156, Jahrgang Nr. 121 Zweites Blatt Erscheint mit Auknahme deS Sonntags. Die „Siebener Zamillendlätter" werden dem ,8nACtget viermal wöchentlich beigdcgL Der Eyesstich« Laidwtrt" erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger Freitag 25. Mai 1906 Rotationsdruck und Verla- der Brühl'ich« UmversitälSdruckerei. 8L Lang«, Gtetz«. Redaktion. Expedition u. Druckerei: Scbukstr.U, Tel. Nr. 6L Telegr^Sldr.r Anzeiger Ließ-». General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Ziehen. UM das Zustandekommen großer schwieriger Gesetzentwürfe — es seien aus neuester Zeit die Flottenvorlage und die ReichSsinanzgesetze genannt — werden von niemandem rückhaltloser und freudiger anerkannt, als vom Reichs-- kanzler. Es ist kein Geheimnis, daß Fürst Bülow dieser seiner Dankbarkeit den vielen Parlamentariern gegenüber, die er in letzter Zeit empfing, lebhafte Worte verlieh." — Die aktive Sch l ach t siko t t e, mit Ausnahme des zweiten Geschwaders, welches nach BrunSbüttel detachiert ist, ist vor Wilhelmshaven ein getroffen und rvird zur Fortsetzung der Hebungen am 28. Mai wieder auslaufen. — Das preußische Abgeordnetenhaus fehle die zweite Beratung des Sch u lu n t e r ha l tu n as - Gesetzes beim 3. Abschnitt über die konfessionellen Verhält- nissc fort und nahm nach längerer Debatte die §§ 18 bis 23 in der Fassung der Kommission unter Ablehnung der An - träge der Freisinnigen und des Zentrums an. Freitag wird die Beratung fortgesetzt. Norderney, 24. Mai. Reichskanzler Fürst Bülow und Gemahlin sind heute vormittag zum Sommeransent* halt eiugetroffcn. Kaiserslautern, 23. Mai. Wie die „Pfälzische Presse" au§ Saargemünd meldet, wurde ein Ar- tillcriedcpotarbeiter in St. Arnold unter der Beschuldigung deS Landesverrats verhaftet. K a r l s r u h e, 23. Mai. In der 2. Kammer begründete heute der Mgeordnete Kolb den sozialdemokratischen Antrag, die Regierung zu ersuchen, im Bundesrat gegen die vom Reichstage angenommene Fahr- kartenste ucr zu stimmen. Die Abgg. Gießler (Ztr.) und Binz (natl.) verlasen Erklärungen, in denen die Notwendigkeit der Finanzreform betont wurde, die vom Reichstage angenommen worden sei und die, wenn auch unerwünschte, Fahrkartensteuer enthalte. Ihre Parteien seien nicht in der Lage, dem Anträge zuzustimmen. Die Abgeordneten Heimburger (Demokrat) und Frühauf (freis.) erklärten sich für den Antrag, der schließlich gegen 17 Stimmen ab- geie hnt wurde. Stuttgart, 23. Mai. Die Kammer der Stan-, desherren beschloß heute bei der Beratung der Berfa s s u n g s r e v i s i o n bezüglich der Budgetrechtsfrage entgegen der Auffassung des anderen Hauses einstimmig die Gleichberechtigung beider Kammern bei der Aufnahme von Anlehen und bei Kammergutsveräußerungen, sowie hinsichtlich der Abänderung der gesetzlich festgelegten ©teuex- sähe. Die Regierung erklärte sich zur Vermittlung zwischen beiden Kammern bereit. München, 23. Mai. Die Kammer der Ab gevrd", ; neten stimmte dem Anträge auf Errichtung von Oberrealschulen, unter Ablehnung deS Antrages - Geiger-Fürth (Lib.) auf die Gleichberechtigung aller neunklassigen Mittelschulen, zu. Abgelehnt wurde auch ein ' Eventualantrag Casselmann (Lib.) auf Zulassung der Real- । gymnasialabsolventen zum juristischen Studium. Brückenau (Rhön), 24. Mai. Der Staatssekretär des Reichsschatzamts v. Stengel trifft mit Familie morgen : zum Kurgebrauch hier ein. Deutsches Reich. Berlin, 23. Mai. Tie „Nordd. A5lg. Ztg." bringt folgende Mitteilung der „Süddeutschen Reichskorrespond^lz" zum Abdruck: „Tie letzten Jahre brachten uns wiederholt die erfreuliche Wahrnehmung, daß für die im nationalen Interesse liegende Lösung wichtiger Aufgaben eine geschlossene Mehrheit der Volksvertretung mit den verbündeten Regierungen bereitwilligst zusamLLnwtrkt. Die Verdienste des Reichstage» Die Unruhen im Orient. Konstantinopel, 23. Mai. Die Pforte hat in (5 et in je und bei dem hiesigen Geschäftsträger Vorstellungen wegen der letzten Grenzvorfälle erhoben. Die Pforte beschloß die Fortsetzung des Baues von Blockhäusern und wird Redifbataillone erster Klasie zur Unterstützung an Schemji Pascha entsenden, welcher bereits an der Grenze von Najkovac, 12 Kilometer südwestlich von Bjelepelje, steht. Es werden noch zwei Redifbataillone zweiter Klasse mobilisiert. Eine Depesche an das ockumenische Patriarchat in Grevena meldet, daß der Metropolit-Stellvertreter Archimandrit Athanas verhaltet und nach Monastir geführt wurde und daß die Metropolie infolgedessen gesperrt worden sei. Das Patriarchat ist darüber sehr bestürzt und wird energisch Protest erheben. Nach Angabe der Pforte ist von der aus etwa 1000 Mann bestehenden griechischen Bande, welche die Kutze- wallchen bei Grevena überfallen hat, bereits ein Teil vernichtet, ein anderer Teil gefangen oder zerstreut worden. London, 24. Mai. Unterhaus. Im Verlaufe der kurzen Debatte in der gestrigen Abendsitzung über die An- gelegenheiten in Maeedonien zählte Staatssekretär Grei) die bereits dort zur Ausführung.gelangten Reformen auf, fügte aber hinzu, daß noch viel zu tun übrig bleibe. „Wir beabsichtigen, führte der Redner aus, die Politik Lord Lansdownes zu befolgen, wenn wir unö nicht von den anderen Mächten trennen wollen. Einige Machte haben wesentlichere und direktere Interessen als wir. Unsere Politik ist völlig selbstlos. Wenn andere Mächte ängstlich darauf bedacht sind, zu verhüten, daß sie auf eine Lösung der betreffenden Fragen gedrängt werden aus Furcht, ihr Interesse könne dadurch berührt werden, so sind wir verpflichtet, ihren Wünschen einige Rücksicht zu zollen. Wir werden die Politik Lord Lansdownes so eifrig wie möglich im Verein mit den anderen Mächten ausführen.* einer derartigen unversöhnlichen Haltung der Anhänger der terroristischen Vereinigungen kann die Regierung nicht den friedlichen und wohlgesinnten Teil der Bevölkerung der Gefahr aussetzen, Hann nicht unterlassen, Terroristen und Bombenwerser gerichtlich zu verfolgen, und kann nicht von der gerichtlichen Bestrafung Leute befreien, die Verbrechen begangen haben und noch begehen. Was die Leute betrifft, die auf dem Verwaltungswege verhaftet wurden, so sind viele bereits freigelassen, andere werden nach sorgsamer Prüfung der Gründe, die die Verhaftung herbei- geführt haben, ebenfalls in Freiheit gefetzt werden. Eine vollständige Begnadigung aller Leute, die auf administrcr- tivem Wege verhaftet wurden, könnte eintreten, wenn es möglich würde, den gesetzlichen Kriegszustand und den Zustand deS außerordentlichen verstärkten Schutzes endgiltig abzuschaffen, wenn es ferner möglich wäre, die gerichtlichen Verfolgungen an den Orten auSzuüben, wo die revolutionäre Bewegung sich kundgibt. Die gerichtliche Ahndung ist gegenwärtig an diesen Orten infolge Einschüchterung und sogar Ermordung der vor Gericht geladenen Zeugen unmöglich. So ist der Zustand der Erregung der Geister namentlich in den Grenzgebieten einer Abänderung oder Aufhebung der Ausnahmegesetze keineswegs günstig. Dies ist die Ansicht hinsichtlich dec Unmöglichkeit und Unzweckmäßigkeit voller Amnestie, die diejenigen Schichten der russischen Gesellschaft hegen, die sich nicht von vorgefaßten Meinungen sortreißen lassen und die gegenwärtige Möglichkeit der Dinge in Rußland verständig ins Auge fassen." Ter Chef des Generalstabes der Marine, Admiral Roschdjestwenskr, ist mit Rücksicht auf feine durch erlittene Verwundungen geschwächte Gesundheit der erbetene Abschied bewilligt worden. Kiew, 24. Mai. Von der Partei der äußersten Rechten wird eine lebhafte Agitation für die Beibehaltung der Todesstrafe und gegen eine Amnestie betreiben. In dien von ihr veranstalteten Versammlungen wurde die Auflösung der Duma, die Diktatur und Schutz der nationalen Interessen gefordert. Wahlen als gütig anerkannt. Einzelne Wahlen in den Gouvernements Tambow, Nishnij. Nowgorod und Poltawa sind beanstandet worden. Für das Gouvernement Mohilew werden voraussichtlich die Wahlen für ungiftig erklärt werden, lieber die Wahl des zweiten Dumapräsidenten Gredeseul sind Zweifel entstanden. — Der „Nowoje Wremja" zufolge wird der Ministerpräsident in der für Freitag mittag 12 Uhr anberaumten nächsten Sitzung der Duma in Gegenwart aller Minister die Antwort des Kabinetts auf die Adresse der Duma erteilen. — Die Petersburger Telegraphenagentur metbet: „Die Frage einer vollständigen politischen Amnestie, die von der Reichsduma aufgeworfen, von ihr in die Antwort auf die am 10. Mai im Winterpalais gehaltene Begrüßungsansprache des Kaisers ausgenommen, und von mef)» reren Organen der mss. Presse unterstützt wurde, ist, soweit entfernt, einem sympatlsischen Echo in allen Schichten der russischen Gesellschaft zu begegnen, daß cs nicht unmöglich ist, daß sich nicht eine starke Strömung gegen eine vollkommene Am n estie in den verschicoenen Bevölkerungsklassen einstellt. Verschiedene und ansehnliche Gruppen der Gesellschaft stellen fest, daß die politischen Morde nicht nachlassen. Der Telegraph bringt nach wie vor täglich aus der Provinz Nachrichten über Anschläge gegen das Leben von Beamten oder deren Ermordung. Angesichts Ausland. Stockholm, 23. Mai. Die 1. Kämmer nahvt den Handelsvertrag mit Deutschland mit 101 gegen 34 St. an, die 2. Kämmer mit 126 gegen 84 Stimmen. London, 24. Mai. Prinzessin Ena von Battenberg ist heute vormittag, vom Publikum lebhaft begrüßt, nach Madrid abgereist. Der König und zahlreiche Mitglieder der königlichen Familie waren zur Verabschiedung auf dem Bahnhof erschienen. Paris, 24. Mai. Der heute im Elysee abgehaltene Ministerrat setzte die Ausarbeitung des Budgets für 1907 fort. Am Nachmittag traten die Minister zu dem gleichen Zweck abermals zusammen. — Es ist wahrscheinlich, daß die R e g i e r u n g in der Kämmer eine Erklärung verlesen wird, welche die Politik, die sie cinzuschlagcn gedenkt, kennzeichnet und das Programm der Arbeiten, die sie dem Parlament Vorschlägen wird, enthält. Dem Vernehmen nach bildet die Lrage des Kriegsgerichts den Gegenstand eines bereits fertiggestellten Gesetzentwurfs, der den Kammern alsbald nach ihrem Zusammenttitt wird zugehen können. Madrid, 24. Mai. Ter König ist heute nachmittag um 2 Uhr nach Irun abgereist. Rom, 23. Mai. Es bestätigt sich, daß Giolittr den! Auftrag erhielt ein Kabinett zu bilden. Man glaubt, daß in einigen Tagen die Bildung des Käbinetts erfolgt sein wird. __ — Der Weltpost koiigreß hielt heute leine letzte Satzung ab. Zum Sitz des nächsten Kongresses wurde Madrid gewählt. Tie Unterzeichnung der Kongreßakte wird am 26. d. M. erfolgen. Mehrere Delegierte nahnien die Einladung der italienischen Regierung zum Besuche von Florenz und Venedig an. Belgrad, 23. Mai. Von amtlicher Seite wird mitgeteilt, daß die Meldung der „Neuen Freien Presse", der hiesige deutsche Gesandte habe mehrercmale die serbische Regierung darauf aufmerksam gemacht, daß Deutschland großen Wert auf das Zustandekommen des östreichisch -ungarischen Handelsvertrages lege, imwahr ist und demnach alle auf dieser unwahren Meldung pißenden Kombinationen unbegründet sind. Bukarest, 23. Mai. Unter zahlreicher Beteiligung und mit glänzendem Gepränge wurde heute hier das Nationalfest gefeiert. König Carol ritt durch die von der Kathedrale zum Boulevard siüpenden Straßen. Auf dem Boulevard defilierten vor dem König zunächst die Schuler sämtlicher Völks- und Mittelschulen, woraus der Parademarsch der Truppen erfolgte, die unter dem Kommando des Prinzen-Thrvnfolgers ausgerückt waren Fürst Wilhelm von Hobenzvlleni führte, dem König das Infanterieregiment Torobantzi sttr. 22 vor, dessen Chef er ist. Dem König und der königlichen Familie wurden herzliche Ovationen bereitet. Um 3 Uhr nachmittags empfing der König die Mitglieder des diplomatischen Kvrvs in feierlicher Audienz. Sämtliche Gesandten überreichten ihm Handschreiben ihrer Souveräne, in' denen diese ihre Glückwünsche zum Ausdruck bringen. Washington, 24. Mai. Staatssekretär Rovt wohnte heute den Verhandlungen der Senatskommissron für auswärtige Angelegenheiten bei, die sich mit der Anregung des Staatssekretärs einverstanden erklärte, Verhandlungen einzuleiten, um die Fischereigrenze und andere Streitfragen mit ®ng- and zu regeln. Rott teilte ferner mit, daß in China und Kvrea die Errichtung von Konsulaten notwendig fei, und schlug vor, die Kosten für den Bau der Konsulatsgebäude aus der chine- sischen Kriegsenffchädigung zu bezahlen. SoUtische Tagesschau. Die Trennung von Kirche und Schule fordert folgende an die 2. hessische Kammer gerichtete Vo r- , stellun g von 37 hessischen Staatsbürgern und Mitgliedern des Aeltestenrates der freien christlichen (deutsch katholisch enl Gemeinde Mainz, sowie der deutschkatholischen Okmeinben zu Essenheim, Ober- Ingelheim und Osthofen: Zu den grundlegenden Lehren der modernen Rechtsgesellschaft gehört die Anerkennung der Freiheit der Entwicklung aller Geisteskräfte, wie auch die Freiheit der individuellen Selbstbestimmung in allen Fragen des religiösen Lebens. Jeder Zwang in geistiger Beziehung ist daher zu verwerfen, somit auch jeder Zwang auf Religiösem Gebiete. Darum muß auch das geistige Leben eines jeden geschützt werden gegen die Zwangseingriffe der offiziellen Organe der kirchlichen Gesellschaft. Solche Zwangseingriffe sind u. a. der obligatorische Religionsunterricht und die damit verbundenen Kultusübungen. Aus diesen Gründen ersucht man ergebens!, die hohe Kammer wolle in der Form eines Initiativantrages folgende Forderungen geltend machen: Beseitigung des obligatorisch en konfessionellen Religionsunterrichtes in der Schule, nachdem derselbe, wie die Tatsachen lehren, nur geeignet ist, die konfessionellen Gegensätze hervorzuheben, da die Religionslehrcr meistens gerade auf die die Konfessionen trennenden Urterscheidiingslehren das Hauptgewicht zu legen pflegen; ferner endgültige Aushebung der Privilegien aller Geistlichen und der bevorrechteten Stellung der Kirche innerhalb der Schulverwaltung. Ter bisherige Religionsunterricht ist durch einen vernünftigen und den Tiaturr anlagen entsprechenden Moralunterricht mit besonderer Berücksichtigung der Ethik des realen Lebens zu ersetzen. Bei der Erteilung des Geschichtsunterrichtes sollen Religion- und Ktrchengeschichte,. sowie die historische Entwicklung der einzelnen Religionssyfteme lediglich als Ofeschichtsstoff objektiv behandelt werden. Die Erteilung des konfessionellen Religionsunterrichtes bleibt den Religion? uud Kirchengemeindcn Vorbehalten und hat auf deren Kosten zu erfolgen. Auch stellt der Staat hierzu keine Zwangsmittel zur Verfügung. Es ist eine Tatsache, daß pädagogische Autoritäten von einwandfreier Bedeutung in immer größerer Anzahl sich für die Beseitigung des obligatorischen Religionsunterrichtes in den Schulen und für Trennung von Kirche und Schule aussprechen. Hierzu rechnen wir die Lehrerschaft der Freien und Hansestädte Bremen und Siamburg, die Lehrer der Stadt Leipzig nsw. Der Kurator der Bonner Universität, Dr. von Rottenburg, tat in einer Rede in Bonn folgende Aeußerung: „Geradezu zweckwidrig erscheint es mir, wenn man den Lehrplan auf diejenigen Dogmen aus dehnt, welche die verschiedenen Konfessionen von einander trennen.....Wolle man, aber, daß mit der Bildung für eine bestimmte Konfession schon bei dem Kinde begonnen werde, dann sei der Religionsunterricht aus der Schule auszuschalten, da selbst Fürst Bismarck gesagthat: „Ich rechne auf den Fortschritt, auf die Entwicklung, auf die Schärfung des Urteils durch die Schule" und hinzu- fügte „nach ihrer vollständigen Emanzipation." Oesterreich-Ungarn. Wien, 23. Mai. Dem „Fremdenblalri' zufolge sprach der Kaiser gelegentlich der Audienz des Ministerpräsidenten Wekerle den Wunsch aus, daß die Verhandlungen, die zwischen dem österreichischen und ungarischen Ministerpräsidenten hinsichtlich des autonomen Zolltarifs geführt wurden, und die bisher zu keinem Resultat geführt haben, neuerdings aufgenommen werden. Zu diesem Zivecke begibt sich Wekerle in den nächsten Tagen wahrscheinlich am Sonntag nach Wien, um mit dem Prinzen zu Hohenlohe abermals in Berührung zu treten. Wie es heißt, soll den Gegenstand der neuerlichen Beratungen ein Kompromißvorschlag bilden, der sowohl dem Standpunkt der ungarischen, wie dem der österreichischen Regierung näher kommt. — Zu der Meldung mehrerer Blätter, daß das Kabinett Wekerle seine Demission gegeben oder angeboten habe, stellt das Blatt fest, daß von einer Demission keine Rede war, sondern daß die Regierung, lediglich um ihren Standpunkt auf da§ äußerste zu vertreten, die Kabinettsfrage aufzuwerfen sich entschloß. Man halte es jedoch für völlig ausgeschlossen, daß die Regierung wegen der Zolltarifkontroverse ihre Demission geben werde, sondern glaube, daß es gelingen werde, schon in den nächsten Tagen einen Kompromiß zu erzielen. — Heute Nachmittag fand ein von dem General stabschef Baron Beck zu Ehren des preußischen Generalstabschefs von Moltke gegebenes Diner statt, an dem die Herren, denen Moltke am Vormittag Besuche abgestattet hatte, sowie mehrere hohe Militärs teilnahmen. Während der Tafel brachte Beck einen Toast auf Kaiser Wilhelm II. aus, Moltke hielt einen Trinkspruch auf Kaiser Franz Josef. Vor der Tafel hatten sich Beck und Moltke im Wintergarten des Hotels gemeinsam photographieren lassen. , _ — Generalleutnant v. Moltke wird aus Einladung des Kaisers Franz Josef in Bruck am 25. und 26. Mai den Truppenbesichtigungen beiwohnen. Der Kaiser, der am 24. Mai aus Budapest in Bruck eintrifft, wird bald nachher den General empfangen. Letzterer wird am 26 Mai wieder in Wien eintreffen, am nachmittag an einem -tmer bei dem deutschen Botschafter teilnehmen und abends voraussichtlich die Rückreise nach Berlin antreten. — In militärischen Kreisen zirkuliert das Gerücht, datz der italienische Gen er a l st a bsch ef «aleta demnächst ebenfallS in Wien eintreffen werde. ___ Nußland. Petersburg, 24. Mai. Der Präsident des Ministerrats Goremhkin, legte gestern dem Kaiser ba§ Regvn> ungsprogramm zur Bestätigung Dor ba» er rn der Reich.' durna als Antwort auf deren Adresse entwickeln wird. Die WahlprüfungAkommission hat dre meisten Aus Sta-L und Land. Gießen, den 25. Mai 1906. • * KreiZoeterinärrat Schmidt f. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag starb der in weiteren Kreisen bestens bekannte Vorstand des Großh. Kreisvcterinäramts Gießen, Veterinärrat Christian Schmidt. Der Verstorbene hatte hier im Jahre 1879 seine Staatsprüfung gemacht und wurde 1886 zum Kreisveterinärarzt ernannt. Am 12. Dez. 1900 kam er als solcher nach Gießen, nachdem er vorher in Nidda tätig gewesen war. Am 5. März 1901 wurde ihm von unserer Landcsuniversität mit Genehmigung S. K. H. des Großherzogs ein Lehrauftrag für Vcterinärpolizei erteilt. Außerdem war er noch als Vorstand der Hufbefchlagschule und der Körkommission tätig. Seine ersprießliche amtliche Wirksamkeit wurde gelegentlich des letzten Geburtstages des Landesherrn durch seine Ernennung zum Veterinärrat anerkannt. Namentlich in landwirtschaftlichen Kreisen, für deren Interessen er allezeit eintrat, besaß der allzu früh verstorbene pflichteifrige und gewissenhafte Beamte große Sympathien, und ein ehrendes Andenken ist ihm bei allen, die ihn kannten, sicher. • • Erledigt ist die Kanzleiwärtcrstelle bei der II. Justifikatur-Abteilung der Ob errcchnungska m ni er. • • Hessen - Nassauische Baugewerksberufsgenossenschaft. Sonntag, 27. d. Mts., nachm. 3 Uhr, findet im „Neuen Saalbau" hier die ordentliche Sektionsversammlung der Sektion Gießen der Hess.-Nass. Baugewerks-Berufsgenossenschaft statt. • • Der Athleten - Klub Einigkeit hält nm Sonntag ein großes Sommerfest, verbunden mit Ehrcn- preisstemmen, Ringen und Steinstoßen in den schönen Anlagen der Pulvermühle ab. * * Oberhessischer Obstbauverein. Am Sonntag, 27. Mai, nachm. 3V2 Uhr, wird im Gasthaus 5uni Solmser Hof in Hungen die Hauptversammlung des Oberh. Obstbauvereins abgehalten, in der Direktor Dr. v. Beter den Jahresbericht erstattet und über die Preisbewerbung der Baumwärter berichtet, Dr. Hoffmann über die Bedeutung des Waffcrs für das Leben des Obstbaumes und Obstbautechniker Wiesner über den Obstbau nach vollzogener Fcldbereinigung sprechen werden. Die Interessenten werden auf diese Versammlung hingewicsen. *• Verhaftet wurde gestern hier ein von der Königl. Staatsanwaltschaft Berlin wegen Hehlerei steckbrieflich verfolgter Hausbursche aus Alt-Reetz. ** Dieb stahl. Einem hiesigen Kaufmann wurde heute morgen aus der Ladenkasse ein Betrag von 15 Mk. gestohlen. Verdächtigt wird eine unbekannte alte Frau, welche einen kleinen Einkauf machte, und dabei kurze Zeit allein im Laden war. ? Schotten, 22. Mai. Am 5. Juni (3. Pfingst- feiertag) findet unser vielbesuchter Prämiierungsmarkt statt. Zur Verteilung kommen an Geldpräinien 325 Mk. für Vieh der Vogelsberger und Simmentaler Rasse nebst Ziegen. Der Nachmittag ist dem Tanz und sonstigen Lustbarkeiten gewidmet. X Kirt orf (Oberhesscn), 24. Mai. In unserem Städtchen herrschte heute ein reges Treiben, aus allen Orten der Umgegend Alsfeld, Romrod, Leusel, Ober-Gleen, Arns- heim, Zell u. a. nt. waren zu Fuß und per Leiterwagen zahlreiche Leute eingetroffen, um an dem evangelischen Volksfest auf der Aue teilzunehmen. Außer dem Festredner, Pfarrer Hüttenrauch-Halle, sprachen noch mehrere Geistliche der Umgegend. Sehr verschönert wurde die Feier durch die Anwesenheit eines Posaunenchors und die Gesangsvorträge der Kirchenchöre und Gesang-Vereine aus obigen Orten. Mademühlen, 22. Mai. Der Steinarbeitcr Will). Gräb von hier fand beim Steinbrechen in einer alten eisernen Büchse eine Anzahl Münzen mit den Jahreszahlen 1530 bis 1 580 und zwar sechs Stücke in der Größe unserer heutigen Fünfmarkstücke, fünf kleinere unseren heutigen Zwei- und Einmarkstücken entsprechend, sowie eine Menge Scheidemünzen. Die Münzen, besonders die größten, sind sehr gut erhalten. Sie wurden jedenfalls von einem Bewohner des in der Nähe der Fundstelle einst vorhandenen Dorfes Kindschue (Königsschuh), das wahrscheinlich in den Stürmen des dreißigjährigen Krieges verschwunden ist, vergraben. Drei der großen Silbermünzen tragen auf einer Seite das Bildnis des mit dem Drachen kämpfenden Ritter Georg. Eine ziert das Brustbild eines geharnischten Ritters, während wieder eine andere mit dem Brustbilde eines barhäuptigen Ritters samt Edelknaben geschmückt ist. Aus dem Kreise Wetzlar, 24. Mai. Bei dem heutigen herrlichen Himmelfahrtswetter fanden in unserem Kreise verschiedene christliche Waldfeste statt. Besonders stark besucht waren das Waldfest auf der Lützellindener Holzburg und das Fest unter der „dicken Eiche" im Waldgirmeser Walde. fc. Weilburg (Lahn), 24. Mai. Die Räumlichkeiten in der Kaserne für die U ntero ffiz ie rv or schn le sind unzulänglich und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. DaS Kriegsministerium hat deshalb die Stadtverwaltung ersucht, daß sie die jetzige Kaserne vom Militärfiskus erwirbt und das Gelände für ein neuzuerrichtendes Kasernement ohne Entgelt zur Verfügung stellt. Die neue Kaserne will die Militärverwaltung bauen. Sollte die städtische Verwaltung sich ablehnend verhalten, so wird die Nnterofsiziervorschule an einen anderen Ort verlegt. Magistrat und Stadtverordnete müssen sich bis zum 15. Juni darüber entscheiden. „Millionär" Pinkus vor Gericht. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) S. u. H. Frankfurt a. M., 23. Mai. Peter Pinkus, 23 Jahre alt, Buchhalter mit 2000 Mk. Jahresgehalt, hat sich heute vor der Strafkammer wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung zu verantworten. Die Verhandlung bildet den tragikomischen Mschluß eines Romans, in dem Peter Pinkus und eine Frankfurter Halbweltdame, die Brillantenkönigin, die Hauptrolle spielten, und der sensationeller und phantastischer von den kühnsten „Schriftstellern" nicht aus- gedacht werden kann. Was Pinkus in kurzer Zeit geleistet hat. Übersteigt wirklich alles bisher Dagewesene. Es ist nicht zu glauben, wie es dieser Mensch fertig gebracht hat, sich und die Welt zu täuschen. Bei Altheimcr, Speyer u. Co. vom Lehrling zum Kassierer avanciert, lebte er bis vor kurzem in bescheidenen Verhältnissen. .Er war als' fleißig, bescheiden und zuverlässig I bekannt. Niemand hätte sich in Franffurt um dieses Pflänzchen gekümmert, wenn sich nicht plötzlich die Mär in der Stadt verbreitet hätte, Pinkus hätte mit einem Freund in Paris in Kupfer spekuliert und dabei in wenigen Tagen über 2 Millionen gewonnen. Ktzin Mensch kam auf den Gedanken, daß das Geld, mit dem Pinkus spekuliert haben wollte, aus unlauterer Quelle stammen könnte, zumal der Vater auf die Seite seines Sohnes trat und Pinkus' wiederholt versicherte, er habe klein angefangen und sei dann immer wagehalsiger geworden. Ms diese Gerüchte auch den Chefs des jungen Mannes zu Ohren kamen, fragten sic ihn,- ob es richtig sei, was die Stadt erzähle und als er es bestätigte, beglückwünschten und entließen sie ihn, weil sie es mit den Geschästsprinzipicn nicht für vereinbar hielten, wenn ein Angestellter in so wüster Weise spekuliere. Pinkus nalM die Kündigung an, bat aber bis zum Quartalsschluß bleiben zu dürfen, damit es nicht aussehe, als sei er aus dem Hause gejagt. Die Chefs willfahrten dem Wunsckre, ließen aber, wohl doch etwas mißtrauisch geworden, eine gründliche Revision der Bücher- vornehmen. Und da ergab sich, daß der reiche junge Mann Unterschlagungen in Höhe von 200 000 Mark und zahlreiche Urkundenfälschungen dadurch begangen hatte, daß er die Namen seiner Chefs auf den Cheks fälschte und die Beträge auf der Rcichsbank abhob. Wer glaubt, daß diese Entdeckung den „Millionär" auS der Ruhe gebracht hätte, irrt. Er leugnete seinen Chefs gegenüber nicht und versprach sofort volle Deckung für das fehlende Geld zu schaffen. Und das gelang ihm beinahe! Er gab seinen Barbestand heraus, zedierte ein sehr bedeutendes Guthaben, das ihm durch Spekulationsgeschäft'' bei einer Gruppe Pariser Geldleure zur Verfügung stand in Höh? von 20 000 Fr., nahm seiner Brillantenkönigin einen Chek in Höhe von 10 000 Mark ab, den er ihr verehrt hatte, ja er nötigte ihr die Brillanten ab und suchte sonst noch zusammen, was zu be-- kommen war. Aber es fehlten immer noch 65000 Mark. Da entschloß sich Peter Pinkus zu einem Letzten. Mit einem Berliner Börsenmann hatte er ein Geschäft entriert, das günstig auszugehen schien. Von diesem Geschäft zedierte er die fehlenden 65 000 Mark an seine Chefs. Die letzte Sache batte jedoch einen Haken. Der Berliner Börsenmann httte nämlich an die Cession die Bedingung geknüpft, daß sein Name in der ganzen Affäre nicht genannt werden dürfe. Ob sich das wird durchführen lassen, wird die Zukunft lehren. Zunächst wurde Pinkus verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Von der Höhe seines Triumphes war der jähe Absturz erfolgt und der Mann, der gestern noch bei seiner Geliebten weilen konnte, der er eine Wohnungseinrichtung für 20 000 Mark, 2 Automobile und eine fürstliche Garderobe gekauft hatte, der ein Grundstücksgeschäft, das ihm 20 000 Mk. eingebracht hätte, abgelehnt hatte, weil er mit solchen Kleinigkeiten sich nicht abgebe, der Aussicht hatte, einen ruh'. Orden zu bekommen und dessen Millionenoperationcn ihn mit dem Finanzminister von Venezuela und dem Präsidenten Castro in Verbindung gebracht hatten, saß in Hast und konnte sich ein ihm gestattetes 60 Pfg.-Mittagessen leisten, lieber fein Vermögen wurde der Kvnkurs verhängt und das Schicksal feiner Gläubiger hängt davon ab. ob der Berliner die 65 000 Mark herauÄückt und die von Pinkus feinen früheren Chefs zur Deckung übergebenen 218000 Mk. nicht auch mit zur Masse geworfen werden. Es dreht sich darum, ob die Firma sich mit der Beanspruchung dieses Geldes nicht der Schädigung der anderen Gläubiger schuldig gemacht hat. Der Angeklagte gesteht seine Verfehlungen zu. In Zwischenräumen von fünf Tagen bis zu vier Wochen füllte er 11 Schecks auf die Reichsbank mit Beträgen von 10 000 bis 40 000 Mark ans und setzte schließlich die Unterschrift eines Prokuristen unter den Prokurasteinpel seiner Firma. Die Reichsbank zahlte anstandslos die Summen aus. Um die Geldentnahine zu verdecken, fälschte Pinkus das Hauptbuch, indem er den auf der Habenseite stehenden Ziffern nod> eine Zahl vorletzte und zum Beispiel aus 100 Mark 1100 Mark machte. Der Vater bekundete, daß fein Sohn verschiedentlich krankhafte Zustände gehabt habe, die auf Größenwahn hindeuten. So habe er geäußert, daß sich sein Vermögen auf mehrere Millionen beziffere, daß er für Anleihen, die er für den Zaren zu vermitteln habe, einen Orden erhalten werde nsw. Direktor Milch ist der Meinung, daß dem Pinkus die Spekulationen zu Kopf gestiegen seien. Er habe einen unsteten Eindruck gemacht und behauvtet, daß er Millionen auf der Bank habe. Kvnkursverwalter Dr. Lion bekundet, daß, wenn Pinkus bis zum 31. März ordnungsmäßig hätte liauibiercn können, für ihn ein Ueberschuß von 60 000 bis 70 000 Mark sich ergeben haben würde: wegen der schleunigen Liauidation sei dos' nicht möglich gewesen. Nach dem Gutachten des Gerichtsarztes Dr. Roth und des Nervenarztes Dr. L aa u cr ist Pinkus geistig normal. Der Staatsanwalt Dr. Bluhme beantragt unter Zubilligung mildernder Umstände -wei Jahre Gefängnis. Die Verteidiger. Richard Bruck und Dr. Wurzmann, treten für Milderung der Strafe ein, weil Pinkus mit seinem Geld nicht verschwunden fei, sondern, fick bemüht habe, seinen Verpflickcknngen nachzukommen. Das' Gericht verurteilte, Pinkus wegen schwerer Urkundenfälschung und Betruas zu zwei Jahren Zuchthaus' und zehn Jahren Ehrverlust. Bei der Strasabmessung waren mildernde Umstände zu verweigern, weil Pinkus aus verwerflichen Motiven handelte, weil er das Vertrauen seines Chefs gröblich mißbrauchte, ans großer Geldgier handelte und über das Vermögen seiner Firma in einer Weise verfügte, die sehr unangenehm für sie ausfallen konnte. Ober-Kriegsgericht des 18. Armee-Korps. )( Gießen, 25. Mai. Am Dienstag verhandelte das Ober-K'rieasgericht in der Zeughaus-Kaserne gegen den Musketier Wild. Böcker von der 11. Kompagnie des 116. Jnf.-Regts. wegen Unterschlagung und Betrugs. Der Gerichtshof mar zusammengesetzt aus Ober- Kriegsgerichtsrat Kail, als Perhandliingsleiter, Kriegsgericktsrat Cellarius, Bezirks-Kommandeur Oberstleutnant v. Mosch, Major v. Dewitz, Major Heuer, Hauptmann Giese und Oberleutnant Sckwendv. Die Anklage vertrat Oberkriegsgericktsrat Bergmann, während Recktsanwalt Mendelsohn den Angeklagten verteidigte. DaS Kriegsgericht hatte den Angeklagten menen Unterschlagung su 3 Wochen strengen Arrest verurteilt, ihn dagegen von der Anklage des Betrugs freigesprochen. Der Gerichtsherr hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt und zwar wegen des ergangenen Freispruches und weil der Gerichtshof wegen der begangenen Unterschlagung nicht die Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes ausgesprochen hatte. Der Angeklagte bestreitet auf das bestimmteste, sich überhaupt einer strafbaren Handlung schuldig gemacht zu haben, und erklärte, in seinem Zivilverhältnis nickt bestraft zu fein. Die Beweisaufnahme ergibt das Folgende: Wahrend ein Einjähriger der 116 er eine Arreststrafe zu verbüßen hatte, kam ein Soldat in dessen Wohnung, wandte sich an das Diensttnädchen der Wirtin und erklärte, der Einjährige wolle sich einen guten Tag machen, er sei von ihm in die Wohnung geschickt worden, nm 15 Mark zu holen. Die Magd gab dem Mann auch das Geld. Es stellte sich später heraus, daß die Sache Schwindel war. Der Verdacht fiel sofort auf Böcher, der die örtlichen Verhältnisse in der Wohnung konnte, weil er einige Monate vor Verübung der Tat Putzer bei dem Einjährigen war. Das Dienstmädchen Irt vor dem Kriegsgericht den Angeklagten bestimmt als den Mann regoknosziert. der den Schwindel ausgeübt hat und bleibt auch vor dem Oberkriegsgericht bei dieser Erklärung, allerdings soll nach des Mädchens Erklärung der betreffende Soldat mit dem Waffenrock bekleidet gewesen sein, während u. a. Kaufmann Hengst erklärt, daß der Angeklagte fast um die gleiche Zeit, mittags zwischen 2*/? und 3 Ubr mit einer Litewke bekleidet in seinem Laden gewesen sei. Ein Kamerad bestätigt weiter, daß Böcker an dem betreffenden Tage nach dem Mittagessen ihm in der Kaserne begegnet ist, ohne einen Waffenrock angehabt zu haben und ihm gesagt habe, er sei bei Hengst gewesen. Das Oberkriegsgericht glaubte den Angaben der Belastungszeugin imb erkannte gegen den Angeklagten, unter Einbeziehung der wegen Unterschlagung ausgesprockeneri dreiwöchentlichen Arreststrafe auf eine 0>esamt- strafe von 2 M 0 n a t c 11 Gefängnis und versetzte den Mann wegen des Betrugsfalles in,ote 2. Klasse des Soldatenstandcs. Aer 80. Keburtsiag von Ar. Jerd. Kö'tz. Wie in ganz Deutschland, wurde auch bei uns der 80jährige Geburtstag des verdienstvollen Vorsitzenden der deutschen Turnerschaft in würdiger Weise gefeiert, und zwar durch eine gemeinsame Feier auf dem Gleiberg. Man berichtet uns darüber: Am Himmelfahrttage nachmittags fanden sich zirka 400 Turner vom 2. Bezirk des Gaues Hessen auf der Burg Gleiberg ein, um den 80jährigen Geburtstag des Veteranen der Deutschen Turnerschast, Dr. Ferd. Götz in Leipzig-Lindenau, zu feiern. Nach dem gemeinschaftlichen Gesang „O Deutschland hoch in Ehren" rc. eröffnete Gauturnwart Will, in Verhinderung der beiden Gauausschuß-Vorsitzenden, die Feier, indem er in längerer, ausführlicher Weise die Verdienste des. Geburtstagskindes, sowie die Bestrebungen der Deutschen Turnerschaft hervorhob. Er schloß seine Rede mit einem kräftigen „Gut Heil" auf Dr. Götz. Nach dem Absingen des Liedes „Ein Ruf ist erklungen durch Berg und durch Tal" rc. wurde nach einstimmiger Genehmigung der anwesenden Turner folgendes Telegramm an den Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft abgesandt: Die aut der Burg Gleiberg bei Gießen Derfammetten Turner des Gaues Hessen senden bem allverebrten Vorsitzenden der Deutschen Turnerschast, dem rastlosen Förderer deutschen Turnens und deutscher Einheit zum 80. Geburtstage die herzlichsten Gluck- und Segens- tvünscke. Möge es der deutschen Turnerschast vergönnt sein. Sie noch lange an der Spitze in ungetrübter körverlichen und geistigen Frische zu sehen. Dem Turnveteran ein kräftiges „Gut Heil!" I. A.: Will, Gauturnwart. Nachdem der 1. Sprecher des Turnvereins Gießen, Herr 2. Althosf, der Verdienste des Turnveteranett gedachte und Turner Gerlach-Wetzlar verschiedene heilere Anekdoten, welche sich bei Anwesenheit des Dr. Götz auf Turnfesten ab* spielten zur Kenntni s der anwesenden Turner gebracht hatte, schloß Gautttrnwart Will, indem er nochmals auf den Zweck und die Ziele der Deutschen Turnerschaft hinwies, mit einem kräftigen „Gut Heil" die offizielle Feier. Die Fidclitas hielt die anwesenden Turner noch längere Zeit gemütlich beisammen. Leipzig, 24. Mai. Zu. Ehren des Vorsitzenden, der deutschen Turner schäft, Dr. Goetz, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, versammelten sich gestern abend im Festraum des Leipziger Zentraltheaters eine größere Anzahl Leipziger Turner, zu dem sich ein Teil der Mitglieder des Ausschusses der deutschen Turnerschaft, sowie viele Vertreter auswärtiger Turnvereine gesellten, zu einem F e st k 0 m m e r s , der sich zu einer großartigen Kundgebung gestaltete.. Der stellvertretende Vorsitzende, Professor 5) ahn-Hamburg, hielt die Festrede, in toelcher er dem Dank der deutschen Turnerschaft beredten Ausdruck gab. Professor R u e h l-Stettin verlas alsdann den Wortlaut einer künstlerisch ausgestatteten Glückwnnschadresse, worauf Dr. Goetz für die zahlreichen Ehrungen, die ihm zuteil geworden waren, seinen Dank aussprach. — Heute vormittag fand im Hause der Familie Goetz eine Feier statt. Nachdem die Familie und die Freunde des Hauses ihre Glückwünsche dargebracht hatten, versammelten sich um 11 Uhr die Ausschußmitglieder der deutschen Turnerschaft und die Abgeordneten der Gaue und Vereine. Im Nanten des' Ausschusses übermittelte der Schatzmeister der deutschen Turnerschaft, Kanzleircrt Atz r o t t-Berlin, Dr. Goetz die Wünsche der deutschen Turnerschast. Er teilte dem Geburtstagskinde mit, daß die Turnerschast eine Sammlung von 18 000 Mk. zusammengebracht habe als Grundstock zu einer „Dr. Ferdinand Goetz-Stiftung", deren Zweck der Gefeierte bestimmen möge. Außerdem übermittelte der Redne^ im Auftrage des preußischen Kultusministers den von S. M. dem Kaiser dem Jubilar wegen seiner großen Verdienste um das deutsche Turnwesen verliehenen Kronenorden 3. Klasse, wofür der Gefeierte stinen herzlichsten Dank aussprach. Am Nachmittag fand im Hotel „Palmbaum" ein Festessen im kleinen Kreise statt, wobei Professor Ru eckl-Stettin auf Dr. Goetz einen Trinkspruch ausbrachte. * Kleine Tageschronik. Aus dem r he rutschen Industriegebiet tvnrden sechs Nenerkrankungen an Genickstarre gemeldet. In Raurel erkrankte ein 20 jäh-rigeS Dienstmädchen, in Marten zwei Kinder eines Bergmannes und in Annen ebenfalls zwei Kinder, von beneit eins starb. — In Kaserial brach Gr 0 ßfeuer aus. Die Preßyeftnfabrik von Gebrüder Sinner siebt in Flammen. Vier Feuerwehren mären am Platz, um den Brand auf seinen Herd zu beschranken. — Ein Wirbelsturm ricktete gestern auf dem nördlichen Teil der Insel Mallorch (Balearen) großen Schaden an. — In der Georgen grübe der Sosnoviee Aktien-Gesellsckaft Jit Niffka an der russisch-preußischen Grenze ereignete sich eine. G a s e x plvii 0 n , durch tvelche 19 Arbeiter schwer Verletzt wurden, von denen einer inzwischen gestorben ist. — Unbekannte Täter versuchten durch Zerstörung der kleinen Bahnbrücken auf der Strecke Budapeft-Klansenburg einen Schnellzug zur Entgleisung zu bringen. Dank der Aufmerksamkeit des Bahnwärters gelang es, den Zug noch rechtzeitig zum Halten zu bringen. Bei einem in der Nacht im Bolkssckulgebäude in Lätze n aiisgebrockmett Brande ist der Le hr e r M r ö tz e k mtt seiner ISiäbriofn T achter verbrannt. Teliefiomscihe ^umsbeipichte des Giessener Anzeigers, mitge und Industr Frankfurter R$e/0 Reichsanleihe . . 100.10 3% do. . 88.05 3^°/0 Konsols . . 100.00 3% do. .... 8805 3^% Hessen 99.20 3%°/n Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 100.55 4t/s%’ Oesterr. Silberrente 101.70 4% TJmrar. Goldrente . . 96.60 4% Italien. Rente . . . 105.40 3% Portugiesen Serie I . 69.40 3% Portugiesen v III 70.50 4%°/'o rnss.Staatsanl. 1905 91.70 4%°'n Japan. Staatsanleihe 95.25 4 % Conv. Türken von 1903 95.00 Türkenlose 146.20 4% Griech. Monopol-Anl. 54.25 4% äussere Argentinier . 90.70 3°/0 Mexikaner . . . . 69 80 4>$0/0 Chinesen . . . . 97.60 Aktien: Bochum Guss 253.90 Buderus E. W . . . . 133.40 Tendenz : befestigt. Berliner Börse, Canada E: B 159.60 Darmstädter Bank . . . 142.40 Deutsche Bank .... 237.90 Dortmunder-Union C. . . 89.20 Dresdner Bank . . . 160.90 Tendenz: fest. teilt von der Bank für Handel ie, Giessen. • rso. 25. Mai, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 154.80 Elektriz. Schuckert . . .136.25 Eschweiler Bergwerk . . 266.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 226.90 Hamburg-Amerik. Paketf. 163.20 Harpener Bergwerk. . .218 30 Lanrahütte 249.00 Nordd. Lloyd 129.80 Oberschics. Eisen-Industrie 132.25 Berliner Handelsges . . 172.00 Darmstädter Bank . . . 142.30 Deutsche Bank . . . 238.30 Deutsch-Asiat. Bank . . 184.80 Diskonto-Kommandit. . . 186.00 Dresdner Bank . . . 161.00 Kreditaktien 211.50 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 107.80 Gotthard bahn 108.50 Lombard. Eisenbahn . . 24 60 Oesterr. Staatsbahn . . . 145.00 Prince-Henri-Eisenbahu . 252.50 !5 Mai. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 218.50 Lanrahütte —.— Lombarden E. B. ... 24.70 Nordd. Lloyd —.— Türkenlose . .... 146.50 Carl Seibel FUSSbÖden kaufen Sie bei n?r noch längere Ersitzenden, oeh. der heute ^en sich gestern Ätheaters eine n sich ein Teil 'n Turnerschafj, 'reine gesellten, ncr großartigen nde Vorsitzen-?, rede, in inescher 'redten Ausdruck dann den Bort- ücktvmischadresse, Hingen, die ihm pradj. - heute sie Goetz eine iie Freunde des n, versammelten r der deutschen nie und Vereine. )er Schatzmeister ott-Mn, ■ffiaft. Er teilte aff eine Lamm- als Grundstock stungs', deren mtzerdem üder- Mchen Mus- i Jubilar wegen Turnwesen ver- sür der Gefeierte Nachmittag fand m Heinen greife f Tr. Goetz einen oyd - ,tb; M LJj* i-t A1b" % S ■ott Wil ihn, ;,i, V.In giA- .«"et, f tblt«lle btä 11 Mfc« ? V*nilWt ,X Vcqr°mm 1 ° "gesandt > SnS*'" , ""d beuMet ■ und Segens. ?°nnt fein, Sie ^U"d aeisttgen Alt Heil!'3 ^auturnwart. n§ ließen, fierr ctQnc" gedachte Anekdoten, 1 Turnfesten ab. J ^bracht hatte, ' m'i den Zweck roie§- mit einem nIa^knr5e; . 218.50 ßer^crk; * - 146.5° !M rheinischen anfungen w ®e_ tc ein 20 jabrige» L Bergmannes und " eins starb- 7 kreßbeseniabrik von F.-ucrMehren waren ;u beschränken, em nördlichen Tm vffdben an. -* nk ■ ' ] 84.80 ,t. Bank • ' 186.00 ll0!nandit- ■ 16i,00 1Dk ' ' .211-50 -s hn ' ' 2460 ä« ■25 tl.jysc» Gictzcuer landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen .für Samstag, den 26. Mai 1906: Langsame Aufheiterung, trocken und männer, nur nachts kühl. Nähere? durch die Gießener Weiterkarte. Märkte. le. Frankfurt a. M., 25. Mai. (Telegr. Oriq.-Dericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Vrebmarkt- v r e i s e. Zunr Verkaufe standen : 34 Ochfen, 0 an? Oesterreich 6 Bullen, 0 aus Dejterreid), 51 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oester., 735 Kälber, 37 Schafe und Hammel, 0 Ziegen, 13 Ziegenlämmer, 4 Schastämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 74—76 Mk., 2. Qualität 66—68 Mk., 3. Qualität 56—50 Mk.; Bullen 1. Qual. 66-67, 2. Qual. OO—OO; Hübe 1. Qualität 72-74 9)11., 2. Qual. 67-69 Mk., 3. Qual. 47—49 Mk., 4. Qual. OO—OO Mk., 5. Qual. OO—OO Mk. Kälber 1. Qual. 90—95 Pfg., Lebendgewicht 55—60 Pfg., 2. Qualität 90-95 Pfg., Lebendgewicht 55-60 Pfg., Schlachtgew. 60—65 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 78—80 Pfg., 2. Qual. 70—72 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh gut, Ucberstand unbedeutend, bei Kleinvieh lebhaft, kein Ucberstand. le. Frankfurt a. M., 25. Mai. iOrig.-Telcgr. de? „(tiiefe Anz.") Vieh m a r k t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber 00 Schafe und Hämmel, 181 Schweine; 1. Qual. 67—00 Pfg. Lebendgewicht 52.50—00.00 Pf., 2. Qual. 65—66 Pf., Lebendgewicht 51.50 Pfg., 3. Qual. 56—58 Plq. Kälber 1. Qual. 00-00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicb: 00— 00 Pfg., Schlachtgewicht 00— 00 Pfg. Schake 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Psg. Geschäft: lebhaft, kein Ueberftnnb. Gerichtssaal. H ambur g , 23. Mai. In dem zweiten Prozeß wegen der Wahlrechts-Demonstrationen am 17. Januar, der vorgestern vor der hiesigen Strafkammer begann, wurde heute das Urteil verkündet. Von den 20 Angeklagten wurden 7 ,frei- gesprochen, 1 erhielt zwei Tage Gefängnis; die übrigen wurden zu Strafen von 3 Monaten bis zu 1 Jahr und 4 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft verurteilt. Dortmund, 23. Mai. Nach etwa miderthalbstündiger Beratung im Hüger-Prvzeß^ lehnte der Borsihende auf Gerichtsbeschluß den Antrag des Sachverständigen Tr. Mürmann auf Verweisung des Angeklagten, Oberst a. D. Hüger zur Peobachtuna seines Geisteszustandes in eine Irrenanstalt a b. Griginal-Drahtmel-ungen. le. Wilduugeu , 25. Ma». Tie S ch w e st e r des Meyer wurde in Wiesdors bei Köln verhaftet. le. L u d w i g sh a se n , 25.Mai. Gestern e rtra u k aus einem überschwemmten Fadrikgeläude der 12 Jahre alte Schüler Johannes Gondel aus Mundenheim. Paris, 25. Mai. Verschiedenen Blättern zufolge erkürte der M i n i st e r v r ä s i d e n t in einer Unterredung mit sozialistisch- radikalen Abgeordneten, daß alle wegen der Ausstände aus dem Dienste entlassenen Postbeamten bis auf einige Ausnahme»» wieder in D i e n st gestellt werden würden. B u k a r e st, 24. Mai. Dem König ist zu seinem RegierungS- fubiläum ein Glückwunschschreiben deS deutschen Reichskanzlers Fürsten B ü l 0 w zugegaugeu. K 0 n st a n t i n 0 v e l, 24. Mai. Die K ä m p s e an der montenegrinischen Grenze dauern fort. Die Pforte ordnete die'Mobilmachung aller Redifbataillone zweiter Klasse in Dilajet Ueskäb an. Petersburg, 24. Mai. Die konstitutionell-demokratische Partei der Duma wird dem Hause morgen einen Ge setzent- w u r f betreffend G c w i f f e n s f r e i h c i t vorlegen. Tanger, 24. Mai. Die italienische Sonderge- s a n d s ch a f t unter Führung deS italienischen Gesandten Malmnssi ist um Nachmittag nach Pes adgereist, um dem Sultan das Hauptprotokoll der Konferenz von Algeciras zu überreichen. Für die gesamte Redaktion verontnwrtlich in Vcrtr. Ernst Heß. 1906. B”/, Mk. 6 387.34 S" B’7i die Beitragspslicht oder das angerichtet sind, vom Ende der Ofscw- Umlagen überhaupt gerichtet Reklamationen, welche gegen genommene Beitragsverhältnis 387.09 3 772.85 3 660.53 1 687.50 382.90 770.50 1 085.96 3 517.62 2 016.70 686.67 125.10 einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, am 23. Mai 1906. Großh. Hochbauamt Gießen. Beckcr. Versteigerung. Freitag, den 1. Juni l. Js., nach»«. 2 Uhr werden im Pfand- lokal (Seltersweg 11) gegen Barzahlung versteigert: 3 Wagen, Sophas, Kommode, Schränke, Tische, Uhren, 1 Faß Farbe, eine Partie Bücher, ein Jagdgewehr, 1 Schreibtisch, 1 Ladeutheke u.A. m. Gießen, d. 25. Mai 1906. [3298 Johann, Gr. Pfandmeister. Züschlagsfrist 8 Tage. L»ch, ben 20. Mai 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei D ö r m c r. liegen vom Vergebung von Bauarbeiten. Die zur Wiederherstellung des Wirtschaftsgebäudes mtf dem Tomauialhof Schiffeuberg nötigen Rohbauarbeiten und Lieferungen nämlich: Maurerarbeiten darunter 21 cbm Backstcinmauerwerk, 30 cbm Tuffsteinmauerwcrk, 220 qm Tuffsteinausmauertmg, 33 qm Betondecken, 240 qm Strohlehmdecken. Zimmerarbeiten ca. 2000 Ifdm Holzwerk abzunehmen, 7cbm Eichenholz sowie 52 edrn Tannenholz zu liefern, 2400 Ifdm Holz sowie Eichenholzpfosten zu bearbeiten, 50 Ifdm Dachge- sims, Gauben, Treppe und 140 qm rauher Ftißboden. Dachdeckerarbeiten 350 qm Schiefer-Dachflächen, 120qm Schieferwandflächen werden hierdurch unter Hinweis auf ben Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Verdingung artsgeschriebcn. Die Angebotsunterlagen, Bedingungen und Zeichnungen rönnen aus unseren» Amt Stephanstraße 18 eingesehen, An- gcbotsformularc, keine Zeichnungen, dorther gegen Selbstkostenpreis, soweit der Vorrat reicht, bezogen werden. Offerte»» mit entsprechender Aufschrift sind bis zum Er- üffnungstcrmin: Donnerstag, den 7. Juni 1906, vormittags 11 Uhr 2. Stcinmetzarbeiten a)»nL»ingste»ncn b)inSandsteinen 3. Zimmerarbeiten 4. Dachdeckerarbeiteir 5. Spenglerarbeiten 6. Schlosserarbeiten 7. Glaserarbeiten 8. Schreinerarbeiten 9. Wcißbindcrarbciten 10. Eisenlieferung Vorbringung non Reklamationen, »velchc gegen die Erhebung der sind, von diesen» Tage und für ieguugsfrist abläust. Gießen, den 23. Ma» 1906. Großherzvgliche Bürgermeisterei Gießen. M c e u m. Bekanntmachung 6"/, die Umlagen der Stadt Gieße»» betreffend. Die Stadt Gießen erhebt für das Rechnungsjahr 1906 an Umlagen 120 Prozent von der staatlichen Einkommensteuer und den doppelten Grundzahlen der Grund-, Gewerbe- und Kvpital- rentensteuer. Ferner kommen zur Erhebung: 1. von den Mitgliedern der evangelischen Kirchengemcinde 10 Prozent von der staatlichen Einkommensteuer und den doppelten Grundzahlen der Grund-, Gewerbe- und Kapitalrentensteuer, 2. von den Mitgliedern der katholischen Kirchen gemeinde dieselben Zuschläge. Die Erhebung erfolgt in sechs Zielen, und zwar in den Monaten Mai, Juli, September, November 1906, Januar und März 1907. Das Hebregister liegt vom 25. Mai bis 2. Juni d. I. auf der Bürgermeisterei — Zimmer Nr. 15 — zur Einsicht eines jeden Beteiligten offen. Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentliche»» Kenntnis gebracht, daß Beschwerden gegen die Erhebung der Umlagen nach Vorschrift des Artikel 96 der Städteordnung binnen 4 Wochen bei Großherzoglichem Kreisamt Gießen vorzubringen sind, und daß später vorgebrachte Reklamationen keine Berücksichtigung finden können. Gleichzeitig wird bemerkt, daß die Bekanntmachung der Umlagen durch Großherzogliches »reisamt Gießen im Regierungsblatt untern» 19. d. M. erfolgt ist, daß daher die Frist zur Versteigerung. Samstag, den 26. Mai l. I., nachm. 3 Uhr sollen im städt. Pfandlokale (Seltersw. 11 dahier) die wegen rückst. Gemeindesteuer gepfändet. Gegenstände: Sophas, Kleiderschränke, Siommobcii, Ver- tikows u. bergt, mehr versteigert werben. f.3213 Gen»mecker, Pfandmerster. im Rathaus zur Einsicht offen. Angebote müssen in Prozenten auSgebruckt unb b»s zum 2. Juni l. I., mittags 2 Uhr, bei ben» Unterzeichneten versiegelt unb mit entsprechenber Aufschrift versehen eingereicht sein. Arbeitsvergebung. Zur Erbauung einer lanbwirtschaftlichcn Wintcrschule unb Spritzenhauses in Lich sollen nachstchenbe Arbeiten unb Lieferungen in Akkorb gegeben werben: 1. Maurerarbeiten . . . veranschlagt 11. Portlanbzemenilieferung - » Bebingungeu, Pläne unb Voranschläge 22. Ma» an auf bem Großherzogl. Bürgermeiflerel-Bureau Bekanntmachung. Kanalisationsarbeiten wirb die bis auf »veiteres für ben an bs. 31 ii» 1905 gingen ab Braune Braune Braune 2.2» Alleinverkauf es gingen zu . Der Stanb ber Js. angeorbnete Sperre ber Sclterstor unb Alicestraße, Marktstrasse 9 und Wettergasse Kanalisationsarbeiten wirb bic bis auf weiteres für ben Fuhr- . Dezember 1905. Die Zahl ber Mitglicbcr betrug Enbc 1904 Mitgliebcr Enbe 1905 Der Vorstand: Herren - Cheverette- Schnürstiefel moderne chice Facon Mk. 10.— Kinder-Knopf- u. Schnürstiefel Wegen Vornahme von MäuSb»»rg von heute an verkehr gesperrt. Wegen Vornahme vo»» Wettergasse üon heute Fuhrvcrkchr gesperrt. Die untern» 18. April Frankfurter st raße, zwischen wirb hiermit aufgehoben. Mk. 3.75 Herren-Schnürstiefel Mk. 7.50 Fleischverdingung. Am 2.Juni 1906, vorn». 10 Uhr, wirb im diesseitig. Geschäftszirnrn. (Kaserne I) ber Bedarf an Fleifch- unb Wurstwaren für bie Garn klon Gießen auf bie Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1906 verbringen. Tic Lieferungsbedingungen liegen im Geschäftszimmer aus; dieselben können auch geg. Zahlung der Selbstkosten bezogen werden. Schriftliche unb versiegelte Angebote sinb in» Geschäftszimmer spätestens zu bem angegebenen Zeitpunkte mit ber Aufschrift: „Angebot auf Lieferung v.Fleifch- unb 'Wurstwaren" versehen, abzugeben. [Dl2/5 Garuisou-Bcrwaltg. Gießen. Grosse Auswahl in beige u. grauen Stoffstiefel für Herren, Damen u. Kinder von den billigsten bis zu den hochfeinsten. Gießen, ben 23. Mai 1906. Großh. Dolizeiamt Gießen. Herberg. Braun ist die Modefarbe in Sommer-Schuhwaren. Braune Damen-Knopf- u. Schnürstiefel sehr dauerhaft Mk. 6.50 Braune Damen-Spancren- u. Schnürschuhe Berichtigung. Mitglieberstcmb bes Spar- unb Vorschuß-Vereins Beuern II. Eingetragene Genossenschaft n». u. Haftpflicht zu Beuern, a»n 2.75 3.25 3.75 Bester TmenW ,Patent-Rolljalo»»si' Krone" an jedem Haufe auzubriugen ferner empfeh e: Rolläden, Zug-Jalousien Patent-Gurtaufroller erstklassiges Fabrikat. 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