Nr. 275 • r| dj eint tafl(td) aufoer Sonntage. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechiel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien, blätter viermal m der Woche beigelegL Rolattonsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Unwers.-Buch-u.Slein- bruderet. 8t Lang«. Rehafhon, Ervedttio« und Druderet: Echnlstraße 7. Redaktion 113 Verlag u.Exved.^Abl Adresse für Deoeschen: Anzeiger Gießen. Donnerstag 22. November 1906 156. Jahrgang Erstes Blatt Ve-ngspret»» nionathd)75'13i^Dtettel* iährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Tff.2.—viertel- sährl. ansschl. Bestellg. Annahme von Anzeige, für bie Lage-nummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpretS: total 12'CtN OuSroärta 20 Ptg. Verantwortlich füt den poliL und aUgem. Teil: P. Witiko: tüe .Stadt und tianb" und .GerichtsiaalV Ernst Heb. für den Anzeigenteil: HanS Sei, Gießener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen Iie heutige Dummer umfaßt 8 Seiten. politische Tagesschau. Die Anfrage der Abgg. Neinhart und Genossen betreffend die Bestätigung des Herrn Eißnert zum Beigeordneten der Stadt Offenbach ist uns heute im Wortlaut zugegangen. Man lese: Die Bestätigung des der sozialdemokratischen Partei angehörenden Herrn Eißnert zum Beigeordneten der Stadt Offenbach hat m weiten Kreisen deö Landes nicht allem Aussehen erregt, solidem auch zu den ernstesten Bedenken Veranlassung gegeben. Ter Verlaus der Versammlung am 4. November l. Js. in Darmstadt hat hierfür einen untrüglichen Beweis geliefert ES ist das erste mal, daß eine Magistratsperson bestätigt wurde, die einer Partei angehört, welche offen die jeßige Staats- und Gesellschaftsordnung betämpst und auf deren Beseitigung hinarbeuet So sehr die A u f f a s f u n g ber Regierung, daß bei der Bestätigung nicht die politische Parteiangehörigkeit von Einfluß sein kann, a n z u e r k e n n e n ist, so erregt doch die Anwendung dieses Grundsatzes die größten Bedenken bei einer Partei, die sich selbst außerhalb der gegebenen Staats- und Gesellschaftsordnung stellt. Wir können uns mit der getroffenen Entscheidung, welche in den weuesien Kreisen der Bevölkerung leb- Halles Bedauern erregt hat, nicht einverstanden erklären und stellen die Anfrage an die Großh. Regierung: Welche Grunde haben Veranlassung gegeben, in dieser Frage eine prinzipielle Aenderung in der seitherigen Stellungnahme eimreten zu lassen? Reinhart. Auler. Best Braun. Breimer. Diehl. Finger. Dr. Glässing. Haas. Tr. Hetdenreich. Lang. Dr. Osann. Pitt- han. Schönberger. Seelinger. Ullmann. Von ausgesprochenen Nationalsiberalen fehlt, was zunächst auffällt, der Name des oberhess. Abg. S töpler. Die nat.-lib. Landtagsfraktion ist also nicht einmal vollzählig in ihrer Regierungs-Opposition. Auffallender aber ist doch im Vergleich mit der Darmstädter Versammlung, der es in ihrer Tonart radikalsten Agllationsmeetings gleichzükommen aufs vollkommenste gelang, die sehr gemäßigte Sprache der Anfrage, in der es sogar nicht an einer Verbeugung vor dem Ministerium fehlt. ES wird also auch im Lager der rechts abschwenkenden Opposition nichts mehr so heiß gegeffen, als es gekocht wurde. Daß die .ernstesten" und ,größten Be- denken" bei den Unterzeichnern der Anfrage immer noch vor» liegen, daran wollen wir durchaus nicht zweifeln. Von einer .Entrüstung" ist aber auch heute in diesen Kreisen keine Rede mehr. Und so wird denn wohl nach abermals einigen Tagen die Tonart in der Kammer noch um ein Erhebliches gedämpfter und zurückhaltender werden. Wozu also am 4. jener blinde Lärm? Aus Darmstadt wird uns heute geschrieben: Sicherem Vernehmen nach wird die E r st e K a m m e r der L a n d st ä n d e am 26. November zu einer Plenarsitzung zusammen- ireten, deren einziger B e r a l u n g s g e g e n st a n d die Angelegenheit Eißnert bilden wird. Tie Beratung über diesen Gegenstand wird jedoch wohl vertraulich sein, bei welcher die Oeffenttichkeit und auch die Presse ausgeschlossen werden kann. Tie Abhaltung einer öffentlichen Plenarsitzung der Kammer ist alsdann für einen späteren Tag derselben Woche in Aussicht genommen. Eine Plenarsitzung der Ersten Kammer unter Ausschluß b e r O e f s e n t l i ch k e i t hat schon seit einer Reihe von Jahren in Hessen nicht mehr st a t t g e f u n d e n. Sie ist aber nach der landständischen Geschäftsordnung zulässig, denn Art. 88 derselben bestimmt: Ein Ausschluß der Zuhörer findet stall: 1. wenn dies von der Regierung wegen der von ihr der Kammer zu machenden Eröffnungen, sei es für diese Eröffnungen allein als auch für bie darüber stattfindende Beratung und Abstimmung verlangt wird, und 2. wenn bie Abhaltung einer vertraulichen Sitzung von ber Regierung in anderen, als in den unter 1 bezeichneten Fallen, ober von wenigstens 10 Ranunennitgliebern ober von dem einschlägigen Ausschuffe beantragt wirb und bie Kammer den Antrag für begründet erkennt. Während ber Beratung über einen solchen Antrag sind bie Zuhörer vorläufig zu entfernen. - Tie Organe ber Regierung sind von keiner vertraulichen Sitzung ausgeschlossen. — Daß ein solcher Antrag auf Ausschluß ber Oeffentlichkeit Annahme finben wird, ist wohl zweifellos. Tie Kammer bürite sich bemnach auf eine allgemeinere Besprechung ber Angelegenheit beschränken uub von ber Stellung einer besonderen Interpellation Abstcmb nehmen. Auch wir glauben gern, baß die Herren der Ersten Kammer die gesamte Oeffentlichkeit ausschließen werden, wenn, was nach dieser Zuschrift anzunehmen ist, der Antrag, wohl von Seiten deö Herrn Baron v. Heyl, gestellt werden wird. Daß aber diese Heimlichkeit im ganzen Lande den übelsten Eindruck machen wird, steht gleichfalls außer aller Frage. Von der Bergarbeiterbewegung. Essen (Ruhr), 21. November. Heute traf hier die Revierkonferenz der Bergarbeiterverbände zusammen, und zwar auS dem Nuhr- revier, einem Teile des Saarreviers, dem Braunkohlenreoier und dem Wurmrevier. Auf der Tagesordnung stand die Beratung über die aufzustellende Lohnsiatistlk seitens der Verbände und über das eventuelle Vorgehen ber vereinigten Verbände in der Lohnfrage. Nach stundenlanger Debatte wurde folgende von den Verbänden vorgeschlagene Resolution mit allen gegen fünf Stimmen angenommen: In Erwägung, daß die öffentliche Meinung durch die den Ausschüffen niitflfteiltcn falschen Lohnlisten der BergwerlSdesitzer zur Zett nregesührt worden ist, in weiterer Erwägung, daß durch Die bevorstehenden Weih- nachtstage viele Kameraden von einem etwaigen sofortigen Streike abgehaiten werden dürften, und ferner auch, daß durch Die für November und Dezember vielfach versprochenen Lohnaufbesserungen sehr viele sich irreführen lassen werden, raten wir, zuerst Die von Den Organisationen veranstalteten Lohnstatistiken für das letzte Halbjahr abzn warten, ehe eine folgenschwere Entscheidung getroffen wird. Nach Fertigstellung der Statnnkn haben Die Siebener- kommission und die BerbanDsvorstände sofort die nötigen Schritte zu tun. Die gestellten Forderungen werden voll und ganz aus- rechterhalten. Die Konferenz ist überzeugt, daß dieselben angesichts der von dem Kohlensyndikate deschloffenen Kohlenpreiserhöhung ad 1. April eher zu niedrig als zu hoch sind. Alsdann trat bie Versammlung in bie Besprechung bes morgen tm Reichstage zur Beratung kommenben Gesetzes über bie Rechtsfähigkeit ber Berufsvereine ein. ReichstagSabg. Sachse referierte hierüber, worauf sich bie Versammelten bahin erklärten, baß sie sich mit bem Gesetz in ber vorliegenben Gestalt nicht bef reunb en könnten. Aus S.aot uno x.ano» Sprechstunden ber ü .w.. : ■ 1 . *—Vs 8 Uhr abbs. Gießen, ben 22. November 1906. ** Bom Großh. Hose. Die Fürstin zu Solms- Hohe nsolms-Lich ist am Dienstag abend zu Besuch im Weuen Palais zu Darmstadt eingetroffen. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben die Ministierialsekretäre bei dem Ministerium des Innern Paul Hechler, Gust. Spam er und Dr. Paul Wörner zu ständigen Hilfsarbeitern bei dem genannten Ministerium, unter Verleihung des Charakters als „ Regierungsrat", den Ministerialreoisor bei der Buchhaltung der Ministerien des Innern und der Justiz G. Metzger unter Belassung seines Titels zum Assistenten bei dem Sekretariat des Ministeriums des Innern -ernannt, den von den Freiherren v. Gemmingen auf die evang. Pfarrstelle zu Fränkisch-Crumbach präsentierten Pfarrvermalter Theod. Mei sing er zu Nieder-Modau bestätigt, und den Ne- gierungSassessor Ferd. Kirnberger aus Mainz zum Feldbereinigungskommissär mit dem Amtstitel „KreiSamtmann" ernannt. ♦* I n Audienz empfangen wurde von S. K. H. dem Großherzog am Dienstag der Gründer des Insel-Verlags und Herausgeber der Großherzog Wilhelm Ernst-Ausgabe deutscher Klassiker, Alfred Walter Heymel aus Bremen, am Mittwoch u. a. der Maler und Schriftsteller Stoß köpf von Straßburg, Hofjunker Freiherr Löw von und zu Steinfurth und der Forstmeister Landtagsabg. Dr. Weber von KonradSdorf. •• Folgende Aenderungen in der Postordnung treten am 1. Dez. in Kraft. Briefsendungen mit Nach- nähme — ausgenommen solche mit dem Vermerke ,Durch Eilboten" oder .Postlagernd" — werden an Sonntagen und allgemeinen Feiertagen nicht zur Einlösung vorgezeigt. — Bei der Abtragung nach dem Landbestellbezirke werden für Postanweisungen nebst ben Geldbeträgen und für Briefe mit Wertangabe 5 Pfg., für gewöhnliche Pakete, Einschreib, pakete und Pakete mit Wertangabe bis zum Gewichte von 21/, Kgr. einschließlich 10 Pfg. und für Pakete von höherem Gewichte 20 Pfg. für das Stück erhoben. Die Bestellgebühr für Postanweisungen kommt auch bann zur Erhebung, wenn Die Geldbeträge auf ein Girokonto ber Reichsbank überwiesen werden. •* Die genauen Ergebnisse ber letzten Volkszählung. Die Volkszählung vom 1. Dez. 1905 hat nach ben soeben erschienenen Mitteilungen ber Großh. Zentrale für die LandeSItalistik für daS Großherzogtum eine Bevölkerung von 1 209176 Einwohnern und eine Zunahme von 90196 Bewohnern ergeben, das sind 8,2 Proz. Die größte Zu- nähme hat der Kreis Offenbach mit 20187 E., das sind nahe 14 Proz., bie geringste ber KreiS Oppenheim mit 600 E., das sind 1,3 Proz., gehabt; ber größte KreiS Hessens ist natürlich Mainz mit 161877 E., ber kleinste Schotten mit 27 043 E. In Oberhessen sind die Kreise nach Einwohnerzahl geordnet: 1. Gießen 88476; 2. Friedberg 77 426; 3. Büdingen 40 587 ; 4. Alsfeid 86 908; 6. Lauterbach 29186; 6. Schotten 27 043. Der Zunahme nach folgen bie Kreise: 1. Gießen 6560; 2. Friedberg 4752; 3. Bübingen 1665; 4. Schotten 705; 5. AlSfelb 628; 6. Lauterbach 608. Nach Prozenten georbnet: Gießen 8 Proz., Frieoberg 6,7 Proz., Bübingen 4 Proz., Schotten 2,7 Proz., AlSfelb 1,7 Proz., Lauterbach 1,6 Proz. In ber Provinz Oberheffen beträgt bie Gesamtzahl ber Bewohner 296 566, die Zunahme seit 1900 14 708 ober 6,2 Proz. Der räumlich größte KreiS beL Großherzogtums Hessen ist ber Kreis AlSfelb. ** Evangelischer Bunb. Das Winterprogramm der hiesigen Ortsgruppe wird zwei Familien-Abende umfassen. Der erste soll am 9. Dez. stattfinden. Als Redner ist der bestens bekannte und beliebte Pfarrer D. Dr. Diehl-Hirschhorn gewonnen. Sein Thema lautet: ,Joh. Balthasar SchuppiuS von Gießen in seiner Bedeutung für die hessische evangelische Kirche." — Der zweite Familien-Abend wirb am 13. Januar gehalten werben. Rebner unb Thema werden später bekannt gegeben. Lau da ch, 21. Nov. Durch ben Wahlkommiffär Herrn Cloos aus Nidda wurde gestern nachmittag bie Neuwahl zur Han bels kämm er der Kreise Jriebberg-Büdingen- Schotten auf bem hiesigen Rathause abgehalten. Es beteiligten sich etwa 75 Proz. bet hiesigen Wahlberechtigten. Der bisherige Vertreter Kaufmann Rubvlf Rittet wurde einstimmig wieder gewählt. 8 Herborn, 20. Nov. Unserem Städtchen steht eine schöne Weihnachtsgabe bevor, indem das neue Bahnhofsgebäude am 2 4. Dezember seiner Bestimmung übergeben werden soll. Seine Betriebnahme war schon für Gieszeuer Stadttheater. CharleYS Taute. Seit 15 Jahren etwa ist Englands neuzeitliche Bühnen» litteratur den deutschen Theatern nicht mehr fremd, unb Oskar Wildes wie Vernarb Shaws geistreiche dramatische Werke gehören heute zu den auf deutschen Bühnen am meisten gezielten Stücken. Das unbestreitbare Verdienst, daß die deutschen Bühnenleiter ihre Augen recht aufmerksam nach dem Jnselreiche jenseits beS Kanals zu richten begannen, hat ein Mann, von dem man sichs am wenigsten versehen hätte, Adolf Ernst, deffen Theaterchen im tiefsten und dunkelsten Südosten Berlins lag. Er war es, der — .Charleys Tante", diese Londoner Burleske, nach Deutschland importierte. Sie machte ihn zu einem reichen Manne, so baß er, ber einstige Theologe, schon nach wenigen Jahren einer ungewöhnlich be- beutenben klingenden Gewinn bringenden Theateriinternehrner- Laufbahn vor einem Jahrzehnt nach der 450. Aufführung dieser Burleske von ber Bühne scheiben konnte. Der Kaiser hat in der ersten Hälfte ber 90er Jahre wiederholt die Schauspieler- truppe des Adolf Ernst-Theater aus Berlin nach bem Neuen Palais bei Potsdam rufen lassen, um sich an »Charleys Dante" zu ergötzen. Sie hat dann ihre Runde über fast alle deutschen Bühnen gemacht, dis sie dann wieder in ben Theaterarchiven verdientermaßen entschlummerte. Jetzt hat sie Büller, ber reisende Bühnenhumorist, für Deutschlands Bühnen zu neuem kurzen Leben erweckt. Da sie heute wohl von allen längst vergessen ist, so wirkt sie fast wieder wie eine Novität. Der altenglische, gelenke Clown erscheint, wirbelt im Rad ^erum. macht allerlei Ulf von mutwilligster Sorte und anspruchslos, wie er gefoimneh, verabschiedet sich der Spaßmacher. Das war seinerzeit etwas Neues in Deutschland, wo man des damaligen, aus Anno Toback übernommenen Bühnenspaßmachers mit seinen faden Couplets, seiner Verherrlichung aller herrschenden Philistrosität in Staat und Stadt nachgerade überdrüssig geworden war. .Charleys Tante" bedeutete immerhin für die deutsche Bühne ein Sichlossagen von dem Possen-Unsinn, der osl unverschämt genug war, etwas gelten zu wollen. .Charleys Tante" gleicht dem Pickel- Häring, der nichts anderes sein will als eben ber Pickelhärmg. Hanblung ist nicht viel vorhanden, und es gibt ein paar Stellen, in denen Erzählung langweilt. Das hindert aber mcht, baß ein großer Teil der drei Akte von höchst spaßhaften Vorgängen ausgefüllt wird, bie mit zwingender Gewalt auf das Zwerchfell wirken. Alle Figuren gruppieren sich um die Hauptrolle der falschen Tante. Diese Rolle stellt aber auch besonders große Anforderungen an die Gewandtheit unb Sicherheit bes Darstellers. Der gestrige Darsteller, Herr Büller, entfesselte dröhnende Lachsalven. Was der größte Vorzug ist seiner geradezu überwältigend komischen Darstellung von Charleys Tante aus dem Lande, ,roo die Affen her- und hinkommen", daS ist das aus erlesenem Taktgefühl heraus gebildete rechte Maßhalten. Aiis ber niederen Kunstform der dem Pantomimischen kaum entwachsenen Burleske hob Herr Büller „Charleys Tante" zu einer Komödie von ungeheurer Drolligkeit. Weit entfernt, in groteske HanSwurstmanieren zu verfallen, beiuegte er sich in dem würdigen schwarzen AtlaSkleide nut dem weißen Spitzenbehang ganz wie eine liebenswürdige Matrone im intimen Salon zu unserer lieben alten Großmütter seligen Zeiten. Eine nette und honnette alte Dame von äußerst sympathischem und gewinnendem, ja geradezu bestrickendem Aeußeren, so stolzierte Herr Büller auf unserer Bühne umher, als wandelte er stets mnknistert von seidenen Gewändern. Der breite Haarscheitel nebst Haube steht ihm ganz unwiderstehlich gut zu Gesicht. Und dazu sein geradezu horrend komisches Mienenspiel! Sein holder Augenaufschlag, fein zimperliches Schmollen und alle seine anderen weiblichen Toilettekunststückchen! Aufs getreueste ist es abgelauscht unseren lieben guten alten Tanten, die mit wohlerzogener Gefallsüchtigkeit ihre zarten und weichen Gefühlchen so hübsch zu verzieren verstanden, daß ihre leicht affektierte, aber anmutige Förmlichkeit doch immer etwas LiebeS behielt. Ihr ganzes Wesen hatte etwas von der Art und Tonart deS sanft säuselnden Spinetts, dem sie ihre Herzbeschwerdelein anver- trauten. Und Spinett spielte gestern mimisch mit unvergleich. barer und schier unerreichbarer Virtuosität Herr Büller. Und wenn er dann als Unbeobachteter in sein Männliches hinüber- griff, oder wenn er z. B. gar als Zigarrenraucher ertappt seine Taschenspielerkünste zeigte und die brennende Zigarre verschwinden ließ, bann prusteten die Leute im Parkett unb in Den Logen aus vollem Halse und vergaßen alle Sorge, die sie am Tage gedrückt hatte. Auch so toll maskiert erfüllt die Kunst ihr Trösteramt, unb ihre Scherze, bie wie Knallerbsen explodieren, werden in Büllers Darreichung vielen unvergeßlich bleiben. In ihrer brav bürgerlichen Ehrsamkeit mißlang eS leibet den meisten unserer heimischen Darsteller, mit Herrn Büller in den Gefilden des Pickelhärings das Heil zu finden. Her, Reimer meinte z. B., ein Baron müsse so steif wie ein Besenstiel, em ehemaliger indischer Offizier mit Wachtmeister- sicher Bramarbasene gespielt werden. Ich habe Herrn den 1. November geplant, scheiterte aber an der Verzögerung des inneren Ausbaues. Unsere Bahnhofsräume, vor allem die beiden Wartesäle, sind schon seit Jahren sehr beengt. Nunmehr haben die neuen Verbindungen nach dem Hinterlande und dem Westerwalde einen außerordentlich lebhaften Verkehr gebracht. Die gesamte Erweiterungsanlage wird erst im nächsten Sommer fertig werden, da die Anlage des neuen Weges am Fuße des Homberges bedeutende Schwierigkeiten verursacht. Das hier zu Tage tretende mächtige Felsgestein konnte nur durch Sprengungen mühsam hinweg geräumt werden. Die Kosten der neuen Bahnhofsanlage sind zu 1012000 Mark veranschlagt, wozu der Baufonds der noch im Ausbau begriffenen Nebenbahn Herborn- Westerburg einen Pauschbeitrag von 90000 Mark leistet. Die Aufbringung der Schulhausbaukosten. Man schreibt uns aus Oberhessen: In neuerer Zeit wiederholen sich die Anträge unserer LandtagsaLgeordneten auf Aebernabme der Volksschullasten durch den Staat, und gewiß würde, wenn die Schultern des Staates so trag fähig wären, die Genehmigung eines solchen Antrags eine beträchtliche Entlastung der Einzelgemeinden bedeuten, abgesehen von anderen Nebenerfolgen, die man davon erwartet. Die nun einmal gewohnte Aufbringung der Kosten an Lehrergehältern, für Unterhaltung der Schulgebäude und Unterrichtsmittel ist aber nicht die schwerst eLast für die Gemeinden. Die Kosten für einen Schulhausneubau sind viel schwerer zu tragen. Wir reden hier nicht von größeren Gemeinden, die ja meistens auch leistungsfähiger sind. Wir hatten kürzlich Gelegenheit, in einer Gemeinde von noch nicht 300 Seelen den Verhandlungen über einen notwendig gewordenen Neubau der Schule beizuwohnen. Zu dieser Gemeinde gehören 70 Ortsbürger, meist kleine Landwirte, Fabrikarbeiter und Bergleute, 7 Männer sind invalid, also erwerbsunfähig, ferner zählt man 20 Witwen, die nrit ihren Kindern in sehr geringen Vermogcnsverhältnissen leben. Die Umlagen betragen zurzeit 3000 Mark. Seither hat die Gemeinde die rhr angesonnenen Ausgaben für die Schule willig, wenn auch mit großer Mühe getragen. Nun ist nach den neueren Bestimmungen ein Schulhausneubau nötig, der rund 20 000 Mark erfordert. Selbst wenn die Gemeinde von den 9000 Mark, dre dem Kreis Gießen zu diesem Zweck zur Verfügung stehen, den Löwenanteil als Staatszuschuß erhalten würde, so würde doch die Uebernabme von zirka 15 000 Mk. als Schuld den Ruin der Gemeinde bedeuten. Solchen dauerrrden Lasten gegenüber wird auch die Liebe zum Heimatsdorf nicht lange Stand halten können; wer es irgend möglich machen kann, verläßt die Gemeinde, und für die Zurückbleibenden wird die Last um so drückender. Bei gar mancher anderen Dorfgemeinde liegen die Ber- hältnisse ähnlich. Hier ist Staatshilfe nötig! Niemand wird der Regierung Pflicht und Recht bestreiten, allgemein verbindliche Grundsätze aufzustellen über den Bau und die Raumverhältnisse, sowie die Einrichtung der chr unterstellten Schulhäuser. Aber es müßte dann auch für Mittel gesorgt werden, die den Gemeinden mehr wie seither die Befolgung solcher Vorschriften ermöglichen, bezw. erleichtern. Es ist doch eigentlich ein Unding, wenn Beamte, denen die Durchführung der staaüichen Vorschriften obliegt, den Gemeinden in solchen Verhältnissen sagen müssen: Wenn wir auch einsehen: es ist für Euch nicht möglich, helfen kann der Staat nicht, es fehlt ihm an den dazu nötigen Mitteln! Da gilt doch auch: Ultra posse nemo obligatnr! Wenigstens sollte dann selbst der Staat nicht zu Ausgaben zwingen können, die eben über die Kraft hinausgehen oder — er müßte helfen können! Aber gerade in der Bewilligung dieser Mittel zeigt unsere Volksvertretung eine Sparsamkeit, die hier nicht an ihrem Platze zu sein scheint. Was bedeuten für den Kreis 9000 Mark, für das ganze Land 40- bis 60000 Mark als Zuschüsse des Staates für Schulbauten?! Eine Besserung könnte erst eintreten, wenn in den Staatsvoranschlag zu genanntem Zwecke 200000 Mark bereit- gestellt würden. Wenn man hört, daß für einzelne Staatsbauten in großen Städten solche und größere Summen, die ja nötig sein mögen, vorhanden sind, während man für das ganze Land in diesem Fall sich mit dem Fünftel begnügen muß, dann findet der gewöhnliche Mann das für unbegreiflich. Seine Betrachtungen führen ihn leicht dahin, daß die gewählten Landboten, weil sie meist aus größeren Gemeinden stammen, für diesen Notstand kleiner Gemeinden kein Organ haben, weil sie die Verhältnisse armer Gemeinden nicht genügend kennen oder würdigen. Die Schwierigkeit, bei der Vertellung solcher Zuschüsse den wirklichen Bedürfnissen gerecht zu werden, könnte leicht gehoben werden. Im allgemeinen gibt die Höhe des Steuerzuschlages einen Maßstab füb die finanzielle Lage einer Gemeinde. Es konnten dann besondere Grundsätze den einzelnen Kreisschulkommiffionen an die Hand gegeben werden, etwa in dex Richtung, daß bedürftigen Gemeinden, in denen der Steuer-Zuschlag bis zu 100 Proz. beträgt, ein Viertel, bei 100—125 Proz. die Hälfte, über 125 Proz. drei Viertel der Schulhausneubaukosten bewilligt werden könnte. Ja, man könnte ähnliche Grundsätze auch anwenden auf die Gewährung von Staatszuschüssen zu Lehrerbesoldungen. Videant consules! Dazu hat man Volksvertreter, daß sie darauf achten, daß der Staat und auch kleine Telle des Staates, d. h. die kleinen ärmeren Gemeinden, keinen Schaden nehmen! Wir können deshalb unfern Abgeordneten nur dringend ans Herz legen, in dieser Richtung für das Staatswohl besorgt sein zu wollen. Solche finanziellen Nöte sind cs grade, die die Landflucht, der inan ja mit allen Mitteln begegnen will, fördern. Das Wohl der Einzclgemeinden ist aber auch das Wohl der Allgemeinheit! E—a. vermischte». • Leichenfunde. Auf dem Gleise der Bahnstrecke Berlin-Stendal zwischen den Bahnhöfen Hämerten und Stendal wurde eine weibliche Leiche gefunden. — In der Scefelder Aach bei Konstanz wurde die Leiche eines 22jährigen Burschen aus Deisendorf namens Amann gelandet, deffen Füße zusammengebunden waren. Man vermutet, das; er ermordet und seiner Barschaft in Höhe von einigen Hundert Mark beraubt wurde. Der mutmaßliche Mörder soll ein verschwundener Schweizer sein. * Die erste weiße Frau, die den Ruhm für sich in Anspruch nimmt, Afrika durchquert zu haben, Frau Cabra, die Gattin des Obersten Cabra von der belgischen Armee, ist wieder in Belgien eingetroffen. Frau Cabra verließ ihre Heimat zusammen Mit ihrem Gatten im April 1905, fuhr von Neapel nach Daressalaam und ging von da nach Sansibar, Mombasa und Entebee, der Hauptstadt von Uganda. Von da aus reiste sie mit ihrem Gatten bis zum Albertsee und nach Mahagi im Kongostaat, überschritt die Ruwenzorikette und wandte sich dann den Kongo fluß abwärts nach der Küste. Frau Cabra erklärte, daß sie keine nennenswerten Gefahren und Entbehrungen habe überstehen müffcn, aber einige Erlebnisse hätten sie sehr belustigt, besonders das Erstaunen der Eingeborenen beim Anblick der ersten weißen Frau, die sie sahen. Ein Führer, der sie auf einer Strecke ihrer Reise begleitete, erklärte sogar, er hätte bisher nicht daran geglaubt, daß es weiße Frauen gäbe, und als man ihn nun fragte, wie er sich denn da die Fortpflanzung der weißen Rasse vorgestellt hätte, sagte er, daran hätte er überhaupt nicht gedacht. "Da? Schwein im Gepäckwagen. Ein Bauer auS der Gegend von Donaustauf hatte einem Metzger in Regensburg ein Schwein zu liefern. Tas Schwein wurde in einem Gepäckwagen der Walhallabahn untergebracht, in dem sich auch Lebensmittel, darunter Eier, befanden. Als die Bahn in Stadtamhof einfuhr, scheute das Schwein und wollte durch das Fenster des Wagens hinauSspringen. DaS Fenster brach, wobei sich das Schwein nicht unbedeutend verletzte. Vom Schmerz gequält rannte es im Gepäckwagen umher. Hierbei stieß es zwei Mit Eiern gefüllte Körbe um. Sämtliche Eier gingen in Trümmer. DaS Tier mußte infolge der erlittenen Verletzungen sofort geschlachtet werden. * Der schlagfertige Professor. Der wegen seines urwüchsigen HumorS beliebt gewesene Professor Zeman vom Polytechnikum in Stuttgart „erfreute" sich eines Kahlkopfes, dessen Glanz einer Billardkugel nichts nachgab. Mit der Zeit stellte sich bei Zeman starkes nervöses Kopfweh ein; der Arzt riet ihm eine Perücke zu Hilfe zu nehmen. Als Zeman eines Morgens fein Auditorium betrat, das Haupt dicht schwarz behaart, brach natürlich unter den Studenten ob dieses ungewohnten Anblickes große Unruhe aus. Zeman betrat ruhig das Podium und begann seinen Vortrag: „Meine Herren, ich verstehe Ihre Unruhe und Ihr Erstaunen vollkommen. Denn es ist seit meiner langjährigen Lehrtätigkeit heute das erste Mal, daß ich wissentlich mit einer falschen Behauptung vor Sie hintrete.' Damit hatte er natürlich die Lacher auf seiner Seite. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 20. Nov. Tätliche Beleidigung. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Gastwirt und Fleischbeschauer A. E. E. Gr. von Steinfurth (Kreis Friedberg) wegen Sittlichkeitsverbrechens und fortgesetzter tätlicher Beleidigung Anklage erhoben. Es ist ihm zur Last gelegt, sein noch unbescholtenes, noch nicht 16 Jahre altes Dienstmädchen mit unsittlichen Anträgen verfolgt und zur Begehung einer unsittlichen Handlung verführt zu haben. Die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit abgehaltene Verhandlung führte nach dem öffentlich verkündeten Urteil nur zur Bestrafung wegen fortgesetzter tätlicher Beleidigung und zwar zu einer Ge- fängnisstrafe von 2 Monaten. Das Gericht war allein auf die Aussagen des noch nicht eidesmündigen. Kindes angewiesen; es hielt die verschiedenen Angriffe in ihren Einzelheiten nicht für völlig aufgeklärt, doch wurden seine Angaben als der Wahrheit entsprechend angenommen, zumal ihm von dem Lehrer und dem Ortsgeistlichen in jeder Beziehung das denkbar beste Zeugnis ausgestellt wurde. Ein Sechzehnjähriger. Der 16jährige Dienstknecht K. A. von Seien- heim war geständig, mit einem 6jährigen Mäd chen zu Dorheim unsittliche Handlungen vorgenommen zu haben. Der Angeklagte wird zwar für etwas beschränkt geschildert, doch war das Gericht nicht im Zweifel, daß er die zur Erkenntnis der Strafbarkeit seiner Handlungen erforderliche Einsicht besessen hat. Da die Handlungen nicht sehr erheblich waren und das Kind weder körperlichen noch moralischen Schwaden davongetragen hat, ließ ihn das Gericht mit 6 Wochen Gefängnis durchkommen. Ein NückfaltSdiebstahl. Am zweiten -. tag befand sich der Taglöhner P H. aus Griesheim bei Darmstadt, der zu Calbach in Diensten stand, in einer W.'rtschaft zu Eckartshausen. Er benutzte einen unbewachten Augenblick, um sich die Taschen mit Zigarren zu füllen, was bei feinem Weggang bemerkt wurde. Darüber zur Rede gestellt, gestand er den Diebstahl ein, auch gestand er zu, bei einer früheren Anwesenheit ebenfalls Zigarren entwendet zu haben. Er bat, ifin mit einer Anzeige zu verschonen und bezahlte 10 Mk. Die Sache kam aber doch zur Kenntnis der Behörde und es stellte sich heraus, daß man es mit einem wiederholt rückfälligen Dieb zu tun hat, der mit Zuchthaus vorbestraft ist und unter Polizeiaufsicht steht. Das Gericht fand in dem geringen Wert des Gestohlenen und in der Tatsache, daß ihm die Ausführung des Diebstah-ls leicht gemacht wurde und die Gelegenheit ungesucht war, mildernde Umstände, weshalb es von Zuerkennung der verwirkten Zuchthausstrafe absah. Es hielt aber doch eine erhebliche Strafe für angezeigt und erkannte auf 1 Jahr Gefängnis und fünfjährigen Ehrverlust. Auf die erkannte Strafe hat ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung zu kommen. rrttZversitäts-Nachrkchten. _ Frankfurt a. M., 20. Nov. An der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften bestehen zwei studentische Verbindungen, und es macht sich dort jetzt auch eine st u d e n t i s ch e Bewegung, wie an anderen Hochschulen bemerkbar. Gestern fand in der Börse eine stark besuchte allgemeine Versammlung von Studierenden der Akademie statt und beschloß die Bildung eines Ausschusses zur Vertretung der Interessen der Studentenschaft. In den engeren Ausschuß wurden gewählt, von den „Inkorporierten" dieStudierendenWinkler undHanzo(Arnüniae), Gilfsert und Sauer (Franconiae), von der „Wildeuschaft" Dr. Ein- hart, Scbeibka und Dr. Ziffke. In der Besprechung wurde beklagt, daß in Frankfurt das Vorhandensein von Studierenden an der Akademie für Sozial- und Handelswiffenschasten so gut wie imbc- kannt geblieben ist und daß man ihnen auch an verschiedenen amtlichen Stellen nicht das gleiche Entgegenkommen zeigt, wie an anderen Stellen. Eine Reihe diesbezüglicher Wünsche wurde dem engeren Ausschuß zum Vortrag bei dem Rektor übergeben. (Fkf. Ztg.) Karlsruhe, 21. Nov. Bei dem heutigen Rektorats- wechsel au der hiesigen technischen Hochschule gab der neuernannte Rektor Geh. Hofrat Arnold bekannt, daß dem Präsidenten des Badischen Ministeriums der Finanzen Max H o n s e l l in Anerkemnmg seiner hervorragenden Verdienste um die Wasser- und Straßenbaukunde im Großherzogtum Baden, insbesondere um die wirtschaftliche Ausnützung des Rheinstromes, die Förderung der Gewässerkunde und die Meteorologie, sowie seiner erfolgreichen Tätigkeit zur Hebung der Ausbildung der Ingenieure die Würde eines Dr. ing. honoris causa verliehen ist. Eine leidende Familie erzielte mit einigen Paketen „Bioson“ den denkbar grössten Erfolg und gibt in nachstehedem Brief ihrer Anerkennung Ausdruck. ----------- Berlin N. 20, Soldinerstr. 76, den 1. September 06. Das „Bioson" habe ich in meiner Familie schon seit 1 Jahr in Gebrauch und zwar wenden es meine Frau, Sohn und Tochter gegen Blutarmut und Schwäche der Nerven an (je 3 Mal täglich nach Vorschrift). Nach Gebrauch von einigen Paketen konnten wir schon eine Besserung im allgemeinen konstatieren, der Appetit nahm zu und bekamen Alle ein frische?, gesundes Aussehen. In Anbetracht dieses Erfolges habe ich das Bioson in meinen Bekanntenkreisen empfohlen und sind diese mit dem Gebrauche sehr zufrieden. Ich werde nicht unterlassen, Ihr Bioson roeiter zu empfehlen. Hochachtungsvoll! gez. G. Emler. Bioson wird von berufenen ärztl. Autoritäten nnd in Kliniken, Krankenhäusern usw. nach umfassenden Versuchen fortgesetzt als' bestes, stärkstes, billigstes, zuträglichstes, bluterzeugendes Mittel angewandt und ist in Apotheken, Drogerien usw. da§ halbe Kilopaket zu drei Mark erhältlich. b2/10 Reimer noch nie so von allen guten Geistern der Komödie verlassen gesehen wie gestern. Wollte er, entgegen den Absichten deS Verfassers, feine Rolle ernst nehmen, dann hatte er einen englischen Edelmann darzustellen. Muster dazu findet man mühelos in Nauheim, Frankfurt, Homburg, Wiesbaden. Herr Reimer scheint sie im Kriegerverein zu Kötschen- broda gesucht zu haben oder beim Hauptmann von Köpenick. Glücklicherweise nahm Herr Lippert seinen Advokaten nicht ernst, doch er holte ihn nicht aus England, sondern auS dem freilich England neuerdings eng befreundeten Lande jenseits des Rheins. Er bemühte sich aber doch, im Gegensatz zu Herrn Reimer, lustig, lebhaft nnd beweglich zu fein, und ebenso taten das die Herren Kober und Greeff. Herrn Greeff hätte man auch allenfalls für einen Sohn Albions halten können, als der sich übrigens, im Auftakt und im Finale, Herr Büller mit verwunderlicher Jugendlichkeit und zugleich angenehmsten gesellschaftlichen Formen präsentierte. Diese fehlten den meisten unserer Herren leider fast ganz. Herr Gronert fand sich allein tadellos zu der Büllerschen Art. Von den Damen laßt sich schlechterdings nichts sagen. Jedenfalls hat Büllers „Charleys Tante" einen stürmischen Lacherfolg gehabt. Seine unerhörte, und doch wohl gebändigte Lustigkeit übertrug sich auf das zahlreiche Publikum, das sich ganz köstlich amüsierte. Die Stimmung war so animiert, wie ich sie im Gießener Theater kaum je beobachtet habe. P. W. — Kaltenba chs. Eine heitere Geschichte aus Berlin W. von Robert Misch. 6. Tausend mit Illustrationen von Walter Caspari. Preis 3 Mk. Verlag „Harmonie", Berlin W. 35. — Das ist ein recht amüsanter Roman, einer der wenigen humoristischen, die über die ulkige Situationskomik hinausgehen und ihre Komik un- gesucht aus den Charakteren entwickeln nach Art der eng- ischen Humoristen, denen Robert Misch hier mit Glück uach- trebt. Dieser Rentier Kaltenbach ist eine köstliche Groß- tadttype, ein Geizhals und Haustyrann, der seine Familre unterdrückt, eine Schwägerin aus Amerika schröpfen und beerben will, aber schließlich von der famofen, smarten Dame angeführt und untergcduckt wird. Wie das geschieht, welche Künste und Listen beibe Gegner anwenden, wie sich dadurch die Schicksale des Sohnes, der Tochter und der Nichte gestalten: all das ist so amüsant und zugleich so spannend, daß man es selbst nachlesen muß. Man hat dann nicht bloß einige Stunden unterhaltsam verbracht, sondern auch einen Blick in eine Berliner Bourgeoiswelt vvm Schlage der Buchhofen getan. Kaltenbach selbst ist eigentlich ein umgekehrter Bnchbolzen. Diese will ihre Familie glücklich machen — er denkt nur an sich selbst. Schließlich kommt alles zum guten Ende und wir lernen dabei eine Fülle origineller, scharf beobachteter Figuren kennen. Da ist z. B. der famose Herr Kolb, ehemaliger Mime und Theaterdirektor, jetzt Agent, Erfinder und Phantast von reinstem Wasser. Da ist ferner seine kluge Tochter, die Zahnärztin; da wirbelt das lustige Tollköpfchen der schwäbischen Nichte vorüber, Fritzens „Braut"; da ist der zaghafte Fritz Kaltenbach selbst, der von (einem. Vater keinen Hausschlüssel, und seine Schwester, die weinerliche Tvni, die „keinen Mann kriegen kann". Nicht zn vergessen den drollig-schnoddrigen Einjährigen Ahlers. Bis auf die dralle Köchin und den Friseurgehilfen, der den Grafen spielt, stehen diese Gestalten alle rund und lebensprühend vor uns. Keine tiefen Ideen zwar, keine großen „Probleme" und „Fragen", aber echte Menschen und ein Bild des anständigen Mittelstandes, ein Mikrokosmus, wie; er zu Hunderttausenden zwischen und neben uns existiert. Der bekannte Lustspieldichter läßt hier feiner behagliche satirischen Laune die Zügel schießen. Dies fröhliche Buch wird mit seinen graziösen, kecken Caspari-Illustrationen, die eigentlich mehr satirische Randglossen, mehr ironische Bildmetaphem sind, wohl bald das sechste Staufenb überschreiten. — Verhältnis derSchauspielkunftz u m Dram a. Eine Feldmesserarbeit von Arthur Nothenburg-Mens. (Leipzig, Verlag Karl Ernst Poeschel) Preis Mk. 1.—. Die Idee der vorliegenden Schrill ist: Ter Gestus (etwa die Geberdensprache) ist der eigentliche Inhalt der Schauspielkunst. Der Gestus ist nicht etwa nlir Form; er ist beseelte Form. Er verachtet nicht das Wort, er nimmt aus dem Wort den Geist, der im Worte sich gibt, im Worte sich verrat, und stellt ihn vor, nicht im Lautklang, sondern im Herzen Habitus. Er und seine Umgebung. Und damit kommt der Verfasser zn seiner zweiten Ausstellung: zur Romanphantasie. Sie wird vom Gestus geschaffen und er hinwiederum von ihr getragen. Sie ist die mit höchster Kunst geschaffene, fein abgetönte Stimmung, die im Bühnenrcmme, in der Szenierung, im Gasttrs des Künstlers lebt, unb aus dieser glücklichen Harmonie heraus sich bem Zuschauer mitteilend ihn zur höchsten Aufnahmefähigkeit bereitet, 1 r-> ö s S r-» o e Ci 1* o Ä Q K sr -r 40 M £ *w d1? 0 0 3) O O vO E L N 'S -VT> y a -Z- >-• e~_ . Wh u ,fc- h> V O> L'~ -*0 ^ = 5 s i s* «ft O O ' 3« e .S* T = ä >b e# a> r—» 2 | ,(O _ö W E’s V 3 y 31 Ä —■* 3 3 o O 3D • — HZ C-* 'S' 3 Jd **> ■» O o .,-' " “ C ~ ü OP cn Z W'S § o 2 3*®ZDZ«§ 3 <3 ■§.-5' y v 3 O «3 g5 = -ET H LoA"'-^ _ O o « *c y — dL's ~u= 3 öe^.X L3. 'S C13S 3--3 ° 3 "€ = r 03 £ ‘TT *c E 3 3 -— ,t) y qj, — 3 -jx »o S y o g -^ScTpi^'gy y 3 3 3> C7J3rr.tr gS A 'S'^ÖQ = 3*^3 - y £_ kV - y - 3 3 3 y y Ö 3 3 E^--3L 3 •— — r~ 3 y y an _C7- 3> y rO y -3 y 3 y y £3-^7 L§ZZ = 5 y y jQ ■& Ö <3) C 2 3» 5 & 3 *3 3 g? 3> • >3- ua x> o y C=cJ 3 § 3 3: «ft y JQ 3 y da y 3 y o ^S"^y y y ' y 3 i—- 0-3- y 3 3 3 C -3> 3 iXD. y .Z C£> o ti 03 X y y = C^ o 3 Ja-o S ? «j> Q C* tut-e 'S Lo *=■ L M e-,55 ES H T § .« E ®j cd „ g-^3_ *ti ‘Ü ? c ARZ Z 3 3M s o Q Q X Q i5' 1- S S Ä o '3 3 2 § «o "y «ft J3 y 3 — y o — — CD v£> ,<> y 3 ’y y h - Ö- y g y y ?3 = >o <3■■" - y o 3 y ° E 3 y o y -5 3^ y e« — _TJ -*-■ — O :Q p CD XJ y »2^^ .S •? SE .ü HS' w s E- '3 i3 *8*5. 5 3 h'g 3 . SS ypy^äyEy vCtlE-CQ *? »O s«>h=^f«Lc = 5trt t 5äJs^k =-j^-b := = m 3 s.:q .-“s - ° & Z>L 5JO-=S . p -Q xd JJ y x> 3 33 y C S* G no O ° ' 3® 3 ° 3’ !LN £ fi 5 s a ä 3 O Ä y CD GD*y » o CD 3 V S t: L r- 3 •—< y g) oa 3 ~ 3 73 y 3 y 5'8.5 5 y . xr t. 3«» 52 «”«• „55 .=-g = 6=S2g 7S8HMZL«Z5-LZA-- S u U 2^ 3^2 ;§ ^.-Z . y Z J ej«:« = ö 0«-^ s gS'&gS E'® 3"§ Sl- s ß ä •eÄ® h 1 ® 5^.5 &S w g y'^.S = „ *C'v» «ft T3 Kaffee Gebr. Berdux Bahnhofstrasse 27 - - ■-■•" s Äj giebt es wohl in ganz Deutschland nicht; auch nicht in den nunmehr vereinigten „Kaiserreichen“. Wir rösten sämtliche Kaffeesorten jede Woche Mittwoch und bieten unserer verehrten Kundschaft außerordentlich preiswerte feine und feinste Mischungen, die in fast luftdicht verschlossenen Behältern aufbe* wahrt, in 8 Tagen nichts an Aroma und Ausgiebigkeit einbüssen. Wir verschmähen vor allen Dingen, dem Publikum durch Zugaben eine Lockspeise vorzusetzen, die nur auf Kosten der Qualität des Kaffees verabfolgt werden kann. Wir liefern zu dem jeweils angelegten Preise einen vorzüglichen Kaffee und glauben, damit einem Publikum, das etwas von Kaffee versteht und Wert auf Qualität legt, — am besten ======== zu dienen. Wir empfehlen reinschmeckende Sorten per Pfund —.90 und L— Mk. Haushalt-Kaffee, Probat I per Pfund 1.20 Mk. vorzüglich ausgearbeitete Mischungen Berliner, Wiener und Karlsbader Mischungen per Pfund Mk. 1.40, 1.60 und 1.80 Lindenplatz 12 a27u Täglich frisch gebrannten Meischverdingnng. Montag, den 3. Dezember d. Is. 10 Uhr vormittags wird im Äelchällszimmer der unterzeichn. Verwaltg. — Kaserne I — wo auch die Bedingungen ausliegen, der Bedarf an Fleisch- und Wurstwaren für die hiesigen Truppen in der Zeit vom 1. Januar bis 80. Juni n. Is. verdungen. „ Die nach Ziffer 17 der Bedingungen auszustellenden Angebote sind spätestens zu dem oben angegebenen Zeitpunkte, mit der Aus- schritt ^Angebot auf Lieferung von Fleisch- und Wurstwaren" versehen, hier abzugeben. Garuisouverivaltuug Gießen. Fernsprecher 218 Liebigstratze 13 29^* Reparaturen an Maschinen jeder Art werdest in meiner Werkstätte fachgemäß und billigst ausgeführt. — für die Landmirtschafi W. Rosenthal MUch Ceutrisugen Futterfchueid- neuest. verb. Konstrukt. maschine» Buttermaschinen Dickwurzmühleu Mllchkannen Schrotmühle» Mitchkühler Futterdämpfer Putzmühleu, ttesfelöfeu Trieure Kartoffelquetsche» Jauchepumpeu Kartoffelsortier- Jauchefafser Maschinen, usw. Permanente Ausstellung aller Geräte Ur Metzgemeißer und Reßnnrntenre! Kühlanlagen ■ allerneuestes System ===== bauen Litt & Oswald, W Mlf Litt, Fmlsult a.M., Deutschherrutai 30. Anlagen geliefert und zu besichtigen bei Obermeister E. Ludw. Sach Gießen; Adolf Atöhl, Gießen; Restaurant Haberkasten, Giegen; Brauerei Atelcl)ior, Buhbach; Aietzgermeifter PH. Gruner, Butzbach; (tzebr. Rosenthal, Bad-Nauheim; Max. Rosenthal, Bad-Nauheim; 'Metzger Grüneivald, Bad°Nauheiin; Ludwig Weller, Wieseck; Karl Bolkmann, Lollar; Heinrich Moos, Lollar; Wilhem Bender, Rod- heim a. d. B. usw. . L08346 Zum Totenfest empfehle 6950 Kränze und. Kreuze in verschiedenen Ausführungen bei großer Auswahl zu billigen Preisen Wilhelm Moser, L F.: Val. Moser $w„ Hanbelsgärtnerei, Wiesecker Weg 10, Normal-Hemden Unterjacken Unterhosen Strümpfe gestrickte Westen Schnlterkragen Handschuhe Shlipse Herrenwäsche empfiehlt billigst (Cu/n Julius Schulze Kreuzplatz. •■■Aw' Auf Kredit und gegen Bar Möbel, Betten Herren-, Damen- a. Kinder* Konfektion Spielend leichte Abzahlung J. Jttmann Giessen, Plookstr. 14—16 11 ■MU ■ •"/« W^D^O^D^D^MMD^U^G^ W HG Z^G^U^G^O^I^G Der S. C. zu Giessen. Das präsidierende Corps Hassia I. A.: Raab XX Unseren Gruss zuvor! Seine lieben a. H. a. H. und Freunde des Corps, sowie die hiesigen und auswärtigen alten Corpsstudenten erlaubt sich unterfertigter S. C. zu den* am Dienstag-, dem 27. ds. Mts., abends 8 Uhr n. pr. dahier im IVeuen Saalbau zur Feier des Allerhöchsten Geburtstages Sr« Königlichen Hoheit des Grossherzogs stattfindenden S. C.-Kommcrs ganz ergeben st einzuladen. 5 eigene Verkaufsgeschäfte 5 eigene Verkaufsgeschäfte Springmann’s Schuh Warenhaus Giessen Bahnhofstrasse 58 Bahnhofstrasse 58 Vorteilhafteste Bezugsquelle für sämtliche Schuhwaren 5868 ernarzer bvu/, Wasche mit I Lwäschf am besten MM ■ E- - 'Hx M- Nicht hochtrabende Inserate sind nötig, um die Vorteile in unserem Geschäfte ins rechte Licht zu setzen. Die zwangslose Besichtigung der grossen Auswahl, die Preiswürdigkeit erprobter Qualitäten, kulante Bedienung geben jedermann den besten Beweis, dass man sich in unserem Schuhwarenhause zum Einkauf von allen Sorten Schuhwaren an richtiger Stelle befindet. K 66/06 [B36/10 Donnerstag, den 6. Dezember 1906, nachin. 3 Uhr werden aus hiesigem Ortsgericht die vor dem Warnen des Schütz, Wilhelm und Ehefrau geb. Euler und des Euler, Otto, stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen 38/64 — 1429 qm Grabgarten am Hamm 38,65 — 424q rn Hoiraite daselbst 88/67 — 1384 qm Hoiraite (Schneidmühle) daselbst öffeiitlich mei|tbietenb versteigert werden. Auswärtige Bieter haben ein Zeugnis ihrer Heimatsbehörde bezüglich ihrer Zahlungsiählgkeit vorzulegen. Gieße»», den 24. Oktober 1906. Grogh. Ortsgerm/t Gießen. Gros, K 64/06. |B36/io Donnerstag, den 29. November 1906, nachm. 3 Uhr werden aus hiesigem Ortsgericht die vor dein Warnen des Schütz, Wilhelm und Eheirau geb. Euler und des Euler, Otto, stehendeii Grund- stücke der Geinarkung Gießeii 38/64 — 1429 qm Grabgarten am Hainrn 38/65 — 424 qm Hoiraite daselbst 38/67 — 1384 qm Hosralle (Lchneidlnühle) daselbst öffentlich meiutneteiib versteigert werden. Auswärtige Bieler habe»! ein Zeugnis ihrer Heimatsbehörde bezüglich ihrer Zahlungsfähigkeit vorzulegem Giegen, den 24. Oktober 1606. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Blasen- und Nierenkranken tot dringendst ra empfehlen der Besuch des Kgl. Mineralbades Brückenau, sowie zur Trinkkur das se"/"> Nacu uea-er« E^ Wir »LMM Zar Aaf.aujßia*. plearltheher Exsudate, ■^erordentllch Die elektrische Heil-Kraft steht einzig da! Leidende und ©er schwächte erhalt, grat. d.Blich über die preisgekrönte elektr. Maschine (24'/,^) von P.Freygang Nachf. inZfchachwitz-DreSdeu 40. I6"90 Sichere Existenz «it hohem Einkommen. DaS alleinige FabrikatiouS- und Vertriebsrecht zweier hervorrag. patentamtlich gesch. Haus- haltnngS-Maffenartikel für Giesten mit größerem Bezirk zu vergeben. Nur geringes Kapital erforderlich. Kachkeuutniffe nicht nötig. Kurzeutfchloffeue Herren, denen au vorzügl. konkurrenzloser Existenz gelegeu, erfahren Näheres durch den Inhaber am Freitag von 10 bis 1 und 3 bis 7 Uhr in Gießen, „Hotel Schütz". 6838 Niederlagen: Jean Weisel. ggio< Kgl Bayr. Mineralbad Brückenau Wernarier W aeeer tat von hervorragender Heil, wirkuaj bei harueaarer IMatheee. (licht, Nieren. «■ Bl-e-leld.n, sowie ailen übriS Erkrankungen der Harnorgane. — Die Quelle tat seit Jahrhunderten medizinisch bekannt „ ErtUttWi la allen Aeetheken u. Mtaerelwaeeerhdloen.0 naran HrffiliPannaa lat tV a r _ — 11 feinste Ess-Chocolade Die Tafel 20. 30.40 u. 60 Pfg. VEREINIGTE FABRIKEN MOSER ra -ROTH KGL. HOFL. W STUTTGART Daitochanslall Edelweiss Gegr. 1898 Friedrich Wörner Krofdorfer Straße 12 Reiiigug »oii HuS- uni HMWe jeder Art unter Garantie absoluter Schonung. 6571 Spezialität: Feine Damen- und Herrenwäsche. Nenplätterei. Abholen und Rücklieferung durch eigenes Fuhrwerk. 0» lach bewährt hat sich Fenchelhonig bei Husten u. Heiserkeit der Kinder. Em Versuch mit einer Probeslasche von 50 Pfg. aus der Germania- Drogerie, Carl Seibel, Frank- furterstratze 89, Telephon 593, wird Sie in der Tat überraschen. _________6681__ 08612 Zum Totenfest empfehle Kränze, frisch und präpariert, in auen Lorten zu viüigen Preisen. Carl Volk, FriedhofSgartnerei, Sicher Straße 7, vis-ä-vis oem alten Friedhof. Frische, geräucherte Kieler Bücklinge empfiehlt 16843 Eb. Dort, WaUtorstraße 45. BaBBHBseeeBMMÄHeoi h Universal achaschine zum Hacken und Zerreiben von Fleisch, Gemüse, Bröd- chen und Mandeln etc. Rühr- u. Knetmaschine für Kuchenteig und feineres Backwerk etc. Knchen- u. Puddinglormen empfiehlt •”* Ludwig Kröll Haus- u. Küchengeräte- Magazin Blockstrasse 10. mH der Pferdebesitzer! ^„“rOriginal-H-Stollan Fabrikanten: LEONHARDT & CO„ Berlin - Schöneberg. Jll. Kat.lon ontl.l Marke 5 Ludwig Schmitt Glaserei und Einrahmegeschäft, gegr. 1873. Kanzleiberg 7 am Brand vls-ä-vis vom alten Schloss, Telephon 575 Als vornehmstes Geschenk empfehle Bilder gerahmt und ungerahmt in grosser Auswahl Einrahmungen rauoh- und staubdicht In allen Preislagen — Reparaturen billigst — Reelle Bedienung