Nv. 275 Zweites Blrrtt 156. Jahrgang Donnerstag 22. November 1906 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Tie ..Siebener KamilienbliMer" werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der .Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Giehener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schar Univcrsitälsdruckerei. 9L Lange, Dießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: CchuNr.7. Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr.: Anzeiger Dreßen. General-Anzeiger, Amt?- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen. KrlrannlmaHmlg. Betr.: Fcldbereinigung in der Gemarkung Gießen, links der Lahn; hier den allgemeinen Meliorationsplan von den Fluren 5 bis 19 und 40 bis 49 der Gemarkung Gießen. In der Zeit vom 23. November l. IS. bis einschließlich 6. Dezember 1. I. liegt auf dein Bureau der Großh. Bürgermeisterei Gießen der allgemeine Meliorationsplan nebst Erlüutecungsbericht und Prüfungsprotokoll von den Fluren 5 bis 19 und 40 bis 49 zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: Freitag, den 7. Dezember 1900, vormittags von 9 %—10 x/3 Uhr, auf Großh. Bürgerinelsterei Gießen, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nicht- erscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen find. Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens y, Bogen) cinzureichen. Friedber g, den 17. November 1906. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär. Schnittspahn, KreiSamtmann. Bekanntmachung. Betr.: Feldberelnigung in der Geinackung Feldheim. Montag, 3. Dezember 1906, vormittags 9 bis 10 Uhr, findet im Rathaus zu Inheiden die Entgegennahme der Wünsche bezüglich der Zuteilung der neuen Grundstücke der Feldbereinigung Feldheim statt. Die Wünsche find schriftlich einzureichen, vom Grundstückseigentümer zu unterzeichnen und sollen genau angeben, welche alte (nach Flur-Nummer zu bezeichnenden) Grundstücke zusammengelegt und bei welchen alten Parzellen die Zusammenlegung stattftnden soll. Wünsche, welche in den» oben genannten Termin nicht vorgebracht werden, haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. Friedberg, den 15. November 1906. Ter Grostucrzv.,..... i fungskommissär: Schnittspahn, Kreisamtmann. politische Lagesscharr. 800 Millionen für südwestafrikamsche Eisenbahnen. Nicht weniger wie 300 Millionen sollen vom Reichstag für Eisenbahnbauten in Südwestafrika gefordert werden! Wenn der neue Kolonialdirektor Dernburg mit diesem außerordentlich hohen Anspruch sich einführt, dann hat er von vornherein einen schweren Stand. Dernburg ist, wie Personen versichern, die ihn kennen, nur ein mäßiger Redner. Doch spräche er auch mit der größten Wucht der Uebcrzeugung — für em solches Vorhaben wird er keine Reichstags Mehrheit bekommen können. Die Entstehung des Planes wird übrigens auf einen nationalliberaten Abgeordneten zurückgeführt. Der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Semler weilt gegenwärtig, mit besonderen Empfehlungsbriefen des Reichskanzlers ausgestattet, in Deutsch-Süd,vest- afrika. Dr. Semler hat eine Schrift über seine Eindrücke verfaßt, die vermutlich in erster Reihe dem F ürsten Bülow und dem Kolonialamt zugegangen ist. In einem Auszuge haben die Reichstagsabgeordneten von der Schrift Kenntnis erhalten. In dieser Schrift entrollt der parlamentarische Forschungsreisende ein Eisenbahnbauprogramm, mit Einschluß sogar des öden Ovambo-LandeS. Durch „allmähliches Umklammern mit Eisenbahnen*, durch eine friedliche Eroberung, soll die Ovambo-Frage gelöst werden. Tas Projekt des Kolonialdirektors Dernburg basiert auf einer Jahresforderung von 30 Millionen für Eisenbahn - bauten. Durch die Verteilung' der 300 Millionen auf zehn Jahre wird der Eindruck des Planes nicht gemildert, auch nicht dadurch, daß ein Teil dieser Millionen durch Landessteuer in der Kolonie selbst aufgebracht werden soll. WaS kann bei der Laudessteuer heraiiSkommen? Ein kleiner Ehrenzuschuß im besten Falle. Die Farmer verlangen ja noch immer Entschädigung; Entschädigungs- bedürftige sind jedenfalls auf absehbare Zeit nicht steuer- kräftig. In der Hauptsache würde das Reich für die Durchführung des Eisenbahnprogramms die Mittel zu beschaffen haben. Die Folge sind neue Steuern. Aber woher nehmen, da doch die schönen Berechnungen von der Ergiebigkeit der jüngsten Reichs steuern sich als graue Theorie herausgestellt haben? Die Forderungen im neuenMilitäretat scheinen schon Ucberraschungen genug zu enthalten; diese koloniale Ueberraschung konnte erspart bleiben. Serbische Geschichten. DaS intereffante Land Serbien wird der Welt demnächst wieder ein eigenartiges Schauspiel bieten durch die Erörterung der Thronfolgerfrage in der Skupschtina. Was über das Leben und Treiben des Kronprinzen Georg bekannt geworden ist, qualifiziert den Erben dec Krone in vollstem Maße für die Unterbringung in einer Nervenanstalt. König Alexander, der letzte Obrenowitsch, bat gewiß kein einwandfreies Leben geführt. Aber eine gewiße Gutmütigkeit unterscheidet ihn vorteilhaft von dem ältesten Sohne des Königs Peter, von dem der „Voss. Ztg.* geschrieben wird, er sei in Serbien in einem Maße unbeliebt, daß die Auscollung der Thronfolgerfrage eme Gefahr für die Dynastie bedeute. Der Streit um die Zurechnungsfähigkeit des Kronprinzen berührt also den Stand des Regimes der Karageorgewitsch, dessen staatsrechtliche Legitimität schon an sich keineswegs über jeden Zweifel erhaben ift Das Ausland sieht sich genötigt, der Entwicklung der Tinge in Serbien erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden, in erster Linie das politisch auf dem Balkan hervorragend interessirte Oesterreich-Ungarn, dessen Würde als Großmacht der frühere Minister Graf Goluchowsky Serbien gegenüber energischer hätte wahren sollen. Tas Versäumte will dessen Nachfolger, Frhr. v. Aehrenthal, offenbar nachholen, im Einvernehmen mit dem anderen Balkanwächter Rußland und mit seinem Verbündeten Deutschland. Ter gegenwärtige serbische Ministerpräsident Pasitsch hat in seinem altradikalen Klub ganz ungeniert verkündet, daß Serbien sich wirtschaftlich und politisch von Oesterreich- Ungarn und Deutschland losreißen müsse, da diese ganz andere Interessen auf dem Balkan verträten. Deutschlands Juteressen dort sind bekanntlich nur handelspolitischer und finanzieller Art. Aber es muß befremden, daß derselbe Herr Pasitsch so unfreundlich über Deutschland urteilt, an dessen Kaiserhofe er vor nicht langer Zeit ehrenvoll aufgenommen wurde, und es muß des weiteren bedauert werden, daß jetzt ein Berliner Bankhaus sich bereit erklärt hat zur Uebernahme eines Teiles der neuen serbischen Anleihe. Der Erwerb dieser Papiere kann dem deutschen Publikuin kaum empfohlen werden, es ist mit serbischen Fonds hinreichend versehen. Frankreichs Freigebigkeit gegenüber Serbien hat politische Gründe, denn Serbien übertrug seine große Kanoneubeslellung einer französischen Firma, und zudem legt sich die Regierung der Republik neuerdings auf Quertreibereien gegen Oesterreich-Ungain, unbekümmert darum, ob das dem russischen Verbündeten genehm ist. Am Ende hat sich Frhr. v. Aehrenthal in seiner Unterredung mit dem Fürsten Bülow für alle Fälle dec Erwiderung des „Sekundante n bienfteS* deutscherseits versichert, den Oesterreich-Ungarm dem deutschen Verbündeten in Algeciras leistete. Es würde im übrigen den serbischen Gepflogenheiten widersprechen, wenn das durch die neue Ausländsanleihe beschaffte Geld im allgemeinen Volksinteresse Verwendung finden würde. Zum großen Teile dürfte es in den Taschen einflußreicher Politiker hängen bleiben, mit anderen Worten, zu Bestechungen dienen, nicht zuletzt, um in der Thronfolgerfrage den Interessen der gegenwärtigen Dynastie günstige Beschlüsse herbelzuführen. Das serbische Volk würde aber solchen „Staatsstreichs wohl kaum ruhig hinnehmen. * Der amerikanische Staatssekretär 9loot hielt in KansaS City eine Rede, in der er unter anderem Schiffahrtsslibsidien zur Förderung deS amerik. Außenhandels nach Südamerika befürivortete und sagte: Tie Vereinigten Staaten könnten den Schutzzoll- larif nicht alifheben. Keine heilige Allianz droht jetzt mit der Teilung Südamerikas, feine europäische Kolonisation an der Westküste droht unS jetzt vom Stillen Ozean abzuschlicßen, aber es bedarf keiner prophetischen Gabe um zu sehen, daß andere Gelegenheiten zur Anwendung der Lehre Monroes noch entstehen können. Der Grundsatz der Monroedoktrin ist ein ebenso weiser Ausdruck des heute geltenden gesunden politischen Urteils und eine ebenso wahre Kundgebung dec Gefühle und Instinkte des aineclkauischen Volkes, er ist noch ebenso lebenskräftig, wie es am 2. Dezember 1823 der Fall gewesen ist. Root ging dann in seiner Rede auf die Möglichkeiten ziir Ausdehnung des Handelsverkehrs ein und erklärte: Obwohl England, Deutschland, Frankreich und Spanien bereits dort tätig seien, so biete Südamerika doch ein so reiches und ausgedehntes Gebiet dar, daß es mit zunehmender Einwanderung und Entwickelung einen Markt für den Handel der Welt liefern würde, wie dec Orient. Tausende von Deutschen ließen sich bereits in Südbrasilien nieder; die Deutschen sind in Brasilien höchst willkommen; sie sind dort ebenso nützliche und gute Bürger wie in Nordamerika. Er hoffe, daß noch viele Deutsche nach Brasilien gehen und mit ihren Bürgertugenden an dem Aufbau ihres Adoptiv-VaterlaudeS Mitarbeiten werden. Die Nordamerikaner sollten sich über die Bedürfnisse der Südamerlkaner unterrichten und ein Kreditsystem einrichten, das zu dem in besonderen Verhältnissen in Frage kommenden Gebiete passe. Sie sollten in jeder Hauptstadt, wo Kapital in größerem Umfange nötig wäre, eine amerikanische Bank gründen und Kapital zur Verbefferung der Verkehrsmittel anlegen, wofür er die Hilfe des Staates empfehlen würde. Bon den Kolonialdebatten. Die „Post* erklärt, die Denkschrift über die Kolonien, in welcher Kolonialdirektor Dernburg das Programm niederlegen wollte, sei fertiggestellt und in Druck gegeben. Sie werde den Bundesrat wahrscheinlich demnächst beschäftigen. Nach demselben Blatte tritt demnächst im Kolonialamte die gemischte Landkommission für die Kolonien zusammen, welche aus Mitgliedern des Kolonialamtes, des Reichstages sowie aus Staatsrcchtslehrern besteht. Sie werde auch die Frage der Landgesellschaften und deren Heranziehung zu der sog. Kriegs st euer prüfen. Der demnächst im Reichstag zur Beratung kommende N ach trag se tat für Südwe stafrila wird voraussichtlich an die Budgetkommission verwiesen werden. Tenn der Reichstag dürfte außer auf das Kolonialprogramm des Herrn Tecn- burg Wert legen auf die Erklärungen des Gouverneurs v. Lindequist, dessen Eintreffen also wohl vor der Beschlußfassung über den Nachtragsetat abgewartet iverden wird. Gefordert find u. a. 6 0000 Mark für Beschaffung einer Kriegsdenkmünze. Der Reichstag wird diese Angelegenheit kaum für dringlich erachten, da ja der Große Geniralstab in seiner Denkschrift feftfieüte, daß der Krieg noch keineswegs zum Abschluß gebracht ist. Sonst ist man nicht so schnell bei der Hand mit der Prägung von Denkmünzen. Die Regierung hat z. B. dem vom Reichstag geäußerten Wunsch auf Prägung einer Schiller-Denkmünze aus Anlaß der vorjährigen Säkularfeier keine Folge gegeben. Es ist nicht einzusehen, warum das für die Volksvertretung unabweisbare Sparpcinzip nicht schon im Nachtragsctat und auch bei kleineren Positionen durchgeführt werden soll. AusLand. Kopenhagen, 21. Nov. Der Landsting verhandelte heule über den Entwurf der Regierung betreffend die Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts für die Kommunen. Der Führer der Frei konservativen, Graf Frys, erklärte, daß der Ausfall der diesjährigen Reichstagswahlen unzwei- dcutig die Sympathie der Bevölkerung f ü r den Regierungs- entmurf kundgetan habe und daß seine Partei die Konsequenzen daraus ziehen wolle. Paris, 21. Nov. Nach der von einigen Blättern veröffentlichten Fassung lautete die infolge der Interpellation des Senators Gaudin de Villaine vom Ministerpräsidenten Clemcnceau inbetreff der äußeren Politik abgegebene Erklärung folgendermaßen: Ich sei ein Anhänger der englischen Politik, so sagen Sie, ohne irgendwas näher hinzuzufügen, und ohne, daß man weiß, was das eigentlich ist, und Sie benutzen dies, um Frankreich das große Unglück vorauszu sagen (Gaudin de Villaine unterbrechend: „Ja oder nein, gibt es eine Militärkonv ention mit England?") Elemenceau fährt fort: „Glauben Sie, daß ich eine solche Frage mit Ja oder Nein beantworten kann? Obgleich der Minister des Auswärtigen nur wie allen seinen Kabinettskollegen Depeschen übermittelt hat, von denen sich einige auf die englisch- französische Entente beziehen können, so habe ich die Frage nicht studiert: Gibt es eine Militärkonvention - Ich weiß es nicht, a"ber glaube es nicht. Sie haben sodann von Diktatur- und von Revanche-Ministern gesprochen. Das ist ein Wort, welches auszusprechen Sie nicht das Recht hatten. Was soll ich Ihnen darauf erwidern: Wollen Sie, daß ich die Gesinnungen desavouiere, welche im Herzen vieler Franzosen sind? Tas ist es, was Sie zu verlangen wagen. (Lebhafter Beifall lüiks.) Wollen Sie, daß ich Frankreich b en schlimmsten Abenteuern ausliefere, indem ich sage, daß Sie Recht haben? Das ist eines guten Franzosen nicht würdig". — Die parlamentarische Gruppe der Schiedsgerichts» freunde beschloß, dem Minister des Aeußerri, Pichon, die hauptsächlichsten Beschlüsse zuzustellen, die im Juli 1906 von der interparlamentarischen Konferenz in London z u- gunften einer allgemeinen Beschränkung der Ausgaben für Heer und Flotte und Schaffung eines Friedensbudgets in jedem Lande gefaßt werden. Die Gruppe nahm das Projekt, permanente Schiedsgerichtskommissionen zur Schlichtung von Zoll- strelligkeiten gemäß der Bestimmung der Haager Konven- lioncn ins Leben zu rufen, wieder auf. — In 48 Departements fanden gestern die Jnven- tu rauf nahmen statt. In Landerneau und Ploudaniel sowie in Porest wurden die Türen der Kirchen zerbrochen. Einige ©enbarmen und Bauern wurden oerrouh- d e t und mehrere Verhaftungen sind vorgenommen worden. In Pomerole kam es zu Zusammenstößen in der Kirche, wobei ein Gendarm verwundet wurde. Auch hier wurden mehrere Personen verhaftet. — Während der Inventaraufnahme in der Kirche von Linselles wurde ein Offizier des 127. Infanterieregiments am Kopfe verwundet. Sein Zustand ist ernst. Alais, 21. Nov. Die Polizei verhaftete gestern einen etwa 36jährigen aus (Sognac stammenden Mann Namens Henri Mans, der von einer Frau bezichtigt wird, der Urheber des gegen den König von Spanien in Paris gerichteten Anschlags zu sein. Madrid, 21. Nov. Wie dre „Epoca* meldet, sollen sich in den Handelsvertrags-Verhandlungen zwischen Spanien und Deutschland Schwierigkeiten ergeben haben. Wien, 21. Nov. Das Abgeordnetenhaus lehnte heute den Minoritätsantcag Tellinger betreffend die Einführung des Pluralwahlrechts in namentlicher Abstimmung mit 201 Stimmen gegen 143 Stimmen ab. (Demonstrativer Beifall dec Sozialdemokraten, Christlich- sozialen, Tschechen; Gegenrufe der Alldeutschen und des Zentrums). Budapest, 21. Nov. Der Justizausschuß des Ab- geordnetenhauses verhandelte über die Petition bezüglich der Versetzung des Kabinetts Fejervary in den Anklage- zu stand und über den Antrag des Referenten Visontai, in dem die Handlungen des Kabinetts Fejervary als verfaffungs- widrig gebcandmarkt, aber von der Erhebung einer Anklage Abstand genommen und der Minister des Innern angewiesen wird, diesen Beschluß im ganzen Lande anzuschlagen. Tanger, 21. Nov. Die spanischen Kriegsschiffe „Pelayos und „Dona Maria de Molina* sind heute hier eingetroffen. Zehn Milizsoldaten plünderten mehrere Läden von Juden und versetzten die Bevölkerung in Aufregung. In Aczila wird neuerdings eine Schreckensherrschaft ausgeübt. Deutscher Reich. r Berkin, 21. Nov. Der Kaiser machte gestern dem Fürsten Bülow im Reichskanzlerpalais einen Besuch. Düsseldorf, 21. Nov. Die Versammlung des Vereins zurWahrung der Rheinschiffahrtsinteressen erhob in längerer Resolution von neuem entschieden Einspruch gegen die geplanten Schiffahrtsabgaben auf deutschen Strömen unter Berufung auf die Reichsverfassung und die Schiffahrtsakte, insbesondere im Interesse des Ober- rheines, da gerade Industrie und Handel Süddeutschlands in ungleich höherem Grade als die niederrheinisch-westfälischc Industrie unter den Abgaben zu leiden haben würden und durch die bisherige Behandlung der Frage das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Nord und Süd bereits erheblich erschüttert worden sei. Karlsruhe, 21. Nov. Das Justizministerium hat gegen den Zentrumsabg. Oberamtsrichter Wittemann in Donaueschingen wegen eines Briefes, den er an den kürzlich zu einem Jahre Zuchthaus verurteilten Pfarrer Geifert während der letzten Wahlbewegung gerichtet hatte, ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Russisches. In Odessa wurde bei dem israelitischen Friedhof, als ein Leichenzug zurückkehrte, aus der Menge drei Re- volverschüffe abgegeben, deren einer den Adjutanten des Polizeikommissars tötete, welcher die Aufrechterhaltung der Ordnung überwachte. Drei junge Leute begannen darauf davonzulaufen und wurden von der Polizei ver« folgt. Die Flüchtlinge gaben etwa 60 Schüsse ab. Als sie an einer Kaserne vorbeiliefen, wurden sie durch Flintenschüsse getötet. Ferner wurde in Odessa der Polizei- kommiffar L u ck e w i t s ch von Revolutionären erschossen. In den Geschäftsräumen der russ. Dampfschiffahrtsgesellschaft zu Odeffa griffen drei bewaffnete Männer im Korridor den Kassierer an und entrissen ihm eine Geldtasche mit 40 00 Rubeln. Bei der Verfolgung der Räuber wurde ein Stadtsergeant verwundet. Ein Räuber wurde gleichfalls verwundet und verhaftet. In Kungur (Gouvernement Perm), wurde der Polizeikommissar Pesechin während einer Haussuchung durch drei Revolverschüsse getötet. Der Mörder wurde verhaftet. In Moskau wurde die Kaffe einer Fabrik um 7 000 Rubel beraubt. Bei der Verhaftung der am Raube Beteiligten wurde ein Verzeichnis vorgefunden, aus dem ersichtlich ist, daß die Arbeiter in fast sämtlichen Fabriken in Lodz, darunter auch die des städtischen Gaswerks, monatlich an die Kaffe der sozialdemokratischen Arbeiterpartei einen gewissen Prozentsatz ihrer Gehälter abführen muffen. Um die Vorschrift, nach welcher Regierungsbeamten die Beteiligung an den oppositionellen Parteien untersagt ist, zu umgehen^ führte die Partei der friedlichen Erneuerung eine Gruppe der Parteifteunde ein. In Tiflis wurde auf den früheren Generalgouverneur von Jelissawetpol, General Gelostchapow, ein Anschlag verübt. Der General wurde tötlich verletzt. Dem Täter gelang eS, zu entkommen. Der Verbrecher schoß dem General Zwei Kugeln in den Kopf. Der Militärgouverneur der Festung Kars meldet: In der Nacht zum 13. November griffen bewaffnete Kurden jezidische und armenische Reisende an und töteten sechs Jeziden und zwei Armenier. Der Bezirksvorstand Dostan- bekow, von dem man vermutete, daß er an der Organifation dieser Bande beteiligt sei, hielt sich im Dorfe Drgori verborgen 500 Jeziden umzingelten dieses Dorf und verlangten die Auslieferung Dostanbekows. Ein blutiger Zusammenstoß zwischen Jeziden und Kurden wird erwartet. Kosaken sind dorchin geschickt. Adreßbuch 190?. Am Freitag, dem 23. November liegt in unserer Geschäftsstelle das nach den Hauslisten abgeänderte alphabetische Narnens-Berzeichnis derjenigen Bewohner und Firmen auf, deren Name oder Firmenbezeichnung mit den Buchstaben L M N O P a beginnen. Wir bitten die Interessenten, die Richtigkeit des Verzeichnisses zu prüfen und inzwischen eingetretene Aenderungen sorzunehmen. Brühl'sche Druckerei Adreßbrrch-Berlag. Aus Stadt und Land. Gießen, 22. Nov. 1906. ** Dekanatssynode deS evangel. Dekanats Gießen. Im Konfirmandensaal der JohanneSkirche tagte am 21. November die Synode des Dekanats Gießen unter Leitung des Dekans Strack-Leihgestern. In dem Eröffnungs-Gottesdienst predigte Pfarrer Weber- Langgöns. Den schriftlichen Bericht deS DekanatsausschusseS über das Jahr 1905 erstattete Pfarrer Glück-Heuchelheim. Neber die innere Mission berichteten Pfarrer Weber-Langgöns und Pfarrer Schwabe-Gießen, über die äußere Mission Pfarrer Gaßmann-Kirchberg, über den Gustav Adolf-Verein und den Evangelischen Bund Pfarrer Euler-Gießen. Neber daS Hauptthemcr deS Tages Mert der inneren Mission für das £anb- sprach der Vereinsgeistliche Pfarrer Braß- Darmstadt. Dem Vortrag folgte eine anregende Besprechung. Zum Dekan- Stellvertreter wurde anstelle des in den Ruhestand versetzten Kirchenrats Dr. Naumann Pfarrer Euler gewählt. ** Die Betrügerin, die in lekter Zeit unter dem Namen einer Frau Schmidt hier mehrfache Schwindeleien verübte, wurde gestern in der Person der Ehesrau bcO Arbeiters Nabanus Nauheimer ans Winkel verhaftet. Der Ehemann, der seiner Frau bei den Betrügereien beihllse leistete, wurde ebenfalls verhaftet. ** Eine h5chst betrübende Kunde kam uns heute zu. In Pearadja auf Sumatra, im indischen Archipel, ist am 18. d. M. Frau Missionsarzt Dr. Winkler, eine Tochter des Pfarrers D. Schlosser, vom Typhus dahiugerafft worden. Vor 3V2 Jahren war's, als Pfarrer Schlosser die Ehe seiner Tochter in London einsegnete und von chr Abschied nahm — auf Nimmerwiedersehen! Im jugendlichen Blütenalter, nachdem sie kaum die Mitte der 20er Jahre überschritten hatte, ist sie nun ihrem geliebten Gatten und den Ihren, auf ferner, remder Erde entrissen worden, nachdem im Frühling dss. Js. ihr einziges Kind, ein Töchterchen, ihr im Tode bereits voran- gegangen war. Die zahlreichen Verehrer und Freunde des Pfarrers D. Schlosser teilen in herzlicher Ergriffenheit der schwer geprüften Eltern tiefe Trauer.. •* Bei den gestrigen Handelskammer-Er° gänzungswahlen wurden gewählt: Im Wahlbezirk Gießen-Stadt: Fabrikant Adolf Klingspor mit 102 Stimmen, Kaufmann C. W. N owack mit 98 Stimmen, Fabrikant Emil S ch m a l l mit 97 Stimmen und Kaufmann C. Röhr mit 91 Stimmen. Wahlbezirk Gießen-Land: Kaufmann Lorenz Wilhelm Rühl in Großen-Buscck mit 25 Stimmen. Wahlbezirk Lich: Brauereibesitzer Heinrich Jhring in Lich mit 26 Stimmen. Wahlbezirk Alsfeld: Wilhelm Wallach mit 44 Stimmen und Karl Grünewald II. mit 40 Stimmen. Wahlbezirk Lauterbach: H. Dürbcck in Lauterbach mit 28 (Stimmen. Mit Ausnahme deS Herrn Rühl, der an die Stelle des aus dem Kammerbezirk verzogenen Direktors Steinecke in Lollar trat, gehörten sämtliche Herren schon seither der Handelskammer an. ** Aus dem Militär-Wochenblatt. Im Beurlaubtenstande wurden befördert zu Leutnants der Reserve die Vizefeldwebel bezw. Vizewachtmeistcr Graf von Gers dorff (IV Berlin), des 1. Großh. Hess. Drag.-Regts. (Garde-Drag.) Nr. 23; Au müller (Naumburg a. S.), des 1. Gr. Hess. Inf.- (Leibg.) Regts. Nr. 115; Buek (Coblenz), des 2. Gr. Hess. Drag.-Regts. (Leib-Drag.-Negt.) Nr. 24; Stollenwerk (Rheydt), des 1. Gr. Hess. Feldart.-Regts. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps); Vogt (Friedberg), deS 1. Gr. Hess. Inf.-(Leibg.) NegtS. Nr. 115; Lechner (Mainz), des Inf. - Leib - Regts. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117; May (Frankfurt a. M.), des 2. Großh. Hess. Feldart.-Negts. Nr. 61; Fähnrich Kremer (Oberlahnstein), deS Juf.-Leib- Negts. Großherzogin (3. Gr. Hess.) Nr. 117. — Befördert zu Hauptleuten die Oberleutnants Trau (Worms), der Reserve des Jnf.-Leib-RegtS. Großherzogin (3. Gr. Hess.) Nr. 117; Schilling (WormS), der Landw.-Jnf. l.Aufg.; zu Obcr- leutnannts die Leutnants v. Jouanne (Schrimm), der Res. des 1. Großh. Hess. Inf.- (Leibg.) Regts. Nr. 115; Willenbücher (Mainz), der Landw.-Jnf. 2. Aufg. — Der Abschied bewilligt: Morneweg (I Darmstadt), Hauptmann der Landwehr-Kavallerie 2. Aufg., mit der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform; Zimmermann (Erbach), Oberleutnant der Lundw.-Jnf. 2. Aufg.; Sch uz (Gießen), Leutnant der Landw.-Jnf. 2. Aufg.; Weißheim er, Haupmann der Reserve der Feldart.-Schießschule. •* Der Verwaltungsrat deS Kunstvereins für das Großherzogtum Hessen hielt, den „N. Hess. Volksblättern" zufolge, am Dienstag eine Sitzung unter dem Vorsitze des Geheimen NatS Frhrn. v. Grancy ab. Es wurde einstimmig beschlossen, den angesammelten Fonds von 30 000Mk., der zur Herstellung von Kun st gegen ständen dienen soll, zur Anschaffung von Werken der Plastik für das Treppenhaus und Vestibüle des neuen Museums zu verwenden. Die Büste des Großherzogs soll von Prof. Habich in Marmor ausgeführt werden, von zwei Idealfiguren aus Bronze flankiert, die gleichfalls Habich schaffen wird, die Mittelhalle vor dem Treppenallfgang zieren, während die Treppcnpfosten im ersten Stockwerk durch zwei Putten in Kalkstein besetzt werden sollen, die der Bildhauer Robert Cauer-Darmstadt schaffen wird. Zwei Tierfiguren auS Bronze oder Terrakotta werden am Eingang des zweiten Stockwerks Aufstellung finden. Professor Gaul-Berlin soll sie Herstellen. Es wurde ferner beschlossen, daß bei künftigen Stiftungen deS Kunstvereins andere hessische Städie bedacht werden sollen. Die Viehseuchen find in unserer Provinz fortgesetzt in der Abnahme begriffen; die Schweineseuche, Schweinepest und Milzbrand, die den Sommer über besonders in den Kreisen Alsfeld und Lauterbach herrschten, sind dort ganz verschwunden. Die Schweinepest herrscht nur noch in Klein-Linden und Harbach, Milzbrand in Grüningen und Okarben. Etwas verbreiteter sind noch der weniger gefährliche Schweinerotlauf und der Rausch brand bei Schafen, letzterer im Kreise Gießen. ** Aus dem Kreis Alsfeld, 21. Nov. Da an der Kreisstraße Ober-Osleiden — Homberg wiederholt Baumfrevel begangen wurde, wurde vom Kreisamt für Feststellung des Täters eine Belohnung von 20 Mark ausgesetzt. — Landwirt Heinrich Schmidt II. von Reibertenrod wurde als Bürgermeister der Gemeinde Reibertenrod gewählt und bestätigt. x Friedberg, 21. Bei den Ergäuzungswahlcn zur Handelskammer Friedberg wurden einstimmig wiedergewählt in Butzbach Brauereibesitzer Christoph Melchior und in Büdingen Fabrikant Otto Schäfer. ft- Friedberg, 21. Nov. Wegen Fahrlässigkeit bei Angabe seiner Einkommen - und Vermögenssteuer- Erklärung wurde ein hiesiger Gewerbetreibender von der Gerichtsbehörde zu einer Geldstrafe von 20 Mk. verurteilt. g Bad-Nauheim, 21. Nov. Seitens des hiesigen Vortragsvereins fand heilte Abend im Sprudelhotel ein Vortrag des Geh. Obcrforstratcs W a lth er aus Darmstadt über „Waldschönheitspflege" statt. Der Redner schilderte zunächst die Wichtigkeit des Waldes in hygienischer Beziehung. Er mies nach, daß es in Großstädten, lvoselbst die Menschen von Jahr zu Jahr immer dichter zusammengepfercht würden, geradezu ein dringendes Bedürfnis sei, an freien Tagen und Stunden unsere ozonreichen Wälder aufzusuchen. Gerade in des Waldes Stille und Einsamkeit werden die abgearbeiteten Nerven am ersten gestählt. Hierauf zeigte Oberforstrat Walther die Bedeutung des Waldes in wirtschafllicher Hinsicht auf. Welche hohe Summen werden z. B. durch Schälen und Abholzen unserer Eichenwälder erzielt. Hier in Bad- Nauheim allerdings müsse dieser materielle Vorteil zurück- treteii, da man mit Rücksicht auf die Fremden etwas mehr Gewicht darauf legen müsse, unsere schönen Wälder zu. erhalten. Nirgends wird der Wald mehr besungen und in Gedichten verherrlicht als in Deutschland. .Wie viele wunderbare Geistesschöpfungen unserer Dichter, wie Uhland, Schiller, Goethe 2C. haben wir, von wievielen Komponisten wurde schon der Wald besungen. Ungefähr 26 Proz. des Bodens ist in Deutschland in Wald angelegt und der Waldbestand wird sich noch vergrößern. Das Klima des Waldes ist um 0,3 bis l1/^ milder als das des freien Feldes. Einen besonderen Reiz hat der Wald, durch die vielen Waldbewohner, wie Hirsche, Rehe u. dgl. Am Schlüsse betonte der Redner, man solle jederzeit darauf bedacht sein, den Wald und seine Anlagen zu schonen und schloß mit den herrlichen Versen: „O Täler weit, o Höhen, o schöner, grüner Wald", X Nonncnrod, 21. Novbr. Auch unsere Gemeinde bat sich entschlossen,der Gruppenwasserversorqung Bad-Nauheim beizutreten. Der Wa^crbezug unserer, im nächsten Jahre zu erbauenden Wasserleitung, erfolgt vom Wasserwerk Lauter aus. Ebenso hat sich unsere Nachbar- gemeinde Ober-Bessingen hierzu angcmeldet. X S t o ck b e i m , 21. Nov. Die hiesige Aktien-Zockerfabrik, dos Schmerzenskind der meisten Aktionäre, hat seit vorigem SamStag bis Montag ihren Betrieb in einer Weise aufrecht zu erhalten verstanden, der wegen seiner Eigenart einzig dastchen dürfte. Die Fabrik benutzt znm Saturieren der Rübensäfte gebrannten Kalk, den sie in ihrem Kalkofen ans von auswärts bezogenen Kalksteinen selbst herstellt. Nun ging gegen Ende der vorigen Woche der Kalk aus, wodurch die Fabrik in eine höchst fatale Lage versetzt wurde, da das Ausbleiben der Kalksteine eine Betriebsstillegung im Gefolge haben mußte. Aber in der höchsten Not ist Gott am nächsten, sagt das Sprichwort, ein erleuchteter Kopf wußte auS dem Dilemma zu Helsen: Mit Pickel und Schiebkarren rächten Arbeiter- Abteilungen ans das der Fabrik gehörige Anschlußgeleisc, um den Unterbau, sowie den Einfassungen des Bahndammes eine größere Menge Kalksteine zu entnehmen! Die Kalksteinzufuhr war also wieder gesichert, und der Fabrikbetrieb konnte nach vorausgegangene kurzer Unterbrechung in seinem vollen Umfange wieder anfgenommen werden. g. Fronhausen, 20. Novbr. Nachdem erst kürzlich der Landwirt Mann in Stedebach in seinem Keller etwa 80 wertvolle Münzen fand, hatte auch der hiesige Landwirt Hoos, ähnliches Glück. Beim Zerkleinern eines Balkens fiel ein Beutel mit etwa 25 alten Goldstücken heraus. sd. Darmstadt, 22. Nov. Auf der Station Gundern- () a u f c n (a. d. Nebenbahn Darmstadt - Großzimmern) verunglückte gestern der Bahnverwalter und Postagent S ch a cke r dadlirch, daß er beim Hochheben eines Güterwagens ausglitt und hinfiel. Die Näder gingen ihm über den Leib und er wurde so schwer verletzt, daß er schon nach einer halben Stulide st a r b. R. B. Darmstadt, 21. Nov. Die heutige Wahl zur Handelskammer Darmstadt vollzog sich unter zahlrreicher Beteiligung der Wahlberechtigten. Während bei früheren Wahlen mitunter nur 30 bis 40 Wähler erschienen, beteiligten sich heute von 802 Wahlberechtigten 214 an der Wahl. Gewählt wurden die Herren Bankdirektor C. ParcuS, Kommerzienrat Schlager, Kaufmann L. Trier, Kommerzienrat L. Röder, Zivilingenieur v. Voß, Kaufmann C. Bosselmann, Kaufmann B. Vodenbeim und Kaufmann Wilhelm Kolb. Die ersten fünf Kandidaten waren gleichzeitig vom Kaufmännischen Verein und dem Handelkverein, sowie dem Verein der Detaillisten aufgestellt; von den anderen Drei waren zwei weitere Kandidaten des Kaufm. Vereins. Mülheim a. M., 21. Nov. Da der Wahl des sozialdemokratischen Arbeitersekretärs Peter Zahn III zum Beigeordneten die Bestätigung vom Großh. Ministerium des Innern versagt wurde, muß demnächst zu einer Neuwahl geschritten werden. Dazu hat der sozialdemokratische Arbeiterunterstützungsverein in Mühlheim bereits Stellung, genommen und einstimmig beschlossen, den nichtbestätigten Arbcitersekretär Peter Zahn III wieder als Kandidat aufzustellen. Da nun die Wiederwahl wie auch die Wieder- Nichtbestätigung Zahns außer Frage stehen dürste, würde dann der Absatz 3 des Artikels 34 der Landgemeindeordnung Anwendung finden, der lautet: „Wird die Bestätigung der Wahl rechtskräftig versagt, so ist eine zweite Wahl anzuordnen. Wird auch diese Wahl nicht bestätigt, oder wird' der nach der ersten Wahl Nichtbestätigte wieder gewählt, so ist das Ministerium des Innern berechtigt, nach Anhörung des Kreisausschusses die erledigte Stelle durch Ernennung auf drei Jahre zu besetzen." Der Termin zur zweiten Wahl ist n. d. Off. Ztg. noch nicht festgesetzt. sd Auerbach, 21. Nov. Verschwunden ist seit einigen Tagen der ledige ca. 36 Jahre alte Besitzer des Restauration zur „Traube" Bester. Er hat das gutgehende Etablissement vor ca. 2 Jahren erworben und eine ziemlich hohe Anzahlung gemacht, doch ist die erhoffte Rentabilität nicht eingetreten. Er geriet in Zahlungsschwierigkeiten und ein Teil des Inventars wurde schon auf dem Zwangswege verkauft. B. stammt aus Biebrich, er genoß den Ruf eines tüchtigen und soliden Geschäftsmannes. Worms, 21.'Nov. Der Personenzug Gundheim-Worms, der abends 7% Uhr in Worms eintrifft,, fuhr gestern Abend bei der Abfahrt aus Gundheim infolge falscher Weichenstellung auf einen Prellbock. Der 40 Jahre alte, ledige Lokomotivführer Philipp Wen gl ein. aus Worms wurde dabei getötet. Ein Heizer und ein Postschaffner wurden ziemlich schwer verletzt und mußten ins Wormser Krankenhaus gebracht werden. Der Materialschaden ist gering. Der Familie des so plötzlich ums Leben gekommenen Lokomotivführers Wenglem bringt man herzliche Teilnahme entgegen, da sie vor nicht langer Zeit einen Angehörigen ebenfalls auf tragische Weise verloren hat. Die Leiche des Verunglückten wurde nach dem Rhein- gewannfn'edhof gebracht. (Worms. Ztg.) ü Frankfurt a. M., 21. Nov. Heute Morgen wurde ein Schutzmann, der in der Franken-Allee Einbrecher bei der Tat überraschte, von diesen durch drei Revolverschüsse schwer verletzt. Die Einbrecher entkamen. — 26 russische Landarbeiter, die von einem Agenten am Sonntag abend aus der Schweiz hierher gebracht wurden, sind von ihm hier im Stich gelassen worden. Bis Dienstag warteten sie vergeblich auf dem Hauplbahnhof auf den Agenten, der sie in die Heimat zurückbefördern sollte. Das russische Konsulat sorgte^ schließlich für die Weiterfahrt der Leute. .serielle $nrt •? ^nb. b W bci,m lbtt in ,ll*«nb T ^rTltsiia- . 6 viele IroieciÜne^)Iönb- uKr 'Setn. <$L E?nd bet BbaäbX®““ des : «• rthÄ6« ?s m «5 E.-,7K ä’Ä'*» Ä m-S™ s-«*i : 'n bcr hSLstm flöt ifl yp* Kotzf wuß!. flU) W* Zttriter, «Wußgrlnsk, um bcn lln. fies Sabnbammti eine größere f' Kallßnnziifu^ mar ilfo . .M »orauggegangene furiT Mrttt aufgtnoimnrn mtrbtn, »ran erst f^liä btr Landwirt ’a 80 töfritwUt Münzen fanb, iliifj (Jfürf. Seim Znllttnnw flltfn ®o(bftüden hnE. if der Station Tündern» >dt»Großzmmern) ver» rund Postagent Schocker ie§ Güterwagens aiiSglitt >m über den Leib und ec schon nach einer halbe» , Die heutige Wahl zur Izog sich unter zahirrcichcr Während bei srüheren Lhler erschienen, beteiligten ]kn 214 an der Wahl. intbirrftor C. ParciiS, nn L. Trier, ffommcr* - o, Voß, Hanfniann Zodenbeim und Kauf« süns Kandidaten rvarrn rein und dem handel.' Mn ansgesM', von ‘ > Kandidaten de? flrck loö. Da der Wahl dr- irs Peter Zahn III M avomGroßh-MMtenm demG zu einer Ke-- hat der sozialdemckaW Mühlheim bereits Stellung * deu rdhgK‘SS»w Termin zur Mn W.ftt t, d0lh,'b ° !< nasschtvE ;«id wg ’s » «t «tLann* .• iben 0««1’ zsG« L AUS ÄtzS''- 7'-OO ui «ZB-H rf) ,te, Dir t* »el[eh7tb‘itu r°«7 ,u- ** et«j rL ** Affine it f' ' '...... ” ts <» i) p n u nd d e n iflachbarftanten. InDiemerode bei Herskeld stürzte der ! 4jährige Sobn des Bürgermeisters San d r o ck m der Scheuer ab und brach das (Genick; er war so ort t o t. J Mainz ging ein 23jä6rinen Student, der Sobn em er achtbaren Familie, mit einer Kellnerin und dein epaxta pcnbuch seiner Schwester, aus das er zuvor 15 000 Mk. erhoben hatte, nach Rotterdam durch. Ter Durchbrenner batte sieb exit vor kurzem mit einer INjäbriaen Dame ans Frankfurt a. - vexwvt. vermrschtes. * Berlin 11 Novbr. Die Nachricht, daß die Verhandlung gegen den „Hauptmann von Köpenick", Voigt, noch vor Schluß deS Jahres vor der dritten Stralkammer deS Landgerichts II zu erwarten lieht, bat einen noch nie dagewesenen Ansturm auf die (Yerichtsschre.berei veranlaß. Jn« allen Teil-n Deutschland« und auch auS dem Ausland treffen tatsächlich zahlreiche Gesuche um Einlaßkarten in dem Bureau deS ObcrsckrctarS em, der sich dieser Sturmflut kaum noch erwehren kann. • Berlin, 20. Novbr. Eine folaenfchwexe Kohleno no - gaSverqistuna, bei der eine Verton den Tod sand und eine zweite lebensaesährlick erkrankte, ereignete fick m der vergangenen Nacht in dem Gebäude der Berliner Handelsgesellschaft m dcx Französischen Straße. In den Kellerräumen wird dort gegenwärtig ein großer Betriebskesiel montiert. Zur Sickex-Hei verbleiben nachts stets zwei Monteure in dem Raume, um die Wache auszuüben. Als beute die anderen Monteure erschienen, mutig ihnen ein starker Dunst entgegen, der von Kohleuorvd herruhrte. Ta die Wächter aus wiederbolte Riffe kein Lebenszeichen von lieb gaben, drang man in den Keller ein und sand die beiden rcnnng.lo. am Boden lieg-n. Während es gelang, den einen wieder ins Leben zurückzurusen, war der andere den Wirkungen der Rohlen- orydaase bereits erlegen. , _ t . * Ein Reserenbarmörder und Selbstmörder. In dem ostvreußischen Städtchen Bartenstein wurde am 20. d M. em Ober, lehrer vom Gvmnasium von einem Referendar m der Rahe des Bahn- Hofe« durch zwei Schliffe in die Brust getötet. Der Täter schoß sich dann selbst in. die Schläfe und wurde dann schwer verletzt m das Kranken. hauS gebracht, wo er am 21. d. M. verstorben ist. Der Tat soll eine LiebeSangelegenbeit zugrunde liegen. • DerBürgermeistervonSanFra n z isko , Schnutz, der sich auf einer Tour durch Eurova befand, um k ü n st lerisches Material iür den Wiederaufbau von san Franzi ? k o z u s a m m e l n , bat vor einigen Tagen in Berlin seine Reise plötzlich unterbrochen und ist schnurstracks nach den Bereinigten Staaten zurückgekehrt. Die vorzeitige Rückkehr des Mayors bangt mit den Beschuldigungen zusammen, die gegen ihn und andere m Verbindung mit den großen Unterschlagungen von Wohltätigkeitsgeldern erhoben wurden. Schmitz stellte die Anschuldigungen entrüstet in Abrede und führte sie auf ein Manöver seiner politischen Feinde zurück. K l e i n e T a a e s ch r o n i l Bei den Vorarbeiten für einen Abzugskanal in der Räbe von der St. Paulkathetrale in London hat der Baumeister die Entdeckuug gemacht, daß der Süd west türm sich zu senken beginnt und zur Zeit 13 Zoll Schlagseite hat. Die Behörden treffen die erforderlichen Maßnahmen. — Bei Harsey in Englands stürzte eine alte Brücke ein. Zahlreiche Leute, die gerade aus der Brücke die Ankunft eine- Paffagierdampfers erwarteten, fielen ins Waffer. Es konnte noch nicht festgestellt werden, wieviele Personen umS Leben gekommen sind.—In Glasgow barst ein Spirit uSbehälter, der sich in einer Branntweinbrennerei befand und 70 000 Gallenen frisch gebrannten Spiritus enthielt und überflutete die Muirheadstraße zwei Fuß tief. Durch die Gewalt der ausströmenden heißen Flüssigkeit wurde eine Anzahl Arbeiter gegen dieHäuser geschleudert und mehrere Fuhrwerke, deren Pferde den Boden verloren, fortgetrieben. Vierzehn Personen wurden verletzt, von denen elf in daS Krankenhaus geschafft wurden. Außerdem wurde eine Person getötet. — In Metz wurden 30 Personen, teils pockenkrank, teils als pockenverdächtig, in daS Krankenhaus ge- bracht und dort isoliert; ein Kind ist gestorben. Alle Erkrankten stammen aus der Paradiesstraße, wo die ärmste Bevölkerung dichtgedrängt zu- fammenroohnt. — In Mannheim ist der Redakteur Emil Hauth von der soz. „DolkSstirnnie" auf Anordnung der Militärbehörde vorläufig fest, genommen worden. Der Polizeibericht gibt als Grund Fahnenflucht an. Diese Begründung schreibt die „Dolksstirnine" als unrichtig. Arbeiterbewegung. Biedenkopf, 20. Rov. Der A u s st a n d einer Anzahl Arbeiter auf der benachbarten LudwigShütte ist r e s u l t a t l o s verlausen. Wie man hört, haben die Betreffenden zu den alten Bedingungen wieder die Arbeit ausgenommen. Landwirtschaft. Köln a. Rh., 20. Nov. Nach Mitteilungen aus dem Kreise Kempen hat die in Orte bei Gladbach ausgebrochene Maul, und Klauen- seuche weiter um sich gegriffen, sodaß neun Gehöfte abgesperrt werden mußten. Seitens der Behörden sind die strengsten Vorsichtsmaßregeln ge. troffen worden. In vier Sektionen wurde sämtliches Vieh unter Polizei« lickie B-ohachtimg gestellt. handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft. Nürnberg, 21. Novbr. Laut der in der heutigen Aufsichtsrats, sttzling btr Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vormalS Schlickert & So. vor- gefegten Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung über daS am 31. Juli d. I«. abgelaufeiie GefchäftSsabr beträgt der Bruttogewinn Mk 4 251,300 (i. V. Mk. 3.456,066), wozu noch ein Gewinnvortrag vom Borjahre mit Mk. 922,931 li. V. Mk. 1,204,103) tritt. Nach Deckung btr DerwaltungSkosten, der Vollzinsen, der Steuern und der üblich-n Ab- schreibungen verbleibt ein Reingewinn in Höbe von Mk. 3,204,134 'i. V. 2,676,5531, wovon Mk. 114,060 (i. V. Mk. 73,622) dem gesell- schastlichen Reservefonds zufließen und 5 Prozent vertragsmäßige Tantiemen für den AussichtSrat gleich Mk. 24,357 zu bestreiten sind. Der AufsichtS- rat und Vorstand schlagen der auf den 4. Januar nächsten Jahres eim zuberufenden Generalversammlung vor, eine Dividende von 5 Prozent (i. V. 4 Prozent) zur Verteilung zu bringen und den Restbetrag von Mk 965.717 li. V. Mk. 922.931) auf neue Rechnung vorzutragen. Gleichzeitig soll ein Antrag auf Erhöhung deS Aktienkapitals von Mk. 42 Millionen auf Mk. 50 Millionen, also um Mk. 8 Millionen ge- stellt werden, zu deren Uebernahme sich ein Bankkonsortium bereit erklärt hat und von denen Mk. 7 Millionen den Aktionären im Verhältnis einer neuen auf sechs alte Aktien angeboten werden sollen. D i e Lage der deutschen Herrenkonfektion. Dieser Geschäftszweig, der vor 40 Jahren in bescheidenem Umfang auf den Plan trat, hat sich seit dieser Zeit so außerordentlich entwickelt, daß er auch im Ausland mit an erster Stelle steht und in vielen Ländern den Wettbewerb mit leichter Mühe verdrängt. Während z. D. nach dem letzten amtlichen Bericht die englische Einfuhr fertiger Kleider nach Ceylon eine Abnahme von 17 Prozent ergab, hatte Deutschland eine Zunahme von 250 Prozent zu verzeichnen; die Einfuhr von Deutschland, die im Jahre 1904 nur 81.750 NS. wertete, stieg nämlich im Jahre 1905 auf 203.350 RS. Japan war im letzten Jahr mit Lieferungen im Werte von 58 500 NS. beteiligt und kam gleich hinter Deutschland. An den HauptberstellungS- Plätzen Berlin, Stettin, BreSlau, Frankfurt a. M., Mainz, Speher. Stutt- gart — für Arbeiterkonfektion Elberfeld, Aschaffenburg, M.-Gladba» und Lübbecke werden tausende Arbeiter und Arbeiterinnen darin beschäftigt und finden dabei lohnenden Erwerb. Gegenwärtig wird nach der K. Z. über den Geschäftsgang in der Herrenkonfektion sehr geklagt, da da« ungünstige Wetter dem Berkans im Kleinhandel sehr geschadet hat und in- folgedeffen die Nachbestellungen fast unterblieben sind. Wie au« Fachkreisen jedoch mitgeteilt wird, sollen für das Frühjahr ziemlich bedeutende Auf- träge vorliegen Namentlich die in den letzten Saisons in Mode gekom- menen bunten Westen sollen stark gekauft worden fein. rttrchttche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. KottesdienN in der Synagoge (Südansage). Sam Stag, den 2 4. November 1906: Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbathausgang 5.20 Uhr. Israelitische Reliaionsgesellschast. Ciottesdienll. Sabbatseier am 2 4. November 19 06: Freitag abend 4.00 Uhr, Samstag vormittag 8.30 Uhr. Feier d e 8 Geburtstage? Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs. Nachmittag 3.SO Uhr. Sabbat-Ausgang 5.20 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr. Briefkasten der Lte-aktion. (Anonvme Anfrage« bleiben unberücksichtigt). Herrn Lehrer K., hier. Daß Ihr Schreiben nicht für bt( Dessentlichkeit bestimmt war, wußten wir nicht. Hätten wir das verl mutet, dann wäre seine Veröffentlichung selbstverständlch unterblieben. Wir nehmen davon Kenntnis, daß auch Sie „eine Fleischteuerung durchs auS anerkennen und ebenso drückend empfinden wir andere Angehörige deS Mittelstandes". Sie halten sie indes „nicht für so schlimm, wie die» in der linkSlib. nnb sozialdemokratischen Preffe stet» dargestellt wird." Dir geben zu, daß ein großer Teil dieser Preffe z u viel Geschrei macht und glauben auch mit ihnen, „daß an den erhöhten Fleischpreisen der Händlerring zum Teil die Schuld trägt." Aber nur zum Teil! Nicht zum „großen" Teil! Mriginal-Drahtniel-ringen. Paris, 22. Nov. Dem Eclair wird aus Cherbourg gemeldet, daß der deutsche Postdampfer „Kaiser Wilhelm der Große" auf der dortigen Nehde von dem Dampfer „Orinoko" angerannt wurde. Beide Dampfer wurden schwer beschädigt. Auf dem Dampfer „Kaiser Wilhelm der Große" wurden vier Personen getötet und zwei verletzt. Auf dem „Orinoko" wurden fünf Leute vermißt und man nimmt an, daß sie ertrunken sind. Nom, 22. Nov. Der Papst erhielt Drohbriefe von Anarchisten, worin diese erklären, daß in den vatikanischen Gärten Vomben niedergelegt wurden. Infolgedesien sind die Posten verdoppelt worden. Die Polizei nahm mehrere Personen, welche verdächtig sind, Urheber oder Mit- wisier des Bombenattentates vor dem Cafö und im Peters- dom zu sein, fest. New-Pork, 22. November. Der Sänger Caruso erschien vor dem Gericht, um sich wegen der Anschuldigung, ein unsittliches Attentat im Zoologischen Garten verübt zu haben, zu verantworten. Nachdem er versucht hatte, die Zeugen-AuSsagen zu widerlegen, wurde die Angelegenheit vertagt. Telefonische KursbeB^cMe deg Giessener Anzeigers, mitceteilt von der Bank für Handel nnd Industrie Glossen. Frankfurter Börse 3%e/0 Pelchsanleihe . . 97.90 3% do. . . 8645 3X70 Konsols . t . . 97.85 3% do..... 86 50 3 Hessen ..... 96.95 Oberhesflen . . . — 4% Oesterr. Goldrente. . 99.80 4‘/j?K Oesterr. Silberrente 100.30 4?K Uno-ar. Goldrente . . 96.— 49^ Italien. Bente . . . 102.90 3% Portugiesen Serie I . 69.20 3% Portugiesen III 69.80 4K°f0 msa.Stafttsftnl. 1905 89.50 4 japan. Staatsanleihe 98.60 4% Conv.Türken von 1903 94.50 Türkenlose......—•— 4% Griech. Monopol-Anl. 52 40 4% Süssere Argentinier . 89.— 36/0 Mexikaner . . 67.40 4H°/o Chinesen .... 96.60 Aktien: Bochum Guss..... 237.30 Buderus E. W . . 126.60 Tendenz: ziemlich fest. Berliner Börse, 22. Canada B. B. . . . i . 188.10 Darmstadter Bank . . . 138.60 Deutsche Bank .... 239.30 Dortmunder-Union C. . . 83 20 Dresdner Bank .... 155.80 Tendenz: nicht einheitlich. 22 Novemher, 1.15 Uhr. Plektriz. Lahmever . . . 141.75 Klektriz. Schnckert . . . 124.90 Esch weiter Bergwerk . . 243.— Gelsenkirchen Bergwerk . 223 50 Hamburg- Amerik. Paketf. 106.70 Harpener Bergwerk. . .213 90 Laurahtltte...... 244.30 Nordd. Lloyd.....129.— Oberschles. Eisen-Industrie 129.— Berliner Handelstvcs . . 171.30 Darmstadter Rank . . . 138.80 Deutsche Bank . . . 239.40 Deutsch-Asiat. Bank . . 170.90 Diskonto-Kommandit. . . 182.40 Dresdner Bank . . . 156.— Kreditaktien.....214.— Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 121.30 Gotthardbahn.....191— Lombard. Eisenbahn . . 34 60 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.30 Prince-Henri-Eisenbahn . 148.50 November. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 213.70 Laurahtttte .....—•— Lombarden E. B. ... 34.70 Nordd. Lloyd.....128.90 Türkenlose.....—.— Gretchen Giessen, den 21. November 1906. B”/, Gerbet. Ehefrau des Missionsarztes Dr. Hans Winkler in Pearadja, Sumatra, am 18. November am Typhus gestorben ist. Verwandten und Freunden teilen wir tiefbetrübt mit, dass unser geliebtes öffentlich vergeben werden. Zeichnung, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen wäh'-end der ÄmtZstunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote aus Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Texinin bei xms abzugeben. — Zuschlagssrist 14 Ta'e. Gießen, den 21. November 1906. Städtisches Hochbauamt. Vergebung vsn Zmmer- bezui. Llhreinerarbeit Das Liefern und Ausschlagen eines Podiums im Gesangsaal per höheren und erweiterten Mädchenschule soll Donnerstag, den 29. November d. Js., vorm. 10 Uhr Todes-Anzeige Allen Freunden und Bekannten die heutige Mitteilung, daß unser einziger Sohn und Bruder Georg Zorn nach langem, schweren Leiden im Alter von 25 Jahren sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Zorn Lollar, den 22. November 1906. Die Beerdigung findet am Freitag, den 23. d. Ms., nachm. 3 Uhr in Hofheim statt. 6970 Pfarrer D. Schlosser u. Fran. D”A Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, links der Lahn: hier den allgemeinen Meliorationsolan von den Fluren 5 bis 19 und 40 bis 49 der Gemarkung Gießen. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 21. November 1906 Großherzogliche ^irgcrmeisterei Gießen. Mecum. Bekmmrmnchung. Betr.: Wie oben. In der Zeit vom 23. November d. Js. bis einschließlich 6. Dezember d. Js. liegt auf dem Bureau der Großherzoglicken Bürgermeisterei Gießen der allgemeine Meliorationsplan nebst Erläuterungsbericht und Prüfungsprotokoll von den Fluren 5 bis 19. und 40 bis 49 zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: Freitag, den 7. Dezember 1906 vorm., von 91/,—10l/? Uhr, auf Großherzoglicher Bürgermeisterei Gießen, wozu ick die Beteiligten unter ‘ dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Einwendungen sind schriftlich abzusassen, zu begründen und auf Papier m Aktengröße, mindestens V, Bogen, einzureichen. B”/tt Friedberg, den 17. November 1906. Ter Großherzoql. Foldbereinigungskommissär: ____________gez: Schnittspahn, Kreisamtmann.____________ Lieferung nun WalMterialien. Im Jahre 1907 werden zum Walzen der Kreisstraßen des Kreises Gießen 10 300 cbm Bafalttleinfchlag und 2500 cbm Bindematerial erforderlich. Die Angebotsunterlagen liegen in dem Amtszimmer des Unterzeichneten (Landgraf Philipp-Platz) zur Einsicht der Bewerber offen. Daselbst können Angebote bis zum 12. Dezember d. I. abgegeben werden. Gießen, den 21, November 1906. Diehm, Gr. Baurat. bm/u Ein Versuch überzeugt, daß Geschäfts - Empfehlungen liefert billigst Bkühl'sche Universitätr-Vmclttei, Sieben. in Würfeln zu 10 Pig. für 2 Teller Suppe von unerreichter Güte und Wohlgeschmack sind. Nur mit Wasser in wenigen Minuten zuzubereiten. Bestens empfohlen von C21/11 L. Kalkhof, Nachf. H. Erle, West-Anlage 5. Fuhrleiftung. Das Anfahren von zirka 800 cbm Chaussiersteinen au8 dem Bruch Gottwalz & Heuser bei Rödgen an die Kreisstraßenabfahrten Gießen—Johannesburg und Viadukt Eder- straße—Grenze Gießen-Wismar soll in 29 Losen zu 15, 20, 25, 30, 40 und 50 cbm vergeben werden. Nähere Auskunft wird auf Verlangen an Ort und Stelle erteilt. BeendiguugStermin 1. Februar 1907. Offerten sind verschloßen bis zum 24. November d. I., abends 6 Uhr, bei der unterzeichneten Firma einzusenden. Peter Schepp 8t Preis 6967 Burkhardsfelden. — —,,, . . .........■ -■■ _ M Kriegerverein Wen. Feier des AllerhöGen Gebncklliises Tr. Aöiliglilhe» Hoheit des Großherzogs Samstag, den 24. l. M., abends V29 Uhr bei Kamerad Sauer (Neustadt) Die Ehrenmitglieder und Mitglieder des Vereins sind zu dieser Feier herzlichst eingeladen. y-y Hypnosen. Wachsnggestion 4* wende ich an bei Nervenleiden aller Art. Diele Tmik- schreiben von mir Geheilter sind bei mir anzusehen. —..... Langjährige Erfahrung. -s A. 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