Nr. ISS Erstes Blatt ISS.Jahrgana Gamstag S6. Mai 190« Erlchet«t tLgltch — _ - _ _ " _ vezugspret», außer Sonntag-. jÄSg@9g B £9>» monallich75Pi.,viertel- Dem Gießener Anzeiger Y _ |Y 4 EG . jährlich Dtk. 2.20; durch werden im Wechsel mit Ä .^*| A Ä A A >A JkA N A A. A A jjk AA Adhole- u. Zweigstelle« IHi AtyAn Ar VI nzAl H Ar sm®38 blätter viermal in der Bä 'ß3 E £3 o jjf $3 Ej 0 S H B 9 jährl. auSschl. Bettellg. Woche beigelegt BF He ^8 «ä » M !?£ Eä W W ES Q 9 B8T 9 31 E! SST M Annahme von Anzeigen NotattonSdruck tu ver- M IBk « W vX*. EtL kZ 8 W W\ 9 H j@l_ jur die TageSnummer lag der Brühl',chen 6fr M KA ö W< «T WW F bis vormittags 10 Uhr. WZM W General-Anzeiger « V MÄL Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW Anzeiger Stießen. v ” \ zeigenteil: Hans Be^. ^te Heutige Muumer umfaßt 20 Seiten, ggsg**"*^—^-"""* - ■ — - ■■■■!?■_■■■ ■ ■ — Englische Angriffe. Kaum sind die Vertreter deutscher Städte von ihrem Londoner Besuch heimgetehrt, hochbefriedigt von der britischen Gastlichkeit und noch ganz entzückt von den deutschfreundlichen Reden der Minister und anderer führenden Persönlichkeiten; kaum sind die liebenswürdigen Worte verklungen, die im Reichstag der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes über bie deutsch-englischen Beziehungen sagte — und schon beginnt wieder in Lon d on eine neue Zettelei gegen Deutschland! Der „Standard" verbreitet Behauptungen von einem zwischen Deutschland und Persien abgeschlossenen Vertrag. von einer Persien gewährten Anleihe und der Errichtung einer Kohlenslatiou am persischen Meerbusen. Das englische Auswärtige Amt müsie von der deutschen Regierung umfassende Erklärungen verlangen. Ja, der ,Standard" geht soweit, mit der englischen Flotte zu drohen. Wenn die ,2.imeS* emen solchen Artikel veröffentlicht hätte, so wäre es nicht weiter verwunderlich, denn dre „Times" kann von der alten Manier der Verdächtigung deutscher Absichten nun einmal nicht lassen, und sie gefällt sich auch jetzt wieder darin, der deutschen Diplomatie Lehren zu erteilen, ivic Englands Vertrauen zu gewinnen wäre. Aber vom „Standard" in man dergleichen Anrempelungen nicht gewohnt. Im Gegenteil, dec „Standard" hat wiederholt sich gegen gehässige Ausiassungen der deutschen Politik gewendet, der Bertil,er Mitarbeiter des Blattes erhält Informationen von erster Seite, außerdem besitzt der „Standard" bekanntermaßer Verbindungen mit der englischen Regierung. Das alles zusammengenoninien macht den heftigen Angriff doppelt auffällig und befremdlich. Den Gipfel der Naivität erreicht die Meldung — sie konnte natürlicherweise nur in Paris ausgeheckt werden— nut der Mitteilung von einem angeblichen Angebot seitens der deutschen Regierung, Persien 25 Millionen zu leihen. Für derart luxuriöse Angebote hat die deutsche Regierung feine Mittel zur Verfügung, dazu reichen die „Geheimfonds" nicht im entferntesten. Von einer Beteiligung der Großfinanz aber an diesem Geschäfte hat Niemand eine Ahnung, außer den mit starker Phantasie begabten Gewährsmännern des ,,Standard". Ebenso ist eitler Wahn die Erwerbung eines persischen HafenS zur Errichtung einer deutschen Kohlenstation. Wir glauben nicht, daß die englische Regierung eine Anfrage in Berlin überhaupt für nötig hält. Sollte die Anfrage dennoch erfolgen, so wird der Antwort die Präzision nicht fehlen. Es ist lebhaft zu bedauern, daß man in England sich von einer Pariser ftlique, die ein deutsch-englisches Einvernehmen stören will, aiifhetzen läßt. Demission des schwedischen Ministeriums. Stockholm, 25. Mai. Am Schlüsse der vergangenen Woche hatte das Ministerium einschließlich der beiden zu- rückgelretenen Minister das Ansuchen au den König gerichtet, wegen der abweichenden Beschlüsse beider Kammern in der Wahlrechtsfrage, Neuwahlen zur zweiten Kammer auszuschreiben, um den Wählern Gelegenheit zu geben, sich über den von der ersten Kammer angenotn- menen Wahlrechtsentwurf auszusprechen. Die Minister hatten hinzugefügt, daß, wenn der König dem Ansuchen nicht eiitspreche, das Kabinet sich genötigt sähe, seine De- misswii zu geben. Nach reiflicher Erwägung antwortete heute der König, daß er das Ansuchen des Kabinetts nicht annehme und Neuwahlen zur zweiten Kammer nicht aiis- schreibetr köime, weil er ein solches Vorgehen weder als logisch noch als parlamentarisch richtig ansehe. Infolge hiervon reichten sämtliche Mitglieder der Regierung ihr Abschiedsgesuch ein. Der König ersuchte den früheren Staatsrat Ä. Peterssen, eine neue Negierung zu bilden. Dieser lehnte das Anerbieten jedoch ab. Darauf übertrug der König dem Generaldirektor des Telegraphcnwcsens, Lind man, die Bildung des neuen Kabinetts. Nutzland. Petersburg, 25. Mai. Die Beantwortung der Adresse der Reichst) nma durch den MiNiiterprastdeitten Goremykin erfolgte heute nickst, da hne verlautet dem Ministerpräsidenten die G e n e h m , g u n g d e s K a r j e r s noch nickt »uaeaanaen ist. — In den Wandelgangen der Duma wird hcut^ das ^eit gestern kursierende Gori,cht bestätigt,, wonach bie Er nennung Schipows zum M in ister pra) ib en t ^.n, d?s Fürsten Urussow zum Minister des Inner,, und des Grasen 5)eUdeu iiun Unterrichtsminister bevorstehl. Schipow und Heyden S rom 30. Oktober" an, Urusiow d-r das llmt des Gehilfen des Ministers des Innern nieder egte, gehört feiner Partei an. — Der Gesetzentwurf betreffenö bie Unantastbarkeit der Personen ist darauf,,gerichtet, die Burger vor unberechtigter Verhaftung, ^Polizeiaufiicht und Be'Q-ranfrng des Aufenthaltsorts, ferner vor dem Eindringen der Polizei Haussuchung und vor unbefugtem Dehnen der Vrrefe zu schützen Der Entwurf tritt ferner für das Recht der Burger ein, vor die allgemeinen und nickt vor Ausnahmegerichte gestellt ^-i werden, und gesteht der Polizei die Befugnis zu, int unterem der öffentlichen Ordnung und Ruhe ^^^^P0en vorzuncchnen, jedoch nur unter strenger Kontrolle der Gerichte. Reichsduma.- Petersburg, 25. Mai. Die Sitzung wurde heute nachmittag um 2 Uhr 25 Min. eröffnet. Auf der Tagesordnung standen W a hl pr ü fun g e n. Tie Wahl des Wilnaer AbgeorD- neteii Bischofs Baron von Noon wurde beanstandet. Aach einer viertelstündigen Unterbrechung wurde die Atzung um 6 Uhr, 58 Min. fortgesetzt. .Der Präsident teilte nut, datz -b2 Wahlen, also über die Halste, von der Duma bestätigt worden seien, und verlas dann eine^ Erklärung von 66 Mitgliedern der Duma anläßlich eines Telegramtns über die Bestätigung von acht Todesurteilen durch den baltischeii Generalgouverneur. Aus Anttag der Deputierten Kedrin und Kiismin-Karwajew erkannte die Duma einstimmig bie unaufschiebbare Notwendigkeit an, den Präsidenten des Ministerrats über öic Nichtausführung der Todesurteile zu interpellieren. Es beginnt die Beratung über den Gesetzentwurf betreffend die Unverletzlichkeit der Person. Abg. Nawgorobzew weist darauf hin, daß der Entwurf in zwei Teste zerfalle, tüten positiven und einen negativen, von denen der erstere die Sicherung der Unverletzbarteit der Person, der letztere die Aufhebung beschränkender Gesetze betreffe. Der polnische Abg. Nowod- worski hält die Aufhebung aller zeitweiligen Ausnahmegesetze für nötig, die die Autorität des Gesetzes untergrüben, denn die zeitweiligen Gesetze litten in Rußland die Tendenz, sich iw ständige zu verwandeln, und die in Polen im Jahre 1876 erlassenen zeitweiligen Gesetze toüTcn noch heute in Kraft. Abg. Rosenbaum hält Vs für falsch, Kolleg ialgerickstc mit der Wahrung der Unantastbarleit zu betrauen, weit ilynen die Möglichkeit genommen sei, diese Aufgabe zu erfüllen. Pralliscyer sei es, diese Aufgabe der Staalsanw.sttschast zu überfragen. Aög. Alagin hält die Beratung des Entwurfes für verfrüht. Der Präsident erklärt, es handle sich nur um Uebcrweisung des Entwurfes an eine Kommission, der die Beratung als Direktive dienen solle. Die Sitzung wird um 7 Uhr abends geschlossen. Tie Debatte über die Frage der Unverletzüchteit der Person wird morgen nadjmittag um 2 Uhr fortgesetzt werden. Gleich nach Beendigung der Debatte soll tue Debatte über die Agrarfrage beginnen. Warschau, 25. Mai. Heute mitteg drang eine b e ma ff-! ncte Bande in bi.' Bank Warschauer Industrieller in der Absicht ein, einen Raub auszusühcen. Es kam zu einem Kampfe, bei welchem auf beiden Sellm zah.reichc Revolverschüsse geivechscll wurden. Zwei Personen vom Pick B um ranrben getutet, drei Beamte und luuj Ba>.ibesucher wurden verwundet. Die Stäuber entkamen, ohne ihren Z erreicht zu haben. 91 i g a, 25. Mai. Zum Schi.tz des Deutschtums Hut sich hier ein deutscher Schul- und HilfSverein für Kur- nnd Livland geöilöet. __ Frankreich. Paris, 25. Mai. Der Ausschuß der radikalen und der sozialistisch-radikalen Partei hielt unter dem Vorsitz des früheren JusllzmmislerS Senator Vallö eine Sitzung ab, in welcher der Beschlnßm.tra.. icmmen .wurde, öaß' die radikalen und sozialistisch-ladrsiueü Deputierten in oer ftanihicr die Delegation ber Linken (Vertretung des Blocks) wiederherslellcn mögen. Die Delegation würde ein Gesetz- gebungSprogramm feststellen, dessen Ausführung übeiwachen und alle Paiteispaltungen und jedes persönliche Ränkesp.el zu verhindern suchen. — Wie-verlautet, hat sich der gestrige Minister rat auch mit der Umgestaltung deS Militär- strafgefe tzbuches beschäftigt. Eine dec beschlossenen Blenderungen besteht in der Abschaffung ber Todesstrafe in Friedenszeiten. Von nationalistischer Seite wird gemeldet, daß die Regierung für die Abschaffung der Kriegsgerichte in Friedenszeiten überhaupt eintreten wolle. — Dec radikale Deputierte Maujan erklärte in seinem Blatte „Le Radical", daß jetzt nach dem harten Wahlkampf, wo die Gegner vollständig aufgerieben und außer Stande sind, irgendwelchen Schaden anzurichten, eine weitgehende Amnestie unabweisbar erscheint. — Dem hiesigen „New Port Herald" wird aus Fort de France (Martinique) gemeldet, daß die dortige schwarze Bevölkerung infolge ihres Sieges bei den Kammerwahlen die Weißen bedrohen und beschimpfen. Bei einem Umzuge wurde ein weißes Lamm, dessen Fuße gefesselt waren, herumgetragen, als Sinnbild der Niederlage der Weißen. Von der schwarzen Be- völkerung werde sogar die Ausweisung der Weißen gefordert. par!ainent(m$d?Cj5. R. B. Darmstadt, 25. Mai. In seiner heutigen Sitzung beschloß der S en ior en* ft o nu e nt der zweiten Ständckammer, daß im Einklang mit dem ausdrücklichen Wunsche des Präsidenten Haas die beabsichtigte größere Feier seines 25 jährigen Abgeordneten -Jubiläums unterbleibt. Die Feier wird daher in der seither üblichen Weise stattfinden. Dagegen ist beabsichtigt, das auf den 9. Februar 1907 fallende 10 jährige Präsidcnten- jubiläum des Abg. Haas besonders zu feiern. sd. Pfeddersheim, 25. Mai. Im ersten rhein- hessischen Wahlbezirk Pfeddersheim fand heute nachmittag die Ersatzwahl 5um Landtag für den verstorbenen Abg. Dtöllinger statt. Von den 36 national- liberalen Wahlmännern gaben 19 ihre Stimmen für Bürgermeister Finger in Pfeddersheim ab, 15 stimmten für den Bürgermeister Mahler in Herrnsheim. Außerdem wiirden zwei weiße Zettel abgegeben. Bürgermeister Finger ist somit gewählt. Berlin, 25. Mai. Die Budgetkommission des Reichstags setzte die Verhandlungen über die Ergänzungs- ctats bei der Forderung für den Bahnbau Kubuk-Keet- manshoop fort. Erbprinz zu Hohenlohe erklärte: Es lag nie in der Absicht der Regierung, dauernd 15 000 Mann Besatzung in ber Kolonie zu belassen. Eine ber Hauptauf- gaben Deimlings sei, einen Teil ber Truppen zurück;usenden; ein bestimmtes Datum hierfür könne er nicht angeben. — Oberst Deimling führt aus, ganze Kadrcs zurückzuziehen, sei nicht möglich, man müsie die alten Leute, die mer bis fünf Jahre dort seien, zurückziehen. Der Aufstand sei noch nicht beendet, es herrsche noch Krieg im Süden. Die Bahn sei unumgänglich nötig für die Verproviantierung. ES stehe notorisch fest, daß 300 Hottentotten unter Abraham Morris, der übrigens der Sohn eines Rabbiners aus der Gegend von Posen sei, fest geschlosien den Truppen gegenüberstehen. Der Titel: „Für den Ban der Eisenbahn von Lüderitzbucht nach Knbuk (zioeite Rate) unb Fortführung der Bobn nach Keetman^boop fünf Millionen" wird abgelehnt. Dcntscbes Nereh. Berlin, 25. Mai. Der „Reichsanzeiger" veröffent-- licht das Gesetz betreffend die Aenderung des Arttkels 32 der Rcichsverfassung und das Gesetz betreffend die Ge- währuiig einer Entschädigung an die Mitglieder des Reichstags, beide vom 21. Mai 1906. — Wie der „Köln. Ztg." unterm 24. Mai aus New- Dort telegraphiert wird, sandte der deutsche Botschafter Freiherr Speck von Stern bürg ein Prachtalbum hierher, das dem K r 0 ii p r i n z e n p a a r am 6. Juni überreicht wird. Das Album ist eine Liebesgabe von den New-Porker Deutschen zur Erinnerung an die Hochzeit des Kronprinzen. Es enthält alle amerikanischen Meldungen über die Hochzeit. — Das Abgeordnetenhaus setzte heute die 2. Beratung des Äol kss ch ul g e setz es bei § 24 fort, der die Verhältnisse jüdischer Volksschulen behandelt. Diöser Paragraph rvird nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen, desgleichen § 25 bettrefsend die Fortbildungsschulen im ehemaligen Herzogtum Nassau. Auch die §§ 27 bis 31a und 33 b 3 39 a gelangen zur Annahme. Bei der Beratung des § 40 vertagt sich das Haus auf morgen. — Tas Herrenhaus hat heute die Wahlvorlage unverändert angenommnn. Morgen steht u. a. die Novelle zum Einkommensteiwrgcsetz auf der Tagesordnung. Wie der Präsident mitteilt, wird das Haus frühestens am 24. Juni schließen. Stuttgart, 25. Mai. Die Kammer der Stan- desherreu hat bei der fortgesetzten Beratung i)er 23er» fasf ungsrevission das Recht des Königs pr Ernennung erblicher Mitglieder aufrechterhalten, die Zu- sammenjetzung der Ersten Kammer nach dem Reg.ierungs- entivurf angenommen und den vorn andereit Hause beschlossenen E r s a tz für die aus der Zweiten Kammer ansscheidenden Privilegierten durch 17 vermittelst Landesproporz zu wählende Abgeordnete abgelehnt. Im Laufe der Debatte richtete Fürst Hohenlohe- Waldenburg scharfe Angriffe gegen die Regierung, indem er bedauerte, daß es nicht möglich sei, einen Minister, der Fiasko gemacht habe, zur Demission zu zwingen. Ministerpräsident v. Breitling hiett dem entgegen, daß es sich hier um eine königliche Vorlage handle. __ Ausland. London, 25. Mai. Wic ber „Daily Telegraph erfährt, soll der Besuch der japanischen Flotte unter Admrrall Togo in England nicht im laufenden Johre, sondern erst im Jahre 1907 stattfinden. Irun, 25. Mai. Eine große Meip'chenmenae begrünte den König, als er mit dem Hof;ug^mikam. Bald darauf fuhp der Zug ein, welclfer die Prinzessin-Braut brachte, begrüßt! von jubelndem Zuruf der Menge, linier dem begeisterten Zuruf des Volkes und unter dem Donner der Geschütze erfolgte die Weiterfahrt des Brautpaares. Rom, 25. Mai. „Giornale d'Italia" und „TriburuL^ drücken ihre Befriedigung über die am Mittworl) vom deutschen/ Staatssekretär v. Tschirfchky im Reichstage abgegebenen Erklär» ungen aus. Diese seien eine Bestätigung der Erklärung deÄ Ministers Grafen Guicciardini im Senate, daß der .Dreibund nichts an seiner Bedeutung verloren habe. Reggio di Calabria 25. Mai. In Benestare wt> suchten etwa 1000 Landleute, die die Neubildung der Gc» meindeverroaltuug verlangten, bas Rathaus zu stürmen. Die Carabinieri mahnten zur Ruhe. Tic Bauern griffen fie mit Waffen an unb suchten sie zu entwaffnen. Der Brigabier und drei Carabinieri wurden verwundet. Darauf gaben die Kvra- binieri Feuer: eine Person wurde getötet, acht wurden verwundet, darunter x>vei schwer. Verstärtungsmannschaften sind abgcgtrngeru Bern, 25. Mai. Ter Bundesrat gestattete unter einigen Bedingungen die Eröffnung des Betriebes des Simplon- t u n n e l s aus der Sfrecte Vrig-Jselle vom 1. Juni ab. Neben dem Dampfbetriebe soll rmt dem 1. Juni auch ber elektrisch^ ausgenommen werben. — Der schmeizerisch-norwe g isch-e HaudelSvert- trag läuft infolge Cüubigung am 27. d. M. ab. Bis zunl Abschlüsse eines neuen Vertrages werben sich beibe Staaten auf dem Fuße ber Meistbegünstigimg behandeln. Wien, 25. Mai. Der Kaiser empfing heute vormittag um 11 Uhr den Chef des preußischen Gencralstabs v. M 0 l t k e m besonderer Audienz, bie eine halbe Stunde dauerte. General v. Mrottke besichtigte in Begleitung des österreichischen General» stabschefs Frhrn. v. Beck das Militär-Geographische Jnstrtut. Arn Abend fand beim Ka iser in Schönbrunn Tafel statt, an der General v. Moltkc und sein Adjutant Nittrneister v. Dornmes, der deutsche Botschafter Graf v. Wedel, der deutsche MUitär» attachce Ääajor v. Bülow und Criegsminiftcr v. Pifreich teil» nahinen. Eetinje, 25. Mai. Die Meldungen, daß 400 Montenegriner die Grenze überschritten hätten, und datz montenegrinische Truppen mobil machen, werben als vollständig erfunden bezeichnet. Washington, 25. Mai. Der Senat nahm die Dillings hambill an, nach der die Kopfsteu°r für Einwanderer cuf fünf Dollars erhöht und Analphabeten aus» geschlossen werden sollen. Im ^Kongreß dürften die Ber» treter der westliä-rn und fiiblicl)en Staaten sowie der Industrie mit) des Baumnollbau.eS, die durch eine Verschärfung der Ein-> lüQHDenüTgsbebingmigen schwer geschädigt werben, Einspruch cxk beben. oben gewachsen; sind nämlich auch die oberen Eckzähne nach i 2 * OL-cvlandesgerichtsurteile. : 1 v*' ,tj I vSa. n, i zu seiner Grundlage machte. Garten eine Seltenheit erhalten, die den meisten Tierfreunden und selbst Fachleuten nur auS Abbildungen oder ausgestopften Exemplaren bekannt sein dürste: einen Hirscheber oder Babirusa von Celebes. Es ist ein erwachsenes Männchen, das die ganz eigenartig gebildeten Eckzähne, denen daS Tier seinen Namen verdankt, gut entwickelt zeigt. Wie die unteren Newyv'rr, 24. Mal. Da e§ bart amerikanischen Gesandten in Peking bisher noch Nicht gÄungen rst,.Kw- sriedenstellende ErMrungcn von der chinenschen Regierung über neue Zoll Verordnung zu «Langen, hat die Regierung dtt Bereinigten Staaten ihren Bevollmächtigten angewiesen, sich dem englischen und dem deutschen Gesandten in einer energischen Drotefterkläru ng anzuschsießen. * Pretoria, 24. Mai. Die Lage in Na tal wird als sehr ernst angesehen. Den englischen Truppen ging der Befehl zu, sich in Bereitschaft zu halten. • V •« *1.' , > Bilder, worunter eine Kollektion von Pros. H. Liesegang - Düsieldorf, M. Loose-Berlin und O. Ub bel o hde- Goßfelden, verbleiben nur noch 8 Tage in der Ausstellung, und wir wollen deshalb nicht unterlassen, auf die gegenwärtige Ausstellung nochmals hinzuweisen. Nach den Pfingstfeier- tagen wird ein vollständiger Wechsel der Gemälde vor- genommen. ** Freidenker-Vereinigung. In der gestern abend im Hotel Einhorn abgehaltenen außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde die Entsendung eines Delegierten zu dem vom 9. bis 12. Juni in Stettin stattsindenden deutschen Freidenkerkongreß beschloßen. - Ein Teil des hiesigen Eisenbahnvereins veranstaltete am Himmelfahrtstag seinen diesjährigen Sorn- merausflug nach Dillenburg. Zwei Sonderzüge brachten die Teilnehmer dorthin. Am Bahnhof Dillenburg wurde der Verein von einer Musikkapelle empfangen. Nachdem der zweite Sonderzug eingelaufen war, erfolgte der Abmarsch des Vereins nach dem Festplatz, der auf einer Anhöhe laa. Hier waren Karussell und Buden vertreten und für Speise und Trank auch aufs beste gesorgt. Der Saal hätte für die vielen Tanzpaare etwas geräumiger sein dürfen. Am Abend erfolgte die Rückfahrt ebenfalls mittels zweier Sonderzüge, die um 9 Uhr in Dillenburg abfuhren und um IO1/* Uhr hier ankamen. Am 10. Juni findet für die weiteren Mitglieder des Eisenbahnvereins ein Ausflug statt. - Männerturnverein. Wie alljährlich am Himmelfahrttage, so unternahm auch dieses Mal wieder der Männerturnverein einen Turngang, und zwar auf den Hohe- rodskopf. Die Beteiligung war seitens der jüngeren und älteren Turner sehr rege. Es hatten sich sogar einige Turnschwestern eingefunden, die diese schöne TV^tünbige Tour von Mücke über Ulrichstein nach dem Hoherodskopf mit Abstieg nach Schotten vollständig mitmachten. Bei dieser Gelegenheit soll nicht unerwähnt bleiben, daß in Ulrichstein dem allbekannten beliebten Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft, Dr. Ferdinand Goetz in Leipzig, der gerade am Himmelfahrttag seinen 80. Geburtstag beging, gedacht wurde, indem im Namen deS Vereins ein Glückwunschtelegramm geschickt wurde. In einer Ansprache seitens des 1. Sprechers, Rechtsanwalt Kaufmann, hob dieser die guten Eigenschaften des Jubilars hervor, der sich nie eine Mühe verdrießen lasse, wenn es gelte, für die gute Sache, die Turnerei, einzutreten. Er schloß mit einem dreifachen „®ut Heil" auf den Jubilar, mit dem Wunsche, daß er noch lange Jahre den gesamten deutschen Turnern als Führer erhalten bleibe. Auf dem Hoherodskopf angekommen, besichtigte man das Schweizerhaus und trat nach l1/2ftünbigem Aufenthalt den Abstieg nach Schotten an. Hier versammelten sich die Turnschwestern und Turner im Gasthaus zur Traube, bis gegen 8 Uhr abends an die Heimreise gedacht werden mußte. Sämtliche Teilnehmer an diesem Turngang trennten sich am Bahnhof Gießen mit dem Bewußtsein, einen schönen, reizvollen Tag im Kreise des Männerturnvereins verlebt zu haben. ** Die Kreisgruppe Gießen des deutschen Flottenvereins hält am Mittwoch, 30. Mai, abends 8Vs Uhr im CafL Ebel seine Hauptversammlung ab, in der neben dem Jahres- und Kassenbericht sowie der Neuwahl des Vorstandes eine Besprechung über die weitere Vereinstätigkeit stattfindet. — Besitzwechsel. Die Restauration zur Germania in der Grünberger Straße ging für 52 000 Mark in den Besitz des Bierverlegers Johannes Carle über. 0 Annerod, 24. Mai. Eine hübsche Wette wurde Montag abend zum Austrag gebracht. Zwei BauerS- Schutzgeländer versehen werden. Die Plattform soll so angelegt werden, daß auf ihr Freudenfeuer bei festlichen Gelegenheiten abgebrannt werden können. Ueber dem Portal wird ein Raum gelassen werden, der zur Aufnahme eines Bismarckbildes, etwa in Bronzeguß, bestimmt ist. Die Bausumme soll 14000 Mk. nicht überschreiten. Die zur Verfügung stehenden Mittel belaufen sich z. Zt. auf ca. 13000 Mk. Es wird gewünscht und von Architekt Hofmann für möglich gehalten, daß die Nohbauarbeiten des Turmes bis zum Herbst fertiggestellt werden. Wenn die Hauptversammlung die Pläne genehmigt, konnte in ca. 8 Wochen die Grundsteinlegung stattfinden und mit dem Bau begonnen werden. (Schott. Krsbl.) △ Lauterbach, 25. Mai. Die hiesige freiwillige Feuerwehr ernannte in der am Mittwoch, dem 23. d. M. stattgefundenen Generalversammlung Bürgermeister S t ö p l e r zu ihrem Ehrenmitglie de und überreichte ihm ein prachtvoll ausgestattetes Diplom. (.) Frankfurt a. M., 25. Mai. Aus dem kürzlich aufgelösten Stuttgarter Tiergarten hat dec Zoologische sie durchbohren die Haut des Gesichts und krümmen sich im Halbkreis nach oben und hinten, sodaß ihre Enden die Stirn berühren, auf diese Weise einen höchst sonderbaren Hörner- schmuck bildend. In seiner übrigen Erscheinung erinnert dieses recht saubere und zierliche Schwein durch die schlanke Gestalt, den gestreckten Kopf und die hohen Beine etwas an einen Tapir. Das seltene Tier ist Eigentum des Königl. Naturalienkabinetts in Stuttgart und wurde dem hiesigen Garten auf Lebenszeit in Pflege gegeben. — Ein vor kurzem hier geborenes Dromedar, das recht gut gedeiht, darf sich bei schönem Wetter bereits mit seiner Mutter im Freien himmeln; es ist ein putziges, nettes Dingelchen, das den Be- uchern viel Freude bereitet. — Reichen Zuwachs an europäischen und ausländischen Arten erhielt in letzter Zeit die Reptiliensammlung; unter den neuen Schlangen verdienen zwei Exemvlare der giftigen UräuSschlange be- ondere Beachtung; dies ist die afrikanische Vertreterin der ndischen Brillenschlange; sie kann wie diese ihren HalS cheibenartig verbreitern, doch fehlt ihr die Brillenzeichnung im Nacken. Die echte Brillenschlange ist zurzeit ebenfalls vorhanden, ferner die Klapperschlange (mit der Rastel am Schwanzende) und die Wasserviper beide von Nordamerika, die deutsche Kreuzotter uno die südeuropäische Sandotter (mit einem Hörnchen auf der Schnauze), sodaß sich die nicht häufige Gelegenheit bietet, lebende Exemplare der sechs wichtigsten und am meisten berüchtigten Giftschlangen nebeneinander zu sehen. ■W 7 V 9 J 1¥ Bad Nauheim, 25. Mai. Bis zum 24. Mai sind 6 2 97 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 4919 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 24. Mai 1906 — 55 304 abgegeben. § Bad-Salzhausen, 24. Mai. Heute fand im Cafs Kronprinz dahier eine Versammlung statt, die sich mit der Frage beschäftigte: „Was ist zu tun, um e^olgreich an dem Aufschwung und der Entwickelung des Badeortes Salzhausen mitzuwirken?" Man faßte einstimmig den Beschluß, einen Verkehrsverein für Bad-Salzhausen und Umgegend zu gründen. Sämtliche Anwesende erklärten ihren Beitritt und ernannten einen Ausschuß von drei Mitgliedern, um die weitere Gestaltung des Vereins in die Wege zu leiten. Voraussichtlich wird die 1. Aufgabe des Vereins sein, eine Kuranstalt großen Stils für Minder- bemittelte in Bad-Salzhausen zu erbauen. u§ bem Schützer Land, 25. Mai. Gelegentlich der topographischen Landesaufnahme in ber llmgcgenb von Unter-Wegfurth würben zahlreiche prähistorische Hügelgräber in ben Gräflich Görtzischen Walbungen nahe an ber preußischen Grenze gefunben. In einem neuangelegten Wald- weg. durch dessen Bau wahrscheinlich eine solche Grabstätte zufällig berührt wurde, fand man ein kunstvoll geschliffenes, wohlerhaltenes Steinbeil. In derselben Gegend sind auch Spuren einer vielleicht durch den dreißigjährigen Krieg zu Grunde gegangenen Kulturstätte vorhanden, worauf auch der Distriktsname „Hallstadt" hinbeutet. (Schl. B.) /\ Angersbach bei Lauterbach, 24. Mai. Schwer verunglückt sinb ber Altbürgermeister Kircher von hier unb ein Metzgermeister, ber ersteren auf seinem Fuhrwerk mitgenommen hatte. Als beibe einen Berg hinabfuhren, ging bas Pferd durch und rannte über die Bahnstrecke Gießen- Fulda. An einer Biegung flogen die Insassen aus dein Wagen, welcher gertrümmert wurde. Die beiden Männer wurden schwer verletzt nach Salzschlirf ins Krankenhaus gebracht. Schotten, 25. Mai. Wegen der Vorarbeiten zur Erbauung eines Bismarckturmes auf dem Taufstein fand gestern nach einer Ortsbesichtigung auf dem Taufstein hier unter dem Vorsitz des Geh. Kommerzienrats H. Buderus von Hirzenhain eine Sitzung des Komitees statt, dessen Beschluß dahin ging, die sofortige Inangriffnahme bcc- Baues sich von der Hauptversammlung genehmigen zu lassen. Der Bismarckturm wirb eine Höhe von 20 bis 22 Meter erhalten unb auf feiner Plattform einen Ausblick nach allen Seiten gestatten. Nach ben von Architekten Hofmann-Herborn gefertigten Plänen, bie ber nächsten Sonntag auf bem Hoherobskopf ftatlfinbenben Hauptversammlung zur Genehmigung vorgelegt werben, wirb ber Turm im Viereck ausgeführt werben unb zwar in seiner unteren Partie mit 7 zu 8 Meter Seitenlänge, währenb er in ber zweiten Partie auf allen Seiten unten 7 Meter im Quadrat mißt und sich nach seiner Oberkante auf 6 Meter im Quadrat verjüngt. Der Turm soll aus Basalt unter mäßiger Verwendung von hessischen Lungsteinen hergestellt werden. Der untere Turmraum wird zum Zwecke des Aufenthalts eingerichtet und demgemäß überwölbt. Die oberste Plattform wird von dem darunter liegenden Umgang aus durch eine eiserne Treppe verbunden und mit einem eisernen Aus SfaOt uno Saito* Gießen, den 26. Mai. «-Personalien. S. K. H. ber Großherzog haben dem Pfarrer Gg. Ritter zu Fauerbach eine evang. Pfarrstelle zu Friedberg übertragen. * • Ein Achtzigjähriger. Am 29. Mai feiert der Röntgt Bahnmeister i. P. Jakob Gerhard, der lange Jahre in Gießen gewohnt hat, zu Friedberg in großer körperlicher und geistiger Regsamkeit seinen 80. Geburtstag. Nachdem Gerhard im 19. Jahre bie Prüfung als Bautechniker unb Geometer bestauben hatte unb einige Jahre tn den Kreisen Gießen unb Bübingen als Kreistechniker tätig gewesen war, fand er bei ber Eisenbahn-Bau-Sektion in Gießen Stellung. Er bürste ber letzte ber ehemaligen Großh. Hess. Bau- unb Betriebsbeamten sein, bie im Jahr- 1846 beim Bahnbau ber Main-Weser-Bahn in hessische Dienste traten. Beim ersten Spatenstich an bieser Bahn ™ar er zugegen unb hat einen großen Teil ber Bahnstrecke zwischen Frankfurt unb Rassel bauen helfen. Gerharb hat, was ein seltener Fall ist, während einer 50jährigen Dienstzeit unter drei hessischen und drei preußischen Monarchen gedient. Möge ihm noch lange ein gesegneter Lebensabend beschieden sein. • • Die Hauptversammlung des israelitischen Lehrervereins im Großherzogtum Hessen fand am Donnerstag im Philanthropin zu Frankfurt a. M. statt. Außer den Gästen nahmen ca. 60 Bereinsmitglieder teil. Den Mittelpunkt der Verhandlungen bildete bas Thema: „Die Notwenbigkeit ber methobischen Umgestaltung des hebräischen Unterrichts." Reallehrer Eschelbach er-Mainz alsRefemnt, Rabbiner Dr. Gold schm idt- Offenbach enttebigten sich in intereffanbr Weise ihrer Ausgabe, inbem sie zeigten, wie ber Unterricht methobisch zu ver- beffern unb umzugestalten sei. Die Diskussion war sehr lebhaft. Da in allen Zweigvereinen be§ Verbanbes ber israelitischen Lehreroereine im Deutschen Reich basselbe Thema behanbelt wird, so wird später eine Zusammenfassung aller Richtungen unb Anschauungen bewerkstelligt werben, um ben Verhanblungen eine praktische Bebeutung geben zu können. Ein gemeinsames Mittagsmahl schloß sich an. • • Kunstverein. Die seit 14 Tagen ausgestellten Vermischte». * Hamburg, 25. Mai. Das Ende Januar von hier mit einer Labung Dynamit unb Pulver nach Montevideo abgegangene Segelschif f „C. Paulsen' ist an seinem Bestimmungsort nicht eingetroffen. Man glaubt, baß bas Schiff anfangs Februar im englischen Kanal gesunken ist, ba zu jener Zeit von einem englischen Fischdampfer ein frembes Schiff gesehen würbe, bas nach einigen Minuten mit einem furchtbaren Krach in bie Luft flog unb augenblicklich versank. Von ber 13 Mann starken Besatzung bes „(£. Paulsen" waren 11 Deutsche. * Zu Ibsens Tob. Im Storthing gab der Präsident folgende Erklärung ab: „Seit der letzten Sitzung beS Storthing hat baS Vaterlanb einen großen Verlust erlitten, inbem einer seiner besten Söhne, Henrik Ibsen, burch ben Tob abberufen worben ist. Das norwegische Volk wird Bei einer int v"rftossenen Winter von der ®enbarmerte in Vilbel vor genommenen Revision ber Maße unb Gewichte wurde in bet Küche des I. G. K. ein Halbltter- blechmaß vorgesunden, das zwar am oberen Rande vorschriftsmäßig geeicht war, aber am Bodm ben erfordertichen^Eicbungs» vermerk nicht h.-tte. Es erging gegen ihn em etrafbe ebt wegen Zuwiderhandlung gegen § 369, 2 St.-G.-B., auf beffen Einbruch bas Schöffengericht zum Iweispruch kam, da der Angeklagter nicht als Gewerbetreibender im Sinne genannter Ge- setzcsstelle zu betrachten fei. Infolge Berufung ber Staatsanwaltschaft kam bie Gießener Strafkammer zur Verurteilung in eine Geldstrafe von 1 Mark; auch verfugte sie dte Einziehung des Flüssigkeitsmaßes. Sie stellte fest, daß der Angeklagte ein wohlhabender Landwirt sei, bet etwa 150 Morgen Feld bebaue unb etwa 20 Mhe besitze, beten Milch er nur zum kleinsten Teile im eigenen Haushalte verwende; den größten Teil verkaufe er cn Privatleute r..:b kleine Händler, unb zwar finde ber Verkauf in ber Weise statt, daß die Frau oder Bedienstete täglich in der Küche das geforderte Quantum zumesien; olange bet Vorrat reicht, werde verkauft an jeden, der komme, obaß die Zahl ber Abnehmer unbegrenzt sei. Sie war der Ansicht, diese Tätigkeit sei als Cktoeribebetrie'b ^u betrachten', beim Gewerbetreibender sei jeder, der in regelmäßiger Wiederkehr und in der Wsicht, unmittelbar Gewinn zu erzielen, Gegenstände nach Maß ober Geüvicht verkaufe, es komme dabei nicht darauf an, vb er diese Sachen selbst ziehe oder ankaufe, oder oll et den Bestimmungen der Gewerbeordnung unterstehe o^r Nicht. Die Frage, ob ein Landwirt in Ausübung der geschildeirten Tätigkeit als Gewerbetreibender im Sinne des § 369, 2 St. G. B. auzusehen ist, wurde in der Rechtsprechung verschieden beantwortet. Die Obetlandesgerichte Stettin unb Posen gingen) von der Ansicht aus, zu den Gewerbetreibenden in diesem Sinne g-hören alle die, welche fortgesetzt eine selbstgewählte, auf Erzielung von Gewinn gerichtete Tätigkeit ausüben, also auch Landwirte, welche die im Betriebe der Landwirtschaft gewo-nnenew Produkte zur Veräußerung brächten. Dagegen hat das oberste bayer-sche Laudesgericht in einem Urteil ausgeführt, das Strafgesetzbuch sei zu einer Zeit erlassen worden, als die Gewetve- orbnung bereits bestanden habe, es sei daher nicht anzunehmenl, daß in das Strafgesetzbuch ein anderer Begriff, als in bet Gem-O. unter jener Bezeichnung verstanden sei, habe aufgenommen: werden sollen, insbesondere deshalb nicht, weil ber § 369, 2 <5t G. B. gewetbepolizeilichen Charakter trage. Wenn in der Gewerb^ otdnung der Begriff des Gewerbetreibenden auch nicht ausdrücklich definiert sei, so ergebe sich aus ihren einzelnen Bestimm- ungen aber doch, daß die Landwirtschaft nicht als Gewerbe anzusehen sei: dies entspräche auch dem Herkommen und bemi Sprachgebrauch, nach welchen die Urproduktion nicht zu den Gewerben gehöre. In den Betrieb der Landwirtschaft falle auch der Verkauf der selbstgewvnneuen Erzeugnisse. Es könne hieraus zwar ein gewerblicher Betrieb werden, wenn nach erfolgter Verarbeitung und Veräußerung die Handelstätigkeit überwiege, wie 5 B. bei Molkerei, Brennerei, oder Rübenzuckerfabrck; in andern Fällen handle es sich um einen landwirtschaftlichen Rebeu- betrieb, der den Bestimmungen der Gewerbeortmung nicht unterliege, wie auch die Bereitung von Wein aus Trauben, in den Bereich ber Landtvirtschaft gehöre. Das Oberlandesgericht Darmstadt hat sich, auf Revision des Angeklagten, ber Ansicht des obersten bahetischen Gerichts anges-chLossen unb Freisprechung eintreten lassen. Im vorliegenden Falle verkauft der Angeklagte lediglich sein beim Betrieb der Lm/iwirtschaft selbstgewonneues Erzeugnis und es überwiegt keineswegs die Handelstätigkeit. — Den gleichen Weg unter den nämlichen Umständen machte eine Sache gegen den Oekonom B. I. von Vilbel, in dessen Keller sich bei der Revision eine den gesetzlichen Vorschriften nicht entsprechende Wage vorfand. I. betreibt neben) Gastwirtschaft und Backsteinbrennerei eine größere Landwirtschaft, deren Erzeugnisse er ebenfalls im kleinen verkauft. Auch Uer hat die Strafkammer, nachdem das Schöffengericht infolge Einspruchs gegen den Strafbefehl zur Freisprechung gelangt war, das Urteil aufgehoben und auf 2 Mk. Geldstrafe erkannt und, die Einziehung der Wage verfügt, mit der Begründung, daß der bloße Besitz der unvorschriftsmaßigen Wage zur Bestrafung! genüge. Auf Revision des Angeklagten kam auch hier das Oberlandesgericht mit der nämlichen Begründung zum F r e i s p r u r- indem es die Ausführungen des bayerischen Oherlandesgerichls er i|n5h9: igelt, b bs aus » befien » uniert Aolho"' nicht er" id* 3 Sem geifniS hierbei w * d°b ber 01»“ -wei «"bl __ Der ' delphia f Rambo war jofc würben 1 Lhe der Mil der auf > Die ung< diesem a fc. : Schlosse' starb Tat: t Apparat Derletzu » ; Krimin! dringen ermo am 15 ihren haben, -JnÜ Aktien trage r schädigt bauten Knischr der sie 'N M in Tre Erdarl Will, l rich Lc $irr, 22. ssr Glilabel Mai Anna Hc stränkisch Seiler, 5 21. Heu hierselbst Mai Marie (j Ludwig Tochter, Ludwig em Soh Gertrud Müller; knecht K Ma des Gro geb. Die Tiehm i teufe wetteten um etn Faß Bier, daß der eine fein Pferd nicht in die Gaststube der „Krone^ brächte. Es dauerte aber keine drei Minuten, so war der Gaul, dem der Kops verbunden worden war, die sechs Treppenstufen oben und im Zimmer, die Wette war also gewonnen; alsbald fam eine neue Wette um ein Faß Bier zn stände, daß das Pferd auch ohne verhängten Kopf in die Stube ginge. Auch diesmal gewann der Besitzer des PserdeS die Wette. Lich, 24. Mai. Tie Stadt hat beschloßen, für die eit 1. Oktober 1905 hier bestehende Ackerbauschute ein eigenes Gebäude zu errichten. Das Gebäude wird nach den Plänen deS Baurat Diehm erbaut und ist zu ca. 27000 Mark veranschlagt. — Die Erbauung unserer Wasserleitung hat gute Fortschritte gemacht, sodaß ihre Vollendung etwa im August zu erwarten ist. Die Quellen, die sich bei Albach befinden, sind gefaßt und man arbeitet bereits an der Rohrlegung. Die Ende der 80 er Jahre erbaute Wasserleitung, deren Quellen im Walde nach Garbenteich zu liegen, hat vor zwei Jahren versagt. Die neue Leitung wird in das alte Reservoir geleitet. X Lich, 26. Mai. Hier wurden dieser Tage bei dem Bau der Wafferleitung eine Anzahl altertümlich geformter Hufeisen, Nägel usw. gefunden. ---Butzbach, 25. Mai. Johannes Ludwig Waid- mann von Hausen erwarb einige Grundstücke am Nieder- weiscler Wald nächst der Chausee nach Hausen und gedenkt daselbst ein Gasthaus grüß"ren Stils zu errichten. — Der Bäcker Wilhelm Müller verkaufte gestern sein Anwesen, Langgasse 26, an Bäcker Friede. O h l von Bad- Naub"im zum Preise von 17 000 Mk. — Ein junger Kaufmann überfuhr gestern auf dem Marktplatz mit feinem Fahrrad einen fünfjährigen Jungen. Mit einer heftig blutenden Kopfwunde wurde das Kind seinen Eltern zugcsührt. — Der Turnverein bewilligte in seiner jüngsten Versammlung am letzten Mittwoch die Summe von 5 00 Mk. für das Trachtenfest. K W B M L •Ä Herr Gasthofbesitzer Theodor Gellarlos ebenfalls ™ bet Raffel a” Wn Nord. . ^europäische ”it), sodaß enilt ^emplare ^en Schlangen • Eendntnme in aßr und «Ae. m Salbliter. Ronbt vorschrülS. blichen EicfangS. m Strafbefehl JA aus dessen kam, da der L> nc genannter Heang btt Staats, zur Peiurleilung । verfügte sie die fest, daß brr An- 'tun 150 Morgen Milch er mit zum ibc; dm größten ändler, intb per ie Fm oder Br- aiantum zuMffen: iedm, der ei. Sie war der! eb xu betrachten- Mäßiget Wieder- u erzielen. Gegen- mme dabei nicht ■ ankaujr, rfrr ob erfahr oder nicht, der Milderten Z § 369, 2 St. fang verschieden tb Posen gblgm in tLesvn Sinne ;rwMr, mii & n, a\\o auch Land« Schaft gewonnenen 'N hat das obersic geführt, das Straf- als die Geioerfa' nicht anMehmai als in der Gcw^L. isaervmmen werd« 369, 2 St. O in der Gewerbe- auch nicht -Wt übeE' iübenzucheckÄ,^ ochnungmchtu»^ ,3 Trauben, m ,be° rlandesgen..-bt d° * 4 & ’S S*tt'4S fliftrt keineswegs dic Ä i‘‘9ma\,fanat war, cechuv? 9 nt icr Bestrafung M-L das Ober- znd°J^Ä »d FLuIft” ff IJttoff^ |t e'Ngb xng. »Ä *? et Au , yurbe, Ä & N aA»“ E-» Wflren 11 ßa* . )ing9«b beS # ® ‘"’Ubt :it 3^'sßolt ot«*4 Z? "'S ®ä„ Jb,t 2* d°-L- Si elro«5 »n S tä ’Si. M sq T. '™ Sreien ÖQ§ den Be. ’$s an eure. Zeit die A°nqen ver. ?1°nge bt. Kreterin bet 'f' itan H«iz Es ftorben an: vom KD III 3% Portugiesen . . 146.60 Tiirkenlose . . 54.00 108.10 160.80 Für die gesamte Redaktion verantwortlich in Bertr. Ernst Leh. Hierselbst. Geborene. Bochum Guss . Buderus E. W 70.00 97.70 1 KD 2(2) 1 1 3(1) i m 2(2) 1 1 3(1) 1 (1) 100.60 100.70 96.55 105.80 69.40 70.80 91.30 95 45 94.75 Harpeuer Bergwerk. Lfturahtltte . . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . Türkenlose . . . Berliner Handelsges . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-KommandiL . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisontahn . Gotthard bahn . . . . Lombard. Eisenbahn Oestcrr. Staats bahn . . Prince-Henri-Eisenbahn Lebensfchwäche Altersschwäche Diphtherie Tuberkulose der Lungen Gehirnfchlagfluß Morbus Basedow Krebs Verunglückung . 24.50 . 145.00 . 152.00 4% Öesterr. Goldrente. . 4,/s°a Öesterr. Silberreute 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Beute . . . 3% Portugiesen Serie I . . . 253.30 . . 133.00 . . 100.20 . . 88.10 . . 100.20 . . 88 15 . . 99.00 Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmnnder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: still. Beichsanleihe do. Konsole . do. . < Hessen . . Oberhessen 496 Griech. Monopol-Anl. 4 % äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner . . . 4>j°/0 Chinesen . . . Aktien: Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hesse» für Sonntag, den 27. Mai 1906: Leiter und nur nachmittags wolkig, trocken und wann, morgens stellenweise Nebel, nachts kühl. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert . . . F.schweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Pakotf. Harpener Bergwerk. . . Lanrahütte...... 4A°/o russ.Staatsanl. 1905 4'An „ japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Abmchnung trnrb England cm nächsten Samstag verlassen undi sich zunächst na Hamburg begeben. Madrid, 26. Mai. König Alfons und Prinzessin Ena von Battenberg trafen gestern abend 6 Uhr 45 Mm. hier ein und fuhren zu'Waqen nach dem Lustschloß El Prade. Petersburg, 25 Mai. Ter Ministerpräsident Gorern yki n wird morgen nachmittag um 3 Uhr in der Sitzung der Reichs duma die Antwort aus die von der Duma in rarer Adresse vom 10. Mai abgegebenen Erklärungen verlesen und die gesetzgeberischen Absichten der Regierung darlegen. Petersburg, 26. Mai. Der Generalgouvcrneur von Kiew erhielt vom Minister des Innern die Anweisung, dah Israeliten, die in dem ihm unterstehenden Gebiete gesetzt widrig außerhalb der hr die jüdische Bevölkerung vorgeschrle-« denen Zone ivohnen, ermächtigt werden, bis tur Losung der Juden- srage durch die Reichsduma d<-rt zu verbleiben. Lemberg, 25. Mai. Die heute abgehaltcne BertrauenK- männer-Bersaminlung der Ruthen en nahm einen Beschluß- antrag betreffend die Wahl re form an, in welchem otc nithenischen ReichstegSabgeordncten aufgesvrdert werden, die die Ruthencn bedrohende Katastrophe mit allen Mitteln abzu- wendcn. Im Falle der Erfolglosigkeit ihrer Bemühungen seren weitere Mitwirkungen an der Wahlrcform aufzugeben und die Rcichsretsmandate niederzulegen. Tie Verantwortlichkeit für bte Folgen werde der Regierung und den Polen überlassen. Nashville (Tenesfech. 25 Mai. Das OberbundeS- g e r i ch t, das mit der Untersuchung über das Vorgehen desl Tung mittel-Trusts besäjäftigt ist, stellte 80 Personen, unter Anklage. . 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr 1(1) - Tendenz: behauptet. Berliner Börse, 26 Mai. Anfangskurse. 154.50 135.90 266 00 226.00 162 80 217 70 249.00 . 160.10 . 142.60 . 237.80 . 218.30 . 248.60 . 24.50 . 129.00 . 146.00 . 172.90 . 142 80 . 238 50 . 184.00 . 186.40 . 161.00 . 211.90 Gießen, den 25. Mai 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. D.: Curschmann.______ Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse. 26 Mai, 1.15 Uhr. 3^*7« 3% 3% 3K°/„ 3^*7, Bekanntmachung, die Erhebung der Kurtaxe und der Badegelder itt Bad-Nauheim betreffend. Zs ist die Anordnung getroffen worden, daß die Abgabe von Bädern in den Badehäusern zu Bad-Nauheim an die Ortsansässigen zu Bad« 9Zaubeim und Einwohner der benachbarten Städte und Orte, welche in Bad-Nauheim keine Wohnung nehmen, sondern nach genommenem Bad an demselben Tag nach ihrem Wohnort zurückkehren, zukünftig nur dann noch erfolgen soll, wenn von denselben Legitimationskarten ihrer Gemeinde« behörde dem Aufsichtspersonal in den Badehäusern vorgezeigt werden. Wir bringen dies unter dem Anfügen zur allgemeinen Kenntnis, daß die erwähnten Legitimationskarten bei uns — Zimmer Nr. 15 — erhältlich sind. Griginal-DrahtmeLdungen. R. B. D a r m ft a b t, 26. Mai. Zu Ehren des neuen preußischen Gesandten, Freiherrn ernt Rucker-Jänis ch, findet nm nächsten Mittwoch im Residenzschloß eine Galatasel zu etwa 40 Gedecken statt. sd. Darmstadt, 26. Mai. Leute nachmittag um 3 Uhr wird das Großherzogliche Hvslager nach Schloß Wvlssgartcn verlegt werden. — Das Großherzogl. Paar folgte gestern mittag einer Einladung des Prinzen FranA Josef von Battenberg un d G e in a h l i n zum Diner. Bvrhcr hatte der Großherzog dem föofmoler Beyer hier im Neuen Palais etiva zwei Stunden lang zn einem Porträt gesessen. Berlin, 26. Mai. Tas Schivuraericht sprach die -Lchläch- terssrau Künstler frei, lvelche inegen versuchten Totschlags angeklegt war. Tic Angeklagte hatte wegen Unglück-- sicher Familienverhältnisse sich mit ihren beiden Knaben int Alter von 7 und 3 Jahren vergiften wollen. Mle wurden aber gerettet. Puenderich a. d. Mosel, 26. Mai. Gestern, abend gegen 9 Uhr entgleiste hier ein besetzter Wagen eines Personenzugs. Er stellte sich uqer über das Gleise und störte zwei Hauptgleise von Trier nach Eoblenz. Der Verkehr wurde durch Umsteigen bis 1 Uhr aufrecht erhalten. Passagiere sind nicht verletzt. „ , Würzburg, 26. Mai. Heute früh wurde emc Vvch-- staplerin Namens Weisser hier verhaftet, die von der .Heidelberger Staatsanwaltschaft verfolgt wurde. Währeitd des Verhörs auf der Polizei sprang sie aus dem Fenster des 1. Stocks auf die Sttaße und erlitt schwere Verletzungen. Kissinge n, 26. Mai. Gestern ist der Professor der Botanik Erwachsene: im Summe 11 '6) 10 (5) 1 (1) — Anw.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krmtkheit auf von attswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Nordd. Lloyd.....129.10 Obet’chles. Eisen-Industrie 131.50 Zusammen: KD immer tiefe Dankbarkeit ihm gegenüber fühlen für alles, was er uns geschenkt und gelehrt hat, und für die Ehre in der Welt, die er unserem Lande gebracht hat. In Ueberein- flimmung mit dem Ministerpräsidenten schlage ich vor, Ibsen aus Staatskosten zu beerdigen.' Tas Haus stimmte dem Vorschläge des Präsidenten einstimmig zu. — Die Beerdigung ist auf den 31. Mai festgesetzt worden. * Ein alpiner Unfall. Am Himmelfahrttage ist am Sigriswyler Rothorn am Thuner See der 23jährige, aus Tyrol gebürtige Ingenieur Karl Gritsch aus Bern, dessen Eltern in Nürnberg wohnen, verttnglückt. Er unternahm morgens mit zwei Freunden den Aufstieg auf das Rothorn, besten Gipfel jedoch wegen ungünstiger Witterung nicht erreicht wurde. Beim Abstieg stürzte Gritsch über eine Felswand ab. Die Leiche ist nach Merligen geschafft worden. •• Automobilunfälle am Himmelfahrtstag. Dem „Leipz. Tgbl." zilfolge explodierte in der Nähe von Leisnig das Automobil des Arztes Dr. Sulzberger. Hierbei wurde der Bezirksarzt Dr. Schmidt so schwer verletzt, daß er noch in der Nacht starb. Dr. Sulzberger und der Chauffeur wurden gleichfalls schwer verletzt, während zwei andere Insasten des Automobils leicht verletzt wurden. — Der amerikanische Kaufmann Wilhelm Groß aus Philadelphia stürzte bei einer Aulomobilsahrt auf der Straße von Rambouillet nach Versailles aus dem Wagen und war sofort tot. Seine Frau und die übrigen Insasten wurden schwer verletzt. Chemnitz, 24. Mai. Heute wurde hier unter Anteilnahme der Militär- und Zivilbehörden, sowie eines zahlreichen Publikun^s der auf der Bornaer Höhe errichtete B i s m a r ck t u r m eingeweiht. Tie ungefähr 50 000 Mark betragenden Baukosten sammelte der zu diesem Zweck gegründete Bismarckverein. fc. M a n n h e im, 25. Mai. Tie 26 Iabre alte Frau des Schloffers Roedel warf sich vor einen Eisenbahnzug und st a r b kurz darauf an den erlittenen Verletzungen. Grund zur Tat: Familienzwist. — Durch Explosion eines Spiritns- avparates erlitt die Frau des Schreinermeisters Koos so schwere Verletzungen, daß sie heute st a r b. * Kleine Tageschronik. In Köln verhaftete die PJod,nitlu!f llfbrrlidit der ssodesWe in ötr Stabt ibir^rn 20. Woche. Vom 13. bis 19. Mai 1906. Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 w-miaa«iti .«wg» wri—»ni fwjiwuu.irnw^wwr «l — inmiwir- Krirninalpolizei den 30 jährigen Taglöhner Schultz unter dem dringenden Verdacht, seine im Februar verschwundene Ehefrau ermordet zu haben. — In T e p l i tz gestand die Gattin des am 15. ds. ermordeten Privatiers Schneider aus Silin ein, ihren zukünftigen Schwiegersohn G o e b e 11 gedungen zu haben, Schneider meuchlings zu ermorden. Beide wurden verhaftet. — In M a i l a n d wurde eine Fälscherbande entdeckt, die Industrie- Aktien fälschte. Bisher sollen vorzüglich gefälschte Aktien im Betrage von ea. 3 Millionen Lire entdeckt worden fein. Die Geschädigten sind anscheinend ausschließlich einige kleinere Privatbanken in Pavia. — Bei Hohensalza auf dem Geplesee bei Kruschwitz ertranken beim Baden zwei junge Leute. Ein Dritter, der sie retten wollte, ertrank ebenfalls. Avs^vg svs den AtsvLksamtsrkhiflern Der Stadt Kjeßrn. Aufgebote. Mai. 21, Benjamin, gen. Benno Weinberg, Bergwerksdirektor in Dresden, mit Rofa, gen. Panla Baer dahier. 21. Tobias Heck, Erdarbeiter dahier, mit Elisabethe Größer hierfelbst. 21. Martin Will, Wagner dahier, mit Elisabethe Wagner hierfelbst. 22. Heinrich Loh, Mechaniker dahier, mit Anna Junker hierfelbst. 22. Karl Pirr, Metzgermetster dahier, mit Hermine Bourgeois hierfelbst. 22. Friedrich Oswald Fritzsche, Sattler und Tapezier dahier, mit Elisabethe Rispel hierfelbst. Ehcfchlietznngen. Aiai. 19. Heinrich Kaspar Winnecker, Schneider dahier, mit Anna Hatz hierfelbst. 19. Dr. Robert Dauernheim, prakt. ?li-zt in Fränkisch-Crinnbach, mit Ida Seipp dahier. 19. Johann Konrad Zeiler, Betriebsführer in Stockhausen, mit Emma Jung Dahier. 21. Heinrich Pfeiffer, Schuhmacher dahier, mit Luise Schäfer Die nach- sind morgen von 12 Uhr mittags bis stehenden mV1 ulv 12 Uhr nachts sicher anzutreffen H. Arndt, Bahnhofstr. 41. — Dr. Geyer, Seltersweg 61. — _______Dr. JleyerhoflF. Nenen Bäne 27________D”/g Sonntag 4—9 Uhr 488 Nur offen. Witwe de? Taglohners Heinrich Baduin dahier. 19. August Hell, 35 Jahre alt, Hotelbesitzer dahier. 23. Margarete Schneller, geb. Briemer, 66 Jahre alt, städt. Taglöhnerin dahier. Märkte. Gießen, 26. Mai. Marktbericht. Auf heutigem Wochennkärkte kosteten: Bntter pr. Pfd. 1.15—1.30 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Vfg., 2 Stck. 00-00 Big., Gänfeeier 00—00 Psg., Enteneier 7 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf^ Käfematte 2Stck. 5—6 Psg. Erbsen p. Pfund 22Pfg., Linsen p. Mund 32 Pfg., Tauben vr. Paar0,80-1,00 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsensieisch pr. Pfd. 76—84 Pfg., Kiih- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweine- sieisch pr. Pfund 80—86 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammclfleifch pr. Pfund 60—80 Pfg. Welsche per Pfund —Kartoffeln vr. 100 Kg. 6,00—0,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg., Aepfel per Pfund 35 bis 50 Pfg., in Körben 00 Pfg., Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., Birnen per Pfd. 9)1 f. 0.00—0.00, Weißkraut per Stück 20—30 Psg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 7—1 Uhr. Heute früh entschlief sanft und unerwartet nach kurzem Kranksein unser geliebter Gatte, Vater, Bruder, Schwager, Schwiegersohn,Schwiegervater und Onkel im 60. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Cellarius geb. König. Schotten, den 26. Mai 1906. Die Beerdigung findet Montag, nachmittags 31/, Uhr statt. I Zur Saat! Virginia-Mais Seeländer Lein empfiehlt I. M. Schulhof 8885] Marttstr. 4. sti Ecke Marktstr. Mass- a. 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