Nr. 283 Erscheint täglich mit Ausnahme beS Sonntag-. Die ,,-letzener Zamtltendlätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der wQe|fifdje Landwirt' erscheml monoUrch einmal. 156. Jahrgang Samstag, 1. Dezember 1906 'T ▲ *7* x a a >a a a a a a a a a a a Rotationsdruck und Vertag der Brühl'schen UnwersULtsdruckerei. R. Lange. Gießen. B EL wL, I H M, m ® B LE Ä, Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schukstr.7. V V IJ VVW’U | V Tel. Nr. 61. Lelegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für Len Kreis Eichen. Parlamentarische Verhandlungen. Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestaltet. Deutscher Reichstag. ISO. Sitzung vom 80. November. 1 Uhr. Um BundeSratStisch: Frhr. von Stengel, Dornburg, von Tschirschky u. a. Die erste Veratung der NachtragS-Ttat - für Tüd - w e st a f r i! a wird fortgesetzt. Lbg. Lattmann (wirtsch. Bgg.jr Die hn letzten Sommer an unserer Äolonialverwalttmg geübte Kritik ist über das erlaubte Maß hinausgegangen. Eine Kritik, bte der Oeffentlichkeit das Gift löffelweise verabreicht und Trumpf.Aß bis zuletzt zurückbehält, ist keine Kritik, die von Liebe «um Darerlande diktiert ist. Ich denke, so berechtigt eS an sich ist. an den Mißständen in der Kolonialverwaltung Kritik zu üben, fetzt wäre eS an der Zeit, über daS Vergangene einen Strich zu machen. Um so mehr bedauere ich eS, daß der Reichskanzler in seiner letzten Rede noch einen Spezialfall vorgebracht hat. Tie NachtragSeiatS bedürfen einer sorgfältigen Prüfung in der Kommission. Einzelne Positionen erscheinen als recht hoch, z. B. die für Verpackung und Versendung von Uniformstücken, wofür allein 1,4 Millionen eingestellt sind. Tann möchte ich die Regierung fragen, wie sie sich mil der Kapreyierung auSeinandergesetzt hat. Im Kapparlament hat man bekanntlich verlangt, daß wir Deutschen die Kosten zahlen sollten, die den Engländern auS der Internierung von 2000 Hottentotten entstanden sind. Ich würde empfehlen, diese Anforderung mit einem glatten Nein zu beantworten. Wenn die Engländer die Hottentotten als kriegführende Macht anerkennen, dann mögen sie sich auch gefälligst wegen der Kosten an diese kriegführende Macht wenden, zumal die Engländer wegen der Verhältnisie an der Grenze selbst schuld daran sind, daß der Aufstand so lange dauerte. Wegen der Grenzverletzungen, die dort vorgekommen sind, wäre eS itterhaupt an der Zeit, wenn endlich einmal von Berlin auS ein kalter Wasserstrahl nach London ge- schickt würde. Zu den Kosten deS jetzt geforderten DahnbaueS sollte man in stärkerem Umfange die großen Gesellschaften heranziehen, die Grundstücksspekulation treiben. Man müßte gegen diese Grundstücksspekulation überhaupt einschreiten, und ich bebaute, daß ber Kolonialbirektor auf biese Frage bisher nicht eingegangen ist. An sich stehen wir dem Eisenbahnbau sympathisch gegenüber; bie Bahn ist auS militärischen und wirtschaftlichen Gründen nötig. Besonders gefreut hat es mich, baß ber neue Kolonialbirektor als klares Ziel unserer Kolonialpolitik die finanzielle Selbständigkeit unserer Kolonien hingestellt hat. Es müßte in der Tat Ehrensache für uns sein, diesem Ziele zuzustreben. ES geht aber aus der Denkschrift nicht hervor, ob eine Selbstverwaltung den Kolonien erst dann gegeben werden soll, wenn diese finanzwirtschaftliche Selbständigkeit voll erreicht ist. Ich meine, eine Selbstverwaltung in begrenztem Maße müßte schon jetzt gewährt werden. Redner bekämpft sodann die kolonialpolitischen Anschauungen des Abg. Ledebour, der den Kolonien nicht das mindeste Verständnis entgegenbringe. Man sollte sich weniger auf papierne Berichte und mehr auf Tatsachen stützen, wenn man sich ein rechtes Urteil bilden will. Und ich muß sagen, ich hätte mich gefreut, wenn ich auch von dem Berichte des Kolonialbirektors, insoweit er sich auf die Rentabilitätsberechnung bezieht, nichts gesehen hätte. Ich bitte bei dieser Gelegenheit die Regierung, mit derselben Schnelligkeit, mit der sie die Verträge mit der Firma Tippelskirch und Konsorten aus der Welt geschafft hat, auch die Schnapskonzession der Firma Woermann zu beseitigen, die auf Grund dieser Konzession im vorigen Jahre volle 70 Prozent Dividende zahlen konnte. In die Berechnungen des Kolonial- direktors in Betreff des in den Kolonien intieftierten Kapitals hat sich ein bedenklicher Rechenfehler eingeschlichen. Es sind investiert 870 Millionen deutschen Kapitals, uno es mag zutreffen, daß davon 20 Millionen unrentabel sind. Dann sind aber nicht, wie der Kolonialdirektor meint, 250 Millionen rentabel und 100 Millionen in der Entwickelung begriffen, sondern aus allen sonsttgen Angaben ergibt sich, daß nur 191 Millionen als rentabel und 159 Millionen als in der Entwickelung anzusehen sind. Wir mißbilligen die mehr als unsachliche Weise, in ber bte „Nationalzeitung" den Kolonialdirektor angegriffen hat. Sollte das etwa alte Feindschaft aus ber Vergangenheit sein? Wir hoffen, daß jetzt mit aller Kraft dem Ziel der wirtschaftlichen Selbständigkeit der Kolonien zugestrebt werden wird, und ich habe mich darum ganz besonders über das Auftreten des Reichskanzlers gefreut, der hier in voller körperlicher Rüstigkeit vor uns erschien und offen kundgab, daß die Neichs- regicrung von jetzt an ber ganzen Kolonialpolitik eine andere Bedeutung beimessen wird als bisher. Wir müßen nun sehen, auch im Volke das Verständnis für unsere Kolonien zu beleben, denn ohne Mitarbeit und Zustimmung des Volkes wird eine gesunde Kolonialpolitik nie getrieben werden können. (Beifall rechts.) Abg. Schrader (freif. Bgg.jk Daß bie Kolonialpolitik bei uns bisher keine Erfolge aufzu- tveisen hatte, lag in ber Art, wie sie gehandhabt wurde. ES fehlte an den administrativen Kräften, daher kamen wir nicht weiter. Erfreulich ist. daß jetzt ein Umschwung sich borbereitet, und ein Kaufmann an bie Spitze der Verwaltung gestellt wird. Einer vernünftigen Kolonialpolitik sind wir bereit, die Hand zu bieten. Dem neuen Kolonialdirektor steht eine große Aufgabe bevor. Es ist sehr schön, daß er pünktlich im Automobil vorfährt und die Beamten zur Pünktlichkeit anhält. Aber er hat noch ganz andere Dinge zu tun. Er hat die großen, weiten Gesichtspunkte anzugeben und in der Kolonialpolitik zur Dltrchführung zu bringen. Seine Verantwortung ist nicht gering. An Unterstützung durch uns soll es >hm nicht fehlen, wenn er den richtigen Weg energisch geht. Vor allem müßen wir möglichst schnell dahin kommen, daß unsere Kolonien finanziell selbständig werden. So optimistisch, wie der Kolonialdirektor, denke ich nicht; gar so rasch, wie er meint, werden wir an jenes Ziel nickst kommen. Doch braucht uns das nickst zu kümmern. Ob etwas früher, ob etwas später, ist schließlich nicht so wichtig. Herr Dr. Semler verlangte ein großzügiges Eisenbahn- Programm. Das würbe gar nicht so großen Wert haben. Auch das muß sich erst nach und nach entwickeln. Sehr schwierig ist die Verwaltung, die in gewisser Hinsicht kompliziertere Probleme stellt, das Gebiet ist ja größer als das Deutsche Reich, und die Verhältnisse sind vielgestaltiger. Das Eingeborenenrecht bedarf eines besonderen Studiums, darin stimme ich dem Kolonialdirektor zu; ob man dazu gerade einen Kolonialattache braucht, ist freilich zweifelhaft Hoffentlich können unsere Kolonien jetzt einer gedeihlichen Entwickelung entgegensehen. (Beifall.) Abg. Erzberger (Zentrum): Namens meiner politischenFrrunde habe ich deren Stellung zur Kolonialpolitik bargelegt. Der Reickskanzler hat häufig schon geschickt gesprochen. Aber so ungeschickt, wie vorgestern, hat er noch nie gesprochen. Seine Rede gipfelte in zwei Punkten: in der Darlegung dcö Falles Pöplau und in einer Generalanschuldigung ber Preße. Herr Pöplau hat weiter nichts getan, als auf die Verfehlungen anderer aufmerksam gemacht. Als er nichts erreichte, man ihn sogar als geisteskrank hinstellte, ging er zum Abg. Müller - Sagan sHört, Hörti), dem er daS Material überreichte, das dieser bann wieber dem Reichskanzler bortrug. Daraufhin wurde Pöplau diszipliniert. (Hört, hört!) Und der Reichskanzler hatte in seiner Reoe neulich nichts DesiereS zu tun, als sich auf diesen Fall Pöplau zurückzuziehen und ihn lang und breit vorzutragen. Dann die An- fdjulbigung der Presse wegen „Ucbertrcibungcn". Niemand anders bat sich einer UcbertreÜning schuldig gemacht, als ber Reichskanzler selber. Wo und wann sind die von ibm behaupteten Ueberlrcibungcn und Verallgemeinerungen geschehen? Ich freue mich meiner Zugehörigkeit zur Presie, und ich wünschte, baß man auch in Deamten- kreisen mehr von den Eigenschaften hätte, die die Vertreter der Prejse auSzeichnen. Es könnte manchen gar nichts schaden, wenn sie in bie Presse gingen. Freilich möchte ich von manck»em höheren Beamten bezweifeln, baß er eS in ber Pressekarriere bis zur Stellung einc5 Chefredakteurs bringen könnte. (Heiterkeit.) Zum Beispiel fehlte dem früheren Reichskanzler, dem Fürsten Hohenlohe, sicher bas Augenmaß für die richtige Beurteilung ber Dinge (Heiter, feit), wie sie bie Presse haben muß. Uni) es fehlte ihm auch an der Eigenscksaft, daS RebaktionsgeheimntS zu wahren. (Erneute große Heiterkeit.) Gegen die deutsche Presse ist der Vorwurf deS Reichskanzlers ganz und gar» ungerechtfertigt. Und wenn hier und da in Sachen der Kolonialpolitik übers Ziel hinausgeschoßen würbe, so lag daS lebiglich an dem Verhalten ber Verwaltung selber, baS Mißtrauen erregen mußte. War es boch bem Reichstage schwer, über irgenb etwas eine klare Antwort zu erhalten! Die Aufdeckung der Miß- stände schadet dem Ansehen deS deutschen Volkes nicht; im Gegenteil, sie zeigt nur, daß unser Volk die Kraft hat, sie zu überwinden. Hat die Erörterung der solbatenmißhandlungen ober ber Wein- pantschcreien geschadet? Sie hat nur genützt. Herr Schädler hat namens ber Fraktion erklärt, einem Abgeordneten, der mit scharfer Hand hier zupacke, gebühre Anerkennung. Damit bin ich sehr zufrieden. Daß sich die Fraktion mit jedem meiner Anklagepunkte identifiziert, das will ich gar nicht. Herr Dr. Semler hat es mir verdacht, daß ich in Volksversammlungen Kritik an der Kolonialverwaltung geübt habe. Aber er hat nichts dagegen, daß unsere Kolonialpolittk durch daS ganze Land über den grünen Klee gelobt wird. ®erbitten muh ich mir bie Insinuation des Abg. Lattmann, meine Kritik wäre nicht biftiert auS Liebe zum Vatcrlanbe. Sic war biftiert au8 Liebe zur Wahrheit und zum Zweck, Besierung zu schaffen. Man hat mich zum Kolonialgegner zu stempeln versucht. Ich bin eS aber ganz und gar nicht; ich stehe unbedingt auf dem Standpunkt meiner Fraktion, ich will Kolonien im Interesse der Kultur und beS Christentums. Der Vorwurf, ich bringe meine Kritik tropfenweise, zeugt von Unkenntnis der Verhältnisie. Solche Dinge erfährt man nur nach und nach. Und Gift soll meine .Kritik fein. Ja, Gift für die Kolonialschnorrer, bie patriotisch sinb, um Geschäfte zu machen! Für bte soll meine Kritik heute und stets Gift sein. Ist es nicht bezeichnenb, daß bie nationalliberale Jugend in Hannover in den Stoßseufzer ausbrach: „Warum mußten wir unS diese Kritik entgehen lassen!" (Sehr gut! im Zentrum.) Dies vorangeschickt. Nun zum Eigentlichen! An der Spitze der Verwaltung steht jetzt ein neuer Herr, und er ist, abgesehen von einer einzigen Säule, die von entschwundener Pracht zeugt, mit einem ganz neuen Personal ins Haus gekommen. Dazu beglückwünsche ich ihn. Er hat all die Verträge sofort gelöst. Das beweist, daß unsere Kritik berechtigt war. Der neue Kolonial- direkior hat sich sehr gut eingeführt. Es hat mich gefreut, daß wir an der Spitze unserer Kolonialverwaltung auch endlich einmal eine intelligente Kraft besitzen. (Stürmische Heiterkeit.) Ich teile keine Vorschußlorbeeren aus. Aber Anerkennung hat der neue Herr bereits verdient. Zwei Monate ist er im Amt, zwei Tage hier im Reichstag, und wenn er uns jeden weiteren Tag so viel Erfreuliches bringt, wie an den beiden ersten (Heiterkeit), so können wir, denke ich, zufrieden sein. Ganz besonders lieb war es mir, zu sehen, daß der neue Kolonialleiter zwei urechte Zentrumsrappen vor den Kolonialwagen gespannt hat. Der erste ist die Beseitigung oder Eindämmung des Verordnungswesens. Das ist eine alte Forderung unserer Partei: die Rechte des R-ichStages müssen in dieser Beziehung sehr wesentlich erweitert werden. Wir brauchen eine koloniale Gesetzgebung, an ber der Reichstag mitwirkt; in zwei Punkten ist uns diese Mitwirkung schon versprochen: bei ber Neuregelung bes Beamtenrechts und beim Rechnungswesen. Das muß nun weiter ausgedehnt, ein Eingeborenenrecht muß geschaffen werden usw. Das leidige Verordnungswesen hat zu sehr vielen, sehr schweren Mißständen geführt. Es hat in unerhörter Weise überhand genommen. Für die Selbstverwaltung der Kolonien läßt sich eine allgemeine Norm nicht finden. Wer der Einfluß der in der Kolonie Wohnenden muß wesentlich erweitert werden. Ein besonders wichtiger Punkt ist, wie der Kolomalrat zusammengesetzt ist, und wie er amtiert. Er sollte der Bureaukratie in der Verwaltung entgegenwirken. Aber es scheint umgekehrt, als ob er noch mehr Bureaukratie in bk Verwaltung hineingebracht hat. Die geschäftliche Tüchtigkeit, bie von ihm ausgehen sollte, hat jedenfalls niemand an ihm wahrgenommen. Der neue Kolonialdirektor hot in Kvei Monaten mehr praktische Fähigkeit bewiesen, als der Kolonialrat in fünfzehn Jahren. (Sehr wahr!) Dann aber führt die Tätigkeit des Kolonialrates auch dirett zu schweren Mißständen. Im Kolonialrat sitzen Leute, die das allergrößte Jnteresie an großen Ausgaben in den Kolonien haben. (Hört, hörtl Unruhe.) Ja, das ist doch ganz einfach. Die Herren erhalten zuerst Einsicht in den geplanten Etat, und wenn nun einige darunter sind, die fetter Lieferungen übernehmen wollen, so melden sie sich auch zuerst, und man braucht sich nicht zu wundern, wenn sie zuerst den Zuschlag erhalten. (Hört, hört!) Ganz ähnlich liegen die Dinge bei der Verleihung von Kon- ’.dr.dncn. (Hört I hört!) Man könnte mit Recht die Frage.aufwerfen, ob der ganze Kolonialrat überhaupt noch notwendig ist. Nun von der Politik zur Volkswirtschaft. Die Denkschrift des neuen Kolonialdirektors erinnert mich an den Goetheschcn Spruch: „93om Vater hab' ich die Statur, DeS Lebens ernstes Führen; Dom Mütterchen die froh' Natur, Die Lust, zu fabulieren." (Große Heiterkeit.) Der Kolonialdirektor hat ja seine Denkschriften sck'ou ;' -’.icm» lich preisgegeben. Bei der Zusammenzählung der Kapitalanlagen des Reichsfiskus vermisse ich die Summen, für die das Reich die Zinsgarantie übernommen hat. Bei der Rentabilitätsberechnung müßte neben den Ntibriken werbende und unrentable Anlagen noch eine Rubrik eingeführt werden, nämlich die Rubrik „frefienbe Anlagen". (Große Heiterkeit.) Dazu gehört zweifellos bie Mole in Swakopmunb. (Sehr richtig! im Zentrum und links.) Wenn auch auf die Statistik des Kolonialamtes nicht viel zu geben ist. so ist doch immerhin ein solcher Versuch mit Freuden zu begrüßen, denn nun kann die Kritik einsetzen. Wende ich mich nun zur Finanzwirtfchast, so ist eS charakteristisch, daß unsere Politik unbedingt zur Schulden- und Pumpwirtschoft führen muh. So kann eS unmöglich weiter gehen. Einer Uebernahme der militärischen Kosten auf den Reichs- Haushaltsetat fetzen meine Freunde den denkbar größten Widerstand entgegen. (Sehr richtig! im Zentrum.) DaS würbe nur eine Verschleierung und Trübung zur Folge haben. DaS Volk hat aber ein Recht, in jedem Jahre klipp und klar zu erfahren, hw5 unS die« Kolonien kosten. Tie zweite Denkschrift bedeutet den Anfang, um zu festen Grundsätzen für bie Zuschüsse an bie einzelnen .Kolonien zu kommen. Von biesem Stanbpunkt auS begrüße ich die Denkschrift. Schon früher habe ich darauf hingewiesen, daß uns seit zehn Jahren keine Rechnung mehr über die Kolonien gelegt ist. (Hört, hört! im Zentrum und links.) Ick will nicht untersuchen, wer Schuld ist, Kvlonialverwaltung oder Rechnungshof, ich wünsche aber, daß hier Wandel geschaffen wird. Der Reichstag kann sich das, wenn anders er sein Budgetrecht wahren will, unmöglich gefallen lasten. Wo ist z. V. die Kontrolle über die Kvmmunaloer- waltung in Ostafrika? Die Bildung schwarzer Fonds und schwarzer Kassen in den Schutzgebieten ist ein Hohn auf daS Budgetrecht. (Hört, hört! links und im Zentrum.) Ein Teil der amtlichen Einnahmen wirb in einer befonberen Kaste festgelegt, bie teils schwarze Kaste, teils schwarzer Fonds heißt. ES handelt sich also zunächst um eine falsche Buchung. (Hört, hört!) WaS geschieht mit dem Geld? Es werden allerhand Bedürfnisse daraus bestritten, von denen man nicht sagen kann, daß sie unbedingt amtlichen Charakters sind (Hört, hört!), z. B. Pilsener Bier (Heiterkeit), Selterswaster (Heiterkeit), schwarze Lacksttefel für einen Beamten. (Lebhaftes Hört, hört!) Ich habe die Belege für bie Richtigkeit biefer Behauptungen bereits vor 3—4 Wochen bem Kolonialbirektor gegeben. Ich hätte bie Sache nicht vorgebracht, wenn si« nicktt wahr wäre, unb wenn nicht bet Reichskanzler geradezu provozierend auf diejenigen Abgeordneten eingewirkt hätte, die sich an der Aufdeckung der Mißstände beteiligten. (Sehr wahr! links.) Die Sacke ist umso bedenklicher, als im letzten Jahre bereits ein ähnlicher Fall, ber beS LanbeShauptmannS VranbeiS, hier besprochen worben ist, wo selbst ber Abg. Dastermann mit aller Energie erklärt hat, daß die Kolanialverwaltung mehr auf Ordnung halten müsse. Angesichts solcher Jnstittttionen und Kasten ist daS Budgetrecht deS Reichstags ebenso auSgehöhlt, wie eine Kontrolle deS Rechnungshofes über fluffig. (Seht richtig!) Der Fall hat sich abgespielt in einer Kolonie, die bisher als die beste gegolten. (Togo! links.) Ich mochte den Kolonialdirektor bringend ersuchen, mit den schärfsten Mitteln gegen eine solche Art der Verschleierung bet Einnahmen unb gegen eine solche Art ber Ausgaben einzuschreiten. Geschieht bas nicht, so kann, glaube ich, Herr Dr. Paasche bad Lob, bas er im vorigen Jahr« hier ausgesprochen hat, nicht mehr aufrecht erhalten. Es gereicht mir zur Genugtuung, daß ich unmittelbar an diesen bedenklichen Punkt eine Anerkennung knüpfen kann, bie meine ganze Fraktion teilt: bie Anerkennung für die Kündigung ber Monopolverträge. (Lebhafte Zustimmung.) Besonders bedenklich sinb bei biesen Verträgen einige Nebenerscheinungen. Ein Staatssekretär antichambriert bei einem Lieferanten für bie Kolonien, um dort eine Stelle für einen Kolonialgeheimrat zu erhalten (Hört! Hört!), der ben Freunden bes bekannten Dt. Peters geopfert werden sollte und deshalb einen neuen Verdienst brauchte. (Hört!) Ein anderer Lieferant stellt einem Beamten seine flacht zur Verfügung, im Automobil eines Lieferanten fährt ein anderer Beamter am Sonntag nachmittag aufs Land hinaus. (Hört, hört!) Von anderer Seite wird erzählt, daß bei gewisten Anlästen Sekt in Strömen fließe, damit die Schiffe bester vom Hafen laufen. (Heiterkeit.) Eine solche enge Verbindung zwischen einer Behörde deS Reichs und Lieferanten widersttebt der politischen Moral. (Seht richtig!) Absolut notwendig wird ein näherer Aufschluß darüber fein, unter welchen Umständen unb Bedingungen der Vertrag mit Tippelskirch gelost ist. Wenn bas ohne Schaden des Reichs erfolgt ist, bann muß ber neue Kolonialdirektor ja geradezü ein Raubetfünftler sein. (Heiterkeit.) Im Mai d. I. hat die Firma Tippelskirch noch sehr scharfe Bedingungen gestellt. Durch die Lösung des Vertrages ifb, doch tatsächlich bekundet worden, daß die Kolonialverwaltung selbst! der Ansicht ist, daß bie bisherigen Verträge nicht mehr aufrecht erhalten werden konnten (Sehr wahr!), und damit haben Sie offen anerkannt, daß die Krftik des letzten Winters berechtigt war. Die Mitteilungen des Kolonialdirektors sind auf der rechten Seite mit großem Beifall ausgenommen worden. Da hat sich inzwischen also eine Wendung vollzogen. (Sehr richtig! im Zenttum unb links.) Als wir im letzten Frühjahr die Lösung der Verträge beantragten, da stimmten die Heren von der Reckten unb die Nationalliberalen gegen diesen Antrag, mit Hilfe der Linken unb des Zentrums wurde er angenommen. Dadurch wurde der erforderliche moralische Druck ausgeübt, um eine Lösung der odiösen Verttäge berbeizu- führen. Der Reichskanzler meint, man könne von ihm nicht verlangen, daß er sich darum kümmere, welcher Art die Stiefel sind, hx-Ttt? die Firma liefert. Mir ist noch kein so unvernünftiger Mensch begegnet, ber das gewollt hätte. Was man verlangt hat, ist. daß überhaupt eine Kontrolle buTcbaefübrt wird. ES gibt doch neben dem Reichskanzler noch eine große Reibe von Beamten, für die im Etat bas Gehalt ausgeworfen ist. Man bat meine Behauptungen über die horrenden Verdienste der Firma Tippelskirch in Wrede gestellt. Ich muß sie aufrecht erhalten. Erst jetzt fabe ich erfahren, daß die Firma an Stiefeln, die sie fertig be->og und nur wicksen ließ, 12 Mk. pro Paar verdiente. (Hört! hört!) Die Auslagen betrugen 25 Pf. (Erneutes Hört! Hört!) Man siebt an diesem Beispiel, daß Stiefelwichsen unter Umständen ein ganz rentables Geschäft sein kann (Heiterkeit), namentlich wenn die Frau mitwickst. (Sttirmische Heiterkeit.) Ich habe bisher an die Worte ber Herren vom Bundesrats so fest geglaubt, wie an bie der heiligen Schrift. Inzwischen aber habe ich meinen Glauben einer Revision unterzogen. Denn die Mitteilung, daß die Firma Tivvelskirck die einür-e ki. bie Kakhistoffe Herstellr. bat sich als unrichtig erwiesen Dieses Moment eriftiert nur in der Mne des betreffenden Geheimrats, nickt aber in Wirklichkeit. sHort I <>örf 1) Ick bin fest überzeugt, baß der neue Kolonialdirektor einen solcken Vertrag nie unb nimmer duldet, aber das Haus hat ein Reckt, diese höchst bedauerlichen Vorgänge noch nackttaalich zu krittsieren. Auf den Apothekenverttag will ich nicht einaeßen. ich weise nut darauf hin, daß die Apotheker nicht nur Medikamente und auch die Woermannvcrträge. Du fr aast, was ich von seinen (Dr. Semlers) Ausfüh- (Heiterkeit, Zustimmung.) "xu. V,» /FrrnmAafrüAt«» sind in immer minder- Welter bin ich gefra. Beamten der ist daS ziehe sich auf die Woermannlinie. ------ U. Richthofen und die Kritik lasten sich sehr wohl veremiyen ; derjenige, der dabei sich nicht vorgesehen hat, ist der Relchsfiskus. Weiter bin ich gefragt worden, wer hat den Vertrag gemach« Und da ist vielleicht doch richtig, hier festzustellen,, dast nicht die Einzelpersonen für das, was hier vorgekommen ist, in Anspruch zu nehmen sind, sondern wie Herr Schädler gesagt hat, Bei der Lösung handelt es sich erstens nm den sogenannten Monopolschiffahrtsvertrag, zweitens um den L an - c Besiedelung des ganzen rranoes aufgegeoen unu , jjx u » u u 11 11 । u w v *■» « v . ...- », n p:m(,2 beschranken will freut uns sehr', er folgt damit! d u n g S v e r t r a g für Swakopmund und Lüderitzbucht. Da *■ - ' freisinniger und sozialdemokra- ! neben laufen noch eine große Anzahl von Einzelvertragen weiter, sie liberalen ihn bekämpfen. Herr werden aber vorgelegt werden. Es ist ganz richtig, wenn Herr 'iner Broschüre ein Phantasie- Erzbcrger bemerkte, meine Erklärung über das Znruckfordern be- ftoxvxucr der afrika- ziehe sich auf die Woermannlinie. Die Anerkennung des Herrn auf einen einer Anregung von Zentrums-, L-., v . tischer Seite, während die NationaUiberalen ihn bekämpfen. Dr Scmlcr hat diesen Plan in seiner Broschüre em Phantasie Produkt genannt. Hören wir, wie ein genauer Kenner der afrikanischen Verhältnisse, Dungs, über die Broschüre des Herrn Dr. Semler urteilt. Er schreibt (sein Buch besteht aus Briefen an seine Sen fatte. Nun, bi7 Erstllngsfrüchte sind ja immer minderwertig (Heiterkeit), und im Altertmn hat man sw der Gottheit geopfert. (Heiterkeit.) Mir kam beim Lesen der Schrift oft der Gedanke: Wie ungerecht bist du doch gewesen, vom Deutschen Volke Verständnis für koloniale Dinge zu erwarten, wenn selbst femand, der mit an besten Spitze stehen will, rn seinem Urteil fo oft und so aründlich daneben haut!" (Große Heiterkeit.) Asio, das ist das Urteil eines Sachkundigen über die „Praxis" des ^errn Dr.^an- ler der uns — und jetzt also auch dem Kolonraldircktor —<■ »P^an- tasieprodukt" an den Kopf wirft. Das wollw ich vcrrn Dr. Semler gegenüber in aller Freundlichkeit und Freundschaft (Hetter- Ucbersicht. Es handelt sich um vereinzelte Falle sodaß der Leoner zu dem Schlüsse kommt: Angriffe gegen den deutschen Kolomal- beainlenstand als solchen fiiit) unbegründet. ES [»inten diese Aufstellung nicht, daß alles, was anhängig ist, auf bnj gründlichste untersucht wird. Aber un allgememeu Diese Legende möchte ich gleich a er flöten. Ich habe an Herrn Le de b out und ein anderes Mitglied der Linken, nicht der sozialdemokratischen angehörend, folgenden Brief geschrieben: „Ich bin zur Zeit beschäftigt, die. Fälle zu untersuchen, in welche gegen Beamte Beicbwerden, fei es Venn Reichstage, sei eS in der Oeffentlichkeit, erhoben worden sind. Es wird mir gesagt, daß mich bei Ihnen solche Beschwerden em* gegangen sind. Ich würde es mit Dank anerkennen, wenn Sie, soweit Sie die Beschwerde selbst für begründet erachten, mir meine Aufgabe durch Angabe des sachlichen Inhalts der Beschwerde erleichtern würden." Das ist alles. (Lebhafter Bei* fall) Wenn Herr Ledebour mir das Material nicht gegeben hot, so hat er vielleicht kein Material gehabt. Vielleicht wollte er der Verwaltung auch u n e n t to e g t keinen Gefallen tun. (Sehr gut! rechts.) Es tut mir leid, daß mir auch der andere Herr sein Material unter einem Vorwande nicht gegeben hat. Nur wenn ich unterstützt werde, wie es hier Erzberger getan hat, kann ich auch diese meine Pflicht tun. Es ist die Bildung der besonderen Kommissioti bemängelt worden. Es wäre mir auch lieber gewesen, sie wate nicht ernannt worden, um alle Präjndize zu vermeiden. Es ist auch nur geschehen, weil das Amt mit laufenden Aufgaben bereits derartig überhäuft ist, daß es eine gründliche Untersuchung überhaupt nicht mehr bewältigen konnte. Die Kommission hat außerdem den Vorzug, daß die Richter und Staatsanwälte frisch und frei an die Arbeit Herangehen tonnen, daß sie durchaus unbeeinflußt sind. Das bat mit dem Grund der Berufung nichts zu tun. Die Besteuerung darf also nicht zur Konfiskation werden, denn sonst kommt der gute Glaube des Reiches in Frage, und der ist schließlich doch wichtiger, als der in betracht kommende Zweck. Ich komme nun zu der sogenannten Rentabilitätsberechnung. Es handelt sich um einen jährlichen Zuschuß von 550 000 Mk., den die Firma Lenz u. Co. als Marimum für die Bahn ver- taugt. Was hieran bis zu 200 000 Mk. gespart wird, soll halb der Firma und halb dem Reiche zugute kommen. So ist der Srnn des Vertrages, und so ist er gefaßt, weil ich mich auf Rentabilitätsberechnungen nicht einlassen wollte. Ich habe ja schon sonst nicht viel Glauben für meine Berechnungen gefunden. (Heiterkeit.) Die Frage, wann die Bahn gebaut sein muß, hängt von der Zahl der Truppen draußen ab. Daß aber immer noch Truppen da bleiben muffen, darüber herr'cht gar kein Zweifel. Das Risiko des Betriebes ist nicht groß, ob wir allerdings Kapitalzinsen bekommen werden, ist eine andere Frage. Nun ist es ja äußerst gefährlich, sich über die Frage, wieviel Truppen da notwendig sind, hier im Plenum zu unterhalten. Daß sind Fragen, über die man sich in der Kommission unterhalten muß. Ich bemerke aber, daß der Limes nicht so beschritten werden wird, daß einzelne Leute davon Vorteil haben. Gouverneur von Liiideguist ist der Meinung, daß man Maßnahmen dagegen trifft Dec Vertrag, durch den der Vertrag mit TiPPelSkirch aufgelöst ist, wird Ihnen natürlich auch in der Kommission vorgelegt werden. Es heißt darin, daß der Vertrag am 31. Marz 1907 fein Ende erreicht, daß eine Entschädigung durch das Reich nicht stattfindet, daß die Materialien znm Selbstkostenpreis übernommen werden. Der Kolonialdirektor teilt noch einige weitere Einzelheiten des Vertrages mit Der Tippelskirchvertrag wird vorgelegt werden sondern auch Hufeisen, Pferdenägel, Photographie-Apparate und alles Mögliche verkaufte — natürlich zu Apothekerpreisen. (Hort! Hört! und Heiterkeit.) Man kann doch nicht behaupten, daß die Apotheke die billigste Vezugsquelle für Hufeisen ist (Heiterkeit) Nun zum allerschlimmstenl Der Abg. Frhr. von Richthofen chat gesagt, man habe die F i r m a Woermann mit Schmutz beworfen. Ich weiß nicht, ob sich das auf meine Per,on bezieht. (Abg. v. Richthofen: Nein!) Die Firma Tippelskirch i|i gegen die Firma Woermann der reinste Waisenknabe. (Hörtl Hört!) Nicht gegen die Kaufleute richten sich meine Vorwürfe, denn die nutzen die Konjunktur aus, sondern gegen die Verwaltung, die solche Vertrage abschließt. Mit der ?ytrma Woermann sind eine ganze Reihe von Verträgen abgeschlossen, z. B.der Vertrag betr. die Landung Kapstadt-Lüderitz. . Dort entwickelt sich ein ganz riesiger Verkehr, lieber die Tarife, die hier an Woermann gezahlt wenden, herrscht in den Kreisen der Reedereibeiitzer nur eine Stimme der Verurteilung. Wir bezahlen z. B. f; die Fracht von Kapstadt nach Lüderißbucht, bei einer ^ahrtdauc von 2 Taaen, pro Tonne 31,50 Mk. (Hört! Hört!), von Hambu nach Wladiwostok dagegen bei einer Fortdauer von r > bis 60 -tagen pro Tonne nu/23,50 Mk. lLcbha'' ?S Hört! Hört), und da muß der Reeder nach die hohen Suez-.'' nal-Al • .-Jen tragen. Sie sehen also, die Verdienste der Firma sind riest":groß. _ Was noch bedenklicher ist. ist folgendes: Es ist mir bei- nt, daß eine «rudere Linie sich angeboten bat, die Fracht um 1 b i s 66 V r o z e n billiger nach Lüderißbucht zu bc' .dem, als die Woermannlinie (Hört! Hört!) Es ist mir wc er mitgeteilt, daß auf diese für die ReiSsfinanzen so günstige Offerte bie betreffende Linie ohne jede Antwort geblieben ist (Erneutes Hort! Hort!): es ist.mir weiter gesagt, daß die Kolonialverwaltung auf Grund dieser Offerte nicht an die Woermann-Linie heranaetretm ist und von ihr eine Ermäßiaung verlangt hat. Ich hoffe, daß ''ns hierüber in der Kommisiion eine genügende und ausreichende Auskunft gegeben wird, denn bei Ausgaben von über 100 Millionen kann man Nicht so leicht über solche Dinge hinwegaehen. Hoffentlich gelingt es mir durch meine Kritik mich die Verträge mit Woermann über den .Haufen zu werfen. Noch besteht das L a n d u n g s m o n o P o I in Swakopmund und Lüderitzbucht. Die Landungsgebuhr ist ungemein hcch, und dabei muß es auffallen, daß die Landungsge- b'ihren mit ber itnnffngen Reede von Swakopmund mebnaer sind in dem stillen Hafen von Lüderitzbucht. Gei^ß, die Luderltz- bucht-Gebübren sind ermäßigt worden, aber bezeichnenderweise erst die Kolonialschwärmer erkennen <8 jetzt an, daß für viele Leute, die jetzt draußen find, die Schutztruppe die milchende Kuh ist. Ta ist es sehr erklärlich, daß diese Leute sich gegen die Zurückziehung der Schutztruppe erklären. Wenn sie erfolgt, bann wird eben in den Gewinnchancen dieser Leute ein gewaltiger Zusammenbruch erfolgen. Wir führen jetzt im Süden nur noch den Krieg un Gebiet der Landgesellschaften, die den Proviant dazu liefern und em gutes Geschäft machen. Diesem allein liegt an der Verlängerung des jetzigen Zustandes. Natürlich, sie machen daS allergrößte Geschäft. Die Autorität des Geucralstabes erkenne ist sonst gern an. Mer wie oft hat sie hier nicht schon aufmarschieren müssen! Oberst von Deimling rechnet zuerst us, daß jeder Kopf und Knopf dort notwendig sei. Sväter sagte er: „Bewilligen Sie die Eisenbahn, so ,age ich, wie viele Leute zurückgezogen werden." Dieser unwürdige Handel nut Menschenflcisch kam nicht zustande, die Eisenbahn fiel, trotzdem luw nach und nach 2500 Mann zurückbefördert. Da kommen «ie uns nicht mehr mit der unbegrenzten militärischen Autorität in diefen Dingen. Profesior Hasse meinte sogar, 20 Unteroffiziere mit einer schwarzen Truppe würden genügen. So weit gehe ich ja nicht. Was ist überigens geschehen, um die Eingeborenen friedlich zu getoinnen? Einmal ist ein Missionar dazu entsanidt worden; mehr habe ich wenigstens nicht gelesen. Wo ist die Erfüllung der Zusage, den Eingeborenen Rcservare zu sichern. Wundem muß man sich darüber, daß in. den letzten zwei Jahren so oft ein Wechsel in den K o m m a n d o st e l l e n stattgefunden bat. Man sagte früher, Südwestafrika sei eine gute Lungenheilstätte. Jetzt scheint es fast, als sei es em Sanatorium für Leute, die an gewißen Herzaffektionen leiden, (£*lt€rtott;) Was jetzt in Südwestafrika zu leisten ist,, ist feine SoPbatcnarlbeit mehr, es ist eine Arbeit für den Polizeidienst. Auch im Jitterepe der Soldaten selber ist eine Reduzierung der Truppen gelegen. Bon der Undankbarkeit des Vaterlandes den Soldaten gegenüber hätte Herr Dr. Semler wirklich nicht sprechen sollen. Es ist von feiten des Reichs genug geschehen. Vielleicht hatte Herr Dr. Semler nur die im Auge, die als „Liebesgaben" ganze Kisten mit „^okal- Anzeigern" sandten! (Heiterkeit.) Das war allerdings sehr herzlos (Erneute Heiterkeit.) Auf alle Vorkommniste will ich nicht eingehen. Manche Mißstände siiid noch vorhanden. Wie steht es uim Beispiel mit der Tatsache, daß ein Teil der Schutztruppe em Hoch auf Bebel ausgebracht haben soll — gewiß leine erfreu* liche Ersclfeinungl (Große Heiterkeit.) p b e r st v o n D e i m - l i n g hat mit der unS bekannten Energie (Heiterkeit) dem Reich schon viel Geld erspart, indem er überflüssige Posten gestrichen hat. Im übrigen warten wir ab, was die Untersuchung bringt, die erst der neue Kolonialdirektor ungeordnet hat, nachdem man den ganzen Sommer hindurch trotz aller Enthüllungen nichts, getan hat. Nun zur Vorlage selber! (Große Heiterkeit; Redner spricht nämlich schon zwei Stunden.) Ein „großzügiges Vahn- Projekt", wie Herr Dr. Semler, wünsche ich nicht. Ganz unmöglich ist cs, die Entwickelung im voraus zu übersehen. Das konnte man nicht einmal in Berlin. Wir betrachten den Bau dieser Bahn umer dem Gesichtspunkt der Zurückziehung der Truppen. Daß em Transport auf der Eisenbahn rentabler ist, als auf einem Ochsen- tuagen, ist klar. Mer die ganze Rentabilitätsberechnung fußt auf der Tatsache der Anwesenheit der Truppen. Sind nicht 5000 Mann anwesend, sondern nur 500 Mann, so hört der Betrieb auf, ren- i tabel zu fein. Und mit den Schätzungen der Ertragnisse der Ko- | Tonic soll man doch recht vorsichtig fein! Wenn G e he i mr a t Seitz einmal ein wahres Wort gesagt hat (.Heiterkeit), so dies, daß man Rentabilitätsberechnungen für die Kolonien überhaupt nicht aufstellen kann. Daß der Kolonial- direktor die Besiedelung des ganzen Landes aufgegeoen unb sich leit) bemerkt haben. . * Nun noch ein paar Worte über weine prinzipielle Stellung zur Kolonialpolitik Ich kmin deren Gegner gar nicht sein, schon wegen meiner christlichen Weltanschauung. Im Glauben an die große g ö t t l i ch e W e l t m i, s i o «des C h r i st e n r u m s muß ich natürlich wunfchen, daß alle Volker zu Christen werden. Tas ist meine Prinzipielle Auffassimg, die ich überall vertreten habe. Schutz und Fürsorge für dw Schwarzen, das ist der Kern einer feden Sozialpolitik. Von die,em ®e- sichtSpunkt aus verwerfen wir jode Maßnahme, die sich gegen die Existenz der Eingeborenen richtet. In dem Moment, wo der Schutz der Eingeborenen in den Mittelpunkt unserer..Kolonialpolitik gestellt wird, werden unsere Kolonien einer begeren Zukunft entgegengehen. (Lebhafter BcifaN im Zentrum.) Schatzsekretär Ftzhr. v. Stengel: ist die Kolonialverwaltuna ganz "Z überhaupt an einer solchen Sache sein kann. lH^rtett.) wird dem Hause demnächst bereits ein Vorbericht Über die letz R-chnung zugch---. Daß die R-chnu^Sl-Sung der abteilung mchr rechtzeitig erfolge, ist unrichtig. Zch Erzbcrger mitgeteili, daß schon die ^technuiig für das erste Quartal 1906 in den Händen des Rechnungshofes ist Prompter^nnmaa doch wohl nicht fein. Der Rechnungshof hat Hegen ^nche Dinge sehr erhebliche Bedenken, und Sie werden.diefe ia aus d-m Vor- bericht ersehen. Nun möchte ich dem Hau,e^ noch etwas Mitteilen. interessieren wird. Ich habe mir nämlich wegen der Angriffe, die gegen die Beamten erhoben sind, eine Lusammrnstellung machen lassen, über die Verfehlungen die, seitens der Beamten, Offiziere und Mannschaften in den Kolonien borgefommen stno. Redner verliest diese Zusammenstellung. Sw enihalt u. a. die Angabe, daß tn Südwestafrika bis zum Ausbruche des Krieges 103 Offiziere und Beamte und 3381 Mannfckfaften gewesen sind, und dag bestraft sind wegen Verfehlungen gegen Angeborene ein Offizier und ein Mann und wegen sonstwer Verfehlungen 39 Manm Auch über die ErmittlungS- und Disziplinarverfahren gegen Ine. Kolonialabteilung gibt der Kolonialdirektor eine vereinzelte Falle, sodaß der Redner riffc gegen den deutschen Kolomal- nach der Kritik in diesem Hause. Aufklammg bedarf auch die Art und Weise wie dieL a n - dungsgebühren berechnet werden. In der „Dortmunder Zeitung" sind haarsträubende D'nae darüber mitgcteilt worden. Ich bin darüber unterrichtet, daß schwere und berechtigte Klagen über diese Art der Berechmmg m der Kolonialabteilung einge- txem^n fing im Frübmbr ist mir diese Mitteilung gemacht worden. Ich habe dem Betreffenden gesagt, er möge siw ^machst Beim Kolomaldirektor beschweren, da ich mich darum.erst bekümmere, wenn der Instanzenweg erschöpft sei. Es ist mir mitgcteilt toorben, daß die Woermannlinie erhebliche Beträge zuviel berechnet hat, ich sage irrtümlich zuviel. Wir muffen diese Betrage unbedingt zurückverlaugen. Auch die Liegegelder sind ungemem hoch. Der Kmizler bat sich über die Uebertreibungen der Preise beklagt, aber er wird doch wohl auch englische Cav-Zeitiingen gelesen haben und wißen, mit welchem Hohn und Spott diese über die deut,che, . Verwaltung hergefallen sind, daß sie solches Liegegeld bezahlt. : (Hört! hört!) Ich konnte ihm eine ganze Reihe von Ausschnitten zur Verfügung stellen, wo ein Kapitän sich in Eap-Zeitungen rühmt, die deutsche Verwaltung übers Ohr gehauen zu haben (Hotti hört!) Wenn man all das zusammenstellt, so bekommt man em schönes Raritatenkabinett. (Heiterkeit.) Die Mrma Woermann hat die Verpflichtung übernommen, die ganze Verfrachtung ord- nunasmäßig zu erledigen, und wenn sie diese Vervflichtung nicht erfüllt, dann ist- e5 doch unerhört, daß sie auch noch Liegegelder verlangt. Ich bitte also, die Sache zu prüfen und auf Ruckzah- lungderLiegegelderzu bringen. Ich habe übrigens Anlaß anumebmen, daß Liegegeld auch bemhl! worden nt für Schiffe, die in Swakopmimd laaen und von Privaten verftachtet waren. (Hört! hört!) Jetzt plötzlich ist der Frachtsatz für die Fahrt von Lüderitzbucht nach Slimkopmund um 30 Proz. ermäßigt toorben. DaS aibt doch ?u denken, und ba wird niemand mehr behaupten können, daß meine Kritik nicht berechtigt war. Monopolvertrage müßten in Zukunft überhaupt vermieden werden, und man follte auch erwägen, ob die Ucbertragung von Lieferungen nicht in höherem Maße in die Hand der Gouverneure gelegt werden könnte. Das hat sich in England sehr gut bewahrt. Zur Untersuchung der Verhältnisse der 2 an b g es e H sch asten ist 1904 eine Kommission eingesetzt toorben. Ein Jahr har es gedauert, bis diese Kommission zusammentrat und Beschlüße hat sie überhaupt noch nicht gefaßt. Wenn das in dem Sckmellzugs-- tempo toeitergeht, bann werden wir vielleicht im Jahre 19-.5 $u Dem ersten greifbaren Resultat kommen. Wir fordern, daß mit dem , Unfug der Landgesellschaften sofort gebrochen wird. . sehr leicht erreicht toerben, wenn man ibnen.eine gewaltige Grund- , steuer auferlegte unb diese Steuer auf das fünf- und zehnfache er- höhte für solche Gebiete, die nicht bewirtschaftet werden. Ist es nickt ein Hohn, wenn man erfährt, daß bie deutsch e Kolo n i a l g e s e l l s ch a f t für Süd west afrika b^ in 20jähriger Friebenstätigkeit nie einen Pfennig Dividende gezahlt hat, in dem Kriegsjahre 1905 plötzlich 20 Proz. verteilen konnte! (Hört! hört!) In Südtvestafrika nennt man diese Vereinigungen „Sandwuchergesellschaften". (Heiterkeit.) Woher kommen denn die 20 Proz.? Zu "/-° bezahlt sie das Reich selbst. Die Gefell- schaften haben in unerhörter Weise das Reich ausgenutztz Ich habe Gelegenheit gehabt, einen Blick hinter bie Kulis s e n zu hin Wenn irgenb ein klingender Name an der Spitze stand, dann war es bisher sehr leicht, eine Konzession zu erhalten. M't der Erteilung solcher Konzessionen wird der Kolonialbirektor also künftig sehr vorsichtig sein müssen. Liegt boch sogar der Verdacht nahe, daß bie Südwest-Afrika-Kompagnie ni Verbindung steht mit der De Beers-Gesellschaft unb es verhindert, b^ Diamanten gefunben werden, nur damit der De Beers-Gefellschaft keine Konkurrenz erwächst. (Hört! hört!) Der neue Nachtragsetat von 29 Millionen wird angesichts der Hunderte von Millionen, die wir schon gezahlt haben, uns bezüglich' der Höhe nicht überraschen. Aber es wird auch noch ein K r e d i t g e s e tz in Aussicht gestellt, das die Ueberschrcitungen decken soll. Hat man denn etwa Schulden gemacht, ohne den Reichstag zu fragen? Hat man Ausgaben überschritten, ohne uns etwas zu sagen? Tie Frage ist von äußerster Wichtigkeit. Ich Bitte dringend um Auskunft. Mit Einschluß dieses Kreditgesehes, das sich doch sicher auf 40—50 Millionen belaufen wird, vielleicht noch auf mehr, kommen wir zu einer Summe von 180 Millionen, die wir bis zum 1. April 1908 für ein einziges Schutzgebiet aus- geneben haben. (Hört, hört!) Wofür denn diese horrenden Ausgaben? Es stehen ja doch nur noch 300 Hottentotten unter den Waffen. Ist denn die Ehre Deutschlands noch irgendwie engagiert? Der Reichskanzler sagte, der Hauptwiderstand sei gebrochen. Tann muß man aber doch die Konsequenz daraus ziehen und die Lchutz- ttuppen bedeutend vermindern. Ich habe nicht den Vorzug des Abg. Semler, selbst in den Kolonien gewesen zu fein. Es ist ja überhaupt zweifelhaft, ob das für uns einen so besonderen Nutzen hat. Fürst Bismarck sagte einmal, als man die Nachricht verbreitete, er wolle in die Kolonien gehen: Ganz gewiß gehe ich dahin, und zwar werde ich auf dem Kamel reiten, bas diesen Gedanken ausgeheckt hat. (Große Heiterkeit.) Jedenfalls kann man auch auf anderem Wege zu praktischen Schlüssen gelangen, unb da mochte ich zunächst dem Gedanken widersprechen, den deutschen Bevolce- rungsüberschuß in die Kolonien zu schicken. Wo ist denn dieser . Devölkerungsüberschuß? Glauben Sie etwa, baß die Industriearbeiter in bie Kolonien gehen werden? Tas glauben Sie wohl selbst nicht Dann also die Landarbeiter? Aber wie stimmt denn bas mit Ihren Klagen über bie Landflucht zusammen, über den Mangel der Landwirtschaft an heimischen Arbeitern? ""io, Sie Haben kein Recht, von einem Bevölkerungsüberschutz zu reden. Auch Der Vorredner fragte, wie es m dem Krebitgeietz steht. Es handelt sich hier um Ausgaben, die g. stet sind, die uns aber tn ihrem Umfange noch nicht bekannt s \ T^n^>-5nsa nommcn aus den bereiten Fonds der 9k erforderlichen Falls durch Begebung L i Schatzanleihen ergänzt werden. Daß wir die Höhe der Fordei -ngen noch nicht kennen, darf Sie nicht Wunder nehmen, denn es handelt sich um Jtnögaben für bie Niederwerfung eines Aufstandes in einem fremben Erbteil. Sobald die Ueberschreitungen bekannt sind, werden die Mittelvon Ihnen in verfassungsmäßiger Weise gefordert werden. Wir hegen bie begründete Vermutung, daß es sich um UeberStellungen handelt, die einen sehr erheblichen Betrag erreichen. (Hort, hort! links und im Zentrum.) Deshalb ist hier ausnahmsweife in Aussicht genommen, die Mittel zu beschaffen durch ein be,onbere§ Krebibgesetz. Sollten darüber noch wettere Auskünfte gefordert werden, so behalte ich mir vor, in der Kommission darauf zuruck- zukommen. Kolonialdirektor Dernburg: Einen Teil der zahlreichen Anfragen werde ich der Natttr der Sache nach erst in der Kommission beanttoorten können, da ich dazu ein .erhebliches Aktemnctterial nicht entvehren kann. Ich mochte hier aber meine Anerkemiuiig dafür auSiprechen, daß bei den gaiizrn Debatten über die gewiß sehr wichtigen Fragen alle penonlichen Elemeiite, insbesondere die Nennung der Namen von Beamten vermieden toorben sind. Das ist eine aunerordeiitl.ch dankenswerte Zöche, und ich sehe da, daß man mir persoiil,Ä und der Verwaltung Ls Vertrauen schenken will, daß alle diefenigen M'ttellungen, d.e mir gemacht worden sind, über einzelne Perfonen richtig und vollständig untersucht iverden. Ich muß Herrn Erzberger auch dafür danken, daß er mein 1 Bule, mich durch Ucbcrtoeihuig des Materials zu unter» Le»' ohne weueccs nachgekommen ist »nd mir sein Material in fimtb neacbeu hat. Ich habe auch an andere Mitg teder des Hanse" we che sich auf Material stützten oder sich zu slnhen vor- gabei, das gleiche Ersuchen gerichtet. Jnfolgedesten ist man von d?r äußersten Linken mit der Behauptung hausieren ge- aangen, ich halte mich an Mitglieder deS Hauses gewandt, um sie davon abzuhalten, irgend welche Sachen vorzubrmgen. das System, (Sehr wahr), das System, welches sich nicht genügend darüber klar war, welche ' Mittel für eine Entwickelung von Kolonien aufgewendet werden müssen und toelche Vorbereitungen zu treffen sind; das System, welches ebemo die Gefahren, welche mit dem Kolomalbentz verknüpft sind, nicht voranssab. (Sehr wahr!) Dieser Mangel yn, System hat dazu geführt, daß die Kolonialabteilung des Auswärtigen umtes mit Personal, sachverständigem Personal nicht genügend au^geflattet war (Hört! Hört!), und die Konsegucnz davon ist die folgende. Wir baden verschiedene Expeditionen nach anderen Zandern ans- gesandt. Wir haben Schutztruppen in den verschtodenen Ge- bieten, sie mußten alle ausgerüstet und gekleidet unMer brouiautiert werden, und es mußte auch für die Geldverpflegung in der Kolonialabteilung gesorgt werden. Dazu war em Offizier da und der major Fischer, die machten ba* Mammen. DaS konnte natürlich ein einzelner nicht. Infolgedessen mu^ ° man sich an eine große Firma wenden, und der Vertrag Tippests kirch war fertig. Ebenso ist eS nut der Verschiffung. war niemand in der Kolonialabteilung, der das erled^en konnte und der die Reisen, die notwendig toaren, selber machte, die einzelnen Vorkehrungen selber treffen konnte. einen Vertrag mit der Woermami-Lmw — das war einfach mio erledigte die Sache. Das ist nicht etwa ein doier Wille, es ist nicht einmal eine Bequemlichkeit, fonöetn es ist das, was absolut eintreffen mußte, wenn man solch große Massen von technischen Aufgaben auf eine sehr fleringe Jn zabl von administrativen und jnrlftifch gebildeten LcMen g. Den Gedanken, es von vornherein festzustellen, was e'" ^^utz^ebwt pro Jahr bekommen soll, balle ich für ,ehr diskutabel. Natu" ch kann ich jetzt noch keine bestimmte Stellung dazu nehmen weil ich mich noch mit anderen Ressorts darüber unterhalwn mutz, aber m dieser Richtung wird sich die Sache wohl schließlich bewegen. An den Mängeln der Rechnungslegnng fehl schlechter Refvrt, mrmeniliL tnerm man bebcnlt, unter welch fcfihrierigeit Verhältnlsien die meisten Beamten ihre Tätigkeit auszuüben haben. tSehr ^^§toch einige Bemerkungen über die sogenannten schwarzen Fonds. Ich mißbillige sie gerade so scharf, wie der Dbg. Erzbcrgcr. Denn es irgend etwas gibt, was die Negierung respektieren must, so ist cS dos Etatsrecht des Reichstages. (Beifall.) Von diesem Grund, fotz werden Sie unS und mich persönlich niemals abwcichcn sehen. (Neuer Beifall.) Ich habe alsbald eine Untersuchung eingelcitet. Ob und zu welchem hochnotpeinlichen Resultat sie sichren wird, das wird davon abbängcn, in welchem Sinne die Fonds geführt sind und ob derjenige, der sic geführt hat, sich dabei einer bösen Absicht bewußt war. War er das nicht, so kann man die persönliche Verfehlung milder ansehen. In der Sache must man darauf bestehen, oast so etwa? weder heute, noch in Zukunft jemals wieder vor- kornmt. (Beifall.) 1 Das Harr- vertagt sich. , Persönlich bemerkt Abg. Ledevour sSoz.): Der Kolonialbirektor hat sich bewogen gefühlt, hier öffentlich Mitteilung zu machen von einem Brief, den er an mich, ebenso wie an den Kollegen Ablatz gerichtet hat, worin er uns auffordert, ihm das Material auSzuhänoigen, das wir in bezug auf Verfehlungen von Beamten harten. Er hat dann diesen Brief verlesen — ich bemerke zwischendurch, daß ich mir selbstverständlich die Publikation in meiner Antwort Vorbehalte — und hat an die Mitteilung die Bemerkung geknüpft, daß man mit dem Brief, den er an mich geschrieben, im Hause hausieren gegangen sei. Das ist eine Verdächtigung, die sich dem äußeren Eindruck nach gegen mich richten muß. Die Behauptung, daß man hier im Hause mit diesem Briefe hausieren gegangen, ist, um mich parlamentarisch auszudrückcn, eine positiv unwahre Behauptung in jeder Beziehung. Ich nehme an, daß der Äalonialdirektor sich bei dieser positiv unwcchren Behauptung nur ftitikloS auf die Verdächtigung gestützt hat, die durch die »Nationalliberale Korrespondenz" verbreitet ist. Die »Nationalliberale Korrespondenz" nennt natürlich nicht ihren Gewährsmann. Ich hoffe, sie wird ihn nennen (Schallendes Gelächter), ob er nun innerhalb oder außerhalb des Hauses ist. , In diese Verdächtigung wird auch mein Parteigenosie Bebel hineingezogen. Es heißt da: Mit diesem Briefe geht nun Herr Bebel krstnnphierend hn Reichstage hanKeren. '(Rufe rechts: Ra also!) Nachdem ich eben erklärt habe, daß daS eine positiv unwahre Behauptung ist, da schreien Sie: Na also! (Heiterkeit.) Also Sie unterstützen diese positiv unwahre Behauptung. Ich erkläre hiermit, daß mein Parteigenosie Bcbe! den Brief überhaupt noch nicht einmal in der Hand gehabt hat. (Hört, hort! bei den Sozialdemokraten.) Ich habe ihn nur mündlich über den Inhalt infor- miert, weil ich dieS für meine Pflicht hielt. Daß der Kolonial- direktor kririkloS. ohne sich zu erkundigen, eine derartige Verdächtigung in beschimpfenden Worten---(Lärm rechts; Glocke des Präsidenten.) Präsident Graf Ballestrem: Beschimpfende Worte sind nicht gefallen. TaS hätte ich nicht zugclasscn. Abg. Ledeboor (fortfahrend): Herr Präsident, eS ist der Ausdruck „Hausieren" gefallen. Präsident Graf Ballestrem: von der Unken Seite ist hier einmal gesagt worden: Die Hausierer gehören zu den Edelsten der Nation. (Stürmische, minutenlange Heiterkeit.) Abg. Ledebonr (fortfahrend): Da§ ist doch kein Kompliment, wenn ein DundeZratZmftgUed sagt, eia Abgeordneter gehe hausieren. Präsident Graf Ballestrem: * Herr Abgeordneter, ich weiß nicht, daß eS zur Pflicht der Mitglieder des Bundesrats gehört, den Abgeordneten Komplimente zu machen. (Große Heiterkeit.) Wenn sic das vermisien lassen, so ist daS doch noch kein Grund zu einer solchen Beschwerde. (Erneute Heiterkeit, sehr richtigI rechts.) Dbg. Ledebonr (fortfahrend): Ich verwahre mich und meine Parteigenossen ausdrücklich dagegen, daß ein Mitglied des Bundesrats derartig unbewiesene und unbeweisbare Behauptungen hier im Hause kolportiert. (Lachen rechts.) Im übrigen werde ich meine weiteren Ausführungen, die sich nicht in den Rahmen einer persönlichen Bemerkung e-nfügen lassen, an anderer Stelle machen. (Erneutes Lachen rechts.^, Kolonialdirektor Dernburg: Ich wollte trat konstatieren, daß die Mitteilung dcS Herrn Ledebour, ich hätte ihn aufgefordert, mir Material auL-»n->r^, mrrichtig ist. Ich habe ihn lediglich gebeten, mir von dem tatsächlichen Inhalt der vorliegenden Beschwerden Mitteilung -a machen. DaS ist ein großer Unterschied. Präsident Graf Ballestrem: Die Debatte ist wieder eröffnet. (Heiterkeit.)' Das Wort hat der Abg. Bebel. ^(Heiterkeit.) Abg. Bebel (Soz.)- Ich beantrage die Vertagung. (Heiterkeit.)' Präsident Graf Ballestrem: Denn niemand widerspricht, nehme ich an, daß das Haus die Vcrtaauug ausrecht erhält. (Heiterkeit.), . - , Persönlich bemerkt —x Abg. Ablaß (freis. Vp.)? Der Kolonialdirektor hat erwähnt, daß noch ein anderes Mitglied der Linken einen Brief von ihm erhallen hat. Ter Empfänger war ich. Der Kolonialdircktor hat sich gemüßigt gefühlt, hinzuzu- fügcn, daß der Empfänger des Briefes sich der Antwort durch einen Vorwand entzogen hat. :'lls höflicher Mensch habe ich dem Kolonialdircktor zunächst mitgetcilt, aus rocldjcn Gründen sich die Beantwortung verzögert Hal. Weiler habe ick) mitgetcilt, daß ick nicht beabsichtige, ihm das Material vor der Verhandlung im Plenum zugänglich zu machen. (Hört! hört! rechts.) Aus welchen Gründen ich das tue, werde ich morgen sagen. Tas eine aber will ich hier erklären, daß die Behauptung, ich hätte mich durch einen Vorivand einer Pflicht entzogen, im höchsten Maße unangemesicn ist, die ich mit aller Entschiedenheit znrückweisen muß (Beifall I'nks), die nicht der Objektivität entspricht, die man von einem hohen Beamten erwartet. Dbg. Ledebour: Ter Kolonialdirektor hat gesagt, er hätte sich an Abgeordnete gewandt, die Material hätten oder zu haben vorgebcn. DaS soll den Anschein erwecken, als wäre etwas Unwahres behauptet. Tvß der Kolonialdirektor es wagen darf, in dieser Weise Abgeordnete zu diskreditieren, zeigt, daß ihm jedes Gefühl für politische» und persönlick)en Takt abgehtI (Oho! rechts.) i Die Weiterberatung findet Sonnabend 11 llhZft statt. . v. v t • Schluß 6% Uhr, Börsenwochenbericht. X Frankfurt a. M., 30. Nov. Diese Woche ging ein ctwnS frischerer Zug durchs Geschäft. Die kiebte Ucbcrtoinbunq her Ultimoliquidation, in der sich Geld auf 6—53/< Proz. stellte, gab der Spekulation einige Anregung. TUlerdings mutzten in Loudon für Schiebunqsgelder noch bis zu 8'-/r Proz. Zinsen bezahlt werden, auch in Newnork war Geld vorübergehend wieder teurer, aber immerhin Vräientiert sich die Sage des internationalen Geldmarktes ein wenig freundlicher. Nun ist aber noch ein schwieriger Monat zu überwinden, doch dürften d»e weitgehenden Vorbereitungen, die schon seit einiger Zeit getroffen werden, auch darüber Hinweghelsen. Indessen auf eine besonders niedrige Leihnote dürfte für längere Zeit nicht zu rechnen fein, denn unsere Industrie wird voraussichtlich noch auf lange hinaus große Summen in Anspruch Nehmen, die Leiter großer industrieller Unternehmungen sind fast ausnahmslos noch sehr zuversichtlich gestimmt und glauben noch eine längere Vuibauer der guten wirtschaftlichen Konjunktur in Aussicht stellen zu dürfen. Darauf gründet sich auch die feste Tendenz der Börse. Diese stellte sich, größere Nachfrage für Industrie Papiere ein, die teilweise wesentlich höher bezahlt wurden, iuSbesond're waren die Aktien djemii per Fabriken begehrt, von denen GrieSheimer und Mannheimer je 17 Proz., Albert 11 Proz., Anilin 8 Proz., Höchster, Goldenberg, Ultramarin und Scheidean^alt je 4 Proz. gestiegen sind. Die chemische Industrie hat im lausenden Jahr sehr günstig gearbeitet, aber es ist im Auge zu halten, daß die Rohprodukte und BctricbSmate- rialien im Preise stark gestiegen sind und die Arbeiterlöhne sich erhöht haben. Elektrizitatsbktien lagen ebenfalls fest; Bergmann gewann 13 Proz. Bon Brauereiaktien stiegen Schöfserhof 9 Proz., Binding 5 haltbare dUllUU-vUlillUUl# reitzb. siir Knaben und Mädchen. Entzückende Bluseu-Sammcte. Eisbär u.Selden-Jackett Plüsche. Muster fr. hin it. her. Sammelbaos Louis Schra.dt, K. K. Hast., Hannover 323J 268 04 420 545 791 840 45115 330 45 437 220 46121 741 43 55 [500] 822 929 82 4 7 048 340 [3000] 046 61 65 48231 58 380 470 762 888 44094 141 659 898 056 717 848 72 492 728 403 972 409 228 760 708 307 403 87 148 427 882 630 147 258 78 601 18 [500] 930 3 8051 186 96 202 87 39021 169 281 887 1)8 513 [1000] 63 08 684 37069 53 409 766 74 903 20 87 88»15 980 74 8 9'266 465 581 886 9 0'209 89 481 694 812 19 87 042 91 91131 427 655 657 716 [3000] 887 | lOOO] 88 956 9 2114 303 01 557 670 7 1 720 60 863 »77 93'16 70 80 445 [500] 97 502 77 623 771 80t 89 9 4623 54 753 828 84 920 95216 1500] 619 90168 97144 292 468 794 825 9 8197 371 848 994 99033 129 113 171 662 022 89 807 98 564 [8000] 72 80 005 47 22085 178 289 530 608 [3000] 648 2 3075 08 [ 500 ] 467 005 80 713 2 4226 49 [ 3000] 383 475 584 763 98 890 2 5001 352 520 750 812 943 26180 604 783 2 7 039 51 61 151 78 463 704 921 28110 868 513 07 818 2 9190 602 82 10 30107 277 92 410 33 72 510 610 31031 06 239 (1000) 58 7817.3 661 816 79212 337 010 16 63 80.346 609 711 29 87 901 43 8 1 258 897 8 2018 201 .303 8 3198 855 415 69 653 990 8 <037 IM 44 207 81 527 61.3 63 718 >-35 989 8 5380 697 731 932 8 6091 464 656 [ 500] 564 709 83 800 920 75 8 7002 261 472 66 470 596 626 734 £06 BSC 100-178 110 [ 1000] 35 [5001 67 274 54* 729 101063 20 83 258 96 388 021 2d 69 [lOUO] 725 00 997 1 02078 287 841 80 610 925 1031.26 57 290 814 88 [ 500] 418 49379 6!) 654 87 771 82 5 0156 202 479 6M 783 867 82 ß2 94 4 5 1 077 114 18 88 61 211 19 4 0 03 95 490 514 6-1 71 72 70 609 986 52103 840 53 530 812 032 5 3067 217 866 496 811 024 40 5 4117 887 410 50 53 [1000] 799 908 55143 306 470 570 659 726 Di9 [1000] 50125 2 4 2 848 U 501 73 780 5 7008 238 69 816 [500] 62 71 624 38010 42 3»H 781 84 607 59017 70 16!) 209 [1000] 501 02 600 558 783 6 1 306 48-1 517 830 53 81 945 62057 472 597 639 53 729 51 911 63032 [300U] 179 213 49 61 [1000] 594 700 01 893 953 6 4274 321 [10001 48 [600] 55 67 439 589 842 65058 78 261 57 837 71 |500] 518 74 97 605 [ 500] 25 53 92 804 83 66303 57 558 303 69 1500] 600 18 35 67078 116 89 244 [ 500] 339 68167 517 03 610 82 781 961 69014 74 143 439 7 0035 404 [1000] 521 65 708 920 7 1 083 84 281 361 07 7 4 706 915 7 2082 181 207 327 505 56 [ 500] 57 695 [500] 73179 6u0 20 65 707 21. Ziehung 5.Kl. 2l5.Kgl.Preuss.Lotterie. Zlebong vom 80. November 1906, vormittags. Sm die Gewinne Ober 240 Mark elnd den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. 'lOEne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) / 172 284 344 508 42 689 96 [1000] 1289 429 2247 804 409 12 578 610 796 3049 289 328 872 [ 500 ] 4128 13000] 687 70 685 503ü 83 253 416 38 618 023 61f>8 083 98 747 691 957 7006 107 65 287 91 462 812 8015 267 592 751 04 [600 ] 9057 114 89 221 890 643 887 [500] 10202 403 21 672 730 71 11003 [1000 ] 86 347 689 745 [1000] 12007 427 46 [600] 011 990 13101 [1000] 85 270 78 317 72 402 611 646 768 [500] 016 14016 372 [ 500 ] 48 4 7 49 1 6 076 81 [600] 257 58 816 460 80 806 968 16102 43 87 013 611 74 884 929 89 [1000] 17083 165 307 465 695 994 .18021 149 331 501 3 83 611 972 1 9200 412 518 64 736 827 87 (500] 59 20183 823 513 600 74 773 838 90 21110 267 [1000] 110001 138609 126 40 [1000] 390 450 -2 -.58 613 ft«4 < knOOl 137082 609 35 742 810 49 138076 IHGWl 504 | 75° 135)227 46 351 15001 471 673 90 <22 •’(W>] 76 500] | ’ >140329 co 117 -7 58 110001 943 14 V) Hl 1"' >»> ... an Hont I 163 71 I600| 736 14-221’ 653 «’7 <8001 76 i 13 59 4» 5W 71 I70 2’ IW] • <) F'7 j fit 144111 11 r.l -a 292 403 23 2:) M 5-17^8 70 *7/ > 44500 jü 28C 461 V.l 844 65 73 t-14 14ty?8 bO &5 1 [500] 813 1-90001 24 36 74008 47 280 727 81 841 903 [3000] 75131 43 52 69 242 810 622 [1000] 727 7 6040 159 581 [500] 668 7 7 007 16 153 |1000] 450 91 [1000] 66 76 941 15001 1041 >5 11000) 804 413 29 565 659 68 105094 178 738 106108 699 976 85 107106 209 eöl (HO 108014 15 107 203 465 673 811 76 109058 huOO) 138 8.K) 62 449 505 11 755 841 [500] 1)0042 402 K>’ 710 865 111135 781 112'00 [ 500] 214 69 816 609 884 903 72 113039 242 71 [10DO] 802 95 587 70 602 7 969 1 14121 223 311 75 552 806 29 65 913 72 [600] 115H1 818 402 8 13000] 541 [1000] 70 1J 6(C0 167 201) 420 21 87 604 685 37 117054 127 Bl 50 78 357 897 925 42 71 1 18215 408 799 842 008 119181 [1060] 069 764 84 85 840 120835 73 456 700 846 901 |600] 22 M [1006] 121078 [500] 699 780 832 122034 134 465 688 639 C14 [1000] 123154 1'2 214 705 121073 93 610 04 8S3 1r-00] 026 77 1 25099 ( 500) 143 45 308 19 68« [1000] 965 126125 251 516 76 764 810 96t 127026 »1 209 8’2 63 B7 600 615 BL’R 30 43 128012 763 S70 78 -.37 129 '75 144 77 282 310 419 501 H78 890 925 L30Ü83 185 817 an 447 56 665 988 82 131046 ) ?0 90 466 80 673 «51 70 726 621 97 11000] »85 ['El 132'107 l.»41 MJ 414 604 4? 67 082 15000] 133068 14? 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Noectubcr, nach, mittag«, Uea 64 504 »lau Oo 50«. 21. Ziehung 5. Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 80. November 190«, nachmittag». Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betretenden Nummern in Klammern bolgeftlgt (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) *284 02 818 785 1 009 76 119 427 38 94 914 [500] 2014 20 43 [1000 ] 96 112 86 86 224 [1000] 65 450 913 3234 98 855 62 828 4007 25 203 [1000] 90 816 795 5247 621 729 53 900 14 65 6321 780 805 31 7218 56 618 776 8222 26 11000] 304 12 485 581 (500) 070 0027 [1000 ] 86 90 111 58 460 C53 836 1 019 81 327 [1000] 888 949 11104 267 69 Clfl 89 716 852 12237 84 00 488 502 13114 422 [1000] 612 678 728 71 14054 107 397 607 15 56 697 728 895 15046 817 443 701 ilOUO] 16018 [500] 54 403 [1000] 692 1 7U 30 547 874 1 821)5 1000] 87 351 [1000] 526 66 762 800 73 [500] 10078 385 462 500] 563 [500] 09 698 [1000] 770 954 20056 275 86 340 654 [1000] 21018 90 [ 500] 134 87 10 240 47 042 759 72 812 23 65 039 22211 803 88 775 897 23 044 7 7 857 68 00 564 [ 600 ] 690 733 809 902 24264 640 [1000] 803 2 5104 68 78 383 957 2 6067 88 828 523 614 08 951 27 008 343 884 020 65 [3000] 28147 392 425 [600 ] 78 96 538 614 81 809 2 0 816 734 95 883 958 3O017 [500] 283 427 739 | 3000) 806 3 1 041 809 448 725 3 2088 827 926 03 33220 323 67 431 634 [ 3000] 604 777 816 944 3 4188 332 694 701 67 809 968 3 5032 871 3 6005 103 220 302 911 33 [500] 37146 500 93 626 751 978 3 8119 209 800 472 3V020 104 662 708 40117 236 (80001 419 627 693 877 [8000] 912 41003 240 60 374 421 581 42056 157 800 74 628 130001 64 853 43087 97 24Z 481 577 683 741 44154 82 256 l600s 371 467 601 47 930 4 5081 100 262 521 84 778 909 4 6038 92 210 [1000 ] 402 51U 768 893 4 7009 17 222 668 "28 [30 000] 62 707 11000] 90 48129 06 692 [500] 49016 [500] 49 73 315 894 58!) 90 079 972 80 [500] 50»4I 159 70 801 435 607 25 811 [ 1000] 51088 198 276 818 5 2 069 205 71 [3000] 417 89 981 53H 4 392 674 97 601 719 5 4173 81 221 505 758 [8000] 841 1600] 902 55160 673 977 81 5 0248 63 577 760 862 !'56 5 7053 93 369 504 817 5 8076 182 637 [500] 84 873 90 59031 160 379 [1000] 08 456 79 616 69 72 723 824 968 60174 358 438 690 852 92 914 6 1 002 193 218 63 806 12 465 810 970 62142 840 698 99 919 46 6 3 208 622 49 848 6 4255 416 630 681 715 96 839 929 6 5288 885 [500] 463 85 604 86 670 800 32 6O.3U9 656 61 720 943 67036 58 [500] 811 [1000] 79 527 620 996 6 8051 71 17» 873 514 884 69010 18 106 309 794 900 7 0057 166 416 63 504 673 731 804 7 1 090 609 19 69 7 2'41 288 615 51 94 783 4 9 007 8t 7 3221 303 494 630 54 [8000] 963 7 4109 218 873 13000] Bll 655 11000] 885 7 5117 442 597 980 7 6020 11000 ] 68 121 54 273 544 743 (1000) 981 77179 492 616 02 [1000] 610 19 769 830 31 7 8001 62 127 [ 3000] 72 [3000] 208 849 (1000) 06 521 62 [8000] 715 81 868 7 0282 803 69 654 705 916 ^80564 [500] 648 961 8 1 878 463 63 526 607 823 42 022 [3000 J 8 2060 98 135 [3000] 665 828 916 83091 262 630 876 78 996 8 4001 76 [1000] 848 620 [ 3000] 547 59 8 5109 830 11000] 510 63 649 80 784 911 54 8 6325 747 845 8 7846 417 32 640 701 22 85 809 977 88303 7 426 634 42 743 882 I 500J 83 908 8 0215 25 35 446 646 [1000] 001 91 789 [1000] 64 649 648 0 0030 282 687 839 933 0 1 218 338 OOP 81 610 02-366 408 21 03100 483 658 65 [600] 974 0 4013 157 235 601 787 810 [TOGO] 05157 ( 5001 429 82 [1000] 523 343 907 62 0 6158 82 1)9 768 06 971 96 0 7190 431 508 659 819 0 8'294 570 656 899 03091 105 21 481 552 50 696 711 807 026 74 1OO006 [ 500] 259 801 402 510 785 1 0 1 261 308 528 [8000] 682 774 886 102081 362 484 905 1 03055 344 401 72 772 805 104512 893 105142 20« 47« 602 [1000] 40 65 719 61 13 106071 [500] 234 845 442 öl 528 06 687 785 042 09 1 07153 503 70 639 841 «89 108'12 849 432 646 51 i 500] 712 618 100961 100 201 77 510 20 [1000] 46 70 779 82 822 653 110605 81 608 111085 106 208 35 £54 585 11000] 952 112087 122 81 456 [1000] 882 002 [1000] 1 13220 447 705 114317 24 489 [1000] 691 607 ( 500) 50 903 1 15039 77 [600] 256 [1600] 370 415 568 ( 3000) ß"0 [3000] 86 116143 214 88 836 550 547 66 »07 (3000] 8 88 117001 113 79 810 84 429 41 613 71 769 856 118024 98 [5000] 511 839 58 110603 66 888 120415 93 567 [1000] «98 706 »81 12 1 022 144 376 427 599 841 43 [ 500] 87 122l«7 [1000] 261 301 70 686 814 48 123'07 07 237 93 1 24130 76 313 | 500] 60 1 664 [ 5001 82 753 949 87 99 1 25104 47 601 88 643 819 39 930 89 1 2 6022 31 01 138 97 521 708 86 [1000] 90 928 1 2 7020 (1000J 7" »60 822 65 9°8 128050 [1000 ] 280 899 671 «30 708 832 4i 12 0016 71 123 213 4 7 09 412 83 791 873 028 57 130178 215 [000] 812 70 535 84 [ 500 ] 794 131141 240 55 83 «58 «16 65 610 68 717 79 942 90 132065 155 48« 527 [8000) 55 722 1 3 3 071 124 622 34 «8 134007 »1 105 [500] 2-83 669 91 765 1 3 5083 49 326 480 617 893 1 3 6010 154 323 51. 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Dezember 1966, von 4 Uhr au • Großer Preiskegeln O Aegierun! deüraaen Ävg. « den r KerrL bei btc tntfa ^tuibaae alteS enrvr »I üiiJ'M Richtung Friedberg zurück „ Giessen „ - Anfang pünktlich. eröffneten wir Mittwoch abend 6 Uhr einen bsSBEgen Miltwucn, 5. Bezbr. 1906, abends 8—9 Uhr Dankeskirche • Bad-Nauheim Konzert Les Soloqnarteüs für Kirckeügesang —~ ans Leipzig -............ (Orgel: Herr stud. phil. et. inus. Otto Wissig). Unsers Heilands Erdenwallen Job. Seb. Bach: Pastorale iu F-dur (Orgel) In Bethlehem Gesänge von Eccard, Riedel, Praetorium, Mergnar Durch Canaaus Gefilde Gesänge Von Hiller, Röthig, Hauptmann, König Job. Seb. Bach: Choralvorspiel: lu dich hab Ich gehoffet, Derr Auf Golgatha Gesänge von Haster, Crüger, Bach, Schurig, Schütz, Becker Orgelnachspiel Dso/U Licdertexto zu 10 Pfg. an den Kirchportalen zu haben. Eintritt: 1 Mk. lür Erwachsene, 6u Pfg. für Schüler. tMjllzcr tödegcngeitstauf non Pisniiios. Bayrische Flügel- und riauinolaorik m. Sampi betrieb und cig. 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