Erstes Blatt L SS. Jahrgang Freitag 36. Oktober 1906 Nr. 252 Erscheint tdflltJ) außer Sonntags. Dem GießenerAnzeiaer werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamilien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der B r ü h l'schen Univerf.-Buch-u.Steln- bruderet. 0t. Lange. Redaktion, Erpedltion und Druckerei: S ch u l st r a b e 7, Redaktion 112 Verlag u.Exped.^^ASI Slbrefie für Deveschen: »lnzetger Gieße«. jMWyjMF /K BezngSvretS» W monatlich 7bPf., viertel Gießener Anzeiger s ° General-Anzeiger " SEHE Awf . Air e -r , . . den doIIL und ungern, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen KWFZ ___ ____________________________________ zetgenteil: HanS BeL Are Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Der Köpenicker Aäuver-Kauptmann, ein Schuster, verhaftet! Wir erhielten heute vormittag folgendes Telegramm': Berlin, 26. Okt. Tie Berliner Kriminalpolizei nahm heute früh in der Langenstraße im Osten Berlins den Köpenicker Kass en räuber fest. Es ist ein vielfach mit Zuchthaus vorbestrafter Schuhmacher Boigt aus Tilsit. Also man hat ihn doch erwischt! Nun ist dem genialen Räuber-Hauptmann, um dessen Persönlichkeit sich bereits Legenden zu bilden begannen, der ganze Prunk seines imponierenden Näubergewandes, in dem man ihn allgemach sich vorstellte, abgestreist. Ein simpler Schuster ist „der Herre Hauptmann"! Und von diesem Herrn Pechrat hat sich die gesamte Verwaltung der Stadt Köpenick imponieren lassen! Ist eine größere Blamage denkbar? Gerade jetzt wird der Vries eines Köpenicker Stadtrats an seine in Kassel lebenden Verwandten bekannt. Es heißt da u. a.: „Als ich um 4 Uhr am Dienstag nachmittag zum Rathause kam, fand ich sämtliche Eingänge durch feldmarschmäßig ausgerüstete Garde besetzt. Es wurde mir der Eintritt mit den Werten „Aus Befehl Seiner Majestät" verweigert. Wenige Minuten später erschien im Portal ein Hauptmann vom 1. Garderegiment, den ich aussorderte, mich einzulassen. Ich erhielt zur Antwort, daß die Zivilverwaltung der Stadt suspendiert, der Bürgermeister aus Befehl des Kaisers verhaftet und die Kommandogewalt aus das Militär übergegangen sei. Auf meine Frage, weshalb das geschähe, fragte der Pseudo- Hauptmann, ob ich Reserveoffizier sei, und auf meine Verneinung erwiderte er: dann könne er und dürfe er mir Näheres über die militärische Maßnahme nicht mitteilen. Als ich kurz nachher erfuhr, der Hauptmann lasse sich die Kasse vorlegen, versuchte ich in das Kasse n z i m m e r einzudringen, da ich nunmehr unruhig wurde; ich wurde indessen von zwei Gardisten zurückgewiesen, die mit geladenemGewehrimAnschlag mir den Weg versperrten. Ueberhaupt gehorchten Soldaten und Gendarmen dem Hauptmann tadellos. Ich versuchte vergeblich, telephonische Verbindung mit dem Landrat, der Kommandantur usw. zu erhalten, denn der Hauptmann hatte die Verbindung ab stellen lassen usw. ... In den ersten Tagen trafen unzählige Beschimpfungen, Hohn und Spott bei uns ein; jetzt aber ist ein Wechsel ein» getreten." Mit solchem Raffinement also ist der Schuster-Hauptmann vorgegangen. Vor einem Schuster hat ganz Köpenick gezittert, einem Schuster haben die Grenadiere blindlings Gehorsam geleistet, und sie hätten wohl gar ebenso blindsingS auf Befehl eines Schusters unter Umständen den Bürgermeister Dr. jur. Langerhans um einen Kopf kürzer gemacht! Konnte der Schlußakt der Komödie von Köpenick lustiger und wirksamer enden als durch diese Entdeckung? Wir werden ja schon morgen viel von diesem genialen Schelm erzählen können. Welche wunderbaren Gauner- fährten werden nun wohl an die Oeffcntlichkeit kommen! Welche Eulenspiegeleien hat der Schuster Voigt, er, der keckeste Don allen, sonst noch auf dem Kerbholz! Der Köpenicker Raubprozeß wird wohl die Sensation des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts werden. Auch die Städte Marburg und Worms traten dieser Tage noch in den edlen Wettstreit um die Ermittelung des Räubers. Am Mittwoch gelangte an den in Kölbe stationierten Wachtmeister Hattenbach die telephonische Nachricht, der Hauptmann von Köpenick sei in S ch w a- b e n d o r f aufgetaucht und habe angegeben, er wolle nach Marburg. Hattenbach stellte in Kölbe Nachforschungen an und erfuhr, daß ein Mann dagewesen fei, dessen Aeuße- res auf den berühmten Hauptmann passe. Der Fremde habe angegeben, er wolle in Marburg im Hotel Braunschweig übernachten. Hattenbach verständigte die Marburger Polizei davon, aber vom Herrn Hauptmann fand man keine Spur. Nach dem Wormser neuesten Polizeibericht glaubte ein Fabrikarbeiter .in dem Köpenicker Hauptmann einen ehemaligen Offizier der Fremdenlegion zu erkennen, der sich v. S a n t i u a t nannte und vordem deutscher Offizier war. Wegen Trunksucht sei er aus dem deutschen Heere entfernt worden. Später hätten sie beide noch in Frankreich zusammen verkehrt. Da habe ihm der Hauptmann erzählt, er habe irgendwo in Frankreich mit Hilfe von Soldaten ein ganzes Haus ausgeraubt, die Möbel fortschaffen lassen usw. Aber auch mit diesem war's also nichts. An die Täuschung englischer Bürger meist er erinnert der „Daily Expreß". Durch einen grotesken Scherz wurde beispielsweise der Bürgermeister von Cambridge im März v. I. genarrt. Eine Anzahl Studenten der dortigen Universität, in orientalische Gewänder gehüllt und die Gesichter dunkel geschminkt, stellten sich ihm als „Onkel des Sultans von Sansibar mit Ge- folge" vor. Die Studenten führten ihre Rollen so täuschend durch, daß der ganze Streich ohne die geringste Störung verlief. Der Bürgermeister und die Honoratioren der Stadt bereiteten dem „Sultan" einen feierlichen Empfang am Bahnhof und geleiteten ihn mit seinem Gefolge in pomphaftem Aufzug durch die ganze Stadt. — Aehnliche Streiche führte einst der famose Jenenser ewige Student Lutherorth aus, der, in jungen Jahren in den Besitz eines Niesenvermögens gelangt, einst mit ein,paar Couleurbrüdern — er war, Burschenschafter; «— eine' Fahrt durch mehrere deutsche Städte als Schah von Persien antrat und als solcher über Frankfurt, wo er rm Englischen Hof mit höchsten Ehren auf genommen wurde, glücklich bis Zürich kam, wo ihm leider das Geld ausging. politische Lagesschau. Zum polnischen Schulstreik hat der schlesische Zentrumsvarteitag folgende Resolution angenommen: Der Parteitag der Zentrumspartei betont nachdrücklich, daß das Recht, Religionsunterricht, Unterricht im Katechismus, biblische Geschichte und Kirchengeschichte zu erteilen, ausschließlich der Kirche zusteht und daß ferner der Religionsunterricht in der Volksschule den Kindern nach dem Sinne ihrer Eltern in ihrer Muttersprache zu erteilen ist. Der Parteitag erhebt deshalb Einspruch gegen jede Verletzung dieses Rechtes durch die staatlichen Organe. Die preuß. Negierung wird sich nicht wundern können, wenn nach einer so entschiedenen Stellungnahme derjenigen Partei, die als eine für die Regierung schlechterdings unentbehrliche Stütze gilt, der Widerstand der Polen gegen die Schulverfügungen vis zum Aeußersten geht. Der Staat wird sich seine Autorität über die Schule nicht nehmen lassen, umsoweniger, wenn seinen Anordnungen offener Trotz geboten wirb. * Landesökonomierat Ring f. Am Donnerstag i|t Lcuioesvtvnonnerat Ernst Ring, 56 Jahre alt, in seinem Landhause am Wannsee bei Berlin am Herzschlag verschieden. Die agrarische „Dtsch. Tagesztg." sagt von ihm u. a. : Ring war die verkörperte Energie, ein Typus der unermüdlichen Arbeitskraft. Sein Ziel war der Zusammenschluß der Landwirte zu kraftvoller Förderung der wirtschaftlichen Interessen. In den Dienst dieser Aufgabe hat er sich mit seiner ganzen Persönlichkeit, mit seiner gesamten Tätigkeit, mit seinem Herzen und seiner Seele gestellt. . . . Seine Tätigkeit in der Viehver - wertungs stelle und in der Milchzentrale ist bekannt. An beiden Stellen hatte er eine Arbeitslast und eine Sorgenlast auf feine Schultern genommen, wie sie von einem Menschen allein kaum getragen werden können. Gerade auf diesen beiden Gebieten hat er bekundet, mit welcher Fähigkeit und'Zähigkeit er die schwierigsten Aufgaben zu lösen und die stärksten Widerstände zu brechen vermochte. Dem Bunde der Landwirte hat er an hervorragender Stelle mit schönem Erfolg gedient. Im Abgeordnetenhaus hat er den Kreis Teltow-Beeskow- Storkow-Charlottenburg lange Zeit würdig und opser- fteudig vertreten. An seiner Bahre steht heute die deutsche Landwirtschaft und weiht ihm den Zoll herzlichen, auf» richtigen, treuen Dankes.__________________________________ Deutsches Reich. Berlin, 25. Okt. Zur gestrigen Frühstückstafel beim Kaiserpaar war der österreichische Feldzeugmeister Graf Beck geladen. Heute hörte der Kaiser die Vorträge des Kriegsministers, des Chefs des Generalstabes der Armee und des Chefs des Militärkabinetts. — Dem „B. zufolge beschäftigte heute das Thema „Erzberger und die Berliner Congopresse" eine Versammlung des Berliner Journalisten- und Schriftstellervereins. Erzberger ließ die an ihn ergangene Ein- ladung unberücksichtigt. Anwesend waren u. a. aus Togo BezickShauptmann Dr. Kersting und Amtshauptmann Schmidt, welche jedoch von vornherein erklärten, sich an der Debatte nicht beteiligen zu wollen, um dem gerichtlichen Verfahren nicht vorzugreifen. Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, in der die Versammlung ihre schärfste Mißbilligung ausspricht, daß der dem Journalistenstande angehörende Abg. Erzberger seine bevorrechtigte Stellung als Volksvertreter zu einer verallgemeinernden Beschuldigung der Presse mißbraucht habe, indem er zwei Blätter beschuldigte, von der Congoregierung bestochen zu sein. Er hält es eines Journalisten für unwürdig, derartige Beschuldigungen ohne bündige Beweisführung auszusprechen, und legt auf das entschiedenste Verwahrung dagegen ein, daß eine solche Art des politischen Kampfes auf das publizistische Leben übertragen werde. — Zur Fleischnotist von Angehörigen aller Fraktionen der Stadtverordneten-Versammlung der Antrag eingebracht worden: die Stadtverordneten-Versammlung ersucht den Magistrat, bei den Reichs- und Staatsbehörden mit allem Nachdruck erneut dahin vorstellig zu werden, daß die er- forderlichen Maßnahmen zur Abhilfe schleunigst getroffen, daß insbesondere die Grenzen für die Einfuhr von Vieh und Fleisch sofort geöffnet und die hemmenden Zollschranken sofort beseitigt werden. Köln, 25. Okt. Das Organ des rheinischen Bauernvereins glaubt, daß die Zeit jetzt gekommen sei, seitens der Landwirte vor den Toren der von der Fleischteuerung am meisten heimgesuchten Städte Schlachthäuser zu errichten, in die das Vieh unmittelbar von den Produzenten eingeliefert werde; das würde, so meint das Blatt, ein wirksames Linderungsmittel der Fleischteuerung sein. Leipzig, 25. Okt. Aus Anlaß der Herbsttagung des Vorstandes der deutschen Ko lo n ia lg esell schaft, die vom 25.-27. hier abgehalten wird, fand heute abend em Begrüßungsabend statt. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, sagte, die kolonialen Bc- strebungen könnten nicht mit Hurra und Begei sterung gefördert werden, sondern müßten aus fachlich wirtschaftlichem Boden erwachsen. Kolonialdirektor Dern- burg sagte telegraphisch seine Teilnahme wegen dienstlicher Verhinderung ab. Straßburg i. E., 26. Okt. Das Ministerium hat das Verbot des kleinen Grenzverkehrs mit Vieh und Fleisch sowie das Einfuhrverbot für Geflügel, Futtermittel usw. aus Frankreich wieder aufgehoben, da die Maul- und Klauenseuche in den französischen Greuz- departenients teils erloschen, oder doch erheblich zurückge- gangen ist. München, 25. Okt. Heute hat hier die Begegnung der Gräfin Montignoso mit ihren beiden ältesten Kindern auf der sächsischen Gesandtschaft stattgefunden. Der Gesandte empfing die Gräfin und die Großherzogin von Toscana, ihre Mutter, und geleitete sie in den Empfangssalon, wo die Prinzen der Mutter entgegen eilten. Mutter und Kinder brachen in heftiges Schluchzen aus. DaS Zusammensein dauerte etwa 2 0 Minuten. Regensburg, 25. Okt. Der Regierungspräsident der Oberpfalz hat den Bauern in einer landwirtschaftlichen Versammlung vorgehalten, daßViehzucht und Viehhaltung iit der Oberpfalz zurückgegangen seien. Nach Einführung des höheren Grenzzolls und des Schutzes sei die Viehzucht geradezu Pflicht der Bauern._________________________________ Ausland. London, 25. Okt. Em russisches Geschwader, bestehend auS den Kriegsschiffen „Diana", „Zesarewitsch" und „Begatyr", unter dem Kommando deS Admirals Bo ström, wird morgen in den englischen Gewässern erwartet. Dort soll der im Bau befindliche neue Panzerkreuzer „Natal" besichtigt werden. Auch werden die Russen auf dem Schießplätze der Gesellschaft besonderen Versuchen mit den neuesten Vickergeschützen, die von der gleichen Konstruktion wie die der Dreadnought-Klasse sind, beiwohnen. Paris, 25. Okt. Die „Libre Parole" behauptet unsinnigerweife, Clemenceau werde im Laufe des Nooember eine Anzahl Verhaftungen von Bischöfen, Schriftstellern u. f. w. vornehmen lassen, um darzutun, daß eine gegen die Republik gerichtete Verschwärung bestehe. Die Einberufung des Staatsgerichtshofes soll der Durchführung des Separationsgesetzes die Wege ebnen. Belgrad, 25. Okt. Skupschtina. In der heutigen Sitzung beantwortete Volkswirtschaftsminister Stejanewitsch eine Interpellation über die Verwendung des bewilligten Kredites von 500 000 Dinaren für die Ausfindigmachung neuer Handelswege. Die Regierung beabsichtige, im nächsten Jahre an den größeren Hafenplätzen deS Mittelmeeres Handelsagenturen und Handelsmuseen zu errichten. Die Regierung traf Vorkehrungen, die vorhandenen Schweine in exportfähiges Fleisch verarbeiten zu lassen, und lasse Versuche mit dem Transport von lebenden Ochsen unternehmen. Sollte dieses letztere sich als unrentabel erweisen, so werde man auch diese in geschlachtetem Zustande exportieren. Für die Zukunft plane die Negierung folgendes: Auflassung des Handels mit lebendem Vieh, Ausbau des Eisenbahnnetzes, Konzentrierung des Exportes in der Richtung Donau—Schwarzes Meer, Uebergang des Handels in die Hände von Handelsgesellschaften, Begünstigung der Kreditinstitute und Zuwendung der Aufmerksamkeit auf die Organisation des Importes. Treuton (New-Jersey), 25. Okt. Hier wurde die mit 6 Millionen Dollars Kapital begründete Trans-AlaSka and Siberian Company eingetragen, deren Zweck der Bau eines MeereSboden-TunnelS unter der Behring st raße und von den anschließenden Bahnstrecken in Alaska und Sibirien ist.______________________________________ Aus s.aot uno Laus. Gießen, den 26. Oktober ] 906. ** Parlamentarisches ans Hessen. DeV 2. Kammer ist eine Regierungsvorlage zugegangen, bie den Gemeinden mit mehr als 3000 Einwohnern das Recht zur Einführung der Wertzuwachssteuer für den in ihren Gemarkungen liegenden Grundbesitz einräumt. — Abg. Dr. Glassing beantragt, die Regierung wolle der Kammer eine Vorlage zugehen lassen, durch bie als Ergänzung der all gern. Bauordnung eine öffentlich-rechtliche Sicherung baugesetzlicher Vorschriften, baupolizeilicher Auflagen und baupolizeilicher Erklärungen herbeigeführt wird. — Der Rhein-Main-Gastwirteverband Hütte in einer Vorstellung eine Besteuerung des Kleinhandels mit Flaschenbier und Wein verlangt. Der 4. Ausschuß hat nunmehr beantragt, im Hinblick auf die regierungsseitig in Aussicht gestellten Aenderungen des Urkunoen-Stempel- Gesetzes die Vorstellung vorläufig für erledigt zu erklären. ** Der Sonderausschuß für die Reform der hessischen Verwaltungsgesetze behandelte in seiner Sitzung am Donnerstag nach einem sehr eingehenden Referat des Abg. Dr. Glässing die amtliche Stellung der Beigeordneten in städtischen Verwaltun- g e n. In den Verhandlungen, die saft die ganze Sitzung ausfüllten, kam man zu der Ansicht, daß die Fassung des jetzt noch gültigen Gejetzes (Art. 5CI) den Bestimmungen des neuen Artikels entschieden vorzuziehen fei, oa letzterer die .Beigeordneten als Amtsgeh Ülsen bezeichnet AiH Lusrcht des Ausschusses geht dahin, daß die Stadtverord- netenversammlnng von vornherein eine Verteilung der Arbeit zwischen dem Bürgermeister und den Beigeordneten vornehmen solle und daß hiernach Bürgermeister und Beigeordnete dort, wo nicht direkt von der Einsetzung eines Magistrats Gebrauch gemacht wird, die städtischen Angelegenheiten in kollegialer Beratung zu behandeln hätten. Man ist weiter der Ansicht, daß das Amt des Beigeordneten im Gesetz zweckmäßigerweise nicht näher zu präzisieren sei, daß die Beigeordneten im Bereich ihres Ressorts selbständig und nicht in Vertretung des Bürgermeisters zu zeichnen haben und allenfalls ihre Funktionen im Gesetz durch eine Bestimmung näher bezeichnet werden möchte, die zu besagen hätte: „Die Beigeordneten haben den Bürgermeister bei Erledigung der ihm zugewiesenen Amtsgcschäfte zu unterstützen". Dem Bürgermeister sei jedoch in allen Fällen das Recht vorzubehalten, denen er persönlich eine besondere Wichtigkeit zumißt. ** Der neue Badekommissär von Bad-Nau- Heim, Major a. D. Freiherr v. Starck, ist der Sohn des in Darmstadt lebenden früheren Staatsministers Freiherrn v. Starck/ Er diente seinerzeit im Dragonerregiment Nr. 24 und ging als Rittmeister ab, um als Adjutant und Stallmeister bei dem Herzog von Sachsen-K'oburg-Gotha einzutreten. Er ist 47 Jahre alt. •• Eine schöne Theaterkritik lesen wir in den .Mainzer N. Nachr.": „H. Stadttheater. „Die Jungfrau von Orleans" wurde am 6. Januar 1412 im Dorfe Dom- remy geboren. Am 30. Mai 1431 wurde si» auf dem Marktplatze zu Rouen verbrannt, am 23. Oktober 1906 im Stadttheater zu Mainz begraben. R. i. p.' -s- Steinbach, 25. Okt. Bei der am Donnerstag hier abgehaltenen Treibjagd wurden 33 Hasen, 4 Rehe und ein Fuchs zur Strecke gebracht. — Dieser Tage schloß sich der seitherige „Sängerkranz" nach vorausgegangenen Verhandlungen definitiv dem Gesangverein „Germania" an. Er erkennt die Statuten des letzteren an und übergibt ihm außerdem sein ganzes Inventar. t Allendorf a. Lda., 25. Okt. Gastwirt Ranft verkaufte sein Anwesen, jedoch ohne Wirtschaft, an Otto Mali- neus aus Nordeck zum Preise von 16 700 Mk. § Rodheim a. d. Bieber, 24. Okt. Zu der Notiz aus Fellingshausen über die Grube Eleonore teilt uns die Gebrüder Stummsche Bergverwaltung mit: Die Grube ging im Anfang der 70cr Jahre (1873) in den Besitz der Firma Gebrüder Stumm in Neunkirchen über und ist seit dieser Zeit ununterbrochen und zwar heute mit einer Belegschaft von 160 Mann im Betrieb. Was die Leistung anlangt, dürfte sic auch heute noch eine der ersten Gruben sein, die die höchste Leistung im Bergrevier Wetzlar auszuwcisen hat. Die Angabe der durchschnittlichen Leistung von 66182 Ztr. auf den Mann und das Jahr ist um mindestens das 12—15 fache zu hoch angegeben. p. Hof Altenberg bei Wetzlar, 25. Okt. Die hier von der Landwirtschaftskammer errichtete Zuchtstat io n für das Vogelsberger Rind ist, wie bereits mitgeteilt wurde, eingegangen. So weit wir unterrichtet sind, hat die Raffenfrage mit dieser Auflösung absolut nichts zu tun. Denn durch Beitritt zu den von der Kammer gegründeten Sticrhaltungsgenoffenschaften für schweres Fleckvieh kann ja jeder Landwirt auch Siinmentaler Vieh züchten. Der größte Teil unserer Bauersleute im Kreise Wetzlar stimmt aber für das Vogelsberger Vieh, weil der Futtervcrbrauch desselben geringer ist, als bei dem Fleckvieh. Die gen. Zuchtstation soll lediglich aus dem Grunde zur Aufhebung gelaugt sein, weil zwischen der Landwirtschaftskammer und dem derzeitigen Inhaber der Station verschiedenartige nicht auszuglcichcndc Meinungen über die Auslegung des HaltungsvcrtrageS sich ergeben hätten. cf. Butzbach, 25. Okt. Die Stadt richtet auf der Kugelhauswiese auf der Alböhn ein Klärbecken für die städtischen Abwässer ein. t Lauterbach, 25. Okt. Die Freiherren Riedesel vom 1. Oktober d. I. ab die Gehälter 1 y.r e r B e a m t e n erhöht. Außerdem erhalten die Beamten, die nicht Inhaber von Dienstwohnungen sind, Wohnungsgeldzuschüsse in angemessener Höhe. (?) Burkhards, 25. Okt. Unser Dorf hat Dele- phonanschluß nach Gedern erhalten. X. Gonterskirchen, 25. Okt. Hier wurde die 2. Schulstelle errichtet, nachdem die Schülerzahl auf 116 gestiegen war. Die neue Stelle erhielt Lehrer Lenz aus Klein-Linden. R. B. Darmstaet, 25. Okt. Die Vermählung des Grafen Wilhelm v. Schlitz, gen. v. Görtz, mit der Frciin Eateau Riedesel zu Eisenbach erfolgte heute mittag in der hiesigen Johanniskirchc; auch S. K. H. der Großherzog und der Fürst zu Erbach-Schönberg wohnten dem Trauakt bei. Pfarrer Dingeldey vollzog die kirchliche Einsegnung und legte seiner Predigt dem Text unter: „Lasset uns handeln im Lichte des Herrn." Die fünf Brautjungfern trugen weiße Taffetkteider mit weißen Chiffonhüten rmd rosa Rosen. , Die anmutige junge Braut hatte ein weiß- seidenes weiche? Schleppkleid angelegt. Nach der Einsegnung deS jungen Paares sang Kammersänger Fahr das geistliche Lied: „O Herr der Gnade, steig hernieder". An der Hochzeitstafel, die in den Festräumen des alten Palais stattfand, nahmen auch S. K. H. der Großherzog und etwa 80 Gäste teil. — Folgendes Menu wrkrde serviert: Con- ßomme ä la Begence — Barqnettes älarusse — Filets de soles ä, la Cond6 — Aloyau de boeuf brais6 — Supreme de fole gras — Ponche ä. la romaine — Fai- sans rötis Salade — Cardons ä l’Espagnole — Bombe glace — Eclairs au Parmasan — Dessert. Im Verlauf der Tafel erhob sich der Vater der Braut, Oberstall- tneister Freiherr v. Riedesel Exz., dankte allen Gästen, namentlich S. K. H. dem Großherzog, der durch sein Erscheinen dem Feste die größte Weihe verliehen und dem Hause dadurch außerordentliche Ehre erwiesen habe, und brachte ein Hoch auf S. K. H. den Großherzog aus. — Alsbald ergriff S. K. H. der Großherzog das Wort, führte aus, wie wohl alle Anwesende, habe namentlich er von der Nachricht der Verlobung deS jungen Paares, das hercke fürs Leben vereint wurde, mit großer Freude Kenntnis genommen. Sei e? doch der jungen Gräfin wie auch deren Gemahl gerungen, diwch edle Herzensgüte und hohe Charaktereigenschaften alle für sich zu gewinnen. Ec fühle sich eins mit allen Anwesenden, wenn er der Hoffnung Ausdruck verleihen möchte, daß dies immer so bleiben möge, daß Glück und Zufriedenheit dem jungen Paare auch dann treu bleiben mögen, wenn schwere Zeiten kommen, die ihm sicher nicht erspart, bleiben, denn lVackb'''''' Milch' widmen. — Ter Ebarakler als Geb. Cberregierunasrat mit dem Range der Räte zweiter Klasse ist b-'m orbentlicben Pro'essor der Staats- wiffenfchaftcn an der Universität 6)öttingen Geh. Regierungs- rat Dr. jur. Wilhelm Leris verliehen worden. — Die Medizin. Fakultät der Universität Leipzig hat den Assistenten am vatbolog. Institut Dr. Mar Löhlein, nach der von ihm am 20. ds. ge° halteuen Probevorlesung betr. „Die neueren Anschauungen über die Phagozylo'e" zum Privaidoreuten an dieser Fgkultät ernannt. Dr. Lohlein wurde 1877 in B"rlin als Sohn des damaligen Privat- bo’.enfen und späteren ordentlichen Professor der Gnnäkologie und Direktor der Gießener Universitätsirguenklinik geboren. — ©in Lektorat f ü r Stimmbi ldu n g. Dr. Albert Fischer vorn Düsseldorfer Schauspielhaus vt zum Lektor für Stimmbildtmg und Redekunst an der Uuioerütät B o n n ernannt worden. Paris, 25. Okt. In der gestrigen Jahresversammlung der- fünf, das „Iustitllt de France" bildenden ^lkademien tvurde bekannt- gegeben, daß der linguistische Preis dem Professor Iespersen von der Kopenhagener Universität für sein Werk über die Entwickelung und den Ball der englisch ei' S p r a ch e zlierkauilt worden ift. Kunft ttitb Wifienfcbaft Mailand, 25. Okt. Ingenietir Scgri, welcher bei der Simplon-Bahn angestellt ist, hat eine wichtige Erfindung gemacht, welche cs gestattet, die Eisenbahnzüge mit dem Telegraphennetz zu verbinden ohne besondere Schlvierigkeitcu. ICtrctye und schule. — Der Ielleilser Privatdozent Lic. theol. F. L i p s i n ? erhielt die Bektätigivlg keiner Wahl vom Bremer Senat als Nachfolger des Pastors Kalthoff. Lisenbahri-Zeitrrirg. ♦* Bahnbau H a n a u - B ü b in g c u. Nach einer der Stadtverordnetenversammlung Hanau ^ugegangenen Vorlage hat der Magistrat die Bereitwilligkeit ausgesprochen, das zum Babnbau erforderliche Gelände zu erwerben und unentgeltlich an die die Bahn bauende Gesellschaft ab^utrcten, ferner einen Zuschuß votr 70 000 Mark zu dem im Laudkrei'e Hctnau erforderlichen Grund- erwerbskosten und von 30.000 Mk. zu dem „verlorenen Zuschuß" zu leisten, ersteren unter der Voraussetzung, daß der Wert des G"und und Bodens 170 000 Mk., der Zuschuß der Landaemeindei' 80 000 Mr und der des Kreises §anau selbst 20 000 Mk beträgt. Märkte. — Bll Hb ach, 25. Okt. Der heutige Dchweinemarkt war sehr stark mit Ferkeln befahren, von ©inleqem hingegen innven mir 9 Stück aufgetriebeu. Ferkel erzielten bei geringer Nachfrage einen Preis von kaum 25 bis 35 Mark für das 5 bis 7 Wochen alte Paar. Der iticifatiS größte Teil der Tiere blieb unverkauft. fc. Frankfurt a. M., 26. Okt. fCrig.-Sdear. des „Gieß. Auz.") V i e h m a r k t. Zurn^ Verkaufe standen 00 Kälber 00 Schake und Hammel, 330 Schweille: 1. Dual. 76—77 Psg. Lebendgewicht 60.00—00.00 Pf, 2. CiioL 75—00 P'., Lebendgeivicht 59.00-00 Psg., 3. Qual. 68-*70 Psg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Psg., 2. Qual. 00—00 Psg., Lebendgewicht 00 — 00 Pig., Schlachtgewicht 00—00 Psg. Schafe 1. Qualität Scblachtaewicht 00—00 Psg., 2. Qualität 00 —00 Psg. Geschäft: mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend. Gcrrclitssaal. Landau, 26. Ckt. Das Schöffengericht verurteilte ben Straßburger Kau? in n n n H o r st m nun, der hier unbefugt Uniform trug und zahlreiche Hochstapeleien als angeblicher Fähnrich von W ä cb t e r verüble, zu s e ch s Al o n g t e n Gesängui s. 2lrbcctcrbewegnttg. Essen (Ruhr), 25. Ckt. Mehrere Zechenverwaltungen l l> d e n ihre A r b e i t e r a u s s ch ü s s e ein, mit ihnen über die Lohnirage zll berate n. Lingetzandt. (Für den Inhalt der unter bif: "'inürik stehenden Artikel übernimmt die Nedakt ' b'm Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der Beschluß der Stadtverordneten, dem zufolge der Straßenzug Bahuhofstraße - Westanlage —Seltersiveg^ elektrische Beleuchtung erhalten soll, dahingegen der Straßen- zug Bahnhofstraße — Liebigstraße — Frankiurterstraße—Seltcrsweg nicht, ist vielen ein Rätsel. Der weitaus größte Teil der ankommenden Fremden und der Gießener selbst geht über Liebig- und Franksurterstraße nach der Stadt. Nur dieseuigen die uach der Bahuhosstraße se'bst wollen (meistens Leute vom Laude) benutzen diese Straße. Wer aber nach der Stadt oder dem östlichen Stadtteil will, der benutzt die Liebig- und die Frank- furterstraße. Wenn die Herren Stadtverordneten sich einmal den Verkehr an der Kreuzung der Liebig- und Bahnhofstraße ansehen würden, so könnten sie sich bald davon überzeugen, daß der letztgenannte Straßenzug mindestens so stark benutzt wird, als die Babuhofstraße, und es ist uubegreistich, wie bei einer so wichtigen Anlage die Hauptverkehrsader der Stadt ignoriert werden konnte. Ich glaube, daß diese Zeilen g-nügen, an maßgebender Stelle dahin zu wirken, daß auch in der Liebig- und Franksurterstraße elektrische Bogenlampen errichtet werden, um so mehr als ja auch die Neustadt nicht stiefmütterlich behandelt wird. Einer für Viele. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag, den 27. Oktober: Zunächst trocken und kalt. Später Erwärmung und Niederschläge. Auffrischende südliche Winde. Orrgriral-Drahtmeldrriigen. Kassel, 26. Ckt. Die Strafkammer verurteilte den Studenten Georg F. zu 14 Tagen Gefängnis. Er hatte die 15 jährige Tochter Kasseler Bürgersleute nach Berlin entführt und d""t i" hilflosem Zustande sitzen lassen. Saarbrücken, 26. Okt. In dem Lohnkampf der Bergarbeiter scheinen nun doch die Zechen zu Verhandlungen geneigt. Allen voran hat die königl. Grubenverwaltung «eine nicht unbeträchtliche Lohnerhöhung bereits bewilligt. Wie ein Telegramm meldet, hat das Bergamt den Lohn .aller Bergleute um 20 bis 30 Psg. pro Schicht erhöht. Im Gedinge sollen mindestens 5 Mk. pro Tag verdient werden. Leipzig, 26. Okt. Die Grubenbesitzer des gesamten mitteldeutschen Braunkohlen-Bergbaues hielten eine geheime Sitzung ab. Die Versammlung erklärte, daß e§ absolut undurchführbar sei, die Löhne um volle 15 Proz. zu erhöhen. Ludwigshafen, 26. Okt. Der allgemein geachtete und als Ehrenmann geschätzte Geschäftsmann Fug wurde wegen Unterschlagung bezw. Veruntreuung von Mündelgeldern im Betrag von 15 000 Mk. verhaftet. Er machte im Amtsgerichtsgefängnis heute vormittag einen Sei b st- Tie trauernden Hinterbliebenen 26. Oktober 1906, 6520 Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem Tode meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Hellst Otto Schreiber, WMNMi, sagen herzlichen Gießen, •w [rvfe M w U 5 Verfteigeruug. Freitag, den 2. November, nachm. 3 Uhr sollen im städt. Psanblokal Seltersweg 11 dahier die wegen rückst. Schulgelder und Ortskrankenkassebeiträge aepfäudetcn Gegenstände als: Schreibtische, Sovhas, Schränke, Kommoden, Vertikows, Sekretäre, Regulalcure, Bilder, 2 Wagey. 1 Waschmaschine, 1 Dhd. Schnürschube, 1 Musikautomat, 1 Rolle Drahtgeflecht und 1 Kassenschrank versteigert werden. [6523 Gemmccker, Pfand meister. Bekauurmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Holzheim für das Rechnungsjahr 1907 liegt vom 31. dieses Monats an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. 6515. Holzheim, den 27. Oktober 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Holzheim. Klotz. Kich-AHMU Die Gemälde-Ausstellung im Turm- hanS am Brand, ift täglich mit Ausnahme SamSlags, von 11 bis 1 Uhr geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Mr nachmittags. An Sonn- iinv Feiertagen, von 11 bis 3 Uhr nachmittags ununterbrochen. Eintritt für Nichtmitglicdcr des Kunstvcreins, an Werktagen —.50 Psg. an Sonn- und Feiertagen —.20 Pfa.____________________________________B'" m MaslhiU>ibsiikk-GksMg«kttii!. Heute, Freitag abend: AlißkrskdcMlhe Gtvekul-PttBMlMg. Erscheinen säintlichcr Mitglieder erforderlich. vi«yie Der Vorstand. F r e B h a s-a k, Schweinefleisch 60 Psg. fB26. Hofes aus stall. 07982 Todes-Anzeige. Heute morgen 10 Uhr entschlief sanft nach langem, schweren, aber mit Geduld ertragenem Leiden, meine liebe Frau Lma F'Uuk, geb. Bechthold ini Alter von 30 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. J. Funk und Kinder. Die Beerdigung findet Sonntag, ben 28. ds. Mts., nachmittags 3'44 Uhr von der Kapelle des neuen Fried- Danksaßung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, und die reichen Blumensvenden, sowie kür die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Glück, bei dem vlötzlichen Himcheiden meiner innigstgeliebten Frau, unserer lieben Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Eiisabethe Germer^ geb. Freitag sggen wir hiermit unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Heuchelheim, den 25. Oktober 1906. 6514 Neue 6342 WibeiM Atanmi i Mkiiiz.Lebechrllst L. Steinhäuser. Eilst. Wslttt, MstüSstliril 13 mordversu ch. Sein Vorhaben wurde aber noch rechtzeitig entdeckt und verhindert. Konstanz, 26. Ckt. Rach dreitägiger Verhandlung perurteilte das Schwurgericht den 22 jährigen Maurer Hof von Zizenllausen zum Tode. C: war beschuldigt, den 9 Iabre alten Knaben Fritz von Briet ermordet zu haben. Würzburg, 26. Okt. Des Fuhrmanns Raab Ebe- frnu mißhandelte ihr sechsjähriges Söhnchen so, daß cs starb. Die Sektion der Leiche ergab, daß der Kuabt u. a. einen Bertigen Schlag auf den Kopf erhielt, der seinen! Tod verursachte. Beide Ehegatten wurden verhaftet. Lissa i. P., 26. Okt. Neber einen Streik der höheren Töchter in Krotoschin berichtet das „Lissaer Tagcbl.": Die Tochter eines früheren Oberlehrers, jetzigen General-Agenten, forderte die Mitschülerinnen mit erhobener Hand auf, ja keine deutschen Antw orten im Neli'gions- unterricht 31t geben, was befolgt wurde. Eine Lebrcrstochtcr, die in der Anstalt Freischule genießt, beteiligte sich in ausgiebiger Weise nm Streik,' desgleichen eine weitere Lchrers- tochter und die Tochter des Gerichtssekretärs. Der Dziennik Kurjawski regt den Gedanken an, den Schulsteik durch einen allgemeinen polnischen General streik zu ergänzen. Buenos Aires. 25. Ckt. Die hiesigen Blätter berichten über einen Zpklon, welcher ben Bezirk von Eon- corbia henngeincht b't. Er bauerte 15 Min. 5 0 .Häuser würben in Concordia zerstört. Die Zahl her, Verwundeten 1« 11 b 7 1 t r ” ii’t n-cki bekannt. des (xiessener Anzeigers, mittrf und Indnsti Fritnltfnrtcr Börs "za°/o Beichsanleihe . . 97.70 3% do. . . 85.85 3j£®/o Konsols . . . . 97.70 do 85 95 Hessen .... 97.10 93.5°/n Oherhessen . . . —.— 4°.; Oesterr. Goldrente. . 98.90 4‘/6 % Oesterr. Silberrente 99.80 4 °o Untrnr. Goldrente . . 91.45 4% Italien. Bente . . . 102.80 3°o Portniricsen Serie I . 69.10 3% Portugiesen „ ] II 69.80 VA°\ rnss.Staatsanl. 1905 87.75 4^° n japan. Staatsanleihe 92.10 4 n5 Conv. Türken von 1903 94 00 Türkenlose 144.00 4% Griech. Monopol-Anl. 52 80 4% äussere Argentinier . 87.90 3°/0 Mexikaner . . . 67.30 4>40/0 Chinesen .... 95 65 Aktien: Bochum Guss 235.25 Buderus E. W . . . . 125.00 Tendenz; fester. Berliner Börse, 2 Canada E. B 174.80 Darmsttidter Bank . . . 137.00 Deutsche Bank .... 237.00 Dortmunder-Union C. . . 80 25 Dresdner Bank .... 153.70 Tendenz: schwach. I^ursbetricbie teilt von der Bank für Handel io, Giessen. e. 26. Oktober, 1.15 Uhr. Flektriz. Lahmeyer . . . 138.00 Elektriz. Schlickert . . . 123.00 Fsc’iwciler Bergwerk . . 240.00 Gelsenkirclien Bergw irk . 218.50 Hamburg - Amerik. Paketf. 155.50 Harnencr Bergwerk . . . 208 40 Lanrabütte 243.60 Nordd. Lloyd 123.75 Ober schic =5. Eisen-Industrie 125.00 berliner Handelsgcs . . 169.00 Darmstädter Bank . . . 137 50 Deutsche Bank . . . 237.20 Deutsch-Asiat. Bank . . 170.80 Diskonto-Kommandit. . . 181.30 Dresdner Bank . . . 153.60 Kreditaktien 210.90 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 119.80 Gotthardbahn .... 191.50 Lombard. Eisenbahn . . 36.40 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.50 Prince-Henri-Eisenbahu . 146.00 '. Oktober. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 208.00 Lanrabütte 246.60 Lombarden E. B. ... 36.40 Nordd. Lloyd 124.60 Türkenlose 144.10 Marke „WjldlCBer“ feinste V Pfg. Zigarre! empfiehlt <5. C. Volk, Grilnbergcrstra«se 4. 6502 Reichhaltiges Lager erfcfklnv«yger Tabrikate in Preislage. Was ift das für ein Conto „S", ■ Herr Meier ? Und wofür 32 Mk. ? — Für Fays ächte Sodener Miueral-Pastilleu. Sie hatten doch augeordnet, daß das Personal auf (Geschäftsunkosten Pastillen erhalten sollte, wenn Erkältunocn qemc(bet werben. Und wir haben doch auch die besten Erfolge damit erzielt: ES hat seitdem niemand gefehlt und das Publikum wird durch das Husten der bedieucndeu Damen und Herren nicht mebr belästigt. Fays ächte Sodener tun wirklich brillante Dienste und die kleine Ausaabe bezahlt sich reichlich. Man fmtft die Schachtel zu 85 Pfg. in allen Apotheken, Drogen- und Mineralwasserhandlungen. fhv1:,/, Evangelische' AadLmPon. Sonntag, den 28. Oktober, abends 81/* Uhr, findet im Vereinshause, Löberstraße 14, ein Blattkreuzfest statt. Chor- und Sologesänge werden zur Verschönerung des Festes beitragen. 6521 Eintritt frei Jedermann ift willkommen. Der Verein des Blauen Kreuzes in Gießen hat die Rettung der Trunksüchtigen auf seine Fahne geschrieben. Dienstag, den 30. l. Mts., abends ^0 Uhr bei Kamerad Sauer, Neustadt 58. v*/,e Taschen-lampen (fein Schund) (6503 das Neneste u. Beste aus diesem toebiet, mit Auffüllbatterie imb Akkumulatoren zum Laben an jeder Gleichstromauelle. Hierbei Erjatzbatterie überflüssig. Micnlfunp unb SSütfltcrlanipeii Brenndauer^ Leuchtende Nosen, Krawattcn- Nadeln, Scherz-Artikel in großer Ausioahl empfiehlt 0. Delik.-, Fisch- u. Gefluael-Handlg. Bahnhofstr. 50 Teleph. 66 Geräucherte [5194 Fraakf. Wiirstohen in bekannter 6)üte von heute ab stets vorrätig. Friede. Schreiner. Prima [6387 Speisekartoffeln zu billigst. Tagespreisen empfehlen Gebrüder Marx. Reumühle bei Dorlar Telephon 137, 2(mt Wetzlar. Aepfcl feinste Koch- und Tafeläpfel per 100 Pfund von 11 Mack an, bei Mehrabnahine billiger. [6432 J. Hankel Cb ft-, Gemüse- u.Kartoffelhandlg. Schlotzgasse 6. FrisEcr Tranbenmost eingetroffen. Weinstube Seibel, 07781] Ludwigsplah. 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SolostUcke für Violine mit Klavierbegleitung: a) Gartenmelodie op. 85. No. 3 i b) Am Springbrunnen op. 85, No. 9 /.......... c) Ungarischer Tanz................. Symphonie No. 11 in G-dur (Militär-Symphonie) [Zum ersten Male] . tutet vier die Wahl, zu verkauseii. Karl Valentin 7934]Schützenstraße 18. (cm 14—16;ährlges 'Mädchen aus v- guter christlicher Familie, willig und freundlich, wird für bald als leichte Beihilfe in eine kl. Lehrer- familie, woselbst es den Haushalt erlernen kann, ohne gegens. Vergütung bei voll. Familienanschluß gesucht. Schriftl. Meld. unt. 6512 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Jüngeres Mädchen für tagsüber gesucht. 6463] Bahnhofstraße 27, I. Möbl. Zimmer zu vermieten 07978] Lrebigstratze 33, Ul. Hübsch möbl. Z., slraßenwärts, zu v. Seltersiveg 2, I. (07974 MslwostritM! Im Stricken, Austrickeu sowie Anweben v. Strümpfen empfehle ich mich angelegentlichst. 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