Nr. 154 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint tLglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener .^amMrnblatter- werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^hessisch« Landwlr*" erscheint monatlich einmal. Die Gärung in Rußland. In Warschau wurden am 3. d. Mts. zwei Oberschutzleute auf der Straße erschossen. In beiden Fällen sind die Täter entkommen. Es handelt sich bei diesen Mordtaten ebenso wie bei den vorgestrigen Verbrechen um ein systematisches Vorgehen der Terroristen. In Aahoff (Livland) überfielen Räuber das Gemeindeamt und plünderten e§ vollständig aus. * Der „Vorwärts" schreibt zu der Freilassung der Rosa Luxemburg: Seit dem 5. März befand sich die Luxemburg im Warschauer Gefängnis. Rach fast viermonat- lichec Untersuchung lehnte das Gericht vor 8 Tagen die Erhebung^ einer Anklage ab, weil keinerlei belastendes Material gegen die Luxemburg vorlag. Die Entlassung verzögerte sich uni einige Tage, weil die Polizeibehörde den Nachweis ihrer preußischen Staatsangehörigkeit forderte. Ohne eine solche wäre jedenfalls das sogenannte administrative Verfahren ein. geleitet worden. Die Luxemburg hat im Gefängnis schwer leiden muffen. Eine Woche hindurch beteiligte sie sich an einem Hungerstreik der politischen Gefangenen in der Warschauer Citadelle. fand heute eine von Mitgliedern aller Parteien einberufene, überaus stark besuchte P rötest Versammlung gegen die russischen Metzeleien statt, in der nach Ansprachen von Professor Rade au§ Marburg, Rechtsanwalt Shdanof aus Petersburg und Professor Dr. Quid de aus München folgende Resolution beschlossen wurde: Die Versammlung spricht ihr tieseS Mitgefühl mit den Opfern der Metzeleien m Rußland und ihre Empörung über die Urheber der unmenschlichen Grausamkeiten aus. Sie vertraut, daß die Duma es erreichen wird, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen, damit neuen Untaten vorgebeugt werde, und sie ist von dem Wunsche beseelt, daß cs den Mächten des Fortschritts und der Kultur gelingen möge, unserem großen östlichen Nachbarreich den Versassuligsstaat nut Sicherung der bürgerli ch e n N e ch te und der religiösen Freiheit zn bringen, zum Segen Rußlands und als eine zuverlässige Bürgschaft friedlicher u n d f r e ii n d s ch a f t l i ch e r B e z l c h u n g e n,z u m D e u t s ch en Reiche. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch barstaate n. In Ermenrod schlug ein Pferd den Landwirt Weil so unglücklich, daß er an den erlittenen Verletzungen starb. — Dieser Tage ivoren es 25 Jahre, daß Oetonoinie- rat O. Lichtenstein, Winohünser Hof, Besitzer dieses Gutes i'"L Aus dieser Veranlassung hat er der Gemeinde Elsheim den Betrag von 15OUO Mart zur Errichtung einer Kleinkinderschule zur Verfügung gestellt. daneben arbeiteten, Flammen fing und explodierte. Von einem besonderen Korrespondenten wird ilns geschrieben: Mitten in die festlichen Vorbereitungen zum Empfang des Königs Friedrich August von Sachsen gellte am Jahrestag der Schlacht von Königqrätz, nachmittags halb 3 Uhr der Entsetzensruf: „Ter Michaelis- türm brennt!' Durch Schmiedearbeiten im Turm war das Feuer ausgekommen und weit unheimlicher Geschwindigkeit fraßen die Flammen weiter, und Minuten vergingen und den ganzen Turm hüllte eine hoch zum Himmel ragende Flammeusäulc ein. Run rasselte es heran, oic gesamte Hamburger Feuerwehr erschien, aber sic war von Anfang an zum Nichtstun verdammt: in dieses Flammenmeer hatte mau einen Ozean gießen muffen, um es zu löschen. Der herrliche Turm mit seiner säuleii- getragenen Kuppel glühte in rotem Feuer, aus allen Oeffnuugen schossen die Flammen heraus, wie wenn feuerspeiende Ungeheuer ihren giftigen Odem aus dunklen Höhlen hervorsanden. Starr vor Entsetzen steht die vieltausendköpfige Menge ohnmächtig gegenüber diesem Element. Da lommt von der Polizei der Befehl, die nmlicgeudeu Straßen zu räumen, da der Turm cinzustürzen drohe. In wilder Flucht strömte cs aus den Häusern, staute sich m den engen Gassen, fand Widerstand an den neugierigen Massen, alle Besinnung hörte auf, au Rettung von Gegensläudeu dachte niemand, nur das Leben, nur das Leben retten! sJiun schmilzt die Kupferbektcidung deö Turmes, grün und gelb färben sich die Flammen und die glühende Masse fließt in Strömen her- §er Scutsche Thronerbe. Potsdam, 4. Mi. Die Kronprinzessin wurde heute vormittag 9 Uhr 15 Min. von einem Prinzen entbunden. Brand einer Kirche in Hamburg. Homburg, 3. Juli. In dec großen Michaelis- kirche war heute Feuer ausgebrochen. Bei dem Brande kamen der auf dem Turme Dienst habende Feuertele- graphist sowie zwei bei der Reparatur der Turmuhr beschäftigte Mechaniker und ein Uhrmacher ums Leben. Der Turm ist eingestürzt. Der Einsturz erfolgte nach der Englischen Planke hin. Die an die Kirche angrenzende Häuserreihe an der Englischen Planke wurde von den Flanimen ergriffen. Die vordersten 22 Häuser sind eingeäschert worden. Bei einigen 20 Gebäuden, zumeist Fachwerkbauten sind der Dachstuhl und die oberen Geschosse ausgebrannt. Total niedergebrannt ist u. a. das große Kauf- )alis von I. Braun, das mehr als hundert Angestellte be- chäftigt und aus drei Gebäuden besteht. Sämtliche Warenvorräte sind vernichtet. Der Dachstuhl der Kirche ist vernichtet. Der Brand hat auf die innere Kirche übergegriffen. Das Kircheninventar und die Kirchenbücher konnten gerettet werden. Um 4 Uhr nachmittags kürzte der Dachstuhl mit donnerähnlichem Getöse iu§ Innere dec Kirche. Nach angestrengtester Tätigkeit gelang es der Feuerwehr gegen 5 Uhr, den Brand in ihre Gewalt zu bekommen. 30 Feuerwehrleute wurden verletzt, dar- rrrrd Schule. Berlin, 3. Juli. Der Kultusminister hat die Genehmigung zur Niederlassung von Ordenschwestern nach den Regeln des heiligen Augustinus in Heiligenhaus (Regierungsbezirk Düsseldorf) erteilt. Außer der Krankenpflege widmen sich die Schwestern der Pflege noch chulunmündiger sowie verwaister und verwahrloster Kinder; auch übernehmen sie eine Handarbeitsschule für schulentlassene Mädchen. Mittwoch 4. Juli 1906 Rotationsdruck und Verlag bet Vrühl'fch«, Universitätsdruckerei. R. Lange, Gtetzeu. Redaktion,Expedition ».Druckerei: Schulftr 1. 2eL Nr. 61. Telegr.-Adr.; Anzeiger Gieße«. B. B. Darmstadt, 3. Juli. Die Gründung einer neuen Kunstoereinigung steht in Darmstadt bevor. Von einem provis. Ausschuß war gestern Abend eine größere Versammlung von Künstlern und Kunstfreunden nach dem „Fürstensaal" einberufen worden, die sich in einer langen und teilweise sehr lebhaften Debatte mit der Frage der Gründung einer „Vereinigung zur Förderung der freien und angewandten Künste in Hessen" beschäftigte. Den Vorsitz führte Postsekretär i. P. Heyer. Der Einladung waren neben hiesigen Malern und Kunstbandmerkern auch Geh. Kabinetsrat Röm Held, Ministerialrat Frhr. von Bi egeleben, der Vorsitzende der Zentralstelle für die Gewerbe Regiecungsrat Nvack u. a. gefolgt. Dec neue Verein soll den Zweck verfolgen, die hessische Kunst und das hessische Kunslhandwerk zu fördern und zwar nicht nur Malerei,Bildhauerei und Kuustgewerbe, sondern auch Architektur, Denkmalspflege, Theaterwesen, Musik, Dichtkunst usw. Erreichen will der Verein seinen Zweck durch die Gründung einer Zeitschrift, die, aufs trefflichste außgestattet, mindestens zweimal monatlich erscheinen, allen Mitgliedern kostenfrei zugehen und den breiten Schichten um ein geringes abgegeben werden soll. Dabei soll die neue Zeitschrift für keine Richtiing verschlossen sein, sondern unparteiisch allen die Pforte öffnen, die etwas ivahrhaft Künstlerisches leisten. Etwaige Ueberschüffe sollen für Stipendien, Ausstellungen oder Ankauf von Kunstwerken für die Mitglieder verwendet werden. Neben begeisterten Anhängern dieser Idee kanten in der Versammlung auch verschiedene warnende Stimmen zum Worte, die auf das Schwierige der Durchführung eines so hochgesteckten Zieles hinwies. Die Versammlung ernannte zum Schluß einen größeren Ausschuß, welcher nach den gegebenen Anregungen den Gründ- ungsplan weiter ausarbeiten und einer neuen Versammlung unterbreiten soll. Frankfurt a. M., 3. Juli. Im großen Börsensaale Haus und Abgeordnetenhaus beim Schulunter- l) a I t u n g s g e i e tz ist jetzt ff i n w e g g e r ä u in t, da das Herrenhaus heute -.en von seiner Kommission neu hinzu- gefugten £ 23 a, per nur der Schulaufsichtsbehörde die Verfügung^ über das unbewegliche Schutvermögen, also auch die Evangeliums, der Frohbotschaft von Jesus Christus. Da l unter allen Staats- und Wirtschaftsformen möglich ist, so t vom Standpunkt oes Reiches Gottes aus dec Pfarrer volle stheit, wie er sich zu den polittschen Parteien stellen zu müsseilaubt. WaS insbesondere die sozialdemo- kralischc Paei anlaugt, so wird bereu Beurteilung sehr verschieden ausen, je nachdem man an ihre gegenwärtige Gestalt denkt, vdenhimer die drei Millionen deutscher Arbeiter sieht. Es müs rin schlechter Pfarrer sein, dem nicht das Herz brannte schmerz darüber, daß in diesen Millionen em bitteres Miauen gegen die Verkündigung des Evangeliums genährt und dem Vaterland entfremdet werden, und in dem nicht ein rer Trieb lebte, sie für beides wiederzugewinnen. Wenn einer i Drang und die Gabe hat, dafür auch durch politische Betätng zu wirken, und er tut es aus Liebe zu feinem Volk v ohne Verleugnung der Gerechtigkeit und der Wahrheit, so rf. — trotz aller Bedenken, die gegen eine politische Wir! keit der Pfarrer im allgemeinen bestehen — Aicmaud es ilwehren, und keine Behörde darf ihm Vorsckwiften machen, wo uwie er zu stehen habe. Bei niemand mehr, als der uns Pfarr hänFt doch aller Erfolg unserer Wirkjamkeü ab von dem ."trauen, daß wir allein aus innerem Drang unb um desewisseus willen, im Gehorsam gegen Gottes Wort und auautercr Liebe zu den Mensck-enseelen, und nicht nach Mcnscheipehciß und Vorschrift, reden und tun. Das wollen und ten wir uns nicht verkümmern lassen. Und darum kann i.sirre Forderung, wir müßten vor allem „staats- erhaltend tat feilt, nicht ohne Widerspruch hingehen laffen. 1 aller Hochachtung So meldete äns heute vormittag der Telegraph. Einen Tag nach dem Gedenktage von Königgrütz hat dec deutsche Ty/onerbe das Licht der Welt erblickt. 40 Jahre sind es her, s/itdem in jenem großen Bruderkriege bei Königgrätz die Entscheidung fiel, die nicht nur das Schicksal des Krieges bestimmte, sondern auch ausschlaggebend war für die weit^e Gestaltung der Dinge in Deutschland und die Einigung bei deutschen Stämme unter der Führung Preußens, chum mehr als ein Jahrzehnt hat eö gedauert, daß aus jcifcn Gegnern Freunde wurden. Und fast drei Jahrzehnte dauert letzt diese Freundschaft, die sich zu einem festen Bündnis ^erdichtete, das manchen schweren Ansturm überstanden uns zur Aufrechterhaltung des Weltftiedens wesentlich beigetmgen hat. Wird diese Freundschaft, dieses Bündnis zur Erhaltung des Weltfriedens kvird vor allem der Weltfriede selüst noch weitere drei Jätrzehnte standhalten, wenn der deutsche Thronerbe, der Sohn unseres Kronprinzen, zum Manne herangereift sein wird? An einem warnen Sommertage ist der deutsche Thronerbe zur Welt gek mmen, und gleich einem warmen Sonnenstrahl durchglüh' Freude die patriotischen Herzen. Kaiser und Kaiserin snd Großefftern. Das Hohenzollernhaus wächst. Ein Jubltag war jener 6. Mai 1882, da die K'an- tateglocken die lunbe vom Marmorpalais bei Potsdam hinaus trugen ii die Lande: „Dem prinzlichen Paare ist der erste Sohn, dem Hohenzollernstamm ein neues Reis, Preußen und >em Reiche der Erbe geschenkt", und in allen deutschen Leuten erschpll damals der Widerhall von Wilhelms des Iten Freudenwort: „Hurra, vier Kaiser!" Heute aber tönies: „Drei Kaiser!" Der deutsch Thronerbe steht dem Bismarckschen Zeitalter schon fern.oas unser Volk umgeschaffen, von Innen nach Außen, ai dem Denken und Dichten in das Leben und Handeln gehrt hat. Eine in ihrer Art so einzige Erscheinung toicbic des Ahnen des jüngsten Hvhenzollern- prinzen, Kaiser Wilhelms I., war für die Krönung des Reichsgründungverkes unerläßlich. Vom Geiste Wilhelms I. und vom Geiste Bismarcks möge die Zukuit des deutschen Thronerben getragen sein. Aus S-aSt uns Luuo. Gießen, den 3. Juli. ** Vermißt wird seit dem 23. Juni der 17 Jahre alte Bergmann Otto Kreutzer von Gleiberg. Der junge Mann ging an diesem Tage vormittags von zu Hause fort, um sich an seine Arbeitsstelle (Gießener Braunsteinwerke) zu begeben und ist seit jener Zett nicht von seinen Angehörigen gesehen worden. Nachrichten über seinen Verbleib bittet man an seinen Vater Wilhelm Kreutzer in Gleiberg zu richten. B. Frie dberg, 4. Juli. (Eigener Drahtbericht.) Wegen des kürzlich .gemeldeten KindesmordS wurde die Ehefrau des Gerbers Henkel in Haft genommen. Die Frau hat die Tat eingestanden. sc. Ilbenstadt, 4. Juli. Gestern fuhr der 32 Jahre alte Heinrich Rupp aus Erbstadt von dort hierher. Zwischen Ilbenstadt und Kaicheri geriet der Wkrgen ins Rollen. Rupp sprang yerckb und verletzte f i ch 'Debet so schwer, baß er bald daraus starb. unter zwei schwer. Am Abend versuchte der Pöbel zu plündern, wurde jedoch durch berittene Schutzleute, die mit gezogenem Säbel eintreten, miSeinanbergetrieben. Der Brand entstand wahrscheinlich dadurch, daß ein Benzin-Ballon, in dem die Uhrmacher ihr Benzin zum Reinigen der Uhrzeiger aufbewahrten, durch einen Lötofen, mit dem Mechaniker Erstes Matt 1L6. Jahrgang Gießener Anzeiger Dentsches Reich. Kiel, 3uli. Der Kaiser hat yeute an Bord des Dampfers ,Murg" seine No r dla n d sr e i s e angetreten, gesol.om Kreuzer „Leipzig" und dem Depeschenboot „Skeipn — Die > n p r i n z e s s i n C e c i l i e erfreut sich zur- zeit der besiGesundheit. Bereits vor Wochen wurde der bekannte Gylloge, G^h. Medizinalrat Professor Dr. Ernst Lumm, birircttor der Universitäts-Frauenklinik, nach Potsdam ben, um sich dort ständig zur Verfügung zu Halten. — Deraupt strei tpun kt zwischen Herren- Major v. Zauder und Genossen vor den Geschworenen. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) H. F. BrcSlau, 2. Juli 1906. (Dreizehnter Tag der Verhandlung.) Der geistige Zustand der Frau v. Zander. ES erscheint als Zengin Kammerjungfer Moses: Sie sei längere Zeit bei v. Zander in Stellung gewesen. Frau p. Zander sei sehr gut, bisweilen jedoch ohne jede Ursache furchtbar aufbrausend und jähzornig gewesen. Herr v. Zander sei nur aNe acht Tage einmal 311 Hause gewesen. Sachverständiger Prof. Dr. Lester: Machte Frau v. Zander den Eindruck, daß sie nicht normal war? Zeugin: Nein. Staatsanwalt: Hatte Frau v. Zander einen Befehl gegeben, die ankommenden Pakete vor Herrn v. Zander zu verheimlichen? Zeugin: Nein. Eine weitere Zeugin ist Dienstmädchen Knocrke: Sie sei seit Januar 1905 bei v. Zander in Stellung gewesen. Frau v. Zander war oftmals sehr heftig, sie zankte sich auch oftmals mit ihrem Mann. Letzterer war nur selten 311 Hause. ES wurde sehr gut gespeist. Einige Male habe sie der Frau v. Zander Geld geliehen und diese habe ihr schließlich eine goldene Uhr zur Sicherheit gegeben. Frau v. Zander habe, sehr viel Wein, Rum und Kognak getrunken, sie sei auch bisweilen betrunken gewesen. Als einmal ein Gerichtsvollzieher einen Schmuckkasten gepfändet hatte, da erzählte ihr Frau v. Zander, sie habe sich ein paar Schachteln in die Tasche gesteckt. Was in den Schachteln enthalten war, wisse sie nicht. Angeklagter v. Zander: Ich kann unter Beweis stellen, daß ich der Zeugin allmonatlich 50 Mark und zwar 20 Mark für Lohn und 30 Mark für Lebensunterhalt aus der Untersuchungshaft geschickt habe. Auf Antrag des Staatsanwalts wird ein Bries verlesen, den Frau v. Zander an ihren Gatten gerichtet hatte. In diesem heißt es: „Das Leben ist doch ganz furchtbar. Am l i e b st e n wäre e § mir, wenn ich meine Sünden im Gesang- n i s a b b ü ß e n konnte. Du hast einen großen Fehler begangen, daß Du Schmoegerle gekauft hast, ebenso daß Du Deinen Abschied genommen hast. Hättest Du das Geld von Dyes zur Bezahlung unserer Schulden verwendet, dann könnte mich als Frau eines Stabsoffiziers niemand mehr beschimvsen. Es ist ein großer Jammer, wir müssen uns aber mit Rücklicht aus unsere Kinder trösten, und, so schwer es auch ist, weiter zu leben versuchen." Frau v. Zander: Ich wurde von meiner Schwägerin V e r s ch w e n d c r i n und H 0 ch st a p l e r i n beschimpft; die vielen Klatschereien in der Familie hatte ich satt. Der Vorsitzende hält den Angeklagten weiter vor, daß eine große Anzahl Bäcker , Schuhmacher , Schneider Rechnungen, nicht bezahlt seien. Im weiteren hat die Angeklagte geliehen: einen sehr großen Posten Tapeten, Kokoslaüfer, Teppiche usw. Bücher, Blumentische, Teeserviee, für 460 Mark Boas, Damen- velze usw. Es gelangt danach ein Brief des Majors v. Zander an seine Frau zur Verlesung. In diesem heißt es: Ich muß noch heute einer Aufsichtsratssitzung der Nationalbank beiwohnen. Luettig ist sehr häßlich zu mir gewesen, ich kwfsc, es wird mir gelingen, den Mann ned) in diesem Jahre abzuschüttclu. Staatsvnw.: Ich ersuche den Angeklagten v. Zander sy fragen, weshalb er niemals die Wahrheit geschrieben hat: -^>eine Briefe zwecks Vertröstung an seine Gläubiger lauteten immer: Ich l>abe den Prozeß, dessen Objekt 300 000 Mark betrügt, auch in der zweiten Instanz gewonnen und werde ihn auch sicherlich in der dritten Instanz gewinnen. Wenn er die Wahrheit schreiben wollte, bann hätte er dock schreiben müssen: Ich habe ben Prozeß in erster Instanz verloren, in zweiter Instanz gewonnen und hoffe, ibn auch in dritter Instanz zu gewinnen. Das Objekt beträgt 120 000 Mark. Angekl. v. Zander (erregt : Es ioor furchtbar schwer, den sicheren Gewinn herauszurechnen. Ich bemerke wiederholt, ich habe wissentlich in meinem ganzen Leben noch nickst die Unwahrheit gesagt. Bors.: Ich werde Sie auf diese Worte festnageln. Aus Befragen des Sachverständigen Prof. Tr. Bonhoeffer bemerkt Slngekl. v. Zander: Der anormale Zustand seiner Frau datiere seit der 1899 erfolgten letzten Entbindung. Ganz besonders während der Schwangerschaft trat immer der abnorme Zustand ein. Seine Frau sei in normalem Zustande die beste, -idealste Frau und Mutter, wenn sie aber in ihre Abnormität verfalle, dann sei es ungemein schwer, mit ihr auszukommen. Mit Not und Mühe habe er einmal eines seiner Kinder vor der Mutter gerettet, die mit gezücktem Messer auf das Kind zugekommen sei. Rach der letzten Schwangerschaft sei es vorgekommen, daß seine Frau laut schreiend auf die Straße, gelaufen sei. Er habe sie deslwlb in der maison de saute in Schöneberg bei Berlin unterbringen wollen. Meine Frau beherrscht vollkommen die französische, englische und deutsche Sprache, sie spricht auch russisch und italienisch. Sie ist eine große Kennerin der Literatur. Sie ist in hohem Grade musikalisch veranlagt. Sic singt bei jeder ihr bekannten oder unbekaimten Melodie die zweite Stimme mit voller Sicherheit. Sie ist aber nie imstande gewesen, Roten zu lernen und ebensowenig das Einmaleins zu begreife:'. Mit Zahlen versteht sie nicht zu rechnen. Ich konnte schließlich nickst mehr tun, als aufs Amtsgericht zu gehen und die Entmündigung meiner Frau wegen Geistesgestörtheit beantragen. Wenn diesem Anträge nicht statt gegeben wurde, daun war es nicht meine Schuld. Das Schlüssel- recht hatte ich meiner Frau längst entzogen. Bors.: Frau von Zander, wußten Sie. was die Entziehnna des Schlüssclrechtes bedeutete? Angell. Frau v. Zander: Rein. Professor Dr. Bonhoesier äußert ben Wunsch, Frau v. Zander noch einmal im Gefängnis untersuchen zu dürfen. Vermischter. * Salzburg, 4. Juli. Der in alpinistischen Kreisen sehr bekannte Bergführer Johann Lamprecht, der im Winter Offiziere und Mannschaften des Kaiser-Jäger-Regiments im Sli- fahren unterrichtet, hat die^Llocken wirt in Cecilie Anzinger in der Wirtssst'^» Ist och en. Lamprecht flüchtete nach der Tat, wurde ab •' " 4r in der Nähe des Truppeu- Spitals in einem Gebüsck, ..er verletzt aufgefunden. Er batte sich selbst 9 Stichwunden beigebracht. Die Wirtin war verheiratet und Mutter dreier Kinder. Sie hatte mit Lamprecht ein Liebesverhältnis, das sie jetzt lösen wollte. In der Eifersucht verübte Lamprecht den Mord. Arbeiterbewegung. Charleroi 'Belgien!, 3. Juli. In Jumet sind 7000 Arbeiter ausständig. Bei einer Haussuchung auf einem Neubau wurden mehrere D h n a m i t b 0 m b e n und andere Explosiv- stost'e gefunden. Universitäts-Nachrichten. Freiburg im Breisgau, 3. Jul'. In Anwesenheit des Großherzogspaares, der Minister von Busch, Decker und von Marschall, von Vertretern der Landstände und der Spitzen der staatlichen und kirchlichen Behörden fand heute die feierliche Grundsteinlegung zum neuen Kvllegiengebäudc der Universität statt. Gerichtssaal. Leoben, 3. Juli. In der Sck)wurgerichtsverhandlung gegen die Schwestern Friederike und Marie Zeller, die beschuldigt werden, hie Köchin Marie Ma her am 25. Jan. im Raxgraben bei Mürzzuschlag ermordet zu haben, hat heute Friederike Zeller eingestanden, den Mord vollführt zu haben. Magdeburg, 3. Juli. Das Sckuvurgericht verhandelte heute gegen ben Steindrucker Ernst Wilde, der am 23. März dieses Jahres den pensionierten Eisenbahnwärter Hennig in Groß- Wusterwitz überfallen, beraubt und ermordet hatte. Die Sachverständigen erkannten zwar an, daß Wilde ein Trinker sei, verneinten aber, daß et ben Mord im Dämmerzustände verübt habe. Dem entsprechend bejahten die Geschworenen die ihnen vorgelegte Sckmldfrage auf Mord. Wilde itnirbc zum Tode und zum dauernden Verluste der Ehrenrechte verurteilt. (sdl Betrügerin inc Kleid der Krankenschwester. Wie ein Roman muten die Erlebnisse der 34 jährigen Krankenpflegerin Emma Fellien aus Charlottenburg an, die am Dienstag unter der Anklage des Betrugs vor der Darmstädter Strafkammer stand. Die Angellagte widnrete sich ursprünglich mit Eifer ihrem Berufe und lernte eines Tages, als sie als Psiegerin in einem Berliner Krankenhause wirkte, im Jahre 1899 einen jungen Offizier aus einer süddeutschen Garnison kennen, der in die Reichshauptstadt fonrmanbiert war. Der junge Leutnant verliebte sich bald in das interessante junge Mädchen und sie traten bald in Beziehungen zu einander. Die Fellien legte sich, um einen früheren Fehltritt zu verbergen, einen falschen Namen bei und gab sich auch, als der Offizier von Heiraten sprach, als^ reiche Erbin aus. Als der Offizier in seine Garnison in Süddeutschland zurückkehrte, veranlaßte er seine Geliebte, in einer Pension in Baden-Baden Wohnung zu nehmen, deren Inhaberin von der Fellien um mehrere Tausend Mark geschädigt wurde. Mit dieser Pensionsinhaberiu reift: die Fellien auch nach Darmstadt und kaufte Ijier bei der Firma Trier fiir etwa 20 000 Mark Möbel. Sie machte jedoch später briesiich die Bestellung wieder rückgängig, wodurch die Firma vor größeren! Schaden bewahrt blieb. Immerhin hat sie, da einige Möbel speziell angeferrigt worden waren, einen Verlust von 2 bis 3000 Mark erlitten. Bei der Seidenfirma Stabe in Darmstadt bestellte di>' Angellagte für einige Tausend Mark Kostüme usw., die Firma Hal einen Schaden in dieser Höh: erlitten. Der Offizier erfuhr eines Tages alle diese Dinge, und es war danach ausgeschlossen, daß er die Fellien heiratete. Immerhin blieb er^ noch ein Jahr mit ihr in Beziehungen. Dadurch blieb die Fellien den Behörden verborgen. Schließlich wurde sie dock gefaßt, und der Offizier erschoß sich, um nicht öffentlich in den Prozessen bloßgestellt zu roerben. Die Fellien büßt gegenwärtig eine Gefängnisstrafe von 1 Jabr 5 Wochen wegen der Betrügereien in Baden-Baden ab, die Darmstädter Strafkammer verurteilte sie zu weiteren sechs Monaten Gefängnis. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voransstchtliche Witterung tu Hessen für Donnerstag den 5. Juli 1906: Meist heiter, nachmittags vorübergehend Trübung. Trocken. Temperatur meuig verändert. Näheres durch die ßMeheuev Wetterkarte. Temperatur der Lahn und der Luft in der M ü l l e r'schen Badeanstalt. Wasser 17” R. Briefkasten der ^Le-nktron. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt). Nr. 100. Ob Ihnen nunmehr ein erhöhter Ruhegehalt gezahlt werden muß, können wir, da uns daS betreffende preußische Gesetz nicht zugängig ist, nicht beurteilen. Jedenfalls sind in dem Gesetz besondere Bestimmungen hierüber getroffen. Wir empfehlen Ihnen daher, sich mit einer Anfrage an die Königliche Regierung zu wenden, dort werden Sie wohl Antwort bekommen. Sie können ja außerdem bis zur nächsten fälligen PensionSrate abwarten, ob Sie eine höhere Pension bekommen. Orrginal-DrahtnielLuirgen. Berlin, 4. Juli. Der „Vorwärts" bestätigt, daß Rosa Luxemburg gegen eine Kaittion von 3 0 00 Rubel auf freien Fuß gesetzt worden ist, und zwar unter der Bedingung, daß sie Warschau nicht verlassen darf. .Hamburg, 4. Juli. Der Brand derMichaclis- kirche muß bei den Neparaturarbeiten entstanden sein. Einer der Uhrzeiger sollte neu vergoldet werdeit. Bei diesen Arbeiten wurde Feuer verwendet ilnd es muß angenommen werden, daß dabei das Balkenwerk des Turnies in Flammen geriet. Der Turnier Beule, der 30 Jahre sein Amt verwaltet, hat das Feuer noch nach der Feuerwache gemeldet, ist dann aber in den Flammen umgekommen. ellen statt, wobei handel und Verkehr, Volks irtschaft , ' “1.8 I ein usancemaßiger Rechnung zu ziehen. Unter Berechtigung dieser rerf)«: lenderungen hat sich eine zieml erhebliche Preis- nungSmäßigen Aenderungen hat sich eine ziem abschwächung am Montag gezeigt, besonders bei Deuch-Luremburger und st noch bemerkend- Geschäftsjahr mit dem 30. Juni schloß. Dies wurde zurückgeführt, daß das Publikum, nachdem es in de gesitz der Dividende größere Posten von clegr. bc5 „Gieß. 00 Kälber, 55.50—56 Psg., 3. Qual. 60—62 Pfg. Kälber 1. P., Lebendgewicht shaie 1. Qualita: Schlachtgewicht 00—00 Psg., 2. Qualität 00— Pfg. Geschäft: und Sttoh- Telefonische KursbeicMe nk für Hande' Frankfurter Ttörse. 4. Juli, 1> Uhr. t Esch weil er Ber erk ic\- 100.40 3% Portugiesen III Türkenlose . . . . 146.40 . 115.40 Prince-Henri-Ei »ahn . 239.30 Börse, 4 Juli. Anfang rse. Lebendgewicht 00—00 Psg., 2. Qual. 00—00 00— 00 Psg., Schlachtgewicht 00—00 Psg. Elektriz. Lahm Elektriz. Sehne Gelsenkirchen Hamburg - Ame: zurückgingen, deren n der Börse darauf ., Lebendgewicht IttoL 00—00 Pf.,. ben Aktien des Bochumer Bergwerksvereins. Weite v wert zu konstatieren, daß diejenigen Aktien hauptsächl 4^6/0 russ.Staatsanl. 1905 4y°‘n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 34.90 144.00 152.00 207.70 231.50 35.00 3 3^°/, Harpener Berg? . Laurahütte . . Lombarden E. 1 . Nordd. Lloyd . . Tiirkenlose . 53.70 90.25 70.20 97.85 englischen Truppen und eingeborenen Re die letzteren 3 50 Tote hatten. 4% Öesterr. Goldrente. . 4V6 o.< Oesterr. Silberrente 4% TJn > Pi 3K7fl 3% 3 ya°it 95.95 103.60 70.00 70.70 88.95 95.25 95.50 Reichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . . . Oberhessen 4% Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier 4°/„ Mexikaner . . . 3^% Chinesen . . . auf seine Aknen für das abgelaufene Jahr getreten i Aktien zum Verkauf gestellt hat. Märkte. des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der und Industrie. Giessen. 2 Polizeikommissare und 12 Polizisten weg bei den dortigen Judenmasiakrcs verhaft Pietermaritzburg, 3. Juli. N gramnr des Generals Mackenzie fand eir Berliner Handecs Darmstädter Bj . Deutsche Bank Deutsch-Asiat, k Diskonto-Komn lit. Dresdner Bank . Kreditaktien . . Baltimore- und io- Eisentahn . . Gotthardbahn . . Lombard. Eisei n Oesterr. Staatsh . Aktien: Bochum Guss . . . . Buderus E. W . . . Tendenz: fest. Berliner Canada E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmnnder-Ünion C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: fest. . 158.60 . 138.20 . 235.30 . 82.60 . 158.00 Kleine Finanzchronik. Bei der Darmstdtcr Bank wird zur Zeit die Errichtung einer Amerikabank, die den Na^n „Deutsch.Amerika- Bank" führt, vorbereitet. 99.90 88.30 99.85 88.30 98.55 . 169.20 . 138.70 . 235 60 . 177.50 . 182.20 . 158.30 . 210.00 00 Schafe und Hammel, 1016 Schweine: 1. 5 al. 73—74 Psg. Lebendgewicht 57.00-57.50 Pf., 2. Qual. 71-72 " ' ' Kuponabschlag von 1,56 Prozent ein; bei der Merilmalbabn der gleiche' Satz, bei dem Bochumer Verein (Dividendenschätzung r Börse 15 Prozent kc. Frankfurt a. M., 4. Juli. lOrig. uci Anz/9 Viel; inark t. Zum Verkaufe stc >en Die ^Kirche hatte bereits an vielen Stellen Feuer gefangen Trotzdem versuchte Professor Dr. Brinkmann 'der Direktor des Kunstgewerbe-Museums, zusammen mit den Kirchen-Angestellten die Kunstschätze an Gold und Silber- sachcn der Kirche zu bergen. Aber nur ein Teil tvurde gerettet , der größte Teil ging in den Flammen ltnter. München, 4. Juli. In Jngolsing ermordete ein Stiefvater seine 18jährige Tochter auf der Heimkehr von einer Hochzeit durch unzählige Messerstiche. Strastchurg i. E., 4. Juli. In Colmar tötete die Ehefrau Wei^enäcker ihren Ehemann durch einen Mester- stich. — In Liedenhofen verwundete der Anstreicher Rhein die Frau und die Tochter des Polizeiwachtine ist erS Klaine durch Revolverschüsse schwer, weil die Mutter sein Verhältnis zu der Tochter Hintertrieben hatte. Er tötete sich hierauf selbst durch einen Schuß in den Kopf. Paris, 4. Juli. Dem „Temps" zu'olge wurde die Kreuzfahrt des Zaren aufgehobcn. Petersburg, 4. Juli. Die russische Negierung wurde aus Helgoland benachrichtigt, daß g r 0 ß e B' st e l lu n g e n von Dynamit und Waffen seitens der russischen Revolutionäre erfolgt seien. Infolgedessen wurde die Kontrolle, in den heimischen Gewässern bedeutend verschärft, um die Einführung diestr Kontrebande zu verhindern. Stahlwerke 8 Prozent Abschlag: Deutsch-Luxemburgeztzergwerk 4 Prozent, Allg. Elcktrizitätsgesellschaft 7 Prozent. Bei Townnder Aktien sind l1/} Zuschlag in Rechnung zu ziehen Unter Berechtigung dieser rerf)«: gut, Ueberstand unbedeutend. fc. Frankfurt a. M., 3. Juli, ö c marF t. Man notierte: Heu Mk. 3.40 bi? blk. 3.70, Stroh, Mk. 3.00 bis Mk. 0.00. Alles ver 50 Kilo. Tet >,z: Fest Harpener Berg frk. Laurahütte . Nordd. Lloyd . . . \ Oherschles. Eis an der Montagsbörse manche Unsicherheit im Effeklnhandel mit sich ge«? bracht. Es trat bei der Oesterreichischcn Staatsbab <' r — 1 „ r Börse 15 Prozent mithin 11 Prozent Abschlag, die Laurahütte hat eine Dividcndenabschlag von 7 Prozent, die Harpener Bergbau-Gesellschaft dg Gleiche, Rheinische. Geschäfts-Verlegung. Teu geehrten Einwohnern von Gießen und Umgaßenb, besonders meiner werten Kundschaft zur gefl.: ntni§, daß ich mein Tiefbaugeschäft mit Spezial-Betriö für Hausentwässerungen nach dem von mit erworbenen Hause Bleichftraße 3 (an der Südanlage) verlegt habe. Gleichzeitig empfehle ich mich zur Ansführuitg aller in mein Fach einschlagcnden Arbeiten, spez. zur Herste! Kanalanschlüssen. Durch meine langjährige Tätigkeit in dieser Branche bin ich in der Lage, jeden Anschluß durch, > mannisch, in kürzester Zeit und unter Garantie auszuführen. Hochachtend Hermann Bender Telephon-Nr. 555. Unternehmer für Tiefbauten. Dleichstraße Nr. g von sach- 4055 Walter A. Wood Neueste Grasmäher ein- und zweispännig, mit Rollen und Kugellagern V 0 rzüge: Solideste Bauart Vollständig einge- schlofsenes Triebwerk Leichtester Gang Sauberster Schnitt Lager aller laiih.Slflrtiiitn unii Geräte Generalvertreter: Gg. 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A wurde heute eingetragen: Die Firma Braunkohlengrube und Brikettfabrik .Friedrich", Rudolf Stein, Trais-Horloff. Inhaber: Rudolf Stein, Kaufmann, Kaffel ist erloschen. Hungen, den 25. Juni 1906. b4/7 __________________________Großh. Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen: Die Firma Gebrüder Snlzbach in Hungen, Inhaber: Jakob Sulzbach, Löb Sulzbach und Karl Sulzbach ist nach Beendigung der Liquidation erloschen. Hungen, den 26. Juni 1906. b4/7 ___________________________Großh. Amtsgericht. Arbeitsvergebnng. Die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen zum Neubau des Siadttheaters i« Gietzerr sollen im Wege des öffentlichen Angebotes vergeben werden. 1. Zimmerarbeiten 75,00 cbm Holz zu Sparren u. Pfetten 2. Spcuglerarbeiten 3. Schreinerarbeiteu. Holzgesims 412 Ifb. m 4. Blitzableitungsanlage. Zeichnungen, Arbeilsbeschreibungen, Bedingungen und Angebotsformulare liegen im Bureau des Architekten H. Meyer, West-Anlage, dahier, zur Einsicht offen und können daselbst zu Selbstkostenpreis erhoben werden. Die Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Samstag, den 14. Juli, vormittags 11 Uhr nut entsprechender Aufschrift versehen, portofrei an uns einzuretchen. Ba/7 Großherzvgliche Bürgermeisterei Gießen. _________________Mecum._________________ Arbeitsvergebrrng. Die Herstellung der Entwässerungsanlage am Neuball tec israelitischen Leichenhalle soll Mittwoch, den 11. Juli d. IS., vorm. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zlir Einsicht offen. Angebote aus Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitplinkt an u,ls einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 4. Juli 1906. Städtisches Hochbauamt. B4/t_________________________________________Gerbel. ___________ PcckiMg non Arbeite« n. Wrleistiingell. Für die Feldbereinigung Bellersheim solleir Dienstag, den 10. Juli, vorm. 9 Uhr, nachverzeichnete Arbeiten, getrennt in einzelnen Losen auf dem Wege schriftl. Angebots vergeben iverden. Los I Die Anlage des Grabens im Weihersgarten 526 Mk. , II , „ „ „ Am Hintergarten 610 , , III „ „ vo>r Weg und Graben Nr. 142a 80 „ , IV Die Lerschleisung des Berstädter Weges . . 800 „ , V—VII Die Erd- und Ehaussierungsarbeiten zur Herstellung der Kreisstraßenabfahrten 2184 „ , VIII Verlegen von Zementrohren ...... 168 „ v IX Anfahren von Basaltgrus ...... 208 „ „ X—XII Die Planierung der Gewannwege .... 5141 „ „ XIII Beton- und Ehaussierungsarbeiten zur Herstellung eines Durchlasses 130 „ Voranschläge und Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Bellersheim zur Einsicht offen, woselbst auch die Angebote, in Prozenten des Voranschlags, verschlossen und mit Liuspr. Aufschrift versehen, einzureichen sind. Eröffilung der Angebote in Gegenwart erschienener Bieter. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gleichzeitig findet nachmittags 2 Uhr die anderweitige Vergebung von Waldrodungsarbeiten am Münchwald, ca. 3500 qm nach Bekanntgabe der Bedingungen durch öffentliches Ausgebot an Ort und Stelle statt. Gießen, den 2. Juli 1906. B4/7 Großh. Kulturiuspektiou Gießen. __________________Wißmann.__________________ Vergebung von Schlofferarbeit. Die für die Einrichtung des Bibliothekzimmers im Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule erforderlichen Eisenkonstruktionen sollen Dienstag den 10. Juli d. I., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung, Bedingungen und Zeichnungen liegen während der Amtsstunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Aordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 2. Juli 1906. Städtisches Hochbauamt. ____Gerbet.___________________ Submission. Die Lieferung von Weißzeug, Bettwerk, Kranken- kleider, Stoff zu Stores, Krantenteppiche, Roßhaarmatratzen und Aufarbeiten von solchen für die neuen Kliniken soll auf dein öffentlichen Submissionswege für das Rechnungsjahr 1906 vergeben werden. Die Vergebung erfolgt auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 und ist derselbe nebst Lieferungsbedingungen und Mustern auf dem Verwaltungsbureau, nachmittags von 3 bis 5 Uhr einzusehen. Offerten mit entsprechender Aufschrift versehen sind bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 12. Juli 1906, nachmittags 5 Uhr unter Beifügung von Mustern an die Großh. Verwaltung der neuen Kliniken einzureichen. Zuschlagsfrist 16 Tage. Die Lieferung kann auch geteilt vergeben werden. Gießen, den 2. Juli 1906. B3/7 Großh. Verwaltungs-Direktion der neuen Kliniken. I Lieferung franko! Möbel Bettel !! 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I., vorm. 11 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde einzureichen, woselbst um die genannte Zeit die Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Bieter stalt- findet. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, am 29. Juni 1906. B’% Großh. Kulturinfpcktion Gießen. ____________________Wißmann.____________________ Auslosung von LchLAerschrckUgen. Bei der für das Rechnungsjahr 1906 vorgenommenen Auslosung von Schuldverschreibungen der Evangelischen Kirchcn- gcmeiude Gießen wurden nachverzeichnete Stucke zur Heimzahlung gezogen: 1) von den 3 früheren Anlehen, erst zu 4°/0, jetzt 3*/3%- von Lit. A = 50 Mk. Nr. 68, 94 „ „ B = 100 „ Nr. 16, 52, 131, 133, 231 „ „ C = 300 „ Nr. 51, 97 „ „ D = 500 „ Nr. 36, 112, 247, 265, 288 „ „ E = 1000 „ Nr. 55, 64, 146 2) von dem späteren Anlchen zu 31/2%: von Lit. B — 300 Aik. Str. 6, 10. Die Rückzahluua dieser Schuldverschreibungen geschieht am 1. Oktober 1906 zum Nennwerte gegen Einlieferung derselben nebst den noch nicht versallene>r Zinsscheinen und zugehörigen Zinsschein- Anweisungen, und zwar bei der Evangelischen Kirchenkasse (Herrn Rendant Doering) dahier, oder bei der Bank für Handel und Industrie, Depositenkaffe Gießen (Darmstädter Bank). Vom 1. Oktober d. I. an hört die Verzinsung der ausgelosten Schuldverschreibungen auf. Gießen, den 3. Juli 1906. Der Evangelische Gesamtkirchenvorstaud. Dr. Naumann. Emil Horst, Giessen Liebigstrasse 51 — Riegelpfad. Vorteilhafteste Bezugsquelle 4020 für alle Bauartikel! Stets großes Lager in Platten für Bodenbeläge u. Wand- beklciduugcn, allen Kanalisations-Artikeln, Dachziegeln, Dachpappe, Jsolierpappe, Glasbausteine, Dübelsteiuc, Äarboliueum, GiPSdieleu, Zement, Kalk, SilberkieS usw. Fabrikation von Bauwerksteiueu rc. in künstl. Sandstein- und Terrazzo-Ausführung, sowie Zemeutwareu aller Art. ...... 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