Erstes Blatt 156. Jahrgang Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen c fBorlage be- 3=5 liafjc sich verschlechtert h^abe. Im Bewußtsein der Aufrichtig- tcit seiner Politik und gestützt aus seine nationale Kraft wirb Deutschland seinen Weg ruhig weiter gehen — dieser Grundton der kurzen, leidenschaftslosen Rede des Frhrn. von Tschirschky sand Anklang im Hause und^ dämpfte das Verlangen nach weiteren Auseinandersetzungen über die auswärtige Politik. Selbst Abg. Bebel Soz.), der sonst von diesem Thema nicht leichi loskommen kann, beschränkte sich heute auf wenige, aber kräftige Bemerkungen. Ihn reizte mehr die innere Politik, bei deren schonungsloser Kritik die politische Polizei — lvegen der Russenausweisun- gen — am schlechtesten wegkam. Die „Herren im Staat" find nach Bebels Darstellung die Agenten der politischen Polizei, „durchweg verderbte und verlumpte Menschen", als deren „Repräsentant" der ernst vielgenannte Herr v. Tausch angeblich bei bayrisch Bier und anderen Genüssen in München sich wohl sein läßt, nebenbei nach wie vor den Regierenden seine wertvollen Dienste leihend. Ter preußische Minister des Innern, v. Bethrnann-Hollweg, an dessen Adresse Bebel seine Angriffe richtete, scheint keine Neigung zu haben für Redekämpfe mit der Sozialdemokratie. Gr bleibt zur Genugtuung der Konservativen dem Reichstag fern, und im preußischen Landtag wird über die Russeuausweisungen schwerlich noch debattiert werden. Uebrigens mußte Bebel auch im Reichstag erleben, daß das Interesse der bürgerlichen Parteien an dieser Russenfrage gesunken ist. Es herrscht eben Feriensiimmung. Vorübergehend wich die Unruhe im Hause bei der kurzen Darlegung des Staatssekretärs Grasen Postrüowsky. In der Spezialbcratung des Etats gab es einen interessanten Meinungsaustausch über häusliche Angelegenheiten des Reichstages, an dem sich der „Hausherr", Gras Ballestrcm, mit launigen Worten beteiligte, weil er sich selbst und seine Nachfolger gegen die Möglichkeit schützen wollte, mit „Daumschrauben bedacht zu werden". Es hielt natürlich nicht schwer, den häuslichen Frieden lviederherzustellen, und im „Sauseschritt" ging es weiter bis zum Riesenetat des Reichsamts des Innern. Hier verlangsamte sich das Tempo, weil die Sozialpolitik — Sicherung der Bergarbeiter gegen Exp.losionsgefahr — aufs Tapet gebracht wurde. Mit diesem Thema kam man naht entfernt ans (Silbe. Die -Debatte wird am Freitag fortgesetzt. Aber an der Verabschiedung des Gesamtetats noch in dieser Woche ist kaum zu zweifeln. Freitag 25. Mai 1906 Vezug»vret-i monatlich 75 W., vierte!* Deutscher Reichstag. 110. Sitzung vom 23. Mai 1006. Aus der Tagesordnung steht zunächst die d r i t t cBcr a tun g Aus dem Reichstag. R Berlin, 23. Mai. Die Generaldebatte zur 3. Lesung des Etats bedeutet den großen politischen „Kehraus" der Session, und deshalb konzentriert sich in ihr noch einmal das sonst so vielfach zersplitterte Interesse der Volksvertreter. Fürst Bülow mußte es sich diesmal versagen, im Reichstag Rede und Antwort zu stehen über seine Führung der Reichspolitik, insbes. über die jüngsten Vorgänge internationaler Art. Den Reichskanzler vertrat heute der Staatssekretär des Auswärtigen Frhr. v. Tschirschky, und es wurde ihm sehr bald Gelegenheit gegeben, die erste seiner staatsmännischen Reden zu halten. Der Wortführer der Nationalliberalen, Abgt Bassermann, brachte mancherlei Bedeutsames zur Sprache, so die Marokkodcpesche des Kaisers an den Grafen Goluchowski, die Gerüchte von einem — für Deutschland nicht ganz gleichgiltigen — politischen Vertrag zwischen Rußland und England, die Kaiserreise nach Oesterreich und Kenrik Ibsen •J*. Wir erhielten am Mittwoch Nachmittag folgendes Telegramm: , m t Christiania, 23. Mai. Henrik Jb seu ist heute Nachmittag 21/. Uhr gestorben. Mit A>sen ist der größte Dichter Norwegens, einer der führenden Geister unserer Zeit aus der Welt geschieden. — Henrik Ibsen wurde am 20. März 1828 zu Skien m Norwegen geboren. Unter ungünstigen Verhältnissen wuchs er heran. Er besuchte bis zu seinem 15. Jahre eine kleine Privatschule für den Mittelstand, mußte aber dann den Schulbesuch ausgeben, um sich sein Brot zu verdienen. Mit der Absicht, später Medizin zu studieren, kam Ibsen nach Grünstadt und fand dort bei einem Apotheker eine Lehrlingsstelle. Hier benutzte er seme freien stunden zu Vorbereitungen fiir das Studentenexamen und schrieb nebenbei eine Reihe vortrefflicher Gedichte. (Sein Freiheitsdrang begeisterte ihn im Winter 1848/49 zu dem ^oma „E a - tiN n a", das er in wenigen Wochen aufs Papier warf Oboleicli noch sehr unreif, verrät dieses Werk dog) großes Safi und ift im übrigen der deutliche Ausdruck jener Freiheitssttmmung, welche damals die Brust des schwärmerischen Jünglings durch obte. tung 1850 unter dem Pieudonym Brymols Bjorme un ^Selbstverläge" des Verfassers erschien, erregte s^ nur bei den Studenten Aufsehen, blieb aber sonst ziemlich uno^ach^ct. Mittlerweile war oer Dichter nach Christiania nbergesiedell und hatte sodann die dortige Universität bezogen, indessen studiere er nicht. Wie ursprünglich beabsichtigt Medizin, sondern Aesrhetik und allgemeine Literatur. Entbehrungen aller Art konnten seinen Fleiß nicht vermindern, ^a berw, An im Jahre 1851 Ole Aull als Dramaturg an das eoen gegründete „Norwegische Theater" in Bergen. In tnefer Stellung verfaßte Ibsen mctyrere Dramen, barunter einige hiswrische, von denen aber nur „Frau Inger vwn Öefttor und „Das Fest aus Solhaug" im Truck erschienen sind. Hier lernte er seine Gattin, Susanne Thore en eine Pfa^erstochter, kennen. 185/ übernahm deck Dichter die Leitung des norwegischen Theaters in Christiania und setzte dort seine schrisistellerische ^iakell emsig fort' so entstanden: „Dre Krieger auf v^lgeland JS’ i amßdie der Liebe", beides Trumen, das erstere ein Schauspiel aus Norwegens ^enhafter Vorzeit, das Stere ein satirisches Lustspiel., 8«net « noch einen Band Gedichte. Mit icmer „tomob.e her ShcBe hatte er Erbitterung hervorgeruien, besonders bet der Geist- tidifeit die dem kühnen Reformator Uncyriftlichllit vo warf Als dieser sah in welches Wespennest er gestochen, ?Äckte in ihm das Verlangen, das undankoare Voll ru^verlai'sen Doch konnte er sein Projekt erst im ^nhzahr 1KK4 vemmMichen, nachdem ihm Ende 1863 der norwegische ^pjckstaa ein Reisestipendium bewilligt tyxtte. r 1eutcr Wwije gab er m-ch das »«W Sd)»uH»et »Dte Krou- Toten erwachen", lauter Werke, die soziale und rnensch-, liche Verhältnisse der Gegenwart behandeln, ohne Tendenz dich tun gen zu sein. * Christiania, 23. Mai. Der Tod Jbsensl trat ein, ohne daß der Dichter das Bewußtsein, welches ui der letzten Zeck infolge eines Schlaganfalles getrübt war, wredererlangt hätte Sobald König Haokon die Todesnachricht erhalten hatte, übermittelte er der Witwe Ibsens sein und der Koiiigur Beileid. Der S ch r i 's t st e l l e r v c r e i n ließ durch feinen Präsidenten an der Statue des Dichters vor dem Nntionaliheater ein prachtvolles Blumenarrangement niederlegen. __ Die Regierung, sowie das Präsidium des^tor- things sandten ebenfalls Ibsens Witwe Beileidstelegramme. Leipzig, 23. Mai. Der Rat^der Stadt hat heute einstimmig die Verpachtung des' StadttHeaters an den Sckxruspieldirektvr Robert Volkmer für die Zeck vom 1. Juli 1906 bis zum 30. Juni 1914 beschlossen. Dresden, 23. Mai. Wie das „Dresd. Journal" meloet, sind mit Genehmigung des K'lkn i g s der Architekt Professor Friedrich Thier sch, der Bildhauer Professor Josef Floßmann in München, sowie der Maler Prosessor Max Liebermann in Berlin zu Mitgliedern der Akademie der bildenden Künste in Dresden ernannt worden. (P. A.- H efsische Landes-Ausstellung für t r e i e und angewandte Kunst Darmstadt 1908. Die Vorarbeiten für die Ausstellung sind so weck fortgeschritten, daß bie Anmeldungsformulare verschickt werden können. Iuf Grund der Anmeldungen, deren Schlußtermin auf den 15. September d. I. festgesetzt ist, Nürd dann ein Ueberblick über den Umsang und die Art der Beteiligung gewonnen werden. Die Beteiligung hat auf Grund der in der B e s ch i ck^u n g s o r d n u n g enthaltenen Bedingungen zu erfolgen. Das Schwergewicht wird den in Hessen gegebenen Verhaltnisten zufolge voraussichtlich auf dem Gebiet der a n g e w an d t e n Ku n st einschließlich der Architektur liegen. Deshalb wird sich die Ausstellungs- leitung besonders darum bemühen, alle Gegenstäirde, auch die Werke der freien Kunst a ls Bilder, Figuren, Graphik, möglichst in einer Umgebung vorzuführen, die auch ihrerseits einer vornehmen Kunst pflege Anregungen zu geben vermag. Zugleich soll nach Kräften angestrebt werden, jedem Stück an seinem Platze eine starke individuelle Wirkung zu sichern. Die Vorteile, die eine kleinere Ausstellung in dieser Hinsicht zu bieten vermag, werden auegenutzt werden. Massenanhäufilngen gleichartiger Gegenstände zu vermcideii, wird sich die Ausstetlungsleitung angelegen sein lassen. Zur Verwirklichung dieses Zweckes denkt die Ausstcllungs- leiiung daran, neben den Einzel-Räumen, die für Werke der freien Kunst und für Zeichnungen und Modelle aus dem Gebiete der Architektur vorgesehen sind, insbesondere auch geschlossene Raumgruppen für Kunst, die öffentlichen und gemeinnützigen Zwecken dient, und für Wohnungskunst zu idjafftn. Ferner ist beabsichtigt, einzelne Fachabteilungeu der angewandten Künst und Werkstätten im Betrieb vorzufüh-ren. In jedem Falle wird das Bestteben dahin gehen, Kunst, wie sie unser Leben fordert und so wie sie im Rahmen unseres Lebens wirkt, zu zeigen, keine müßige Ausstellungskunst. Hervorragende Leistungen der Ausstellung werden durch ein Preisgerichr prämiiert. Die Prämien bestehen in Staats Medaillen und in Ehrenpreisen. Mit der Aus- srellung soll auch, eine Verlosung verbunden werden. Die keutige Kummer umfaßt 10 Seite». Sorte aud, über bic »itlung eines esenUeUen K ! russisch-englischen Asienv er träges für Deutschland sprach. Alles in allem: der Staatssekretär urteilte nicht optimistisch Über die internationale Lage Deutschlands, aber er wollte nicht gelten lassen, daß, wie Herr Bassermann meinte, diese Prätendenten" heraus und wandte sich dann über Berlin nach Rom. Seine dichterische Phantasie mußte in der berühmten Stadt neue Triebe und Anregungen finden; er schrieb die dramatischen Gedichte „Brand" und „Peer G Y n t", zwei tiefsinnige Werke mit schwungvollen Versen, welche die Schlaffheit und Phantasterei der norwegtsck-en Nation in erschreckender Deutlichkeit zeigen. Auch stellte er einen Teil des welthistorischen Schauspiels „Kaiser und Galiläer" fertig; die gewaltige Dichtung wurde aber erst 1873 vollendet. Von Rom begab sich der Dichter 1808 nach Deutschland und lebte abwechselnd in Dresden und München. An ersterem Orte schuf er das politische Lustspiel „Der Bundder Ingen d", ein stark realistisch gefärbtes Werk, mit dem sich der Verfasser in weiteren Kreisen bekannt machte. 1875 suchte er abermals Rom aus, kehrte aber bald darauf nach München zurück, um hier seme spateren, bedeutungsvollen Jahre zu verbringen. Mit „Die Stützen der Gesellschaft" eröffnete der Dichter seinen Feldzug gegen die zeitgenössische Kultur, und zwar in einer Weise, die überall das größte Aufsehen erregte Auf dieses, im Jahre 1877 erschienene Drama folgte 1879 das Schauspiel „Ein Pnppcnheim", nut welchem Ibsen wider die jetzige Ehemoral kämpfte und für volle Gleichberechtigung des Weibes eintrat. Nun kam seine radikalste Schöpsinrg: das Fannliendrarna „Gespenster", eine Tragödie aus dem Leben, die in ihrer nackten Wirklichkeit allenthalben tief erschüttern muß. Die Rücksichtslosigkeit, mit welcher Ibsen darin bestel)ende Ein- richtungeu und Gesetze angrisf, reizte die zahlreichen Gegner seiner Denkart zu gehässigen Meinungsäußerungen Dies veranlaßte den Dichter, in dem Schauspiel „Ern Volksfeind" mit aller Energie seine bisherigen Tendenzen zu vertreten, indem er die, allerdings längst bekannte. Wahrbeit von der Urteilsunsähigkeit der - osten Masse wreoer- bolte. An dieses Drama des Selbst. oußtseins schloß sich (1884) das Schauspiel „Die Wildente", in dem Ibsen das hohe Lied der Kindesliebe singt und die Selbstausopfer- UHq mit dem Glorienschein des Erhabenen umgibt Daraus folgte das Schauspiel „Ro sm er sho lm", das die verderbliche Wirkung der alten Weltanschauung schildert und die Seelengemeinschaft zweier Menschen als Bedingung einer wahren Eye ausitellt. In „Die Frau Meere" berührte der, in punen Anschauungsweisen etwas versöhnlicher gewordene. Dickster abermals die brennende Ehefrage und forderte, ähnlich tvie in „Rosmersholm", die seelische Zuneigung als Grmidbcdingung einer wirklichen Ehe. Damit brachte er eine umfassende Permde seiner künstlerischen Entwickluirg zunl Abschluß, um dann m dem Charakterschanspiel „Hedda Gabler" seglichcr Edenz ?u entsagen. Diesem Drama (1890), dem letzten Bühnenwerk, dem ein durchgreiscndcr Erfolg beschieden war, solgtcn noch die Schauspiele, „Baumeister (18J2), «lein Eynolf" (1894), „John Gabriel Borr- mann (1896) und der dramatische Epilog „Wenn totr beratung dieser Vorlage verzichte. Es folgt die dritte Beratung des Etats. Abg. Bassermann (Ratl.): Infolge der Beiviltigung der Ainvcsenheitsgelder wird ßofseutlich -in Zukunft ein konstant beschlußfähiges Haus vorhanden sein. ES stehen uns wichtige Umgaben bevor, namentlich das Gesetz über die Berulsvereiue, das nnS hoffentlich beim Wiederzusammcntritt vorgelegt werden wird; ferner die Juslizreforni. Was die Politik betrifft, so besteht in inanchen Kreisen der Eindruck, als ob sie sich für Deutschland nicht verbesserte, sondern verschlechterte. Die Beziehuiigen zu England sind ja freundlicher fleiuorben. Ich «vage kein Urteil, ob dre Goluchowski-Dcpesche richtig ivnr, und ob es richtig war, Italien unsere Uuznfriedenheit zu zeigen. Qn Ungarn sind aus Anlaß deS angekündigten Besiiches des deiitschen Kaisers abweisende Preßäußerungeii gegen Deutschland erfolgt. Diese Erscheinungen führen zu der Frage, Ivie hoch heute die politische Bedeutung des Dreibilndes eingeschätzt werden darf. Staatssekretär des Auswärtigen von TschirsÄkh und Boeggendorss: Ter Vorredner erlväh.cke die Depejche des Kaisers an den Grafen Goluchowski. Wenn der Kaiser den Weg des 'telegrammes wählte, um dem Minister eines besrei'ndetcn auswärtigen Staates seinen Dank auszuiprechen, so ist der Kaiser dazu berechtigt. Ter Reichskanzler tragt bte Verantwortung für das, was in dieser Devcfck)« fleht, aber nicht für das, was in dieselbe Istneininterpreiült wurde. Der Vorredner fragte, ob bei den Verhandlungen 5 toi - f d) c n Rußland und England wegen der asiatischen Verhältnisse Entscheidungen getimten seien, durch luelcfie die deutschen Interessen tangiert ivnrbcn. Wir haben ben bestimmten, feiten Grund zu der Aunahii'.e, daß eine wiche Besorgnis ganz nn- gereacksertigt ist. Man frat immer viel von der Lockerung des Dreibundes gesprochen. Ich kann versichenr, baß die D r e i - bunbfloaten nach wie vor fest auf dem Boben bes Dreibundes stehen. «Beifall.) Jnsbesoubere haben wir von dem italienischen Bvtschaster, der soeben aus Rom zurückkehrte, wo er Gelegenheit halte, sich mit allen, maßgebeli- beu Persönlichkeiten zu besprechen, die bünbigsteu Erklärungen im 9iamen seiner Regierung erhalten. ,,Erst recht miißig wäre cs, von einer Lockerung bes Verhälttiisses zwischen Deutsthlanb unb bet Monarchie au ber Dotiau zu sprechen, trotz bcr scharfen Angriffe, welche diefeS Verhältnis in bcr letzten Zeit in ber rmga- rischen Presse oefunben hat. Di- Kwiserreise nach Sch ö n - b r it n n entspricht ben versöhnlichen Empsinbuugen beS Kaisers für bas ehrwürbige Haupt bcr Habsburgischen Monarchie. Man hat dieser Reise einmal eine Spi'ze gegen Italien, bann eine solche gegen England gegeben. Beides bedeutet eine Verkennung des Zweckes dieser Reise. Die deuljsche Politik hat gar keinen Grund zur Demonstration gegenüber diesen beiden Ländern. Oesterreich-Ungarn unb Italien stehen in sehr sreimbschastlickfer Beziehung zu Eug- lanb, unb wir begrüßen dieses rückhaltlos. Ich glaube ich befinde mich im Einverständnis mit dem Haust, wrniu ich der De- A endet ung und Auslegung des S ch u tz 11 u p p e n- geseyes. Die Kommission har die Ablehnung dieser Vorlagebeschlossen. — Unletslaatssekrelär Twele erklärt, daß mit Rücksicht auf die Geschäftslage des Hauses bte Regierung auf die Weiler- der Mililarpensionsgesetze. DaS OfsizierSpensionSgesetz wird debattelos gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, das MannschaslsverforgungSgesetz einstimmig angenommen. Es folgt die z iv e t l e B e r a l u n g des Entwurfs betreffend ' des S ch u tz l r u p p e n - Nr. 131 erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechfel mit dem üesfischen Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt ERotatwn§brud ll Verlag ber Bru h l'scheu Univers.-Buch-u.Slein- bruderet. 9L Lange. ERcbaftion, Expebittoa und Druckerei: Schulstratze 7. Redaktion 113 Verlag u.Exped. e^®51 Adresse für Depesd;en: Anzeiger Gießen. schließlich die Stellung Deutschlands im Dreibund. Tie Entgegnung des Frhrn. v. Tschirschky Verriet den geschulten Diplonrctten. Die Gabe fessclnoer Beredsamkeit ist dem Statttssekretär allerdings versagt. Seine Diktion ist ziemlich farblos, beinahe nüchtern, und cs kostet ihn einige Mühe, im Moment das richtige Wort zu finden. In dieser Beziehung unterscheidet sich Frhr. v. Tschirschky seht wesentlich vom Fürsten Bülow, der mit Virtuosität das Wort haudhabt. Einen rednerischen Erfolg erzielte Frhr. von Tscksirschky also nicht, aber was er sagte, wurde beifällig ausgenommen. Er rechtfertigte die auf ihre Notwendigkeit hin vom Abg. Basferma.nn cuigezweifelte Kaiser- depe sche an den Grafen Goluchowski und kenn- zeichnctc den persönlichen Eharaller der geplanten Kaiser- fahrt nach Schönbrunn. 9tur ein ungewöhnliches Maß von liebelwollen könne dieser Reise eine politische Spitze geben. Das galt den ungarischen Bundesfreunden, deren Presse in letzter Zeit wieder einmal das Mögliche in Deutschenhaß und besonders in Verdächtigungen der Käiserfahrt nach Oesterreich geleistet hat. Man erfuhr ferner, daß die italienische Regierung durch ihren Botschafter die, bündigste Versicherung üjrer unveränderten Dreibundtreue hat abgeben lassen. Italien wünscht also, daß seine „Extratouren" auch in der Folge nicht tragisch genommen werden— eine kleine Enttäuschung sur die 5tu biuettc in Paris und London. Was übrigens England betrifft, so dürfte nach der heute verlautbarten Meinung der deutschen Regierung die Zeit der „Mißverständnisse" nunmehr vorüber sein, und zu dieser Wandlung hat der Aufenthalt der deutschen Stad tv er tret er in England nach allseitiger Ueberzeugung beigetragen. So konnte es denn nicht überraschen, daß Frhr. v. Tschirschky Giehener Anzeiger General-Anzeiger ** jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post mr.2.—otertel- jährl. auSfd)l. Bestellq. Annahme von Anzeigen für bic TageSmimmer bis vormillags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12PI^ auSwärlS 20 Pfg. Veranlworlkich für ben poliL unb aUgem« Teil: P. Witkko: für .Stadt und Sanb* unb GenchtSjaaf: Ernst Heb, für den Anzeigenteil: HanSBeck. «lagen. au/ ■ und besser. Io. lofstrasse 44, r8üge: c cu?g 1'Uge. cö Trieb- Läch m (C1/« ' Nr. 1? a cr Gang ,ct Schnitt ivor Sie onbtrroeit log gratis unb ftonlo. erall gesicht. WW nund C. ss18/«____________ in icrusta tion te Bedienung. ian(M 03696 Melkeimer o MßeiMk Milchßeve einp^^ erkannt werden kann, von 60 auf 150 Mr. au erhöhen. Im Linden, Wilh. Scheid-Gießen T^V., Max Neumannfriebtgintg Ausdruck gebe, dak die Zeit der Verstimmung und Preßärgers im Sck)winden begriffen ist. Der herzliche Ton, der bei der jüngsten Anwesenheit der Vertreter deutscher Städte in England von der englischen Presse und den englischen Männerri herübergeklungen ist, hat bei der kaiserlichen Regierung die wärmste Aufnahme gefunden. Die kaiserliche Regierung wird sich die Ausgestaltung freundschaftlicher Beziehungen zu allen europäischen Staaten angelegen sein lassen. Sie wird im Selbstvertrauen auf eigenen Füßen stehend tb-ren Weg weiter gehen, ohne sich durch noch so geschickte Preßmanöver oder sonstige politische Verdächtigungen von ihren richtigen Bahnen abbringen zu lassen. (Beifall.) Abg. Bebel (Svz.): Die Finanzreform ist kläglich und verkehrsfeindlich. Außerdem widerspricht sie den Bestimmungen detzl § 6 dies Flottengesetzes, nach dem neue Steuern keine Artikel des Massenverbrauchs treffen dürfen. Die Mehrheitsparteien haben überdies reckst widerspruchsvolle Beschlüsse gefaßt. So z. B. haben sie die Porto-Freiheit für Soldatenpakete beschlossen, Herabsetzung der Telephongebühren und dann wieder Erhöhung des Portos für Karten. Rach so schweren Steuer-Belastungen ist jetzt schon wieder eine Wehrsteuer angekündigt worden, die von den Aermsten der Armen zu tragen sein wird. Es läßt sich nicht bestreiten, daß England moralisch die Welt beherrscht. Mit Ausnahme von Deutschland unterhält es mit ollen europäischen Staaten herzliche Beziehungen. Die Depesche des Kaisers an Golnchowsky hat größere politische Bedeutung, als der Herr Staatssekretär anscheinend glaubt. . . . Man sollte im Jüteresse Deutschlands wünschen, daß "bte bevorstehende Reise des Kaisers nach Wien am besten unterbleibt. Die Zusammenkunft des Kaisers mit dem Zaren hatte die Folge, daß man den deutschen Kaiser in Rußland dafür verantwortlich machte, daß der Zar den Wünschen des Volkes Widerstand leistete. Redner kritisiert dann das Vorgehen bei den Russen-Ausweisungen und bespricht ferner die Streik-Vorgänge in Hamburg, die Unterbringung von ansländi- schen Arbeitern auf Schiffen usw. Wir verlangen, daß das Reichsamt des Innern dem Hamburger Senat Weisungen zukommen läßt, damit sich ähnliche gesetzwidrige Vorkommnisse nickst wiederholen. 60 Prozent der Arbeiter in der Metall-Industrie sollen am Tage vor Pfingsten ausgesperrt werden, d. h. 300 000 Mann. Ich glaube, die ganze deutsche Arbeiterschaft wird hinter den Düsgesperrlen stehen, wenn die Metall-Industriellen ihr Vor- habw ausführen. In Berlin pfeifen es die Spatzen von den Dächern, daß die Russen-Ausweisungen von einer höheren Stelle ausgehen, gegen die es keinen Widerspruch gibt. Redner geht ausführlich auf den Fall Schöne-Drockhusen ein. Wir fordern eingehende Untersuchung. Ich gebe mich als Zeugen an und werde weitere Zeugen angeben. Gegen unsere politische Polizei kommt man nicht an. Lumpen und Schurken sind zu Haufen, dort und die sind die Herren int Staate. Äbg. Schrader (frs. Vg.) spricht von der Notwendigkeit, daß Deutschland eine starke Nation bleiben muß. Abg' Boeckler (Neiormpartei): An Stelle der neuen Steuern hätte man lieber " eine Wehrsteuer einsühren sollen. Ter Sozialdemokratie ist gegen den ehrlichen deutschen Mittelstand jede Waffe recht, während ste gegen die jüdischen Inhaber der großen Warenhäuser mit großer Nachsicht vorgehe. Die Sozialdemokratie ist die letzte, die für die Ehre Preußens und Deutschlands eintreten konnte. Staatssekretär Graf Posadowskp: Der Reichskanzler kann nicht jeder einzelnen Beschwerde hinsichtlich der Ausweisungen nachgehen. Die Ausweisungen bleiben Sache der Einzelstaaten. Nach einer nochmaligen Auseinandersetzung zwischen Graf Posadowsky und Abg. Bebel schließt die Generaldebatte. In derSpezialdebatle wird zunächst der Etat des Reichstags angenommen, desgl. der Etat des N e i ch s k a n z le r s. Beim Etat des R e i ch s a m t s des Innern begründet Abg. G i e s b e r t s (Zentr.) eine Resolution auf Erlaß wirksamer Bestimmungen zur Sicherung der Bergarbeiter gegen Explosionsgefahr. Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt, daß den in der Resolution ausgesprochenen Wünschen beim Wiederzusammeistritt des Hauses entsprochen werden wird. Nachdem Oberbergrat Meißner noch technische Einzelheiten bezüglich der Unfallverhütung im Bergbau gegeben hat, vertagt sich dassHaus aus Freitag 1 Uhr. Fortsetzung der dritten Beratung des Etats. LavLanreirtarischsS. R. B. Darmsiadt, 23. Mai. Der Finanzausschuß der zweiten hessischen Kammer hielt heute in Anwesenheit mehrerer Regierungsvertreter eine längere Beratung ab. Zunächst erfolgte an Stelle des verstorbenen 9(6g. Möllinger die Wahl des Abg. Reinhart zum Vorsitzenden des Ausschusses. Dann fand eine eingehende Debatte über die Regierungsvorlage, betr. Bad-Salzhausen statt, wobei Ge- heimerat Wil brand und Oberbaurat Sch m ick nähere Aufschlüsse und Erläuterungen gaben, so namentlich über die geplante Uebertragung des Badehauses VII von Nauheim nach Salzhausen. Der Ausschuß stimmte schließlich der Regierungsvorlage einmütig zu. Nach weiterer Debatte über mehrere Vorstellungen um Bewilligung von Gehaltserhöhungen resp. Gewährung von Wohnungsgeldzuschüsien beschloß der Ausschuß, alle diese Vorstellungen für erledigt zu erklären und dem Plenum der Kammer folgende Resolution zur Annahme vorzuschlagen: Hohe Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, bereits im nächsten Voranschlag des Staatshaushaltsetats eine angemessene Beihilfe für die Wohnungsbedürfnisse der Beamten vorzusehen. Der Petitions-Ausschuß beschäftigte sich heute namentlich mit den Vorstellungen der Stadtgemeinden zu Heppenheim und Neu-Isenburg um die Errichtung eines Amtsgerichts in jeder der Städte. Das Gesuch der Stadt Heppenheim wurde unter Hinweis auf die schon früher in der Kammer dagegen dargelegten Gründe (Nähe von Lorsch-Lampertheim rc.) abgelehnt, das Gesuch der Stadt Neu-Isenburg aber soll der Großh. Regierung zur Berücksichtigung empfohlen werden. Der Wahlprüfungsausschuß beschäftigte sich mit der noch ausstehenden Genehmigung der Wahl der Abgeordneten Dr. Schmitt (Mainz-Nieder-Olm) und Ullmann (3. Oberhess. W.-K.). Der Ausschuß beschloß, die Giltigkeit der Wahl des Herrn Dr. Schmitt zu beantragen. Die Be- schlußfasiung über die Wahl des Abg. Ullmann wurde auf Wunsch des Abg. Berthold ausgesetzt, der sein Ausbleiben durch die Teilnahme an den Reichstagsverhandlungen in Berlin entschuldigte. Berlin, 23. Mai. Die Budgetkommission des Reichstages bewilligte mehrere gestern im Plenum verhandelte Nachtragsforderungen zum Etat 1906, darunter die zur Förderung der Syphilisforschungen, für Fernsprechzwecke und zur Herstellung einer neuen unterseeischen Tclegraphen- oerbindung mit Norwegen. Die Nachforderungen für vier farbige Kompanien in Ostafrika, Laudvermesiungen und die Beschaffung von Pferden und Maultieren für die Zivilverwaltung in Südwestafrika wurden abgelehnt. — Die Kommission des Reichstages für die Vorlage, betreffend die Haftpflicht für 9( u t o m o b 11 e, nahm zu dem § 9 einen Antrag Burlage an, die Strafe bis zu der Wiederholungsfälle soll die Strafe auf 1000 Mk., bezw. auf drei Monate Gefängnis erhöht werden. Der Rest des (Snt* wurfs wird nach der Regierungsvorlage angenommen. Aus SraSt uno Lano. Gießen, den 25. Mai. * * Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den von dem Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Birstein für eine Oberlehrerstelle an der Oberralschnle zu Offenbach präsentierten Lehramtsassessor Georg Bentz für diese Stelle bestätigt, den prov. Lehrer an der Oberrealschule zu Worms Pfarrer Dr. Adam Heussel zum Oberlehrer an dieser Anstalt, den Lehramtsassessor Dr. Ludw. Ruhl zum Oberlehrer an dem Gymnasium zu Bensheim, den Fußgenbarmen Ey in Hirschhorn zum Kreisdiene« bei den: Kreisamt Heppenheim und den Kanzleiwärter bei der II. Justifikatur-Abteilung der Oberrechnungskammer Hch. Wiesen eck er zum Kanzleidiener ernannt. * * In Audienz empfangen wurde von S. K. H. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Oberlehrer Dr. FaHz von Büdingen. "^Ordensverleihungen. S. K. H. der Groß- herzog haben mittels Allerhöchster Entschließung vom 23. Mai d. I. geruht zu verleihen denr Oberstabsarzt Dr. Klipstein im 1. Nass. Jnf.-Regt. Nr. 87, seither im Jnf.-Leib-Negt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, das Ritterkreuz 1. Klasse, und dem Rittmeister unb Oberquartiermeister- Adjntanten v. Laffert, seither im 1. Großh. Dragoner- Regiment (Garde-Drag.-Regt.) Nr. 23, das Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. ” Militärdien st nachrichten, v. Nieder, Oberst und Kommandeur der 25. Feldart.-Brig. (Großh. Hess.), zum Gen.-Major befördert. — v. Goerne, Major, aggreg. dem 1. Großh. Hess. (Leibgarde-) Regt. Nr. 115, unter Versetzung in das 1. Nass. Jnf.-Regt. Nr. 87 zum Bats.-Kommandeur ernannt. — Die Hauptleute Gr. v. Königsmark im Generalstabe der Großh. Hess. (25.) Div., als Rittmeister u. Eskadr.-Chef in das Drag.-Ngt. v. Bredow (1. Schles.) Nr. 4, Kirch, int großen Generalstabe, in den Generalstab der Großh. Hess. (25.) Division versetzt. — Die Oberlts. und Adjutanten v. Harn ter, 25. Kav.-Brig. (Groß. Hess.), zum Rittmeister, v. Kritter, 25. Feldart.-Brig. (Großh. Hess.), zum Hauptmann befördert. — Frhr. van de r Hoop, Oberlt. im 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, zum überzähl. Hauptmann befördert. — Griesel, Lt. im Jnf.-Leib- Negt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, in das 2. Ermländ. Jnf.-Rgt. Nr. 151 versetzt. — Mackensen v. Astfeld, Major im 2. Großh. Hess. Drag.-Negt. (Leib- Drag.-Negt.) Nr. 24, von der Stellring als Eskadr.-Chef enthoben und zunt Stabe des Regiments übergetreten. — Lungers hausen, Oberl. im 1. Großh. Hess. Drag.-Regt. (Garde-Drag.-Rgt.) Nr. 23, unter Versetzung in das 2. Großh. Hess. Drag.-Ngt. (Leib-Drag.-Negt.) Nr. 24 und Beförderung zunt Rittmeister zunt Eskadr.-Chef ernannt. — Kade, Major und Kommandeur des Großh. Heff. Train-Bats. Nr. 18, zum Oberstlt. befördert. Niez ol di, Fähnrich im 4. Großh. Hess. Jnf.-Negt. (Prinz Carl) Nr. 118, zum Lt. befördert. — Die Lts. Leuc im Jnf.-Leib-Ngt. Großherzogin (3. Großh. Heff.) Nr. 117, auf sein Gesuch zu den Nes.-Offizieren des Negts., Kahlenberg, tt t 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118 auf sein Gesuch zu den Offizieren der Landw.- Jnf. 1. Aufgebots übergeführt. * * Gießener Bahnprojekte. Ain Mittwoch fand hier int Beisein des Kreisamtmanns Dr. Merck eine Versammlung behufs Besprechung desBahn Projekts Gieße it— Steinbach — Queckborn — Laubach statt. Die Bürgermeister von Laubach, Wetterfeld, Lauter, Queckborn, Harbach, Ettingshailsen, Hattenrod, Bnrckhardsfelden, Oppenrod, Albach, Steinbach, 9(nncrob und Stadtverordneter Kirch- Gießen nahinen an der Versammlung teil. Die genannten Orte wünschen die Erbairung der Strecke Gießen—Laubach, die die Provinzialhauptstadt direkt mit dem Vogelsberg und den Wasserwerken bei Qtieckborn und Sauter verbinden würde. Laubach selbst spricht seine Sympathie für das Projekt aus, doch will es keine finanziellen Opfer bringen, da die Strecke Laubach—Mücke viel gekostet habe. Die Firma Lenz & Co. soll das Projekt ausarbeiten. Hoffentlich wird es gelingen, den noch abseits vom Verkehr liegenden Orten baldigst eine Bahnverbindung zu geben. * * Turnerisches. Das vom Gau Hessen bei seiner Turnfahrt am letzten Sonntag abgehaltene volkstümliche Wetturnen brachte folgenden Turnern Preise: 1. Preis Balthasar Dort-Gr.-Buseck (33P.), 2. Pr. Albert Diehl- Kirchhain und Heinrich Wolf-Nidda (31V2 P.), 3. Pr. Gottlieb Cujus-Marburg (31 P.), 4. Pr. Julius Langsdorf-Bad-Nau- heim und Heinrich Hamel-Gießen T.-V. (30l/z P.), 5. Pr. August Adolf-Heuchelheim (30 P.), 6. Pr. Emil Bürk- Gießen M.-T.-V. (29 P.), 7. Pr. Karl Schmidt-Gießen M.-T.-V., Wilh. Th öt-Gießen M.-T.-V., Albert Bötz- Gießen M.-T.-V. (271/, P.), 8. Pr. Fritz Liefer-Marburg T.-G., Hch. Scharmann-Wetzlar, Aug. Palitsch-Gießen M.-T.-V., Hch. Hahn-Gr.-Buseck (27 P.), 9. Pr. F. Schwarz- Lollar und Karl Bender-Wetzlar (26^ P.), 10. Pr. Heinrich Geck-Ober-Mörlen und Karl Schneider-Lollar (26 P.), 11. Pr. Heinrich Engelmann-Wetzlar, Heinrich Weber-Klein-Linden, Adolf Waldschmidt-Wetzlar (25i/2 P.), 12. Pr. Richard Jung- Ober-Mörlen, Chr. Schmidt-Gießen T.-V., Hermann Levi-Neustadt (25 P.), 13. Pr. Gustav Cassel-Nidda, Gustav Schwing-Wetzlar, Johannes Moog-Wehrda, Paul Spamer- Schotten, H. Lippath-Wetzlar, W. Weiß-Gießen M.-T.-V. (24^0 P.), 14. Pr. Hch. Schneider-Wetzlar, Robert Köhler- Wetzlar und Joh. Keßler-Marbach (24 P.), 15. Pr. Wilhelm Frank-Lollar, Hermann Arcularius-Schotten, Richard Hauf- Marburg und Hch. Erhard-Gießen T.-V. (231/2 P.), 16. Pr. Hch. Bierau-Lollar (23 P.), 17. Pr. Gustav John- Biedenkopf, Karl Leib-Krofdorf und Joh. Gottfried Zimmer- Nieder-Mörlen (22P.), 18. Pr. I. Mignon-Wetzlar, W. Schntidt II-Rodheim M.-T.-V., Andr. Decher-Staufen- berg, I. Steinmüller-Nodheim M.-T.-V. und Emil Lindner- Marburg (22 P.), 19. Pr. Karl Schmidt-Friedberg, Ferd. Weller-Gießen T.-V. und Ludwig Valentin-Rodheim (21i/., P.), 20. Pr. Karl Schick-Gießen M.-T.-V., Wilh. Kreiling-Heuchelheim, Hans Prediger-Kirchhain, W. Merz- Langgöns, Herrn. Lehrmund-Langsdors, Ang. Loos-Gießen T.-V., Ferd. Künstler-Nieder-Mörlen, Will). Volk-Großen- Grünberg, Hermann Bormann-Ockershausen, Wilh. Georg- Gießen M.-T.-V. und W. Lehr-Großen-Buseck (21 P.)> 21. Pr. Fritz Ringshausen-Nidda, Wilhelnt Stöhr-Kirchhain, Jakob Täschler-Marbach, Gallus Bork-Ober-Mörlen, Wilh. Erhardt-Gicßen M.-T.-V. und Hch. Vogt-Biedenkopf (201/z P.), 22. Pr. Georg Knieriin - Bad-Nanheim, Heinrich Pfannmüller-Marburg T.-G., Louis V 0g t-G ie ß en T.-V., Karl Worntsdecher-Webrda (20 P.). VermZschLes. * Berlin, 21. Mai. Gestern sand der Wärter der Unfallstation den Assistenzarzt Dr. Max Arendt tn seinem Bette tot auf. Der 38jährige Arzt litt an Nervosität und einem inneren Leiden. Trotzdem versah er den Nachtdienst auf der Unfallstation und übte außerdem eine ausgedehnte Privatpraxis aus. Ans Briefen, die er hinterließ, geht hervor, daß er die Tat in seelischer Depression beging. "Madrid, 21. Mai. Ganz außergewöhnliche Witterungs-Verhältnisse herrschen gegenwärtig in Spanien. In verschiedenen Provinzen siel das Thermometer unter Null. In den Pyrenäen unb int Guabarama- Gebirge hat es stark g e sch n e i t. Auch bas Schloß Lagranja, wo König Alfons seine Flitterwochen zu verleben gedenkt, liegt tief im Schnee. Märkte. (th.) Gießen, 23. Mai. Der dieswöchentliche Viehmarkt hatte einen Auftrieb von 1300 Stück Großvieh, ca. 150 Kälber und 4—500 Stück Schweine. Der Vorhandel in Milchvieh zeigte eine überaus belebte Tendenz bei recht hohen Preisen für gute Ware. Die Nachfrage nach schweren frischmelkenden und tragenden Kühen war für die Badeorte und den Niederrhein am .Hauptmarkt außerordentlich groß, fj daß selbst für Mittelkühe jeder annehmbare Preis bezahlt wurde und der Handel sich flott ab- toiefett konnte. Ebenso machte sich das Geschäft in Fettvieh und Kälbern ausgezeichnet, da Frankfurter und Wiesbadener Käufer sich am Markt Konkurrenz machten und die Preise rasch in die Höhe trieben. Unsere heimischen Metzger, die an den Markt ge- kommen waren, um ihren Bedarf zu decken, schüttelten den Kopf zu der Preistreiberei, welche sie für unerhört erklärten. Die Nachfrage nach fetten Rindern und Kühen sowie starken Kälbern war beim Markt so groß, daß ein doppelter Vorrat zu hohen Preisen glatt geräumt werden konnte. Der Ochsenmarkt war überhaupt nicht befahren, er hat eben mit den Jahren für die Handelsleute seine Bedeutung verloren, sodaß Reflektanten auf Gangvieh, wie solche früher selbst auSr Norddeutschland kamen, heute ganz ausbleiben. Für den S chwe in e m a r ft war wegen der Gefahr der Seucheneinschleppung die Zufuhr von Schweinen aus den preußischen Gebietsteilen verboten. Dieses Verbot war aber erst kurz vor dem Markt erlassen und so waren etwa 6—700 Tiere aus Preußen hier, die vom Markt ferngehalten wurden. Die Eigentümer der Ware waren ungehalten darüber, daß sie unverrichteter Dinge wieder abziehen mußten und ihre Mühe und die nicht unerheblichen Kdsten des Transportes unnötig gemacht hatten. Infolge des Ausschlusses der Tiere aus Preußen fehlte den heimischen Züchtern die Konkurrenz, wodurch die Land- leut", die als Käufer zum Markt gekommen waren, mißmutig gestimmt wurden. Bei den geforderten hohen Preisen kam das Geschäft nur langsam in Gang. Mancher Bedarf blieb ungedeckt, es blieb zum Schlüsse des Marktes lwch Ueberstand, trotzdem die Handelsleute sich bemüht zeigtet:, durch Nachlassen vom Preise die Ware unterzubringen. Gehandelt wurden: Milchkü^, pro Stück 1. Qual. 475—525 Mk. (einzelne Tiere bis 560 Mk.), 2. Qual. 375—450 MI, 3. Qual. 300—350 Mk. Fettvieh der Zentner Schlachtgewicht fette Rinder 1'. -Qual. 73—75 Mk.,2. Qual. 69—71 Mark. Fette Kühe 1. Qualität 67—69 Mark, 2. Qualität 62—64 Mark. Kälber 1. Qualität 77—85 Mark (einzelne bis 88 Mark), 2. Qualität 70—74 Mark, 3. Qualität 66—69 Mk. Die Preise für S-chuteine stellten sich das Paar: Ferkel' 3—4 Wochen alt, 38—45 Mk., bis 8 Wocheit alt, 50—65 Mark, bis 12 Wochen alt, 70—80 Mark, Springer, leichtere Ware 90—120 Mk., kräftigere Tiere bis 160 Mk. Außer in Schweinen blieb anc Markt fein Ueberstand in Vieh. Nächste Markttage am 3. und 4. Juli d. I., am zweiten Tage auch Ktämermarkt. Stmbttrg a. d. L., 23. Mai. Fruchtrnarkt. Durch- schnittsvreise pro Malter. Roter Weizen 16.00 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Rom Mk. 13.00, Gerste 00.00 Mk., Hafer 8.77 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. Mvchtrche Nachrichte«. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Exalldi, Sonntag den 2 7. Mai. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Siehe Johanueskirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. In der Johanueskirche. Vormittags 8 Uhr: Prokeffor D. Eck. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. / Pfarrer Euler. Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung int Konsirmandensaal der Johanueskirche. Am 1. Pfingstseiertage findet Beichte unb heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Am 1. Psingstfeiertage nach allen Gottesdiensten Kollekte für die Lutherstistung. Am 2. Pfingstseiertage besondere Kollekte für die Armen. Katholische Gemeinde. Samstag, den 2 6. Mai: Nachmittags um 5 Uhr unb abends um 8 Uhr Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 27. Mai: 6. 6 0 n it t a g nach Oster n. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor unb in derselben Austeilung der heil. Komnuinion. n um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. » um 9'/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; daraus Andacht. Dienstag abend um 61/, Uhr ist Mai-Andacht. Freitag um 7 Uhr ist Segensmeffe. Israelitische Religionsgemeinde. Hottesdientt in der Synagoge (Südantage). Samstag, den 26. Mai 1906: Vorabend 7.45 Uhr. Atorgens 9.00 Uhr. Nachmittags 4 Uhr Schrifterkläruug. Sabbathausgang 9.10 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Gottesdienst. Sabbathfeier am 26. Mai 1906: Freitag abend 7.50. Samstag vormittags 8.00 Uhr, nachmittags 4.00 Uhr. Sabbathausgang 9.10. Wochengattesdienst: morgens 6.30, abends 9.10 Uhr. in jeder beliebigen Schriftart und Karten« forte, sowie mit Zirkeln aller stndentischea Vereinigungen, liefert zn mäßigen preisen , 8« 11 «hr, bet Men< birektor- . Die ’Mfob Meu , bet»altc; n ICmsblatt nu de« Kreis u'o &> Ö E CM »J *S' CI O D «2 B >ö 3 T tOo a Q N "S o c? «P •: 2-' 02 C S 6) o $ b 19 = E <—* s es iS = a CO ■ iS JL-Ji ZK- • «N Germania-Drogerie Frankfurter Str. 39 Telephon 593 NB. Farbengerässe gratis. ÖZ N S e - 02 in grösster Auswahl, Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren lieben Gatten und Vater ZT.. -'Hs 'S er} Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Emma Schmidt geb- JllDg Wilb. Schmidt cand. med Narkusgemeinde. y; Schwabe. iS «2*1 S . n o l5* m VD O C ° CQ ~ S> o c co - “ 02 Carl Seibel j A.-----------------K". >8" " iS £ cfossboden 1Tarhi>terh9zl,,n rdlUtw Gebrau CH L trocknet über NACHTI | I streicht sich leicht ! \ £ = 3-^ £ a.f^c S S M O Zu der Sonntag, den 27. Mar 1906, vormittags 11 Uhr, in der Aula des Gymnasiums zu Gießen stattsindenden GnthLillriMg der Herman Schiller-Gedenktafel werden Freunde und Verehrer des verlebten Herrn Gymnasialdirektors Prof. Dr. H. Schiller hiermit ergebenst eingeladen. Diejenigen Herren, welche an einem abends 7 Uhr im Klub stattfindenden Abendessen teilzunehmen wünschen, werden gebeten, ihre Zusage umgehend an Herrn Hausverwalter Todt, Sonneustraßc 9, gelangen zu lassen. '^iehmarkt L150 Kalb N^.sur gute m und tragen, Äaupl- » jeK IMvieh und -sbabener Säufer J dm Markt 6», selten ben ■ erklärten Die ^°rken Kälbern Mat zu ho^ Lchlenmarkt war l wahren für die Resleftanten auf utschland kamen, n r kt war wegen r von Schweinen lescs Verbot war mn etwa 6-700 Schalten wurden darüber, daß fit und ihre Mütze srtes unnötig gt, irre aus Preu^n vodurch die Landwaren, mißmutig Preisen kam das rj blieb ungedeckt, land, ttoKem die assen vom Preise : Milchkühe, pw x bis 560 ML), ML Fettvich der -75 $1,2. DM ) Warf, 2. ßi/c- 77—85 Mark irf, 3. Qualität sich das Paar: chen alt, 50—65 traget, leichtere 311 Wt in m Kch. Nächste weiten Tage auch markt. Durch- Hf., weißer Weizen , Hafer 8.77 Mk., neueste Modelle aer ersten Fabriken zu Ur.giiialpreisen von Mk. 5 an bis zu den feinsten Marken. Auf Wunsch Teilzahlungen. - Objektive und sämtliche Bedarfs-Artikel für Photographie. Preisliste kostenfrei! Adolf Bieler, Blarkistrasse 5. 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