Die heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. ?at, denn bL Siegeszug b e r K ü n st l e r eine in o r a l i f d) c (Genugtuung für sie sei. Eie hätten das Ausland überzeugt, baß ein Volk, das eine f o h o h e K u n st g c j ch a f f e n, cm b c f j c r c 5 Sri) i di al verbientc, als ihm bis jetzt beschert war. 9hir eine für Freiheit und Recht fäinpfenbc Diation sei dessen fähig. Ein solches Volk könne kein Lklaoenvolk blechen. Deshalb sei ihr Stolz und ihre Freude über den Erfolg doppelt groß. — Das Residenztheater in Frankfurt a. M., das nach dein Ausscheiden des Direktors Plöckcr-Eckardt als „Orpheum" wieder Spezialtitüten-Thcatcr geworben war, wirb nun doch unter obigem Namen, weiter geführt werden. Der berliner Schauspieler Rudolf I a f f 6 übernimmt die Direktion dieser Buhne und eröffnet ,ie am 1. Mai. Zur Aufführung gelangt „TaS große &tüd" aus bau Zyklus „Ter Todestag der Liebe" von Stanislaw PryöyzeWsri. Ferner sind zwei Werke von Tschirikoff, „Die Juden" und „Die MustbUS", zur Aufführung angenommen. Berlin, 24. April. Die 11. Ausstellung der Berliner Sezession ist heute mit einer Ansprache des Präsidenten der Ausstellung, Professor Max Liebermann, eröffnet worden. M n n ch e ii, 24. April. Die Stelle Hermann Bahrs ist nunmehr endgiltig besetzt ivorden und zwar durch zwei Berliner Künstler. Der lönigl. Hvfschauspieler Albert Heine ist zum Regisseur und ersten Eharatterspieler, der Regisseur am Schiller- Lheater, Woldemar Runge zum Regisseur und Tramalurgen ernannt morden. Der Titel Oberregissenr wird vorläufig nicht vergeben. — Curie und seine Nachfolger. Der Entdecker des Radiums ist tut und hat im Kreise der Naturforscher ersten Ranges eine Lücke zurückgelassen, die zunächst nicht ausgesülli werden wird. Ein Mann von außerordentlichem Können und einer schier beispiellosen Besck>eidenhcit und Uneigennützigkeit ist mit Professor Curie dahingegangen. Tiefer Diann, der mit seiner Frau zusammen unter den schwierigsten Umständen und mit den primitivsten Mitteln eine Entdeckung von umwälzender Tragweite gemacht hat, gab die vielen Tausende des Wbcl-Prcises fast bis aus die letzte Krone für seine weiteren Wissenschaftlichen Untersuchungen aus. Curie hinterläßt seinen Fack/genoffen im Arbeiisfeld der Physik und Chemie eine umiangreick>e, aber schwierige Erbschaft. Seit der Entdeckung der üörperstrahlen wanken die Grundvesten^der Naturanjck>auung. Sckwn aber sind ansehnliche Blöcke zur Sckwffung iinc5 neuen Fundaments herzugetragen worden. Dennoch ist nicht zu verkennen, daß die bladmmforich- ung und ihre (Geschwister sich noch in einem ziemlich vcr- wocrencn Zu,.and befinden und auch noch keine Au^sie. . l-aben, sich bald derbes zu buiicicii. Man braucht nur die physikalischen Zeitschriften zu verfolgen, um sich von dieser Tatsache zu essen werde haben können, und weil das Bündnis dem- gernaß auf einer festen Gründlage ruhe, die durch die Ereignisse nicht unrgestoften werden könne. Wer da der Dreibund aus den angeführten Gründen für Italien notwendig sei, sei er es au ch für Deutsch- land, weil Deutschland mindestens ebenso wie Italien das Gleichgewicht der l’ulliancen wünschen müsse. Da der Treibund somit dem Gefühl und der Vernunft der Verbündeten nach ihnen gegenseitig nützlich und vorteilhaft sei, so glaube er, Redner, es sei gesat/rlich, daß die Presse darüber diskutiere, als ob der Treibund auseinmidevgehen sollte, und er glaube, daß die Haltung Italiens in irriger Weise kommentiert tverde. Nach seiner Meinung dürste nichts geändert werden in den freund s ch af t 1. Beziehungen zu den Mächten, die direkt am Gleichgewicht am Mittelmeer interessiert seien, und ebensowenig an den getroffenen Abkommen, weil die einen wie die anderen nicht im Gegensätze zum Dreibünde seien. Wer er wünsche, .die Regierung weroe ausdrücklich erklären, daß das Bündnis mit den Zentralmüchten nach QL'ift und Buch? staben der Verträge die ui.diskutierbare und unerschütterliche Grundlage der auswärtigen Politik Italiens bleibe. Ter Minister des Aeußcrn Gras Guicciardini erklärt, die Konferenz von Algeciras habe ihre Arbeiten zur Zufriedenheit aller beteiligten Mächte beendet. Im deutschen Reichstage habe Fürst Bülow sich in hohem Maße befriedigend darüber ausgesprochen, daß das Ergebnis gleich günstig fei für Teutschland wie für Frankreich. In der französischen Kammer habe Minister Bourgeois sich dahin ausgesprochen, daß die Konferenz dem hohen Ziele, um dessentwillcn sie einberusen wurde, nämlich der Einigung und dem Frieden, gerecht geworden sei. Ich beglückwünsche mich dazu im 9tarnen der Regierung und weiß, daß ich damit die einsttmmige Auffassung und Gesinnung unseres Landes zum Ausdrna bringe. Dee^glück- liche Ausgang der Konferenz von Algeciras, der nützlich und ehrenhaft für die ganze Welt ist, ist ein neuer Beweis für den friedlichen Geist gewesen, der die Tätigkeit der internationalen Diplomatie be/eelt. Italien betrachtet diesen Geist nicht weniger als jede andere Nation als nützlich für das Wohl der Völker, und trägt seinerseits dazu, wie es das auch in Algeciras getan hat, in weitestem und aufrichtigstem Maße bei. Tie Stellung Italiens auf der Konferenz iu-u bfon 1 überzeuge... Zum Beweis soll im folgenden eine Probe gegeben. iuerben: Neben dem Radium unterscheidet ntun bekanntlich nodj eine Reihe anderer strahlender Elemente. Damit die Sache aber erst recht verwickelt werde, sendet jedes dieser Elemente noch vcr- ici/iebene Arten von Strahlen aus. Der erste strahlende Körper, ben Iran Curie, die treue Mitarbeiterin ihres (Ruten, enlbeckte ivar das Polonium, ein bisher unbekannt gewesener Stoff, der feinen Namen nach der bolncfcltcn Wstammung von Frau Curie erhielt. Dies Element ist bis auf den heutigen Tag höchst rätselhaft geblieben, obgleich gerade die letzte Zeü seine Geheimnisse etwas mehr aufgehellt hat. 5rau Curie selbst hat eine wichtige Arbeit über die Beziehung bis- Polonium zu dem von Professor Marcktvald aus firobicnben Wismutsalzen gewonnenen Radio- teUurium veröffentlicht und darin festgestellt, daß der Zerfall beider Körper in gleicher Weise vor sich geht. Bei beiden vermindert sich die Strahlungssäh.gleit in etwa 140 Tagen auf die Hälfte ihrer Stärke. Danach ist anznnehmen, daß beide Stoffe identisch sind. Professor Giesel, einer der hervorragendsten dcnt- sck^n Vertreter der Radium forschmtg, hat nun aber mittlerweile ein Beta-Vol-onium unterschieden, das eine andere Strahlengattung als das ältere Polonium oder Radiotellurium aussendet, nämlich statt Alphaprahlcn die iogenannten Betaßrahlen. Außerdem verliert es i'ajon in wenig mehr als 6 Tagen die Hälfte seiner üial;(enben Energie. Die Arbeiten der Wiener Forscher Meyer und v. ^weibler inben dazu beigetragen, die Mannig» wlligteit der Radiumsorschung noch bedeutend zu vergrößern inbem fre ein ftrahlendes Wismut erhalten haben, das sie als eine Mcschung von Radium D, Radium E und Radium y auf» schien, jyrau Gurie^ bat gemeint, baß das Polonium möglicher» wefte mit Radium F identisch sein tonnte. Vorläufig hatte mau aljo bereits stchs verschiedene Sorten von Radium zu trennen. man ein|t weilen kaum irgend eine Gesetzmäßigkeit bei bat prahlenden uörpern feststellen kamt, lehren weitere Vcrössent- lichungen über Actinium, strahlendes Thorium und Emantum. Giefel hat bei dem vo.i ihm gefundenen Emanium beobachtet datz feine prahlende Tätigkeit nicht abnimmt, sondern weniastens im Lauf eines halben Jahres dauernd wächst. Eine ähnliche Eigenschaft ist auch beim Actinium ermittelt worben. — An der Akademie der Wisscnscl-aften zu 'Paris widmete am 24 d M Frankreichs größter lebender Mathematiker, Po in c ar 6 Curie “n€TL ergreifenden 9tachruf, worauf die Sitzung zum Zeichen ba .-trauer aufgehoben wurde Die Regierung bewilligte F-rau Curie für ,ich und ihre Kinder 12 000 Fw. jährlich als Elweir- gäbe. Geruchtweiie verlautet, Fran Prof. Curie werde art ber limöcnität der Sorbonne einen Lehrstuhl für all» 8 e mc t n e ..Hy si k überragen toerben. Frau Curie ist Leiterin, der Aroerten tm Laboratorium der Universität. hat, und welche der Ministerpräsident in seiner Erklärung vom 8. März üt folgende Worte zuscunmenfaßte: „Zn lichcr Treue zum Dreibünde werden wir die tradt» tioneNen innigen Beziehungen zu England und die aufrichtige Freunofchafl mit Frankreich aufrechterhalten, indem wir die Politik fortsetzen, die darin bestehl, int Konzert der Völker die Stolle der Eintracht uni) des Friedens zu spielen." Es gibt keine neue internation-alc Lage, cs gibt keinen Grund, den dazu raten könnte, diese Richtung zu ändern, die nicht nur unseren nationalen Interessen nützlich ist, sondern auch dem Gleichgewicht und der Ruhe Europas. D^s Hauptziel unserer auswärtigen Politik ist oer Friede, ber die Be- dingungen für die Sicherheit und di" Entwicklung Jlaliensl sichert. Ich begnüge mich zu erinnern, daß es für Italien unumgänglich nötig ist, dag der Status qno aus dem Balkan gewahrt bleioe, und daß dort keine Acnderung zu unserem Nachteil eintritt, besonders nicht in dem Teile, der für das Gleichgewicht am Adria t ischen Meer von Interesse ist. Es ist deshalb unerläßlich, daß unsere Interessen in Afrika in wirkfamer Weise gewahrt werden, besonders hinsichtlich dessen, was sich auf die Lage Italiens im Mittelländischen Meere bezieht. Es ist gewiß, daß diese Interessen, bi-e von so wesentliche>' Bedeutmrg für die Sicherheit und die Zukunft unseres L.-ndes sind, m einer Politik ihre Verteidigung finden, cK Grundlage den Dreibund hat. Diese Politik war r-n Viertel jahrhundert eine sichere Grundtage für die Lage Europas, sie hat nicht verhindert und hat in gewisser Beziehung es beit drei Verbündeten erleichtert, mit anderer! Machten besondere Uebc rein kommen zu treffen, die ein Snstem gegen? feitiger Verpflichtungen geschaffen haben, durch welche ein Streit ausgeschlossen wird und welche der Sache des Friedens eine neue Bürgschaft bieten. Was nun besonders Italien betrifft, so ist der Dreibund für unsere Interessen auf dem Balkan — in der Tat sichert uns der 'Dreibund, was Macedonicn betrifft gegen jede ohne uns vorgenommene Aendcrung, und was Albanien angeht, so bietet uns cüt Sonderabkommen mit Oesterreich-Ungarn, das ein Zusatz zu dem Bündnisvertrag ist — eine Sicherheit gegen Änderungen, die das Gleichgewicht der Wriaf berühren würden. Die Zweifel, die ausgelaucht sind, um! zu unterstellen, daß diese Politik jetzt abgeschwacht sei, finbt unbegründet. Tat < chi/üb . -,erc Beziehungen zu O e st e r r e i ch - U n g a r u sehr h e r z l i ch, wie das gegenseitige Verttanen beiveift, das die Beziehungen zn-ischen den Reg-ierungen m Rom und Wien beseelt. Bezüglich Englands! erinnert der Minister daran, daß Italien, als vor einer! Reihe von Zähren die ersten Verhandlungen zu einenc Bündnis mit den Zentralmüchten eingoleitet wurden, Sorge: trug, die alten, unveränderlichen Bezie^niigen zu England! zu betonen, auf die es nicht würde haben verzichten Lömien. Zm vergMigenen Dezember habe Fürst Bülow lebhaft gegen die Behaupttmgen der Möglichkeit von Reibungen Mischen Teutschland und Großbr-itannien protestiert. Hieraus schöpfe er, Redner, das Vertrauen, daß die ttaditionellen Beziehungen Italiens zu England auch für die Zukunft, wie es in der Vergangenheit gewesen, ein Element des guten Einver» nehmens unter ben Nationen sein werde. Der Minister fährt fort: So hat die Polittk, welche zur Grundlage den Dreibund hat, welche alle unsere Znteressen in beit Balkanstaaten unb int Mittelmeer^ wahrt unb welche die alten intimen Beziehungen aufrecht erhält, nicht die gc-i wünschte Annäherung verhindert und bleibt ein fester Grundpfeiler des europäischen Friedens. Den meines Feuilleton. — Tie »Deuts ti)C K u n u Ausstellung Köln 1906" wird ücraiiftaliet vom Verbände ber Kunstsrennbe in ben Ländern am Rhein unb bem Kölner Verein zur Fürberung der Ausstellung. Sie ist errichtet in ben Parkanlagen ber Aktiengesellschaft „Flora". Ter Etat ber Ausstellung beläuft sich auf mehr als 1, Million Mk. TaS Hanptgebäube ist nach den Plänen von Professor Ailling in .Karlsruye errichtet. Die 9(uoficllimg bes Verbanbes ber Kunst- ireunbe in ben Vänbern am 9i()ciu, ber bekanntlich bas Gebiet Rheinlanb, Westfalen, Provinz und Großherzogtuiii Hessen, Vaden, Württemberg und Elsaß-Lothringen umfaßt, ist die erste roße Lluöstellung, welche ber Verband ins Leben gerufen hat. Ter staifer hat genehinnft, baß Professor Trü bn er für bie Anspülung in Köln ein Reiterporträt Sr. Majestät tm Auftrage bes Verbanbes ber Kunstfreunbe in bei, Länbern am Rhern malt. Für die Emp re-Ausstellung hat ber König von Württemberg bie Her- leihung ber hierzu erbetenen Kuiistgegenstänbe', Atöbel unb Bilder, aus seinem Privaibesit; genehmigt. Außer bem Hanptgebäube finb noch zwei befonberc Gebäude errichtet. 2luf ber einen Seite bes alten Flora-Weihers erhebt sich der in bimfelrotcm Mainfanbstcin errichtete „Franenrofenhos" von Professor O l b r i ch in Tarnlstabt. Zn biefeni Gebäube werben eigens zti diesem Zwecke von Kölner Tarnen befteüte Schmuckslucte und sonnige lunstgcrverbliche Geqen- siänbe aiisgestellt. Zugleich wirb ber bereits bei der Garlenbau- ausstcUung in Darmstabt gemachte Versuch tvieberholt, eine archi- t Klonisch in sich abgeschlossene Garten partie durch einheitliche Aepslanzung zur erhöhten Farbenwirkung zu bringen. Stuf der anderen Seite des Weihers erhebt sich ber zwischen mächtigen Bäumen unb alten Traucrweibcn versteckte Bau bes Professors Peter Behrens, weldier ben Namen „Tonhaus" trägt. Zn iciefent Raum, ber etwa 150 Personen Platz bietet, wirb tm Laufe dies Sommers emc Anzahl intimer Konzerte unb Rezttattonsabenbe stattsind^i. Am 5. At a i sinbet in '21 nwcsenhe11 bes Protektors, bes G r o ß h e r z o g s v o n H e s s e n bie E r ö s f n u n g fflatt; bie Ausstellung bauert bis Enbc Oktober. — D t c Moskauer T h e a t e r g e s c l l s ch a f t, bie in Berlin ganz außergewöhnlich große künstlerische Erfolge errungen h,ai unb am nächsten Tonnersiag unb Samstag in Frankfurt gastieren wirb, ist auck) in W i c n sehr gefeiert loorben. Zahlreiche Mnbslcuic unb Frcunbe bes rufsijchen Ensembles (amen bort nach d?r Vorstellung am bie Bühne. Der in Wien lebende russische SchrutsteUer Swic$bit|dj trat bei offener Szene vor die Schau- luielcr, m bereu Mitte die Direktoren Stanislawski unb Nemiro- irritsch Tantjd)enko sianbcn, und äußerte den berechtigten Stotz ber iin Üliiölaitb lebeiiben Russen über die Leistungen bes Enfembles irr. einer and) polnisch pointicrien Rebe. Er führte aus, daß der Konferenz sollte eine Streitfrage regeln zwischen einer Macht, die unser Verbündeter ist, und einer Macht, mit der wir schon seil einigen Jahren ein S o n d e r a b k v m m e n, be- Iresfend die das Mittelmeer berührende afrikan. Frage, besaßen. Unsere Tätigkeit in Algeciras konnte deshalb nur eine Aktion der Versöhnung und Vermittlung sein, und der Zweck ivurde völlig erreicht, denn keine Mack)t hat uf/iie Verminderung ihrer materiellen Interessen oder chres moralischen Ansehens die Konferenz verlassen, und ein neues glückliches Blatt des Friedens wurde für Europa und die Zivilisation geschrieben. Italien muß besondere Dankbarkeit gegenüber Visconti Venosta empfinden, der wie ein Berater und Dolmetscher des Gedankens der Regierung mit Erkenntnis der Schwierigkeiken und mit klarem Blick für den zur Erreichung des gewiinschten Zieles einzuschlagenoen Weg einen zweifachen Dienst dem Lande, dessen Vertreter er war, und der Sache der internationalen Einigung erwies, welche Regierungen und all Völker ersehnten. Tic Richtung, welche wir in der internation. Politik verfolgen, ist dieselbe, welche in ihren Grundzügen mehrere Male die Zusttmmung und Billigung des Landes gefunden Italien und der Dreibund. Rom, 24. April. Senat. Die Tribünen sind dicht besetzt. In der Diplomatenloge sind zahlreiche Diplomaten erschienen, unter ihnen der österr.-ung. Botschafter Gvaf von Lützow Auch Visconti Venosta wohnt der Sitzung bei. Senator de Ma rtin o entwickelt die Interpellation, ob der Dreibund nicht nur dem Buchstaben ber Verträge nach, sondern auch nach dem Geiste der internationalen Politik die Grundlage und Richtung der Aktion Italiens im Auslande bleibe. Redner führt aus: Die Polemiken der Presse der hauptsächlichsten Nationen Europas betreffend die Haltung Italiens in der internationalen Politik und die Kwmmentave betreffend die Konferenz von Algeciras hätten ihn veranlaßt, von der Regierung klare und bestimmte Erklärungen zu fordern. Tc 9Rartino stellt zunächst folgende Frage: Hat Italien auf der Konferenz von Mgeeicas eine Haltung eingenommen, die im Widerspruch steht zu der Politik, die ihm vorgezeichnet war durch seine Sonderabkommen mit befreundeten Mächten und durch Vertrage mit verbündeten Machten, besonders mit Deutschland? Redner erinnert daran, daß man, da Oesterreick)^Ungarn sich in vollem Einvernehmen mit Deutschland mit Rußland bezüglich der Balkanhalbinsel habe verständigen können, demgemäß auch gegen Italien ,?inen Vornntrf deswegen erheben könne, das es ein analoges Abkommen mit Frankreich betreffend das Mittelmeer, wo Italien sehr vitale Interessen habe, abschließe. Das l)ätten auch die Sieben bes Fürsten Bülow und des Grafen Goluchowsky anerkannt. Die auf den Wunsch Deutschlands berufene Konferenz von Algeciras habe dem Zwecke dienen sollen, einerseits die direkten offenbaren Schwierigkeiten betreffs 9Rarokio zu beseitigen, andererseits aber auch die indirekten und damit zusammenhängenden Schwierigkeiten betreffend die allgemeine internationale t'age aus der Welt zu schaffen. Ws erster Delegierter .Italiens zu dieser Konferenz sei unter der Zustimmung des ganzen Landes Visconti Venosta gewählt worden, eine Wahl, die Deutschland nur angenehm sein konnte. Ter delegierte Italiens mnstle in Ucberemsttmmung mit den Verträgen und den internationalen Abkommen mit den verbündeten und befreundeten Nationen handeln. Visconti Venosta habe düs mit Rahe, Leigte.. Und Feingefühl getan in einer solchen Weise, daß er die einstimmige Billig- leit der Staats kanzleien Europas einschließlich der Deutsche lands für sich habe. De Martino führt weiter ans, er fei der Ansicht, daß Jtalie.i in Algeciras genau das getan habe, was er tun mußte, uni) erörtert dann die Frage, welches die Grundlage und die gegenwärtige Richf- tung der internationalen Politik Italiens sein müsse. Er jagt, er glaube, für Italien liege fraglos die N otwen» ) ig te i t vor, weiter treu am Dreibünde fest- zuhalten, und zwar aus drei Gründen: 1. weil Italien, wenn es av.v dem Dreibunde ausscheide, den allgemeinen Frieden EiiropaS gefährden würde, der die Folge des Gleichgewichts aller Alliancen sei, 2. weil es für Italien notwendig sei, den Status quo auf dem Balkan au frech t- zuehralten und für die Zukunft die politische Autononiie neu Bcllkanv - Iker hcrbeizusühren, unb weil dieser Status auo durch die Auflösung des Dreibundes in Frage gestellt werden könnte, 3. weil Deutschland vielleicht die einzige europäisch e M a d) t sei, wit welcher Ita- lienniemalseinenWiderstre.it der direkten Jnter- «r- 06 EvsteS Blatt 156. Jahrgang Mittwoch 25. April 1906 O ßfr ZX Trr mo^alttchVöVRviertes w^b^.'.n^Wechse! mtt ▲ A J < AA AA A Ä ▲A ^bbole-iL Zweigstellen «e»|M| AllAltAr 11 ss rAi AAr blätter viermal in ber WÄ M hfl W ra iährl. autschl. Beslellg. Woche beigelegt. : L/ A , w/ V' -'-y \ ,V! •' ' 41 i 1 f J. 1 i i- 's V \ 7^ j Annahme von Anzeige» Rotationsdruck u. Der- L/ räl ■ CI Bg I® jK Gß M Wl jvl für bie ZaqeSmimin« lag der Brü hl'schen Eä W Li W W bis vormittags 10 Uhr. Untvers.-Buch^Stetn- V ZA \ Zeilenvre.s:lokalI2Pf. druckerei. iR. Pang«. ausivä'is SO Pig. uicnciQi - zinjciücr und Druckerei. v den poliL und allqem, MW Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW Anzeiger Gießen. Ex zeigenteil: Hans Beck. Wille der Völler und die Tätigkeit der Dtplormitic arbeiten gemeinsam dahin, die Streitpunkte auf der Grundlage der gegenseitigen Anerkennung der berechtigten internationalen Interessen zu lösen. Tiefe Politik, die von dem Bestreben nach einem gerechten Ausgleich erfüllt ist, bildet die un- Erläftlichc Bedingung für die wirtschaftliche Entwicklung und den Fortschritt der Zivilisation der Völker. Seien Sie überzeugt, daß Italien zu dieser Politik mit freimütiger Aufrichtigkeit und mit hohem Bewußtsein seiner Pflichten und seiner Rechte beitrügt. (Lebhafter Beifall.) Te Martino erklärt sich sehr befriedigt und dankt dem Minister. * Tie Diskussion über Italien beginnt nun wohl aufs treue. Trotz den Erklärungen herrscht über so manchen Punkt Unklarheit. Italien steht der französischen Republik näher, als hier zu gegeben wird. Man hat den sehr berechtigten Wunsch, einiges über das neue ,besondere Ab- kommen" zu erfahren, das zwischen Italien und Frankreich perfekt geworden ist und das angeblich nur Mittelmeerfragen betreffen soll. Dahinter steckt noch etwas mehr. Wenn es sich nur darum gehandelt hätte, brauchte die Angelegenheit nicht mit so großer Heimlichkeit betrieben zu werden. Der Pariser „TempS", das Organ der französischen Regierung, schreibt, Deutschland kenne die italienisch-französischen Mittelmeer-Abmachungen und habe s. Zt., von ihrem Abschluß sofort verständigt, geurteilt, daß sie sich mit dem Dreibund vollständig vertragen. Ganz recht, nur bezieht sich das Einverständnis Deutschlands auf die Mittelmeer-Vereinbarungen, die abgeschlossen wurden, bevor die internationale Lage durch den Marokko-Streit und die bekannten englischen und französischen Bestrebungen, Deutschland zu vereinsamen, einen so gefährlichen Charakter erhielt. Mochte Italien allenfalls so lange eine ,Extratour" mit Frankreich tanzen, als der Friede nicht bedroht schien, so hätte das verbündete Königreich in dem Augenblick eine Fortsetzung des ,Flirts" unterlaßen müssen, als die franz. Politik in einen offenen und scharfen Gegensatz zu Deutschland trat. Das aber geschah nicht, vielmehr die Heimlichkeiten mehrten sich, und das Ergebnis war das bekannte, daß Italien in rücksichtsloser Weise die marokkanischen Ansprüche Frankreichs nicht nur unterstützte, sondern fast zu den {einigen machte. Run behauptet Italien, der Dreibundsvertrag sei dadurch nicht verletzt worden. Allerdings nicht der Inhalt des Vertrages, aber sicherlich der Geist des Vertrages. Die Seele jedes Bündniffes, so führt das ofsiziöse „Wiener Fremdenblatt" aus, ist das Vertrauen. Das „Fremdenblatt" fügt hinzu, das Vertrauen werde gewiß nicht genährt, wenn man den Grundsatz befolge, sich jenseits des Bereichs der Paragraphen nicht zu kennen. Eine vortreffliche Ironisierung der mehr als naiven italienischen Auffassung, daß ein Verbündeter nur für den Kriegsfall gewiße, mehr oder minder lästig empfundene Verpflich- tungen hat. Als ob in schweren Zeiten von demjenigen viel Treue zu erwarten wäre, der nicht einmal in ruhigen Tagen sich als zuverlässig erweist. Die französische Presse stellt sich verwundert, daß in Deutschland die Neigung zu Italien abgekühlt ist. Nichts, so schreibt beispielsweise der „Figaro", ist gegen die Ehrlichkeit und Tadellosigkeit Italiens zu sagen. Das französische Urteil ist nicht un.beeinflußt. In Oesterreich- llnqam findet man manches Triftige zu 'sagen. ________ Deutscher Reichstag. 86. Sitzung v o m 24. A p r i l 1906. Am Bundesratstische Freiherr von Stengel. Präsident Graf B a l l e st r e m eröffnet die Sitzung mit einem warmen Gedenken cm die beiden schweren Unglücksiällo, die durch beit Ausbruch des Vesuv und das Erdbeben bet San Francisco zwei bcfrcmibcte Nationen ergriffen hat unb versichert sie der herzlichsten Teilnahme des deutschen Volkes. (Lebhafter Bei- sall. Tie Abgeordneten erheben sich von den Sitzen.) Hierauf tritt das Hans in die Tagesordnung em. Ohne Erörterung wird zunächst der Gesetzentwurf über die E n t l a st u n g des Reichs -Invalidität 2- Fonds in dritter Lesung a u- g e n o m m e n, ebenso der Gesetzentwurf auf Abänderung des Gesetzes über die Bewilligung von W o h u u u g s - G e l d z u s ch u ß vom 30. Juni 1873; ferner ohne erhebliche Debatte der Gesetzentwurf über öen Servistarif und Klaffen-Einteilung der Orte. Auch der Entwurf über die Abänderung des Gesetzes über die N a t u r a l l e i st u n g e n für die bewaffnete Macht wird in dritter Lesung ohne Debatte verabschiedet. Es folgen Bittschriften. Eine Petition um Abänderung des § 313 des B. G.-B., wonach Verträge wegen Eigentum s-lleber- t r a g u n g von G r u u d st ü ck e n der notariellen Form bedürfen, wird der Regierung als Material überwiesen, lieber eine Anzahl anderer Petitionen geht das Haus zur Tagesordnung über. Eine Bittschrift wegen Einschränkung der Vivisektion wird der Regierung als Material überwiesen. Eine Petition auf Verbot des sog. gewerblichen Schachtens in der Militär-Ko nserven-Fabrik Mainz wird durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Eine Bittschrift über die Reorganisation der Kolonial-Verwaltung wird der Regierung als Material überwiesen. Bittschriften auf Errichtung von Handlungsgehilfen-Kammern und Arbeit e r k a m rn e r n werden dem Kommissionsantrage gemäß der Regierung teils zur Berücksichtigung, teils als Material überwiesen. Eine Bittschrift über V e r s i ch e r n n g g e g e n A r b e i ts- los i g k e i t und eine solche über Aenderung der Strafprozeßordnung erledigt das Haus durch Ueberweisung als Material, lieber verschiedene andere Bittschriften geht das Haus zur Tagesordnung über. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung Mittivoch. Tagesordnung: Rechnnngssacheil über Schutzgebiete, erste Verattmg der Schutztruvpen-Gesetznovellc, des Gesetzes über Hastung des Tierhalters, des Gesetzes über Haftung bei Automobilunfällen und des Vogelfchutzgesetzes. K Berlin, 24. April. Kundgebungen internationaler Tendenz erfolgen selten in ber deutschen Volksvertretung. Deshalb sind sie in den einzelnen Fällen umsomehr benterkenswert, und deshalb wird der feierlichen Erklärung Wert beigelegt werben, mit welcher Präsident Gras B a l l e st r e m die heutige erste Sitzung nach ben Osterferien eröffnete. Es waren Worte der herzlichsten Anteilnahme, die Graf Ballestrem an die Adresse Italiens und der V e r e i n i g t c n Staaten richtete anläßlich der elementaren Katastrophen, die über die Vesuvlanbfchaft und die Stadt San Francisco hereingebrocheit sind. Gras Ballestrem verfuhr staatsmännisch, als er bei Italien von den „alten historischen Beziehungen" und bett „sympatischen Gefühlen" der Deutschen für die Italiener sprach, bei Amerika von dem „h e r z l i ch b c f r c u n d e t e n , st a m m v c r w a n d t e n" V o l k e, zu beiden Malen unter lebhafter Zustiminung der Abgeordneten. Nunmehr wird man sich in Italien wohl endgiltig beruhigen wegen der bundesgenoffenfchasrlichen Stimmung des deutschen Volkes. Wärmer und eindringlicher, als es heute im Reichstag geschah, kann nicht befimbet werden, daß Deutschland feinem Verbündeten d i e Tr eu e zu halten gesonnen ist, ungeachtet der wenig freundschaftlichen, stellenweise in Schmähungen ausartenben Artikel italienischer Blätter über ben beutschen Verbündeten. Nachdem der Pflicht internationaler (Soitrtomc genügt war, ging der Reichstag an seine burd) die Tagesordnung gegebene Arbeit, die dritten Lesiingcn kleinerer Gesetzentwürfe unb die Be- schlußfaßung über 30 Petitionsberichte. Da man zum Debattieren wenig Anlaß fand, war sehr bald glatter Tisch gemacht. Gelegcut- lich luuvbc bereits der Diütenvor läge Erwähnung getan, die auf den Bestich der Sitzung eine gewisse vorgreifeiibe Wirktlng äußerte. Es ivareir heute ntehr Abgeordnete amvesend, als es sonst um diese Zeit der Fall zu sein pflegte. Das mtd die Aussicht auf noch besser besuchte Sitzungen versetzte den Präsibenteu, der ja den bisherigen schleppenden Fortgang der parlamentarischen Arbeit in erster Linie schmerzlich entvfaiid, tu eilte merklich frohe Stimiit- ung. Mit einem Tone der Genugtuung verkt'ntdete er heute die Ergeb,tisse der rasch aufeinanderfolgenden Abstimmungen. * Berlin, 24. April. J,t der heutigen Sitzung des Senioren- Konvents des Reichstages wttrde zunächst die Frage erörtert, ob inorgeit Schwerinstag abgehalteit werden soll ober nicht. Im Bejahungsfälle würbe bet Toleranzantrag beS Zentrums auf die Tagesordnung kommen. Abg. R i n t e l e u (Ztr.) meinte, daß daS Zentrum Wert darauf lege, daß der Toleranzantrag bei möglichst voll besetztem Hause verhandelt werde. Nachdem Abg. S i n g c r erklärt hätte, daß seine Partei eventllett bereit sei, ihreir H eim- a r b e i t - A n t r a g mar-gen zur Erörterung zu bringen, einigten sich die Senioren dahin, daß morgen der Schwerinstag ausfällt. Gras Ballestrem machte baräut aufmerksam, daß bis zum 1. I u n i b e r E t a t in b r i t t e r L e s u n g c r I c b i g t werben müsse, wenn nicht ein neues Notgesetz notivenbig werden soll. Für Mittwoch unb Donnerstag der nächsten Woche sipb SchwerinStage geplant. Donnerstag oder Samstag sollen D i ä t e n v o r l a g e, sowie das Reichskassenscheingesetz aus die Tagesordnttng rammen. Der nächste Freitag wird für Koinmissionsberatungen freigelassen. Nach ben obigen beiben Vorlagen sollen bte Steuergesetze an die Reihe kommen. Ans Käiselpaar in Komburg, (Original-Artikel des Gießener Anzeigers.) H v m b u r g , 24. April. Seit Ende voriger Woche weilt das> Kafferpaar mit seinem Töchterchen in dem schönen Taunusbad Hornburg v. d. H., um dort Erholung zu suchen. In Hamburg ist die eigentliche Saison nod; nicht im Gange, auf den Straßen und Plätzen herrscht noch die winterliche Stille, obwohl die Anlagen und die prächtigen Gärten bereits im frischen Grün und int Blütenschmucke prangen. Das Kaiserpaar kann also völlig ungestört seiner Erholung leben. Schon einige Tage vor -ihrer Ankunft sind der Marstall und die Aubomobile des Kaisers in Homburg eingetroffen. Ter Marstall ftclyt seit kurzem unter der Leitung von Erz. v. Rorschach, der früher in Diensten der Kaiserin Friedrich stand und erst iteuerdings in kaiserliche Dienste übergetreten ist. Die Reitpferde hat der bekannte Herrenreiter Major Holtzing unter sich, der auch diesen Teil des Marstalls nach verschiedenen Richtungen hin ergänzt und verbessert hat. Zur Ausfahrt werden in erster Linie die Automobile benützt. Es wäre dies in den letzten Tagen vielleicht noch häufiger geschehen, locnn sich nicht tzer Kaiser einen starken Schnupfen zugezogen hätte, infolgedeffru er die Ausfahrten tunlichst vermied. Sein Befinden ist aber bereits wieder bedeutend besser. Gewöhnlich unternehmen die Majestäten schon in den frühen Morgenstunden einen längeren Spaziergang im Sclloßpark, der bekanntlich einen reizenden Ausblick bietet. Später, gewöhnlich gegen 11 Uhr macht dann der Kaiser eine Ausfahrt im Automobil, während die Kaiserin mit der Prinzessin im geschlossenen Wagen zum Kaiser Wilhelmsbad fahrt, wo die beiden kohlensaure Bäder nehmen. Der Kaiser kehrt gewöhnlich gegen 1 Uhr ins Schloß zurück, während die Kaiserin und ihre Tochter nach dem Bad zu Fuß durch die Kuranlageu nach dein Schloß znrückgehen. Heute vormittag machte der Kaiser eine Ausfahrt uach der Saalburg, mit ihm fuhr der Baurat Jacobi, der Wiedererbauer der Saalburg. Tie Saalburgwiederh-'rstellung hat auch int abgelaufenen Winter wieder bedeutende Fortschritte gemacht. Als besonders bemerkenswert ist die Wiederherstellung der Hhpokausten (römischen Heizung) in dem wiederaufgebauten .Horreum «Magazin) hervorzuhebm. Diese rön’ii'jkftc Hebung liegt in den. bohlen Wandelt und gibt dem gwßen Raum eine angenehme Wärme. In dent Horreum soll vom Herbst dieses Jahres ab ein Museum der Saalburgsunde entstehen, das bisher im Homburger Kürhaus untergebracht war. Seit seinem Aufenthalt in Hombnrg hat der Kaiser sein Hauptinteresse der int Ban begriffenen Erlös e r k i r ch c zugewendet, die in nächster Nähe des Schlosses von t'Pch. Vanrat Schwechten aus Berlin errichtet wird. (Heftern ließ sich der Kaiser einen Vortrag über die für die Msschmücknng der Kirche in Aussicht genommenen Mosaiken halten und man legte ihm Zeichnungen von dem Kaiserpvrtal der Kirche vor. Ueber diesem Portal ist der preußische Mler mit der K°rone vor- gesehirn. Ter Kaiser besah die Zeichnungen lange unb erklärte schließlich, ber Adler gefalle ihm nicht. Er nahm einen Bleistift und zeichnete einen Adler auf, wie er ihn ausgeführt zu sehen Wünscht. Tie Kirche ist im Rohbau vollendet, bis zu ihrer völligen Fertigstellung dürfte aber noch längere Zeit vergeben. Die polizeilichen Absperrungen und Ueberwachungeu, die teils Von Frank- furter, teils von Berliner Volizeibeamten gehandhabt werden, sind auf Befehl des Kaisers sehr geringfügig. Noch gestern ließ der Kaiser dem Aufsicht führenden Polizeibeamten durch einen Flügelodjutauten sagen, er wünsche nicht, daß bie Kinder seinetwegen verscheucht würden. Selbstverständlich ist diese Aeußerung des Kvisers nicht unbekannt geblieben unb so kommt es benn, daß vor den beiden Schloßtoren die Homburger Jugend oft stundenlang wartet, um den Kaiser oder die Kaiserin 511 sehen. Besonderen Interesses erfreut sich die kleine Prinzessin, die häufig mit einem niedlichen Ponhgcspann, das sie selbst kutschiert, Ausfahrten unternimmt. Oft geht sie auch in Begleitung einer Gesellschafterin im Homburger Park spazieren. Bei erneut solchen Spaziergang sah sie gestern von weitem ben Kaiser kommen. Mit eiligen Sprüngen eilte, sie über ben Rasen hinweg dem kaiserlichen Vater entgegen, ungeachtet der warnenden Rufe der Gesellschafterin. Dieser kleine Vorgang aus dem Familienleben des Monarchen tuar auf die Zuschauer von unvergeßlichem Eindruck. Besonders bei den Kindern Homburgs erfreut sich die kleine Prinzessin sich immer steigernder Beliebtheit. Ueber die Pläne des Kaisers für die nächsten Tage verlautet, daß außer einer Anzahl kleiner Ausflüge in Homburgs Umgebung, eine Antvmobilsahrt nach Wiesbaden, wohl zum,Besuch einer Theatervorstellung geplant ist. Die Abreise des Kaisers von Homburg erfolgt am 1. Mai abends: er begibt sich nach Berlin zurück. Die Kaiserin und die Prinzessin werden voraussichtlich bis 11. Mai in Homburg bleiben. (W.) Homburg v. d. H., 24. April. Heute nachmittag unternahmen beide Majestäten mit den Damen.und Herren des Gefolges eine Ausfahrt im Automobil und gingen dann vom Gotischen Haus aus zu Fuß beit König Wilhelm-Weg auf die Saalburg. Bon hier aus kehrten sie im Automobil zum Schloß Homburg zurück. Nachmittags um 5 Uhr 20 Miu. ist der Staatssekretär des Auswärtigen Amts v. T s cb i r s ck> k y und B ö g c n d 0 r f f ein- getrossen und hat im könial. Schloß Wohnung genommen. Der zweite deutsche Konürcsi für experimentelle Psychologie zu Würzburg. Im April 1904 würbe bekanntlich ber erste Kongreß btefer Art hier in Gieße n abgehalten, hoffen betriebigenber Verlaut nicht zum iDenigften bem Vertreter ber Psychiatrie an unserer Universität, Pro? S 0 m m e r, zu banken war. Damals würbe eine Deutsche Gesellschaft für experimentelle Psychologie gegrünbet, bte sich u. a. bte Aufgabe stellte, alle 31001 Jahre einen solchen Kongreß zu veranstalten. Ter diesjährige (zweite) Kongreß fanb in Würzburg statt. Einige 30 Vorträge würben gehalten. Die bebeutsamston Referate waren bas von Prof. K ü l p e erstattete über ben gegenwärtigen Staub ber experimentellen Aesthetik unb bas von Prof. S 0 m m e r über Fnbivibualpsychologie unb Psychiatrie. Külpe gab eine klare Uebcrficbt über bie ForschnngSmethoben und über bie wichtigsten Ergebnisse unb Theorien ber experimentellen Aesthetik ber Gegenwart. Sie zeigte, baß biese von Fechner bcgrüiibete Teildisziplin in hoffnungsreicher Weise sich entwickelt. Hatte Fechner unb seine unmittelbaren Nachfolger vor- wicgenb ihr Augenmerk auf bie Beschaffenheit ber ^ästhetisch ge- sallenbon Objekte gelenkt, so hat sich bie neueste Forschung mit fast noch größerer bem ästhetischen Verhalten bes Subjekts zu- gewanbt. Külpe sielst eine Hauptbebingung einer fruchtbaren Weiterentwicklung ber Forschung barm, baß ber gegenständliche (objektive) unb i)cr zustänbliche /subjektive) Faktor in gleichem Maße berücksichtigt tuerbe, unb er ist ber Ansicht, baß gcrabc bas experimentelle Vorfahren bazu bosonbers befähigt unb berufen sei. Die einseitige Bevorzugung motorischer Komponenten in Beschreibung unb Erklärung bes ästhetischen Verhaltens, bie sich bosonbers bei ben neueren amerikanischen Forschern zeigt, bekämpft er ontschioben. Auch will er ber nicht experimentell versahrenben "Aesthetik burchaus nicht ihren Wort absprechen; freilich zeigt die letzte Entwickolungsphaje ber Forschung, baß ba§ oft erhobene Bebenken, bem experimentellen Verfahren seien nur ganz elementare Erscheinungen zugänglich, gegenwärtig nicht mehr zutrifft. Pros. Sommer gab zunächst einen historisch-kritischen Ueber- blick über bie Entwickelung bes Verhältnisses zwischen Jnbimbual- psychologie unb Psychiatrie, ber zu bem Ergebnis führte, baß in ber Gegenwart eine prinzipielle Klärung über bieses Verhältnis noch burchaus nicht in tvünschonswertem Maße Gemeingut bet Forscher geworben ist. Nach seiner Einsicht ist bas Problem in btet Unterfragen zu zerlegen: 1. Wie verhalten sich bestimmte geistige Funktionen (vor allem solche elementarer Art) einerseits beim normalen, anberseits beim geistig kranken Jnbivibuum, und tvo läßt sich auf Grund vergleichender Untersuchungen die Grenze zwischen bem Gesunben unb dem Pathologischen ziehen? 2. Inwieweit lassen sich im einzelnen Falle in den Symptomen einer beftimmten Psychose die Grunbzüge bes früheren normalen Zu- stanbcs wiebererkenneii? 3. Inwieweit sinb bie für normale Jnbivibnen charakteristi chen Eigenschaften, bczrn. pathologischen Zustäiibe geringeren Grabes? Die Fruchtbarkeit bieser Frage« Heilung legte ber fßortragenbe an einer Reihe von geistigen Erkrankungen bar. Allgemeiner interessant war auch, wie ber Vortrag von Prof. W i t a s e k (Graz) unb bie an ihn sich anschließenbe Diskussion zum klaren Ausbruck brachte, wie selbst bte gegenwärtig ver- wonbeten anßerorbentlich verfeinerten Methoben ber Gebächtnis- forschung boch gegenüber ber gerabezn staunenswerten Kompliziertheit unb Mannigfaltigkeit bes psychischen Geschehens von einer wirklichen „Exaktheit" noch weit entfernt sind. Daß man mit betn experimentellen Verfahren allmählich auch ben komplexeren seelischen Vorgängen, bie man auch als „geistige" int eigentlichen Sinne zn bezeichnen pflegt, beizukommen sucht, bewiesen bosonbers bie Vorträge von Dr. Dürr (Würzburg) unb Tr. A ch (Marburg) über ben Misten unb von Prof. Messer (Gießen) unb Dr. Bühler (Wiipzmirg) über bas Denken. Die Hauptversammlung des Allgemeinen Vereins für 2lrmen° und Krankenpflege zu Gießen. fanb gestern, Dienstag, in gewohnter Weise im Gemembesaol ber Matthäusgemeinbe statt. In feiner einlcttenben Ansprache wies ber Vorfitzcnbe, Pfarrer D. Schlosser, auf bie großen Wandlungen hin, die in der Beurteilung der Armut und int Betrieb der Wohltätigkeit im Lauf der letzten Jahrzehnte ein- getreten seien. Heute genügten nicht mehr daS gute Herz und das nötige Geld — die Armenpflege fei eine wcitperzweigtc Wissenschaft unb eine zu erlernende Kim st geworden, in die groß angelegte Kurse, wie der gegenwärtig in Jrauksurt a. M. von der Zentrale für private Fürsorge veranstaltete für Jugendfürsorge der auf 14 Tage berechnet sei, planmäßig einrühron wollen. Gewachsen unb verfeinert sei auch daS soziale Gefühl, das es mit dem Armen empfindet, wie schmerzlich es sei, auf Almosen angewiesen zu sein, und darum verhindert, ohne Rucl- sickst auf dieS Empfinden mehr so zur eigenen Befriedigung wvhlzntun. Aus dem nun erstatteten Jahresbericht sei, da er demnächst veröffentlicht wird, kurz nur siegendes nub geteilt: Die Helferabteilung unter dem Vorsitz von Pfarrer Euler unterstützte 171 Personen und Familien in 945 Wllen mit insgesamt 3768 Mark. Darunter befinden fick" die Kvstci, für die Badekuren von 26 Kindern mit 960 Mark, tvozu aus bem stäbtischen Dispositionsfonds 800 Mark zngeschossen wurden Die Schwestern pflegten in 628 Familien mit 22 756 Pflegebesuchen, 38 ganzen Tagpflegen und 601 Nachtwachen. Diese ganz außerordentliche Leistung ist nur durch eine aufopfernde Hingabe der Schwestern möglich gewesen, die des höchsten Lvbes wert ist. Im Schwesternhaus selbst wurden 343 Kranke mit 4126 Ver- pslegungstagen und 43 Nachtwachen verpflegt. Die Abteilung für WaisenPflege unter dem Vorsitz des Beigeordneten Cur schm nun waltete mit ihren Waisenpflegerinneu ihres Amtes in stiller Treue. Das M i c t s p a t r on a t wurde entsprechend dem wriälrrigen Beschluß durch Kündigung der von ber Stadt gemieteten Häuser eingeschränkt, und zur Veräußerung der noch übrigen drei Häuser Schritte getan. Die neugegründete Abteilung für Säuglingsfürsorge unter. dem Vorsitz von Pfarrer Schwabe hatte zunächst die Erweiterung^der Ktippe, die Einrichtung einer Milchkückte, sowie die eines Säuglingsheims ins Auge gefaßt. Die weitereu Schritte fallen erst in ' das Jahr 1906. Pfarrer Schwabe berichtete darüber spater der Versammlung, daß, nachdenr der ^Vorstand um der großen Schwierigkeiten willen, und weil die Sache noch nicht genügend geklärt erscherne, beschlossen hatte, daS Säuglingsheim zunächst zurückzilstellen, ein einstweilig für die MilMüche passendes Lokal gesucht, aber nicht gesunden vwrben sei. ES werde, daher nichts übrig bleiben, als zu bauen. Ein Teil der dazu nötigen Mittel sei von einigen Menschenfreunden bereits zur Verfügung gestellt. Man hoffe auf den Beistand des Stadtvorstandes, namenthdi auch für die Lösung der Platzsrage. — Die von Rendant Dormg geprüfte Rechnung deS Vereins schloß mit 51 213,54 Mk. in Einnahme und 49 459,95 Mk. in AuSgabe ab. Dem verdienten Rechner, RechuungSrat W i l k e r, wurde mit herzlichem Dank Entlastung erteilt. Endlich genehmigte die Versammlung den Verkauf deS Hauses Katharineugasse 11 au Georg .Kinkel. * Kleine Tageschronik. In Göttingen herrschte am Dienstag starkes Schneetreiben. Das Thermometer zeigte 2 Grad Kälte. — Wie verlautet, erkrankten in Torre Quirrco bei Florenz 150 Personen unter schweren VergiHt u n gs- e r s ch e i n it n g c h nach bem Genuß von Brot. Die unter- siichling ist int Gange. Es scheint, baß Bleiweiß bem Brot bcige- rnischt würbe. — In San bau wurde die zehnjährige Tochter bes Bier-Expcbienten Gilb überfafien, in ben Walb geschleppt unb vergewaltigt. Das K'inb würbe schwerverletzt auigefunben. Zwei Hatzenbühler Burschen würben als ber Tat verbächtig festgenommen X X X X Still ruht der See, die Vöglein schlafen ich aber liege ruhelos in ben Febern unb quäle mich mit bem miserabelsten Katarrh von ber Welt ab. Unb nun steht es fest: morgen werben Fay's ächte Sobener Mineral- Pastillen gekauft I Ich höre überall, baß bie Dinger wahre Wunber tun sollen unb ich will's einmal bannt versuchen, uachbem all bie Süßigkeiten unb Tränkchen mir ben Magen verborben unb boch nicht geholfen haben. Für 85Psg. die Schachtel in allen Apotheken. Drogen- unb Mineralwasser- hmibhmgeit erhältlich. V' ' Für Blutarme, ^erwöse 1984 Bf f' rti 1/1 (Welzen-Lecithin-EIWEISS). BUopter-CrZztZz/? Tägliche Ausgabe ca. 25 Pfg. In Apotheken, Drog-. — Wissenschaft!. Literatur kostenfrei. Dr. Volkmar Klopfer, Dresden-Leubnitz. IlirmWttt MWrik. Deutschlands. 300 Zimmercinrichtungen stets lieferf. vorrätig. Man verlange Preisliste und Abbildungen, [b18^, Der F-est-dludschnß. Der Ehren-Ausschuß. 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Die für die Unterhaltung der Gebäude der höheren und erweiterten Mädchenschule erforderlichen Schreiner- und Zimmerarbeiten sollen Dienstag, den 1. Mai d. IS., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. ArbeitSdeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zur genannten Turngeräte und Schaukeln von 1.50 Mk. bis 15.— Sandformen, Eimer und Schippchen Rucksäcke von 75 Pfg. an = Konfirmationsgeschenke i als Schmucksachen und dergleichen WasAtt sie sich MmÄ mit der vielfach mit höchsten Auszeichnungen prämiierten [z% Beianntmachunß. In das Handels-Register Abt. A wurde eingetragen: Die Firma G. Gompertz zu Mainz hat in Gießen eine Zweigniederlassung er ichtct unter c er Firma: ,0. Gompertz, Ziveigniederlassiin Gießen'. Inhaber ist Gottfried Gom- pertz, Kaufmann, in Mainz. Gießen, den 23. April 1906. Großh. Amtsgericht. |B?s/a Ä wird häufig knapp, besonders wenn man Wäsche hat. 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Bürgermeisterei Hungen einzureichen, woselbst auch um die angegebene Zeit deren Eröffnung in Gegeiiwarl erlöse, Sauatogen usw. kamen Sie stets irisch in der [2554 Germania-Drogerie CarS Setbeij Frankfurter Str. Telephon 593. Prompt. Versandt nach auswärts. lgemcincn Vereins ii ege zu Gießen. :r Seite im föcmemfcj- ncr einleitenden blosser, aus die gns- ilung der?lrniiit und'is der selben Jahrzehule r t mehr das gute stri e gc sei eine tocittawi; lun|t geivmden, in hir gr 3 in Frankfurt i A. er veranstaltete für Nah t sei, planmast- «te. ei auch das ir; wie slhmerB t$ sei, au’ cum verhins^ ohne W- zur cigczn BrMM 'm Aah.'esderi»,'. \t kurz mr folgendes r ittr toNifi oon Pw ad (tanifa iu 94b >c 7 ütfmben die 6* mit M M, mt-. M wH«» mixen mit 22 Tat ,(il TiadwM’u. W (h eine aufopfernde des Hörsten Lobes W f 543 Kranke mit w 'erpslegt. De Abtei Vorsitz des W’ . 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Platz Mk. 3.— (Hintere Reihen im Schiff), unnummeriert Mk. 2.50, Studeutenkarteu Mk. 1.—. Text sowie Konzertführer ä 10 Pfg. in der Musikalien- Handlung des Herrn Ernst Chailier (Rudolph’s Nachf.), für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Ritter und vom 1. Mai ab bei Herrn Zigarrenhändler Louis Lind, gegenüber der Stadtkirche. — Zur Hauptprobe Mk. 1.50, Schülerkarten Mk. —.50. Oefinung der Kirche 41/2 Ubr. Gültigkeit haben blaue Karten, ungültig sind gelbe, rote und rotweisse Karten. R°,ch j ? k nt"$ e'?e in-ttn V,lli B bot »«Uliqs. wird d2 ^"drt s cr6 f, h „. 6,!o»bi Sen ' ®!i"i IlPfmnoenf’ fi Gesc . Recht Berlin. 2^ im Las dieses . erinnerl'-h der I bniat als Gal c _ Der 3v a ■ M'Men und Ilch nach Donaw inrrtstage de- itr persönlichen Glückwünsche zi fanzlers auszuf ivird, die den £ sehen frischer a im Reichstage. — Profess 3. Mai den Sonnet Husaren — Abendb Kirschner-Be) Oberbürgermeistc le c-Dresden, imb andere M anderer englische, 18, Mai in Lon besichtigen dana von London, P< - Der p' sührunysbesiimn 2. April detrcf tionen für dii zur Weser und Grotzfchiffahrtsr als Sitz der K< Herstellung beS ünb des ffmSfa als Sitz der Ka scchrtskancils not Bückeburg mit; als Sitz des Hc schifsahrtsweges Zufchneide- Unterricht in Damcu- u. Kinder-Garderobe nebst Vorarbeiten erteilt nach leicht faßlicher Methode L. Meinhardt Goethestraße 46, Part. Zufchneide-Schule u. Konscklion. Beginn eines ÄurfuS täglich.__[2493 Empfehle zur Frühjahrssaifon und zur Konfirmation mein enorm grches Sager in köen Sorten THchn mH Stiefeln Zu den denkbar billigsten Preisen. 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