Nr. 274 Erscheint tdflltJ) au Bet SonntQQÄ. Dem Greben er Anzeiger werden im Werbiel mit dem hessischen Landwirt die Suehcner Kamillen« blätter Diennal tn der Woche beiqcleqL RolaiionSdrutt il Verlag bet Brüh t'lchen Umvers.-Buch-a. Sletn- bruderet. ÖL Lange. Rtbaftton, Srvebttixm und Tructeret: Schul st ratze 7. Redaktroi' 113 Verlag u.Exped.e-^Ll Adresse für Deoeschen: Anzeiger Wietzen. Erstes Blatt 156. Jahrgang Mittwoch 21. November 1806 vT-, I VezugSpret»' monaihcb 75'BL. otevtel* jährlich 3)1L 2.20; durch 9lbbolc- il Ziveigllellen monathd' ßo Bi., durch d.e Post Alk. 2.— üieriel- jäbvL ausschl. BeNeUg. Annahme von Anjetge» für die LageSnunnner bis vorinillagg 10 Uhr. ßeilenvteiS. lokal 12Pf^ auswärts 20 Ptg. Beraniroortltdb *üt den ooltL und atlgem. Amts- «nd Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Teil P. Wilrko »üx „Stadl und Land^ und t(Äend)tS|aar. (S tnfl peb. *üt den An- zelgemell: £>an6 Bei Are heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. Are Kaiserliche Uot,chast vom 17. Hrov.mber. Man schreibt unS: Zu dem Tage, an welchem vor 25 Jahren Fürst Bismarck das erste großzügige sozialpolitische Programm deS jungen Reiches im deutschen Reichstag verkündete, hat der Kaiser eine Botschaft erlassen, welche in Dankbarkeit jenes Friedenswerkes gedenkt, zu dem damals der Grund gelegt wurde. 9hemanb wird bezweifeln wollen, daß dies Gefühl der dankbaren Anerkennung dessen, was wir m den vergangenen 25 Jahren auf dem Gebiet der sozialpolitischen Arbeiterfürsorge erreicht haben, wahlberechtigt ist. Während fast alle großen Industriestaaten noch in ziemlich stümperhafter Welse sich in den Anfängen einer Sozialpolitik bewegen, die deutschem Muster nachgebildet ist, haben wir m unserer Arbeitcrversicherung eine Institution, ivelche den Gedanken, daß der Hilfsbedürftige einen Rechtsanspruch auf gesetzlich geregelte Bezüge, wie es in dem Erlaß heißt, besitze, in weitem Maße zur Verwirklichung gebracht hat. lieber 4 Milliarden Mark sind in den verflossenen 25 Jahren aus den drei VersicherungSziveigen an Arbeiter und deren Angehörige zur Auszahlung gelangt, davon im letzten Jahre, über welches statistische Nachweise vorliegen, auS der Kranten- Versicherung 220 Millionen, aus der Unfallversicherung mehr als 180 Millionen, auS der Alters- und Invalidenversicherung mehr als 145 Dhüionen. Insofern wird man sich den Worten der Kaiserlichen Botschaft voll und ganz anschließen können. Ebensowenig aber wird man sich des Eindrucks er- wehren können, daß der weitere Inhalt des Erlasses in einem gewissen Widerspruch steht zu der Strömung, welche auf dem Gebiet der deutschen Sozialpolitik mehr und mehr zu Tage getreten ist und den Standpunkt vertritt, daß wir bisher wohl Brauchbares, aber noch teineswegs Vollkommenes geleistet haben. Der Erlaß spricht von dem Vertrauen auf den endlichen Sieg gerechter Erkenntnis des Geleisteten und auf wachsendes Verständnis für die Grenzen des wirtschaftlich möglichen und erweckt dadurch den Gedanken, daß in maßgebenden Regie- rungskreisen das bisher erreichte als bis an die Grenzen des möglichen gehend angesehen würde — ein Eindruck, der auch durch die Betonung der Absicht, die Gesetzgebung auf dem Gebiet der sozialpolitischen Fürsorge nicht ruhen zu lassen, nicht verwischt wird. Es muß befremden, daß über diesen beabsichtigten Welterausbail unserer Sozialpolitik so gar nichts positives — sehr im Gegensatz zu früheren Botschaften — gesagt ivird, daß die sozialpolitischen Vorlagen, mit denen sich der Reichstag demnächst zu beschäftigen haben wird, daß die Reform der Arbeiterversicherung, ihre Erweiterung durch die Witwen- und Walsenversicherung, mit keinem Wort erwähnt werden. Es wäre zu beklagen, wenn dieser Eindruck, den der Erlaß heroorruft, wirtlich die Stimmung der maßgebenden Faktoren wiederjpiegeln sollte. Der Erlaß spricht zum Schluß davon, wie wichtig die freiwillige Liebestätigkeit für die Lösung der sozial, politischen Aufgaben im Geiste jener ersten Novemberbotschaft wäre. Gewiß verdient diese Tätigkeit Anerkennung. ES darf jedoch nicht verkannt werden, was in dem Erlaß nicht zum Ausdruck kommt, daß ihr trotz allem nur eine subsidäre Bedeutung zukommt und zukommen darf, daß der Umfang dieser Tätigkeit niemals zum Maßstab werden darf für daS Tempo, in welchem sich der Gang der gesetzgeberischen Tätigkeit des Staates zu bewegen hat. Sollte diese Anschauung Platz greifen, so würden die Millioncnstiftungen Privater mehr schaden als nützen. Den Rechtsanspruch, den auch die neueste Botschaft anerkennt, schafft allein das Gesetz, und Stillstand auf diesem Gebiet bedeutet Rückschritt. Gietzener Stadttheater. Der Raub der Sabinerinueu. Gastspiel von E. W. Büller. Der gestrige Abend — ich bin so unbescheiden, das hier zu erwähnen — bot für mich eine Art Jubiläum. Es war nämlich das zehnte Mal, daß ich den in dec Theaterwelt wohlbekannten E. W. Büller als „Direktor Striese" sah. Büller ist Virtuose durch und durch, doch kein Gast auf der klassischen Bühne, er zieht den leichten Schwank, die leicht an uns vorüberflattecnde Posse vor, und daher io nun t es wohl, daß viele Büller schnell wieder vergessen. Gerade der wird so leicht vergessen, dem viele Schwänke unserer Lustspielfabriken es verdanken, baß man sie überhaupt noch kennt. Der „Raub der Sabinerinnen", dieser Schwank der Gebrüder v. Schönthan, steigt und fällt mit dem Darsteller des „Striese". 21 Jahre hat sich dieser Schwank auf der deutschen Bühne gehalten. Wenn ich sonst eine Rolle zehn Mal von demselben Darsteller spielen sehe, so muß ich bei dem zehnten Mal am Schlüsse gewöhnlich geweckt werden. Gestern abend habe ich aber noch ebenso herzlich gelacht wie das erste Mal, als ich diesen „Striese" sah. Der Theaterdirektor Striese, dieser biedere Sachse, dargestellt von Herrn E. W. Büller, das ist eine Figur, die eigentlich ständig in unsere besten Witzblätter gehörte. Wie ill) mir einen Junkermann nicht ohne feinen „Aräjig", einen Bore§ nicht ohne seinen „Falstaff" denken kann, so Bom neuen preußischen Landwirtschaftsminister. lieber die Person und die Familie deS zur Nachfolge deS Herrn v. PodbielSki berufenen Riiterschaftsrats bei der Uckermärkischen RitterschaftSdirektion in Prenziau, Bernd von Arnim auf Criewen weiß einer unserer Berliner Mitarbeiter einiges zu erzählen. Die Herren von Arnim zählen zu den ältesten Geschlechtern der Mark Brandenburg und leiten ihren Ursprung vom Dorfe Arnim im Kreise Stendal in der Altmark her. Johann Georg von Arnim (meist ,Arn- heim' geschrieben) focht als kaiserlicher Feldmarschall im 80jähr. Kriege und befehligte die Sachsen in der Schlacht bei Breitenfeld. Dem preußischen Heere gaben die Arnim einen Generalfeldmarschall und zahlreiche Generale. Stach der neuesten Rangliste dienen gegemvärtig in der preußischen Armee 44 Herren bezw. Grasen von Arnim, darunter zwei Generale. Herr von Arnim-Criewen ist der vierte preußische Minister seines Namcnö; Adolf Heinrich Graf von Arnim-Boitzenburg war von 1842 bis 1845 Minister des Innern unter Friedrich Wilhelm IV. und Übernahm am 19. März 1848, am Tage nach dem Atisbruch der Revolution, die Bildtmg eines neuen Kabinetts, in das Alexander Heinrich Freiherr von Arnim- Suckow als Minister des Auswärtigen eintrat. Heinrich Friedrich Graf von Arnim-Heinnchsdorf erhielt ein Jahr Ipäter, 1849, das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten, legte cS jedoch schon nach wenigen Wochen in die Hände des Königs zurück. Mit dem Grafest Harry Arnim, dem Gegner Bismarcks, verbindet den neuen Landwirtjchasts- minister enge Verwandtschaft — er ist dessen Schwiegersohn, als Gatte der Tochter Harry Arnims, der Freim Margarete von Slrnim. Von mütterlicher Seite her hat Herr von Arnim- Criewen Hohenzollernblut in seinen Adern. Sein Vater, Gustav von Armm auf Criewen und Denseu, der vor zwei Jahren 84jährig starb und, ein sehr unterrichteter Herr, eine schöne, seitdem versteigerte Bibliothek hmterließ, war mit dem Fräulein Klara von Prillwitz verheiratet, einer Tochter des Prinzen August von Preußen, autz dessen Verbindung mit einem Fäulein Marie Arndt, einer jungen Berliner Israelitin einfachen Standes. Prinz August von Preußen und Marie Arndt sind demnach in mütterlicher Linie die Großeltern des neu er nannten Mini sters. Pfarrer Bernbeck in Okarben sandte uns folgende „Erklärung": Nach dem Gieß. Anz. Nr. 271 hat Herr Pfarrer K o r e l l in einem am 16. November in Bad-Nauheim gehaltenen Vortrage ertlärt, ich habe m Dresden behauptet, derartig schroffe Elemente, wie sie in der Sozialdemokratie auf- zuweisen seien, müßten aus der Kirche ausge- st o ß e n werden. Demgegenüber konstatiere ich: 1. Ich habe in Dresden überhaupt nicht geredet. 2. Wenn ich bei den Verhandlungen des deutschen Piarrer- tags zu Dresden über den »Fall fiorcll" das Wort ergriffen haben würde, so würde ich nicht eine so unsinnige Behauptung ausgestellt haben, wie sie mir Herr Pfarrer Korell in den 'Diunb gelegt hat, sondern, wie stingst in der Hessischen Landessynode, den Standpiinkt vertreten haben, daß einem Pfarrer d i e soztaldemokra t i schen Glieder seiner G e in e i n d e s e l b st v e r st ä n d l i ch ebenso nahe st e h e n müssen, wie die übrigen, em Standpunkt, auf den sich übrigens alle Redner in Dresden gestellt haben. 9lun hat Pfarrer Korell wieder das Wort. * Noch einmal Köhler-Langsdorf und die Fleischteoerung. Ein Gießener Lehrer schreibt uns im wesentlichen folgendes: Sehr geehrte Schriftleitung! In der Nr. 273 Ihres geschätzten Blattes (Seite 1, Spalte 1) machen Sie sich lustig über Herrn Abg. K ö h l e r-ll a n g S do rs, der in feinem .Elaborat" die erhöhte n Fleisch preise den Zwischenhändlern, großstädtischen Metzgern re. in die Schuhe schiebt. Ans derselben Seite (Spalte 3) eiitrültet sich Ihr L.-Korrespondent über die agrarische Regierung, die an der ganzen Fleischteuerung zum größten Teil mit schuld fei. Aus der zweiten Sette (Spalte 3) bringen Sie die Nachricht, daß die hiesige n Ale tzger den Verkaufspreis für Schweine- s l e i f ch u n d W u r st um 10 P s g. herabgesetzt haben. Es muß also doch nut der Fleischteuerung, bezw. Fleijchnot nicht so schlimm sein. Tas ^Elaborat" des Herrn Kühler scheint doch einen Funken Wahrheit zu enthalten. Wenn dieser Herr an seinem eigenen Portemonnaie die, trotz des Abschlages aussch ließlich des Preises von Schweinefleisch und Wurst, immer noch exorbitant hohen Fleischpreise noch nicht als außerordentlich drückend gespürt hat, dann muß eben dieses Portemonnaie recht groß sein. Andere Angehörige des Mittelstandes in den Städten und Städtchen des Landes empfinden sie als kaum erschwinglich. Immerhin begrüßen wir auch die geringste Verminderung der Preise auf 'ötahrungsrntttel, und loir haben uns recht gefreut, gestern von dem einen Preisabschläge Mitteilung machen zu rönnen. Daraus ist wohl ersichtlich, wie sehr es uns darum zu tun ist, daß die fast allgemeine Entrüstung des Voltes über die Hohe unserer Nahrungsmittel in uen rechten Grenzen bleibe und im Volte jeoer Preisrückgang beachtet uno gcwnooigt werde. Gewiß ist in dem, was Herr Abg. Köhler von seinem Stanopunkt als Fleischproduzent aussagt, „ein Funke (!) Wahrheit" enthalten; als Vollsv er- rreter aoer, der die Interessen be^ Schloltau als Groß allzu jugendlich und völlig unglaublich war. Gegenüber oec jorgiultigen Maske Büllers und auch Lipeprts hatten sich andere Herren damit gar keine Mühe gegeben. Ebenso kam gegenüber der einfach großartigen Mimik Büllers die der hiesigen Kräfte schlecht weg bis auf Frl. Hoffmann, die sich mit der undankbaren Rolle der Aiosa ganz gut abfand. Die Regie verdient bei den hiesigen Verhältnissen Anerkennung. Nur mußte im zweiten Akt die Dekoration geändert werden. Hier spielt doch das Stück bei Neumeister. Sonst ging, von Kleinigkeiten abgesehen, ein flotter Zug durch die Aufführung. Das leider, besonders auf den oesseren Plätzen, schwach besuchte Haus spendete reichen Beifall. Besonders der Knalleffekt, der Schluß des dritten Aktes, wirkte zündend. Büller verfehlte feine Wirkung nicht. Eine Lachsalve folgte der andern. Möge der heutige Abend dem Künstler ein volleres Haus bescheren, denn vor leeren Stühlen spielt sich's nicht gut O. R. e — Der Fabrikbesitzer Karl Kempe sen. in Nürnberg begibt sich mit den Vollmachten der japanischen Botschaft in Berlin versehen, nach Japan, um dort Vorträge über die Fortschritte der graphischen Technik in Europa und Amerika zu halten. Wien, 20. Nov. Der Schriftsteller Dr. Jakob Julius David ist heute nachmittag nach längerer Krankheit gestorben. lTr. Davw hat sich als feinsinniger Lyriker und Novellist bekannt gemacht. Er war am 6. Febr. 1859 iu Weißkirchen 'geboren. D. Red.) Au-kanv. London, 20, Noo. Unterhaus. Ashley richtet an den Staatssekretär die Frage, ob er bei der deutschen Regierung Vorstellunge n machen wolle, um eine mehr entsprechende Ueberwachung der Südgrenze von Deutsch-Südwest-Afrika zu sichern. Grey erwidert: EZ ist sowohl von der Verwaltung der Kap-Kolonie, als auch der von Deutsch-Südwestafrika anerkannt worden, das; die große Ausdehnung der Grenze in Berücksichtigung gesogen werden müsse, wie auch die Unmöglichkeit, genügend Mannschaften auf beiden Seiten zu unterhalten, um jeder Möglichkeit von Bewegungen über die Grenzen vorzubeugen. Paris, 20. Rov. Aus der Garnison der Festung Mont Valerien ist der Soldat Cacabau plötzlich verschwunden. Er war in der Festung dem Telegraphendienst Zugeteilt und soll chiffrierte Depeschen für den Mobilisierungsfall sowie Pläne und Dokumente mitgenommen haben. Madrid, 20. Rov. Es verlautet, in einer heute abgehaltenen Besprechung des Marineministers mit dem Ministerpräsidenten und dem Kriegsminister, sowie mit dem Minister deS Aeußern habe der Marineminister die marokkanischen Angelegenheiten zur Sprache gebracht, und es sei beschlossen worden, da? Linienschiff „Pelayo" heute abend oder morgen nach Tanger zu senden mit 600 Mann Marine-Infanterie an Bord, um sich mit den französischen Schiffen zu vereinigen und sie nötigenfalls zu unterstützen. Außerdem würde daS englischcGeschwader, daß sich augenblicklich an der Küste Spaniens aufhält, unverzüglich nach Tanger abgehen. Die erste Feindseligkeit von Seiten der Marokkaner — heißt es weiter — würde das Zeichen zu einer allgemeinen Truppenlandung von allen fremden Schiffen sein. Russisches. Im russ. Ministerium des Aeußern fand am 19. die vierte Sitzung der japanisch-russischen Konferenz zum Abschlüsse eines Handelsvertrages statt. In der Sitzung gelangten einige Grundartikel des Vertrages, denen zufolge die gegenseitigen Handelsbeziehungen beider Nationen möglichst gefördert werden sollen, zur zweiten Lesung und wurden endgültig festgestellt. In russischen Regierungskreisen ist die Rede von einem Skandal, in dem ein Mitarbeiter des Ministeriums des Innern kompromittiert sein soll. Dessen Maitresse soll mit Angestellten des Ministeriums große Lieferungen für Getreide für die durch Hungersnot geschädigten Bauern übernommen haben. Die hungernden Bauern haben diese Getreidelieferungen aber nicht erhalten. Hierdurch soll der Staatskasse ein Schaden von zwei Millionen entstanden sein. rcirche ttnfc Schule. Im Falle Cäsar hat der Oberkirchenrat den Protest der Neinoldi-Gemeinde in Dortmund abschlägig beschieden und die Entscheidung des Konsistoriums in Münster anerkannt. Aus Stadt und Land. Gießen, 21. Nov. 1906. ** Großherzogs Geburtstag. Wir machen unserer Leser darauf aufmerksam, daß in diesem Jahre auch das Festessen in dem Gesellschaftshause nicht am 25., sondern am Tage vorher, Samstag, 24. Novem - ber, stattfindet. Anmeldungen zur Teilnahme nimmt der Hausverwalter bis zum 23. entgegen. * Eine Sitzung des P r o v i n z i a l - A.u s - schuss es findet Samstag, 1. Dezember d. I., vorm. 9 Uhr mit folgender Tagesordnung statt: Aufbringung der Kosten des Geländeerwerbs für die Teilstrecke Stockheim-Höchst a. N. der Nebenbahn Stockheim-Vilbel. ** Aus dem Militär-Wochenblatt. Versetzt: Frhr. v. Knobelsdorfs, Lt. im Königs-Jnf.-Negiinent (6. Lothr.) Nr. 145, in das 5. Großh. Hess. Jnf.-Regimenl Nr. 168. — Befördert zum Lt.: Baron von der Recke im 1. Großh. Hess. Inf.- (Leibgarde-) Ngt. Nr. 115. — Abschied mit Pension bewilligt: v. Goerne, Major und Bat.-Kommandeur im 1. Nass. Inf -Ngt. Nr. 87, mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des 1. Großh. Hessischen Inf.- (Leibgarde.) Rgts. Nr. 115. — Befördert zum Assist.- Arzt: Unterarzt der Res. Dr. Nagel (Erbach). — Der Abvon Dänemark, die über einer weißsilbernen Robe das blaue Band deS Elephantenordens trug. Der König, in der Uniform seines Husarenregiments, führte die Kaiserin, die daß Band deS Roten Adlerordens über der lacksarbenen Robe trug. Aufgesührt wurde der zweite Teil von Glucks „Orpheus und Eurydice*. DaS dänische KönigSpaar reifte um 11 Uhr 35 Min. abends nach Kopenhagen ab, vom Kaiserpaare zum Bahnhof geleitet. — Die Ueberreichung der goldenen Jubiläums- Denkmünze an den Kaiser durch den Verein deutscher Ingenieure ist jetzt erfolgt. Der Kaiser bezeichnete die Widmung als eine besondere Ehrung, über die er sehr erfreut sei. Die weitere Unterhaltung bei der Audienz erstreckte sich hauptsächlich auf die Dampfturbine und ihre Verwendung für Marinezwecke. Der Kaiser gab der Hoffnung Ausdruck, das; auch bald die Gasturbine eine praktisch verwertbare Gestalt erhalten möchte, und sprach die sichere Erwartung aus, daß auch diese Leistung den Ingenieuren gelingen werde. — Infolge deS Ersuchens von Kolonialdtrektor Dcrn- burg begab sich der Altonaer RechtSanwakt Levi, der im Auftrage von Akwa die Sache der Akwale ute vertritt, nach Berlin, um mit Dernburg über die Maßnahmen, betreffend die Rechtsmittel gegen die über die Akwaleute gefällten Urteile zu beraten. Dernburg teilte dabei mit, daß bei der Kolonialverwaltung nur das Urteil eingegangen ist, die Urteilsbegründung aber noch auSsteht. Braunschweig, 20. Noo. Nach der hiesigen ,Landeszeitung" verlautet aus zuverlässiger Berliner Quelle, es habe eine unverbindliche Vorbesprechung wegen einer etwaigen Kandidatur deS Prinzen Eitel Friedrich für die Regentschaft stattgefunden. schied bewilligt: Stabsarzt der Res. Dr. Reißner (Friedberg). CcllariuS (Friedberg), Oberlt. ber Res. des In- fant.-Ngts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Hauptm. befördert. **Aus dem Bureau des Stadttheaters. Nach dem außerordentlichen Erfolge, den Herr Büller gestern als (5triefe errungen — es ist wohl selten auf unserer Bühne so viel gelacht und applaudiert worden — dürfte das zweite Gastspiel heute Abend sicher ein zahlreiches Publikum in CHarleys Tante führen. ** Logisschwindler. Bei einer hiesigen Familie nahm am verflossenen Montag ein angeblicher Elektrotechniker Schlafstelle, verschwand aber dann am anderen Morgen unter Mitnahme eines Paares Stiefel. Der Vermieter hatte unterlassen, den Fremden nach Namen und Spcrhinft zu fragen. Ter Dieb ist 50 Jahre alt, groß, hat graumeliertes Haar und gleichen Schnurrbart. ** Verhaftet wurde gestern hier der von der Staatsanwaltschaft in W ei mar wegen Diebstahls steckbrieflich verfolgte Arbeiter Karl Mehrung aus Hamm. ** Ab gefaßt wurde gestern morgen eine Milch- Verkäuferin, als sie einer Kollegin M i l ch vom Wagen entwendete. Ebenso wurde heute morgen ein Brötchen aus träger ertappt, als er Brötchen eines anderen Bäckers aus dem an der Haustür hängenden W ckbeut'l entwendete und sie den seinen zum weiteren Verkauf beifügte. ** Eine neue Beigeordneten-W ahl steht in Offenbach bevor. Der unbesoldete Beigeordnete Weber, der 70 Jahre alt ist, will zum 1. Januar 1907 sein A m t niederlegen. Da die Sozialdemokraten in der Offenbacher Stadlverordneten-Versammlung die Macht haben, den Beigeordneten-Posten nach ihrem Guldünken zu besetzen, darf man gespannt darauf sein, ob sie abermals einen „Genossen" wählen oder ob sie durch die Wahl eines Bürgerlichen den Beweis erbringen werden, daß ihnen ein einseitiges kommunales Partei^Regiment fern liegt. ** Der Sonderausschuß für die Revision der Verwaltungsgesetze begann am Dienstag die endgiltige Beratung über den Gesetzentwurf, die Land- gemeindcordnung betreffend, und vollzog die Abstimmung über die ersten 22 Artikel der Vorlage. Die Artikel 1 bis 4 behandeln die allgemeine Einrichtung der Gemeindeverwaltung und bestimmen u. a., daß den Gem^indc- rat einschließlich der in ihm sitz- und stimmberechtigten Bürgermeister und Beigeordneten die Gemeindevertretung bilden. Im II Titel des Gesetzentwurfs, Art. 8 bis 14, wird die Gc m e i n d e v er f a s s un g behandelt, und zwar der Geltungsbereich der Landgemcindeordnung, die Begreif,ung der Gemeinden, die Bildung, Umgestaltung und Auflösung der Gemeinden und die ?lbtrcnnung einzelner Gemarlungsteile und deren Vereinigung mit einer Nack'bargcmeinde. Ter III. Titel bestimmt in einem längeren Artikel 15 das Ortsstatut, der IV. Titel behandelt im ersten Abschnitt (Art. 16 bis 22) die allgemeinen Bestimmungen über die Angehörigen der Gemeinde, und ihre Rechte und Pflichten. O L a u t e r b. Grünberg, 20. Nov. Nachdem nun der bereits geplante Schulhausplatz von der Gemeinde angekauft ist, hat der Gemeinderat beschlossen, das SchnlhauS bis nächsten Herbst im Rohbau fertig stellen zu lassen. Mil der Ausarbeitung des Projekts ist Baurat Diehm zu Gießen beauftragt. ? Laubach, 20. Nov. Die Vorarbeiten für Kanalisation unserer Stadt, sind feit Wochen im Gange. Die Arbeit soll, wenn möglich, nächstes Jahr in Angriff genommen werden. § Alsfeld, 20. Nov. Einen schweren Unfall erlitt ein Fuhr kn echt aus einem Nachbardorf. Seine Pferde scheuten, er fiel vom Wagen und wurde überfahren. Außer einem Beinbruch trug er weitere innere und äußere Verletzungen davon. Aus N h e i n h e ss en, 20. Nov. In der ganzen Provinz finden soeben landwirtschaftliche Bezirkßoersammlunqen statt, in denen in Bezug auf das dem landwirtsch. Provin- zialverein gehörige Vermögen von rund 74 000 Marl Stellung dagegen genommen wird, daß das Vermögen der Hessischen Landwirtschaftskammer zufalle. In der vor kurzem in Mainz abgehaltenen Versammlung des 9(u§= schusses deS landwirtschaftlichen Provinzialvereins hatte dessen Vorsitzender, Oekonomierat Lichtenstein u. a. mitgeteilt, der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer, Geh. Negierungsrat Haas habe bei einer Besprechung über das Vereinsvermögen erklärt, daß selbstverständlich das Vermögen der Landwirt- schastskammer gehöre. Die Mitglieder des Landw. Provinzialvereins sind aber nicht gewillt, das Vermögen der Landwirtschaftskammer auszuliefern; sie sind vielmehr der Ansicht, daß eS erhalten bleiben müsse oder nur für Rheinhessen verwendet werden könne. (Frkf. Ztg.) Wetzlar, 19. Nov. Heute nachmittag fand, wie wir dem »Wetzl. Anr." entnehmen, auf dem Stadtbauamte die Eröffnung der Angebote für die Ausführung der Dill- regulierungSarbeiten statt. Die Angebote weisen nachstehende Endsummen auf: W. ©entert, Neuwied 122 099,70 Mk. Franz Backling, Metz 132 041,90 „ I. F. Schneider, Netphen bei Siegen 132 153,50 _ Franz Heigert, Grobleben 137 791,95 „ I. G. Müller, Wetzlar 150 471,50 „ A. u. G. Blischung, Niederselters 167 689,50 „ C. u. G. Panse, Wetzlar 172 195,- „ R. Derlich, Wetzlar 187 239,— , H. Stock, Gerresheim 187 592,— , C. Busch, Marburg 189 244,— „ F. Schneider u. Co., Wetzlar 200 572,— _ H. Weimer, Gießen 212 966,50 , Kolk u. Co., Wetzlar 241 247,— Fr. Fix, Duisburg-Meiderich 286 277,— „ (Sehr. Gries, Denklingen 300,838,— „ 122,099 Mk. und 300,838 Mk.! - - eine so tolle Sub° missionsblüte dürfte wirklich zu den allerseltensten Seltenheiten gehören. Frankfurt a. M, 20. Nov. Ende dieses Monats legt Landgerichtspräsident Wilhelm Dcuhard seine Dienstgeschäfte nieder, um, wie die Fkf. Ztg. meldet, zum 1. März in den Ruhestand zu treten. Seine Vertretung übernimmt der älteste Landgerichtsdiriktor Geh. Justizrat Grabau. Dcuhard, ein Cohn des früheren Stralsunder Bürgermeisters, wurde am 31. Oktober 1841 in Greifenstein (Kr. Wetzlar) geboren. Seine juristische Laufbahn war: 1862 Auskultator, 1865 Referendar, 1869 Gerichtsaffeffor, 1871 KreiSricbter in Bergen, 1877 Kreis- riditer in Stettin, 1886 Landgerichtsdirektor in Limburg, 1894 Landgerichtspräsident in Neuwied und Oktober 18991 Landgerichtspräsidcut in Frankfurt. Im Jahr 1902 erhielt Dcuhard den Titel Geh. Oberjustizrat. — Der Lokomotiv- beamten-Vereiu hat beschlossen, wegen der herrschenden Teuerung von jeglicher Winter-Festlichkeit Ab st and zu nehmen. ** Kleine M i t t? ilu n a en aus Hessen und den N a cb b a r st a a t e n. Tie in M e r l a u abgehaltene Bürger- meiste r>w a h l hatte das Ergebnis, daß der seitherige Bürgermeister Magel mit 77 Stimmen wiedergeivahlt wurde; auf Heinrich Becker I. sielen 23 Stimmen. — In S cb w a l h e i m bei Bad-Nauheim ereignete sich ein schreckliches Unglück im „Schiefen (EdÄ. Ein dreijähriges Kind, das ferner Gewohnheit gemäß sich immer am heißen Ofen aushielt, wurde von der Glut ergriffen und vollständig von den Flammen aufgezehrt.— Ein in König- ft ein zur Kur weilender, zcitweife geistesgestörter Rentner erhängte sich im Falkensteiner Wald. Vermischtes. "Zttnr Fall Graf Pückler — Gras Neventlow veröffentlicht die »Tgl. Ndsch.* folgende Erklärung des Grasen Ernst zu Neventlow: „Gras Pückler-Klein-Tschinie hat in öffentlicher Versammlung sich in pöbelhafter Weife über meinen verstorbenen Bruder, Graf "ubivig zu Neventlow, M. d. R., geäußert. Graf Buckler hat der '.'lufforberung, jene Beschimpfung mit dem Ausdruck des Bedauerns öffentlich zurückzuziehen, nicht entsprochen, sondern sie in seiner öffentlichen Versammlung ausdrücklich als gerechtfertigt bezeichnet. Ia Graf Pückler auf die Aufforderung, seine pöbelhafte Aen- ßerung in einer üblichen Form persönlich zu vertreten, überhaupt nicht reagiert hat, so sei hiermit öffentlich festgestellt, daß ihm auch die zur Sühne einer ehrlosen Handlung nötigen Eigenschaften fehlen. Graf Ernst zu Neventlow, Kapitänleutnant a. D/ "Der Eisenbahnmörder Rücker in Hamburg ist dringend verdächtig, vor einigen Monaten a»lch das Dieust- viädchen Dora Burmeister ermordet zu haben. In seinem Koffer, welcher bei einer früheren Vermieterin a(§. Logispsand , blieb, wurden bhitbeflecfte Kleidungsstücke gefunden, welche die LogiSwirtin RückerS als dessen Eigentum bezeichnete. Aiißerdem erkannte sie auch das bei der ermordeten Burmeister gefundene Messer als das des Rückert. llcbrigcnS heißt cs, daß Rücker einen falschen Namen trage. Er soll ber Sohn eines östtrr. Edelmannes sein. • Zur Ermordung der Frau Geheimrat Molitor in Baden-Baden hat die Wiener Polizei (Erhebungen gemacht, die den Verdacht, daß die Witwe des Geh. Medizinalrats Molitor durch ihren eigenen Schwiegersohn Dr. Karl Hau erschossen wurde, wesentlich unterstützen. Es tourbe festgestellt, baß Hau sich am 16. Oktober auf der Durchreise von Konstantinopel in Wien aushielt, einen Check auf eine hohe Stimme einzog, später aber dies ableugnete. Hau behauptet, der Check sei ihm gestohlen worden. Ten Check über 400 Pfund hat Hati bei einer großen Wiener Bank präsentiert, für den er anstandslos 9592 Kronen erhielt. Einige Tage spater empfing die Bank ein Telegramm aus London, in -dem mitgefeilt wurde, daß der Check zwar echt sei, jedoch dem Eigentümer Hau gestohlen morben wäre. Tas Diebstahls-Telegramm wird indes für fingiert gehalten. Da? Signalement des Mannes, der den Check einlösle, paßt genau auf Hau. * Kleine Tageschronik. Die Hamburger Staats- amvaltfchaft verfolgt steckbrieflich den R e f e r e n d a r B r u m in wegen betrügerischer Schulden in Höhe von 35 000 Mk. — Zwischen Schenkendorf und Krummensee auf der Mittenwal d e r Bahn (Brandenburg) wälzten Schurken nachts schwere Holzklötze auf die Schienen, um den Nachtzug zur Entgleisung zu bringen. Ter Zug wuibe rechtzeitig gerettet. — In Köln sollen bei dein Bau eines großen Vorortsammelkanals erhebliche D i e b st ä h l e vorgekommen sein, in welche mehrere Fuhrunternehmer und stobt. Aufseher verwickelt seien. Tie Slaatsanivaltschafl verfolgt diese Angelegenheit. — In Kuez bei Temesvar (Ungarn) wurden nenn Frauen, unter dem Verdachte, ihre Männer und andere Personen v e r g i f t e t zu haben, verhaftet. Bei dreizehn aiisgcgrabenen Leichen wurde Arfenikvergifttmg festgestellt. — Ans New-Port wird getueldet: Ter frühere Rad-Champignon Tom Cooper nebst Gattin, sowie Mister Barkalow, der Freund beS Präsidenten Roosevelt käme n bei einem Automobil- Unfall um. — Am 19. Nov. wurde auf eine Entfernung von 80 Meilen zum erstenmale die elektrische Kraft von den Niagarafällen n n cb Toronto geliefert; es sind 40 000 Pferdestärken verfügbar. LMrdwsrtschaft. tBaatenftonb in Preußen zu Mitte November (2 bedeutet gut; 3 bedeutet mittel). Winterweizen 2,4; Winterspelz 2,3; Wiiiterroggen 2,4; (im November 1905: 2,9, 3,5, 2,9; im Oktober 1906: 2,5; 2,4; 2,5). In den Bemerkungen der .Stauslischcw Korrespondenz" heißt es: Vielfach werde der Wunsch zum Ausdrucks gebracht, die Aecker möchten vorläusig noch offen bleiben, damir sowohl die niancher Orten i,och nicht ganz fertigen Bestellungsar- beiten zu Ende geführt werden könnten, wie miet) die letzten Einsaaten aufgehen könnten und auch die Bestockung ermöglicht würde. Wohl könnten nach der Meinnng der betreffenden Vertrauensmänner während des anhaltenden schönen Welters die Arbeiten trotz des Lentemangels beendet fein, wenn die T r o ck e n h e i t die d e s s e r e n Böden nicht zu sehr verkrustet hätte, ihnen also früher beizukommen gewesen wäre. Allerdings. betreffe dies nur die Weizenäcker; die Roggenbestellung war überall beendet. Eine e rs ch r e ck e n d e V e r m e h r u n g zeigten die tier is chen S ch ä d - l i n g e. Tie Mäuse hatten überall derart angenommen, daß sie als allgemeine Landplage zu bezeichnen seien. Was die jungen Saaten anbelange, so habe aus dem vorher erwähnten Grunde eine Beurteilung des Weizens auch diesmal nicht überall stattsinden können; immerhin liege jedoch eine so große Anzahl von Noten au5 allen Landesteilen vor, daß auch die für ihn berechnete Begutachtungsziffer seinen Stand mit hinreichender Genauigkeit bezeichnen dürfte. Bezüglich des Roggens sei wohl kaum eine Note ausgeblieben, da selbst der spät bestellte sich schon so weit entwickelt halte, daß er ein Urteil zuließ. Uebenviegend seien die Nachrichten, denen zufolge die Noggensaat einen schönen, üppigen Stand habe, wie es noch selten zu beobachten war. Gerichtssaal. Der Abschluß einer Stu deute nliebschaft bildete den Gegenstand eines Prozesses, der in einer mehrstündigen Sitzung hinter verschlossenen Türen vor der vierten Strafkammer des Landgerichts II. zu Berlin verhandelt wurde. Unter einer schweren Anklage mußte sich der Arzt Dr. mein Heinr. Goldberg in Gemeinschaft mit einer Frau Klara G. verantworten, die wegen oollenbeten und versuchten Verbrechens wider das keimende Leben angeklagt war, während Dr. G. der Beihtlfe in beiden Fällen be- schuldigt wurde. — G. lernte vor etwa drei Jahren die G ... z kennen, die von ihrem Manne getrennt lebte. Trotzdem G. damals noch Student war, unb auch ein gewisser Attersunterschieb zwischen ihm unb der G. bestand, trat er schon nach kurzer Zeit mit ihr in ein Verhältnis, das von den Eltern des Angeklagten mit aller Energie befampft wurde. Um den jungen Mann dem Einflüsse der Frau zu entziehen, entschloü sich der Later, feinen; rat btt filtfifl leger ss t -t Buchltt ist die Ü Ck Amur an Bo an bet empsan begrüß Obglei- Mensch Sttaße leditio ie rese eine 8 verösfei Abend an ber flui flro6, W W*" bfilin'81 Verlink Jahre? mH«'11 holten 8 habe, j Folge. die M der ®(t geladen loend'in möM sich vm oorban Verbre- naten l Monat' littenen vo, 22. 91odi südliche htni 08606 Die Gießen Einsicht neten. st? offen. Gie Der De^ ©legen Einsicht neten stc offen. Gie Der Bo •-I.5 G ber tzgf To Hm'm Slfle D ««5 des Ohei Ei Ren-Industrie 129.00 littenen UntevfuchunaSbaff, verurteilt. Tilrkenlose . . . . 146.80 121.60 Rerliner Rörwe, 20. November. Anfamrskurse. 214.60 wlrO Bei 6950 08605 fflirfim (®tctnfirnfif 78), 21. November 190". O-ebrüder 08601 nechmittaqS 2 Uhr statt. ernarzer r* 6954 Telefon 593. Ludw'g Volk VII. 6940 6393 4% Oesterr. Goldrente. . 41/g°« Oesterr. 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Nov. wurden durch daS Reißen und acht leicht verletzt. Odessa, 21. Nov. 8490 144.40 149.00 Reichsanleihe do. Konsols . , do. . . Hessen . . . Oherhessen 97.95 86.50 98.05 86 50 97.00 Bahnhofstraße ♦ Telephon 231 empfehlen aus Tic trauernden Hinterbliebene». Familie Heinrich Wagner ,, Ernst Rnppel „ Konrad Wagner Ww. „ Ludwig Ro*enbaam. Revolutionäre ersch ossen den 4 % 4% 395 3% 39s ^7» 39s ^7» 3°/(, Mexikaner 4^7» Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss . . . , Buderus E. W . , Tendenz: fest. Griglnal-Drahtmeldrrngen. Berlin, 21. Nov. Der 29 Iabre alte Tenorist M. durch einen Revolverschuß in den Kopf seinem Leben Ende gemacht. Er batte ein Liebesverhältnis mit einer als Kräftigungsmittel, tausendfach ärztlich empfohlen. Nur echt in blauen Kartons ä 1 ?.lk.. niemals lose. . 238.20 . 127.90 Gießener Wetterdienst. voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnertaa dem 22. November: Wieder Trübung und Regenfälle. Wärmer. 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Der Voranschlag der israelitischen Religionsgemeinde Gießen für das Rechnungsjahr 1907 liegt acht Tage zur Einsicht aller Beteiligten in der Wohnung des unterzeichneten stellvertretenden Vorstehers, Nord-Anlage No. 13 p., offen. B’Vh Gießen, den 21. November 1906. Der Borstand der israel. Religionsgemeiude Gießen. I. V.: N. Stamm. . /o tzp «Q:He ylovenM . SinMPti »egen ‘C’9q. im Ctlo- :2-9- ^'sTetai* erkungeu J ’ nod) Bestellung' e°n». 2 die letzten it, w>e flU<*rtnSftltdjtmm- BW 7,2 betreffe ßB 'ESbeenden^, ÄM- iinat n>V°hl oon ^ ' flTrt ihn ^^ ii bebte lur 9 een(iuiflk inrei^5 ij(tt LHS- honen, ICunft und Wissenschaft. Christianta, 20. Nov Der Polarfahre r Amundsen, her Leiter der „Gjöa"-Erpedition, traf heute an Bord des Panzerschiffes Norge hier ein. Er wurde an her Landungsbrücke von einer erlesenen Versammlung empfangen und vom Präsidenten her Kommunalbehörde befitüpf. 60 Korporationen und Vereine bildeten Spalier. Obgleich rauhes Wetter herrschte, war eine ungeheure Menscl)enmenge anwesend, um Amundsen -u bejubeln. Die Straßen waren festlich geschmückt. Die Mitglieder der Ex- pedition fuhren in das Grand Hotel, wo 12 Räume für sie reserviert waren. Ueberall erschollen für Amundsen und seine Begleiter enthusiastische .Hurrarufe. Alle Zeitungen veröffentlichen Feier Artikel. Die Schüler hatten frei. Am Abend fand ein öffentliches Bankett für die Teilnehmer an der Expedition statt. reichen Amerikanerin. Mit dieser war er nach Berlin gekommen. Die Geliebte verschwand nun unter Hinterlassung eines Abschiedsbriefes, dem sie einen Check über 25000 Mk. beilegte. Den Cbeck schickte der Künstler an die Bank zurück, worauf er Selbstmord beging. Posen, 21. Nov. In der Stadtverordneten-Sitzung sagte Stadtv. Drwensky, daß dieRektoren armenSchulern. denen von der Stadt früher die Lehrmitel gratis geliefert wurden, diese Wohltat cntzo gen hätten, soweit sie sich am Schulstreik beteiligten. Bürgermeister Kunzer erklärte, die Rektoren hätten das volle Recht dazu gehabt. London, 21. Nov. Die wegen Ruhestörungen vor dem Parlament verhaftete Frauenrechtlerin Mi st Milne wurde vom Westminster Polizeigericht zu 10 Schilling Geldstrafe oder einer Woche Gefängnis verurteilt. Sie zog es vor, ins Gefängnis zu gehen. Paris, 21.Nov. Im SarahBernhardt-Tbeater entstand während der gestrigen Vorstellung eine Panik. Infolge Kurzschlusses an der elektrischen Beleuchtungsanlage entstand Brandgeruch im HauS. DaS Gallerie-Publikum begann zu flüchten, wobei eine Fran leichte Verletzungen erlitt. Sarah Bernhardt, die auf der Bühne blieb, gelang es, das Publikum zu beruhigen, worauf die Vorstellung ruhig zu Ende geführt wurde. — DaS französische Geschwader, daS vor Cadix liegt, erhielt Anweisung, sich bereit zu halten, um mit dem spanischen Geschwader gemeinsam nach Tanger zu gehen. — Nach einer Meldung aus Gibraltar erhielt Admiral Mayer Befehl, das englische atlantische Geschwader zur Abfahrt nach Tanger bereit zu halten. — Die Kircheninventur ist nach einer von der Negierung angesertigten Aufstellung in 65 Departements vollständig beendigt. In den übrigen 21 Departements soll sie heute vorgenommen werden. tzohn aut die Universität in Freiburg im Dr. zu schllken. Ter Em- fluh der Frau G. auf den damaligen Studenten war jedoch so groß, daß er sie ohne Wissen seines DaterS nach Freiburg mit- nahm, wo sie eine gemeinschaftliche Wohnung bewgen. Dieses Verhältnis wahrte längere Zeit, trohdem Dr. G. sich wahrend seines Berliner Aufenthalts verlobt hafte. Im Frühjahr des vergangenen JcihreS wurde der Staatsanwaltschaft durch eine anonyme Anzeige mttqeteflt, daß sich der Angeklagte an der Frau G. des wiederholten Verbrechens gegen das keimende Leben schuldig gemacht habe. Die Untersuchung hatte die Verhaftung der beiden zur Folge. Zu der Verhandlung waren als medizinische Sachverständige die Geh. Medizinalräte Professor Dr. Pfleger und Dr. Lepvmann, der GerichfSvhysikuS Dr. Störmer und der Nervenarzt Dr. Vlaezek geladen. Diese bekundeten fast übereinstimmend, daß eine Anwendung des ? 51 des Strafgesehbuches bei dem Dr. G. mcht möglich sei, wenn auch eine gewisse geistige Minderwertigkeit, die sich vor allen Dingen in moralischen Defekten äußere, bet ihm vorhanden sei. Frau G. wurde wegen versuchten und vollendeten Berbrechsns gegen den $ 218 des StrafqefehbucheS zu sieben Mo- unten Gefängnis, Dr. G. wegen Beihilfe dazu zu einem Jahr drei Monaten Geiänanis, unter Anreckmung von drei Monaten der er- ot)nc ßuqaben und ohne Rabatt, F t dagegen unerreicht in Qualität, »1k H ß öfia eigener Röstung, täglich frisch, LPfd. 1.—, 1.20, 1.40, 1.60, 1.80 Westanlage 5 L. Kalkhof Nach! Telephon 467^ 08073-, Unloersitäts-NachrZchten. Tsibinaen, 20. Nov. Die Medizinische Fakultät der hiesigen Universität ernannte den bekannten Stuttgarter Verleger Ferdinand Enke zum Ehrendoktor. Arbeiterbewegung. — Dem bisherigen Direktor der ,Vorwärt S*- Buchhandlung und Druckerei, Reichstagsabg. Fischer, ist die Vr okura entzog e n worden. achtnit S^GLOBUS Y PUTZ- 3^? EXTRÄCl^ Kleinste Anzahlung. 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Dezember 1906, nachmittags 5 Uhr, im „Neuen Saalbau“ Konzert Das Lied von der Glocke = Gedicht von Friedrich von Schiller für gemischten Chor, vier Solostimmen und Orchester komponiert von 31 ax Bruch. Dirigent: Franz Bauer. Solisten: Frau Emmy Küchler (Sopran) aus Frankfurt a. M., Fräulein Klara Schaeffer (Alt) aus Frankfurt a. M., Herr II. Müller (Tenor) aus Marburg, Herr H. Appun (Bass) aus Hanau. Orchester: Die Kapelle des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm. Wir machen unsere verehr liehen Mitglieder darauf aufmerksam, dass ganz pünktlich um 5 Uhr begonnen werden muss und bitten wir deshalb, um «Störungen zu vermeiden, um frühes Erscheinen. v21/u Zjährig, ein- u. zwelspännig ein- gesnhren, zu verlausen. 6764 Heuchelheim, Gießener Str. 49 Gilt eingespieltes Ceho Schöne 4-Zimmerw., Hmterh., zu verm. Lieoigstr. 70, III. [6180 4 Zimmer m. Zubehör zu verm. in der Wejerjlr. bet L. Hellmold. 45341 Sleinstrnge 31. für Ansänger zu verlausen. 68931______Walllorslraße 58. Frack u. 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Freunde Herzlid) wlllkonunen. ; .--am» Der heutigen Stummer liegt em Prospekt der Saua- togen-Werte Bauer & Cie.» Berlin SW. 48, beu 6t1d)e Tie । aus Hoheit blcibeu. G Ar Au Gewe Ab läge ii und Gc hin rid Schrift bittet t bereichet Personei die For! beamten beiter al fchuy-Ve bilbunß5 NesMi kleinen der Er! Lamps, dem w Persone jeder E jöettieb! Ms ung je besserte rität ü über bi Naliono und die 5iid)hing Leiter bon ben positive A großen U joziaideni diesen a nehmern gegen t ober gec schastlict lommen narung gierung wird un ungen zu Politischei Handtverl Etaai emen Geo ren Erklö struieren, ankündig Lejähigu singe au< ^öiehun sechtigkei htel eru lächert fo toerterfa shrer un Abgx der Vor dem Gel trage Ä des obl 1Irt gan entsprech h dauern, nngsnack L Set [mi v. C unb Me[ Aba Msuhrr tneinen sv A Stbiec« Kngi aS