Nr. 97 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesfischen Landwirt die Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'scben Univerf.-Buch-u.Stem- druckerei. 9t Lange. Redaktion, Lrvedirioa und Druckerei: echulstratze 7. Redaktion 112 Verlag u.Exved.^^Aöl Adresse fftr Depeschen: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt Donnerstag 26 April 1906 156. Jahrgang Vezugöpretsr monatlich 7bPf.,viettel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellm monotüch 65 Pf.: durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12S13U auswärts 20 Big. Verantwortlich für den poliL und allgem. Teil: P. Wittko: für ,6labt und 2anb" und .Gerichtsfaal": Ernst p e b; iiit den Anzeigenteil: Hans Beck. GietzenerAnzeiger 1U' General-Anzeiger ö Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Aie heutige Yummer umfaßt 8 Seite». Die Aeichstagswaht in Darmstadt. Gießen, 26. April 1906. Gestern abend um */,ll Uhr erhielten wir folgendes Telegratnm: Darmstadt, 25.April. Gesamtergebnis: Berthold 18855, Dr. Stein 10320, Korell 5828 Stimmen. Diese Wahl hat also noch keine endgiltigc Entscheidung gebracht, sondern, wie zu erwarten war, eine Stichwahl zwischen dem nationallib. Dr. Stein und dem Sozialdemokraten Berthold. Bei den allg. Wahlen von 1933 erschienen von ca. 35 000 Wählern 27 500 im ersten Wahlgange zur Wahl, wahrend diesmal #0 000 ihr Wahlrecht ausgeübt haben. Die stärkere Wahlbeteiligung ist zu erklären einmal aus der sehr stattlichen Zunahme der Bevölkerungszahl (darunter von rund 1600 Wahlberechtigten mehr allein in Darmstadt selber), zum anderen wohl aus der regeren Agitation, die von allen Parteien ausgeübt wurde. Sehr bemerkenswert ist der Stimmenzuwachs für den diesmaligen Kandidaten der vereinigten Liberalen. 1903 erhielt der damalige Stanbibat Prof. Dr. Harnack noch keine 2000, Pfarrer Korell diesmal nahe an bie 6000 Stimmen. Das ist fast eine Verdreifachung! Im Jahre 1903 hatten die Linksliberalen freilich ihre Kandidatur überaus spät an die Ocffentllchkeit gebracht und überhaupt nur vier Wahlversammlungen außerhalb Darmstadts abgehalten. Jene vier Versammlungen, in Pfungstadt, Eberstadt, GrieSheim und Groß-Gerau, hatten übrigens damals schon einen sehr beachtlichen Erfolg gehabt; in jebem der vier Orte erzielten die Lintsliberalen mehr als 100 Stimmen, in anderen Landorten dagegen fauni den zehnten Teil. Die außerordentliche Stimmenzunahmc jetzt beweist, daß die fleißige Arbeit der vereinigten Liberalen von größtem Erfolg gewesen ist und daß im Jahre 1908 bei rechtzeitiger Aufstellung eines linksliberalen Kandidaten dieser sehr wohl in die Stichwahl kommen könnte. Die Sozialdemokraten haben gegen 1903 einen Ver- lust von annähernd 3 00 Stimmen (damals 14144). Demnach ist die Verstimmung, die die Affäre Cramer uu Lager der Sozialdemokratie erzeugte und von der mancher annahui, daß er ihre Lage erheblich verschlechtern würbe, nicht sonderlich groß. Jnnnerhin ist der Rückgang doch bemerkenswert. ES mag diesmal mancher kleinbürgerliche Wählee, der auch früher nicht „überzeugter" Genosse, aber doch geneigt war, der Sozialdemokratie durch seine Stirnm- abgabe den Rücken zu stärken und ihre Unzufriedenheit mit vorhandenen oder eingeführten Uebelsländen zu dokumentieren, vor dem überaus straffen Regiment der Berliner Zentral- leitmig und dem Verlangen der strikten Unterjochung unter eine elnzivangendc Parteidisziplin doch erschrocken sein und den sozialdemokratischen Stimmzettel mit besonderem Miß- trauen betrachtet haben. So gelangte er vielleicht zu Erkenntnis eines bisher falschen Weges, auf den er sich einst hatte verlocken lassen. Der Wahkampf wurde mit einer in Darmstadt bisher unerhörten Heftigkeit und Erbitterung geführt. Alle Parteien hielten in vielen Orten eine sehr große Zahl von Versamm» kungen ab, ivozu die einzelnen Parteien durch bedeutende auswärtige Redner unterstützt wurden. Den Nationalliberalen kamen die Abgg. Dr. Hie der, Dr. Hage mann und Dr. Becker, den vereinigten Liberalen Dr. Gutfleisch aus Gießen, ReichStagSabg. Blumenthal- Colmar, Land- tagsabg. O e f e r - Frankfurt, Chefredakteur Dr. Goldschmidt- Frantfurt, Rechtsanwalt Ha as-Karlsruhe, Th. Barth- Berlin, ReichStagSabg. v. Ger lach-Berlin, Prof. HauS- cath-Karlsruhe und Chefredakteur Wolf-Straßburg, den Sozialdemokraten sogar Bebel, der Parteipapsl, zu Hilfe. Welches Resultat die Stichwahl bringen wird, ist nicht vorauszusehen. Tie Entscheidung haben die „vereinigten Liberalen" zu fällen. Da wir die Pflege vaterländischer Gesinnung für jedes Mannes oberste Pflicht erachten, so hoffen wir auf einen für die bürgerlichen Parteien günstigen Ausgang, obwohl durch die Gehässigleiten, mit denen während der Wahlbewegung nahezu von allen Seiten operiert worden ist, ein Zusammengehen der Rechts- und Linksliberalen sehr erschivert worden ist. Man schreibt uns aus Darmstadt: Bei der Hauptwalst im Jahre 1898 hatte der. Nationalliberale Nothnagel 6485, Ncformparteiler Bormet 4345 und der Sozialdemokrat Cramer 9013 Stimmen erhalten. ^Die Zahl der sozialdcinokratisä>eii Stimmen stieg dann bei der Stichwahl 1898 auf 12 471, die der Nationalliberalen auf 11 743. Bei der jetzigen Wahl haben, lvenn man den 1903 abgegebenen Alumnen der Nationalliberaleu entsprechend dem jetzigeii Zusammengehen mit Zentrum, Reformern usw. die Stimmen dieser Parteien vom Jal)re 1903 hinzuziehl, sowohl die N a t i o n a l l i b e r a l e n, wie die Sozialdemokraten eine nicht unerhebliche Stimmenreduzierung erfahren, wahrend den Freisinnigen ihre außerordentlich intensive Arbeit besonders auf dem Land viel Stimmenzuwachs gebracht bat. Das Gesamtresultat der Wahl ist insofern ein sehr erfreuliches, als es z n m e r st e n M a l w i e d e r s e i t l a n g c r Z e i t ein erhebliches Uebergcwickt der gesamten bürgerlichen gegenüber den sozialdemokratischen Stimmen gezeitigt hat, nämlich 16148 gegen 13 855 und eine Stichwahl rrotwendig macht. Wenn die Nationalliberalen und die vereinigten Freisinnigen bei der bevorstehenden Stichwahl sich zu einem Zusammengehen entschließen könnten, so würde der Wahlkreis zweifellos jetzr den Sozialdemokraten wieder entrissen werden. Ter ganze Wahlkampf hat aber leider eine solche Wendung genommen, daß eine Verständigung kaum mehr zu erhoffen ist. Tas Stimmenverhältnis der Parteien t-at sich sowohl in Darmstadt wie auf dem Lande, teilweise sehr stark verändert. In Darmstadt, wo Korell früher als Gechtliclier tätig war, stieg die Zahl der sreisinnigen Stimmen von 1396 auf 2545, in Königstädten, dem jetzigen Wirkungskreis Marells, von 4 auf 147 (gegen 33 nationaltiberale uno 66 sozialdemokratische) in Ar- Heilgen fielen die sozialdemokratischen Stimmen von 581 auf 526, dagegen fliegen die der Natiouallibcralen von 211 auf 328 und die der Freisinnigen tom 0 auf 100, Cberstadt weist 239 natl (gegen 206 i. I. 1903), 189 freisinnige ,gegen 105) und 608 sozdem. (gegen 638), GrieSheim 120 natl. (117), 207 freisinnige 165), 719 sozialdem. (716), Lberramstadt 361 (116) natl., 52 (11, frei)innige und 357 (391) lozialdcm., Roßdorf 262 (206) natl., 81 (9) freisinnige und 199 (223; sozialdem. Stimmen. In Bischofsheim gewarmen die Freisinnigen 242 Stimmen, während die der Sozialdemokraten von 357 auf 294 und die der National- liberalen von 173 auf 123 zurückgingen. In Groß-Gerau be- baupteten sich die National!ibcralen, die Sozialdemokraten sielen von 375 auf 328, die Freisinnigen stiegen von 69 auf 328, in Kelsterbach von 11 auf 103, indes bie Sozialdemokraten von 444 auf 389 sie lew. Tie Stimmen der Naflonallibcralen erhöhten sich auf dem Lande zumeist um die Zahl der früher für die verbündeten Parteien abgegebenen Stimmen, während die izreisinnigeu ohne Frage einen großen Teil der sog. Mitläufer der Sozialdemokraten für sich gewonnen haben. Bon anderer Seite erhielten wir folgende Darmstädter Zuschrift: Haben die Vereinigten Liberalen allen Grund, mit dem Ausfall der Wahl zusriede.n zu sein, umso weniger wird das bei der Sozialdemokratie der Fall sein. Nicht nur, daß er ihnen einen Rückgang bringt, öer in Wirklichkeit viel größer ist als ziffernmäßig, wenn man bedenkt, wie gerade die Zahl der Wahlberechtigten in den industriellen Orten der sog. Mainspike gewachsen ist. In einer großen Anzahl von Ortschaften hat Bertbold nicht die Stimmenziffer seines gängers erreicht, auch nicht in Darmstadt. Are „gUpolutio.V6 in Irankreich. Tas in der äußeren Politik der letzten Wochen so siegreiche und glückliche Frankreich wtrd augenblicklich von, heftigen revol. Kämpfen durchschüttert. In den Jndustrie- bezirt'en im Norden ist die Ausstandsbewegung zur Aufstandsbewegung geworden, und der Ruf „Es lebe der Streik!" wird schauerlich-üi crtöilt Jin. dem rwahnwitzigen Schrei „vive la revolntion!" 26000 Mann sind in den gefährdeten Gegenden zusammengezogen, aber bis setzt ist damit weiter nichts bezweckt worden, als daß an 50 Offiziere und eine große Anzal)l Mannschaften von den Streikenden zum Teil schwer verletzt wurde. Alles Bor-- gchen hat nichts genützt, zumal man sich nicht entschließen konnte, die schärfsten Maßregeln in Anwendung zu bringen. Tie Volksleidenschuft ist aufgestachelt bis zum Wahnsinn und die Katastrophe von Courrieres hat das ihre dazu beigetragen, die Situation bis zur Unhaltbarkeit zu verschlimmern. Tie Hetzer, die von der „Confederation generale du travail" hinausgeschickt wurden, die Arbeiter aufzustacheln, haben chre Arbeit vortrefflich getan — kein Mensch kann sagen, wohin die Bewegung, die nicht nur in Arbeiterkreisett ihre Anhänger hat, in der allernächsten Zeit schon führen wird. Seit Wochen kommt Frankreich nicht mehr zur Ruhe. Ter Streik der P o st u n t e r b e a m t e n hat allerdings dank der Konsequenz des Arbeitsministers einen anderen Ausgang genommen, als die Streitenden es erwartet hatten, die Machtprobe ist zu ungunsten der Streikenden ausgefallen, aber man darf den Sieg der Regierung nicht allzu hoch cinschätzen. ES ist ein augenblicklicher, und jede Stunde kann das gefährliche Spiel von neuem beginnen. Tenn die Regierung hat kein Mittel, den ungesetzlichen Verbänden chrer Beamten entgegenzutreten, die sich fast ausschließlich als s o zia lr evo In t i o n är herausgestellt haben. Und selbst wenn sie ein Mittel hätte, wäre sie unter den gegebenen Umständen stark genug, es zur Anwendung- zu bringen? itanii eine Regierung, die sich aus politischen Gründen auch auf den linken Flügel der Sozialdemokratie sttitzen muh, überhartpt gegen die Revolution Vorgehen? Eine gewaltige Machtprobe hat eingesetzt — wie wird sie enden? Ist das verrottete, zuin Teil ungeheuer korrupte Bürgertum der Republik imstande, die Revolutionäre nach getaner Arbeit von den Rockschößen abzuschütteln, oder wird es selber niedergezwungen von einem Anarchismus, der weder göttliche noch weltliche Gesetze anerkennt? An dieser Frage hängt das Geschick der Republik für die allernächste Zukunft. Tas rote Gespenst hebt sein drohendes Haupt. Tas Volk hat vor den Machtmitteln des Staates allen Respekt verloren. Man sehe sich die französische Lehrerschaft an! Was bei uns undenkbar wäre, dort ist es die Regel. Ter wettaus größte Teil der Lehrerschaft ist revolutionär. Es wird systematisch ein Geschlecht von Anarchisten herangezogen, und die Regierung sah bisher nicht nur untätig zu, sondern unterstützte diese Bestrebungen noch ausgiebigst, weil es ihr gerade in den Kram paßte. Tie Arbeiterschaft ist durchseucht von revolutionären Ideen — sozialdemokratisch sind die Leute ja nicht einmal mehr! Und wenn sie jetzt versuchen, diese Ideen in die Tat umzusetzen, wer könnte sich darüber besonders wundern? Tas ist doch eigentlich selbstverständlich! Noch lhtt die Regierung eine .Hoffnung: die Armee. Bis jetzt ist sie treu geblieben, aber cs darf nicht übersehen werden, daß auch die französische Armee durchseucht ist von vevolmionäreu Ideen. Es muß auffallen, dah in den Berichten über Zusammenstöße mit den Aufständischen stets nur von verwundeten Offizieren und Soldaten die Rede ist. Wir entsinnen uns nicht, gelesen zu haben, daß auch Aufständische verwundet oder getötet wurden, einige Ausnahmefälle, die die Siegeln be* ftättgen, ausgenommen. Die Armee geht gegen die Streikenden so vorsichtig vor, als nur irgend möglich, sie läßt sich an greifen, läßt sich mit Steinen bewerfen unb schießt nicht. Gewiß wurden alle Liulturmenscheu es lebhaft bedauern, wenn ein Blutbad in den ?lus stand s geb ie ten an- gerichtet würde, aber in dem allzu vorsichtigen Borget)«! liegt cm Eingeständnis der Schwäche unb — des schlechten. Gewissens! Ein Eingeständnis vielleicht auch des Attßi trauens in die Truppen. Wohl ist es möglich, daß die Wogen sich diesmal wieder glatten, aber Frankreich wird die Klippe, die zwischen dem Bürgerstaat und der sozialen Republik steht, nicht ohne gewaltige Ausbrüche der Bottsleioenschaft umschiffen können. Tazu sind die revolutionären Ideen viel zu sehr dem Volk in Fleisch und Blut übergegangen. Ter Weg, der jetzt ein- geschlagen wurde, führt mit furchtbarer zwnsequenz auf die Barrikaden. Was nützen dem Lande nun äußere Erfolge, wenn es im Innern auseinanderklafft? Tas Frank reich von heute steht ungefähr au der gleichen Stelle wie am Ende der .Herrschaft deS dritten Rapoüwn; aus dem Gesichtspunkt heraus kann man die Politik eines Toleasss erklärlich finden! • Tie heute vorliegenden Stteiknachrichien lauten: £o r i en t, 25. April. Die ausständigen Hüttenarbeiter in Hcnnebout verhinderten heute die Ausladung eines Trans- portschllfes. Sie veranstalteten sodann unter Absingung von revolutionären Liedern eine Kundgebung, an der auch viele Frauar teilnahmen. Die Hütteningenieure und ihre Familien vcrlaffen die Gegend. Len S, 25. April Tie fi'aitrocrfc haben die Forderungen der Metallarbeiier abgelehnt. Znsvlgedessen hat das Stteil'komüee Maueranschläge anbringen lassen, wvrm die Arbeiter ersuckt werden, vor den Werken Ausstellung zu nehrnen, um die ArbejK zil verhindern. Paris, 25. April. Gestern streikten hier 15 000 Arbeiter. Die Erdarbeiter, Steinhauer, Maurer und die Angestellten der ))chhrungsmittel-Branche sowie die Schneider und Otolbarbeiter beschlossen, am 1. Mai zu feiern. Weitere Gewerkschaften werden» sich diesem Beschlüsse an seist jenen. Tas Erdbeben in Kalifornien. San Francisco, 25. April. Die Miliztruppen sind alle zurückgezogen. Gestern ist die teteph. Verbindung mit Oakland wieder zu stände gekommen. Die Gürtelbahn auf den Uferstrecken ist wieder im Betrieb und vermittelt die Verteilung der Hilfsvorräte. Die elektrische Beleuchtung hat gestern abend in Eaststreet wieder begonnen und wird beute nacht auf die Kais ausgedehnt werden. 200 Aerzte sind damit beschäftigt, die gesundheitlichen Verhältnisse von Haus zu Haus zu untersuchen. 107 Gesellschaften sind an der Versicherung der zerstörten Gebäude beteiligt. Die Verluste, die .in Newport auf nicht mehr als 125 Millionen Dollar geschätzt werden, bewertet man hier auf 175 bis 200 Mittionen Dollar. Hervorragende hiesige Bürger hielten eine Beratung ab, in der die Absicht besprochen wurde,. San Francisco als eine der schönsten Städte der Welt neu aus der Asche erstehen zu lassen. Wohlhabende Bewohner San Francisco und andere Personen stellen die notwendigen Geldmittel in Aussicht. Die Arbeiten sollen an der Wasierseite begonnen werden, wo neue Kais und neue Lagerhäuser mit einem Aufwande von 25 Millionen Dollars angelegt werden sollen. Newport, 25. April. Im Weldorf, Astoria-Hotel, hielt der Californische Frauen-Klub eine Versammlung ab, m der beschlossen wurde, Gaben aus dem Auslands für die Geschädigten in San Francisco entgegenzu- nehmen. Erne hierzu gefaßte Resolution besagt, die A b l e h n u n g der Gaben aus Deutschland und dem übrigen Ausland durch den Präsidenten Roosevelt weckte vret Wider spruch im Lande; es sei ein Unrecht und schädlich das Recht zur Beisteuer auf Grund der Nationalität zu versagen; die Annahme fremder Beiträge rechtfertigte sich auch durch die große Zahl der Fremden unter der Bewohnerschaft von San Francisco; schließlich habe man die Amerikaner niemals von der Hilfeleistung bei großen Unglücksfällen in Europa ausgeschloffen. Auf eine telegrahische Anfrage des Herausgebers der New-Portcr ,Staatsztg." an den Präsidenten der Vereinigten Staaten über die Gründe, welche zur Ablehnung der auswärtigen Hilfe für San Francisco geführt haben, ist im Auftrage des Herrn Roosevelts folgende von Unterstaatssekretär Bacon unterzeichnete telegraphische Antwott eingegangen: Die Spenden, welche mit solcher Bereitwilligkeit von der- amerikanischen Bevölkerung beigesteuert wurden, find genügend, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Anerbietungen au3 allen Teilen der Welt überragen derartig die Ansprüche, daß eä, um Zurücksetzungen irgend welcher Art zu vermeiden, unter diesen Umständen am besten ist, keine Hilfe vom Auslande anzunehmeiu Der Präsident möchte dadurch die Bevölkerung Deutschlands wissen lassen, wie hoch er ihr von Herzen kommendes Gefühl zu schätzen wisse, und daß wir für die Brüderlichkeit, wie für alle menschlichen Motive ebenso dankbar find, wie roir es sein würden, wenn es notwendig wäre, ihre hochherzige Hilfe anzunehmen. Washington, 25. April. Roosevelt richtete eine Botschaft an den Kongreß, worin die Bewilligung oaa 300 000 Dollars für die Staatswerft auf Mare Island bei San Francisco empfohlen wird, um für die Arbeitslosen Gelegenheit zur Arbeit zu schaffen. Gleichzeitig wird in der Botschaft die Bewilligung von Mitteln für Neubeschaffung von Armecvorräten für San Francisco nachgefucht. Liverpool, 25. April. In der heutigen Jahresver-^ Platz füllte, lebhaft des Frankfurter Fürs»». 9ß. April, 1.15 Uhr. . 143.00 3% Portugiesen in . 110.25 Prince-Henri-Eiseubahn . 145.00 Börse, 26. April. Anfangskurse. taelt Merritt in 0?969 doppelte Breite per Meter 1,— Mk. per Stück 4,— Mk. Hermann Hermann Bitte achten Sie auf meine Schaufenster Bitte achten Sie auf meine Schaufenster Sommer Blusen 23 50 146.40 per per per per per Meter Meter Meter Meter Meter per per per per per Meter Meter Meter Meter Meter per per per per Meter 1,25 Mk. Meter 1,60 Mk. Meter 2,— Mk. Meter 2,50 Mk. per per per per per Stück Stück Stück Stück Stück Elektriz. Lahmeyer . . Elektriz. Schnckert . . Eschweilcr Bergwerk . per per per per per Stück 2,50 Mk. per Stück 3,— Mk. per Stück 3,75 Mk. per Stück 4,90 Mk. per Stück 6,— Mk. Harpener Bergwerk Laurahütte . . f ombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . Bitte achten Sie auf meine Schaufenster Alpacca, Seide Neuheiten Berliner Handelsges Dnrmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kominandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . Gotthard bahn . . . Lombard Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . waschechte Neuheiten 254.00 131.90 Bitte achten Sie auf meine Schaufenster Pfg. Pfg. Pfg. Pfg- Pfg. . 100.30 . $8.15 . 100.20 . 88 30 . 99.90 Bitte achten Sie auf meine Schaufenster Staub- Mäntel Neuheiten sehr preiswert wasserdicht Bitte achten Sie auf meine Schaufenster Bitte achten Sie auf meine Schaufenster Pfg. Pfg. Pfg. Pfg. Pfg. 4% Oesterr. Goldrente. . 4V5 % Oesterr. Silberrente 4% linear. Goldrente . . 49» Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . Schwarz/weiss tarierte Neuheiten Hermann Katz Hermann Katz Hermann iCata 5,75 Mk. 6,50 Mk. 7,— Mk. 8,— Mk. 9,— Mk. Hermann Katz 55 65 75 85 98 * Kleine Tages'chrvnik. _ Der ehemalige Dolmetscher der westfälischen Retter in Cvurriöres, der Schweizer Hcierli, ist infolge Versagens seines 9lpparates bei den Bergungs-Opera- tioncn im Schacht 4 e r st i ck t. Reichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . . . Oberhessen . Seide und Fantasiestoffen Waschblusen (flmmhmg der London und Lancashire Feuerver- sicherungsgcscllschajt erklärte der Vorsitzende, das Feucr- >versichcrung§geschäft der Welt sei durch die Katastrophe von' iSan Francisco bis in die Grundfesten erschüttert. Das dort hcreingebrochcne Unglück lag außerhalb feder Berechnung der incnschlichcn Vernunft. In der letzten Woche betrug die Reserve der Gesellschaft noch 2157 735 Pfund. Die Hälfte davon sei nun verloren. Trotzdem litte aber das Ansehen der Gesellschaft nicht. Er hoffe, sie werde in Zukunft so gut bestehen wie in der Vergangenheit. Telefonisch® Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurt a. M. _3u, für seine Arbeiten über Leu kvchtose. In der morgigen Sitzung soll die Zuerkennung dcS von der Moskauer Universität ausgesetzten Preises von 5000 Fr. an Dr. Lau ccr on-Paris für seine Arbeiten zur Actiologie der Malaria verkündet werden. begrüßt. Das Kaiserpaar folgte der Stück 1,50 Mk. Stück 2,— Mk. Stück 2,50 Mk. Stück 3,— Mk. 35 40 45 60 65 Kostüm - rocke Neuheiten aussergewöhnlich billig per Stück 2,50 Mk. per Stück 3,— Mk. per Stück 3,80 Mk. per Stück 4,50 Mk. per Stück 5,50 Mk. Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg- Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte...... Nordd. Lloyd . . • ■ Obeischles. Eisen-Industrie Aus StaSt uns Lund. Gießen, den 26. April. ** K' aiserbesuch in Gießen. Von militärischer Seite wird uns mitgetcilt: Herr Oberst von Lin den au M beute morgen nach Beendigung der Beratung über das neue Exerzier-Reglement ans Berlin zurückgekehrt. Zu den heute morgen verbreiteten Gerüchten von der Hierherkwnft S. M. des Kaise rs sei mitgeteilt, daß dem Garnisonkommando hiervon nichts bekannt war. Das Gerücht ist wohl auf eine i r r tü ml i ch e N a chr i ch t aus Friedberg zuriickzufnha'en. Um das Publikum vor wei-- teren Enttäuschungen zu bewahren, sei die Mitteilung cm-- igefügt, daß entweder die Hierherkunft S. Majestät vorher den Militär- bezw. Zivilbehördcn mitgeteilt wird, oder bei unvermuteter Ankunft des Kaisers durch die Alarmierung der Garnison auch die Einwohnerschaft hiervon noch früh tzenug Kenntnis erhält. Es sei ferner noch darauf hinge- wiesen, daß durch die großen Ansammlungen der schaulustigen Menge auf dem Exerzierplatz die militärischen Hebungen nicht trnwesentlich gestört werden. , Der Frauenverein (Hansfranenverein) hält seine Hmiptversammlnng am Samstag, 28. April, nachmittags 6 Uhr, im unteren Saal der Aliceschule ab (nicht Frei- (6ießcncr landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag den 27. April 1906: Vorwiegend trüb, leichte Rcgenfälle. Wieder etwas kühler. Näheres durch die Gießener Weiterkarte. . 185.00 . 187.90 . 160.60 . 215.50 Ausland. London, 25. April. Aus Kairo wird gemeldet, der Sultan sandte auf die Vorstellungen des K'hediven wegen der Tabakfrage eine ungünstige Antwort. T-ie weitere Erörterung der Angelegenheit erfolge nun zwischen der englischen Regierung und der Pforte. " Konstantinopel, 24. April. Nachdem der russische und der englische Botschafter gestcrm als Vertreter der „Puissances mediatrices" bei der Pforte bezüglich des persisch-türkischen Grenz streite s gemeinschaftlich interveniert und sodann mit dem persischen Botschafter konferiert hatten, hat der Jildis einen sofortigen Bericht von der Pforte eingefordert. In einer Konferenz zwischen dem Großwesier, dem Minister des Acußern und dem pers. Botschafter wies der letztere auf die Folgen hin, die daraus Entstehen würden, wenn die Pforte nicht nachgäbe, und imachte zwei Vorschläge, deren Ausführung er jedoch davon abhängig machte, daß die türkischen Truppen vorher Passevah räumen. Der erste Vorschlag geht dahin, die Differenzen durch türkische und persische Delegierte prüfen zu lassen, und diejenigen Punkte, über die eine Einigung unmöglich ist, dem Schiedssprüche der „Puissances mediatrices" zu unterbreiten. Nach dem zlveiten Vorschlag sollen alle Grenzstreitigkeiten sofort diesem Schiedssprüche unterworfen werden. Auf das Ersuchen des Botschafters sind beide Vorschläge dem Sultan unterbreitet worden. Be- vrerkcnswert ist, daß der Botschafter zum erstcnmalc auf eine el^entuellc kriegerische Austragung hingewiesen hat. W arschau, 25. ?lpril. Die Wahlen haben begonnen. Die Stadt ist belebt, aber ruhig. Die Stimmung ist ernst. Die Wahlagitation ist fieberhaft. Hunderte von Prokla- rmationen werden verteilt. Wagenaufzüge mit Reklame- fchildern werden in S.zenc gesetzt. Das Volk fühlt den historischen Moment. Die Sozialisten stellten den Kampf tzegen die Wahlbeteiligung ein. Die Nationalparteien veranstalteten eine Kirchenfeier. Der „Kuryer Warszamski" veröffentlicht in Extraausgaben die laufenden Wahlziffern. f£er Sieg der Kandidaten der Nationalen ist wahrscheinlich. Berliner Can ad a E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: träge. 100.55 101.10 96.40 105.75 68.75 69.80 91.60 94 75 92.70 145.40 54.20 92 20 68.50 98.00 132.90 266 50 22930 163 50 219 75 250.00 135.20 132.50 170.20 144.00 239.00 ICunft mifc Wissenschaft. Lissabon, 25. Avril. Der internati vnalc in e d i z. Kongreß erkannte den vom Pariser Kongreß ausgesetzten Preis von .3000 Mark dem Geb. Med.-Rat Prof. Ehrlich- . 144.00 . 238.70 . 89.00 . 160.50 414% russ.Staatsanl. 1905 4Js°'o japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose ... . . 4% Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . . 4%°/o Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W . . . Tendenz: schwächer. Hermann Kat Kaiserliches Aussichtsamt für Privatvcrficherung. Nach § 81 des Gesetzes über die privaleu Versicherungsuntcrnehinunqcn trägt die Kosten des Amtes itnb des Verfahrens vor dem Amt das Reich, es werden aber von den seiner Aussicht unterstellten Unter- nelnnungen alljährlich Gebühren erhoben, die annähernd.die Hälfte dieser Kosten ausmachen sollen, jedoch mit der Massgabe, daß nicht mehr als eins vom Tausend der im Deutschen Reich vereinnahmten Prämien erhoben werden darf. Die Gesamtsumme der zu erhebenden G bühren, die jährlich durch den Bundesrat bestimmt wird, ist für das Jahr 1905 aus Mark 197 400 festgesetzt. Diese Mark 197 400 werden aus rund 1000 Versicherungsunternehmungen verteilt und zwar im Verhältnis ihrer gesamten deutschen Prämien- Einnahmen abzüglich der an die Versicherten .mrückgewährten Gewinnanteile. Diese gebührenoflichtige Prämieneinnahme beträgt inl ganzen Mark 662 545 035. Davon entfällt mehr als der zehnte Teil, nämlich Mark 71 584 822 aus die Victoria allein ; die nächst* größte Gesellschaft zahlt noch nicht die Hälfte. Bei diesem so hervorragend großen Anteil der Victoria am gesamten deutschen Ver- sicherungsbestand ist es kein Wunder, daß man aus Schritt und Tritt der Victoria begegnet. Sie 1 at zur Zeit weit über drei Millionen Polizen in Kraft. cM/4 GrSgrual-Drahtmeldriiigen. H 0 mburg, 26. April. Am gestrigen Souper im Wiesbadener Theater nahmen außer dem Prinzenvaar Friedrich Karl von Hessen auch her, Großherzog von Mecklenburg-Strelitz teil. Um 1 Uhr nachts erfolgte die Wiederankuust der Majestäten hier. Heute vormittag unternahmen beide Majestäten eine Spazierfahrt im Automobil und hörten dann einen Vortrag des Landrats a. D. Ebbinghaus und des Professors Ezerny aus Heidelberg, die über das dortige Institut zur Erforschung der Krebskrankheiten Bericht erstatteten. London, 25. April. Ein in Irland gchrnisonierendes Regiment erhielt Befehl, im Mai nach Egnvten zu geben. Wie die „Tribuna* berichtet, erhielt die 1. Division des Aldershot- Armeekorvs Auftrag, sich zur Mobilisierung bereitzuhalten. Petersburg, 25. April. (Petersb. Telegr.-Ag.) Die Deputationen des Hilfskomitees der Arbeitslosen und! die Arbeitslosen selbst, deren Zahl nach ihrer eigenen Schätzung fast 20 000 beträgt, forderten die Petersburger Stadtverwaltung auf, ihnen Arbeitsgelegenheit zu vev- schaffen. Es wurde ihnen Beib-ilse versprochen und, obwohl für das laufende Jahr keine städtischen Arbeiten vorgesehen sind, werden die lvirklichen arbeitswilligen Arbeiter, deren Zahl sehr übertrieben w'^d, volle Beschäftigung erhalten. In den Arbeitervierteln herrscht vollständige Ruhe. Die Stadtverwaltung hat 2—3 Millionen Rubel bewilligt, wovon 500 000 Rubel den Arbeiterorganisationen überwiesen werden sollen. Es soll eine Kommission unter Mitwirkung der Arbeitslosen und verschiedener öffentlicher Organisationen eingesetzt werden. Kairo, 25. April. (Ageuce Hapas.l Die Lage ist wegen der Akabairage sehr gespannt. Die Regierung scheint zu Repressalien entschlossen. Auch in der Provinz wacht sich eine gewisse Beunruhigung bemerkbar. M e l b 0 urn e, 26. April. Der hiesigen Universität, die ihr 50jähriges Bestehen feiert, ging folgendes Telegramm zu: Die UniversitätBerlin sendet der Melbourner Schwester wärmsten Glückwunsch. Rektor Diels. San Francisco, 25. April. Heute nachmittag 3 Uhr 15 Min. wurde hier wieder ein Erdbeben st oh verspürt, der nahezu eine Minute dauerte und eine beträchtliche Unruhe hervor- ries. Die Mauern vieler, vonr Feuer zum Teil zerstörter Häuser stürzten ein und schwächere, noch unversehrte Gebäude wurden erschüttert. Der Stoß wurde auch in Oakland und Berleloy verspürt. 3^°/0 3% W!n 3% 3^% ■Wn Satins mit Seidenglanz waschechte Neuheiten Derrtsches Resch. Berlin, 25. April. Kaiser Wilhelm ließ dem Ausschüsse für das König-Albert-Denkmal in Dresden auf die Anzeige von der Enthüllung des Denkmals folgende Drahtantwort zugehen: „Ich habe mich über die Meldung von der Enthüllung des dortigen Denkmals weiland S. M. des hochseligen Königs Albert von Sachsen, meines von mir so hoch verehrten väterlichen Freundes, sehr ge'reut und spreche allen, welche sich um das Zuslandekommen des pietätvollen Werkes verdient gemacht haben, meinen Dank und Glückwunsch aus. — Im Reichstage brachte Storz (deutsche Volkspartei) mit Unterstützung der Reichspartei, der Nationalliberalen, der Konservativen und der freisinnigen Vereinigung zur dritten Lesung des Etats für Neu-Guinea den Antrag ein, die in der zweiten Lesung am 26. März abgelchnte Forderung von 10000 Mk. zur Untcrstützung weißer Farmer, die von Queensland nach dem Hochlande von Neu-Guinea übergesiedelt sind, bezw. übersiedeln wollen, wieder herzustellen. — Die Stadt Hagen i. Wests, lehnte gestern abend den Beitritt zum deutschen Flottenverein mit großer Majorität ab, da der Verein politische Zwecke verfolge. . . 219.50 , . 249.10 . . 23.50 . . 135.20 . . 145.70 Vorstellung mit der größten Aufmerksamkeit und der Kaiser gab selbst nach den Aktschlüssen das Zeichen zu lebhaftem Beifall. Außer den genannten Fürstlichkeiten wohnte der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz in der Intendanten- logc der Vorstellung bei. In der großen Pause wurde dann im Thcaterfoper das Souper eingenommen. Das Kaiscrpaar wohnte der Vorstellung bis zum Schluffe bei. Um 11 Uhr 15 Min. fuhren der Kaiser und die Kaiserin im Automobil nach Homburg zurück. Das Gefolge folgte in drei weiteren Automobilen. tag, 27. April, wie ursprünglich vorgesehen war). Die Verhandlungen werden den Mitgliedern und allen denen, die der Fraucnfragc Interesse entgegen bringen (selbstverst. auch Herren), in erster Linie ein Bild des bis jetzt in unserer Stadt auf diesem Gebiet Erreichten fallg. Stellenvermittlung für Hausbeamtinnen, kaufm. Angestellte und Dienstboten, für- letztere unentgeltlich, kaufm. Verein für weibliche Angestellte) bieten. Des ferneren werden die für die nächste Zeit geplanten Einrichtungen besprochen werden, zunächst die Errichtung einer Handelsschule, die für anfangs Mai zu erwarten ist, und die Einrichtung einer unentgeltlichen Rechtsschutz- und Auskunftsstclle, deren Jnslebentreten für Oktober vorgesehen ist. Es werden mehrere Damen aus Nachbar- städtcn, die auf diesem Gebiet schon längere Zeit praktisch tätig sind, anwesend sein, weshalb auf einen guten Besuch der Versammlung gehofft wird. •• Das botanische Institut, welches sich bisher mit dem phgsioligischen Institut zusammen im Gebäude in der Senckenbergstraße befand, ist in das alte Bibliotheksgcbäude am Brandplatz verlegt worden. Der Eingang zum Hörsaal, der im Erdgeschoß liegt, befindet sich an der Rückseite des Gebäudes im botanischen Garten. Die Unterrichtsräumc, Mikroskopiersäle, Laboratorien, Bibliothek liegen im ersten Stock, der dritte Stock enthält das Herbarium. Die botanischen Vorlesungen beginnen am 1. Mai. Außer dem botanischen Institut sind in dem großen Gebäude noch das geographische und das geodätische Institut untergebracht worden. w Homburg v. d. H., 25. April. Der Kaiser hörte den Vortrag des Staatssekretärs des Auswärtigen von Tschirschky. Um 5 Uhr 15 Min. nachmittags begaben sich der Kaiser und die Kaiserin mit den Damen und Herren der Umgebung in Automobilen nach Wiesbaden. Sie trafen nm 7 Uhr dort ein und begaben sich sofort inS Königl. Theater, um dem Festspiel des Moskauer Künstler-Theaters beizuwohnen. Nach Schluß der Vorstellung (um 1/212 Uhr nachts) fuhr das Kaiserpaar nach Homburg zurück. Wiesbaden, 25. April. Der Kaiser traf um 7 Uhr abends mittelst Automobil hier ein und begab sich in das Theater, um der Vorstellung der russischen Künstlertruppe beizuwohnen. Der Kaiser und die Kaiserin sowie Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen wurden von dem Publikum, das das Haus bis auf den letzten Israelitische Neligionsgemeittde. Holtesdieni in der Svnaqsg«> (Südantage). Samstag, den 28. ?lvril 1906: Vorabend 7.15 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 8.25 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. AotfcsbienIT. Sabbathfeier am 28. April 1906: Freitag abend 7.10. Samstag vormittags 8.00, nachmittags 4.00 Uhr. Sabbathausgang 8.30 Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 8.30 Uhr. Märkte. kc. Franksurt a. 9)L, 26. April. (Tetegr. Orig.-Bericht des „Gieß. ?lnz.".) AnUliche Notierungen der heutigen V i e b m a r k 1-- preise. Zum Verkaufe standen: 28 Ochsen, 00 aus Oesterreich 3 Bullen, 0 aus Oesterreich, 76 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 oit§ Oester., 583 Kälber, 58 Schafe und Hämmel, 7 Ziegen, 50 Ziegenlämmer, 2 Schastännner. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 75—77 Mk., 2. Qualität 65—67 Mk., 3. Qualität 00—00 Mk.: Bullen 1. Qual. 68—70, 2. Qual. 00—00: Kühe 1. Qualität 73-75 Mk., 2. Qual. 68—70 Mk., 3. Qual. 48—50 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 90—95 Pfg., Lebendgewicht 54—56 Pfg., 2. Qualität 90—95 Pfg., Lebendgewicht 54 — 56 Pfg., Schlachtgew. 72—76 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 78—80 Pfg., 2. Quäl. 70—72 Pfg. 6;eschä'st: bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand bedelüend, bei Kleinvieh gut, kein Heberstand. T ödes-Anzeige 2702 Else Mühlberger geb. Barthel. Grtinberger Strasse 36. Gießen, Ostanlage 36, den 26. April 1906. 2700 2699 IB-i K 16 06 IB-'V. K 18/06 Saasen, den 26. April 1906. 2690 Die Beerdigung findet Freitag mittag 4x/9 Uhr statt. B2i/< bis 12 Uhr. v24/. _ am besten Gestern früh 1/210 Uhr verschied sanft im Herrn unsere liebe Frau und Mutter Die Beerdigung findet Samstag, den 28. April, um 3 Uhr von der Kapelle des alten Friedhofs aus statt. Zeit an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 24. April 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbet. Heute früh nach 1 Uhr verschied sanft nach langem, schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Grossmutter und Schwiegermutter Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 26. April 1906. Gießener Frauenverein Stellenvermittlung, Dienstboten- und Haushaltschule, Kaufmännischer Verein für werbliche Angestellte, Rechtsschutzstelle. Allee-Schule. Cs können noch Schülerinnen in allen Klassen ausgenommen werden. Weißnähen und Sticken auch Nachmittags. Anmeldungen im Schullokale von 10 Donnerstag, den 31. Mar 1906, uachm. 3 Uhr wird auf hiesigem Ortsgericht die vor dein Namen der Heinr. Wölsing Ehefrau geb. Mildner stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 5/140,4 — 473 qm Hoiraitc auf der Weißerde, auf den obersten Riegelpsad öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, 26. April 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Haupt-Versammlnng Samstag, den 28. April, abends 6 Uhr (nicht wie bekannt gegeben am Freitag, dem 27. April) im unterer: Saal der Alreeschule. 2611 Tagesordnung: Jahresbericht. Alle Mitglieder werden hierdurch eingeladen. Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheidcn unserer lieben Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Emilie Henner sagen hiermit innigsten Dank Arbeitsvergebung. Die für die Unterhaltung der Gebäude der höheren und erweiterten Mädchenschule erforderlichen Schreiner- und Zimmerarbeiten sollen Dienstag, den 1. Mai d. Js., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. ArbcitSveschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Lordruck, der.daselbst erhältlich, sind bis zur genannten Fm Elisabeth Lchepp geb. Keil nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden. Die tiestrauerudeu Hinterbliebenen. Familie Hch. Schepp V. Donnerstag, den 31. Mai 1906, nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgerlcht die vor den: Namen des Ludwig Wagner und Eheirau geb. Heim stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 1/1012,8 — 1221 qm Hofiaite in der Mühlgasse öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 26. April 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Versteigerung. Freitag, den 2<. April l. 30., nachmittags 3 Uhr sollen im städtischen Pfandlokale (Seltersweg 11 dahier) die wegen rückst, elekir. Stromgeld, Holzgeld, Pachtgeld, Grasgeld, sowie Gas- u. Wässergeld gepfändeten Gegenstände: Möbel aller Art, Z P'erde rmd inehrere Wagen versteigert werden. 12553 G e m m e ck e r. Vwndnten sagen wir herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Emil SchmaiL Frau Eva Elisabethe Barthel geb. Rückert In tiefer Trauer: Willi. Barthel Giessen, 26. April 1906. Willy Barthel üyssbßdenfarbe j über Nacht trocknend, Lacke, Pinsel, sowie sämtliche übrigen erforderlichen Bedarfsartikel zum Anstrcichen kaufen Sie besonders vorteilhaft in der Germania-Drogerie 2555 (Jarl Seibel Frankfurtcrslraße 39. Telephon 593 NB. Farbcugefätzc gratis! Für die vielen Betoeise freundlicher Teilnahme bet dem Ableben und bei der Beerdigung unseres lieben Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Herrn Joh. Carl Sarnes Bilanz am 31. Dezember 1905. Lpar- unö LoM-Vmiii Beuern 11. (Eingetr. Genossenschaft mit unbcschr. Haftpflicht) zu Beuern. Aktiva H Ausgeliehene Kapitalien gegen Obligationen . 246 592.86 gegen Bürgschaft . . 67 640.15 gegenGutskausgelder. 91 149.30 Wertpapiere nach dem Kurs v.31.Dezbr. 1905 10 277.57 Kassenvorrat . . . 9691.91 Ausstände .... 14485.02 Mobilien nach 5% Abschrecken .... 57.31 Summa 439 894.12 Passiva JK, H Aufgenommene Kapitalien . . . 412 479.25 Bankkonto .... 7760.65 Siammguthaben der Mitglieder. . 9442.25 Reservefonds . . . 565.— Betriebs-Rücklage. . 3157.84 Reingewinn .... 6489.13 Summa 439 894.12 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1904 90 Während 1905 gingen ab . ... 10 d ii „ zu .... . - 1 Daher Stand der Mitglieder Ende 1905 . 81 Die Rechnung liegt acht Tage lang zur Einsicht für die Beteiligten bei dem Rechner offen. Der Borstand. Will;. Otto II, Johannes Stroh, Hch. Ad. Lindenstruth III, Direktor. Kontrolleur. Rechner. Einladung zur General - Versammlung auf Dienstag, den 8. Mai 1906, mittags 1 Uhr in der Wohnung des Rechners. Tagesordnung: 1. Vorlage des Reoisiionsbericht aus 1905. 2. Abhör der Rechnung pr. 1905. 3. Beschlußfassung über Verwendung des Reingewinns. 4. Ergänzungswahlen und Verschiedenes. Für den Aufsichtsrat. Philipp Funk II. [2689 Möbel^rsteigrerung1. Samstag, den 28. d. MtS., nachmittags 2 Uhr werden m dem Hause Asterweg 4=8, Ecke Steinstraße, wegzugshalber folgende Möbel versteigert: Mehrere Betten, Klerderschrank, 2 Sophas, Bücherschrank, Etagörc, Tische, Stühle, Bücherregale, Spiegel, Bilder, Teppiche Waschschrank mit Marmorplatte und Spiegelausiag, Vorhänge und Portiere, Mchenschrant, Haus- und Llüchcngeräte u. s. w. Tie Sachen sind gut erhalten und können vormittags von 10 bis 12 Uhr angesehen werden. Die Bersteigeruug findet bestimmt statt. 2684 2688 Giessen, Ostern 1906. s MM Meine Verlobung mit Fräulein II ar gare te Holste, Tochter des verstorbenen Kaufmanns Herrn Wilhelm Holste und seiner Frau Gemahlin Laura geb. Hiess, beehre ich mich ergebenst anznzeigen. Dr. Hermann Grassmann ausserordentlicher Professor der Mathematik. b Die Verlobung ihrer Tochter Margarete mit dem ausserordentlichen Professor der Mathematik an der Universität Giessen, Herrn Dr. Hermann Grassmann, beehrt sich ergebenst anzuzeigen Frau Laura Holste Stettin, Ostern 1906. geb. Hiess. Bräzay Franzbranntwein ist ein seit vierzig Jahren bewährtes, unentbehrliches Hausmittel, namentlich bei Einreibungen, Massage, Umschläge, alsVorbcugungsmittel gegen Migräne, Influenza, Gicht u.Kheuma zur Stärkung der Augen, zur Ausspülung des Halses und Kehle, gegen Erkältungen, bestbewährtes Haarpflegemittel etc. Zu haben in der Pelikan - Apotheke, Drogerie Carl Wallenfels, Drogerie Carl Seibel etc. ss,6/a Eine große Partie 2687 Mormal-Hemden gebe ich, trotz des enormen Aufschlages von Wolle und Baumwolle zu ganz aussergewöhnlich billigen Preisen ab. Robert Stuhl. Heustadt 23. aA //Jeozste ■B#/ ErF'udtroq Firma o.Globu^*n Y PUTZ- EXTRACT. BeshsPrtiEib/ l Hfinh ;/ i fehlte .ZSfo l Ä- DikNdz-v KM L-h Z fix» “" tu zieren ’ j einen W W Ne Babe, Otttim sich M «« das -ltü«'M« 1, Aprll ly00 Kriegen tellgen ausgeschwsten lausigen Koun, einschlleßUch geschlosjen Der zweü der Dienstjatz sion lö Seä^ wuchs jährlich Jahren L Se gewährt werd Deutung, als bisher erst m nchion hat die Praxis wenig Reguuentskoull Dienstjahre nm Ansatz würde t strengste Diskretion. [268: Pack-Heu [02956 kaufen Benner & Krumm 2609[ Ludwigsplatz 14. früher zu vermieten. [2126 2657 s Ost-Anlage 9. Linde». 2201 M'seinGMW Geschäfts- oder Privathaus, Lilla, Hotel, Rcstaurant, Nitterg., Land- wirtsch.,Mühle,Ziegelei,Baupl.rc.bald. Borteii^it Dcrfaufen will, wer Hypoil,. ober Teilt), sucht, sende Adr. sofort a. d. Expedition dieses Blattes unter G. R. 30. Generalvertr. in nächsten Tagen anwesend. Besuch kostenlos. K. Agent, mit Bad, I. Etage, zu vermieten Für Spejmi^'nMtr | Gebr^ gut erhalt. Mcßapparatc billig abzugeben. Bahnhosstr. 51. 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Wahl der Revisoren zur Prüfung der laufenden Jahrcs- rechnung, des Aufnahme- und Schul-Ausschusses. 3. Beratung und Feststellung des Voranschlags 1906/07. 4. Etwaige Anträge gemäß § 51 der Satzungen. vi8/4 Der Vorstand. Whm FellervttslchttüiißSUiik aus ^ociijtitigfeit. Im Jahre 1821 errichtet. Nachdem der bisherige Vertreter obiger Anstalt, Herr Heinrich Hochreuther, verstorben ist, ist an dessen Stelle Herr Wilh. Jullmauu in Gießen zum Agenten für Gießen und Umgegend ernannt worden, was wir hierdurch zur öffentlichen Kenntnis bringen. Frankfurt a. M., im 2(pril 1906. Die Generalagcutur. Bezugnehmend aus vorstehende Bekanntmachung, halte ich mich den im hiesigen Agenturbezirk wohnenden Teilnehmern der Gothaer Keuerversicherungsbank auf Gegeufcitigkeit zur Vermittelung chrer Versicherungsangelegenheiten hierdurch empfohlen und labe zu weiterer Beteiligung an dieser Anstalt ein, indem ich mich zugleich zu jeder wünschenswerten Auskunft über dieselbe bereit erkläre. Gießen, im April 1906. D e/4 W. Jullmaurr, Bahnhofstraße 59. Oeermg - Orasmiher die besten der Welt! Grösstes Lager in Deerings Mähmaschinen coufiaotes gute Bedienung. C’; Die Slascliinen werden durch geübte Monteure vorgeführt. AJ. Tröster, Butzbach Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen. Fuhren jeder Alt prompt und billig. vtuhereS b41 __Vüreau Emil Horst. Akgliiite Soloii^ßriniiii' wegen Platzmangel billig zu verk. 02865[ Easö Leib, Walllorstr. UelSieg13 8®acM trocknen die F-ußbodenfarL-cu vou ^ dolf Kieler, Drogerie, Marttstraße S. [1845 Jung. Teckelpaar, ca. 12 Woch. alt, auch einzeln, zu verkaufen; ebenso Mutter hiervon, ca. 3Jahre alt, rafsenreui mit prima Stammbaum. Plockstraße 16, III. [02931 Ein H Meisterschuss 2258 äuser, Eisenhaudlumr Telephon Neustadt 56. 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