Mittwoch 86. September 1906 Erstes Blatt .Er den 156. Jahrgang einen: Anfangsgehalt von 3600 Mark zu vermehren, wird angenommen. Hierauf wurde der Bericht über die Tätigkeit de8 Reichstags entgegengenominen. August Bebel: Die ganze Fraktion bedauert rrr. 2A6 Erscheint tügltch anher Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechiel mit dem Hessischen Landwirt die Giessener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unwers.-Buch-u.Slein- druckeret. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Redaktion 112 Verlag u.(S$peb.e=^51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Eichener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigebiatt flr fcai Kreis Metzen unglückseligen Vorgang bei der Borussiainterpellation. Künftig hat der Vorstand der Fraktion bei ähnlichen Interpellationen die Pflicht, schon am Tage vorher alle Fraktionsmitglieder telegraphisch zu berufen. Es ist uns vorgeworfen worden, wir hätten für den Befähigungsnachweis für das Baugewerbe keine Massenagitation betrieben. Wenn wir das bei jeder solchen Gelegenheit täten, so kämen wir aus den Massenagitationen und Versammlungen nicht heraus. (Sehr richtig!) Und wir hatten dann auch in diesen Versammlungen sprechen sollen. Bei uns in der Fraktion sind schon für jede sozialpolitische Frage zwei bis drei Redner bestellt, z. B. schon zur Heimarbeiterschutzfrage. Was das Zusammenarbeiten in der Fraktion anlangt, so ist es in keiner Fraktion besser, als gerade bei uns. Bei den Steuerfragen war ein gewisses Schwanken vorhanden. Die Tantiömensteuer wurde von unseren Kommissionsmitglie- dern abgelehnt. Später stimmten wir für die Tantiömensteuer, weil wir uns sagten, es ist ein erstes Kerlchen in das bisherige System und führt zur direkten Besteuerung. Unsere Vertreter im Seniorenkonvent haben sich den Vereinbarungen angeschlossen, keine Anträge zum Mannschaftspensionsgesetz zu stellen, weil das ein kompliziertes Machwerk ist. Hoch- Hanau fühlt sich nicht befriedigt durch Bebels Worte. Das Mißtrauensvotum gegen das Verhalten der Fraktion Bei der Borussiainterpellation wird abgelehnt. Der ähnliche Antrag, der nur das Bedauern über den Vorfall ausdrückt, gelangt zur Annahme. Der Parteitag überweist den Antrag betreffend Landarbeiterfrage dem Parteivorstand zur Berücksichtigung. Verschiedene Anträge fordern wieder die Alkoholfrage auf die Tagesordnung zu setzen. In dem Moment, wo die Alkoholfrage zur Behandlung kommt, bestellen mehrere Delegierte ein Glas Wein. Neichstagsabg. Bruhns: Der Alkoholismus ist ein gewaltiges Hindernis unserer Aufklürungs- und Orga- ganisationsarbeit. Der Fusel ruiniert das ganze Volk, zerstört die Famllie. , _ _ . _ Auch andere Genossen weisen auf die Ge fahr en des übermäßigen Alkoholgenusses hin. . Au g u st B e b e l: Ich bitte, den Antrag dem Vorstande nur zur Berücksichtigung zu überweisen. Haben wir Gelegenheit dazu, so werde ich selbst dafür eintreten, datz Behauptung Stampfers völlig ungerechtfertigt. Stampfer bemüht sich, Drohungen mit der Revolution dem „Vorwärts" vormwerfen. Das ist eine völlige Verdrehung. Ein ähnliches Beispiel spielte sich einst mit unserer Genossin Bader ab, die in Bernau bei Berlin einst die Männer zum sofortigen Kampf aufforderte, natürlich zum geistigen. Denn jeder, der unsere Genossin kennt, traut ihr zwar alle Schandtaten zu (Schallende Heiterkeit), aber nicht, daß ie ausgerechnet nach Bernau geht und die Männer von Bernau zur Erstürmung Berlins aufsordert. (Stürniische Heiterkeit.) Mer der Gendarm faßte die Aufsorderung als sofortige Aufreizung zum Kampfe auf. Das Gericht schloß sich ihm an. So steht es mit dem Genossen S t a m p f e r auch. Er ist unser Liter aturgend arm. (Stürmische Heiterkeit.) Stampfer: Ich bin in der merkwürdigen Lage, die gegenwärtige Redaktion des „Vorwärts" in Schutz nehmen zu müssen gegen die Angriffe Hochs. (Heiterkeit.) Er sagte, der „Vorwärts" sei zu scharf gewesen. Wenn ich aber alles getan hätte, was man mir vorgeworfen hat, dann war der „Vorwärts" mit seinem Tone im Recht. Wenn ich so ein „dunkler Ehrenmann", so ein „Fälschergenie" bin, dann müßte ein Schiedsgericht mich mit Schande aus der Partei jagen. (Sehr richtig!) Ich sehe hier Leute, die als die elende st en, infamsten, gemeinsten Schurken, als „tote Stuten", als „Lauscher an der Wand" usw. beschimpft worden.sind und doch noch immer in der Partei sind, weil wir sie den Gegnern gegenüber decken. Der Parteigendarm Kautsky hat mich gehörig zerzaust. Der „Vorwärts" merkte, daß etwas schwankte, er merkte nicht, daß er es selbst war und glaubte daher, ich wäre es. (Heiterkeit.) Ich bin nicht Bebel, aber mir kann doch auch mal eine Laus über die Leber laufen. (Heiterkeit.) Lesen Sie den Artikel noch einmal ruhig durch und wenn Sie mich dann noch einen Fälscher nennen, dann werfen Sie mich in Gottes Namen aus der Partei heraus (Zurufe: Werden wkr auch tun.) Wels-Berlin: Braun, der sich mit der sittlichen Entrüstung, die ihm so gut steht, als Hoherpriester der Parteisittlichkeit ausspielte, hat wohl aus der Lachsalve, die sein Abgehen begleitete, gesehen, wie man die Wichtigkeit feinte Worte einschätzt. (Sehr wahr.) Die „Neue Gesellschaft" wird nie in der Partei Heimatsrecht haben. Die politische Arena ist doch kein Altjungfernspital. (Lebhafte Zustimmung.) Der „Vorwärts" wird bei seiner Taktik bleiben. Die Angelegenheit Stampfer wird einem Schiedsgericht unterbreitet werden. Während der ganzen Diskussion über die Stampferaffäre ging Frau Lilly Braun mit einem Lorgnon durch den Saal und musterte spöttisch die Genossen, die den Gegnern ihres Gatten Beifall klatschten. Wiederholt sprach sie auch auf den Genossen Stampfer ein. Es ist ein Antrag vom Parteivorstande eingegangen, den Parteivorstand um einen Parteisekretär mit VezugSpretsr monotheb 75'131, Dterteb jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch dicPost Wit. 2.— viertel» jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für die TageSnuuuner bis vormittags 10 Uhr, ZeileupreiS: lokal 12 Pf, ausivärts 20 Pfg. Verantwortlich für den polit. und allgem« Teil: P. Witiko: für »Stadt und Cant)' und «Gerichtssnal*: Ernst Hetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck, die Alkoholfrage schon auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages gesetzt wird. (Beifall.) Die Anträge zur A l k o h o l f r a g e werden dem Partes Vorstande zur .Berücksichtigung, überwiesen. * Aus Mannheim wird uns' heute geschrieben: Zu den „Schwarzsehern" gehört auch Aba. Bebel, denn er spricht in seiner Resolution zur Frage des Massenstreiks von „Bedrückung und Ausbeutung der Arbeiter- kl a s s e". An der Staalsfürso r g e, wie sie in der Arbeiterversicherung zum Ausdruck kommt, geht der Sozialistenführer! vorüber, und doch ist es Tatsache, daß in keinem Lande der Erde, auch nicht in dem gepriesenen England, die soziale Gesetze gebung so gepflegt wird, wie in Deutschland. Nach der Berechnung eines sozialdeuwkratischen Schrift« stellers in den „Sozialistischen Monatsh." bedeutet die Ar- beitervcrsicherung eine tatsächliche ökonomische Besserstellung der deutschen Arbeiterschaft um l'/r Milliarden Mark. Es gibt wohl niemanden in Deutschland, der den nichtbesitzenden Klassen diese Zuwendungen mißgönnte; es gibt im Gegenteil bürgerliche Politiker in Hülle und Fülle, die mit Bebel der Meinung sind, es müsse noch mehr zu Gunst en der Arbeiterschaft getan werden. Auf der anderen Seite fehlt es allerdings nicht an Leuten, die bereits jetzt ein Uebermatz der Staatsfürsorge für vorlieacnd erachten und gegen die „Theoretiker der schrankenlosen Sozialresorm" ankämpfen, weil! sie der Meinung sind, die deutsche Produktion könne eine weitere Belastung durch Kosten der sozialen Versicherung nicht tragen. Es wird von dieser Seite gerade gegenwärtig in rechtsstehenden; Blättern darauf hingewiesen, daß die für das Jahr 1910 in Aussicht genommenen Arbeiter-Witwen- und Waisen- Versicherung eine Mehrbelastung der deutschen Produktion um jährlich 200 Millionen Mark bedeute. Für Bestreitung der Kosten dieser Versicherung sollen bekanntlich nach den Bestimmungen des Zolltarifgesetzes bis zu einem gewissen Grade die Mehreinnahmen aus den Agrarzöllen herangezogen werden. Man muß da denn doch fragen, warum diejenigen damals nicht gegen das ganze Zoll- tarifgefctz gestimmt haben, die iejt an der Arbeiter-Witwen-- und' Waisenversicherung unmutig herumkritisieren? Es fällt aus der Erhöhung der Getreidezölle also wohl doch ein; trotz alledem Erkleckliches für die Landwirtschaft ab. Ueberhaupt erscheint cs gerade vom Standpunkt einer bürgerlichen Partei aus wenig angebracht, zu behaupten, Deutschland treibe in einem Tempo Sozialresorm, das mit seiner finanziellen Leistungsfähigkeit nicht Schritt halte. Der für Sozialpolitik ver^ antwortliche Staatsmann ist Graf Posadowsky, und von ihm, der früher selbst Reichsschatzsekretär war, wird im Ernst nicht angenommen werden können, daß er verabsäume, das sozial- reformerische Wollen mit hem finanziellen Können im Einklang- zu halten. Aeußerste Linke und äußerste Rechte neigen zwar beiderseits dazu, im Grafen Posadowsky den vorn Ueberschwang der Theorie beherrschten, weltfremden Ideologen zu sehen. Mer sie würdigen nicht nach Gebühr, daß dieser Staatsmann seit Jahren; schon seinen Sommerurlaub dazu benutzt, mit dem praktischen Leben Fühlung zu nehmen, die sozialen Fortschritte im Ausland zu studieren usw. Zur „Schwarzseherei" liegt sozialpolitisch in der Tat kein Grund vor, solange ein der Arbeiterschaft wohlgesinnter Staatsmann wie Graf Posadowsky das Reichsamt desf Innern leitet, und solange der größere Teil der bürgerlichen Parteien entschlossen ist, in der Fürsorge für die Arbeiterschaft fort-, zufchreiten, selbstverständlich im Rahmen des finanziell Möglichen. Diese natürliche Schranke ist jeder vernünftigen Sozial^ Politik gezogen. DenLscherReLctz. Berlin, 25. Sept. Der Landwirtschaftsminister v. Pod> b i e l s k i wird wahrscheinlich Anfang nächster Woche von seinem! Jagdausfluge nach Berlin zurücktehren und die Geschäfte des Lands Wirtschaftsministeriums wieder übernehmen. Eisenach, 25. Sept. Tie Parteileitung berfreif. Volkspartei hat dem Vorschlag der Nationalliberalen, bei; den bevorstehenden Landtagswahlen gemeinsam vorzugehen, zugestimmt. Die Einigung erstreckt sich insbesondere auf sämtliche ländliche Wahlkreise des Eisenacher Landes. Gemeinsame Programmpunlte, welche das Vorgehen hinreichend begründen, sind die Erringung des direkten Wahlrechts für die allgemeinen Wählen zum Landtag, Schaffung: eines Verwaltungsgerichtshofes und Verbesserung der Gemeindeordnung. , , , , . Karlsruhe, 25. Sept. An einem Essen, das bei bem! Prinzen Karl stattfand, nahm auch ber Führer ber So- zialbemokraten in der Zweiten badischen Kammer, Vize^ Präsident Geck, teil. , Augsburg, 25. Sept. Die Hauptversammlung des Gustav-Adolf-Vereins wurde heute nachmittag eröffnet. Mit herzlichen Worten begrüßte der erste Bürgermeister Hofrat Wolfram die Versammlung, wenn auch zunächst im Namen der evangelischen Bevölkerung der Stadt, so doch mit der Gewttzhett, daß auch ihre katholischen Bewohner dem Verem, der eine Friedensarbeit treibe, ein herzliches Willkomm entböten, v. Schneider, der Präsident des bayerischen Landeskonsistoriums, überbrachte die Grüße der protestantischen Kirche Bayerns. In glanzenbrr Rede erwiderte der Vorsitzende Geh. Kirchenrat D. Pank auf sämtliche Begrüßungen mit einem Rückblick auf die große Geschichte Augsburgs, insbesondere auf das hier abgelegte Bekennt-, nis und auf den hier abgeschloßenen Religionssrieden. Am; heutigen Abend fanden in zwei Kircken zahlreich besuchte Gottesdienste statt. ■ . . München, 25. eept Im landwirtschaftlichen Kreisv erein für Oberfranken stellte Freiherr v. Fei^ litzfch folgende Thesen auf: 1. Die Landwirt schaftbeklagtdiehohenFleisch- preise, da der Nutzen, den die Landwirtschaft daran hat, in feinem Verhältnis steht zum Nachteil des konsumierenden Publikums. 2. Die Landwirtschaft ist an der Fleischteuerung nicht schuld, sondern die abnormen Ernteverhältnisse der letzten Jahre. — 3. Viehmar.gel ist nicht vorhanden, die Ställe sind mit Jungvieh gefüllt. 4. Der Mangel an Schlachtviehversicherungen i|t eine Hauptursache der Fleischteuerung. 5. Ws iveitere Ursache kommt noch in Betracht: die Zunahme der S&e* DÜlteriing, die hohen Lohne, die bessere Lebenshaltung." Tie Breslauer Arbeiterkrawalle vor Gericht. Nachdruck verboten. IIL S. u. H. Breslau, 25. Sept. Eine Zeugin bekundet, daß sie am 19. Aprit zwischen 6 und 7 Uhr abeiids den Angeklagten Schneider mit einem Messer Aie Heutige Aurumer umfaßt 12 Seiten. Sozialdemokratischer Parteitag. IIL (Unberechtigter Nachdruck "verboten.) S. u. H. Mannheim, 2o. Sept. 3weit ec Tag. Der Parteitag tagt von heute ab in einem der schönsten, wenn nicht dem schönsten Saale Deutschlands, dem Ribe- lungensaale des Rosengartens. Am heutigen zweiten Verhandlungstage wurde zunächst der Bericht der Mandatprüfungskommission erstattet. Darnach sind aus dem Parteitage 313 Delegierte erschienen, die 335 Mandate vertreten. Außerdem-sind noch anwesend 52 Vertreter der Partei int Reichstage, 20 Parteifunktionäre und 19 ausländische Gäste mit Mandaten, sodaß der Parteitag im ganzen 404 Teilnehmer zählt. Dann wird in der Diskussion über den Geschäftsbericht fort- gesahren. Ulrich-Offenbach verteidigt den sachlichen Standpunkt des Finanzministers der Partei. Er wendet sich aber gegen das scharfe Urteil, das Gerisch gegen einige Genossen gefällt hat. Er hält das Verfahren des Vorstandes, der das Protokoll der Generalkommission veröffentlichte, für berechtigt. Das mußte geschehen, schloß er, wenn wir nicht wie „das Kind beim Dreck" dasitzen wollten. Hoffmann -Hamburg fordert die Festsetzung eines Minimalbeitrages. Das Herumdrücken ums Beitragzahlen sei nicht zu billigen. Solche jesuitischen Kniffe seien der Partei unwürdig. Hoch-Hanau bringt nochmals die Affäre Stampfer zur Sprache. Stampfer hatte der Vorwärtsredaktion vorgeworfen, daß sie bald so, bald so schreibe, und das durch Zitate belegt. Der „Vorwärts" nannte das einen „Bubenstreich" und wies ihm eine böswillige Fälschung des Sinnes der Zitate nach. Es war eine absichtliche, böswillige Verdrehung des Wortlautes. (Sehr richtig!) Das schärfste Wort war noch nicht scharf genug gegen diese Unehrlichkeit und Gewissenlosigkeit. (Zustimmung.) Der Schimpfartikel erschien im,;Blatte des Genossen Braun. Braun weiß jetzt, daß der Artikel eine Fälschung war, er hat sich aber nicht entschuldigt. Das ist schamlose Fälschung. (Sehr richtig!) Solche Genossen, die so ehrlos handeln, gehören nicht mehr zur Partei. (Sehr richtig!) Das ist schamlos gehandelt. (Lebh. Beifall.) Alberti-München: Ich schließe mich den Worten gegen das Treiben des „Vorwärts" an. Ausdrücke, wie „dunkler Ehrenmann" find' geradezu unerhört, überhaupt der ganze Don, der in der Redaktion herrscht. (Bebel ruft: Was hat denn die „Münchener Post" im Vorwärtskonflikt gesagt?) Wir haben solche Ausdrücke nie gebraucht und müssen ganz energisch dagegen protestieren, daß man einzelnen Genossen einfach die Ehre abfchneidet. (Oho-Rufe.) Tas ist absolut unerhört, Parteigenossen so zu beschimpfen. - (Zurufe: Jawohl, Stampfer!) Dr. Heinrich Braun-Berlin: Hier auf dem Parteitag macht sich ein Ton gellend, der durchaus unziemlich ist. (Lachen./ Singer: Ueberlassen Sie das Urteil darüber dem Bureau. Braun: Mag der Parteitag entscheiden, vb der Ton der Polemik Hochs gegelt Stampfer und mich angemessen war. (Lachen.) Man hat mir r/orgeworfen, eine „schamlose Fälschung" wiederholt mitbegangen zu haben, indem ich nicht auf die Angriffe des Vorwärts gegen Stampfer eingehe. Die Worte in dem Artikel Stampfers, das Proletariat solle das Pulver trocken und das Schwert geschliffen halten, sind in ganz falschem Zusammenhang zitiert worden. Der Vorwärts hat lediglich in der Verlegenheit gehandelt, wenn er sich auf dieses Wort stürzt und ihm einen Strick daraus drehen will. (Lebhafte Zurufe.) Die Stellen, die die Meinung Stampfers klar darlegten, sind vom Vorwärts einfach verleugnet worden. Es ist eine Verfälschung Stampfers Ansicht, wenn man ihm Widersprüche unterstellt. Es war in dem Artikel nur zu beweisen, daß der „Vorwärts" an völliger Haltlosigkeit leidet, daß er bald heiß bläst, bald kalt bläst, je nach den Weisungen'von oben. (Unruhe. Es ist der Mangel an-Einheitlichkeit, an K du s e - quenz, den wir ihm vorwerfen. (Lachen.) Das leitende Organ, das der Partei Direktiven geben soll, ist selbst vollkommen direktionslos. (Gelächter.) Das ist bewiesen worden. Die Vorwürfe gegen Stampfer sind falsch, ebenso die gegen mich. Wir in der „Neuen Gesellschaft" lassen jede persönliche Spitze beiseite. (Stürmische Heiterkeit.) Ströbel von der Vorwärtsredaktion verteidigt die Haltung der Redaktion. In der Weise, wie Stampfer gehandelt hat, wird die Polemikvergiftet. Diese u n - ehrliche Weise muß gebrandmarlt werden. Diese hämische, höhnische Art muß dazu führen, daß es aus dem Wald herausschallt, wie hineingerufen wird. Warum hat man denn diese infame Methode des Kampfes gerade vor dem Parteitag eingeleitet. (Sehr wahr.) Dieses F ä l s ch e r g e n i e ist wirklich nicht mit Unrecht so genannt worden. Daß ein Massenstreik zurzeit unmöglich war, hat der „Vorwärts" immer behauptet. Der Artikel Stampfers war eine bewußte Fälschung, eine systematische Unehrlichkeit. Man hat den Vorwarts- redakteuren vorgeworsen, sie seien schwache Kopse, freilich in Fälschertünsten sind sie nicht bewandert. Ich hoffe, daß die Genossen von der „Neuen Gesellschaft" sich endlich mal eines anständigen Tones befleißigen werden. (Lebhafter Beifall.) Reichstagsabg. Led eb o ur: Wenn man objektiv als .Ganzes die Haltung des „Vorwärts." betrachtet, so ist die Pferd herüberzuführen. der des Ehemannes, ob Meineid in zwei Fällen vorliegt evcntl. durchschnittlich, der Zentner 10—12 Mk., Birnen und sind für Aepfel so horrende Preise be Berner mar heute beamten blieb das Feuer auf seinen Herd beschränkt und das Davon sollen 5000 Mk. dein Verein Letztere Summe soll zur Errichtung des Schwurgerichts, Landgerichtsrat schlage der Einzelreferenten eingercicht sein, wie dies seitens Ladendiebcrci. Vorgestern kaufte eine hiesige Werke m.einem besonderen Abschnitt aufgcfübrt sind. Das angefügte (M mH l.X TT/-* 4a S1G t < \ 4.4a aCu.. - - ...k . L ' • 1 c A ri . I . v während er den Pflug gelenkt haben will. 25. Sept. Der noch nicht elfjährige der Strafanstalt angestellten Aufsehers früh nach 11 Uhr damit beschäftigt, in Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Rechtsanwalt Raab die Verteidigung Die den Geschworenen vorgelegten neun Fragen wegen Schuld der beiden Angeklagten gehen dahin: a) Wegen ner und Schneider er- o n a t e, alle anderen Au- Gemeindcobst versteigert und Preise erzielt, wie sie wohl seit Jahren nicht vorgckommen sind. Aepfel kosteten eines neuen VtuseumSgebäudes und zur Beschaffung iveiterer Trachten und Figuren benutzt werden. Hausen wohnhaft. Theobald, während führte. Der Vorsitzende Neuenhagen, gab su r bic he, fische Literatur besitzt. Es wurde zu weit führen, auf a Ue eluzelnen Verlagsgeblete naher einzugeheu, da alle Wissenschafteu o ertreten sind, nur auf einiges sei näher hingewiefen. Die Abteilung Von den weiter vernommenen Zeugen, von denen mehrere zeichen ließ die Herkunft nicht bestreiten und so wurde Anin der Nähe, zurzeit als der Vorfall sich abspielte, gearbeitet zeige erhoben. haben, hat nieniand wahrgenommen, daß Feldbauer über *• Kaminbrand. Am Montag abend konnte die das fragliche Kartoffelland gefahren ist, aber ebensowenig hat Gailsche Feuerwehr, nachdem die Hebung soweit vorbei einer der Zeugen bekunden können, ob dieser seinen Weg mar, sogleich einen Brand löschen, denn gegen 9 l/i Hhr über den Rain genommen hat. Einer der Zeugen hat entstand im „Haberkasten", auf dem Brandplatz, ein kleiner noch nie gesehen, daß jemand den von Feldbauer ange- Kaminbrand. Die Feuerwehr konnte aber alsbald wieder fahrlässigen Falscheid ausgeschworen. Oberstaatsanwalt Theobald stellt in seinen Ausführungen den Gang des früheren Verfahrens dar. Nach seiner Ansicht besteht zwar auch jetzt noch der dringende Verdacht, daß die Eidespflicht von dem Angeklagten wenn nicht wissent- lich so doch fahrlässig verletzt worden ist, wenn er auch zu- gestehe, daß die Eheleute Feldbauer keine klassischen Zeugen seien, weil die Nollen sich geändert hätten. Zur Verurteilung wegen Meineids sei aber ein ganz besonders zweifelsfreier W. Bao-Nauheim, 25. Sept. Von dem Führer der Studienreise der 42 französischen Acrzte, Dr. Bazot, die im vorigen Monat Bad-Nauheim besuchten, ist bei der Großh. Kurverwaltung folgendes Schrelben aus Paris cingetroffen: Ich bitte Sie den Verzug meines Schreibens, um Ihnen für den reizenden Empfang zu danken, den Sic uns in Nauheim bereitet haben, zu entschuldigen. Ich denke, daß Sie wohl verstehen werden, daß ich während der Reise keine Zeit zum Schreiben hatte und alsdann mußte ich einige Tage zu meiner Erholung und Ruhe fern von Varis leben. Wir bewahren unserer kurzen Visite in Nauheim ein lebhaftes Andenken, denn alles dort war so vorzüglich zusammen- gesept, um u^.s zu belehren und zu gefallen, daß wir die Ehre, welche man uns dort erwiesen hat, nie vergessen werden. Wir werden uns bemühen, Ihre interessante Bäderstation weiter bekannt zu machen; und wenn wir Deutschland 1910 oder 1911 wieder besuchen, werden wir in Nauheim, welches es so sehr verdient, längeren Aufenthalt nehmen. Ich bitte Sie in meinem Namen allen den Herren zu danken und sie zu grüßen, die sich s. Zt. unserethalben bemüht haben, besonders Herrn Dr. Hänel und Herrn Professor Schott, welche uns so viele Belehrungen geboten haben, sowie Herrn Geheimrat Dr. Fuchs, welcher uns mit seiner Gegenwart beehrte, ebenso dem Herrn Bürgermeister Kaps er. Ich bitte Sie unseren Dank auch nochmals ganz besonders den Herren Hotelbesitzern zu übermitteln, welche uns ihre schönen Etablissements zur Verfügung stellten. Endlich möchte ich aber der Großh. Kurverwaltung für den schönen Empfang danken und ihr meine freundschaftlichsten und ehrerbietigsten Gefühle zum Ausdruck bringen. Indem ich Ihnen allen nochmals danke und Ihnen auf Wiedersehen zurufe, bitte ich Sie, sehr geehrter Herr, die aufrichtige Versicherung entgegenzunehmen, daß Sie bei uns allen im allerbesten Andenken verbleiben werden. Dr. Bazot. P-S. Unsere Gesellschaft wird eine Tourne in Frankreich speziell für unsere deutschen Kollegen arrangieren: ich werde es Ihnen bekannt geben, wenn die Zeit gekommen ist. fc. Marburg (Lahn), 25. Sept. Der Landwirt Peter Wicken Höfer von Allendorf an der Eder geriet unter seinen mit Kartoffeln schwer beladenen Wagen. Die Räder gingen dein Landivirt über die Brust und er erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er kurz bnrmif, nachdem er wieder auf den Wagen gestiegen war, starb. fc. Fulda, 25. Sept. Im Garten des hiesigen Landkrankenhauses wurden bei Ausschachtungsarbeiten die ü er » westen Leichen einer Frau und eines Kindes und bei den Kanalisationsarbeiten „hinter den Löhren" ein Sarg mit einer verwesten männlichen Leiche auSgegraben. Frankfurt a. M., 25. Sept. Bei der Sczierung der Leiche der Frau Vogel aus Wildungen, welche man s. Zt. in einem Koffer auffand, soll sich ergeben haben, daß , Wohlfahrts- und Kunstpflege über Gutachten der obersten Medizinalbehörde stehen noch au§.— Ein Dieb, der in der vorigen Woche einem Dienstmädchen in der Eulengasse 58 Mk. aus dem Koffer gestohlen hatte, brachte heute nacht 4 8 Mk. wieder zurück. leugneten anfangs und gaben an, die Schaufel in einem dem ihnen gehörenden Ackerstück wieder heruntergefahren, anderen Geschäft erworben zu haben, allein das Geschäfts- bereits früher falsch deponierten Zeugnisses, eventl. mit der 3 Mark. Auch bei Charakterisierung als sogenannte fortgesetzte einheitliche Straf- an den Kreisstraßen tat. Ferner falls nicht wissentlicher, ob nicht fahrlässiger zahlt worden. Falschcid gegeben sei. b) Wegen der Ehefrau, ob diese einen △ Butzbach, wissentlich falschen Eid, oder verneinendenfalls ob diese einen Junge des an dem elterlichen Holzschuppen neben der Wohnung Holz auf- znräumen. Um in dem etwas dunklem Raume besser hantieren zu können, zündete er ein Streichholz an und setzte damit auf dem Boden liegendes Heu und Stroh in Flammen. Im Augenblick stand der ganze Schuppen in Flammen und durch das qualmende Heu war dem Jungen der Ausweg abgeschnitten und er fand, ehe Hilfe herbeikam, klage stehenden Sachverhaltes, damit sie orientiert seien, worauf es in der Verhandlung ankomme. RnckelShausen habe den ehemaligen Mahlknccht des Müller?, Schäfer Feldbauer, beschuldigt und angezeigt, dieser sei mit einem Pflug über seinen (des Nuckelshausen) Kartoffelacker gefahren. Es kam dieserhalb zu einer Verhandlung vordem Feldgericht zu Homberg a. d. Ohm und bei dieser Verhandlung beschworen die Eheleute Ruckelshauscn, sie hätten igeschen, wie Feldbauer über ihren Acker gefahren sei. Die Magd des Müllers Schäfer habe das Pferd am Kopf geführt und der Knecht den Pflug gelenkt. Die Verhandlung vor dem Feldgericht wurde vertagt, um einen Augenschein zu nehmen, und in der neuen Verhandlung wiederholte der Ehemann RnckelShausen seine Angaben noch einmal unter Eid. DaS Feldgericht sprach trotzdem den damaligen Angeklagten frei und überwieS die Akten an die Staatsanwaltschaft. Es kam am 15. Juni zu einer Verhandlung vor der Strafkammer wegen fahrlässigen Falscheides gegen die Eheleute Nuckelshausen und in dieser beschworen Feldbauer und dessen Ehefrau (diese ist die ehemalige Dienstmagd des Müllers Schäfer) das Gegenteil von dem, was die damals und auch heute wieder Angeklagten vor dem Feldgericht in Homberg beschworen hatten. Der Beschluß der Strafkammer, der die Angeklagten vor die Geschworenen verwies, kam zur Verlesung, ebenso kon- flatterte der Vorsitzende aus den Akten, daß in der Verhandlung am 15. Juni der Anklagevertreter die Freisprechung der Nuckelshausen Eheleute beantragt hatte. Der Angeklagte RnckelShausen erklärt, er habe mit bem Mahlknecht Feldbauer Differenzen gehabt und sei dieserhalb auch wegen Beleidigung bestraft worden. Auf den Vorfall, der den Gegenstand der Anklage bildet, eingehend, schildert er, wie er von seinem jenseits der Felda bei Ehringshausen liegenden Acker, auf dem seine Frau und sein Sohn gearbeitet haben, wahrgenommen habe, daß der Mahlknecht Feldbauer ein Stück Wegs lang mit einem Pflug durch sein Kartoffelland gefahren sei. Er will seine Angehörigen darauf aufmerksam gemacht haben. Man habe den Vorgang von -er Arbeitsstelle aus deutlich wahrnehmen können, weil die Fahrt Feldbauers au§ einem Kleeacker, der naturgemäß gegen ;ba§ Kartoffelland abstach, über dieses ging. Der Angeklagte will sofort mit den ©einigen an den Tatort gegangen fein die Spuren der Fahrt auf seinem Acker und auf Lern Kleeland wahrgenommen haben. Vom Vorsitzenden darauf hingewiesen, daß der Feldschütz bei Untersuchung deS -fraglichen Geländes keine Spuren einer Fahrt mit Pferd und Pfllug wahrgenommen habe, erklärt der Angeklagte, daß der Feldschütz erst nach 10—12 Tagen, aber auch nur seinen Acker, nach Spuren abgesucht hat und dieser sei inzwischen gearbeitet gewesen, so daß man nichts mehr von der Fahrt habe sehen können. Der Angeklagte sucht geschickt die einzelnen Punkte der Anklage zu widerlegen und erklärt, was er unter Eid auSgesagt habe, entspreche der Wahrheit. Die Mitangeklagte Ehefrau bestätigt die Aussage deS Angeklagten. Der als Zeuge vernommene Feldbauer und dessen Ehefrau bekunden, daß sie nicht über den Kartoffelacker des RnckelShausen, sondern den daneben hinziehenden Kleeacker hinuntergefahren sind, der allerdings an seinem Ende in einen gestern nach Eintritt der Verhandlung -en Geschworenen folgende kurze Erläuterung des zur An- Butzbach, 25. Sept. Die Veranstaltungen des verschiedenen Punkte der Anklage fallen in sich zusammen, hessischen Heim atSpflegc- und Trachtenfestes haben Wenn dem Ehemann Nuckelshausen zum Vorwurf gemacht als Ueberschuß die beträchtliche Summe von rund werde, daß er als Zeuge behauptet habe, man könne nicht 10 000 Mk. ergeben, über das Geröll fahren, so sei dies eine Sachverständigen-- für ländliche HeimatS frage, die gar nicht unter den Zeugeneid falle. Sein Klient wiesen werden, während die andere Hälfte dem Butzbacher habe auf dem Standpunkt gestanden, daß ein vernünftiger Trachtenmuseum zufällt, und vorsichtiger Mann nicht über Gemäuer fahre und ris Handlungen so gefördert werden, daß bis Anfang Dezember sämtliche Referate fertiggestellt sein können. 9(15 elfter Gegen- . - stand soll auf die Tagesordnung der Ausschußsitzung am sogenannten Rain abfallt, an dem ein Steingeröll sich be- 9. Oktober der Entwurf der Landgemeindeordnnng findet. Heber dieses hinweg will Feldbauer gefahren fein, gesetzt werden. Die damalige Magd seines Dienstherrn, seine jetzige Ehefrau, *• Von der hessischen 93 c rwaltungSgese tz- reform. Nach einem AuSschreiben des Präsidenten deS Ausschusses für Beratung der Verwaltungsgesetzreform im hessischen Landtage, sollen bis längstens 6. Oktober die Vörden Tod in den Flammen. Durch das rasche und tat- Beweis erforderlich und dieser sei nicht erbracht, denn ganz kräftige Eingreifen der sofort herbeieilenden Strafanstaltseinwandfreie Zeugen, die genau und bestimmt den Vorfall, “ ‘ ‘ ' ----- - fiere, daß sein Pferd sich die Knochen zerbricht. Die Hauptfrage, ob Fcldbauer und seine jetzige Frau über den Acker des Angeklagten gefahren sind oder nicht, lasse sich jetzt nach saft 11 /2 Jahren noch weniger als früher scststellen. Daß der 9lckcr berührt worden ist, haben verschiedene Zeugen als möglich zugegeben. Es stehen sich die Aussagen von Zeugen, die genau Hinsehen, mit solchen, die sich nicht beobachtet glaubten und an nichts dachten, einander gegenüber, ohne daß man die eine oder andere als durch wissentliche oder fahrlässige Verletzung der Eidespflicht entstanden, betrachten müsse: deshalb seien sämtliche Schuldfragen zu verneinen. Die Geschworenen verneinten nach kurzer Beratung die Frage nach Meineid und auch nach fahrlässigem Falsch eid, worauf der Gerichtshof die 9lngcklagten kostenlos f r e i s p r a ch. mn den eS sich handelt, in allen Einzelheiten bestätigen Eingreifen der zur Stelle geeilten Feuerwehrleute wurde überkönnten, seien nicht vorhanden. ladung des Herrn Polizeiamtmanns Herberg fand heute vormittag im Sitzungssaale des Vürgcrmcistcreigebäudes die 15. Konferenz der Polizeiamts- und Polizeiverivaltungs- vorslände deS Großherzogtums statt. Nach Schluß der Sitzung ist im „Hotel Großherzog" gemeinschaftliches Essen vorgesehen. •• Der Herbst hat heuer erheblich früher als sonst seinen Einzug gehalten. Wir hatten in der letzten Nacht nicht geringen Frost und beute früh um 7 Hhr zeigte das Thermometer nur 4- 10 R. Im Taunus, im ganzen Lohnt a l sowie int Hannoverschen trat bereits in der Nacht vom Montag auf Dienstag starker winterlicher Frost ein, und in der Gegend von Langenschwalbach wie in der von etabttjnflcn zeigt- das Thermometer gestern 2 Grad Kälte, die Zunge aus den. Munde herauSaebangen habe^ was ein £)ie Hohen der Nhon tragen heute Schnee. Aus Ost- sicheres Zeichen von Strangulation ist. Es scheint demnach preu ßcn Horen wir, daß dort die Bäume bereits allen Laub- „icht Todesfall, sondern Mord vorzu liegen. Weitere schmuckes beraubt sind und Feld und Wald den Eindruck ----- - - - erroeeften, als befände man sich bereits im November. bei dem zweiten geleisteten Eide mit Aufrechterhaltung eines Zwetschen waren billiger zu haben und kosteten erst 2 bis der gestern abgehaltenen Versteigerung flüssig. Nach einer anderen Darstellung soll das Feuer durch Nach eingehender Würdigung der gesamten VeweiSanf- dessen jüngeren sechsjährigen Sohn am Eingang des nähme fommt der Vertreter der Anklagebehörde zu dem Er- Holzschuppens angezündet worden sein. Bei dem Versuch, gebnis, daß ein Beweis, der zur Verurteilung der 9lnge- den brennenden Körper des älteren Sohnes den Flammen zu klagten ausreichen könne, nicht erbracht sei, weshalb Frei- entreißen, wurde der Vater an Gesicht und Händen durch s p r e ch u n g ein treten müsse. Brandwunden erheblich verletzt. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Raab, führte au§: Die Aus Sraot uno Luuo. Gießen, den 26. Sept. ” Preisrätsel. Hin unseren Lesern, die an der „Rätselecke" in den „Gieß. Familicnbl." Gefallen gefunden haben, eine besondere Freude zu bereiten, veröffentlichen wir heute wiederum ein Preisrätsel, da§ mit einer stattliche n 9lnzahl wertvoller Preise ausgestattet ist. H. a. gelangen an die Einsender richtiger Söflingen folgende Gegen- stände zur Verteilung: 1. Ein großer Pracht-Globus; 2. „Rufer Tierarzt", ein großes illustriertes Prachtwcrk mit einem zerlegbaren Modell von Pferd und Rind; 3. „Der Ratgeber für daS praktische Leben", ein Werk von ea. 1100 ©eiten, das über die verschiedensten Lebensfragen lexikalisch Auskunft erteilt. 4. Eine 9lnzahl sonstiger wertvoller B ü ch e r p r e i s e. *• Polizei-Konferenz. Infolge ergangener Ein- gebenen Weg gefahren ist, er hält es für gefährlich, dort ein abziehen. t. Reiskirchen, 25. ©ept. Heute wurde hier das Litcrnr'ssekes. ■ - - « -............. ........ ** Ein hervorragendes Zeugnis Gießener Geschäfte der Referenten für die Landgemeindeordnung, den Abgg. getllc.s das soeben herausgegebene Verlags-Verzeichnis Kühler und Hebel, bereits geschehen ist. Am 9. Oktober -!?!.,-?"th. das sich,in verschiedenen Beziehungen vor- kl-ll-n di- ©i.tjimgcn dcs Ausschusses beginnen und die V°» äutaU burdi bi? g"b®genC grffiaS lauf einen Schutzmann habe To § geben sehen. Dann wird endlich die Beweisaufnahinle geschlossen, worauf der Staatsanwalt Dr. Hensel das Wort zur Begründung der Anklage er greift: Von den Anklagen wegen Beleidigung feien nur wenige übrig geblieben. Die wichtigen Anklagepunkte aber gehen nicht auf Beleidigung, sondern auf die Beschuldigung des Auflaufs, des Aufruhrs und des Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Der Staatsanwalt schildert eingehend die bekannten Vorgänge. Ein großer Auflaus sei vorhanden gewesen und der Ausruhr sei allgemein geworden. Die Schutzmannschast habe eine M u s- fchreitung in keinem Falle begangen. Auch nicht im Falle Biewa 1 d. Zu bedauern fei, daß der Beamte, der Biewald die Hand abgehauen habe, sich nicht gemeldet habe. Der Beamte habe vielerlei Gründe, nicht hervorzutteten, z. B. wegen der zivilrechtlichen Verantivortlichkeit für seine Tat: aber ihm allein als Grund für fein Nichthervortreten die Furcht vor der strafrechtlichen Verfolgung unterzulegen, fei nicht angebracht. Eine Entschuldigimg wäre nur unmittelbare Erregung. Das gelte aber nur von der Hebamme Haase. Dieser seien mildernde Um» stunde zuzubilligen. In keinem anderen Falle könne er einen Milderungsgrund sehen. Der Staatsanwalt beantragt - gegen Schneider, den er des meuchlerischen Angriffs für überführt erachtet, 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. Gegen die anderen des Aufruhrs Angellagten beantragt er 'Strafen von 1 Jahir 6 Monate bis zu 5 Monate Gefängnis. Dann wendet er sich zu den Beleidigungsllagen. Er geht auf den Anlaß der Aussperrung ein. Der Ausstand der Former sei von dem Metallarbeiterverband bewilligt und gewollt worden. Die 9Crbeitgcbcr hatten nun die Absichten der Stteikenden durchkreuzt. Als die anderen Mitglieder der Verbände ausgesperrt waren, wollten einzelne Ms- gesperrte durch Mwendung von Gewalt die Arbeitswilligen zur Arbeitsniederlegung veranlassen und dadurch die Bettiebe lahm- legen. Sie alle, die dort huf dem ©triegauer Platz erschienen, waren von derselben Msicht bewegt und verfolgten denselben Zweck. Daher ist ihre Zusammenrottung mit der Msicht, die Arbeitswilligen zu beschimpfen, eine planmäßige gemeinschaftliche Handlung. Sie wollten durch beleidigende ehrverletzende Maßnahmen Mbeitswillige zum Ausstand veranlassen. Der Staatsanwalt beantragt für diese Angeklagten Stmfeu von 5 Monaten bis zu 6 Wochen Gefängnis. Leuschuer, der einem alten Manne ins Gesicht gespuckt hat, soll 1 Jahr Gefängnis erhalten. DaS Urteil. geklagten Gefängnisstrafen, die bis zu drei Tagen h.-rabgehen. Wegen Meineids von den Geschworenen sreigesprochen« th. Gießen, 26. Sept. Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den Maurer und Landwirt Peter Ru ckelshausen aus Nieder-Gemünden gebürtig und gegen deffen Ehefrau, beide in Eh ring §- Sieben Angellagte wurden sreigefprochen. Die, Hebamme Haase erhielt 15 Mark Geldstrafe. Leu sch hietten sechs Jahre und fünf M Sf-' fr r hundert eeitcn starke Buch selbst zu einer Zierde für jede Buchcrfammluug macht. Der Inhalt des Verzeichnifses fällt eben- fall-s angenehm auf. Man hat sich nicht mit einer trockenen Anf- zahlung der letzt noch vorhandenen Verlagswerke begnügt, sondern p siud alle seit Bestehen der Firma von ihr herausgegebenen Verlagswerke anfgefuhrt und zwar in erster Linie in alphabetischer ~ " -..... r ? • ~ m----- pmv jtgiyt *s,yt|Luu, «uutiiuivucil’I, -UvrgeuerN inilfie eine yienge i Krönung, wobei die vor dem Jabre 1876, dem Jahr der Geschäfts- Habe vorsichtig das Pferd über die Steine hiuweggcführt, Frau in Begleitung ihres 14jährigen Töchterchens M.M^.^rchden letzigenJnhaber Otto Roth, erschienenen während er den Pflug gelenkt haben w.ll. Di- Angeklngten in eine.n Laden etwas -in und hier wurde von, Person«, r>Q^fncE untcr Benutzung ihres beobachtet, daß das Mädchen heimlich eine Tortenschaufel in nis in bester Weise und gibt zugleich einen Begriff von de/Ä- KartoffelackerS den aoschvisigen Rain und das daran ivall- seiner Handtasche vcrschwindeil ließ. Mutter und Tochter utung,.die die Firma Emil Roth für die deutsche und besonders artig gelagerte Steingeröll umfahren, er sei erst dahinter von ' ' " ' ' “ ' Pädagogik nsw. enthält neben zahlreichen wissenschaftlichen Werken besonders eine stattliche Sammlung von Schulbüchern und Buchern für die LeHrvraris. Das, was aber dem Verzeichnis, ebenso tote dem Verlag selbst für uns besten feine besondere Bedeutung gibt, ist die Abteilung „Hassiaca". Einer gleich liebevollen Vstege, toic fte die hessische Literatur durch den Nothfchen Verlag erfahrt, kann sich wohl kaum ein anderes deutsches Land erfreuen und. wenn man bedenkt, welches Wagnis die verausgabe so zahlreicher an em der W nach immerhin beschränktes Vublikum sich wendende Bucher nt^ geschäftlicher Beziehung bedeutet, darf man dovvelt erfreut se n i ber den dabei zu Taae tretenden Wage- und Opfermut. Von den ubuacii Verlaaswerkeu sei nur noch die.umfangreiche -Sammlung ..tteitos- gesctze" erwähnt, die sozusagen lückenlos alles enthglt, was dte Gesetzgebung des deutschen Reiches bis letzt geleitet hat. Als E n- leitung ist dem Verzeichnis etne interesiante Ab Handlung über tue Entwickelung des Nothschen Verlags vorgedruckt. Das Buch, detsen Bearbeitung keine aeringe Mühe gekostet haben mag, gewahrt nicht nur eine begueme Möglichkeit, sich mit den Erlchemungen eines bedeutenden Verlags bekannt zu machen, es ist zugleich ein wertvoller Beitrag für die Entwickelung des deutschen Schrifttums vom Bemnn de« 19. Jahrhunderts ab. an der die Firma Emil NotH rühmlichen Anteil genommen bat. Die technische Herstellung des Buchen erfolgte durch die BrüHlsche Universitätsdruckerei in Gießen. Märkte. fc. Frank f it r t a. M., 26. Sept. ^Qrig.'Telegr. des »Gien. Diehmarkt. ?nm Verkaufe standen 00 Nalder 00 Schafe und Hammel, 1422 Schweine 1. Qual. 80—00 V'a. Lebendaewicht 63.00-00.00 Vf, 2. Qual. 79-00 Pf-, Lebendaew'cbt 62.00- 00 Vfg., 3. Qual. 73—75 Pfg. Kälber 1- Qual. 00-00 P'., Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg-, Lebendgewicht 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 00-00 Pfg. Schafe 1. Qualita: Schlachtgewicht 00-00 Pfa., 2. Qualität 00-00 Psg. Geschäft: gedrückt, Ueberstand mittelmäßig. Voranssichilidte Witterung in Hessen für Donnerstag, den 27. September: Mäßige westliche Winde; zunehmende Bewölkung. Keine erheblichen Niederschläge, etivas wärmer. Mrrgiiial-Drahtrneldriisgen. Berlin, 26. Sept. In .Hasenfelde bei Fürstenwalde tötete sich mittelst eines Nasiermessers der Arbeiter Gers- dorf, welcher unter dem Verdacht stand, ein 17 jährige? Mädchen in einen Teich gestoßen zu haben, um sich der Alimentationspsticht zu entziehen, und ein anderes Mädchen zum Meineide verleitet zu haben. Posen, 26. Sept. Der Schulstreik ist in fast sämtlichen Volksschulen und in der höheren Mittelschule erklärt worden. München, 26. Sept. Auf die Ergreifung der Münz- räuber sind von der Behörde 1000 Mk. Belohnung und 5 Proz. des wieder beigebrachten Geldes ausgesetzt worden. Innsbruck, 26. Sept. Der Bergführer Angelo Montan ist im Nebel von dem Monte Batellau abgestürzt und zerschmettert.aufgefunden worden. Paris, 26. Sept. „Echo de Paris" berichtet aus Biarritz. der Zar und die Zarin ivürden im Oktober nach Biarritz kommen und dort einen Aufenthalt von zwei Monaten nehmen. Das Zarenpaar werde im Palasthotel absteigen, iuo bereits zahlreiche Gemächer bestellt seien. Eine Bestätigung der Meldung bleibt abzuwarten. — Großfürst Alexander Alexandrowitsch ist hier eingetroffen, um einen längeren Aufenthalt zu nehmen. Man glaubt, daß gegen ihn der Anschlag seitens der verhafteten jungen Russin geplant war, die den Auftrag erhalten hatte, das vom revolutionären Komitee gegen den Großfürsten verfügte Todesurteil zu vollziehen. Wien, 26. Sevt. Aus Pola wird hierher aemeldet, daß dalmatinifche Brüsker aus Nakitowitfch Berichten, es seien in der Nähe diese? Babnstat on auf der Strecke Triest— Pola einen Tag vm der Durchfahrt des Erzherzogs Franz Ferdinand auf dem Bahnkörper Dpnamit- Patronen entdeckt wurden. Die der Tat Verdächtigen sind drei Neichsitaliener und sollen sieh in Haft befinden. — In den letzten Tagen klagten mehrere Wiener Advokaten Wechsel in Gesamthöhe von 600 000 Kr. ein, die das Giro eines Grazer Großindustriellen und seiner (Gattin trugen. Ter Großindustrielle verweigerte die Einlösung dieser Wechsel und erhob Einspruch vor Gericht, daß auf "den Wechseln sein und seiner Frau Giro gefälscht sei. Er hinterlegte vorläufig die Summe gerichtlich. Diese Angelegenheit steht im Zusammenhänge mit dem Selbstmorde des Advokaten Ehrenzweig. Riga, 25. Sept. Heute abend wurde in der Waisenstraße eine Bombe in einen Straßenbahnwagen geworfen. Auf den Wagen wurden außerdem Flintenschüsse abgegeben. Ein Fahrgaß wurde cctötet; ein Schaffner, ei l Unteroi!'' c und ♦mH •>-. - nrhrn schwer Perletzt. Telefcnäsche 8Cug*sberichte des Giessener Anzeigers. mit% do. . . 36.55 Konsols .... 93.60 3°n do 36 40 Hessen 98.25 Oberbessen . . . —.- 4 v Oc'" Liebe ,, '°'cher .Mn [" ‘*B l>ara„ inC. e°ö(' anne>J,ü. und % rn bQ§ 4oSU,,(1 Lan'""uisi "" >vnrd Wohnung, 3—4 Zim., Küche, abgeschlossener Korridor, an rubiqc teilte git vermieten. 15398 H. Plank, KaplanSgasse 2. Lieber Str. Eeke Landmannstr. neuzeitl. eingerichtete 4-Zimmer- wohnungen und eine 3-Zimmer- woynung (lNansarde) zu vernr. Hellmold & Plank, Steinstr. 31. ____________5240____________ Eme 2- u. 3-Ziinmerwohnung zu vernr. 91eneit Aäue 7, II. ______________|5288|______________ Schone 2- und 3-Zimmerwoh- nunq zu vermieten. 06990_____Souueustrasre 13. Zwei große, lustige, neuzeitl. ausgestattete Zimmer (Neubau), ineinandergehend, möbliert oder unmöbliert, zu vermieten, 107005 Näheres SelterSwcg 77, Laden. Kleine Fmiliemchim zu verm. 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