y 1 I 156. Jahrgang Erstes Blatt General-Anzeiger Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Nr. 298 Eriche»»« tlflttJ> außer Sonntag-. Tem Siebener Anzeiger werden im Wecklel mit dem kessischen Canöwlrt die Htetzener Kamillen» blätter viermal tn bet Woche beiqeleflt NolanonSdruck u. Verlag bet Brüh l sichen Untoerl.-Buch-u. Stein- bruderet. 9t. Lang«. Rebafnon. (trpebuixm und Truderei: Echnlstrabe 7. Redaltion 118 Verlag u.Exved. fc^äjbl Adresse für Deoeschen: Anzeiger Stehen. jäbrhd) 9)IL 2.20; durch Abbole- u. Zweigstellen monatlich 65 "BL; durch die Post Mt.2.— viertel- jübrL atisschl. BeNeilg. Annahme von Nnjetge» für die Ifiqeeuuimiiei bis oonttttlags 10 Uhr, ßcilenrtei«. lokal 12 1)1^ auswärts 20 P'g. Verantiv örtlich »üf den poltL und allgem. teil: P- ffltttfo: Hit .Stadt und tfanb' und .cherichtsfaal'. Ernst Heß, uii den Anzeigenteil: van - 8e £, Mittwoch 19. Dezember 6906 _ VeLNgdpreiS' monatlich <5V1., viertel- Die yeutige Kummer umfaßt IG Seiten. Aor ben AeichstagswaStett. Gießen, 19. Dez. Der Gießener nationalliberale Verein hat in seiner gestrigen Generalversammlung beschlossen, den seitherigen NeichStagSabgeordneten Kommerzienrat Heyligenstaedt wieder in Vorschlag zu bringen, sowie mit den übrigen 'n Betracht kommenden Parteien, insbesondere der fr eis. Partei, wegen eines gemeinsamen Vorgehens in Verhandlungen zu treten. Am nächsten Sonntag findet nachmittags 8 V, Uhr hier im Lass Ebel eine VertrauenS- männer-Versammlung statt, in der über die Aufstellung deS Reichstagskandidaten endgültig beschlosien werden wird- Wie unS ferner mitgeteilt wird, besteht bei der freisinnigen Partei die prinzipielle Geneigtheit, wiederum mit den Nationalliberalen gemeinsam vorzugehen, eine definitive Entscheidung konnte mit Rücksicht auf die gegenwärtig in Darmstadt stattfindenden Verhandlungen der beiderseitiaen LandeSauSschüfie über die Bedingungen deS gemeinsamen Vorgehens der liberalen Parteien in ganz Hessen noch nicht getroffen werden. WaS diese Darmstädter Verhandlungen betrifft, so wird unS von dort geschrieben, daß zwischen den Führern der nationalltberalen und der freisinnigen Partei Besprechungen stattgefunden haben, die eine vorläufige Einigung dahingehend erzielten, daß in der Hauptwahl jede Partei selbständig vorgeht, daß aber die unterliegende Partei bei einer Stichwahl für diejenige Partei eintritt, welche die meisten Stimmen erzielte. Eine solche Art der , (Einigung' hätte u. E. nickt den geringsten Zweck und führte nur die gegnerischen Parteien zu leichteren Siegen. Don anderer Seite kommt heute aus Darmstadt andere Kunde. Wie danach verlautet, wallen die Nationallib. unter Umständen auf eine KandidaturStein in Darmstadt verzichten und den Regierungsrat Noack in Vorschlag bringen. Tie Freisinnigen Darmstadts sollen darüber nicht sonderlich erbaut sein, wir aber halten diese Kandidatur für außerordentlich geschickt und aussichtsreich und hoffen noch auf beiderseitigen guten Willen. Die unwahrscheinliche Meldung, wonach die Wormser Freisinnigen beschlosien hätten, in der ReichstagS-Hauptwahl sür den Frhrn. £>et)I zu Herrnsheim einzutreten, ist aus der Luft gegriffen. Wie die »Wormser Volksztg." meldet, werden die vereinigten Liberalen inWormS unter keinen Umständen einem Nationalliberalen von der Richtung Heyls ihre Unterstützung leihen, sondern jedenfalls einen eigenen Kandidaten aufstellen. Im Wahlkreise Bingen-Alzey bat die Zentrumspartei mit ihrer Tätigkeit für die Reichstagswahl bereits begonnen. Als Kandidat wird wieder Landtagsabgeordneter v. Brentano-Offenbach ufgcstellt werden. Ter Kandidat der freisinnigen Volkspartei ist der bisherige VertreterdeS Wahlkreises, Fabrikant R. Schmidt-Elberfeld. In einer Besprechung der Vertrauensmänner auS dem Wahlkreis BenSheim-Erbach-Lindenfels hat sich der bisherige ReichStagsabg. Geh. RegierungSrat Ha aS doch wieder bereit erklärt, die Kandidatur anzunehinen. Im Wahlkreise Siegen-Wittgenstein-Biedenkopf stellt die christlich-soziale Partei den bisherigen Abg. D. Stöcker wieder auf. Im Wahlkreis Wetzlar wurde der seitherige nat.-lib. Abg. Bürgermeister Krämer in Kirchen wieder ausgestellt. Die christlich-soziale Partei hat für den b. Nasi. Wahlkreis (Herborn-Dillenburg) den seitherigen Abgeordneten Dr. Burckharbt -Godesberg wieder aufgestellt. In Höchst- Usingen kandidiert der bisherige Zentrumsabgeordnete Jtschert nicht wieder, da ihn die Nationalliberalen, mit deren Hilfe er 1903 iu der Stichwahl gegen den Sozialdemokraten siegte, nicht mehr unterstützen. In Frankfurt beabsichtigen die Sozialdemokraten, wieder den bisherigen Reichstagsabg. Wilhelm Schmidt als Kandidaten aufzustellen. Der bisherige Abg. Hoffmeister voll der freis. Vereinigung hat zu Gunsten des Pfarrers D. Nau- mann auf eine Mederwahl im Wahlkreise Glogau verzichtet. Der Kreis war relativ sicherer Besitz der Freisinnigen. Graf Pückler-Klein-Tschirne hat sich als ReichS- tagskandidat für den 2. Berliner Wahlkreis aufstellen lassen. Er will in den nächsten Wochen mehrere Mählervermmmlungen abhalten. Das kann recht hübsch werden. Fast möchte man wünschen, Pückler, diese seltsame Sorte von Graf, zöge in bas neue Reichsparlament ein. Für eine Fülle heilerer Momente wäre dann gesorgt and die Glocke des Präsidenten hätte die umfassendste Beschäftigung. In Merzig-Saarlouis wurde wiederum Roeren als Kandidat des Zentrums aufgestellt. Er hat die K'andi- .datur angenommen. In Göttingen stellte die Welftnpartei Götz von Olenhusen auf, den die Zentrumswähler unterstützen werden. Im Wahlkreise Danzig-Land gehen, wie uns gemeldet wird, Konservative, Nationalliberale und Bund der Landwirte zusammen. In der Reick)4tagswahlbewegung der Provinz Westpreußen wird es in verschiedenen fireifen wesentlich ankommen auf die Haltung der deutschen katholischen Kreise. Zu kämpfen ist in Mestpreußen gegen drei Fronten: Zentrum, Sozialdemokraten und Polen. Die Stimmen der letztgenannten beiden Parteien dürften durch die jetzt zahlreichen Sachsengänger um Tausende verstärkt werden. Aus Nürnberg kommt die Meldung einer an geb ahn ton Verständigung mit dem Zweck, in allen vom Zentrum oder der Sozialdemokratie bedrängten Wahlkreisen einen einzigen liberalen Kandidaten aufzustellen, und zwar sollen diese Abmachungen für das ganze de utsche Reich mit geringen Ausnahmen Gültigkeit haben. Aus Karlsruhe wird berichtet, daß die badischen Liberalen gleichfalls einen neuen Block für die NeichstagSwahlen ins Leben rufen wollen, und anderwärts zeigen sich solche Bestrebungen gleichfalls. Nun muß man sagen, daß der EinigungSgedanke zu einem bestimmten Zweck niemals so viel Aussicht auf den gehofften Erfolg gewährte, wie jetzt. ES kann nicht geleugnet werden, daß die Gesamtheit der liberalen Parteien Erfolge mit diesem Einheitsprinzip erzielen können und auch erzielen werden, wenn die Geschichte nicht wieder in die Brüche geht. Man kann sich freilich schwer denken, wie ein Heyl zu Herrnsheim etwa mit einem Gothein aus einer Bank sitzen könnte, und die wirtschaftspolitischen Differenzen zwischen den einzelnen Schattierungen deS Liberalismus werden sich nie auS der Welt schaffen lasien, weil der Liberalismus schon seinem Wesen und seiner Zusammensetzung nach eben keine so stramme Parteidisziplin zu halten imstande ist, wie Sozialdemokratie oder Zentrum, daS gewiß in wirtschaftspolitischer Beziehung sehr viele Differenzen in sich birgt, ohne sie zum Ausdruck zu bringen. Aber eS handelt sich für die liberalen Parteien auch gar nicht um den Ausgleich dieserMeinungSverschiedenheiten, sondern darum, bei den kommenden Wahlen gut abzuschneiden, und darum gebietet eS die Vernunft, der nackte Nützlichkeitsstandpunkt, alles, was die einzelnen Schattierungen von einander trennt, auf die Seite zu stellen, und sich über die Wahlhilfe zu einigen, ohne die der Gesamtliberalismus auch diesmal wieder platt an die Wand gedrückt würde. So hat die EinigungSparole jetzt den besten Boden — ivaS nach den Wahlen geschehen wird, und rote die einzelnen liberalen Schattierungen sich zueinander in roirtschafts- und sozialpolitischen Fragen stellen wollen, daS ist ein Ding für sich, daS man am besten jetzt ganz unerörtert läßt. Man braucht auch gar nicht eines Sinnes und einer Richtung nach der Wahl zu jein, wenn es schon so viel Köpfe, so viel Sinne geben muß, wenn nur in nationalen Fragen eine Einigkeit nach außen hin wenigstens besteht. Und das scheint der Fall zu sein, nachdem die Freisinnige Volkspartei, die sonst der deutschen Kolonialpolitik schroff gegenübecstand, für die Bewilligung deS Nachtragsetats eintrat. Die nationalen Gesichtspunkte sind unter den gegenwärtigen Verhält- nisien die Hauptsache, und die sind glücklicherweise für alle fortschrittlichen Parteien so ziemlich die gleichen. So möge man also Herangehen an daS EiniqungSwerk — es verspricht Erfolg! Jetzt mehr denn je. Aber man wird sich vor verschiedenen Dingen zu hüten haben. Einmal vor dem Bombast in allen Wahlaufrufen. DaS Volk ist heute für die großen Worte nicht mehr so empfänglich wie einst, wenn diese Worte eben nur Worte sind. Da ist der Aufruf der Zentcumspartei geradezu mustergültig abgefaßt. Diplomaten haben zusammengeholfen, aber alle Schönrederei hat man verpönt, und darum liest sich das Schriftstück außerordentlich gut. Wer gar zu viel schlimme Dinge von einer politischen Partei behauptet, der läuft Gefahr, daß man ihm nicht recht glaubt. Der Wahlkampf wird heftig genug werden. „Aus Süddeutschland" erhält das „Berl. Tgbl." eine Zuschrist, die nicht ohne Widerspruch gelassen werden darf, weil sie das Verhältnis des Liberalismus zur Sozialdemokratie durchaus einseitig beurteilt. Die Zuschrift stellt näml'ch dem l'deralen Block zunächst die Aufgabe, den Wahlkampf für sich selbst, gegen lints nue a-gen rechts, zu führen. „In allen Fällen aber, wo er in der Minderheit ist", — heißt es weiter, „und er selbst keine Aussichten hat, sollte bei der Wahl zwischen Schwarzen, Junkern und anderen Agrariern einer- und Sozialdemo, kcaten andererseits die Entscheidung angesichts der künftigen Aufgabe des Liberalismus. . wahrlich nicht schwer werden." — Erläuternd folgt hierauf der Hinweis auf das Zusammengehen der württeinbergischen Dolkspartei mit der Sozialdemokratie bei den Landtagsstichwahlen re. Wie wenig eine Nachahmung dieses Vorganges dcm Liberalismus nützen würde, stellt die „Freis. Ztg." mit den Worten fest: „Jeder Wahlerfolg der Sozialdemokratie bedeutet zugleich eine Stä rkung des Einflusses der Zentrumspartei im Reich st a g." — Dies darf der Liberalismus nicht vergessen! Ans Skaöt und Land. Gießen, den 19. Dezember 1906. ** Die Beis etzung des Geheimrat Prof. Dr. Albrecht Thaer, der von 1871 bis 1901, also dreißig Jahre lang an unserer Landesuniversität als ord. Professor für Landwirtschaft und als erster Direktor des von ihm neu begründeten Landwirtschaftlichen Instituts tätig gewesen war, fand am Montag nachmittag 3vs Uhr auf dem alten Friedhöfe statt. Der Raum der alten, stimmungsvollen Friedhofskapelle war durch eine sehr zahlreich erschienene Trauerversammlung bis auf den letzten Platz gefüllt; an der Spitze des Lehrkörpers der Ludoviciana waren Se. Magnifizenz der Rektor Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Bostroem und der Prorektor Geh. Hosrat Prof. Dr. Ve- haghel erschienen; auf den Emporen hatten die vollzählig erschienenen studierenden Landwirte als Vertreter der Stu-, dentenschaft Aufstellung genommen. Zahlreiche Kränze bedeckten den schlichten Sarg. Pfarrer D. Schlosser hielt als der langjährige Freund und Seelsorger der Familie des Entschlafenen eine warmcmpfundene Trauerrede, der er zwei Textworte zugrunde legte, die der Verstorbene selbst für seine Grabrede vor längererZeit ausgewählt und bestimmt hatte. Er wies darauf hin, wie viele unter den Anwesenden am Abend sagen würden, sie haben einen guten Mann begraben; uns war er mehr. Er wies auf die ernste Richt-, ung hin, die in dem Wesen und Denken deS Verstorbenen ausgeprägt war, und wie er diese mit seltener .Herzensgute und Liebenswürdigkeit zu vereinen gewußt hätte. Er erinnerte daran, wie reich und von Erfolg gekrönt die Lehrtätigkeit des Geheimrat Thaer war, wie er stets durch Schrift und Wort auch außerhalb des Hörsaals für die Förderung seines Faches Sorge getragen habe, wie aber auch nach dem Eintritt in den Ruhestand der lebhafte Geist des Entschlafenen nicht geruht habe, und wie er seine Freunde durch die reichen Schätze jeines Wissens und Herzens auch da noch erfreut habe. Dann nahm der Rektor der Ludoviciana das Wort, um dem Danke herzlichen Ausdruck zu geben, den die Universität dem Heimgegangenen für seine ernste Auffassung des akademischen Lehramtes wie für die schönen Erfolge "seiner Lehrt itigkeit schuldet. Er schilderte b*Le sympathische Persönlichkeit deS Verstorbenen, die ihm neben den reichen Gaben und der Vielseitigkeit seines Geistes die Liebe und das Vertrauen seiner Kollegen in so außergewöhnlichem Maße erworben haben. Er hob hervor, wie rücksichtsvoll der Verstorbene gewesen ist, wie er sogar den Wunsch geäußert habe, daß seine Leichenfeier in der Kapelle und nickt am Grabe gehalten werde, damit niemand dabei einen Schaden an seiner Gesundheit nehme. Als Zeichen der warmen Anerkennung für die hervorragenden Dienste und der Verehrung für die ganze Persönlichkeit deS Entschlafenen legte er im Namen der Universität einen kostbaren Kranz am Sarge nieder. Auch die philosophische Fakultät hatte einen schönen Kranz gespendet, den der Dekan Professor Wünsch mit warm empfundenen Worten des Dankes niederlegte. Er schilderte den jungen Albrecht Thaer, wie er nach seinem Studium, daS er im schönen Heidelberg und in Berlin absolvierte, sowie nach praktischer Tätigkeit zunächst an der Mögliner Akademie seine Lehrtätigkeit begann, worauf er sich an der Berliner Universität habilitierte und 1866 zum Extraordb» narius ernannt zu werden. Nach ihm widmete der Amtsnachfolger deS Verstorbenen, Professor Gisevius, dem Begründer des Landwirtschaftlichen Instituts mit herzlichen Dankesworten einen Kranz. Er hob hervor, wie der Verstorbene es in seiner akademischen Antrittsrede in Gießen 1871 als seine Aufgabe bezeichnet habe, der Landbauwissenschaft als Universitätsdisziplin ein dauerndes Heimatsrecht an unserer Landesuniversität zu erwerben, und wie die charaktervolle und doch so sympathische Persönlichkeit des Verstorbenen in dreißigjährigem Schaffen und Wirken diese Lebensaufgabe vollauf gelöst habe. Der Verstorbene habe auch über den Kreis feinet Studierenden hinaus der Praxis durch Schrift und Wort, der Wissenschaft aber durch zahlreiche kleinere und größere Publikationen gedient, die alle in klarer und scharfsinniger Darstellungsweise reiche Anregung, besonders in den Fragen der Betriebsorganisation, gebracht hätten. Der weite Blick des Heimgegangenen habe die Weiterentwickelung seiner Schöpfung vorausgeschaut und dieser Weiterentwickelung durch die Anlage von Sammlungen, durch Anschaffung eines Apparates für Laboratoriumsarbeiten und durch die Begründung einer Handbibliothek vorgearbeitet, wie er zum Schluß noch einen Antrag auf Erweiterung des Lehrkörpers selbst gestellt hätte. Mit Liebe und Freude sah der Verstorbene nach dem Ausscheiden aus seiner Lehrtätigkeit sein Institut auf der von ihm geschaffenen Grundlage wachsen und gedeihen. Das teure Vermächtnis des Verstorbenen, der Geist strenger wissenschaftlicher Forschung und treuer Pflichterfüllung mag auch nach seinem Heimgänge in seinem Institut walten. Herr Dr. Lejeune legte darauf mit innigen Dankesworten im Namen der jetzigen Studierenden der Landwirtschaft und der früheren Schüler eine schöne Kranzspende am Sarge nieder. Einen Kranz widmete auch Oekonomie- rat Sch lenke, der zweite Präsident des hessischen Landwirtschaftsrats, für denselben, indem er zugleich als Präsident des Oberhessischen Provinzialvereins und des Gießener Lokalvereins das Wort ergriff und hervorhob, wie Thaers Wirken auch der landwirtschaftlichen Praxis des Großherzogtums und der Heimatsstadt Gießen förderlich gewesen war, wie Thaer auch in seiner schlichten Weise es verstanden hatte, dem einfachsten Bauern seine Ideen nahezubringen und auf ihn anregend einzuwirken. Professor Geppert legte einen Kranz im Namen der Universität) öerun mit einem Worte der Anerkennung für den Ent- chlafenen nieder. Ihrem Begründer hatten auch der Klub der Landwirte in Berlin und der Gießener Lokalverein Kranze gew-dmet, ebenso ließ eS sich der Landwirischasts- Verem tn Bremen nicht nehmen, seinem anregenden Mitarbeiter einen Kranz auf das Grab zu legen. Am Grabe eguete Pfarrer D. Schlosser die Leiche ein; die erhebende dreier hatte damit ihr Ende erreicht. Allen Teil- Handel des Obei schles. Eisen-Industrie 125.30 3% Portugiesen Serie I . Portugiesen 3% III . 123.40 . 95.80 240.00 Berliner Börse, 19. Dezember. Anfangskurse. . 144.20 . 196.00 . 139.60 Ungar. Goldrente Italien. Rente . Elektriz. Lahmeyer . Elektriz, Schnckert . Eschweiler Bergwerk 4% 4% 4% Öesterr. Goldrente. . 4‘/6% Gestern Silberrente . 83.40 . 157.30 Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . Harpener Bergwerk Laurahütte . . . Nordd. Lloyd . . 173.00 139.90 240.70 172.89 181.80 157.40 216.30 Gelsenkirchen Bergwerk . 225.70 Hamburg-Amerik. Paketf. 158.00 . 3510 . 144.80 . 152.00 4^°/0 russ.Staatsanl. 1905 4J4°'O japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4 Griech. Monopol-Anl. 4 % äussere Argentinier . 69.25 69.70 90.30 93.50 95.50 3°/0 Mexikaner . 4 >6% Chinesen . . Aktien Bochum Guss . . . Buderus E. W . . Tendenz: fest. Berliner Handelsges Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . Gotthard bahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Öesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag, den 20. Dezember: Teilweise beiter, trocken. Temperatur nicht ver° ändert, ^roft. Mäßige östliche Winde. Der Kindesmörder Teßnow vor Gericht. Nachdruck verboten. 8. H. Greifswald, 18. Dezember. Die Geschworenen fällten im Teßuow-Prozeß folgenden Spruch: Teßnow ist schuldig erstens, int Lechtinger Walde die Mädchen vorsätzlich getötet zu haben; zweitens, die Grawert'schen Kinder in Göhren vorsätzlich getötet zu haben; drittens, an dem Dienstmädchen Lau im Stavenhagener Walde einen Tötungsversuch ohne Erfolg unternommen zu haben. Das Urteil im Teßnow-Prozeß ist soeben gesprochen worden. Teßnow wird zweimal zum Tode und wegen versuchten Mordes zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Es wird also das vorige Urteil aufrecht erhalten mit der Abänderung, daß er nicht wegen gefährlicher Körperverletzung, sondern wegen versuchten Mordes zu der Zusatzstrafe von 2 Jghren Gefängnis verurteilt wird. Ferner wurde auf dauernden Ehrverlust und Tragung der Kosten erkannt. — Der Angeklagte nahm das Urteil ruhig und gefaßt entgegen.— Da der Gerichtshof fast eine Stunde lang über das Urteil beriet, so liegt die Vermutung nahe, daß er die Anwendung des § 810, der besagt, daß der Gerichtshof ein Urteil ausheben kann, wenn die Geschworenen sich zu Ungunsten des Angeklagten geirrt haben, in Beratung gezogen hat. — Ter Angeklagte ließ durch seinen 23er- teibiger zugleich Revision einlegen. . 211.40 . 243.90 . 35.10 97.60 86.70 97.60 86 70 95.00 95.00 99.60 100.00 96.15 52.10 89.00 66.85 140.40 119.95 218.60 Vermischte». • Der große, sensationelle Bologner Mordprozeß ist im Begriff, eine neue Wendung zu nehmen. Nach Meldungen aus Bologna gestand Naldi, der Geliebte Linda Murri's, Dr. Secchi sei an den Vorbereitungen zur Ermordung des Grafen Bonmartini unschuldig. Die Anklage wegen Teilnahme Dr. SecchiS an dem Verbrechen baute sich darauf auf, daß eine Dienerin Secchis Naldi für die Unterkunft bei der Flucht das Hotel de Nussie empfohlen habe, das von einer Patientin Secchis geleitet wird. Jetzt erklärt Naldi, er sei überhaupt nicht in Florenz gewesen. * Ein Schiffsunglück. Aus Kingston (Jamaica) meldet der Telegraph: „Die Strandung der „Prinzessin Viktor i a Luis e" erfolgte in unmittelbarer Nähe des Leuchtturms und ist auf Steuerung eines falschen Kurses zurückzuführen; das Schiff hatte keinen Lotsen an Bord. * Im Augenblick des Auflaufens bemächtigte sich der Passagiere eine Panik; es gelang den Schifss- offizieren aber schnell, die Ruhe wieder herzustellen." — Eine weitere Meldung besagt: „Die Passagiere des bei Port Royal auf einen Felsen aufgelaufenen Dampfers wurden Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitaeteilt von der Bank für nnd Industrie. Giessen. Frankfurter Börse. 19. Dezember, 1.15 Uhr. 3^70 3% 327- 3% 3^ 7« W/< Reichsanleihe do. Konsols do. Hessen . . < Oberhessen binigung des Geldes kommen wird, wie man mancherorts glaubt. Unseres Erachtens ist es ganz falsch die außergewöhnliche Diskonterhöhung mit der inneren Politik verquicken zu wosten wie dies von einzelnen Blättern geschieht. Die Sache ist rein finanzpolitischer und volkswirtschaftlicher Natur. Vorzugsweise sind die anhaltend großen Ansprüche an die Reichsbank auf die industrielle Entwicklung zurückzuführen. Der außergewöhnliche Aufschwung den fast alle großen Betriebe genommen Haden, hält unverhindert an, gleichzeitig aber auch erwachsen hieraus auch Bedürfnisse die kaum zu befriedigen sind. Aus diesem Grunde sollten die industriellen ihre Anforderungen möglichst einzuschränken suchen, um nicht durch eine übermäßige Spannung des Geldmarktes das Fortbestehen der Konjunktur zu geführten. Es sind nicht allein bei uns die Verhältnisse gespannt, sie sind es auch in Oesterreich, Frankreich und England. In London hat der Privatdiskont den Banksatz erreicht und es rückt damit die Möglichkeit einer Versteifung des englischen Wechselkurses sehr nahe. Selbst wenn die Bank von England ihrerseits keine Vcrändernngen des Diskonts vornehmen sollte. Auch in Paris sind die Geldgeber sehr zurückhaltend geworden. Man hat schon seit Anfang Oktober die Befürchtung gehabt, daß es zu dem was nun eingetreten ist, kommen wird. Da nun das für die deutschen Verhältnisse ganz außergewöhnliche da ist, so möge man allseitig dafür Sorge tragen, daß die Zeit der außerordentlichen Geldversteisung eine möglichst kurze ist. Märkte. ko. Frankfurt a. M., 19. Dez. ^Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Viehmarkt. Zum Verkaufe standen 00 Kälber 00 Schafe und Dämmet, 1486 Schweine; 1. Qual. 72—00 Pfg. Lebendgewicht 57.00—00.00 Pf., 2. Qnal. 71-00 Pf., Lebendgewicht 56.00-00 Pfg., 3. Qual. 60—65 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00 —00 Pfg., Schlachtgeivicht 00-00 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Geschält: mittelmäßig, Ueberftanb bedeutend. Canada E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union 0. . Dresdner Bank . . . Tendenz: behauptet. . 211.50 . 244.25 . 129.80 Unlveriitäts-Nachrlchten. — Der ordentliche Professor und Direktor des mineralogischen Instituts an der Kieker Universität, Dr. Reinhard Brauns, hat einen Ruf nach Bonn erhalten als Nachfolger des vom Lehramte zurücktretenden Geheimen Bergrats Professor Dr. Hugo Laspeyres. Brauns ist 1861 zu Eiterfeld, Reg.-Bez. Kassel, geboren, besuchte das Gymnasium zu Marburg, studierte dort und war dann dort Assistent am mineralogischen Institut 1894 folgte er einem Rufe als ordentlicher Professor der Mineralogie und Geologie an die Technische Hochschule in Karlsruhe, und 1895 einer Berufung in gleicher Eigenschaft an die Universität Gießen als Nachfolger von Professor Dr. Streng. Im Studienjahre 1903/04 war er bekanntlich Rektor der Gießener Universität. Seit Oktober 1904 wirkt Professor Dr. Brauns in Kiel. — Der ordentliche Proienor Geh. Medizinalrat Dr. Robert Bonnet zu Greifswald ist in gleicher Eigenschaft in die medizinische Fakultät der Universität Bonn versetzt worden. glücklich gelandet. Der Kapitän Brunswig' hat sich in seiner Kajüte erscho ssen. Das Schiff wird vermutlich gänzlich verloren sein. Es liegt so dicht am Strande, daß man beinahe direkt an Bord gehen kann, und es hat sich soweit nach Steuerbord umgelegt, daß man den stark beschädigten Schiffsboden sieht. Auch Maschinen und Kessel sind schwer beschädigt. Die Passagiere des Dampfers rühmen die hervorragende Disziplin der Besatzung des gestrandeten Schiffes. Dagegen erscheint nach ihren Erzählungen die unmännliche Tat des Kapitäns Brunswig immer beklagenswerter, der sich zwei Stunden nach dem Auflaufen erschoß, also noch ehe am anderen Morgen die Passagiere gelandet waren. * Kleine Tageschronik. In Würzburg erregt das rätselhafte Verschwinden einer seit kurzem verheirateten Dame Aufsehen. Es handelt sich um die 35jährige Frau Landgerichtsrat Sauer. Sie hat sich am 11. d. MtS. in der Absicht aus der gemeinsamen Wohnung entfernt, um Einkäufe zu machen, und ist seitdem nicht wieder nach Hause zurückgekehrt. — In Straßburg i. E. Lötete der Elementarlehrer Grandculas, der in der letzten Zeit von einem Kopfleiden heimgesucht war, in einem Anfall von Wahnsinn seine Fr>au, sein siebenjähriges Söhnchen und sich selbst durch Gift. — Ein schrecklicher Mord ist unter ganz besonderen Umständen im rheinischen Orte Macken begangen worden. Während die Gemeinde zum Gottesdienst versammelt war, wurde ein Mädchen am Dorfbrunnen ermordet und mit durchschnittenem Halse aufgefunden; sie befand sich in gesegneten Umständen. Der Tat verdächtig sind der Bruder der Toten und deren Liebhaber, die beide flüchtig sind. vehmern aber. fiel wobt das schöne Wort ein: „Wer viel Liebe säet, wird viel Liebe ernten." - Parlamentarisches aus Hessen. Der Finanz- duSschuß der zweiten Kammer tagte am Dienstag in Gemeinschaft mit der Regierung, welche durch den Ministerial- präsidenten Braun und Geheimerat Weber vertreten war, und beriet über den Antrag Reh und Dr. Weber betr. die anderweitige Regelung der Gehaltsverhältnisse der Kreisärzte und Kreisassistenzärzte. Rach längeren Verhandlungen erklärte sich die Regierung bereit, bezügl. der Forderungen Gleichstellung der Kreisassistenzärzte mit den Forstassistenten und Steuerkommissariatsasnstenten, Anrechnung der vollen Dienstzeit als Kreisassistenzärzte, Erhöhung der Bureaukosten, Beseitigung der Impfgebühren und Vereinnahmung derselben durch die Staatskaffe für da? nächste Budget noch eine Vorlage wachen zu wollen. Die Beratungen des Finanzausschusses über die Regierungsvorlagen, betr. das Uckundenstcmpelgesetz, den Ausgleichsfonds, den Wohnungsgeldzuschuß, die Gchaltsverhältmsse der seminaristischen, der technischen und der Volksschullehrer, werden am 3. Januar 1907 beginnen. Nach einer Mitteilung der Negierung wird das Budget für 1907 zwischen den Jahren fertiggestellt. " Ladendieb a b g e f a ß t. Einem hiesigen Fahrradhändler waren in letzter Zeit wiederholt kleine Warenstücke aus dem Laden abhanden gekommen. Gestern abend wurde ein 16jähriger Bursche abgefaßt, als er auS dem betr. Laden einen Induktionsapparat entwendete und damit verschwinden wollte. - Messerheld. In einer Wirtschaft am Hamm gerieten gestern abend zwei Arbeiter in Streit. Als der eine der Streitenden hinaus getan werden sollte, versetzte er einem anderen Gast einen Stich in den rechten Oberarm. Anzeige ist erstattet. p. Hohensolms (Kr. Wetzlar), 19. Dez. In seiner letzten Sitzung hat unser Kreistag beschloßen, zuständigen Ortes vorstellig zu werden, daß die Solmstal-Bahn Wetzlar—Brandoberndorf—Grävenwiesbach in die Nebenbahn- Vorlage für 1907 ausgenommen und ihre Weiterführung von Wetzlar über die im Kreise Wetzlar gelegenen Orte Aßlar— Lechlingen—Hohensolms nach dem im Kreise Sieben- köpf liegenden Gladenbach in Aussicht genommen werde. Der Aufschluß unseres bahnlosen Hohensolmser Landes ist mehr als begründet und bestimmt lohnend. Schon längst dachten wir, durch Weiterbau der Biebertal-Bahn hierher eine Bahnverbindung nach Gießen zu erlangen. Anstalt Hofheim bei Goddelau, 18. Dez. Heute Dienstag nachmittag ist Dr. Otto Weber von der Landesirrenanstalt seinen Verletzungen erlegen. Er war, wie mitgeteilt wurde, vor einigen Tagen von dem Geisteskranken Hagen, der auch einen Wärter durch einen Schuß ins Herz tötete, in die Lunge gesessen worden. , h. Wiesbaden, 18. Dez. Von einem Poltzetsiückchen weiß das hiesige .Tageblatt' zu berichten: Auf dem Bahnhofe wurde eine hier wohnende Dame, welche öfters in Mainz zu tun hatte, von einem im Bahnhof postierten Schutzmann mit der in der auffälligsten Form vorgebrachten Frage belästigt, was sie denn immer in Mainz zu tun habe. Von anwesenden Bedienten wurde die förmlich zur Dirne gestempelte Dame auf das Polizeibureau verwiesen. Orlglnal-Drahtnreldungen. Berlin, 19. Dez. Auf Grund der an zuständiger Stelle ein- gezogenen Erkundigungen teilt der „Berl. Börsen-Conrier" mit, daß die Regierung eine Anweisung trotz der Auflösung des Reichstages, den Bau der Bahn Kudu b—K etmanshop in Angriff zu nehmen, n i ch t gegeben hat, da sie nicht beabsichtige, dem Budget recht des kommenden Reichstages vorzugreifen. Dagegen stellt die „Deutsche Tagcsztg." fest, daß man nach ihren Informationen aus guter Quelle noch vor wenigen Taget: entschlossen gewesen sei, den Bahnbau zu beginnen. Hamburg, 19. Dez. Ter Verkauf der letzten Nummer des Simpliziss i m u S wurde von der hiesigen Polizei inhibiert wegen des satyrischen Bildes auf der letzten Seite und des Gedichtes : „Tte Heldentaten der Hamburger Polizei am 17. Januar 1906*. Leer, 19. Dez. Der Untersuchungsrichter hat angeordnet, daß der Rechtsan walt Sanen zur Beobachtung semes Geisteszustandes in die Irrenanstalt gebracht werde. Dr. Sauen hatte beim Konkurs der Scharreler Rmgofen-Ziegelei 170 000 Alk. verloren und war infolgedessen bankerott geworden. Er soll als Nachlaßpfleger die Erben des Senators Wreßmann um die Summe von 830 000 Alk. geschädigt haben. Nürnberg, 19. Dez. Die hiesige Strafkammer verurteilte gestern zwei Bauernfänger zu 5 Jahren Gefängnis und sechs Jahren Zuchthaus. Im Besitz der Verurteilten fand man außer Kurs gesetzte Dollarnoten und Geldrolleu mit Spielmarken. Antwerpen, 19. Dez. Heber den Untergang des belgischen Dampfers „Kap Jubh", wobei 12 Matrosen umgekommen sind, wird berichtet, daß der Kapitän, der zweite Offizier, zwei Matrosen und der Steward gerettet worden sind. Das Schiff sank binnen wenigen Minuten. Paris, 19. Dez. Der „Matin^ meldet aus Marseille: Heute nacht stürzte im Viertel des Botanischen Gartens in folge einer Spiritus explosiv n ein zweistöckiges Haus ein, wobei zahlreiche Personen verunglückten. Von den Verunglückten wurden bis jetzt einer tot und 15 schwer verletzt ausgegrabcu. Aulstlches. r Die Petersburger Polizei unternahm am 18. Dez., unterstützt von Kosaken und Gendarmerie, in den meisten Stadtteilen Massenhaussuchungen vor. Die Bewohner wurden aus den Betten geholt und alles durchsucht. Die Straßen, in denen die Haussuchungen stattfanden, wurden von Kosaken abgesperrt. Nur Schreie und vereinzelte Schüsse aus den Häusern kündeten die Tätigkeit der Polizei, die, wie verlautet, viel Kompromittierendes gefunden haben soll. Es ist scheinbar gelungen, einem Man der Revolutionäre, einen bewaffneten Aufstand zu inszenieren, auf die Spur zu kommen, lieber 100 Personen, darunter zahlreiche Frauen, wurden verhaftet. Aus Tula wird gemeldet, daß im dortigen Kreise Sauern- Unruhen ausgebrochcn sind, sodaß Truppen hingeschickt werden mußten. Gerichtssaal. Berlin, 18. Dez. Ter Diakon Franz Hintze wurde heute von der 4. Strafkammer des Landgerichts I wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen mit einer Reihe Schüler zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Ter Staatsanwalt halte 1Jahre beantragt M a g d e b u r g, 18. Dez. Der vorbestrafte 33jährige Schreiber Ecklebeu wurde von der hiesigen Strafkammer wegen Majestäts - beleibigung, begangen in angetrunkenem Zustande, zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis verurteilt. London, 18. Dez. Der Admiralitätsgerichtshof entschied, daß bei dem Zusammenstoß des deutschen Dampfers „Kaiser Wilhelm der Große" mit dem englischen Dampfer „Orinoco" in Cherbourg am 21. November den deutschen Dampfer allein die Schuld treffe. Das Urteil geht davon aus, daß der Zusammenstoß dadurch veranlaßt worden fei, daß der deutsche Dampfer mit hoher Fahrt aus dem Hafen kommend irrtümlrcher Weise angenommen habe, noch vor dem Bug des „Oriuoco" vorbeizukommen, während dieser zu der Annahme berechtigt gewesen sei, daß „Kaiser Wilhelm der Große" ihn an Backbord passieren werde. Tas Urteil kommt zu dem Schlüsse, daß den Klägern kein Versehen zur Last falle und spricht den Eigentümern des „Oriuoco" demgemäß Ersatz ihrer Unkosten, die noch festzustellen bleiben, zu. Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft. Reichsbau kdiskont 7 7». Alls der Schwäche ihres eigenen Statuts heraus ist die Deutsche Reichsbauk zu einer Diskonterhöhung bis auf 7 7<> geschritten. Der höchsten, die man seit Jahren gesehen hat. Tas letzte mal war es, wie wir schon anbeuteten, das Ende des Jahres 1899. Im vergangenen Jahr er- höhte die Reichsbank ihren Diskont im Dezember bis auf 6 70 und erst am 27. Januar folgte eine Ermäßigung auf 5 70. Ties läßt 1 darauf schließen, daß auch diesmal es nicht so schnell zu einer Ber- meines Schuhwaren-Lagers zu — bedeutend herabgesetzten — Preisen We^en Geschäfts-Uebertragun^ Räumungs-Ausverkauf Eine Partie zurückgesetzte Unrhn Artikel zu jedem annehm- V V Illi. Fl (5 I U O I l = baren Preis .....— Marktplatz 2 6586 kTIMWM»»« muirnm limrtl MIHM—IM Auf der Rückseite von Dr. Oetker’a Backpulver-Düten finden Sie das millionenfach bewährte Rezept zu feinstem Topfkuchen. Kein Geburtstag, kein Namenstag ohne Oetker’s Kuchen! 1 Backpulver 10 Pfg., 3 St. 25 Pfg. sog"/», Tnch- und Plüschdekorationen von Mk. 10.— an. Aeltere Sachen besonders billig. Holz- und Messing-Garnituren. p‘T,r- E. Bloedner ^^ 0 Trlsch sh I i li r T Fste.; Verleb ; v1 4 « Ihren 1. A. H. A. H und i. a. B. i. a. B. die traurige Mitteilung, dass ihr 1. A. H, Dr. Ott® Web® Assistenzarzt am Phillppshospital Holheim seinen Verletzungen erlegen ist. Oie Landsmannschaft Oarmstadtia / (F. 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Dezember, nachmittags 3 Nhr Kindervorstellung Aschenbrödel Märchen in 6 Bildern von S. Hennia.