■ &“ ifes ' o.V UlU11 Äushilie ^*Wüi ^öei-( ^ousfjQd ju mjtien .Bruchstrabe 8,1, jo^ ^~SienÄ^~iiü y. Sbecitr, 16,11, ^Echcün^^ L ^lcici)itr. 29,1, |05337 le" Krankheit des jetzigen ite MWe» hohen Lohn und eine Putz. für abends jvM grjuchl. jrau Zahnarzt Schwalm, ! Ptockslrage 7, II. SÄ*.* i?bursche mliches, braves [4506 ienstmädchen qesucht. Lass Amend. ienstmädcheu e für sos. oder sp. lräüiges, ?s Mädchen, welches alle arbeit gründ!, versieht. 4525 erfragen tit d. Erp. ds.Bl. geiunbesjüdjtkes Dieaß» cn, bas fid) aller pauäatb. ti)t, faim (ofort eu. auch Äugust ernteten. :ünb crger Tdcahe 39, [aiä^en ?A magenmderLeschästsstelle teüener Anzeigers. [4477 üeres Mädchen sucht Stelle ,1= Storni«»»« o^L äberes eonneiiflt- 3. 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Sodann gelangte ein von den Delegierten Dr. Eickhoff- Deutschland und Graf 8l p p o n y i - Ungarn unterstützter Antrag des Belgiers Franck zur Annahme, der dem Wunsche Ausdruck giebt, die nächsteHaager Friedenskonferenz möge den Begriff der Kriegskonterbande vertraglich dahin begrenzen, daß darunter nur Waffen, Munition und Explosivstoffe zu verstehen sind; ferner möge die Friedenskonferenz als Grundsatz fcstlegen, daß weder das Schiff, das Konterbande führt, noch die Güter, die sich an Bord befinden, unter den Begriff der Konterbande fallen und zerstört werden dürfen. Die Konferenz solle die weitere Bestimmung treffen, daß privates Eigentum für die kriegführenden Parteien sowohl zur See als zu Lande unantastbar sei. Hieraus wurde die Konferenz geschloffen. lieber tausend Personen nahmen dann an einem Frühstück teil, das von Unterhausmitgliedern den Delegierten gegeben wurde. Auch der russische, deutsche, französische und amerikanische Botschafter waren bei dem Feste anwesend. Es liegt einiger Humor schon in der Zusammensetzung dieser Konferenz. Sie tagt ausgerechnet in London, ausgerechnet ein Kriegsminister muß teilnehmen und aus- gerechnet Graf Ap p ony i, Ungarns ärgster Streithahn, hielt die erste Rede aus dem Kreis der Mitglieder. Aber auch der Gedanke, durch Konferenzen den Frieden zu fördern, ermangelt nicht des Humors. In seiner Begrüßungsrede hat Campbell-Banner- man ganz besonders des „Friedenszaren* und der ersten Haager Konferenz gedacht; wenn je eine große Aktion total im Sand verlaufen ist, dann war es die von Nikolaus II. während deren das aus dem „siebentägigen Kriege" geschaffene Werk seine Probe in Krieg und Frieden bestanden hat. Die feste Hand eines klugen Baumeisters hat die mit Heldenblut gekitteten Grundlagen aneinandergefügt und auf ihnen den Van errichtet, außen abgeschlossen, innen ein iveiter Raum für friedliche Entwicklung. Zweimal war das 19. Jahrhundert Zeuge von der Aufrichtung mächtiger Reiche: die. Schöpfung dcS ersten Napoleon hat kein Jahrzehnt gehalten;, der SiegeSpreis von Königgrätz, ruhmreich erweitert iin Jahre 1870, hat das Jahrhundert überdauert. Wer das Deutschland vom 26. Juli 1866 mit dem Deutschland vom 26. Juli 1906 vergleicht, der wird, mag man sonst auch sagen was man wolle, mag man sich vieles, viele? anders, ganz anders wünschen, doch kaum Worte finden, diese Entwicklung von vierzig Jahren zu preisen, eine Entwicklung, wie die Weltgeschichte sie selten gesehen hat. Im Juni 1866 lag das bundestägige Deutschland in seiner tiefsten Zerriffenheit, schier am Rande des Abgrundes, am Vorabend deS Bürgerkrieges, rings herum war ein übermächtiges Ausland. Heute sind im Deutschen Reiche die Stämme fest geeinigt, seine Industrie und sein Handel nahe, daran, England zu überholen, seine Flagge flattert in fremden Weltteilen über weiten Schutzgebieten. Die Künste des Friedens werden, schier mit Aufbietung des Natioualstolzes, eifrig geübt, übereifrig fast. Die überwundenen Gegner von damals aber sind heute feste Säulen dieses Reiches, und der bei Königgrätz tapfer unterlegene Feind ist der engverbundene Freund und Waffengenosse. Dankbar erinnern wir uns heute unserer Führer von damals, die in besonnenem Wägen und kühnem Wagen Deutschlands Größe schufen. Mögen diese Erinnerungen am heutigen Gedenktage dazu dienen, in den patriotischen Herzen von neuem den Entschluß zu festigen, das so schwer Errungene für die Zukunft festzuhalten mit den gleichen Mitteln des Wägens und entschiedenen Wagens. Geht man auf die einzelnen Darbietungen näher ein, so ist neben der künstlerischen Leitung hinter den Kulissen Professor H e llm e sb erg er-Wien zu nennen, der den Taktstock schwang. Mit diesem Schwung und Feuer? Offenbach gespielt, wirkt er doppelt. Hellmesberger tut recht/ wenn er die Wirkung auf ausgefeilte Finale und die Massenchöre verlegt. Zu loben ist der Chor, der auf beachtenswerter künstlerischer Stufe steht. Von den Solokrästen schnitten die Herren am besten ab. Vierzig Jahre. Heute, am 26. Juli, sind vierzig Jahre seit der Unterzeichnung des Nikols bürg er Vorfriedens verflossen, seit jenen denkwürdigen Tagen, stvo vqrschauende Altersweisheit und heldenmütige Jugendkraft den Grund zu dem Bau legten, auf dessen Zinnen heute das Banner deS Deutschen Reiches über Länder und Meere grüßt, — vierzig Jahre, Aas politische Wahlrecht der Keistttchcn. Unter diesem Titel hat soeben Landrichter Dr. Jul. Friedrich, Privatdozent für Kirchenrecht an der Universität Gießen, bei Roth in Gießen eine Broschüre erscheinen lassen. Diese Frage entbehrt gerade bei uns in Hessen nicht der Aktltalität. Daß sie aber mit bekannten Vorgängen, auf die sie nicht den geringsten Bezug nimmt, nichts zu tun haben will, sagt das kurze „Vorwort". Dr. Friedrich will „mit dieser Schrift lediglich ein Referat erstatten über die gegenwärtige rechtliche und politische Beurteilung des politischen Wahlrechts der Geistlichen. Die Behandlung des Themas an sich — so schließt Dr. Fr. dieses Vorwort — bedarf wohl kaum der Rechtfertigung zu einer Zeit, da in Deutschland in weitem Umkreise ein neuer Kulturkampf zu entstehen droht. Nicht dem Kampfe aber, sondernder Aufklärung und damit dem konfessionellen Frieden wollte der Verfasser dienen." Die kleine Schrift halten wir für so überaus bemerkenswert, daß wir das Wesentliche aus ihr hier (ziemlich wortgetreu) mitteilen wollen. Wir verweisen jedoch alle politisch Interessierten auf die Lektüre der Broschüre selber. Das politische Wahlrecht der Geistlichen ist nach Dr. Fr. in Deutschland kein staatsrechtliches Problem, denn die (Seift» lichen aller Konfessionen haben bekanntlich in Deutschland das Recht in den Reichstag und in den Landtag zu wählen und sich wählen zu lassen. Mit diesem unbeschränkten aktiven und passiven Wahlrecht der Geistlichen befindet sich indes Deutschland unter den Kulturstaaten in der Minorität. Außer Oesterreich, Portugal, Dänemark, Schweden, Norwegen und Frankreich haben fast alle konstitutionellen Monarchien oder Republiken — mindestens das passive Wahlrecht ausgeschlossen oder eingeschränkt. Rein staatsrechtlich betrachtet steht also der Entziehung deS passiven Wahlrechts wie in anderen Kulturstaaten so auch in Deutschland nichts im Wege. Wie verhält sich nun das Kirchenrecht zur schrankenlosen Wahlfähigkeit in Deutschland? Da das Recht der evangelischen Landeskirchen und der übrigen Religionsgesell- schasten keine Bestimmungen darüber enthält, kommt das katholische Kirchenrecht hier allein in Betracht. Agitationen und Demonstrationen sind unter allen Umständen untersagt. Der Ausübung deS passiven Wahlrechts, der Abgeordnetentätigkeit, stehen zwei Momente entgegen: Der spirituelle Charakter deS geistlichen Amts und die Residenzpflicht der Geistlichen. Der katholische Geistliche ist durch seine Aufnahme in den Klerus den Reihen gewöhnlicher Sterblicher entrissen, er gilt als über den Laien erhaben. Sein ganzes Denken und Fühlen wird davon beherrscht. Daraus ergibt sich eine geistige Abhängigkeit, ein Mangel an Objektivität. Das macht ihn ungeeignet zum Vertreter deS Volks, auf deffen Standpunkt er sich nicht stellen kann und darf. Die wichtigste Pflicht der großen Mehrzahl der katho« lischen Geistlichen aber ist die Seelsorge, eine die innerste und heilig st eSaite der Menschennatur berührende Sorge. Und gar mancher Katholik hält es ausgesprochenermaßen für „unwürdig und unmöglich, daß die Diener Gottes sich in die Arena des politischen Parteikampfes begeben, wo sie sich nur allzuhäufig in grellen Widerspruch setzen müssen mit der Lehre der Liebe und des Friedens, deren Verbreitung ihres Amtes ist." Weiter aber ist hervorzuheben, daß daS kanonische Recht ganz allgemein den Bischöfen, Pfarrern und Kanonikern die Residenzpflicht auferlegt. Sie muffen ihr Amt persönlich und am Amtssitze derart verwalten, daß sie jederzeit zur persönlichen Ausübung in der Lage sind. Das verträgt sich natürlich nicht mit der Abgeordnetentätigkeit. Daher sind häufige und langdauernde Beurlaubungen nötig, die sich nicht vertragen mit der für die oberrheinische Kirchenprovinz von den beteiligten Staaten erlassenen — für Hessen zweifellos insoweit noch gültigen — Verordnung bete. Ausübung des oberhoheitlichen Schutz- und Aufsichtsrechts über die katholische Kirche, wonach ein jeder Geistlicher an dem Sitze seiner Pfründe wohnen muß und sich nur mit Erlaubnis auf einige Zeit von derselben entfernen darf. Obendrein hat, staatSpolitisch betrachtet, solange der Staat aus Herrscher und Volk besteht, die Staatsgewalt in Deutschland durch Landtag bezw. Reichstag und Herrscher auSgeÜbt wird und der Herrscher mit feinen verantwortlichen Beamten die verantwortliche Politik macht, der Staat ein dringendes Interesse daran, zu verhindern, daß in dem staatlichen gesetzgebenden Körper „Volksvertretung" kirchliche Politik getrieben werde. Aber nach den rückhaltlosen Ausführungen hervorragender Katholiken will die Kirche Einfluß auf die Staatsgewalt gewinnen, sie will der Staatsgewalt kirchliche, konfessionelle Politik aufoktroieren. Schon aus der einzigen Tatsache der staatlichen Souveränität der Kirche gegenüber ergiebt sich die Schmierigkeit, ja Unmöglichkeit für einen kirchentreuen Geistlichen, staatliche Politik zu treiben. Also sowohl aus kirchenrechtlicher, wie staatspolitischer Betrachtung könnte der Staat sehr wohl den Geistlichen sämtlicher Konfessionen das politische Wahlrecht entziehen. Aber nmß nicht dem Geistlichen als Staatsbürger jedes politische Recht zugesprochen werden, so lange er die staatsbürgerlichen Pflichten erfüllt? Dr. Fr. antwortet mit der Gegenfrage: Erfüllt denn der Geistliche alle staatsbürgerlichen Pflichten? Verlangt denn der Staat von ihm die Erfüllung aller dieser Pflichten? Das Deutsche Reich befreit den Geistlichen vom Schöffen- und Geschworenendienst. Eß verlangt von werdenden katholischen Geistlichen keine Militärdienstleistung in Friedenszeiten. Der Staat erläßt also den Geistlichen die Erfüllung gewisser staatsbürgerlichen Verpflichtungen. Warum sollte er als Entgelt dafür nicht befugt sein, ihnen gewisse staatsbürgerliche Rechte zu entziehen? Der Staat will eben bei den Geistlichen BerufSstö rungen, er will aber auch Glaubens- und Gewissenskonflikte vermeiden; er nimmt eS ernst mit der Glaubens- und Gewissensfreiheit. Der Staat schafft Ausnahmegesetze zu Gunsten deS konfessionellen Glaubens. Sollte er sich nicht auch gegen daS Eindringen konfessioneller Politik in seine Volksvertretung durch Ausnahmegesetze wehren dürfen? Es wird eingewendet, daß man bei dem Unternehmen, die abhängigen Elemente aus den Volksvertretungen zu verbannen, mit den Staatsbeamten anfangen solle. Dr. Fr. bestreitet dagegen, daß es irgend einen Staatsbeamten gibt, der innerlich und äußerlich abhängiger ist, als etwa ein katholischer Geistlicher. Dann aber hat ja der Staat diese Forderung bereits erfüllt. In Hessen z. B. können Mitglieder der Ministerien und der Oberrechnungskammer, ferner Amtsrichter, Amtsgerichtsschreiber, säst alle Kreis-, ©teuer# Forstbeamte, Polizeikommiffare in denjenigen Wahlbezirken, die ganz oder zum größten Teil zu ihrem Dienstbezirk gehören, nicht gewählt werden. — Und sind etwa Militär, Universität tatsächlich oder rechtlich, ist überhaupt ein Stand, eine Korporation, eine Anstalt als solche in der II. Kammer vertreten ? Warum die Kirche? Ohne Kampf bis aufs Meffer, so meint Dr. Fr. freilich resigniert zum Schluß, wird die Entziehung des passiven Wahlrechts der Geistlichen in Deutschland niemals geltendes Recht werden. Im Reichstag ist für eine dahingehende Aenderung der Reichsverfaffung zur Zeit keine Mehrheit vorhanden. Auch die wahlgesetzlichen Bestimmungen der Bundesstaaten werden in dieser Richtung wohl einstweilen unangefochten bleiben. Mit dem Ausnahmegesetz wird es vorerst nichts werden. Nr. 173 Erscheint täglich außer Sonntags. Dein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Eiehcner Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Un ioers.-Buch-u. Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Redaktion 112 ©erlag u.Exped.e^A51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. vezugSpretSr monatlich 7bPs., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.— Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für die TageSnununer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Ps* auswärts 20 Psg. Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Wtttko: für „Stadt und ßanb* und „Gerichtssaal*: Ernst Heß; für den Anzeigenteil: HanSBeck. Eichener Anzeiger ** Eeneral-Anzeiger ® Amts- und Anzetgeblatt für den Kreis Gießen hindurch werde Geltung verschaffen können. Der Premiere- Abend Hut auf diese Frage eine immerhin befriedigende Antwort gegeben. Um gleich bei dem wichtigsten und heikelsten Punkte, der Akustik, zu bleiben, muß erwähnt werden, daß Work und Ton deutlich vernehmbar waren. Offenbach hatte man auserwählt, um ihm die ersten Operettenfestspiele zu weihen. Das war klug und weise. Er ist ja der Vater der leichten Musik, von dessen Erbe noch heute die Männer des wiegenden Rhhthmusses zehren und leben. Von Reinhardt bis Holländer, von Strauß bis Eysler. Nur zwei Operetten wird die etwa 50 Tage währende Festspielzeit bringen: die große Götterburleske „Orpheus in der Unterwelt" und das übermütige Werk „Die schöne Helena". Mit der Burleske begannen am Dienstag die Festspiele. Um es von vornherein zu betonen: An stimmungsvoller, farbenfroher und freudiger Szenerie, an bunter, reicher Ausstattung, an blinkenden, blitzenden Gewändern und Kostümen wird Hervorragendes geboten. Da haben die Jnszenierungskünstler, Maximilian Moris- Berlin und die um ihn. Prächtiges geleistet. Der laute Beifall galt daher in erster Linie dem äußeren, prunk- Kin Aperetten-Mayreuty? Man schreibt uns aus Frankfurt: w„ per ettenfest spiele, das ist das Neueste, was künstlerischer und kluger Geschäftssinn ausgetüftelt hat. Nur zu sehr hat in der letzten Zeit in der Oper, die früher auch dann und wann der leichten, prickelnden dreivierrel- takt-Musik ihre Pforten öffnete und diesem Genre mit der Z^brcheri Liebe und Wärme begegnete, die schwere und klassische Musik die Oberhand bekommen. Welche Opernbühne es nur Halbwegs machen Fann, zehrt und lebt von Wagner. So lag es eigentlich in der Natur der Sache, daß u)er Operette ein Mann erstehen würde, der sie speziell -pflegen, sie zu Musterdarbietungen ausarbeiten würde, ^rankfurta. M. hat die Ehre, als erste deutsche ^tadt Operettenfestspiele zu sehen. Das AlbertSchumann°-D Heater hatte am letzten ^Dienstag seinen ersten großen Operettentag, Lesser: -Abend. Binnen wenigen Tagen ist die geharkte Mirena mit der samtüberzogenen Piste verschwunden, der Äcm präsentiert sich wieder in der Gestalt, in der wir ihn Äa Dezember vorigen Jahres der leichtgeschürzten Muse Lbergeben haben. Man hatte von vornherein fachmännische Bedenken gehegt, ob denn das gesprochene und gesungeneivollen Nahmen. Hieran trägt auch der Umstand Schuld, Wort sich in diesem gewaltigen Raume einen vollen Abend daß das mehr denn hundert Personen umfassende Ensemble '• ' ' " ' ’* ~ ~ sich gegenseitig, mit dem Publikum und mit den Raumverhältnissen noch unbekannt ist. DaS aber darf im eigen ff eil Interesse der Festspielleitung nicht verschwiegen werden: die Gesamtdarstellung ist auf einen zu burlesken Ton gestimmt, weniger würde mehr sein! Und dann hat die Lokalisierung des Textes'von Adolf Stoltze dem Werke wohl etwas spezifisch Franksurterisches gegeben, aber schließlich gehören des Stadtverordneten Hettler Markthallen- projeÜe und das nicht vorhandene Frankfurter Bismarcks denkmal nicht in eine derartige burleske Oper. inaugurierte Haager Friedenskonferenz. Was sie zuwege gebracht hat, daS ist so verschwindend wenig, daß man längst es vergaß. Und außerdem verstieß doch gerade Rußland am ersten gegen seines Kaisers Friedcnsprinzipien und ließ sich in daS japanische 2(6cntcuer ein. Kein Mensch kümmerte sich um die Konferenz, die mit so großen Worten eingeleitet wurde, und lediglich die Witzblätter hatten einigen Profit von der sublimen Idee. 9hm weiß man ja, daß eine zweite Konferenz int Haag geplant ist und daß der ingeniöse Präsident der Vereinigten Staaten mit aller Energie hinter dem Gedanken herläuft. -Auch Campbell Bannerman hat darauf hingewicsen und die Hoffnung ausgesprochen, die Abgesandten aller Ktilturstaaten im Haag begrüßen zu können. Daß die zweite Haager Konferenz aber ebensowenig ein günstiges Resultat ergeben wird wie die erste, daS liegt auf der Hand. Denn der ewige Friede ist ein Märchen, eine Utopie, die sich niemals verwirklichen wird. Die ?lb'rüstungs,ibee des liB. cngT. Kabinetts hat die toütenöc Gegnerschaft aller Imperialisten und aller Konservativen, matt hat den Kriegsminister und den Premierminister des Do rrs v e rrats bezichtigt, und nie-- ,manb weiß, wie lange die liberale Regierung am Ruder bleibt. Joe Chamber tarn ist kein toter Mann, unb teer weiß, ob er nicht eines Tages an der Spitze eines imperialistischen Kabinetts steht- Glaubt man, daß dieser Mann dann die Heeresberminderung übernehmen würde? Chamberlain ist kein Utopist, sondern ein Mann mit sehr kühler Vernunft, ein Mann, der für schöne Ideen nichts übrig hat. sondern der nackten Wirklichkeit dient. Tie Zeiten sind nicht danach, daß man sich seiner Wehr begeben möchte, und wer jetzt die Waffen ablegt, der muß ‘eüteS sofortigen Angriffs gewärtig sein. Man braucht keineswegs an der Friedensliebe der Völker zu zweifeln- Aber auf die Gesinnung kommt es weniger als auf.vbie Tatsachen an, und die Tatsachen s-etgen einen gefährlichen nervösen Wettstreit der Völker atm die besseren Weideplätze. Es fallt uns nicht ein, die Friedensmusikanten zu schmähen, die in London beisammensitzen und sich an Champagner und Phrasen gütlich tun. Aber die Welt wird nicht nach ihren Schalmeienklängen tanzen und die Geschicke< der Völker sich nicht nach den holden Flötenklängen bestimmen lassen, die hier und vermutlich in absehbarer Zeit Ihn Haag teieber zum Besten gegeben werden. Die Menschheit list feine fromme Lämmerherbe und wirb es niemals werben. Wir haben ben .Kampf in ber Rätnr, sehen, w-ie immer ber Größere den Kleineren auffrißt. Wir sehen im Erwerbsleben ben erbitterten Wettkampf ber einzelnen Menschen, der ban es nicht ohne Wunben unb ohne Leichen abgehen Tann. Unb ebenso ist es im Wettstreit ber Völker. Wohl gibt es hier auch einen friedlichen Kampf, aber wie lange? Uns Deutsche treibt die Rot über ferne Meere; wir sind gezwungen, eine wirtschaftliche Expansionspolitik zu treiben, und änderen Staaten geht es ebenso. Ist es ein Wunder, trenn ab und zu die wirtschaftliche Expansionspolitik zur politischen wird? Diesen Streit toirb es immer geben. Wohl uns, wenn er sich nicht zum Krieg entwickelt, aber tiont •'ewigen Frieden ist keine Rede, solange Menschen auf der Erde wohnen. Und er wäre vielleicht nicht einmal wünschenswert — selbst nach Ansicht hervorragender Theologen wie des früheren Gießener Geh. Kirchenrats Prof. Dr. Katt.enbusch, ber soeben eine Broschüre über ^,Krieg und Sittlichkeit" bei Töpelmann hier hat erscheinen lassen, von ber wir wohl noch ausführlicher reden werden. - <■ ' ft. t> _r • >» Der Pariser „Temps" wendet sich gegen die Stelle in der Rede Campbell-Bannermans, worin dseserdie in London ^anwesenden Parlamentarier ermahnte, in ihrer Heimat 'für eine Herabsetzung der Rüstungen zu wirken. Wenn, so sagt der „Temps", englische und französische Volksvertreter eine derartige Verpflichtung übernehmen, so hat sie eine ernste Bedeutung, weil in diesen beiden Ländern das Parlament der wahre Souverän ist. In Frankreich tut das Parlam'ent, was es wilk, in Deutschland tut es, was der Kaiser will, und wir bedanken uns für die schöne Rolle, die uns' unsere Pazifisten spielen lassen wollen und die dazu führt, daß wir eines schönen Morgens wie bei der Marokko-Affäre allein unsere militärische Schwäche empfinden. Der 6. Kongreß der christlichen Gewerkschaften Deutschlands Tagt zurzeit in B r e s la u. Der Reich'stagsabg. Giesberts hat dort über: Die christlichen Gewerkschaften in der Arbeiterbewegung, in der Volkswirtschaft und im öffentlichen Leben eine bemerkenswerte Rede gehalten. Er führte U. a. aus: Vor einigen Jähren haben die christlichen Gewerkschaften zur Zollpolitik und Agrarfrage Stellung genommen. Wir sind für einen kräftigen Schutz, der 't>eutschon Landwirtschaft. Wir verkennen nicht die Wichtigkeit einer kaufkräftigen ländlichen Bevölkerung. Wir müssen uns aber dagegen wehren, daß man alle Lasten, zu gunsten ber hohän und höchsten Herren, den ärbeitend'en Klassen auf er legt. Wir haben uns auch wit der fä ii d l i ch e n A r b e i t e r f r a g e beschäftigt. Wir müssen sobald als ntöglich Schritte tun, um die Landarbeiter für uns zu gewinnen, ehe die Sozialdemokraten mit ihren Machtmitteln uns zuvorkommen. Der Umstand, daß die Landarbeiter noch unter der mittelalterlichen Ge-- sindeordnung stehen, hie ihnen bei Gefängnisstrafen das Malitivusrecht verbietet, muß notwendigerweise aufteizend wirken. Wenn es gelingen soll, die sozialdemokratische Be- wegung^zum mindesten zum Stillstand zu bringen, dann ist es notwendig, eine christlich-nationale politische 2(r6eitergartei zu schaffen, die in erster Reihe selbstständige Kandidaten bei den politischen Wahlen auf- zustellen hätte. 7 Auch ber Oberpräqident Dr. Graf v o n Z e blitz - Trutzi chler hielt eine Ansprache bort. Er erklärte es für einl - er^ert P sticht en des Berwaltungsbeamten, daß ote lebendigen Strömungen in unserem Volksleben selbst iennen lernt und an ihnen zu lernen sucht, das ist ber heutigen Erscheinens. Dann sprach Röhling- Düsteldorf über die gewerkschaftliche Agitation Unter den Arbeiterinnen. Ter Redner fchlug, in UevereinstimmuNg mit der Mitberichterstatterin, Fräulein VehM-Perlin folgenden Beschluß vor: ,Jn anbettacht dessen, daß die Organisierung der Arbeiterinnen für die Durchführung der gewerkschaftlichen Bestrebungen von der größten Bedeutung ist, empfiehlt der Kongreß: 1. Daß in denjenigen Industrien, welche mit weiblichen Arbeitskräften zu rechnen haben, eine intensive und planmäßige Agitation unter den Arbeiterinnen entfaltet werden möge. Da sich die gewöhnlichen Agitationsversammlungen als wenig geeignet für die Heranziehung der Arbeiterinnen erwiesen haben, empfiehlt der Kongreß vor allem die Hausagitation. Ferner die Abhaltung besonderer AgitationsversammlunLen und Werkstattbesprechungcn für die Arbeiterinnen um deren Verständnis und Interesse für die gewerkschaftlichen Bestrebungen zu wecken und dauernd rege zu erhalten. 2. Um eine intensive und planmäßige Agitation unter den Arbeiterinnen zu ermöglichen, ist die Heranbildung und Schulung weiblicher AgitationSkrästc, sowie die Anstellung von Beamtinnen nach Möglichkeit zu fördern. Mehr noch alö fii; die männlichen Arbeiter hält ber Kongreß ein barinonischeS Zusammenwirken zwischen den konfessionellen Ar- bcikerinnenvcreincu und den christlichen Gewerkschaften für geboten, damit den Arbeiterinnen in der konfessionellen Vereinigung der rcligiöSsittliche Halt und in der Gewerkschaft der nötige wirtschaftliche Schutz zuteil werde. Bon allen christlich organisierten männlichen Arbeitern erwartet der Kongreß, daß sic es alS ihre ernste und wichtige Aufgabe betrachten, ihre erwerbstätigen weiblichen Familienangehörigen den christlichen Gewerkschaften znzuführen." Rohling bemerkte, es empfehle sich, ben Arbeiterinnen im Falle Heirat eine Heiratssteuer zu geben. Es würbe noch beschlossen, eine Dieiistmäbchen- Organisation anzuregen, ferner ber Ausbilbung von Agitatorinnen ein größeres Augenmerk zuzuwenben, paritätische Arbeitsnachweife zu errichten unb bnrch be- lehrenbe Vorträge usw. ben Mißbrauch geistiger Getränke zu bekämpfen. Es würbe enblid) noch beschlössen, bent Reichstage eine Resolution zu unterbreiten, wvnach Gewerbeinfpek- toren bezw. beren Stellvertretern bas Recht ein geräumt Werbe, bei Streiks unb Aussperrungen bie streitenben Parteien zu einer Sitzung zusammenzuLerufen unb beibe Parteien unter Amlbrohung von Strafen zum Erscheinen zu zwingen. Mit einem breifachen Hoch auf bie christliche GewerS- schaftsbewegnng würbe alsbann ber Kongreß geschlossen. Aus Stadt und Land. 63ieß en, ben 26. Juli 1906. ** Beförderung. S. K. H. der Großherzog haben den Landgestütsbeiknecht Joh. Schiefer stein zum Land- gestütsdiencr ernannt. ** Erledigt ist eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrer stelle an der Gemeindcschule zu Friedberg, Stadtteil Fauerbach. "" An die Universitäts-Bibliothek sind alle vor dem 9. Juli entliehenen Bücher bis spätestens 10. August zur Musterung einzuliefern. — Vom 13. August bis 13. Oktober ist die Bibliothek täglich von 9 bis 1 Uhr vormittags geöffnet. **DasVo rlesungsverzei chnisunscrcrLan des- uni versität für das Winteisemester 1906/07 ist erschienen und uns dieser Tage zugegangen. Von allgemeiner interessierenden Kollegien seien erwähnt: Leben Jesu von Prof. Dr. Balden- sperger; Entstehung des Christentuins von Prof. Dr. Holtzmann (öffentlich); Der junge Luther von Prof. Dr. Krüger (öffentlich für Hörer aller Fakultäten); Geschichte der Predigt von Prof. Dr. Drews; Die kirchenpolitischen Probleme der Gegenwart von Dr. Friedrich; Schulhygiene (für Richt- Mediziner) von Prof. Dr. Koffel; Familienforschung und Vererbungslehre von Prof. Dr. Sommer (für Angehörige aller Fakultäten); Forensische Psychiatrie für Mediziner und Juristen, mit Besprechung von Begutachtungsfällen und Vorstellung von Geisteskranken von Dr. Dannenmnn; Gesteins- und Bodenkunde (für Land- und Forstwirte) mit Ucbungen von Prof. Dr. Kaiser; Entdeckungsgeschichte und physische Geographie der Polarländer von Prof. Dr. SieoerS; Bismarck und die Begründung deS Deutschen Reiches (1862—1871) von Prof. Dr. H. Oncken, dem Nachfolger deS verst. Wilhelm Oncken; Kunstgeschichte im Ueberblick („Weltgeschichte der Kunsts) mit Lichtbildern, für Studierende aller Fakultäten (Mittwoch von 6 bis \4>8 Uhr) von Prof. Dr. Sauer (Die Lichtbildervorlesung ist, wie Prof. Sauer uns mitteilt, zugleich auf ein größeres Publikum berechnet und soll dem oft sich äußernden Verlangen nach gemeinverständlichen Vorträgen genügen; sie findet deshalb abends und in der großen Aula statt. Nichtstudierende zeichnen sich ebenso wie Studierende auf der Quästur, BiSmarckstraßc 22, in die Hörerliften ein; sonstige Formalitäten find damit nicht verbunden); Antiker Volksglaube (öffentlich für Studierende aller Fakultäten) von Prof. Dr. Wünsch; Geschichte des deutschen Romans im 19. Jahrhundert mit besonderer Berücksichtigung des französischen von Prof. Dr. Collin; Henrik Ibsen, seine Dichtung und Weltanschauung von Prof. Dr. Collin; Geschichte des französischen Dramas von Prof. Dr. Behrens; Geschichte des englischen Dramas von Prof. Dr. Horn; Suaheli (die Verkehrssprache in Deutsch-Ostafrika) von Prof. Dr. Schwally; Franz Schubert und seine Wecke mit Beispielen am Klavier von Musikdirektor Trautmann. ** Gießener Ruder-Regatta. Am Mittwoch trafen weiter die Boote der Frankfurter Rudergesellschaft Oberrod und des Ruderklubs „Nassovia"-Höchst a. M. ein. Interesse wird cs erregen, daß bei den wassersportlichen Kämpfen am Sonntag drei Boote zugleich starten werden, wodurch zweifellos ein schärferer Endkampf berbeigeführt wird, als wenn wie in früheren Jahren nur zwei Boote gegeneinander konkurrieren würden. Die Schürzsche Bleiche, von der man die Rennen sehr gut verfolgen kann, wird am Sonntag mit Restauration versehen fein. Die zur Regatta gelösten BilletS berechtigen auch für die recht spannenden Vorcenncn zum Eintritt. ""Klein-Linden, 25. Juli. Der gestern gemeldete Unfall stellte sich erfreulicherweise nicht so schlimm heraus, als es anfangs schien. Der längere Zeit bewußtlose Weigel hat sich wieder ziemlich erholt und ist außer Lebensgefahr. Der Unfall trug sich dadurch zu, daß niehrere junge Leute eine Wette eingingen, wer von ihnen am schnellsten auf daS hohe Weißbindergerüst klettern könne. Der Verunglückte hat die Wette gewonnen, mußte aber seinen Sieg teuer bezahlen. A Butzbach, 25. Juli. Der etwa 12jährige Sohn eine? hiesigen Kassebeamten wußte sich von den von feinem Vater verwalteten fremden Geldern 14 00 Mark anzueignen, die er in Gesellschaft eines 16jährigen Realschülers in der weiteren Umgebung verpraßte. Zum Wechseln der Papicrschcine bedienten sich die Jungen cineS Obsthändlers, der sich mit seinen jugendlichen Freunden brüderlich in den Raub teilte. Schon vor einem halben Jahr war bei der Kasse ein Coupon eines Wertpapiere über 200 Mark verschwunden, der damals von dem Obsthändler, der angab, er habe ihn gefunden, bei einem hiesigen Bankier zu wechseln versucht wurde. Wie sich herauSgcstellt hat, cntstanimt auch dieser Schein aus einem Diebstahl des Knaben. X Grünberg, 25. Juli. Eigentümliche Schulvcrhält- nisse haben seither in der benachbarten Toppelgcmeinde Ilsdorf geherrscht. Das Dorf zerfällt feit alter Zeit in zwei selbständige.Gemeinden, die nur durch den von Feldkcuckeö kommenden Ilsbach getrennt sind und außerdem zwei verschiedenen Kreisen angehören. SolmS-JlSdorf gehört zum Kreise Schotten, Hesfisch-Jlsdors zu Alsfeld. Die Kinder von Hcssifch-Jlsdorf, kurz Ilsdorf, mußten seither nach dem einer halben Stunde entfernt liegenden Flensungen gehen, während die Kinder von Solms-Ilsdorf sogar dreiviertel Stunde nach Lardenbach zum Unterricht zu gehen hatten. Schon öfter wurde versucht, diese Mißverhältnisse zu beseitigen, doch stets fcheiderten die Pläne der beiden Gemeinden an der Lage in den zwei verschiedenen Kreisen. Da nun die Schulen in Flensungen und Lardenbach überfüllt sind, bezw. Neubauten bedürfen, ist jetzt von den beiden Gemeinden Ilsdorf unter Mitwirkung der Kreisämter Schotten und Alsfeld beschlossen worden, eine eigene Schulgemeinde zu bilden. -I- Hel den berg en, 25. Juli. Am 1. August wird Stationsvorsteher Krüger von hier nach Frankfurt und Stationsvorsteher Beck von Hungen hierher versetzt. t Büdesheim, 25. Juli. An Stelle der am 1. April in den Ruhestand versetzten Lehrers Mörschel wurde dem Lehrer Ruhl aus Bullau die hiesige Stelle definitiv übertragen. Schulverwalter Breitwieser wurde von hier nach Bullau versetzt. X Bad-Salzhausen, 24. Juli. Der diesjährige Besuch unseres Badeortes ist starker al§ je zuvor. Die Kurfremden wetteifern förmlich, um sich ein Plätzchen zu sichern. Mehrere Häuser sind überfüllt und der Wechsel von fortgchenden und ankommenden Gästen muß oft an demselben Tage vollzogen werden. Der Verein für private Fürsorge zu Frankfurt a. M. beabsichtigte, 20 Kinder zur Kur hier unftrzubringen. Auch die Bürgermeisterei .-dcr^Provinzial- hauptstadt Gießen stellte dieserhalb eine Anfrage. Leider war aber keine geeignete Unterkunft für die Kinder zu finden. Es ist aber vielleicht möglich, die Kinder in Privatpensionen unterzubringen. Leidende Kinder aus der Provinz mußten in Nauheim wegen Ueberfüllung deS Stifts abgewiesen werden. Dies alles ist wohl der beste Beweis, daß der Verkehrsverein Bad-Salzhausen und Unigegend mit der Erbauung einer Kuranstalt für minder Bemittelte die richtige Bahn zum Aufschwung und zur Abhilfe eingeschlaqcn hat. Hoffen wir, daß noch recht viele Leute dem gemeinnützigen Unternehmen ihre Gunst zuwenden. Frankfurt, 25. Juli. In den Schauhäuscrn des PalmengartenS ist gegenwärtig eine wertvolle und interessante Orchidee in voller Blüte zu sehen, die von einem deutschen Botaniker vor Jahresfrist in Brasilien entdeckt wurde. Es ist eine reinweiße Abart der „Cattleya harrisoniana“. Die Neulinge haben eine Mischfarbe von Zartrosa und Lila und sind von reizender Form, wenn sie auch nicht die Größe der anderen Arten zeigen. Da unter den Catrleyen rein weiße Varietäten mir ganz vereinzelt zu finden find, so wird dec Entdecker dieser Abart einen schönen Preis fordern können, man spricht van 10 000 Mark. Der Besitzer der kostbaren Pflanze hat diese dem Palmengarten während der Blüte zur Verfügung gestellt; sie ist neben der Stammsorte zu sehen, die zur Zeit ebenfalls in Blüte steht. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 24. Juli. Die Strafkammer verurteilte die Taglöhnerin Christine H. hier iveqcn Betrugs unb Rückfall zu 3 Monaten und 2 Wochen Gefängnis. Sie hat sich in einem hiesigen Geschäfte auf den Namen eines andern Kunden Waren geborgt. Als man ihren Angaben mißtraute, verstand sie es diese so glaubhaft zu machen, daß jeder Zweifel schwand. In der Verhandlung leugnete sie die Täterin gewesen zu sein unb versuchte nachzuweisen, daß sie zur fraglichen Zeit die Tat nicht ausgeführt baden könne, da sie sich damals in der Klinik befand. Die glaubwürdigen Zeugenaussagen ließen keinen Zweifel an ihrer Schuld, zumal sie sich derartige Handlungen schon mehr zu schulden hat kommen lassen, die teilweise auf Bestrafung führten. Ter zur Zeit in Frankllirt a. M. wohnhafte Schweinehändler L.D. aus Echzell und der Fuhrmann L. H. von Bisses hatten sich wegen Urkundenfälschung zu verantworten. Beide standen früher in besseren Vermögensverhältnissen, insbesonders hat D. in den letzten Jahren noch etwa 24 000 Mk. in der hessischen Landeslotterie gewonnen. Er betrieb den Schweinehandel im Großen, hatte aber größere Verluste, sodaß er bald sein aanzes Vermögen verlor unb in Konkurs geriet. H. ber seither in Nidda gewohnt hatte, mußte ebenfalls ben Konkurs anmeloen, worauf er nach Bisses überzog unb die Wirtschaft seiner Mutter übernahm. Er geriet auch hier in Vermögensverfall unb sein Anwesen mußte zwangsweise versteigert werben. Beide Angeklagte verabredeten sich, ob nicht durch Ausstellen von Wechseln Geld herbeigeschafft werden könne. Sie kamen zu diesem Zweck in einer Wirtschaft zusammen, wo sie einen als gutmütig geltenden beschränkten Mann aus Bisses antrascn, bei dessen Anblick ihnen der Gedanke kam, es könne mit ihm etwas zu machen sein. Es wurde ziemlich getrunken, und als der Mann seiner Sinne nicht mehr mächtig war, legten sie ihm unausge- füllte Wechselformulare vor, auf die er seinen Namen schreiben mußte. Sie erhielten aus diese Weise fünf Wechsel akzeptiert von denen sie drei in Umlauf setzten, sodaß der Mann nach kurzer Zeit zur Zahlung von über 3000 Mark angegangen und teilweise auch gerichtlich zur Zahlung verurteilt wurde. D. der die Lauptlriebfeder war, erhielt eine Gefängnisstrafe von 9 M o n a t e n , sein Genosse H., der als Mittäter betrachtet wurde, kam mit 4 Monaten durch. Beiden wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre aberkannt. Das Gericht hielt es für sestgestellt, daß der Mann bei Hingabe seiner Unterschrüt sich über die Bedeutung und die Tragweite nicht im Klaren war und c5 nicht sein Wille war, daß in die Wechsel so hohe Beträge, wie geschehen, etnaeseht würden. Strasrnildernd kam in Betracht, das; ihnen die Sache durch daS Verhalten des Mannes sehr leicht gemacht worden ist und sie nirgends größere Schwierigkeiten zu überwinden hatten. Der Land- und Gastwirt B. I. ans Vilbel hat in ben zwei letzten Jahren mehrere Schweine geschlachtet, ohne diese der vorgeschriebenen F l e i s ch b e s ch a u zu unterwerfen. Es ging ihm ein Strasbesehl in Höhe von 5 Mark zn, dessen Einspruch das Schöffengericht verwarf, da Gastwirte sich den Bestimmungen der Fleischbeschauordnung zu unterwersen haben. Er erhob dagegen Bernsimg und machte geltend, daß von dem Fleisch in ber Wirt- schall auch nicht bas geringste vertäust worden sei, das Fleisch sei lediglich in seiner Hanshältnng verwendet worden unb ba im zulehtgenannten Fall die Fleischbeschau unterbleiben könne, sei er nicht strasbar. UebrigenS sei sein Wirtschaftsbetrieb nur eine Nebentätigkeit, wie er bnrch amtliche Bescheinigungen nachwieS. Das Gericht hielt seine Berufung für unbegründet, da nach der gesetzlichen Bestimiuung daS von Gastwirten geschlachtete Vieh vor und nach dem Schlachten besichtigt werden muß. Es komme dabei nicht darauf an, ob der Wirtschaftsbetrieb groß oder klein fei. Das Urteil fand seine Bestätigung. Han-el nn- Verkehr, Volkswirtschaft. Märkte. Limburg a. d. L., 25. Juli. F r u ch t m arkt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weizen 00.00 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 10.50, Gerste 00.00 Mk., Hafer 9.05 M. Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. M Eirrmachen ollen wichngen allgemeinen W- - MMM WWWFM -r er-te । cp p 2

m |U r Monaten uni V\d) in einem hiesigen @r iunben Daren geborgt. A tanb sie es diese Io glanbha'l vand. In der Verhandlung in und versuchte nachzuweiseu, nicht ausgesührt haben könne, ^ie glaubwürdigen Zeugen- ' ihrer Echuld, zumal sie.sich u schulden hat kommen lauen, Z-ZW üWs KW» »S,r:S2 S’-äiSS kam, es könne w getrunken, uno au§6e« or, ans die er > «».M nb ' ^Äaß deiMnn"^ verurteilt '01^ 0 n a t c n, wurd'e, kam »" betrachtet "..„Ehceinechls L"OV uiilbcl 6al. |e der s'firte&s sssSfejss&si >r, $«* * : ■ ’■* m Ak-rd^^S«i, •» rg)», « Ä * Mfa Mä'k4" °°ü i’br'" le? 10,11:1,16hmT6t!"b ‘Mitcn. PTbe na* hl bi'-- ?ben m3 11118 "?>m die g,8* iü H bn.H, tJ)ll(cn in 1 unb ÜKetpix ?off unter Mm® “ * 1 stelle der ? Mörsch ""l.April »«2üf> '"»»LA ??«Ä: ME °' Slnbn i« Mut. 6s ! b/°dr°°m, muSt,ni„ 3III*5 abgcnnesen werden !,b"6 b"Woran J" r^c Erbauung einer "Elte die richtige Bahn ^geschlagen hat. 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August 1900, nachmittags 3 Uhr werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Ehr. Medenbach stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen 1/49,3 = 222 qm Hofraite in der Stephailsmark, 1/49,7 = 110 qm Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 23. Juli 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 1145/06 [B,6/7 Donnerstag, den 6. September 1900, nachm. 3 Uhr werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dein Namen des Ehr. Medenbach stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen 1/49,3 = 222 qm Hofraite in der Stephansmark, 1/49,7 = 110 qm Grabgarten ‘ daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Geeßen, den 25. Juli 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. ________I. V.: Keller.________ K43/06. |Blö/7 Donnerstag, den 6. September 1906, nachmittags 3 Uhr, weroen auf hiesigem Ortsgericht die vor den: Namen des Carl Wilke und Ehefrau geb. Geller stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen 21/7,2 = 293 qm Grabgarten, 21/7,4 = 102 qm Hofraite, 21/7,7 = 326 qm Grabgarten, alle rechts des Wiesecker Weges, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 23. Juli 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. SekmmtmachMg. Die untecm 26. März 1906 angeordnete Sperre der Bruch st raße .wird hiermit aufgehoben. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Südanlage zwischen Garten- und Bismarckstraße von heute an bis auf Weiteres für den Fuhrverkchr gesperrt. Gießen, den 25. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herbe rq.' Arbeitsvergebung zam Neubau der Irrenanstalt zu Gieren. Auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 werden die nachstehenden Zimmerarbeiten zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben: _________—— Angabe der hauptsächlichsten Maffen 5 Los L I imb II 2 Gebäude 5 Los ~ III u. IV Ti" 2 Gebäude 5 Los x- V u. VI o" 2 Gebäude 5 Los p VII bis X ^4 Gebäude Los XI 1 Gebäude Tannenholz zu liefern cbm Holz abzubinden Ifdm 255 11910 108 4460 105 4560 66 2900 168 6500 Glatte dolzgesimse Ifdm 485 140 130 100 150 Deckenschalung qm Rauher Fußboden qm 1220 1100 500 166 555 190 290 300 850 150 Es kann auf ein oder mehrere Lose angeboten werden; Näheres enthalten die Unterlagen. Zeichnungen und Verdingungsunter.agen können un <3au* bureau auf dem Bauplatz an der Licher Straße eingesehen und letztere (ohne Zeichnungen) von dorther gegen Erstattung der Selbst- kosten, soweit der Borrat reicht, bezogen werden. - B /7 Tie Angebote müssen, nach Losen getrennt, in t entsprechender Aufschrift versehen, porto- und bestellgeldfrei bis zum Eröffnung?, termin, welcher am 4. August 1906, vormittags 11 Uhr m unserem Amtslokal Stephanstraße 18 H stattsindet, daselbst em- laufen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, am 13. Juli 1906. Großh. Hochbauamt Gießen. Becker. ___ -CO5 CP C 2s & _ coy o ro 5 «B " er Ö2 (Ti ™ O r» «o C.C» tj O ’ - m- •-* er k2cp" H'o p X; cp r* “■e““ P CO o" ro , O CT P — —> 5 „g z-,2.^ CD _ CO @ p p -r L o •Step ? » tO § g .. H* CP CP CO n n CH-;« s o^e °«O: CP _ 3 Ö__ r«, 3 E:CP " :. o005 cy O«73 2-«»53 2 »> Ö-« er .S tD - - PO’C?0 rt rt rä w n •-*- cf ° . r_-~> ; C- n m ty 3*2^2.5^53 3 3.8-^ ? V ? 3 7^? « s epi«« *“ rp iaSu ? ä ” es ft- P C <-+■ 2 O «7? s d ä P o 2‘ 2 ■ S«ss 2-3 Ä-a ^cp w «sü ^®ü *2 2 P « C* »>ä- —: •e» 0 2; — Cu 3 co CP <3* CP üis r & wr 1SVOP H 2.» p H rs <2. P 2 CP CP 2S er ro 3 /-?cp CO 3 §erS. r4 ’ä re" NM • .ca§ •eäS er g o 3 CCO p Ks3 ‘••2 « >- co 2^0' Q Cff-cr ä.3 2- «!> «> S 3. S p ZI T er'S'-A %" ers 3 S 2^' ä ’s 2 o- p o §3.^ 2 ^2 M S'” « ä S rt - ©'S öu cn -^>2' ö 5. 'pr 5L&? er ^2 Sä —; 1 2 3 P ro " O- r? ——» ~'5'ä p: O CO3 er tfv h er' P.,5 O5 S Q, n-cP ' j-- o 2 p -ECK rr p- m-5- 180 spezielle Kezepte zum von Gemüsen, Früchten »sw. enthält außer Regeln Davidis-Holle, praktisches RochÄuch, welches in 41. Der» mehrtet und verbesserter' Auflage vorliegt. Vorzüge von Davidis- Solle's Kochbuch: Zuverläsfilikeit, Genauigkeit, Reichhaltigkeit, Sparsamkeit. Preis broschiert 3 M. 50 Pfg-, el-gant gebunden 4 M. 50 Psg. Verlag von velhagen & Rlaflng in vieleseld und Leipzig, vorrätig in allen Buchhandlungen. P-V7 K 97/05. (B’c 7 Donnerstag, den 30. August 1906, nachm. 3 Uhr, wird aus hiesigem Ortsgericht das vor dem Namen der Joh. Richard Urmersbach Ehefrau geborene Bubenheim stehende 6)rundstück der Geinar- kung Gießen 1/1379 — 139 qm Hofraite auf dein Asterweg öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 23. Juli 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. K 2/06. lB’6/7 Donnerstag, bett 30. August 1906, nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgericht das vor dein Namen der Joh. Richard Urmersbach Ehefrau geb. Bubenheim stehende Grundstück der Gemarkung Gießen 1/1379 — 139 qm Hofraite auf dein Asterweg öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 23. Juli 1906. Großh. Ortsqericki Gießen. _________Gros.________ K 44/06 B?/7 Donnerstag, den 6. September 1906, nachm. 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgericht die vor den: Namen der Wölfing, Heinr. Ehefrau, geb. Mildner stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 5/140,4 — 473 qm Hofraite auf der Weißerde, auf den obersten Riegelpfad, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 23. Juli 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. die hervorragendsten der Welt. garantiert leichtester Gang, stärkste Konstruktion. Deenng-Getreidemäher, c”/T stark, leichtzügig, bequem zu bedienen. Deering-Grasmäta Hinw —- zum Getreidemähen unübertroffen zzzz A. J. Tröster, Butzbach schaftl. Maschinen Zoologischer ©arten zu Frankfurt a. 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