Nr. »58 Drittes Blatt 15«. Jahrgang Freitag Ä. November 1906 Erscheint ISgllch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener FamMenblStter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der .»hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger Rotationsdruck rmd Verlag der Drühl'schen UniversitätZdruckereü R. Lange, Dießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr. 7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Dießen« General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. n geben, ebenso eine große Anzahl weiterer Proben der hauptsächlichsten Nahrungs- und Genußmittel. L.U. Landesuniversität. Herr Dr. Christian Naueh hält Samstag den 3. November mittags 12 Uhr pünktlich, in der großen Aula des Uuiveisitätsgebciudes eine Probevorlesung über Albrecht Dürer und Matth. Grünewald, um sich für das Fach der neueren Kunstgeschichte zu habilitieren. £ e r Th e a t e rv e r e i n veranstaltet am 14. November im Stadllheater eine D e d ä ch t n i s s e i e v f ü r H e n r i k I b s e n. Das Programm der Feier enthält außer einer Gedächtnisrede von Professor Dr. Collin Lieder von Ibsen in der Vertonung von Grieg, Teklarnationen von Gedichten Ibsens und die dramatische Vor- führung von Szenen aus „Peer Gynt". Von Nichtmitgliedern des Vereins wird ein Mäßiges Eintrittsgeld erhoben werden. ** Die Besitzer von Kraftfahrzeugen ^Automobilen und Motorrädern) im Kreise Gießen haben ihre Fahrzeuge bis längstens 5. November bei dem Großh. Kreisamt Gießen (Zimmer 5) anzumelden. Die dazu erforderlichen Fornutlare sind dort erhältlich. Die Führer von Kraftfahrzeugen haben bis zu dem gleichen Tage ihre von den hierzu bestellten Sachverständigen erteilten Befähigungszeugnisse vorzulegen. Wir machen Interessenten darallf aufmerksam. ** Die Gebühren-Ordnung der hessischen Gerichtsvollzieher und Gerichtsdiener ist dtlrch eine Grvßh. Verordnung in verschiedenen Richtungen geändert worden. Bei Zustellungen von Amtswegen erhielt der Gerichtsvollzieher eine Gebühr von 30 Pfg., wenn die Zustellung in einem Ort zu bewirken ist, der in den Nachbarortsverkehr der Postanstalt einbezogen ist, die sich am Sitz des Gerichtsvollziehers befindet. Die Gebühren der Gerichtsvollzieher für die Aufnahme von Wechselprotesten werden wie folgt geändert: bei einem Werte bis 500 Mk. einschl. beträgt die Gebühr 1 Mk., über 500 bis 1000 Mk. einschl. 2 Mk., über 1000 Mk. 3 Mk. Geht dem Protest eine Nachfrage im Sinne des Art. 91 Abs. 2 der allgemeinen deutschen Wechselordnung voraus, so erhöht sich die Gebühr um 1 Mk. Außerdem erhält der Gerichtsvollzieher für jeden Weg, den er zum Zwecke der Einholung einer Jnterventionserklärung zurücklegen muß, eine Zusatzgebühr von 1 Mk. k. Alsfeld, 31. Olt. Im Vordergrund des öffentlichen Interesses steht in unserer Stadt die in Kürze erfolgende Eröffnung unseres Schlachthausneubaues. Tas Projekt tauchte schon Ende der 90er Jahre auf, wurde später vom Gewerbeverein und Kreisrat Dr. Melior lebhaft befürwortet und im Frühjahr 1905 konnte der Neubau in Angriff genommen werden. Der stattliche Bau ist nach den Plänen des Architekten Karl Kleinert aus Wiesbaden erbaut worden und kostet rund 114000 Mk. Die einzelnen Gebäude sind das Verwaltungsgebäude, das Hauptschlachtgebäude, die Kühlhalle mit dem Pökelraum und der Maschinenanlage, ein vollständig isoliertes Krankviehhaus und ein Düngerhaus. Sämtliche Gebäude sind mit elektrischer Beleuchtung und Wasserleitung, der Schlachtraum mit Hochbahn- Transportsystem versehen. Die Abwässer des Schlachthauses werden in die Schwalm geführt. Marburg, 1. Nov. Wie die „Hess. Landesztg." nach Mitteilungen von amtlicher Stelle erfährt, wird in nächster Zeit, jedenfalls noch vor Weihnachten, mit dem Abbruch des nördlichen Anbaues des Hauptbahnhofes begonnen. Die darin befindlichen Bureaus werden einstweilen sonstwo untergebracht. Der vollständige Abbruch des Empfangsgebäudes und des südlichen Anbaues erfolgt nächstes Jahr, sobald der an der nördlichen Seite zu errichtende Seitenflügel fertig ist. 1905/06 100, 86, 83, 78 Prozent-; ihnen schließen sich die Mathematiker und Naturwissenschaftler an (mit 62 und 55 Proz.); von den übrigen größeren Gruppen folgten als Bibliotheksbenutzer die Juristen, Chemiker, Forstwissenschaftler, Mediziner und Veterinärmediziner mit 36, 28, 25, 19 und 10 Prozent der Gesamtzahl der diesen Fächern angehörenden Studierenden. Auch diesmal lassen die mitgeteilten Ziffern erkennen, daß sich die Bestellungen der Studierenden nahezu ausschließlich auf die Literatur ihrer Studienfächer richten; leider nur ausnahmsweise gehen die Wünsche über das engere Fachgebiet hinaus auf historische, schönwissenschastliche, philosophische und politische Werke von allgemeinerem Interesse. Die außerordentliche Beschränkung, die Der Bibliothelsverwaltung für ihre Anschaffungen durch das knapp bemessene Budget auferlegt wird, beeinflußt naturgemäß die Be- nutzungszisfer in recht ungünstiger Weise. Tie Zahl der schriftlichen Bestellungen auf nicht vorhandene Werke betrug im abgelaufenen Jahre 2676 (12 Proz. aller schriftlichen Bestellungen). Der gesamte Zuwachs der Universitätsbibliothek belief sich im Jahre 1905/06 auf 12 775 katalogisierte Schriften. Von diesen gingen der Bibliothek 106 vom klassisch-philologischen Seminare zu, 281 von der oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, 178 ' von dem oberhessischen GefchichtSverem, 54 von der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, deren Bibliotheken mit der Universitätsbibliothek vereinigt sind. Der Tauschverkehr der erstgenaunteil Gesellschaft erstreckte sich auf 44a, derjenige des oberhessischen Geschichtsvereins auf 249, derjenige der Gesellschaft für Erd- und Bölkerkuiide auf 65 Anitalten und Vereine. Durch eigenen Tauschverkehr (mit 161 Universitäten, Akademien, Gesellschaften usw.), ferner als Pflichtexemplare und Geschenke erwarb die Bibliothek 9837 Schriften, worunter 6848 Schul- und Uuiversitätsschriften. Gekauft wurden im vergangenen Jahre 2319 Bände. Der gesamte Lestand, der Bibliothek belief sich am Ende deS vergangenen Jahres auf 211439 Bände, 90 644 Dissertationen und Programme, ca. 1500 Bände Handschriften und ca. 550 Urkunden. Größere Zuwendungen, sei es durch Überlassung besonders wertvoller Werke oder Handschriften, sei es durch Ueberlassung größerer oder kleinerer Büchersammlungen, hatte die Universitätsbibliothek im Jahre 1905/06 u. a. zu danken der Großh. Hosbioliothek in Darmstadt, dem Auswärtigen Amte in Berlin, Herrn Geh. Justizrat Dr. Reatz, Frau Dekan Sturmfcls, verrn Professor Dr. Sticker, Herrn A. F. Ammann in Seeburg in Der Schweiz, Frau Oberamtsrichter Rühl, Fräulein Karola Baur, Herrn Hilfsbibliothekar Dr. Hepding. H. Aus Siaot uno Luns. Gießen, den 2. November 1906. ** Geschwore nen-Auslosung. Behufs Bildung der Spruchliste für die am 3. Dezember beginnende 4. Sitzungsperiode des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen wurden folgende .Hauptgeschworene ausgelost: 1. Landwirt Erb III. in Lehnheim, 2. Landwirt Sehrt II. in Queckborn, 3. Maurermeister Pet. Stamm III. in Bad- Nauheim, 4. Apotheker Will). Weder in Lstch, 5. Uhrmacher Hrch. Will). Mohr in Vilbel, 6. Kaufmann Eduard Silbereisen in Gießen, 7. Landwirt Hrch. Schmalbach VI. in Crainfeld, 8. Landwirt Will). Nos in Düdelsheim, 9. Apotheker Otto Manns in Großen-Buseck, 10. Beigeordneter Will). Albach in Daubringen, 11. Bürgermeister Hrch. Need in Nieder-Ohmen, 12. Landwirt Eg. Friedr. Euler in Mittelgrün da u, 13. Bürgermeister Karl Roth II. in Kaichen, 14. Bäcker Hrch, Jak. Planz in Alsfeld, 15. Müller Karl Geiß in Klein-Felda, 16. Landwirt Hrch. Geiß II. in Windhausen, 17. Landwirt Konr. Müller II. in Gambach, 18. Landwirt Joh. Pabst in Dorh-eim, 19. Beigeordneter Johs. Binz 11. in Allendors a. d. Lahn, 20. Kaufmann Jak. Happel in Gießen, 21. Landwirt Wilh. Hammel III. in Annerod, 22. Kaufmann Hugo Ramspeck in Alsfeld, 23. Gemeinde- rechner Hrch. YUcolai in Leidheüen, 24. Beigeordneter Friedr. Karl Herber in Angersbach, 25. Müller Hrch. Konr. Zimmer in Grünberg, 26. Bürgermeister und Landwirt Hrch. Heil I. in Queck, 27. Zigarrenfabrikant Adolf Noll in Gießen, 28. Landwirt Karl Volz in Burg-Gräsenrode, 29. Bürgermeister Johs. Holl in Nodheim 6. Vilbel, 30. Kaufmann Wilhelm Hornberger in Gießen. ** Folgende gewerbepolizeiliche Revisionen wurden in den Monaten August, September und Oktober vorgenommen: 1. In Bezug auf den Kleinhandel mit Kerzen nach Maßgabe des Gesetzes vom 4. Dez. 1901. 2. In den Sandgräbereien in Bezug auf Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften bei dem Abbau. 3. In den Betrieben der Ma le r - und Weißbinder, tn denen Bleifarben zur Verwendung gelangen, flisbesondere auf Neubauten und Werkstätten. 4. In den Stern Hauereien und Steinbrüchen betr. die Einrichtung und den Betrieb • von Steinbrüchen und Steinhaue- rcien, Gesetz vom 20. März 1903. 5. In den Fabriken, in denen Arb eiter inn en und jugendliche Arbeiter beschäftigt werden, auf Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Mittagspausen, sowie der Führung von Arbeitsbücher der minderjährigen Arbeiter, Aushängen der Auszüge aus der Gewerbeordnung für Arbeiterinnen über 16 Jahre und jugendlicher Arbeiter und Führen der Verzeichnisse für jugendliche Arbeiter. 6. In den Werkstätten DeS Handwerks mit Motor- betrieb, in denen weniger als 10 Arbeiter beschäftigt werden, auf Führung der Arbeitsbücher der minderjährigen Arbeiter. Werkstätten mit 10 und mehr Arbeiter, in denen jugendliche Arbeiter beschäftigt werden, auf Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeit, Führen von Verzeichnissen und Aushängen der ocsetz- lichen Bestimmungen. 7. In den B a r b i e r st u b e n auf Einhaltung der Polizei- Verordnung den Gewerbebetrieb der Barbiere betr. 8. In Bezug auf den Verlauf und Feilhalten von M i I ch hinsichtlich Einhaltung der Milchverkaufsordnung für den Kreis Gießen vom 16. März 1906. Die Revisionen erstreckten sich zunächst auf Reinhaltung und Beschaffenheit der Milchgesäße, Beförderung der Milch von einem Produzenten an einen Händler ober von einem Händler an einen anderen Händler, sowie der zur Beförderung der Milch dienenden Wagen. Anstände ergaben sich insbesondere bei den zur Beförderung der Milch dienenden Wagen. Aus ihnen werden von den Milchhändlern Haushaltungsabfälle, als wie Kärwffelfchalen und bergt in Säcken unb Tücher mitgeführt, auch die Reinlichkeit der Milch- wagen selbst gab zu Beanstandungen Anlaß. Auch wurde festgestellt, daß Milch von Produzenten an Händler befördert wird, ohne baß die Gefäße mit einem sicheren Verschlüsse (Plomben oder Siegel) versehen sind. Verwarnungen sind bereits wiederholt eingetreten, bei Nichtbeachtung der betr. Verordnung wirb aegen bie Säumigen Anzeige erhoben werben. Eine Anzahl Mttch- proben würbe entnommen und dem chem. Untersuchungsamt über» Ans der (tyrrnrit der UniversttärsdibliotheL Gieße». Aus den in den „Mitteilungen der Zentralstelle für die Landesstatcstik" veröffentlichten Tabellen seien im folgenden einige wohl auch weiteren Kreisen erwünschte Angaben über die Entwickelung der Universitätsbibliothek Gießen im Budgetjahre 1905/06 mitgeteilt. Diese Angaben lassen erkennen, daß der erfreuliche Aufschwung, den die Landesuniversität in den letzten Jahren genommen, im abgelaufenen Jahre auch in der stei- genben Benutzung der Universitätsbibliothek sich deutlich be- tuiid^iehar außerhalb der Bibliothek verliehenen Bücher, die int Jak-re 1886 bis 1887 rund 10 740 Bände betragen hatte, war nach zehn. Jahren, im Jahre 1896—1897, etwa aus das Doppelte, auf rund 20 400 Bände, angewachien. Im Jahre 1904—1905 war die Ausleihe auf 30 579 Bände gestiegen und erreichte im Jahre 1905—1906 die Zahl von 34 030 Bänden. Die Versendung von Büchern nach auswärts mutzte mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des akadenuschen Unterrichts in ziemlich engen Grenzen gehalten werden. Sie belief sich trotzdem im Jahre 1905—1906 auf 1382 Bände. Erheblichen Umfang hat der durch die Universitätsbibliothek vermittelte Bezug von Büchern aus auswärtigen Biblwtheken angenommen. Im Jahre 1905—1906 sind 909 Bände aus der Hofbivliothek in Darmstadt, 436 Bände aus anderen Biblw- tbeten ^Berlin, Göttingen, Straßburg, München, Leipzig usw.), außerdem 920 Handschriften und Archivalien aus auswärtigen Archiven unb Bibliotheken entliehen worden. Tie Zahl der Entleiher ist von 391 im Sommersemester 1889 auf 886 im Sommersemester 1904, in den folgenden Semestern auf 896 unb 912 unb im Wintersemester 1905/06 auf 994 gestiegen. Von diesen 994 Benutzern gehörten 83 dem akademischen Lehrkörper an, 455 waren Studierende, 229 nicht der Universität Angehörige, insgesamt 767 Gießener, 164 sonstige Angehörige des Großherzogtums und 63 Nicht-Hessen. Die Zahl der studentischen Benutzer ist von 424 im Sommersemester 1904 auf 455 im Wintersemester gestiegen. Tas Prozentverhällrns der studentischen Benutzer zur Gesamtzahl der Studierenden schwankte in den Jahren 1902 bis 1906 zwischen 36,4 und 43,6. Im Wintersemester 1905/06 haben 43,6 Proz. der Studierenden aus der Bibliothek Bücher entliehen. Von^den studentischen Benutzern vertraten, wie es in Der Natur der ^ache liegt, den höchsten Prozentsatz im Verhältnis zur Gesamtzahl der ©tubierenben der betreffenden Fächer die Historiker, llani- scheu Philologen, Theologen, Neuphilologen (im Winter,emefter Mrchliche Nachrichtesr. Evangelische Gemeinde. 21. Sonntag n a d) Trinitatis, den 4. November: RcsormationSfest. Kollekte zum Besten des evangelischen Vereins der Gustavs Adolf-Stiftung. Hottesdienst. In der Ltadtkirche. Vormittags 91/, Uhr: Professor I). Dre w S. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Sch lass er. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte unb heiliges Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinbe. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abends 8 Uhr im Matthäussaal: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der M a t t h ä u s g e rn e i n d e. Abends 8 Uhr im Markussaal: Vortrag über das heil. Land nebst Lichtbtldern, wozu die Vereinigungen der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthaus- und Martusgemeinde und bie Besucherinnen der Bibelstunde emgeladen werden. Dienstag, den 6. November, nachmittags 4 Uhr im Matthaus- saal: Fraueii-Ntissionsvereui. Donnerstag, den 8. November, abends 8 Uhr, im Matthäussaal : M i s s i o n s st u n d o, Missionar R u h l a n d aus Indien, wozll alle Mifsionssreunde herzlich emgeladen werden. In der Iohanneskirchc. Vormittags 91/, Uhr: Psarrassislent Steiner. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Psarrassistent Steiner. Abends 5 Uhr: Pfarrer Eule r. Beichte unb heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannes- gemeuide. Anmeldungen dazu vorher bei dem Pfarrer jeder Ge- rneinde erbeten. Die Piarrgeschäfte der Johamresgemeinde besorgt bis auf Weiteres Piarrassislent Steiner, wohnhaft Si'idanlage 7II. Ta die Besetzung der Pfarrstelle der Johannesgerneinde sich verzögert, ivird Pfarrassistent Steiner den Konsirniandenmiterricht am 12. November beginnen. Tie Aiimelduiig dazu ivird am Dienstag, den 6. November von 12 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr im Konfirmandensaal der Johanneskirche entgegengenommen. Die Eltern werden gebeten, sich dazu mit den Kindern einzufinden unb die ausgefüllten Anmeldezettel mitbringen zu wollen. Tie feierliche Eröffnung findet Sonntag, den 11. November, abends 5 Uhr in der JohanneStirche statt. Ain nächstkünftigen Soiintag, den 18. November wird im Gottesdienst das Gedächtnis des zweihundertjährigen Jubiläums Der deutschen evangelischen Mission begangen werden. Dabei wird ine besondere JubiläumskoUekte für die Mission erhoben werden^ Katholische Gemeinde. Samstag, den 3. November 1906: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 4. November 1906: 2 2. Sonntag nach Pf i n g st e n. Vorniittags von 61/» Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. u um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben^ Aiisteilung der heil. Kommunion. u um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. „ um 97a Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 572 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Israelitische Neligionsgeseltschaft. Hottesdreuff. Sabbathfeier am 3. November 1906: Freitag abend 4.30 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr, nachmittag 3.30 Uhr. Sabbath-Ausgang 5.50 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr. Israelitische Neligionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südankage). Samstag, den 3. N o v e m b e r 1906: Vorabend 5.00 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Predigt. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbathausgang 5.50 Uhr. — In der literarischen Gesellschaft zu fi'ö Iiti sprach kürzlich der Feuilleton-Redaktenr der „Köln. Ztg." Karl von Per fall über Ibsen. Nach Perfalls interessanten Aus-i führungen müsse man mit der Bezeichnung Ibsens als Denker vorsichtig sein. Seine Gedanken seien nicht allzu hoch ujibi weit geflogen, daS spezifisch Norwegische sei fast immer mäß^ gebend unb Ibsens Denkertum im allgemeinen eine auf pro^ testantischer Grunblage beruhende, auS dem Haß gegen die pro^ testantische Orthodoxie herausgeborene Freigeistigkeit. Gerade Strömungen gegenüber, die alles Kosnw.^olisische für besonders geistreich halten, müsse man betonen, daß Ibsen vom National- bewußtsein auSgehe, und mehr iwch als Zola und Tolstoi cms nationaler Basis stehc. Den Dichter zu den Sozial-Revolutionären zu rechnen, die die moderne Gesellschaftsordnung um-, wälzen wollen, liege gar keine Berechtigung vor. Sein natio-, naler Radikalismus sei eine dilettantische Spieq (erei gewesen, in feinen Stücken aberbetone er gerade die Heiligkeit des Familienlebens unb die ho he Be-^ Deutung der Ehe. Mit seinen modernen Verehrern, die die Ansicht vertreten, die Eigenart des Weibes läge vor allem im Jnstinktleben, setze er sich dadurch in Widerspruch, daß seine Frauengestalten eine außerordentliche seelische Tiefe besäßen. Sein Interesse an Weib unb Ehe gehe bei ihm, der ja als burchaus subjektiver Künstler anzusehen sei, im wesentlichen aus persönlichen Verhältnissen hervor. Als 5iünstler sei Ibsen sehr hoch zu schätzen. Er ist der große Begründer des neuen bürgerlichen Dramas durch feine geniale Fähigkeit geworden, im Drama dadura echte Tragik zu schaffen, daß er den alten Grundsatz von Schuld und Sühne aufrecht erhalte, aber auf dem Wege, baß er nicht irgendeine einzelne Handlung als Schuld vorführe, sondern der Zustand eines längeren unmoralischen Wan^ bels in einer Vergangenheit, die man immer gespenstisch in das Stück hineinragen sieht. Der Vortrag wurde mit Beifall aufgenommen. — Der Adler Kaiser Wilhelms. Der „B. B. C." erzählt, daß der Kaiser mit dem Entwurf des Bildhauers Ung en von dem auf dem Schlachtfelde von Jena zu errichtenden Denkmal gar nicht einverstanden war, weil bie Skizze u. a. neben einem Meuz einen preußischen Adler mit gebrochenen: Flügeln zeigte. „Das geht niüjj an", erklärte der Kaiser, „lassen Sie mich Ihnen zeigen, wie ich mir die Aur. -chrung denke." Unti in wenigen Minuten hatte, so n t der Serie : fort, der M on - a r ch die Skizze n t w o r f e n, nach her das Denkmal aus- geführt worden ist. u s Ä o ffö w *<* 2 «p CD DJ CD O C5 S= c 2» V O L «ft vo E E> <5 «4— C-» 6» Zü CD LZ >b o E g « B P O §-LZ E o R 1E2. ■ ö"'-* = a d c o <£ O O ZD -E d «ft" P E " 55 —

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