, wurden ebenfalls lebensgefährlich verbrannt. — Ein entsetzliches Eifersuchtsdrama hat sich in T u b i a in Brabant abgespielt. Der Fabrikarbeiter Grisez erdolchte dort auf dem Bahnhofe den Brüsseler Professor Camus, den er irrtümlich für den Verführer seiner Frau hielt. Sodann lief er nach Hause und erstach seine Gattin vor den Augen ihrer sieben Kinder, worauf er sich selbst entleibte. — In Passau fuhr in einem Walde ein Blitzstrahl in eine Holzarbeiterhütte, in der vor einem Unwetter 6 Arbeiter Schutz gesucht hatten. Ein Arbeiter wurde getötet, ein anderer am Auge verletzt, sodaß er die Sehkraft verlieren dürfte, die übrigen wurden betäubt. — Artur Vacca, der Kassierer der Filiale der Banca d'Jtalia in Neapel ist mit seinem Bruder Alfred, der ein Beamter der Volksbank war, geflüchtet. Beide haben Fälschuugen von mehreren Millionen SZitt begangen. Die Banca d'Jtalia ist u. a. mit 180000 Lire, die Banca commcrciale mit 130000 Lire geschädigt. — In Leeds brach eine große Feuersbrunst auS, die einen Augenblick drohte, auf daS Great Northern Hotel überzuspringen. Nur mit großer Mühe gelang eS, daS Hotel zu retten. Der durch daS Feuer angerichtete Schaden beträgt über 2 Millionen Mark. — Der Newporter verstorbene Multi-Millionär Sage vermachte sein ganzes Vermögen im Betrage von 20 Millionen Pfund seiner Witwe. — Beim Brigadeexerzieren auf der Pahlinger Heide wurde ein Ludwigsluster Dragoner durch ein Sturz getötet. — In Barmen wurde von der Eisenbahn der Kaufmann Karl Lefarth, als er einen kürzeren Heimweg über den Bahndamm nahm, überfahren und getötet. — Frau Lidicke aus Treptow betrat am 25. Juli in Nürnberg die Bayerische Jubiläums - ausstcllung als die Millionste unter den Besuchern. Sie erhielt die ausgesetzte Prämiee, ein Fahrrad. Aas Trfdjüttetnb eKamUiendrama, das sich am Mittwoch in dem Villenviertel des Darmstädter Vorortes Niedcrramstadt ereignete und drei junge Menschenleben forderte, hat, wie uns heute auch unser Darmstädter Mitarbeiter schreibt, doch allgemeine Teilnahme mit dem unglücklichen Ehegatten erweckt. Der im Ministerium als Hilfsarbeiter beschäftigte Regierungsbauführer Hofmann auS München hatte vor einigen Jahren gegen den verständigen Willen seiner Eltern die, wie eS heißt, vergnügungssüchtige Tochter des Inhabers der Pension „Waldesruh* bei Nieder- ramstadt, Böning, geheiratet und sich auch ganz in der Nähe, in dem Gartenhäuschen der Villa „Jngfried* ein kleines, sehr bescheidenes Heim gegründet. Sie besaßen zwei Kinder von 7 Monaten und 2 Jahren. Der 27jährige Gatte machte öfter photographische Aufnahmen von drolligen Familienszenen und hatte kürzlich auch seiner Frau, die erst im nächsten Monat 21 Jahre alt geworden wäre, ein Fahrrad zum Geschenk gemacht, so daß sie nun gemeinsam häufig größere Radtouren unternehmen konnten. Da die junge Frau oft mit den Kindern den Tag über bei ihren Eltern verweilte, so fiel es auch nicht weiter auf, daß am Mittwoch auf mehrfaches Pochen an der Wohnung nicht geöffnet wurde. Als am Abend der Gatte heimkehrte, fand er Frau und beide Kinder in weißen Kleidern neben einander auf dem Bette liegend tot vor; die Frau hatte erst den beiden Kindern und dann sich selbst eine Kugel inS Herz gejagt und hielt den Revolver noch krampfhaft in der Hand. lieber die nähere Veranlassung zu der grausigen Tat fehlt jede Aufklärung. Die Gatten hatten am Mittwoch ihren Hochzeitstag und eine unangenehme Erinnerung mag einen Schwermutsanfall bei ihr erzeugt haben. Mit längerer Ueberlegung ist die furchtbare Tat jedenfalls nicht geschehen, denn die Unglückliche hatte in gewohnter Weise auch für die folgenden Tage ihre häuslichen Dispositionen getroffen. Die sichere Handhabung des Revolvers verdankte sie ihrem Manne selber, der sie im Gebrauch desselben unterrichtete, damit sie sich event. auch in dem ziemlich einsam gelegenen Häuschen allein verteidigen könnte. Jetzt hat sie die Waffe in so grausiger Weise gegen sich und die eigenen Kinder gebraucht und sofort sicher ins Herz getroffen. „Mein letzter Wunsch ist, verbrannt zu werden*, schrieb sie vor der Tat auf einen Zettel, und dieser Wunsch soll auch erfüllt werden, denn alle drei Leichen werden heute (Freitag) nach dem Mainzer Krematorium überführt. Univerditäts-Nachrrlchten. f 1 Marburg, 26. Juli. Als P r i v a t d o z e n t der philosophischen Fakultät habilitierte sich am Dienstag Dr. L. Schieder- m a i r nach einer Antrittsvorlesung über „Die Bedeutung der neapolitanischen Oper im 18.'Jahrhundert/ Sport. H o m b u r g v. d. H., 26. Juli. Den Kaiserpreis im Ossi- ziers-Lawn-Tennis-Turnier gewann heute nachmittag Leutnant Lange vom 2. Fußarlillerie-Regimeut in Danzig. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hesse» für Samstag, den 28. Juli 1906: Zunächst noch trüb, jedoch trocken. Am Tage Aufheiterung und etwas wärmer. Schwache veränderliche Winde. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Orrginol-Drahtmeldungen. Berlin, 27. Juli. Mit dem lenkbaren Luftschiff unternahm Major v. Parsefal vom Tegeler Schießplatz aus eine Auffahrt, bei der er jedoch infolge Havarie des Steuers zur Landung an unbeabsichtigter Stellung gezwungen wurde. Der Major und sein Begleiter blieben unverletzt. DaS Luftschiff wurde etwas beschädigt. Berkin, 27. Jüli. Der Zentralverband deutscher Industrieller hat dem Minister der öffentlichen Arbeiten ein Gesuch um AufbebungderAnschluß- frachten (Uebcrführungsgebühr), welche die Inhaber von Privatanschlüssen zu errichten haben, sowie einen Antrag auf Herabsetzung der Abfertigungsgebühren für alte Massengüter, die auf Geleis-An tag en der Abnehmer oder Em- pfanger verluden oder entladen werden, unterbreitet. Der Verband betont mit Rücksicht auf den immer schwieriger werdenden Wettbewerb der deutschen Industrie auf dem Weltmarkt, sei die beantragte Verbilligung der Transporte kosten auf den Eisenbahnen dringend notwendig. Köln, 26. Juli. Der „Köln. Ztg." wird aus Berlin: telegraphiert: Zu Mitteilungen des „Flensborg Avis", des- Blattes des kürzlich verstorbenen dänischen Abg. Jessen,: erfahren wir aus bester Quelle folgendes: Der Unterstaats» sekretär v. Mühlberg hat allerdings in den ersten Mo» naten dieses Jahres zweimal mit Jessen die dänische Optantenfrage besprochen und Jessen die Versicherung gegeben, daß in der Optantenfrage allmählich eine mildere Handhabung der einschlägigen Bestimmungen Platz! greifen werde. Es könne sich hierbei natürlich nicht umj plötzliche Maßregeln handeln, denn die Kontinuität ber; preußischen Verwaltung müsse gewahrt werden. Aber da! der Reichskanzler im Einvernehmen mit dem preußischen! Ministerium ein Abgehen von der bisherigen strengen Durch-: führung der Optantenbestimmungen bereits erwäge, so sei eine parlamentarische Anregung in dieser Hinsicht nicht'; mehr erforderlich. Es ist selbstverständlich, daß bei dieser! Unterredung durch den Unterstaatssekretär Wendungen, wie! die: das Köllersche Regiment sei vorbei, nicht gefallen sind.! Wenn der „Flensborg Avis" andeutet, es seien in ber, Optantenfrage bei der preußischen Regierung und der Reichsregierung Strömungen vorhanden, die auszugleichen wären, so ist das, wie wir nach unseren Informationen feststellen können, zurzeit nicht der Fall. Eisenach, 27. Juli. Der Bürgermeister Bachmann von Grospenroda wurde zü drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er eine Anzeige gegen den Ortspfarrer mit einem falschen Namen unterzeichnet hatte. Plauen, 27. Juli. Die 22jährige Krankenpflegerin Hedwig Spränge stürzte von der Geratalbrücke ab und verletzte sich tätlich. Ludwigstal, 27. Juli. Im bayerischen Walde ging, gestern abend ein sch wereS Gewitter nieder. In Böhmisch- Eisenstein wurde ein kleines Mädchen vom Blitze erschlagen. In Zwiefeler zündete der Blitz ein Haus und tötete zwei Kinder. London, 27. Juli. Daily. News berichtet auS Aixles BainS, daß der sich zur Kur dort aufhaltende Graf Witte feine Ansicht über die gegenwärtige Lage in Rußland dahin äußerte, daß der Zar diesmal den richtigen Mann als Ministerpräsidenten gefunden habe. Der Zar habe keine bessere Auswahl treffen können. Witte lobte den neuen KabinetSchef, dessen Tüchtigkeit ihm wohl bekannt sei und hob insbesondere die Willenskraft, Energie und politische Ehrlichkeit Stolypins hervor. Witte wünschte dem neuen KabinetS- chef besten Erfolg.__________________________________________ Markte. Butzbach, 26. Juli. Der heutige Schweinemarkt war mit etwa 1850 Stück Jungvieh befahren. In Ermangelung von Käufern wurden kaum einige hundert Stück abgefetzt. Die Preise waren daher sehr gedruckt. Man bezahlte für sechs bis acht! Wochen alte Ferkel das Paar 35 bis 50 Mack. Einleger wurden fast garnicht gehandelt. ke. Frankfurt a. M., 27. Juli. Qrrg>Telegr. des „Gieß. Anz/h Viehmarkt. Zum Veckaufe standen 00 Kälber, 00 Schafe und Hämmel, 301 Schweine: 1. Qual. 75—00 Pfg. Lebendgewicht 58.00—00.00 Pf., 2. Qual. 74—00 Pf., Lebendgewicht 57.50—00 Pfg., 3. Qual. 63—65 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Ps., Lebendgewicht 00—00 Pfg„ 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfa. Schafe 1. Quaftlä: Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschäft: gut, kein lleberftand. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse. 27. Juli. 1.15 Uhr. 3)6% Reichsanleihe . . 99.25 356 do. . . 87.70 3)6% Konsols .... 99.25 356 do 87 80 3)6% Hessen .... 98.15 3)4% Oberhessen . . . —.— 4 56 Oesterr. Goldrente. . 100.25 4% 56 Oesterr. Silberrente 100.40 456 Ungar. Goldrente . . 95.50 456 Italien. Rente . . . 103.55 356 Portugiesen Serie I . 70.00 356 Portugiesen „ III 70.60 4)6% russ.Staatsanl. 1905 87.10 4)6% japan. Staatsanleihe 94.70 4 56 Conv. Türken von 1903 95.60 Türkeulose 146.50 456 Griech. Monopol-Anl.. 53.70 4 56 äussere Argentinier . 90.50 3% Mexikaner .... —.— 4)6% Chinesen .... 98.40 Aktien: Bochum Guss 242.70 Buderus E. W . ... 123.70 Tendenz : fest. Berliner Börse, Canada E. B 162.40 Darmstädter Bank . . . 138.90 Deutsche Bank .... 235.70 Dortmunder-Union C. . . 85.30 Dresdner Bank .... 157.60 Tendenz: fest. Elektriz. Lahmeyer . . . 144.00 Elektriz. Schuckert . . . 129.75! Esch weil er Bergwerk . . 250 20 Gelsenkirchen Bergwerk . 222.801 Hamburg-Amerik. Paketf. 157.10 Harpener Bergwerk. . . 209 70 Lanrahütte...... 232.00 Nordd. Lloyd 126.20 Oberschles. Eisen-Industrie 126 50 Berliner Handelsges . . 168.90 Darmstädter Bank . . . 138.50 Deutsche Bank . . . 236.00 Deutsch-Asiat. Bank . . 175.00 Diskonto-Kommandit. . . 182.00 Dresdner Bank . . . 157.30 Kreditaktien 209.40 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 118.00 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 34.20 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.50 Prince-Henri-Eisenbahn . 140.00 27. Juli. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 209.40 Laurahütte 231.80 Lombarden E. B. ... 34.30 Nordd. Lloyd 126.30 Türkenlose —.— Heuchelheim, den 26. Juli 1906. [4557 Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 6 Uhr vom Sterbehause, Gießener Straße, aus statt. Todes-Anzeige. Hiermit Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Gatte, unser lieber Vater, Sohn, Bruder und Schwager Herr Wilhelm Römer III Schmied heute nachmittag 1 Uhr nach längerem Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Katharine Römer Witwe. Verein Contentia Giessen Bekanntmachung. In unser Handelsregi7er Abt. B wurde bezüglich der Bank für Handel usö Industrie, Depositenkaffe Gießen eingetragen: Der stellvertretende Direktor Eduard Schwarzmann in Straßburg i. Elsaß ist aus dem Vorstand ausgeschieden. Die seitherigen stellvertretenden Direktoren 1. Hermann Marks, 2. Georg von Simson, beide in Berlin, sind zu Direktoren bestellt. Der seitherige Prokurist Siegmund Badenheimer in Berlin ist zum stellvertretenden Direktor bestellt. Gießen, den 20. Juli 1906. Großherzogliches Amtsgericht. b®% Bekanntmachung. Tas Pachtgeld von Triebvierteln und anderen städt. Grundstücken ist innerhalb 8 Tagen bet Vermeidung der Beitreibung zur hiesigen Stadtkasse zu zah en. Gießen, den 27. Juli 1906. B17/r Doepfer, Stadtrechner. Samstag, den 28. Juli d. I., abends 9 Uhr HÄjHrlilde @eneralutrianimlung im Felsenkeller (Bahnhofstraße)