Samstag 34 Mävz 1906 156. Jahrgang Erstes Blatt 36 neueste .album g-, album it resorm vorlagen der Wahlfreiheit an 49 Rlitgliedern, das VersaffungSauSschuß, Gcschäsisordnung an weisen. M Sorten tt u. Trotz- billigten bei oer idhaus i.M. iljflrabm 1L Ossem.___ einen WahlreformauSschuß von Gesetz betreffend die Jmmunilät an den sowie daS Gesetz über die Reform der den Geschäsisordnungsausschuß zu ver- Kamerun. — Nach privaten Mitteilungen aus Kamerun findet dort unter den Kaufleuten und Eingeborenen die Tatsache Beachtung, daß der stellvertretende Gouverneur O b e r |l Müller Kmg Akwa und die Gioßhäuptlinge im Gefängnis aufgesucht hat. Der Ton der Regierungsbeamten gegenüber'den Eingeborenen ist wesentlich anders getvorden, als zu Zeiten Plittkamers. Regierungsrat von BranchNsch übt gegenwärtig seine amtlichen Funktionen nicht mehr aus. Gegen Brauchilsch richtet sich, nach Putlkamer, die Hauptbe. schwerde der Eingeborenen. Kmg Akwa lehnte den neuen Richter als befangen ob, weil dieser die Verhältnisse in Kamerun nicht kenne, und stellte den Antrag, daß er, wie die übrigen Häuptlinge, in Deutschland vernommen werde. Er richtete auch an die Reichtzregierung daS Gesuch, die Gin» fuhr von SchnapS in Kamerun zu verbieten oder mit hohen Abgaben zu belegen. — Der Sohn des noch in hast befindlichen King Akwa hat sich an den Erbprinzen von Hohenlohe mit der Bitte gewendet, ihm nr.i Unterredung zu gewähren, damit er eine Schilderung der Verhältnisse in Kamerun gebe. Der Erbprinz hat das Geiuch bewilligt. — Der Puttkamer-Freund Manga Bell ist, wie aus Duala verlautet, eifrig damit beschäftigt, Unterschriften unter den Häuptlingen fernes Stammes zu sammeln, um eine Art Vertrauensvotum der Eingeborenen für Putt kämm er zu Stande zu bringen. ist bftejpe* Hautreizes Dl? den Macht überlassen werde? Wir geben für unsere Flotte 135 Millionen, Deutschland aber gibt für die feinige 18 0 Millionen aus. Unser Land kann ein Förderer des Friedens nur sein, wenn seine Grenzen gesichert sind. Improvisationen zu einer kritischen Stunde können teuer zu stehen kommen und entsprechen nicht den vom Lande gebrachten Opfern. Hierauf wird der Rest des Gesetzes und dann daS Budget im ganzen Vezugspre»»! monatlich 75'1^., rnertel* jnbrhd) Mk. 8.20; durch Abhole- tu Zweigstellen monatlich 65 13L; durch die Post Mt. 2.— vienel- sährl. auSschl. Vellellq. Annahme von 2ln$?igen für die Tagesnuuimer bis vormittags 10 Uhu Zeilenvreis: lokal 12 auSwärt« 20 Pfg. Verantwortlich hlr den poliL und allgem. 5 eil: V. Witt ko- Hit .Stadl und L'antr und -kNenchtSsanl*-. Ernst Heu. $ür den '2ln- zeigeiiteil: HanS Beck. Deutsches Nerch. Berlin 23. März. Der Kaiser nahm heute abend an dem Diner beim Retchstagspräsidenten, Grafen Ballest rem statt. — Der Kaiser hat dem Reichstage und dem preuß. Abgeordnetenhause ein Gruppenbild der kaiserlichen Familie und eine Gedenktafel zum Geschenk überwiesen, die auf die Silberhochzeit des Kaiserpaares Bezug nimmt. Die Bildnisse sind mit der eigenhändigen Unterschrift des Kaisers versehen. Sie „ werden eingerahmt und im Zimmer des Präsidenten aufgehängt. — Der Besuch Kaiser Wilhelms in Madrid ist vorläufig auf den 15. Mai festgesetzt. Falls die Marokko- k on f erenz, w.e eS jetzt den Anschein hat, ihre baldige und befriedigende Erledigung findet, so soll nach einer in militärischen und Hoskreisen umgehenden Version die Abreise des Kaisers, im Anschluß an seinen Grefei ber Besuch, am Abend des 2. April von Wilhelmshaven aus vor sich gehen. — Ter Senatsprasident beim Reichsgericht Dr. freies- (eben zu Leipzig wurde zum Wirkt. Geh. Rat mit dem Prädikat Exzellenz ernannt. __ Heute fand in der Leichenhalle des Dreifaltigkeits- kirchhofes die Trauerfeier für den Abg. Lenzmann statt. Sämtliche Parteien des Reichstags hatten Vertreter ernannt. Konsistorialrat Kirmsk hielt die Trauerrede. Namens der freisinnigen Volkspartei widmete Schmid-Elberfeld dem langjährigen treuen Mitglieds einen warmen Nachruf. Für die freisinnige Vereinigung sprach der Abg. Schra d er einige tief empfundene Worte. Ehorgesang und Gebet schloß die schlichte Feier, worauf die Ueberführimg dir Leiche zum Bahnhose zur Beförderung in die Heimat erfolgte. Hannover, 23. März. Tie Regierung hat der fast einstimmig erfolgten Wahl des Rittergutsbesitzers Hans von Lüneburg zum Landschaftsrat von Lüneburg die Be- stätigung versagt. Dec nicht Bestätigte gehört der Welfenpartei an. Straßburg, 23. März. Der Gemeinderat faßte in der Frage der Erhebung einer Wertzuwachs st euer heute folgende Resolution: .Der Gemeinderat ist der Ueberzeugung, daß eine Reform der Kememdesieuergeletzgebung für die nächstc Zukunft notiuenbig ist. Er ist der Anschauung, daß bei dieser Dieform inäbe|onberc auch eine für die Gemeinde zu erhebende Steuer auf den Wertzuwachs der Grundstücke ms Auge zu fassen fern wird. Ter Geuieinderai ersucht den Bürgermeister, die erforderlichen Schritte zur Herbei' iührung einer Reform in der genannten Richtung zu tun und hierbei auch eine Beratung der einschlägigen fragen bei einem em- zuberuienden elsaß-lothringischen Siädteiag in Erwägung zu , i eben." . •tu ^Marz u hoben, ‘ne: ? Pferd "schirr, ^ictb )irr, Kn "'Geschirr ioroit nh iacker ueh Saue u. ’Nrt lo‘_ tat piN angenommen. Wien, 23. März. DaS Abgeordnetenhaus beschließt mit überwiegender Majorität, die beiden Wahl- joroic das Gesetz betreffend den Schutz ArrsLaird. London, 23. März. Herr de Neufville aus Frankfurt erhielt auf die Lord Avebury überreichte Adresse folgendes Dankschreiben: Die so bedeutsame und freundschaftliche Adresse ist von dem englisch-deutschen Freundschaftskomitee mit leb- hnitcr Genugtuung begrüßt worden und wird bei meinen Landsleuten eilten ebenso herzlichen Widerhall finden. Wir erkennen die großen Verdienste, die sich Deutschland um Handel und Industrie, sowie um Kunst, Literatur, Wissenschaft und Musik erworben hat, voll an, und es ilt unser ernster Wunsch, die freundschaftlichen Beziehungen, die Jahrhunderte hindurch zwischen England und Deutschland, das in der Ver- gangenheit so viel für die Zivilisation getan hat, bestanden haben, zu erhalten und zu kr ästig en. Ick bin überzeugt, daß, wenn sie auch in Zu tunst Hand in Hand weitermarschieren, iljr Einfluß im Rat Europas zum Wohl und Frieden der zivilisierten Welt beitragen wird. ,. Pans, 23. März. (Deputiertenkammer.) Bei der fortgesetzten Beratung des Finanzgesetzes spricht Bouhey- Allex über daß Flottenprogramm und fragt, ob man bedacht habe, welche Folgen die Vermehrung der französischen Seestreitkräfte haben werde. Ein Hauch des Wahnsinns geht durch die Kammer. Wenn wir Defizite haben, so haben wir sie, weil wir ungezählte Millionen in den Schlund des Kriegs -und Marinebudgets werfen. Marineminister Thomson erklärt, daß eine Vermehrung der Seestreitkräfte absolut notwendig sei. Der oberste Marinerat habe besonders anerkannt, daß die deutsche Flotte mehr große Panzerschiffe habe als die französische. Von den Mächten werde die Zahl der Gefechtseinheiten vermehrt und besonders deren Deplacement vergrößert. Der e er so empfing, leine Mitwrrlnng bei den wisstnschastlistHli Untersuchungen und ^nftigen forstlichen Arbeiten der beiden jboryphLen gaben ihm jci juiiem bekannten Euer und Flüße bald bewährte Grundlagen isrf!l" n Wissens und praktischen Könnens. Fm Jahre 18o3 bcflano Tchcdor Heyer die spezielle Oberförster-Prüfi'ng und im Herbste 1851 die Forstmeister-Prüfung. Da die AnstellungSverl-äUrnst'e in ocr ^taatsfvrstkarriere damals äußerst ungünstig lagen, übernahm Theodor Heyer im Jahre 1856 die Verwaltung der Gräsl. Solms-Laumich'schcn Obersoruerei zu Kloster Arnsburg. Hier blieb ir 10 Fahre dis 1 8G6, in iuctdreni Fahre er in den Staatsdienst z ii rücktrat und vor- schiedene dienstliche Auftrage zu erledigen hatte, bis endlich am 12. Januar 1807 [eine Ecnennung zum Großher-vglicken Oberförster der Obersürsterei Eichelsdors erfolgte. , . Heyers Verdienste um die Oberförstercr Eiwelsdon (lbo7 bis 1885) sind in weiten Kreisen gewürdigt worden. Ter Entwurf und Ausbau eines mustergiltigen Wegners für die ausgedehnten fiskalischen Waldungen (2200 Hektar), die Ausführung der grotten Verbiiidungsstraße Hungen—Sck:otten und die Chaussierung sonstiger Waldwege nach dem treu ihm veranlaßten, als bewahrt erkannten Jcollkammvcrfahren, die tadellose Herstellung vieler Kilometer Erdwege (mit entsprechender Wölbung, und dabei die emsigste Pflege der Waldungen gaben dem Revier Eichelsdorf sstten geordnete Zustände und drückten ihm den Heyer scken ^tem- pel für immerdar aus. Die auf Wunsch von Kollegen erfolgten Äeröffentlickungen Heyers über seine Wegbau-Slroeiten in der Alla. Forst- und Jagdzeitung von 1878 uno 1880 uno der Rus der'Wege bewirkten, daß das Stetiicr Eickwlsdorf von forstlichen Dozenten mit ihren Studierenden öfters ausgesucht wurde ()o von Lorey, Heß, Sckiwappach, Käyser, Marlin u. n.) — Am 16. Mai 1885 wurde Theodor Heyer auf seinen Wunsch in die Oberförsterei Schiffenberg versetzt und kehrte damit m Die Vaterstadt zurück. Seine Tätiglcst in den h^sigen Waldungen setzte zunäelstl ebenfalls in o e | tlc giltigc£ Weguetze und in EhauffiLrung tveilCL Wegstrecken ein. ^te Pc.ganten der, Waldungen werden diese Tätigkeit Heyers sicher wohltueno em- yjunbeit haben Die damit Hand in Hand gehende intensive Wald- mleae wird den Besuchern der Waloungen nickst verborgen geblieben sein. Die uuiflergiUige itiutzholzzucht, zumal die Pflege der Eichen, die Müsleringen, die sauoeren Ausastmigsarbeiten mach beioährter Heyer'scher Methode), die forstästhetischen De- ftrebungen in den Waldungen können den Augen der Kenner unt» der Passanten überhaupt nicht entgangen sein. Die Handichrist Heyers in mehr als 20 jähriger Wirksamkeit ist überall zu 'l U $ie, in den letzten Fahren zumal, erfolgten wesentlichen Ber- bcHeriinaen am und int Gutshose Schiffenverg sind ebenfalls Heyers Verdienst. Tie Pflege der siülalischen Wiesen lag bei ihm in sorgsamen Händen. Lieblings'oeschasiigung war NM die Fischzucht und Teichwirtsck-ast und diese hat er bid zu semem Lebensende noch betätigt. Heyer war stets bestrebt für das vstentliche Wohl zu wirren, der Bevölkerung und ihren Bedürfnissen entgegen zu kommen. Die waldbesitzenden Gem. mden seines Bezirks wuoien außer seiner bewährten Pflege ihrer Waldungen und der Berbenerung der Wege in und außer l-alb derselben ganz besonders auw ferne Rücksichtnahme auf ihre Bedürsniffe, die Gewal)rung von Extrw- fällungen zu Zeiten der Not usw. wolst zu würdigen. Geh. Fvrstrat Heyer war Mitglied oeS hiesigen Versckönn- ungsvereins (Lndwigsorunnen s) und des üirchenvorilandcs, im Jahre 1903 gehörte er zum Haupttomitee sur die lmidwinsckast- licke Provinzialausstellung dahier. An Anerkennung seiner vorgesetzten Behörde und auck Allerhöchsten L-rrs hat es Heyer nickst gefehlt. Im Jahre 1892 wurde er zum Forstmeister ernannt, am 25. Januar 1901 zum Geh. Forftrat; am 25. Älovemlwr 1898 erhielt er das Ritterkreuz 1. Äl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, am 24. Mai 1904 die Krone zu diesem Orden (gelegentckä- des 50 jährigen TicNit- jubiläums) uno am 1. Oktober 1905 das Ehienkreuz dieses Ordens gelegentlich seiner Versetzung in den Ruhestand). Was Heyer aussuhrte, pflegte er wohl vorzuoereiteu und erst ' nach reislicWer .Erwägung, dann aber auch in vorzüglichsttt Nr. 71 • r|*etnt tS«Nch außer SonntaqS. Lern Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siehener ZamilieN' blätter viermal in der Woche beigelcgL Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buck-u.Stein- brudertt. 8t Lang«. Redaktion. Lrveditt«, und Druckerei: Schul st ratze 7. Redaktion 112 Verlag u.(£rpcö.e^51 Adresse für Deoeschen: «nzeiger Kietzen. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger AM- und Anzeigeblatt für den Gietzeu Heutige Wummer umfaßt L8 Seiten. ’ Die ZSaylvorlage im preuß. Abgeordnetenhaus. —tt— Berlin, 23. März. Von der heutigen Sitzung im preuß. Abgeordnetenhaus mit der Tagesordnung der ersten Beratung der „Wahlreform" hatte sich das Publikum viel versprochen; eine leb* haste, vielleicht stürmische Auseinandersetzung zwisck)en der Rechten und der Linken über die Vvn der letzteren geforderte gründliche Mahlrechtsverbesserung für Preußen. Die überaus zahlreichen Tribünengäste wurden jedoch in dieser Erwartung enttäuscht, denn zu einem eigentlichen Redegefecht kam es nicht, und bereits am Schluß dieser einen Sitzung wurde die Vorlage der Kommission ü b e r w i e s e n. Trotzdem hatte die Debatte ihre Sensation, unge- wöhnlicherwcise nicht nur die Ausführungen eines Parlamentariers, sondern eines Mitglieds der Regierung. Der Minister des Innern v. Bethmann-Hollweg begründete den Entwurf. Um eö kurz zu sagen, die Art, wie er es tat, war ein Ereignis. Seit langer Zeit hat man im preußischen Landtag keine so gedankenreiche, formvollendete Rede gehört. Es war ein Genuß, diesen klaren und eindringlichen Sätzen zu folgen, auch tvenn man den Standpunkt des Ministers in der Wahlrcchtsfragc nicht teilt. Was die Rede noch besonders fesselnd machte, ihr die Aufmerksam- leit bis zum letzten Worte sicherte, das war das Unvorbereitete, vom Augenblick Gcschassene manches treffenden Ausipruchs, der eben deshalb einen spontanen Beifall her- rorrief. So, als der Minister sagte: „S^cute, lassen Sie uns offen und ehrlich sein, lastet ein bitteres Gefühl der Unlust aus dem öffentlichen Leben." Hier siel von allen Seiten Zustimmung ein. Herr v. Bethmann will nichts von dem Grundsatz Caprivis wissen, Gesetze daraufhin zu prüfen, wie sie aus die Sozialdemokratie wirken. Ohne den ziveiten Kanzler zu erwähnen, bemerkte der Minister: „Es ist ein Unheil, daß wir jede politisck-e Aktion abhängig machen von den Wirkungen, die sie auf die Sozialdemokratie ausübt." Es bestünden noch Kräfte im Volke, die sich von ciyer Betvegung abwcn- den, „die schließlich alles Menschliche vernichten will, weil nichts Menschlicl)es ihr heilig ist", und diesen Kräften gehöre die Zukunft. Diese und andere gegen die Sozialdemokratie gerichteten Sätze nahm die Rechte mit dröhnendem „Sehr wahr!" und „Sehr richtig!" auf. In einem Sturm des Beifalls aber äußerte 'ich die ^Zufriedenheit der Rechten nach der Erklärung des Mtnisters, er stelle ausdrücklich fest, daß das Reichswahlrecht für die preußische Negierung unannehmbar sei. Da glänzten die Gesichter aller Konservativen, es mochte ihnen eine Beruhigung gennihren, diese feierliche Versicherung zu empfangen. 'Kun hätte nach der Rede des Ministers die Opposition recht schneidig ihre Gründe für ein besseres Wahlrecht Vorbringen sollen. Aber erstens ist die Stimmung in diesem von der Rechten beherrschten Hause oppositionellen Sprechern nicht günstig, und dann ging heute infolge der lebhaften Unterhaltung, die sich an die Ministerrede knüpfte, meles von dem Folgenden verloren. Mit Entschiedenheit lehnten die Abg. Dr. Fischbeck (frs. Volksp.", Brömel (frs. Ver.), Oeser (Demokrat) und v. Dziembowski (Pole) die '„ganz ungenügende" Wahlreform ab, die bekannllich in der Hauptsache eine Vermehrung der Zahl der r'lbgeordneten um zehn vorsieht. Auch Abg. Dr. Krause (nl.) bezeichnete den Entwurf als ein Flickgefetz, das nicht den lleinsten Anfang einer Wahlreform bedeute, wie jie der Liberalismus erstrebt. Indessen, Dr. Krause zog daraus nicht die Folgerung, den Entwurf abzulehnen, sondern hoffte auf eine Einigung der Regierung mit den Parteien Das Zentrum ließ durch eine von Dr. Porsch verlesene Erklärung sogar eine „gewisse Verbesserung" anerkennen. Frhr. v. Zedlitz (kons.) und Dr. Irmer (kons.) bearüßten, wie sich erwarten ließ, die Vorlage mit Freuden. Alw wird die „kleine" Wahlreform Gesetz werden, die große aber scheitert an dem Nein der Regierung und der Rechten. Für jetzt! — — __ 1 1748 tiger. ■mmei wir i'tfumu, in, Har» «coitä , Souui v. tauten 11756 vgerie bei, lraht. a kann man liebten •> r$r/ . Weise 51t gestalten. Er teer eine durchaus praktisch veranlagte Matur, dem seine Kollegen vieles verdanken. Seine nur auf Drängen der Kollegen veröffentlichten Aussätze in den forstlichen Tageszeitungen fanden anerkennenden Widerhall in den Fachkreisen ganz Deutschlands. Er liebte es in seiner überaus großen Bescheidenheit und Einfachheit nicht, sein Wirken in den Vordergrund zu drängen. Seine Taten reden eine um so lautere Sprache für ihn. Bei der Gründung der forsilichcn Wirtschaftsräte im Jahre 5.899, von welchen di Behandlung forstwirtschaftlicher und ^wissenschaftlicher Ausgaben, die Erwägung brennender forstlicher Tagesfragen, die Besprechung von Wirtschästsmastnahnien an Ort und Stelle im Walde irsw. zu geschehen hat, wurde für den Bezirk Gießen Geh. Fvpstrat Heber von seinen Kollegen einstimmig zum Vorsitzenden erwählt. Er hat dieses Amt bis zu seiner Pensionierung vcrseh'n. Die ?iebe nd di'Verehrung Hiner Kollegen äußerte sich in dein herzlich i'.nd aufrichtig empfundenen, warmen Nackruf, den Gronh. Forstmeister Schwarz vm Ober-Eschbach dem teueren unvergeßlichen Däyingeschiedenen am Grabe widmete. Rcqniescat in pace. Der Kroßöerzog von Kessen über Keine. Wir lesen heute in den Darmstädter Blättern: Im Auftrage des Darmstädter Sonderausschusses für Heinrich Hein e's deutsches Denkmal mürbe am Mittwoch Herr Hermann Schmallenbach vom Großherzog empfangen. Der letztere sprach seine Befriedigung darüber aus, daß der große Dichter, welcher die deutsche Sprache mit einer solchen Feinheit und Eleganz gehandhabt habe, wie deren kaum die Meister der französischen Sprache fähig gewesen feien, eidlich auch in Deutschland fein läng st verdientes Denkmal erhalten solle. Den ganz besonderen Beifall des hohen Herrn fand, daß unsere als Kunststadt aufstrebende Residenz auch in diesem Falle in die erste Reihe getreten fei. lieber den Aufstellungsort des Denkmals äußerte der Landesherr den Wunsch, es möge am Rhein und nicht in B er l in erstehen, nicht nur, weil die mehr sentimentale Seite des Dichters bie dann in erster Linie zum Ausdruck komme, die bekanntere und beliebtere im deutschen Volke sei, sondern weil der Rhein im Gegensätze zu Berlin und zur Nordsee doch von jeb ent Deutschen einmal besucht werde. Das Denkmal soll doch ein Dankesausdruck der ganzen Nation fein. Selbstverständlich wird diese Ansicht, zumal sie von der Mehrzahl der bekannt gewordenen Spender geteilt mirb, seinerzeit vertreten werden. Im ganzen versicherte der Großherzog, daß das Illtternehmen seiner freudigsten Zu st immung gewiß sein dürfe. Diese guten und klugen deutschen Fürstenworte legen aufs neue beredtes Zeugnis ab von der freien und weiten Lebens- und Kunstauffassung unseres verehrten Landesherrn. Die Geschichte der deutschen Nationallitteratur wird dafür den Großherzog Ernst Ludwig von Hessen nimmer vergessen. Ans StaSt und Land. Gießen, den 24. März 1906. ** Auch im neuen Quartal wird der Gießener -Anzeiger sich bemühen, der wachsenden Beliebtheit, deren er sich in weiteren Kreisen von Stadt und Land erfreut, LaLnrch Rechnung zu tragen, daß er sich bemüht, den wirtschaftlichen und geistigen Interessen der Bevölkerung zu dienen. Allen Gebieten des politischen und wirtschaftlichen Lebens, sowie den lokalen Vorgängen in Stadt und Land wird die gebührende lebhafte Aufmerisamkeit gewidmet. Dem Bedürfnis nach Unterhaltung wird durch die „Gießener Familienblätter", in denen gegenwärtig ein besonders spannender Roman erscheint, in trefflicher, die 'Heimat besonders berücksichtigender Weise Rechnung getragen. Die ausführlichen Parlamentsberichte und Briefe aus Reichstag und Landtag und ein vorzüglicher Nach>- richtendienst sind weitere besondere Vorzüge des Gießener Anzeigers. Ter Abonnementspreis des Gießener Anzeigers fist trotz feiner Reichhaltigkeit sehr niedrig, und eine Probe- Lestellung für das 2. Quartal wird sicher zum dauernden Bezug der Zeitung Veranlassung geben. ** Militärpersonalien. Folgende Vizefeldwebel bezw. Vizewachtmeister befördert zu Lts. der Nes.: Mickel (Torgau), des Jnf.-Leib-RegtS. Großherzogin (3. Gr. Hess.) Nr. 117, Fröhling (I Bochum), des 1. Gr. Hess. Feld- art.-Negts. Nr. 25, Hartbau in, Böckmann (I Darmstadt) des 1. Gr. Hess. Inf.- (Leibgarde-) Ngts. Nr. 115, Büttner (I Darmstadt), des Jnf.-Rgts. Kaiser Wilhelm '(2. Gr. Hess.) Nr. 116, Clemm (Friedberg), des 5. Groß- herzogl. Inf.-Ngts. Nr. 168, Moeser (I Darmstadt), des 2. Großh. Hess. Feldart.-Rgts. Nr. 161. — Schm 0 ele (Münster), Oberlt. der Res. des 2. Gr. Hess. Feldart.-Regts. Nr. 61, zum Hauptm. befördert. — Der Abschied bewilligt: Scholl (I Darmstadt), Oberlt. derLandw.-Inf. 2.Aufgebots, Ax (I Darmstadt), Lt. der Landw.-Jnf. 2. Aufgebots. — Bramm, Kriegsgerichtsrat, von der 8. zur 30. Div. (Amtssitz Saarburg) zum 1. April 1906 versetzt. ” Personalien. Uebertragen wurde dem Schulamts- aspiranten Dan. Komo, aus Hausen (Kreis Offenbach) eine Lehrerstelle au der höheren Bürgerschule zu Groß-Bieberau. ** V 0 u der landw. Gen v ssen schaf t in Fried- lb er g. Nach einer Mitteilung der „Meinen Presse" toeilt seil einigen Tagen Landgerichtsrat Wehner in seiner Eigenschaft als Nntersuckmngsrickster in Friedberg, um dort die Bücher der Genossenschaft zu revidieren. Wre die „Kl. Pr." weiter mitteilt, liegt gegen den 2. Direktor Hirschel der als der eigentliche Leiter der Genossenschaft gilt, bet Verdacht vor, Gelder der Genossenschaft an die Kasse verspätet c.t)geliefert zu haben. Auch das Depeschen- bureau „Herold" verbreitet eine ähnliche Meldung. — Wir geben riefe Rachrich. unter allem Vorbehalt wieder und können im Interesse der Genossenschaft nur wünschen, daß der Sachverhalt möglichst bald klargesteNt wird. — Gleiche- zeitig schütteln T e u t s ch s 0 z i a l e und Reformer öerrn Hirschel von ihren Rockschößeu. Der Gießener „Deutsche Verein schreibt uns: In Nr. 67 Ihres geschätzten Blattes sagen Die, dast die „Deutsche AoltÄvau^" in Friedberg, bn? Organ des Landtagsabg. Hirscnel. „ins Lager der „Deutsch-Sozialen" übcrge- gangen ist". Demgegenüber möchten mir folgendes feststellen: 1) Die „Deutsche Volksmacht" ist Organ des Bundes der Landwirte und der „Vcremigteu Landwirte von Frankfurt a. M. Und Umgegend". 2) Die „Deutsche Volksmacht" ist kein Purtciblatt (? D. Red. 2>. Gieß. Anz.) und steht zur Deutsch-sozialen Partei iu teiltet Beziehung 3) Hccr Abg. Hirschel ist Mitglied und Agitator deS Bundes der Landwirte und ist weder Teutschsozialer noch Reformer. *♦ Unsere Regimen i s in u s i f konzertiert Sonntag nachmittag 4 Uhr im Philosophentvald. Bei diesem Donnert wird Frau Leib zum letztenmchl den Restaurations- jfi&trieb führen. - Autom obilsport. Morgen, Sonntag, hält in Gießen im Hotel Schütz der Gau 3, Hessen und Hessen- Nassau der Deutschen Motorfahrer-Vercinigung seinen Frühjahrsgautag ab. Der Gau zählt bereits 650 Motorfahrer, denen durch ihre Mitgliedschaft viele Vorteste geboten werden. Es wird beabsichtigt, in Gießen eine Ortsgruppe der Vereinigung, der im ganzen Reiche bereits 11 000 Motorwagen- und Motorradfahrer angehören, zu bilden. ** Kunstverei n. Wegen verspäteten Eintreffens der Gemälde muß die Ausstellung noch einige Tage geschlossen bleiben. Außer der bereits erwähnten Kollektion Aquarelle und Oelgemalde von Prof. Günther-Naumburg gelangen noch Kollektionen von Hans Välluschek, Martin Brandenburg- Berlin, M. Rüdisühli-Vasel, C. Geist-Karlsruhe, W. Barthel- Gießen und anderen Künstlern zur AiMellung. Schon jetzt fei auf diese hochinteressante Ausstellung hingewiesen. ** Stadttheater. Mit oem Ende der Spielzeit kommen auch die Beuefizvorstelluugen anmarschiert. Leider nicht, um das Interesse und Entgegenkommen seitens des theatergehenden Publikums zu finden, bas ihnen von rechts- ivegen gebührt. Dem Benefizianten des gestrigen Abends, Herrn Witt mann, dem wir so manche genußreiche Theaterstunde dieses Winters zu verdanken haben, wäre ein regerer Besuch zu wünschen gewesen. Besonders, da er in der Titelrolle des L'Arrongeschen Lustspiels „Do kt 0 r Klau s" ganz Vortreffliches bot und das barsche, brüske Wesen des vielbeschäftigten, in seinem Beruf äufgehenden Arztes mit dem weichen, gütigen Herzen sehr gut zu charakterisieren verstand. Reicher Beifall und eine Lorbeerspende waren sein wohlverdienter, aber karger Lohn. Die anderen Mitspielenden taten alle ihr Bestes, um zu dem Gelingen der Vorstellung beizutragen. Herr Mendel (Leopold Griesinger) war als zärtlich liebender Vater seiner Tochter wie immer an seinem Platz, während diese in Frl. Maurice und ihr junger Gatte in Herrn Steinmann angemessene Vertretung sanden. Allerliebst war Frl. Schellenberg als Emma und auch Herr Lüttjohann als verliebter Referendar fand sich mit seiner Aufgabe gut ab. Zu erwähnen sind noch Fran Fischer als „die in Ehren grau gewordene" Haushälterin und Herr L i p p e r t als Lubowski, „sogenannter" Kutscher bei Doktor Klaus, der durch seine drastische Komik große Heiterkeit erzielte. *• Das Promenadenkonzert findet Sonntag vormittag 11»/, Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Krönungsmarsch von Meyerbeer. 2. „Früh- lingSluft", Walzer von Fotwas. 3. Potpourri aus der „Afrikareise", von Suppö. 4. Armee-Marsch Nr. 126. " Der Männer-Turnverein hält morgen im Neuen Saalbau einen Familien ab end ab (siehe Inserat). •• Der hessische Weinkontrolleur, Weinguts- besitzer Richard Braden legte aus Anlaß der Rede des Staatsministcrs Ewald in der 2. Kammer, in der der Minister das Vorgehen der Mainzer Staatsanwaltschaft im Falle Braden billigte, zum zweiten Male sein Amt nieder. ** Aus Anlaß der Eröffnung der normalspurigen Neben bahn st recke Gedern — Grebenhain — Crainfeld findet am Samstag, 31. Marz, eine Feier statt. Die Festteilnehmer fahren mittelst SonderzugeS, der um 8 Uhr vormittags in Frankfurt a. M. abgeht, die gesamte Strecke (Gedern ab 10.55 Uhr) und in den einzelnen von der Bahn berührten Orten finden Begrüßungen der Festteilnehmer statt. Zu diesem Zwecke ist in Oberseemen, Hartmannshain, Vermuts- hain nnd Grebenhain-Crainfeld ein längerer Aufenthalt vorgesehen. Um 1.10 Uhr fährt von letzterer Station der Zug nach Gedern zurück, wo um l»/4 Uhr im Bergwirtshaus ein Festessen stattsindet. Am Abend sind für die Teilnehmer Sonderzüge von Gedern nach Frankfurt und über die neue Strecke nach Fulda vorgesehen. Am Sonntag, 1. April, findet sodann Bctriebserösfnung statt. *• In der Generalversammlung de? Vereins für Krankenpflege (katholische Schwestern) am 21. d. M. wurden als Mitglieder des Vorstandes wieder- resp. neu- gewählt: Rechtsanwalt Grünewald, Vorsitzender; Freiherr v. Jungenfeld, Rechner; Kaufmann Chr. Bieker, Uhrmacher Otto Schmidt, Prokurist Petri, Kommerzienrat Heichelheim, Bankier Grünewald, Amtsrichter Wachtel und Drogist W. Kilbinger. Der Verein unterhält nunmehr l 2 Schwestern und ist dessen weitere Förderung durch Beitritt als Mitglied nur warm zu empfehlen. *• Wieder Winter. Eine alte Bauernregel sagt: „Wenn es nicht wintert, sommerts auch nicht" und sie scheint recht zu haben. Auf den sehr gelinden frost- und schneearmen Winter hat sich ein sehr rauher März eingestellt, der uns nun schon mehrmals Schnee gebracht hat. Es trat Frost ein und seit Donnerstag herrscht ein heftiger Nordostwind, auf den gestern nachmittag ein heftiges Schneetreiben folgte, das fast die ganze Nacht hindurch und heute morgen anhielt. In kurzer Zeit war Flur und Feld in das Winterkleid gehüllt. Im Vogelsberg liegt schon 8 Tage Schnee, Schlitten und Schneeschuhe sind in Tätigkeit getreten. Die stehenben Wasser sind mit einer dünnen Eisdecke überzogen. Die Landwirte warten sehnlichst auf besseres Wetter, denn es ist dringend Zeit, Hafer und Gerste zu säen. — Auch in der Rhön liegt der Schnee bis in die Täler herab. Auf dem Kreuzberg verzeichnete am Donnerstag das Thermometer 9 Grad Kälte. Die Brauer fahren 8—10 Zentimeter dickes Eis ein. Die Vögel gehen vielfach zu Grunde. Auch die Höhenkurorte der Schweiz melden 5—6 Grad Kälte und starken Schneefall. — Biebertalbahn. Für den Sommerfahrplan sind zwei wichtige Aenderungen in Aussicht genommen. Der Zug, der früher 7.15 Uhr abends ab Gießen nur an Sonntagen fuhr, wird vom Mai d. I. ab alle Tage fahren und zwar ab Gießen 7.34 Uhr und an Bieber 8.13 Uhr. Außerdem wird noch ein späterer Zug 9.25 Uhr Gießen verlassen, der 10.03 Uhr in Bieber eintrifft. Die Rückfahrt von dort nach Gießen kann um 8.23 Uhr, in Gietzen ankommend 9 Uhr, oder mit einem neu eingelegten Zuge, 10.02 Uhr ab Bieber, 10.45 Uhr Gießen an, erfolgen. 0 Großen-L inden, 23. März. £>err Friedrich Amend junior Gcoßen-Linden kaufte von Herrn F. W. Hock die „S cki a r- rnühlc" bei Groß-Karben für 110 000 Mark. ** Friedbe rg, 23. März. Heute vormittag 10»/2 Uhr starb hier nach schweren Leiden der pensionierte Oberförster, Großh. Oberförster Karl Schnittspahn. Die Beerdigung des Verstorbenen, der ein Alter von 66 Jahren erreichte, sindet am Montag in Darmstadt statt. Marburg, 23. März. Verschwunden ist n. d. ,H. Ldsz." seit Dienstag früh der Buffetkellner eines hiesigen Hotels. 400 Mk. Baargeld, die ihm gehörten, fanden sich in einem Schubfach des Buffets. Ob er abgereift ist, ober sich ein Leid angetan hat, weiß man nicht. — Entlassen aus der Untersuchungshaft wurde gestern abend der frühere Inhaber des Hessischen HofeS, Bäckermeister Georg Ho sch aus Biedenkopf. Der Mann stand in dem Verdacht, die Untermühle in Biedenkopf in Brand gesteckt zu haben. Dieser Verdacht hat sich als unbegründet erwiesen. (Ob. Z.) fc. Frankfurt a. M., 23. März. Nach einer amtlichen Zusammenstellung wurden in hiesigen Schlachthofe in der Zeit vom 1. April 1904 bis 1. März 1905 lalso in 11 Monaten) geschlachtet 31667 Stück Großvieh, in derselben Zeit 1905/06 34 649 Stück, mithin mehr 2982 Stück Großvieh, an Schweinen wurden in den 11 Monaten geschlachtet 1904/05 117 244, 1905/06 106 617 Stück, mithin weniger 10627 Stück, an Kälbern 1904/05 61572, 1905/06 63 445 Stück, mithin mehr 1873 Stück, an Schafen 1904/05 25 940, 1905/06 26396 Stück, mithin mehr 456 Stück. ______________________ Das Grubenunglück von Courriörcs und der franz. Bergarbeiter-Ausstand. Trotz aller Bemühungen machen die deutschen und französischen Mannschaften keine Fortschritte m ihrem K a m p s g e ge n d i e F e u e r s b r u n st, und die Schwierigkeiten sind noch immer so groß wie zuvor. Sobald daS Feuer auf eine Strecke von einigen Metern gelöscht ist, bricht es immer wieder von neuem aus, noch "bevor man an die Erneuerung der Holzverschalung der Schächte gehen kann und der Kumpf muß wieder aufgenommen werden. Meist tritt der Wiederausbruch des Feuers ein, wahrend man die Mauern der Gänge abkühlen läßt, um die Verschalung vorzunehmen. Dabei ist aber das Verschalen unumgänglich notwendig, denn das durch das Feuer in m orschen Koks um gewandelte Gewölbe würde zusammenstürzen, wenn nicht große Vorsichtsmaßregeln getroffen würden. Man geht jetzt daran, das Feuer von zwei Seiten anzugreisen und zu umgehen. In seinem Schreiben an den Deputierten Basly, den Präsidenten des alten Syndikats, führt der Direktor der Gruben in Lens im Namen sämtlicher Gru beni besitz er aus: Man machte aNe möglichen Zu gest än d- nisse. Eine neue Zusammenkunft mit den Abgeordneten der Arbeiter würde unnütz sein, und würde im übrigen Hoffnungen erwecken, die zu erfüllen unmöglich wäre. Der Brief schließt, indem er die Hoffnung ausspricht, daß die Arbeiter die Wiederaufnahme der Arbeit nicht ausschieben werden, was nur dem Auslande zugute käme und den Gesellschaften Verluste brächte, die ihnen nicht gestatten, die bedingungsweise zugestandenen Vorteile aufrecht zu erhalten. Die anläßlich der Kundgebung vor dem Stadthause zu Lens am Dienstag Verhafteten erschienen am Freitag vor dem Zuchtpolizeigericht. Tas Urteil lautete gegen Broutchoux auf zwei Monate und die drei anderen Angeklagten auf acht, bezw. zehn und zwanzig Tage Gefängnis. Die Zahl der Streikenden beläuft sich nach genauen Fest> ft et tun gen auf etwa 70000. Angesichts des Ausstandes der franzöfffchen Bergarbeiter fordert die Arbeiterpresse d.s R u hrr e v i e r s die Bergarbeiter aus, keinerlei Ueberfchichten zu machen, um nicht durch erhöhten Rnhrkohlenversand' den französischen Kollegen in den Rücken zu fallen. Gegenwärtig wird in rheinisch-westfälischen Führerkreffen die Frage ventiliert, ob sich im Falle des Ausbruches des Generalstreiks die Ruhrberglcute mit den französischen Kollegen, solidarisch erklären und heute bereits strikte jegliche Uebcrschichten verweigern sollen. Am Sonntag sollen diescrhall' zahlreiche Versammlungen ftattsinden, in welchen Stell- ung zum Streik der französischen Bergarbeiter genommen werdet: soll. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 23. März. Auf derBahnstreckeWctzlar-Gießen wurde der Kaufmann O. N. aus Magdeburg v hn e Fa hr karte betroffen. Bei seiner Anlunst am hiesigen Bahnhof sollte er deshalb, wie üblich, das doppelte Fahrgeld entrichten, zu welchem Zweck er von einem Portier an einen Schalterbeamten gewiesen wurde. Hierbei erging er sich in Beleidigungen gegen die Beamten; es hagelte mit Ausdrücken wie: Rindvieh, Kamel, Dummkopf, verrückter .Kerl usw., auch beschuldigte er die Beamten des dienstwidrigen Verhaltens. Er besaß auch noch die Kühnheit einen Eintrag in das Beschwerdebuch zu machen, nach 'dem er mit Genehmigung des Bahnhofsvorstehers zu Wetzlar die Reise ohne Karte angetreten habe, und in der er sich über das Verhalten der Beamten beschwerte. Auf Strafantrag seitens der Eisenbahndircktion verurteilte ihn das Schöffengericht wegen Beleidigung zu 2 Wochen Gefängnis und sprach den Beleidigten die Befugnis zu, das Urteil innerhalb acht Tagen nach Erlangung der Rechtskraft auf Kästen des Verurteilten im Gießener Anzeiger zu veröffentlichen. Das Urteil wurde von dem Angellagten zwecks Erzielilng einer Geldstrafe angefochten, worauf sich die Staatsanwaltschast der Berusimg anschloß. Die Strafstrmmer erkannte auf tzwund erneuter Beweisaufnahme, bei der 14 Vorstrafen festgestellt wurden, auf eine Gefängnisstrafe von 1 Monat, wobei sie die Frist der Pnblikationsbesugnis auf 14 Tage festsetzte. Hervorgehoben wurde, daß die Beamten gegen ein derartiges Vorgehen energisch in Schutz zu nehmen seien. Bei der R e v i s i 0 n d e r M a ß e u n d G e w i ch t c wurde in dem Hause des Oelonomen B. I. zu Vilbel eine Ki'ttenwage älterer Konstruktion, die anscheinend zum Kartoffelauswiegen benutzt worden war, vorgefunden. Da eine Wage von dieser Beschaffenheit nicht mehr benntt werden darf, erhielt er einen Strafbefehl über 2 .Mark, auch wurde die Beschlagnahme der Wage verfügt. Auf seinen Einspruch kam das Schösfengerickst zum Freispruch, da die fraglickw Polizeiverordnung nut bei Gewerbetreibenden in Anwendung kommen kann; ein Landwirt, der seine überffüssigen Erzeugnisse verkaufe, könne nicht zu den Gewerbetreibenden gezählt werden, übrigens sei die Wage überhaupt nicht benutzt worden. Auf Berufung der Staats- anwaltsckwft erkannte die Straffammer auf die im Straf- befehl angesetzte Strafe; indem sie geltend machte, daß der Lanbwirt, der beispielsweise nrie im vorliegenden Fall, jährlich bis 100 Malter Weizen verlauft, wohl zu den Gewerbetreibenden zu zählen sei. Ob die Wage richtig wog und ob damit gewogen worden ist, fei einerlei, nach Artikel 369 des Polizeislrafgesetzbuchs ist der strafbar, in dessen Verkaufslokal ungeeichtes Maß ober Gewicht vvrgefunden wird. In diesem Fall , wurde die Wage im KAler (Kartoffelverkaufsraum) vor- gefnnden. — Bei der nämlichen Revision wurde bei dem Landwirt I. G. K. zu Vilbel ein 'FliiffigkeitSmaß, das nicht vvr- sckriftsmäßig geeicht war, vorgesinlden. K. bewirtschaftet 140 Morgen Land und hat einen sehr großen Viehbestand, dessen Milchertrag er größtenteils nach Frankfurt a. M. absetzt. Das Amtsgericht setzte hier im Strafbefehl die Minimalstra.se von 1 Mark an und verfugte ebenfalls die Beschlagnahme. DasSchöffen- g e r i ck t kam ans den nämlickfen Gründen wie in dem vorhergehenden Fall zum Freispruch, da ein offenes Gewerbe nicht vorläge. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft erkannte auch hier die Straflammer ans die im Strafbefehl an- gesetzteStrafe, da das Hohlmaß in der Küche (Milchverkauss- lokaN vorgefunden wurde. Beide Verurleilterr erklärten die Entscheidung einer höheren Instanz herbeiftihren zu wollen. Der Gastwirt G. E. in Lollar hat in bezug auf einen iit seinem Hause VorgcCommcncn Diebstahl gespräcksiveise ver- Äi 2 (= a L ti T 90 Ui Hn Ne Urj nie! lac erf 19 Ei Id be Id IDi V 3i bc 0 Hl IN ot vo 'ch ba ich do tÖh las biil chc Cc slo hn lek Ä einer Oelmühle an der Arbeit zu verhindern jSie warten mit Steinen auf die anwesenden Gendarmen und Soldaten, rnc tut die Arbeitswilligen eintraten Zwei Soldaten tourben erlebt hierauf gaben die Truppen Schüsse ab. ohne dazu Sxielil erhallen zu haben. Ein Landmann wurde getötet, cut anderer ver- 1CU1 Petersburg , 24. März. Tie Tiebc, roctoe die Filiale der Staatsbank in Sbclfingfor ansraubten, sind jetzt m -Ltock- lwlm verhaftet worden. ES sind vier Studenten des migaeL 23 März. Ter Bezirksamtmann von Rode meldet aus Kilwi, bch der H a u Pt a nfü hr er Am Nr A d g e r mit viele Aus ft ä n b i s ch e n in Lukoliro sich dem Unterv'nne' eeiv-inig g e n e l l t I-.abe. __ Gerichtssaal k für Kinder, Kranke,Genesende. Verhütet u beseitigt = Diarrhoe, Brechdurchfall. Darmkatarrn. | Handel . . 130 40 94.10 . . 148 60 I Kreditaktien Türkenlose . . 5380 Baltimore- und Ohio- . 111.30 Universitäts-Nachrichten Prince-Henri-Eisenbabn . 135.5Q ein Ende. 148.70 Tendenz: zurückhaltend. Fachwerkswände auS I-Eisen N ESTLKLtt1: Eisenlahn Gotthard bahn . . . Lombard Eisenbahn Gesterr. Staatsbahn . Berliner Hand eignes Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank 100.40 100.50 94.20 106.00 69.40 70.20 92.00 146.25 130.90 260.— 224.90 167 60 217 00 246.50 . 241.50 . 128.50 Börse, . 175.40 . 148.30 . 245.10 . 83.50 . 165.10 Höchste Stemperotuc Niedrigste „ 3^°/0 3% WM» 3% Reichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . . . Oberb essen 4>3O,o russ.Staatsanl. 1905 4 n iapan. Staatsanleihe 1 % Cour. Türken von 1903 216.95 246.60 23.70 . 92.00 68 50 97.65 . 129.90 . 174.75 . 148.50 . 245 00 . 183.00 . 190.20 . 165.30 . 210.30 Die Angebotsunterlagen liegen auf unserem Amte, Wilhelmstraste 21 pari offen und Bonnen (mit Ausnahme der Zeichnungen) dorther gegen Selbstkostenpreis, soweit der Vorrat reicht, bezogen werden. Angebote sind portofrei mit genau bezeichnender Aufschrift unter Angabe von Losen und Titeln bis zum Eröffnungstermin Samstag, den 14. April, vormittags 11 Uhr bei uns einzureichen. Tit. r. Erb- und Maurerarbeiten. Erdaushub Bruchsteinmauerwerk. . . Badsteinmauermerk . . . Sockelverblendung in Lung- stein Zwischendecken in Hohlsteinen Balkendcckcnausfüllung . . Tit. II. Steinhauerarbeiten a. in Lungstcin . . . b. in rotem Sandstein . Tit. III. Trägerlieferungen. Tit. IV. Grobschlosserarbeiten Eisenzeug, wie Anker. Schrauben, Klammern, Laschen rc., sowie Rundesten .... Zuschlagssrist: 4 Wochen. Anfragen wegen nicht ausgeschriebener Arbeiten, sowie Gesuche be. treffs Zuweisung des Inserates zur Veröffentlichung können nicht beantwortet werden. Gießen, den 23. März 1906. Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten. Becker. B% Tochter MrS. Strong anheimqefallen war, ist ihm sehr nahe gegangen, ebenso die plötzliche Erkrankung eines nahen Verwandten, der ebenfalls ein schwerreicher Mann in und plötzlich von der fixen Idee ergriffen wurde, daß er völlig verarmt sei. Rockefcller macht fegt eine Wasserkur durch und schliesst fich völlig von der Außenwelt ab. Abhärtung und strengste Ruhe sollen die Nerven des kranken wieder kräftigen und seine Stimmung aufhellen, lieber die seltsamen Angewohnheiten des Multimillionärs wird viel gefabelt. So will man ihn, mit einer Weste von Zeitnngsvanier bekleidet, barfüßig haben spazieren geben leben. Dem Pastor einer Kirche schickte er jüngst einen Scheffel Kartoffeln, die mit goldenen Fünfdollarsstücke» gespickt waren. Solche und ähnliche andere Ertravaganzen bestärken die Gerüchte, die von einer GclsteskianD beit Nockefellers sprechen und seine völlige Isolierung, das rätselhafte Verbergen seiner Persönlichkeit daniit in Verbindung bringen. * Kleine Tageschronik. Eine heidnische Begräbnisstätte wurde in Schlesien unweit Beilau im Kreise Neumarkt au'gedeckt. In den freigelegten Gräbern fand man eine große Anzahl wertvoller, gut erhaltener Urnen von verschiedener Form und Große. Ten Inhalt der Gefäße bilden Bronzeringe und Rnochenrcfte. Die Grabstelle ist, nach einer Schätzung von 24. März. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . Lanrahütte , ! ombarden E. B. . . Nordd. Lloyd .... Türkenlose . . . 23 70 143.70 (outen lassen, daß er den Sohn eines pensionierten Lehrers im Verdacht habe; dieser sei in den Strümpfen in das Zimmer geschlichen und habe den Diebstahl ausgeführt. Tas hiesige Schöffengericht verurteilte E. wegen B e l e i d u n g zu einer Geldstrafe von 40 Mark nachdem der Vater des Beleidigten als gesetzlicher Vertreter seines Sohnes Privatklage erhoben hatte. Die von dem Angeklagten erhobene Berufung wurde zu rückge wiesen da nach Ansicht des Gerichts weder die formellen noch die materiellen Einwendungen -ntrcffciib waren. 'März = + 2,4° C. „ = — 2 8° C. Berqebung von Buuarbeiten. Für den Neubau der chirurgischen und der Augenklinik zu Gießen sollen unter Zugrundelegung des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 folgende Nohbau- arbeiteu nach Titeln getrennt vergeben werden. Es kann auf ein oder mehrere Bauten eingelegt werdeit. Elektriz. Lahmeyer . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg- Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Lanrahütte ber Reingewinn ben voriäbrigen Betrag nm 182 568 Mk. über steigt: er stellt sich auf 656 387 Mk. lieber die Verwendung ist schon berichtet worden: die Tividende beträgt 6 Prozent li. V. 5 Proz.). — Hier haben wir einmal auch einen recht fluffigen Status. ________________________ 4 % Griecb. Monopol-Anl. 1% äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner 4>j0/0 Chinesen . . • Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W . . . Tendenz: ruhig. Berliner Canada E B Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder Union C. . Dresdner Bank . . ■ (he.) Marburg, 23. Professor Tr. Oskar de la Camp, Pribatbozent für innere Medizin an der Berliner Universität und Assistenzarzt bei Prof. Kraus an ber 2. medizinischen Klinik, hat einen Nus als a. v. Professor an bic hi enge Universität erhalten, bent er zum Sommersemeft-'r Folge leiften wird Er tr1 ’t rm ~ n- rnn m-rnf Q'ch^sos-, Trover. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse. 24. März, 1.15 Ehr. Die Täter entkamen. n . Braunschweig , 24. Marz. Tie Regicr un g geftat- tet nickt die feierliche Beisetzung von Aschcnurnen auf ben evangelischen Friedhöfen des Herzogtums o. c c c e kJtalicn', 23. März -e>corrano kam es zu einem 3 u f a m m en st o B zwischen A u Ast and i gen und M ilitar. 500 Ausständige versuchte eine Anzahl arbeitswilliger Arbeiter Nordd. Lloyd Obei echle.s. Eisen-Industrie am 22.-23. 22.-23. ordnete. . „ 'Der unglückliche Milliardär, eeit der Hochzeit von Alice Roosevelt haben bic amerikanischen Zeitungen augenscheinlich etwas Mangel an sensationellen Ereignissen, -tavnni haben sie sich, nachdem alle Mitteilungen über „_ub Jticc erschöpft sind, wieder der Persönlichkeit des reichsten und bannt auch populärsten Mannes Amerikas, John D. Rockefcller, Angewandt. Täglich sind setzt Spalten über Spalten mit Mitteilungen über sein Leben ungefüllt, und es ist nicht uninteressant, einiges davon wieberzugeben. Rockefeller ist augenscheinlich nervös überreizt; er läßt sich von einem Nervenarzt behandeln und sein Gemüt ist mn- düstert, sodaß er allerlei Gefahren befürchtet und von.melancholischen Stimmungen heimgesucht wird. Jedoch widerspricht sein Sohn lebhaft der Ansicht, daß sich bei feinemJbater eine Gesttec- ftörnng bemerkbar gemacht habe. Der „Selkomg hat ja idjon immer gekränkelt, und schwere Gemütserschutteriingen haben m letzter Zeit dazu beigetragen, seine Ueberreiztheit bis zu gewilien Wahnideen zu steigern. Die schwere Nei-venkrankheit, der feine d M a inz, 23. März. Ein Unbekannter, der sich als der 65jährige Hausdiener, Gefchäftsdiener und Bureaudicner Josef Dagoraur aus Nancy (Frankreich) ausgibt, hatte sich vor ber Strafkammer wegen Diebstahls zu verantworten. Der Älngeklagte wurde am 28. November v. I. erwischt, als er in einem Hause der ßkofjen Bleiche einem Eisenbahnsekretär einen Ueberzieher stahl, fltde angcstellteii Ermittelungen haben die richtigen Personalien des Angeklagten nicht herausbringen können. In Nancy existiert ber angegebene Name nicht. Durch die Körpermessungen wurde fest- gestellt daß ber Angeklagte unter dem Namen Julius T c i n - harbt aus Brüssel in Zürich wegen Diebstahls verurteilt wurde. Auch dieser Name war falsch. Ta die weiteren Ermittelungen zu keineni Resultate führten und der Angeklagte dabei blieb, daß er Dagoraur heiße, mußte heute gegen ihn verhandelt werden. Er wurde zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Tie Staatsanwall- schaft hofft in der Zwischenzeit die richtigen Personalien des Angeklagten festzustellen. Wahrscheinlich hat man es mit einem internationalen Verbrecher zu tun, der viel auf dem Kerbholz hat. Magdeburg, 22. März. Wegen versuchter Leichen- beraubung und Grabschändung standen heute vor ber 1 "ä Gestern Goldrente. . I'/b0« Gestern Silberrente 4 ’6 Ungar. Goldrente . . X% Italien. Rente . . . 3°6 Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen „ III . . 100.75 . . 88.95 . . 100.75 . . 88 90 . . 99.30 Orlgrnal-DvahtimeLdungen. 58er H n 24 März. Te. Kaiser b.t nir die Kolonie .Hoffnunystal des Äbg. v. Bodelschwingh aus dem Tisposi- tioiisfonds 10 000 Mark bewilligt zur Erbauung eine» Ver- sanmilungAseales, ber zugleich gottcsbicnstlickxn Zwecken dienen toll. In diesem Raume soll auch die Geselligkeit eme etätte fmbcii. Vorträge aller Art sollen die Leut-? belehren und unterhalten und Veransteltungen aller Art sie erheitern. .. . Brandenburg a. d. S? a b c I 24. Marz. Der pensionierte Bahnwärter S enriig wurde von einem, bent Arbeitcrstanbe an- gchöreiiben Manne, durch einen Rwolverschuh e r s choi, c n. Jbcr auae'runkcne Täter wurde von Streckenarbeitern testgenommen. Esfeil a b R, 24. März. Im benachbarten Buer drangen 3 Handwerksburschen in ben Laden des Händlers Knepper ctaimb /erla.gtin @etb Nach feinet »igerung cn die drei Revolverschüsse ab und verletzten K. tödlich Eingesandt. (Für Form und Inhalt . Rubrik stehenden Artikel --— । übernimmt die Redaktion d m Tnblifum gegenüber keuierlc Vernaschtes. Verantwortung.) .Berlin 23, MSr; ©.«. müta« «°b im W Mit Zs Ä! zu Wilmersdorf der un dortigen statistischen Amte beschäftigte werden konnte, und es wurde gehofft, daß man halb, Volontär Hoefliug auf den Bureaitgebilfen Ramm beim in ifn- lustwandeln könne, ähnlich wie dies in Frankfurt ber Fast Spielen mit einem Revolver aus Unfug einen Schuß ist. Seiber scheint diese ^visnimg nicht in Erfüllung zu gehen ab und traf ihn in bic Schulter. Di- «Bencunbung ift S™ Ktt " W - » lebensgefährlich. Aus Verzweiflung über seine ~at Verschlage dem nächst für die Zwecke der BalmhvlÄperre tötete sich Höfling durch einen Schuß in die Schläfe. — irt dieser Form zur Aussübining kommen sollen. Es ist ungiaiib- Der Klempnerqeselle Otto Schuster, der vorgestern im Tier- licb, daß ein so schöner Raum mit .^cr Einrichtung ve^icn karten ans bc^SOtajor Grüner schätz, hat sich heute im d» ÄW Untersilchnngsgefängnis erhängt. haben bas Vertrauen zu ber Eisenbahnbirektion, daß he ihre • Das neueste Eisenbahnunglück. Alls der Bahn- Genehmigung zu dieser Einrichtung versagt, wenn sie uc_ erft linie Bgssa u—-P ocking (Bayern) ist zwischen den Stationen einmal fielst, zumal sich die Bahnbo^ssperre an anderer stelle Neukirchen und Fürstenzell der Zug Nr. 76 aus "nbekonnier mindestens ebenso vortenbait ^chtm^antz Ursache entgleist. Zwei Reisende wurden getötet, Meteoroioflistlre Beobachtungen mehrere Personen verletzt, unter ihnen der Zugführer schwer. ber Station Gießen. • Die Zahl der Ehescheidungen hat in Deutschland im Jahre 1904 eine abermalige erhebliche Zunahme! erfahren. Sie belief sich auf 10 882 gegen 9932 im Jahre 1903 und 9074 im Jahre 1902, so das; im Jahre 1904 eine Erhöhung um 950 oder 9,6 Proz. stattgefunden hat. * Erbauliches von englischer Offiz er§ kam erad- schaft. In Aldershot erregte ein junger Gardeoffizier den Aerger seiner Kameraden dadurch, daß er fich vom gesell- schaftlichen Leben zurückzog, weil es ihm nicht mehr möglich war, Zahlungen für die luxuriösen Veranstaltungen zu leisten. Voraestern abend dranaen nun niehrere Kanieraden in sein Zimmer, rissen ihm die Kleider vom Leibe und begossen ihn mit einer klebrigen Flüssigkeit. Sodann wurden ihm Federn an den Leib geklebt. Ter Offizier entkam seinen Verfolgern durchs Fenster, lief m cm Hotel der Stadt und verständigte von dort aus den kommandierenden General, der eine eingehende Untersuchung an- GeWerbUche haulleiden, Be- £ fip-f» . . u. f. w verhület mnn durch Gebrauch 8*1 Tr sJlV von Hausnasalan, Rezept: Nafalgn 10, | ?Vpo b i I bc%®rniEn Satbura -an°n e*.»™. «Jen; »X d« Lt°at?anw°t°nd- Wiener Malchinen- M«bCbic9bhrciSbieeb«ctone?cn ÄÄtf Ä Ä Sr unb mehrere S.Ä mthe'Le- mmb«'Uwa-c lief) das Geld zu finden. Ellroht ivnrde zu 2 Jahren Gefängnis 1 Verletzungen erluwn. ~ miii — 1 und 3 Jahren Ehrverlust, bic beiden andern Angeklagten zu ie Börsen Wochenbericht ZMMsMM-sMZDMs--x SMSTKZM MKMMsE Eduard Grisebach t. Banken waren weiter fest. T . . , In Marlottentmra ist am Rreitng ber Dichter d°S M - ntan. u n b H ii 11 e n w ° rt - zaaen etwas an, besonders L"°°»?rb°n"^Ms'° Satm^'Äs ^'bertiL.en' W bchaurtet und in ->ut°r Nach'raae. ä.SÄ gewaltigen Beifallssturm erweckte. Die heißloderirde Erotik bei "m’c - - --------- | Dichtung, die mit ironischer Schärfe sich gegen eine cisletische Welt- DolEdWittid^afL auffaffimg richtete und eine Weltverachtimg un Sinne, Schaven- Mit© VCrtCljr, VOltSWWrn / f Hauers vredigle, mar für die damalige Jugend ein großes litera- ü b b e u 11 d) c Bank, Wann beim, om Jahre iyuo| rifche« Ereignis. Schopenhauer war damals der Modephilosoph arbeitete diese Bank laut Geschäftsbericht nut einem cmgczayltcn wie heute Nietz'che, und Grifebach war fein begeisterter Prophet. Kapital von 7 Mill. Mark: im laufcnbcn Jahr wird cs fich Ein Stückchen öcme, cm größeres Stuck Schopenhauer, Sinnlich- auf 8 Mill. Mark stellen, nachdem mtttlerweile eine tocitcre Ein- keuslyrik in vornehmer Form und einige Malicen gegen Torheiten zahlnng von 25 Prozent auf die 4 Mill. Mark lungen -'ktien. em- der geit, dies alles in elegante Bersform gegossen — das war der berufen worden ist. Die Bank hat daS mit der -cutiaien Bant Nene Tannhäliscr", der es zu einem Viertelhundert Anflagen ge° und ber Rheinischen Kreditbank gcichlogcnc ^-rcnnbfchaftsverhalt- bracht hat und Grisebachs originellstes Werk blieb. Inzwischen war nis gut auszunützen vermocht und die Ergcbume der einzelnen er als deutscher Konlnl durch die Welt gewandelt. In Jassy und Kvntis zeigen durchweg einen reckst rewcttablcn Zmvachs, IpbaU Bukarest, in Petersburg und Mailand, in Syrien und Haiti ver- r«« um 182 568 Jet. übertrat Grisebach das Deutsche Reich, bis er vor etwa 15 Jahren feinen Abschied nahm und sich ganz feinen bibliophilen und luerarhisto^ rischen Neigungen luibmcte. Besonders hat sich Grisebach als Herausgeber von Werken deutscher Dichter und Denker bcwahrtz Lichtenberg, Bürger, Heinrich v. Kleist, Hoffmann, Schovenhauer | und Grabbe verdanken ihm kritisch gesichtete Ausgaben, ©ruebach war eine feinsinnige Verstandesnatnr von gediegenster Bildung und stilistischer Grazie, eine elegante Erscheinung mit etwas müdem Wesen, das wie sein Meister Schopenhauer die ErfcheinungZwelt bestimmt, aber geistvoll verneinte. — Ter Tod Grisebachs trat ganz plötzlich infolge eines Herzschlags ein. Gr fehrte gegen 8 Uhr von einem Spaziergang in feine Wohnung zuruck. In irohlichster Laune nahm er mit seiner Familie das Abendbrot ein. PlAmich sank er im Gespräch zusammen, ein Herzschlag machte seinem Leben Sachverständigen 400 Jahre v. Ehr. angelegt. — In Riga verschwand bei 68jährige hochgeachtete Kaufmann Eugen Burchard, nach Unterschlagung von 200 000 Rubeln Kommunal- und Wohl- tätigkeilsgeldern. Er hat sich jetzt in Brauschweig in einem Hotel erschossen. Er war dort erkannt worden und der Ho'clicr hatte die Polizei davon verständigt. — In R i ch n a u ("Boten) wurden bei mehreren Dienstmädchen, die vor kurzem aus Rußland emgewandert sind, echte Pocken fcstgestcllt.— Bei Graz mürbe I 4-445^*V gjvkweisi 20, Lanolin 15, Paraffin 15, Oberleutnant Kreulitsch von ffiilbbieben er*L-0 un^ ^oo Pfa. imd Na'alan-Mediziiial-Seife. Rezept: Nafalan 25, schossen. Diese halten es auf seinen Begleiter, ben Oberförster, 7- 6f) veibes vorrügliche Hautvfieaemittel von hohem — In der Nähe von Bad Hall (Cefterr.) erlitt dtw rm^te und billigem Preise. Nur echt unh rein mit Retorten- ''' des Grafen Salburg Zeinen Schaden.^ Bei dem ,,„d Namenszua Dr. 2ldolph List. Packungen ohne - I diese weise man rnriick !hvI3. 11861 emgeladen werden. |1851 Vergehmg von Vnnnrheiien scheinen gebeten. |1887 in Mk. Die hm, Grvßh. Baurat. Verschiedene Sorten Karl Euler, Hammstrape 5. 4839.72 471.35 1787.32 1147.83 178.10 471.00 625.72 2662.59 1498.49 64.00 851.03 Um zahlreiche Beteiligung bittet v’V» ________________Der Vorstand. Kapelle des Inf.-Reg. Kaiser Wilhelm (2. Grossh. Hess.) Nr. 116 , unter Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Kransse. Männer-Hurnverem Morgen Sonntag, 25. März, abends 7 Uhr, \ im Neuen Saalban (kleiner Saal) Familiermberrd Heiserkeit, Verschleimung, Halsentzündung, Katarrhen, Asthma und jeöiDcbcn Erkrankungen der Luftwege versuche man die bewährt Beifbels Hnsteatropfen Unerreicht wlrkungski llftig l Der Erfolg ist überraschend! Durch Destillation aus Arnica 10, Menth Camph. 1, Anis 7, Pimpin. 15, feinst. Sprit, rect. 70, dm wirksamsten, m der medizinischen Praxis erprobten Arzncistofsen, hergeslcllt. — Echt v. wirksam nur ui Flaschen a 50 Pfg. mu Marke „Medico“ und dem Namen Otto Reichel, Berlin S.O. 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Bürgermeisterei Trais-Horloff einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: Erd- und Maurerarbeiten Mtischer ArbeilsMivkis Gieße«. Gartcnftraße Nr. 2, Zimmer Nr. 2. ES können eingestellt werden: 1 landwirrschastlicher Knecht, 1 landwirtschaftlicher Arbeiter, 1 Gärtner (Gartenarbetter), Bau- und Maschinenschlosser, mehrere Jungen für eine Schlosserei und Schmiede auswärts, 2 Wagner, 4 Schreiner, 1 Schneider, 1 Glaser, 2 Kanalardciter, 1 Maler und Anstreicher, 3 Installateure, 1 Lehrmädchen, 2 jüngere Hausburschen, 1 Fahrbursche, 5 Dienstmädchen, 2 Lauffrauen, 1 Laufmädchen. Lehrlinge: 1 Schmied, 2 Wagner, 1 Mechaniker, 2 Buchbinder, 1 Schneider, 1 Schreiner, 1 Installateur, 1 Glaser, 1 Buchhändler, 2 Kellner. Es suche» Arbeit: BM/S 1 Oekonomie-Verwalter, 1 Gartenarbeiter, 2 Maschinisten ob. Heizer, 2 Schreiner, 2 Wasch- oder Putzfrauen, 1 Glaser, 1 Packer oder Lagerarbeiter, 1 Hausbursche, 1 Lehrmädchen, 4 Lauffrauen, 1 Lanbnäbchen, 1 Bureangehilse. Sirjtr-fMtlM Sonntag, deu 25. ds. Miü. Ausflug nach dem wnrdhss ▼N/a Der Vorstand. ß2‘/s Der Großherzogliche Kreisbautnspeklor des Kreises Gießen. Stadt-Theater Sießes. Direktion: Hermann Steingoetter. Sonntag, den 25. März 1906,, nachmittags 3'/, Uhr 1 Fremden-Vorstellung zu ermäßigten Preisen. Die vttsVktne Aick. Ein deutsches Märchendrama von Gerhart Hauptmann. «bendS 8 Uhr 15. Sonntag-Abonn.-Vürstellung Blocks uud Gutscheine haben leine Giltigkeit. Benefiz für Herrn Regisseur Bruno Reimer tob fcr Hiwin. Schwank von F.u,P.v. Schömhan Im l.Zwischenakt Balletetulage ------- Cancan -------- (Tanz aus dem Moulin-rouge 6ii Par:2) arrangiert von Balletmeisterin Lina Olviui getanzt von derselben und Herrn. Bruno Reimer. Stcucrbcrrtfuugeusolvie sonst. Reklamat., (Singnben, Bittschriften u. Gnadengesuche tert. „Bureau (O2oO5 Universal." Inh. Karl Wenzel, -ntj» n, oia88j Neuen Baue 9II Infolge Ablebens des Karl Rovmann dahier lasse ich Montag, den 26. d. Mts., in der Hoi reite Bahnhofstraße 50 Hierselbst, nachmittags 1 Uhr 134 Zigarren Wickclformen, 2 Tische :c., 1 Lüiaelprcsse, 1 Zigarrenprcsse, 11 Zentner Tabak zahlung versteigern. Grotzen-Linden, [1897 den 23. März 1906. Der Vormund: Faber. Wim-Mn zum Reparieren von Fahrrad- nnd $ Antomobilmäntel Alleinvertrieb: H. Fitzler, Walltorstrasse 71. Versteigerung. Montag, den 26. d. Mts., vormittags 10 Uhr sollen in der hiesigen Güterhalle kine Anzahl überzähliger Güter als: 8 neue Waschtörbe, 1 Ballen Wollgarn, Kinderspielkarren, Ma- schinentetle, Eisemv., Nähmaschin.- Gestell, versch. Emballagen usw. öffentlich meiflbietent) gegen Barzahlung versteigert werden. 11905 Gießen, den 23. März 1906. Gr. Girtcr-Absertiguug. Versteigerung. Montag, den 26. ds. MtS., nachm. 2l'? Uhr, sollen dahier Walltorstr. 6 (Darmst. Haus): 7 Stämme Werkholz, verschiedene Gold-u.Silbersachen, 1 Ockonomiewagcn, 2 Nähmaschinen. 50 Stück Mistbeetfenster, 1 Billard, Haus- und KüchcnLeräte aller Art u. v.A. zwangsweise gegen bar versteigert werden. 1924 Gteben, den 24. März 1906. S e i v e l. Gerichts, c... r rrebendjcijche Flußhechte per Pfund 80 Pfg. 1923 empfiehlt Z. Ä. CÄlhas, Mscksjr.z. Gr. F. F. Z Montag, den 26. März abends 8 Uhr Mkais-Versiiiiliiiluilg bei Kamerad Langsdorf, Crcdncrstrafie 34. Das Kommando. DerBorstaudd.Franenvercins K) 24. März Lass Ebel -O GcncriilmMnlung Es wird um vollzähliges Er- Mtti-uWMWtiiic Sherry, Madeira, Portwein, Malaga. Med. Tokayer anerkanntes Stärkungsmittel für Kinder und Schwache untersucht und begutachtet ül 7i/ 7r und 7< Flaschen empfiehlt ss28/. Wilh.Hofmanu I, Schützenstr.2