Nr. 47 Erstes Blatt 1S6. Jahrgang Samstag 24. Februar 1906 Erschein« »ügttch miiiet SonniaaS. fCcm Gießener Anzeiger werden im Wechsel nut dem hessischen tandwitt die Siebener Zamiliea- bläNer viermal m der Woche beiqeleat. RolnlionSdruck il Ver- laq der B r ü h l'schen Univers.-Buch'U.Slem- bmderet. 9t Lang«. Sleda/non, Crpfbiiuxx und Tmrferet: Echnlflraße 7. Redaktion e=^ö 113 Verlag u.Exped.e^öl Adresse für Deoeschen:- Anzeiger Gieße». Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen c R L : 7 vezu g»pret-r monatlich 75 Pl.. viertel- jährlich 9JIL 2.20; durch Abdole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pk.; durch die Post Dik. 2.— vienel- fährt ausschl. Bestellq. Annahme von Anzeigen für die Tagesiimniner bis vormittags 10 Uhr. ZeilenorerS: lokal 12PH, auswans 20 Pfg. Verantwortlich füt den volit. und allgem. Teil P. Witiko, ü'ir ,Stadt und L'anb* und t (Send) lei aal*. Ernst peß. kür den 91 n- seiqenteil: £>and Beck. ^ie yentize Kummer umfatzt 13 ScLtcn. Jht östcrreiHijche Wah refocm. Wien, 23. Febr. Tie Regierung brachte heute fi'mf Gesetzentwürfe bett, bie Parlamentsresorm ein. Tie Entwürfe bestimmen im wesentlichen folgendes: Tie Mitglieder des Herrenhauses können inS Abgeordnetenhaus gewählt werden. Tie Mitgliedschaft des Herrenhauses ruht aber während des Abgeordnetenmandates. Tie Zahl der Abgeordneten beträgt 455. Tas aktive Wahlrecht steht jedem über 24 Jahre alten Staatsbürger ru, der seit mindestens einem Jahre seinen Wohnor^ m einer österreichischen Gemeinde hat, das Massive Wahlrecht hat jeder, der 30 Jahre alt ist und seit Mindestens drei Jahren österreichischer Staatsbürger ist. Die Wahlreform wird künftig voraussichtlich folgendes ergeben: 205 deutsche Abgeordnete, 230 Slawen, 16 Italiener, 4 Rumänen. Im Abgeordneten Hause wurde die «Ankündigung der Gesetzentwürfe betr. den Schutz der Wahlfreiheit mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Ter Ministerpräsident erklärte: Selbst, wenn die eine oder die andere Parrei geringfügige, frafvf-’nmäfitge Verluste erlitte, würden diese Verluste reichlich aufaewogen durch die Kräftigung, die darin liege, daß die Parieren zukünftig nicht durch Rechtsschranken von der großen Masse getrennt und dass ihre Mandate insgesamt auf dem Bvoen des gleichen Recht- ersrritten und gewissermaßen vom ganzen Volke erteilt fein würden. (Stürmische Unterbrechungen. Beifall. Händeklatschen.) Ter Ministerpräsident führt die Gründe ftir die hierfür durchgeführte Trennung zwischen Stadt und Land an, wodurch die sozialen Gegensätze für die Reichsratswahl wesentlich gemildert werden sollen. Angesichts der Möglichkeit einer größeren Agitation infolge des allgemeinen Stimmrechts und der beträchtlichen Vermehrung der Wahlbezirke, wodurch auch die Agitationszentren vermehrt werden, sowie angesichts des zu erwartenden Hervortreteus von scharfen sozialen Gegensätzen bei den Wahlen entschloß sich die Regierung, scharfe gesetzliche Maßregeln behufs Vermeidung jeder Form von illoyalem und terroristischem Einwirken auf die Wählerschaft vorzuschlngen. Tie Regierung wird feiner in den Bahnen des Gesetzes sich vollziehenden Varteiagitation hindernd in den Weg treten, toul aber, daß die Wahlen nicht allein allgemein sind, sondern, daß sie auch frei bleiben. (Lebhafter Beifall.) D^r Mlnisterpräsioent glaubt besnmmt, behaupten zu können, daß die Wahlreform nicht im Interesse irgend einer Partei unternommen sei, am allerwenigsten im Interesse der sozialdemokrat. Partei. Sie entsprang der Notwendigkeit, das Parlament auf festere Grundlagen zu stellen, als bisher. (Lebhafter Beifalb) Wenn aber stets vorgebracht wird, den eigentlichen Vorteil werde doch die Sozialdemokratie davontragen, so erwidere er: Wenn man die Sozialdemokratie ernstlich bekampien will, mußmanihrdie wir ksam ft e W a f f e entwinden, nämlich die Anklage gegen den Staat, daß die minderbemittelten Klassen in -ihren wirtschaftlichen Rechten verkürzt iverden. Hat die Sozialdemokratie diese wirksame Waffe nicht mehr, dann kann oct Kampf gegen sie, wenn die Pfl'cht uns ihn auferlegen sollte, vom Boden des gleichen Rechts aus viel erfolgreicher geführt werden. (Lebhafter Beifall.) Wenn die jetzigen politischen Klassen für Reform stimmen, dann werden sie das Bewußtsein haben, beigetragen zu haben zu einem großen politischen Fortschritt, aber auch zum sozialen Frieden. (Lebhafter Beifall.) Der Ministerpräsident erwarte von der Refoirn des österreichischen Parlaments auf dem Boden des gleichen Rechts für alle nur gutes. (Beifall.) Wenn ich unterliege, werde ich mit dem Bewußtsein fallen, kein nutzloses Opfer gebracht zu haben. (Beifall.) Personen gehen, Ideen bleiben. Mein Sturz ist nicht der Sturz der Wahlreform. (Anhaltender, lebhafter Beifall. Händeklatschen. Höhnische Zurufe der Alldeutschen.) Ter Ministerpräsident wird beglückwünscht.. • Die Deutschen werden also nach dem sonst so vortresf- kichen Wahlgesetzentwurfe des einsichtsvollen und wahrhaft liberalen Herrn v. Gautsch 205 Sitze haben, die Nicht- d eutschen um 50 mehr. Freilich, Herr v. Gautsch hat manchen Entschuldigungsgrund, wenn er sich in Zukunft lieber auf die nichtdeutschen Parteien stützen will — die .Deutschen haben es manchmal gar zu bunt getrieben. Was sich z. B. Schönerer in der letzten Zeit geleistet bat, geht über alle Begriffe. Und auch sonst fanden die oeutscben Parteien leider ihren Hauptzweck in der gegenseitigen Befehdung und nicht im Zusammenschluß gegen die tschechische Gefahr. Die wirklichen Deutschen Oesterreichs haben es längst aufgegeben, im Parlament etwas durch)etzen zu wollen; sie halten sich an die Schule und wirken im Stillen für das Deutschtum.__________ In Algeciras sind jetzt Italien und die Vereinigten Staaten an der Vei> mittlungSarbeit. Nach der Meinung Berliner politischer Kreise wird am ersten von der Vermittlung der Vereinigten Staaten ein Erfolg zu erwarten sein, da die amerikanische Negierung dec Bank- und Polizeifrage unabhängiger gegenübersteht, als Italien, das durch die Rücksichten auf die französische Freundschaft unwillkürlich beeinflußt wird. Die Vereinigten Staaten können das Problem resoluter und praktischer anfassen, ohne zu behutsame Schonung der französischen Empfindlichkeit. Der Ministerpräsident Nouvier gab am Freitag in der französischen Kammer die Erklärung ab, daß die Regierung jederzeit zur Diskussion bereit sei, sobald die.Konferenz in Algeciras ihre Arbeiten beendet habe. Heute könne er ohne schwere Unzulräglichkeiten an einer Debatte nicht teilnehmen. Die Regierung habe ihre Ansicht über die Interessen Frankreichs in Marokko nicht geändert. Die Kammer dürfe überzeugt sein, daß die Negierung die Jnte- resien Frankreichs wahren werde. Auf einen Zwischenruf von Iauräs bemerkte Rouvier: Sie wißen, daß die französischen Zeitungen unabhängig sind. Jauräs erwidert: Sie sagen damit, daß, wenn der .Ternps" einen Artikel mit der Ueberschrift „L’accord impossible“ veröffentlicht, die Regierung dabei in keiner Weise ihre Hand im Spiel hat. Ich danke Ihnen. (Bewegung.) Jaurßs fährt fort: Warum in der Tat können wir nicht auf eine glückliche Lösung durch die Konferenz hoffen, wenn wir versichern, daß wir entschlossen sind, unter Wahrung unserer Ehre an der Auf- reckier Haltung d"s Friedens zu cn-beicen. Ich sage nicht, daß uns Deutschland unser Vorhaben erleichtert hat, d das offizielle Deutschland unsere Bemühungen zu ein . Verständigung zu gelangen, unterstützt Hal, daß es nicht ein Anrecht gehabt bat, feinen Standpunkt nicht genau darzulegeu, aber wenn es beabsichtigte, uns durch diese Unversöhnlichkeit von der englischen Freundschaft abzu- bringen, würden w>r es anssp-rechen, daß wir die englische Freundschaft cus ein Mittel ansehen, d?n Frieden zu erhalten, uni) daß wir davon nicht ab* gehen. Es wäce ein Wahnsinn, ein Verbrechen, wenn sieh zwei große Länder aufeinander stürzen würden um diese elende Marokko frage. Er könne daran nicht glauben. (Befall auf der Linken. Bewegung.) Deutsches Nerch. Berlin, 23. Febr. Wie verlautet, soll auf Wunsch deS Kaisers im Grünewald am Jagdschloß ein Terrain von etwa 500 Morgen von dem übrigen Waldgebiet getrennt und eingezäunt werden. Dieser Teil des Grunewaldes soll einen Erholungspark für die kaiserliche Familie bilden. Es ist mit Landoermesiungsarbeiten begonnen worden. — König Oskar von Schweden empfing heute nachmittag den Besuch deS Reichskanzlers Fürsten Bülow uA erwiderte ihn später. Zu Ehren des Königs fand heute abend im Schloße Tafel statt. Anwesend waren die Prinzen, der Reichskanzler, der schwedische Gesandte und das Gefolge des Königs. < — Der BundeSrat nahm gestern einen 5. Nachtragsetat zum NeichShaushaltsetat für 1906 an. Er enthält 188 000 Mark zur Erhöhung deS kaiserlichen Dispositionsfonds für Gnadenbewilligungen aller Art. Es handelt sich um eine weitere Entlastung deS In- validenfondS. Die Mittel sollen durch Matrikular- b ei träge ausgebracht werden. Dresden, 23. Febr. Die Regierungsvorlage zur Reform der Ersten Kammer, die vorsieht, diese Kammer um fünf Mitglieder aus Industrie, Handel und Gewerbe zu vermehren, wurde heute von der Ersten Kammer angenommen. Abgelehnt wurde dec Antrag der Deputation der Ersten Kammer, den Entwurf dahin abzuandern, daß die vereinigten Handelskammern für vier lebenslängliche Sitze je drei Personen dem Könige Vorschlägen und die vereinigten Gewerbekammern für einen Sitz. — Die parlamentarische Wahlrechts kommission erklärte sich in ihrer letzten Sitzung griindsätzlich für die allgemeine Wahl und geheime Stimmabgabe. Gotha, 23. Febr. Der gemeinschaftliche Landtag lehnte gegen die 6 Stimmen der Sozialdemokraten deren Antrag ab, das Ministerium wegen der Richtbestä- tigung sozialdemokr. Gemeindebeamten unter die Anklage der VerfassimgSverletzung zu stellen. München, 23. Febr. Die Kammer der ReichSräte nahm heute das Landtagsmahlgesetz ohne Diskussion in zweiter Lesung einstimmig an. Heer rrsrd Flotte. — Generaloberst v. Wittich, früher Kommandeur des 11. Armeekorps, ist in Würzburg gestorben. Ausland. London, 23. Febr. Nach einer Meldung auS Peking ist der chinesische Hof ernstlich beunruhigt über die Möglichkeit eines großen fremdenfeindlichen Aufstandes. Gestern abend hat die deutsche Gesandtschaft in Peking alle militärische Wachen verdoppeln lassen. Andere Gesandtschaften haben ähnliche Vorsichtsmaßregeln getroffen. In allen Straßen der chinesischen Hauptstadt wurden groß? Plakate angeschlagen, in welchen die Bevölkerung ausgefordert wird, alle Ausländer in China zn ermorden. Amsterdam, 23. Febr. Eine eigentümliche Broschüre ist hier erschienen. Der unbekannte Autor schlägt vor, bei der demnächst vorzunehmenden VersaffungSrevision Holland in eine Republik zu verwandeln, bei der vorläufig die Königin Präsidentin werden, spater aber kein Fürst zu diesem Amte zugelaffen werden soll. Ferner wird gleiches und allgemeines Wahlrecht für Männer und Frauen gefordert. Die Broschüre ist als Symptom für die Befürchtungen, die sich an die Kinderlosigkeit der Königin und die eventuelle einstige Ueberfragung des Thrones an einen fremden kleinen Fürsten knüpfen, bemerkenswert. Paris, 23. Febr. Der Ministerrat nahm ein Amendement zum Kriegsbudget an, durch den die UebungS- zeit der Reserve und der Territorialarmee auf 21- und achttägige Hebungen herabgesetzt wird. Der Marine- miniftcr teilte mit, daß er im Parlament um die Ermächtigung zum Bau von drei neuen Panzern zu 18000 Sa nachsuchen werde. Rom, 23. Febr. Der König hat bestimmt, daß die sich auf jährlich 300 000 Lire belaufenden Einkünfte der Domänen Tombolo und Zoltano, die von ihm dem internationalen Ackerbauinstitut überwiesen worden sind, vom 1. Juli 1905 ab an die königliche Kommission für dieses Institut verabfolgt werden. Die Kommission beschloß, diese Summe zur Erbauung eines A cke r ba u insti tu t- Pa la steS zu verwenden, der 1907 beendet sein soll. Konstantinopel, 23. Febr. Die Geheimpolizei entdeckte in der Vorstadt Synatri in einem armenischen Hause eine Anzahl fertige Bomben und große Mengen Dynamit sowie einen ausführlichen Plan für ein Attentat auf den Sultan. Chikago, 23. Febr. Kriegssckretär Taft hielt gestern eine Ansprache, in der er die Bildung einer starken Arm t e, insbesondere zur Aufrechterhaltung der Monroedoktrin empfahl, da diese die Grenzen der Vereinigten Staaten weit über ihre tatsächlichen Grenzen hinaus bis zu den Inseln Zentral- aiuecikaS, dem Golf von Mexiko und sogar bis zur Sierra del Fnlgo hinauSschicbe. Nutzland. Betreffs des gestern von der PeterSb. Tel.-Ag. verbreiteten Artikels wird heute von autorisierter Stelle mitgeteilt, daß die extremen Mittel, von denen der Artikel spricht, und zu denen behufs Deckung des Budgetdefizits gegriffen werden wird, nur in einer Kreditoperation bestehen können. Die Finanzlage Rußlands habe sich merklich gebessert und fahre in der Befferung fort in dem Maße, wie die Beruhigung deS Landes fortschreite, wie daS auch der Artikel konstatiert, aber trotzdem sei es leicht zu verstehen, daß die Bedingungen der neuen Kredit- overation nicht vorteilhaft sein könnten und jedenfalls drückender sein werden, als die vor dem Kriege gestellten. Die Regierung ist, trotz dieser ofsiziösen Versicherung, gegenüber den in einer ganzen Anzahl Gouvernements drohenden Ba u ern u n ru hen völlig ratlos. Es liegt auf der Hand, daß die Truppen einem so gewaltigen Bauern- aufruhr in keiner Weise beizukommen vermögen. Der Finanz-- Minister ließ deshalb durch Steuer-Inspektoren den Gutsbesitzern in den bedrohten Gegenden mitteilen, sie möchten ihre Ländereien an die Bauern verkaufen und selbst fort ziehen. DaS wäre das einzige Mittel, um ihr Leben und ihr Hab und Gut zu retten sowie einen Teil des Reiche» vor völliger Verwüstung zu bewahren. In Petersburg steht ein großer Sensations-Prozeß bevor. Es handelt sich um Fälschung von Dokumenten über Frachten, die während des Krieges als KnegS- fendungen befördert wurden. Auch daS Rote Kreuz wird sich deswegen verantworten müffen, da unter seiner Flagge angeb, lich ebenfalls Pcivatfrachten befördert wurden. In Warschau wurde auf der Straße der Kapellmeister des 2. Kosakenregiments, Adam Rubinstein, erschossen. Er ist wahrscheinlich von Terroristen, die sich in der Person irrten und gegen einen anderen ein Attentat bcahsichtigten, erschollen worden. Aus Siadt und Land. Gießen, 24. Februar 1906. ** Das Regiment Kaiser Wilhelm wird die silberne Hochzeitseines Chefs, S. M. des Kaisers,, in besonders feierlicher Weise begehen. Ter Regiments-, kommandeur, Herr Oberst v. L i n d e n au, ist zur Teilnahme cm der silbernen Hochzeitsfeier von S. M. dem Kaiser nach Berlin befohlen worden. Am Montag, 26. d. M., finden im Cafö Leib für dcrs Regiment zwei Theateraufführungen durch das hiesige Stabttheater statt. Gegeben wird das patriotische Schauspiel „Colberg". Um 3.30 nachmittags findet die Vorstellung für das halbe 1. und das 3. Bataillon, um 8 Uhr abends für die andere Hälfte des 1. und das 2. Bataillon statt. Es nehmen sämtliche Offiziere, Sanitätsoffiziere, Beamte, Unteroffiziere und Mannschaften daran teil. Am 27. Februar findet um 11 Uhr vormittags eine Parade des Regiments auf dem Hofe der neuen Kaserne statt. Sie wird von Oberstleutnant v. Conta abgenommen. Tie Mannschaften erhalten eine bessere Mittagskost und begehen den Abend gemeinsam durch Kompagnie-Feiern. Tie Kasernen werden festlich geschmückt und geflaggt. Tos Offizierkorps versammelt ftch abends mit jeinen Tomen zu einem Festmahl inx Osfizierkasino. ’• Dürerbund-Abend. Der große Saal im röote! zum Kroßherzog von Hessen* vereinigte am Freitag abend die Gießener Angehörigen und Freunde deS Durerbundes. Es war ein Unterhaltungsabend veranstaltet worden, an deffen Ausführung eine kleine Anzahl talentvoller Kräfte beteiligt war. Der Besuch war sehr rege und die Zuhörerschaft aufmerksam und so dankbar, wie es sonst nur bei Veranstalungen von Berufskünstlern zu sein pflegt. Es muß für alle, die mit ihrem mehr oder weniger entfalteten Talent mitgewirkt haben, ein befriedigendes Bewußtsein sein, sich sagen zu können, daß sie mit ihrem Spielen und Singen und Sagen viele erfreut haben. Sollte da Kritik berechtigt sein, ein so schönes Gefühl mit ihren Bemerkungen oder etwaigen Ausstellungen zu ver- kümmern? Das darf in ihrem Berufe nicht liefen, fonbern da alles so freudig bereit war, musikalisch und rezitatorisch mitzuwirken, und alles so dankbar das Gebotene ausgenommen Hatz da stimmt auch sic in diesen allgemeinen Dank im 9?amen der Hörer ein. Kunsteisrige und kunstfreudige Dilettanten waren es falt ausnahmslos, die sich hören liehen und hö-en lassen konnten. Es ist ein alter und fraglos guter Brauch der Vresse, über Kunstliebhaberleistungen die Allgemeinheit nur referierend zu unterrichten. Und so sei es auch heute. Der viele Beifall ermunterte zu großer Gebesreudigkeit. Ja cs wurde eine solche skulle geboten, daß sie die gewöhnliche Zeitspanne eines musikalisch-rezitatorischen Unterhaltungsabends überschritt. Allen Mitivirkenden ein Kompliment! Uebcr dem ganzen Arrangement schwebte der Geilt edler Schönheit, wahrer Freude an und Heller Begeisterung für die Kunst. "Kronbauer-Ouartett-Berein. Das Wohltätigkeits-Konzert am 11. Februar hat dem schönen Zweck die Summe von 1012.74 Mk. zugeführt. •• Ein Wandervogel. Einen hiesigen Bäckerlehrling hatte am 21. l. Mts. die Wanderlust plötzlich so ergriffen, das; er kurzer Hand seinen Brotkorb in einem Hause bei der Kundschaft stehen lieh und in die Weite zog. Von dem erlösten Gelbe für bie ausgetraaenen Backwaren kaufte er sich zunächst einen Revolver nebst Patronen und so ausgerüstet kam er in Frankfurt an. Hier gebot ihm bie Polizei Einhalt unb gab ihm Gelegenheit, über seine Neise- erlebnifse nachzudenken, nachdem sie ihm das gefährliche Spielzeug abgenommcn hatte. ** Vom Vogelsberger Höhenklub. Wir erhalten dom Vorstand des hiesigen Zweigvereins Taufstein des Vogelsberger Höhenklubs folgende Zuschrift: „In Nr. 49 Ihres geschätzten Blattes von^ 19. Febr. b. findet sich ein Eingesandt, in welchem der Schreiber für die touristische Hebung unseres Vogelsbergs eintritt. So sympathisch wir selbstverständlich solchein Bestreben gegenüberstehen, so wenig kann uns die Art und Weise befriedigen, wie dies in dem besagten Eingesandt geschieht. Dah noch manches in dieser Hinsicht geschehen kann, geben wir gerne zu, doch weisen wir aufs entschiedenste die Angriffe zurück, die dort auf den Vogelsberger Höhenklnb wegen seiner angeblichen Untätigkeit gemacht werden. Der Verein hat in den letzten Fahren alles getan, was er bei seinen immerhin bescheidenen Mitteln tun konnte. Die Erbauung eines modernen Gasthauses, das der Einsender in seiner etwas voreiligen.Phantasie auf dem Hoherodskopf entstehen läßt, kann nicht eher in Erwägunb gezogen werden, als bis der Matz noch viel mehr wie seither in der guten Wandertest ausgesucht wird. Eine Hebung des Skilaufs, wenn sie auch in dem großen Maßstab gelänge, wie sich das der Einsender denkt, wäre nur ein unzureichendes Mittel. Weit besser hoffen wir dies Ziel zu erreichen durch die Erbauung des geplanten Bismarckturmes auf dem Taufstein, dessen Grundsteinlegung im Laufe dieses Sommers erfolgen wird, der erst eilte umfassendere mlssicht erschließen und dann, so hoffen wir, ein gern und ost besuchter Punkt werden wird. Die Mittel des gesammtcn V. H. E. sind durch die Erbauung dieses Turmes (Bauvvranschlag 15 000 Mark) und des Ernst Ludwig-Turmes auf der Herchenhainer Höhe, mit welchem ebenfalls in Bälde begonnen wird, im höchsten Maße in Anspruch genommen, wenn gleich wir ein gutes Drittel der zur Verfügung stehenden Bausumme der Opferwilligkeit der Bewohner Oberhessens verdanken. Trotzdem hat der hiesige Zweigverein des V. H. C. (Zweig- derein Taufftein des V. H. E. und Zweigverein Großer Belchen des Vogesenksiibs) im verflossenen Jahre einen Erweiterungsbau des Klubhauses auf dem .Hoherodskopf fast ausschließlich aus eigenen Mitteln fco. 2000^Mk.^ hergestellt, sodaß den Besuchern dieser Höh- vom nächsten Sommer ab zwölf Betten zur Verfügung flehen.» Mit Unterkunst und Verpstegung im Klubhause sind die häusigeren Besucher des Hob-rodskopfes stets zufrieden gewesen. In dew Wunsche, daß recht bald in Frankfurt ein kräftiger Zweigverein des V. H. C. entstehe, begegnen wir uns durchaus mrt dem Schreiber des Eingesandts. Nur müssen sich die Interessenten in Frankfurt selbst regen. Was soll hier der Gesamtverein tun können? Halb erzwungene Gründungen haben erfahrungsgemäß wenig Lebenskraft. Wegen der Wiedereinführung der Rundreise- k a r t e n durch den Vogelsberg wird der Zentralausschuß des B. H. E. zur gegebenen Zeit die nötigen Schritte tun." . T* $ * den hessischen Sparkassen waren Ende 1903 Mf 260 568 Sparkassenbüchern 247 Millionen Mark ein» gelegt. In dm letzten 10 Jahren haben sich die Sparkassenein- lagen umlOOMtlü.Mark vermehrt, also durchschnittlich jährlich 10 Mill. Mk. Diese an und für sich erfreuliche Erscheinung wird indessen durch den sinkenden Wert des Geldes zum Teil wieder aufgehoben. Auf jeden vierten bis fünften Einwohner >kommt cm Sparkassenbuch. Man kann also annehmen, daß sich durchschnittlich jede Familie im Besitz eines Sparkassenbuchs .befindet. An Einlagen kommen auf 1 Einwohner 211 Mark begen 145 Mark im Jahre 1894. Berechnet man, wieviel Mark rm Durchschnitt auf 1 Sparkassenbuch kommen, so erhält man dre enmme von 950 Merk. Dieser hohe Betrag beweist, daß die Einlagen, Nicht bloß die Ersparnisse der kleinen Leute dar- stellen: es müssen sich vielmehr auch recht hohe Konten von Privaten, Korporationen ilsw. vorfinden. Darüber gibt jedoch die parkassenstattstik keine Auskunft. K ’ X Rodheima. d. Bieber, 23. Febr. DieMusterung für den Bezirk Rodheim findet Freitag, den 16., und Samstag, den 17. März, im Saale des Gastwirts W. Bcnber statt. Frestag morgen 8 Uhr für die Militärpflichtigen von Crumbach, Fellingshausen, Frankenbach, Hermannstein, Königsberg und Raunheim. Samstag 8 Uhr für die Militär- ctfllchtigen von Waldgirmes und Rodheim. Bleichenbach, 23. Febr. Die Preise bei der heutigen Brennholzversteigerung waren nicht hoch. Buchen-Scheitholz kam zi,m Preise von 8 Mark pro Meter durchschnittlich rasch zum Verkauf. Buchen - Kn ü pp e l kosteten 6 Mark im Durchschnitt pro Meter. Auch die vorangeaangene Stammholzversteigerung erzielte mäßige Preise. Holzhändler, welche die Versteigerungen im Riddertal besuchen, bleiben hier ferne, woraus sich der mäßige Preis erklärt. [] Marburg, 23. Febr. Die freiwillige Feuerwehr beging heute abend durch einen Kommers den Tag, an dem vor 4 5 Jahren durch Gründung der damaligen Turner-Feuerwehr der Grundstein zu dem Korps gelegt wurde. fc. Frankfurt a. M., 23. Febr. Gestern abend wurde wieder eine vollständig organisierte Einbrecherbande von sechs arbeitsscheuen Burschen im Alter von 18 bis 25 Jahren verhaftet, und zwar, als sie sich in der Sand- trockenhalle am Main, einem Schlupfwinkel für Obdachlose, gestohlene Hühner brieten. Sie haben zahlreiche Einbrüche in Wirtschaften, Läden 2c. auf dem Kerbholz. Hanau, 23. Febr. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß, einen vorhandenen Fonds für Kriegsleiden und deren Folgen, der 28 000 Mk. beträgt, aus Anlaß der Silber- Hochzeit des Kaiscrpaares auf 50 000 Mk. zu erhöhen. Au? diesem Fonds sollen bedürftigen Kriegsveteranen aus Hanau aus den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 Ehrengaben bewilligt werden. Strafverfahren einge Karlsruhe, 23. Febr. Ter badische Eisenbahn-« Handel Auch ich habe dem hiesigen Amtsgericht meinen Austritt ReichS Kinder. 1 w ■ mehl. 247.25 131.60 24.50 14400 134.59 215.50 2'4.10 24 40 128.20 145.40 Elektriz. Lnhmeyer . Elektriz. Sehnckert . Esebweiler Berrrwerk Gehenkireben Bergwerk . Hamburg; - Amerik. Pak elf. Harnener Bergwerk. . . T.anrahütte...... Nordd. Lloyd . . . . do. Konsols do. Hessen . . Oberhe’sen Harpener Bergwerk Laurahütte l ombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . . . 174.00 . 149.90 . 242 30 . 183.80 . 189.50 . 165.60 . 211.40 Gotthardbahn Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . Prince-Henri-Eisenbahn . Berliner Handclsges Darmstädter Bank , . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 14300 . 131.60 . 259 50 . 225 40 r. 166 20 . 21510 . * 00 . 128 00 101.1 89.00 101.3) 89 00 99.60 100.70 101."5 95.90 106.60 68.30 6980 92.30 94.10 92 80 145.40 5330 91.70 67.65 96.20 Jn der soeben in meinen Besitz gekommenen Nr. 46 Ihrer Zeitung sehe ich, daß auch Herr Rechtsanwalt Dr. Spohr die auigewvnene Befürchtung nicht teilt und ich bin ihm für seine I r~r ---------------------- Ltellnngnahme zu der Angelegenheit sehr verbunden. irr SonnfaS 4-9 Uhr 354 ®.e&en, 23. J«br. 1906. P. Stage. Jtfrt |NUT PcBl kaSt-fipotfaeke Offen, rat trat heute zu einer Sitzung zusammen. Den Vorsitz führte Minister Frbr. p. Marschall. Nach längerer Beratung . dvojekt einer neiden R i e sc n g e b ir g s b a hn liegt wurde der Vorschlag der Negierung gutgeheißen, unter der Gräflich Schaffgotschen Verwaltung vor, das die Durch- Aufhebung der .st i l o m e t e r h e f t e den von den oTÄ 'rJw&ÄÄ deutschen St°aWeisenb"hnverwaltungen vereinbarten Re. der Mitte Tum-ts He ^ot>ru® eines Schachtes"rnm"Gchs" f°rmvorschtäaen im allaemeinen beizutreten, jedoch mit der der Sckne-kmw- mit V-rscn-n-'nfrua behandelt Aenderung, daß unter R'.chteinsuhrung der 4. nlaste der — 1 1 -- — ■■ ■■' Kilometersatz von 2 Pfennig für die dritte Klasse in den handel nn6 verkehr, Volkswirtschaft. Personenzügcn gewahrt werden soll. Newyork, 23. Febr. Wie die „Köln. Ztg." meldet, Hot London, 23. Februar. Der König empfing heute der Präsident der Vereinigung der Schuhfabrikanten auf vor ihrer Abreise nach Berlin den Viscount Esher und General ortr^°^re^,CT1'antTri^unP • Erklärung abgegeben, der baldige Swapne, die mit der Ueberbriuguug von Geschenken für ÄVum b?e 1 u b^Te ^o t < V Kaiserin und den Prinzen Eitel, nach Dei'ffchla^d zu verhindern. Friedrich beauftragt sind. — Von der Berliner Börse. Die Haltung der Börse Paris, 23. Febr. (Kam in er.) Ro uvier erwidert war bei Eröffnung auf den glatten Verlauf der gestrigen Londoner I Zanrös: Frankreich wünsche aus boller Ueberzeugung die Liquidation bin ziemlich fest. Bald aber war die Tendenz infolge Aufrechterhaltung des Friedens aber unter der Be- der politischen Nachrichten stark abgefchwächt. Auch der Bericht dingung, daß der Frieden unter Wahrung seines Rechtes des „Iren Monger druckte au? Eisenaktien. Davon wurde und seiner Würde erhalten bl"ibe AnsiaGend-r ^-'sall links die ganze Börse beeinträchtigt und auf allen Gebieten roaren rprüta in sPr Kursabschwächunaen ,» verzeichnen. Im -veileren Verlnn! der Mette. Bon der äußersten Linken ruft besserte sich die Haltung nicht, da gevieldet nrntbe, es sei bie H . $ * .'/*-*'\n ei Ic Interessen , worauf Rou-- Üllgeciras-Konferciiz bereits vertagt. Zum Schluß war die Haltung I erwidert: Es ist eine^ Schamlosigkeit, einen solchen ruhig, die Kursverluste bei den HanptspekiilationSwerten jeboeb I ■«U§brU(f zu gebrauchen. Es handelt sich um politische 1 bis 3 vCt. und mehr. Privatdiskont 3 */4 vEt.; Russen waren Interessen, welche wir wahren, um unsere Sicherheit und stark rückgängig auf Nachrichten, daß die russische Regierung nach unsere Würde. Wir werden nicht gestatten daß man unsere Kredit um jeden Preis suche. IWürde antaste. (Beifall.) Eochin wirft den Sozialisten Deutsche Reich sbank. Die Hoffnung noch cm Monat vor, in Marokko deutsche Politik zu treiben (Beifall Februar etite Herabsetzung des Diskonts der Deutschen Reichs- q n u r ä § \ rr ' bank zu erzielen, ist so gut wie gescheitert infolge des hohen I r-iMat die 91 nTitiFrnffsLn v?81'® f' s ch tn Standes der Devisenkurse. Anch bie Anlagen sind sehr hoch nnd Dvl'tik McaffeS, denn die mit England Spanien die politische Ssti^tion ist annenblicklich so gespannt, wie selten!""" stauen abgeschlossenen Freundschaften hatten ihre je. Man hat allerdings einen gewissen Einfluß auf die fremb'cn I ^Topen bestanden und sich bewahrt. Er protestiert gegen die Wechselkurse auszuüben gesucht, aber die reguläre Nachfrage nach I Politik der Halbheit, die Rouvier pflege. Ro Ubier er- Londoner und Pariser Wechseln war so groß, daß eine Steigerung widert, Jaures werfe ihm vor, daß er zubiel, Eochin, daß speziell für London unvermeidlich blieb. ES ist dies auch eine er nicht genug getan habe. Die Haltung der Kammer 6e» deS'wrkenRückgangs der Mmenwerte. Die Devisen- weise ihm, daß er gut getan habe. (Anhaltender Beifall.) kurse stehen schon etw^S über dem Goldpunkt und so titel Daris ->4 njpfir SRnrn« y^.. man hört, ist wieder Gold in kleineren Quantitäten nach Paris Vdierer' ptKS zur Versendung gelangt. Im Monat März werden wieder größere X verlautet, hier uoer s^ne- Ausent-- Ansprüche an den Geldmarkt gestellt und dann wird auch mit Z"" Berlin sehr b e f r i e d i g t geäußert. Bei ferner der Disiontänderung vorgegangen werden — aller Wahrscheinlich-1 Begegnung mit dem Kaiser ist die Politik nicht berührt kett n->ch. worden. Dagegen hat er mit dem Fürsten B ü t o w und ---- . — ■ föerrit von Hollstein eingehend über die Marokko-. «tNgesanot. frage gesprochen. Obwohl er bestimmte Vorschläge nicht (Für Form uitb Inhalt r.iier ’. ntcr >iri Rubrik stehenden Artikel I mitgebracht hat, hat er in Berlin doch den Eindruck ge-> übernimmt die Redaktion b'rrt Publikum gegenüber keinerlei I Wonnen, daß eine V e r st ä n d i g u u g ke i n e s w e g s a u s-> Verantwortung.) geschlossen ist. Eourcel startete dem deutschen Bot- Verehrliche Redaktion! schafter Fürsten Rad^lin einen Besuch ab. Der Endesunterzeichnete hat es mit Freude begrüßt, daß Sie MySlowitz, 24. Febr. Als zwei PolizeibeamtL den Ihnen zugeg^ngenen Aufruf — den Austritt aus der Kirche 1;» ein aitr m < betreffend — in 36m Seitung aufgenommen 6=6en. ®ie daran L" 'ö““® ’’? »«»«»"»»na «nknngen wollten, wurden anschließende Bemerkung dürfte jedoch in keiner Weise stich Irnltw I >evonitfonoien er schon en. sein. Der Schreiber der betr. Anmerkung ist der Meinung. IT.-.tu «r "1 daß sich die fünf Herren durch ihren Auffnf lächerlich-machen ■ e*e?O81liiSCsa® müßten, und daß sie den Austritt aus der Kirche bereuen würden. des Giessener Anzeigers, mit^eteilr von der Bank fiir und Industrie. G ossen. Frankfurter 24 Februar. 1.15 Uhr. * Kleine Mitteilungen aus Hessen und denk Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Nachbarstaaten. In Obcrlahn stein, ist das^ Druckerei- Vorausstchtlicke Wittcrnnq tu Hessen für Sonntag, den gebäude des „LaWr.it. medergebrannt, vier ?.'aschinen wur- 25. Februar 1906: Wolkig, zeitweise auweiternd und stellenweise den zerstört, ein Feuern .-rmann t ö d l c ch v e rl e tz t. Der Ma- geringer Schnee. Wettere Abkühlung, nachts leichter Frost, terralmiaden t|t bedeute?o. — ^n Fechenheim iv-urde em Bor- Näbers hnrrfi hie (0' Oesterr. Goldreute. . Entdeckung in jedem Falle, ja selbst wenn ein Unschuldiger ver- 4’A6,< Oesterr. Silberrente urteilt werden würde, und aus diese Weise ein Justizmord ge* r nz T’ ” schätze. — Eine derartige Einrichtung kann meines Erachtens 4°x‘ . . wohl kaum von jemandem gut geheißen werden; jedoch gehört ^°° Portue-iesen Serie I . sie der „alleinseligmachenden Kirche" an. Aber auch die evange- Portnyieseu „ ni lische, wie die jüdische Religionslehre, wimmelt aller Orten bou\4l^o,<> russ.Staatsanl. 1905 Einrichtungen bezw. Lehren, welche nichts weniger als gut finb 4^° •> Japan. Staatsanleihe und die persönliche Freiheit eines jeden untergraben müssen. H0-* Conv.Ttlrken von 1903 Ich bin davon durchdrungen, daß ich allein mit dem Türkenlose .... spruch: „Was Du wünschst, das man Dir nickt tu, das füg' oud) 4% Oriech. Monopol-Anl.. keinem andern zu!" auch ohne die religiösen Irrlehren sehr\4* äussere Argentinier . gut mit meinen Mitmensckjen auszukommen vermag. S°IQ Mexikaner .... Gleichzeitig möchte ich noch konstatiereir, daß es gerade jetzt 4^°/° Chinesen .... in neurer Zeit in allen Volksschichten denkende Leute gibt, Aktien* welche zufolge der Vernunft davon überzeugt sind, daß bie Bochum Guss auf Ueberfteferungen basierende dogmatische Lehre nicht mehr Buderus E. W stichhaltig sein kann. Ich verweise nur auf die kürzlich in Tendenz: schwach* Ihrer -reistckritt erschienene Abhandlung über den Mvnistenbund unb bessen Bestrebungeii. Die verschiedensten Gelehrten und Pro- Danadn E n fessvren, auch Theologen, waren da als Mitglieder namlwst Darmstädter^ 9,smacht. Auch diese und genau derselben Ueberzeugung wie die Deutsche Bank ' * olo rn TunT/?eTlen Studenten, wie ich unb wie viele, viele andere. Der Dortmunder r * ' deutsche ^reidenkerbund, der Mouistenbund, die Vereine „Ethische Dresdner Bank C" ■ ' iSta InXrt ^h-band usw. haben ia eine Anzahl aufridjtiger Tender,“ trnae.' ' " Zu der Befürchtung, daß man sich dadurch lächerlich machen könnte, wenn man das durch die Vernunft als wahr Bewiesene auch frank unb frei vertritt, kann ich nur mit bem alten Spruch erwidern: „Wer zuletzt lacht, lacht am besten!" Unb im L Hinblick auf die total veraltete, morsche, dogmatische Lehre, gilt! zuversichtlich: „Das Alte stürzt, und neues Leben blüht au« den Rumen." Betr.: Belästigung deS Publikums. Die Gepflogenheit, während der Fastnachtstage von den Däusern auS und nach den Häusern mit Orangen, sowie aus Straften Plätzen und in den Wirtschaften nut sogenannten «uftscklangen und ähnlichen, aus Papier oder anderen leicht seuerfanoenden Stoffen hergestellten Gegenitänden zu werfen, aicbt iu ernsten Bedenken Anlaß. Insbesondere ist das viel- sack beliebte Werfen mit Luftschlangen, Knallerbsen und der- gleichen des Abends in den Wirtschaften höchst mißständig und aeradezu feuergefährlich. Auch in diesem Jahre wenden wir unS an tue Einsicht ünb den stets bewährten Ordnungssinn der Einwohnerschaft mit dem Ersuchen, während der kommenden Fastnachtstage die Verwendung jener Wurfgeschosie zu Unterlasten. Wir machen gleich darauf aufmerksam, daß der Gebrauch von mißtönenden Instrumenten, daS Musizieren, Singen und ßännen auf den Straßen zur Abend- und Nachtzeit, ebenso die mißbräuchliche Verwendung von Stöcken und Pritschen, endlich die Belästigung de« Publikums mit Pfauenfedern unstatthaft ist und polizeiliches Einschreiten oder sogar gerichtliche Bestrafung nach sich zieht. Gießen, den 23. Februar 1908. Grosth. P iiz-narni Gieße«. Herberg. Bekanntmachung. In der Zeit vom 17. bis 24. Februar 1906 wurden in hiesiger Stadt gesunde»: 1 silb. Herren-Rem.-Uhr, 1 CapeS, 1 Taschenmesser mit Futteral, 1 Portemonnaie mit Inhalt und 1 Lupe; verloren: 1 Regenschirm mit grüner Krücke, 1 kleines braunes Portemonnaie mit ca. 6 Mark Inhalt, 1 Portemonnaie mit 23 Mk. und 1 Uhr» schlüssel Inhalt, 1 gold. Ring (zwei Schlangen darstellend) .mü 2 Steinchen, 1 PferdeloS Nr. 12 234. Entlaufen ist: 1 dunkelbrauner, gefleckter Dachshund und 1 Foxterrier Rüde, weiß mit schwarzen Platten, am Kopf gelbrot, frische Wunden am Fang. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 24. Februar 1906. Großh. Poli^-taml Gießen. Herberg. MMr WohnunMlhlveis ßitjjtn. Gartenstrafte 2, Zimmer Rr. 2. ^GeschästLslunden von 8—1 und von 8—6 Uhr.) ES find zu vermiete»: 1 Wohnung von 7 Zimmer, 1 Wohnung von 6 Zimmern, 8 Wohmmqen von 5 Zimmern, 2 Wohnungen von 4 Zimmern, 9 Wohnungen von 3 Zimmern, 3 möblierte Zimmer, 2 Laden nut Wohnungen, 1 kleinere Werkstatt. 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ES suchen Arbeit: Bu', 1 Oekonomieverwalter, 1 Maschinist, 1 Maschinenschlosser, 1 Schreiner, 2 Wasch- ober Putzfrauen, 2 Installateure, 1 Lagerarbeiter oder Packer, 2 Auslauger, 1 Kutscher, 3 Lauffrauen, 2 Lausmädchen (nachmittags), 1 Arbeiter (leichtere Beschäftigung). Tierschichvereirr Gießen. Der hiesige Tiersckniyverein hat wieder Nistkasten, die für Meisen, Fliegenschnäpper und Rotschwänzchen eingerichtet sind, angekanft. Dieselben werden, soweit der Vorrat reicht, unentgeltlich abgegeben. Die Nistkasten können im StadtknabenschulhauS mittags gegen 12 Uhr in Empfang gc- genommen werden. Auch werden von Schreiner S u tz e r, Ästerweg 9, zweckentsprechend eingerichtete Nistkasten angesertigt. Dz,/t Partieposten Damenwäsche der ■9 I % H verkaufe solange der Vorrat reicht, trotz hohen Fabrikationspreise mit 15 Prozent Sconto. M. Kann gegenüber der Stadtkirche. 00 Frachtbriefe mit Firmeneindruck * Sehr billig 00 Brühl'sche Univers.-Druckerei 1250 Damen-Dauerkarte 50 Pfg. 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