Montag 17. Dezember 1906 1S6. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 5496 Aufjijchcs. In Petersburg wurde gegen den früheren Moskauer Gcneralgouocrneur Admiral Dubassow ein Bomben- attentat verübt. Ter Admiral wurde leicht verwundet; zwei Täter wurden verhaftet. Es wurden zwei Bomben geworfen und sechs Nevoloerschnsse abgegeben. Dubassow konnte zu Fuß nach Hause gehen. In Rad am wurde gegen den Chef der Gouvernements- gendarmerie. Obersten Plotto. eine Bombe geworfen, durch welche ihm ein Bein abgerissen wurde. Der Verbrecher wurde bis zu seiner Wohnung verfolgt und dort ergriffen; rr erwies sich als ein Zögling der Handelsschule. In Llpkany (Bessarabien) erschossen drei Revolutionäre einen Beamten und versuchten zu entfliehen. Vier an der Verfolgung teilnehmende Bauern wurden von den Revolutionären getötet; von den Revolutionären wurden alsdann zwei erschossen, der brüte erschoß sich selbst. Eine bewaffnete Bande drang in Lesnoy in eine Villa ein und zwang die Besitzer durch Drohungen Geld und Wertsachen im Betrage von mehreren tausend Rubel hercmszu- ßCbCIQn Riga hat die Polizei eine große revolutionäre Organisation aufgedeckt. 70 Personen wurden verhaftet. Em fertig aiisgcarbeiteterAttentatSplan gegen den temporären Generalgouverneur der baltischen Provinzen, Baron von Möller-SakomeSki, wurde aufgefunden. Auch einige Beamten der Geheimpolizei sollten gewaltsam beseitigt werden. Unter den Arretierten befindet sich einer der gefährlichsten Revolutionäre, Bjelajew, der Sohn eines StaatSrats, der erst unlängst die Realschule verlassen hat. Nach der provisorischen Schatzung deS Statistischen Zentralkomitees beläuft sich der Ernteertrag an Sommer- aetrclde in 72 Gouvernements Rußlands auf 445 Millionen Rud Weizen, 28 Pud Roggen, 6 Pud Spelz, 415 Pud Pud Hirse, 110 Pud M-i-, 67 Pud Buch, roeijcn, 37 Pud Erbsen, 632 Pud Haser und 1690 Pud Ka rtoffe ln. Deutsches Reich. Wildpark, 16. Tcz. Der Kaiser und die Kaiserin J sind heute abend nach Kiel abgercist. Ter Herzog und die Herzogin von Sachsen-Coburg und Gotha find mit dem ■ Erbprinzen heute dort emgetroffen, ferner dec Herzog Ernst f Günther von SchleSwig-Holstcm und Gemahlin und die Töchter des Herzogs Friedrich Ferdinand zu Schleswig- Holstein. Berlin, 16. Dez. Dec Reichskanzler Fürst Bülow hatte gestern eine Besprechung mit de»n Minister des Innern von Bethmann-Hotlweg. Es handelt sich bei dieser Besprechung um eine neue Kundgebung zu den R e l ch s t a g ö w a h l e n. Magdeburg, 16. Dez. Der Kronprinz traf heute hier em. Am Bahnhof wurde er vom kommandierenden General van Beucckeudocf und von Hindenburg, dem Ober- prästdenten Frethcrrn v. Wiltnowski und bcm Regierungspräsidenten Tr. Baltz empsangen. Hierauf begab er sich nach den, neuen städtischen Kaiser Friedrich - Museum. Ferner waren angekommen: Kultusminister v. Studt, Ministerialdirektor Schwartzkopff und der frühere Oberpräfident, Tr. von Bötticher. Oberbürgermeister Dr. Lentze hielt eine Ansprache, in der er darauf hinwieS, daß die Stadt durch drc Errichtimg eines Denkmals ihre dankbare Treue und da§ Andenken an den verewigten Kaiser Friedrich zum Al,Z- druck bringen wolle. Das neue Museum solle den Namen Kaiser Friedrich-Museum führen, um das Andenken dcö Kaisers zu ehren, der besonders die Kunst in Deutschland zu neuern lieben erweckle und ihre Pflege eifrig betrieben habe. Hierauf fiel die Hülle des Denkmals. Hieraus betrat der Kronprinz da« Museum und unternahm unter Führung des Museumsdirektors Tr. Bolbehr einen Rund- gang. Gegen 1 Uhr wurde im Rathause ein Frühstück gegeben. Während deS Frühstücks brachte dec Oberbürger, meister Tr. Lentze einen Trinlspruch aus. Ter Kronprinz erwiderte mit solgenden Worten: „Indem ich vielmals für die freundlichen Worte und den außerordentlich warmen Empfang der Stadt danke, trinke ich auf daS Wohl der Stadt Magdc- bürg, seiner Bürger und seines Oberbürgermeisters. Hurral* München, 15. Tez. Wie die Abendblätter melden, ist während dcS Festmahls, welches sich gestern abend an einen Borlrag von Tr. Karl PeterS anschloß, folgendes Telegramm an Dernburg gerichtet worden: Ein Kreis Münchener SchriststeUer, Künstler, Gelehrter und Freunde der Kunst, veifammeU im „Olcucii Hierein" nach dem Vorträge von Karl PelerS bemgl Eurer Exzellenz den Ausdruck auirichligsten Tankes iür das lalkrästig emgeleuete ReorgamwlionS- werk dar und versichert, daß die Jmettekmelten Temschlands em- müliq m der Kolonialwirtschast die uneuibehrilche Grimdlage einer kulturellen Eniialiung unseres Volkes erblicken und dem Barken Eurer Exzellenz b e g e i st e r t z u st i m m e n. — Entsprechend der preußischen Verordnung wurde auch für die bayerischen StaalScisenbahnen angeordnet, daß ab 15. Tez. 1906 bis Sl. Dez. 1909 Fleisch von frisch ge- schlachtctem Vieh in den Spezialtarif für bestimmte Eil- güter anfgenommen wird und zwar zunächst im.Bayerischen, demnächst aber auch im Verkehr mit den preußisch-hessischen und sächsischen Staatsbahnen. Ferner wird vom 1. Jan. 1907 ob eine weitere Frachtvrrgünstigung für frisches Fleisch in Wagenladungen bei Versand über Entfer/mngen von mehr als 100 Kilometern eingcführt. Hauptversammlung ves lanvw. Irrcins für - (PW»* ^L^BenTlÄemto. 2ie Hauptversammlung tagte am Samstag nachmittag im „Neuen SucEbau" uiüex, dem Vorsitze des Oekonomierat gegen. Generalsekretär Burkbardt-Berlin referierte dann in ausführlicher Weise über das Thema „Die Errich tun g von Viehverwertungsgenossenschaften für Oberhessen". Redner kommt zuerst aus die Fleischteue- rung und Fleischnot zu sprechen und betont, daß die deutsche Landwirtschaft durchaus in der Lage sei, der Fleischversorgung des deutschen Voltes Rechnung zu tragen. Die Leistungsfähigkeit unserer Viehhaltung werde stets verbessert, um dadurch dem gesteigerten Fleischbedürfnis des Volkes Rechnung zu tragen. Tie Ursachen der Fleischnot seien besonderer Natur. Tie schlechte Kartoffelernte von 1904, die in manchen Gegenden eine Mißernte war, hatte eine bedeutende Einschränkung der Schweinehaltung im Gefolge. Die Schweinehaltung reicht hinüber in die Arbeiterkreise, sind doch 93 Prozent der Schweinehaltung bei mittleren und kleineren Landwirten und Arbeitern zu suchen. Alle diese Leute mußten 1901 die Schweinezucht fast ganz ausgeben, da die Kartoffeln kaum zum Essen reichten. Im Vergleich der Zeit vom 1. Juli 1904 bis dahin 1905 äu der Zeit der Fleischnot wurden in letzterer 3 200 000 Schweine weniger geschlachtet, das ist ein Rückgang von 12 Prozent. Auch frühere Jahre zeigen Schwankungen. Dagegen hat von Juli 1905—1906 die Schlachtung des Großviehs um 155 500 Stück und der Schafe um 127 800 Stück zu genommen. Diesen Ausfall hat die Landwirtschaft mehr als gedeckt. Der Redner kommt dann auf die großen Preisunterschiede zwischen teuren und billigen Städten zu sprechen. Auch hierfür ist nicht die Lanowirtschast verantwortlich. Der direkte Verkehr zwisa-en Lcurdwirt und Metzger ist fast verschwunden, es habe sich ein Zwischenglied durch die Händler angeschoben und hierin liege der Hauptsaktor der Fleischtenerung. Die Händler hätten gewissermaßen ein Monopol, jeder besitze einen besonderen Wirkungskreis, sie arbeiteten mit gegenjeitiger Verständigung. Um nun dieses Monopol zu durchbrechen und das Vieh dem Metzger direkt verkaufen zu können, habe sich die Landwirtschaft ent- schlossen, Viehverwertungs - Genossenschaften zu gründen. Nur so gelinge es, den Zwischenhandel aus- zusa)alten und den Händlern gleichsam eine neue Konkurrenz zu geben. Gegenwärtig ,ei die Schweinehaltung in einet, bedeutenden HebMg begriffen und zwar gegen frühere spielen, sang und tonnte. Dies benutzten die Gäste, um zehrfrev gehalten zu werden. ES trank alles auf Kosten des Angeklagten. Das Bier floß in der Stube und die „Hamburger Tropfen", wurden in Aiergläsern hcrumgereicht. Satte Gäste reichten derv Wein zum Fenster hinaus -an Vorübergehende und Nachbarsleute. Trotzdem N. immer viel Geld nachtrug und Barzahlungen leistete, hat er 500 Mk. bei einem Wirt ankreiden lassen. Er zahltet häufig mit Goldstücken, die er aus der Westentasche nahm; auch ließ er einmal, als die Gäste bereits satt waren, einen Hundertmarkschein mit dem Bemerken sehen, daß dieser auch noch drauf- gefcn dürfe. Als ein Wirt aus Grebenau auf Zahlung drängte, nahm er ihn mit auf die Alsfelder Vol^bank, wo er sich 150 Mk. auszahlen ließ, wovon er 50 Mk. für sich behielt und dem Wirt 100 Mk. aus händigte. Dieser unterschrieb, in der Meinung, er bestätige den Empfang der Abschlagszahlung, ein Schriftstück, tatsächlich hatte er aber die Dürgschastsurkunde unter-, zeichnet. Durch Vorlage des Kassenbuchs wurde nachgewiesen> daß er auch die Spareinlagen seiner zwei in Frankfurt dienen-, den Töchter bis auf 7 Mark erhoben hat. Der Staatsanwalt hielt es für eine Gewiffenlofigkeir, daß er die Spargroschen seiner Kinder auf diese Weise verschwendet hat. Ehe der Verteidiger zum Wort kam, versuchte der Vorsitzende den Angeklagten nodj einmal zu einem Geständnis zu bewegen. Nichtsdestoweniger be. stritt er, sich an dec Kasse vergriffen zu haben, falls er aber in anderer Weise, womit er die mangelhafte Buchführung meinte. Wegen Unterschlagung und Veruntreuung amtlicher Gelder steht der Gemeinde- und Kirchenrechner W. N. von Udenhausen vor der Strafkammer. Bei der int Dezember v. I. bei ihm vor genommenen Revision ergab sich ein Fehlbetrag von über 4300 Mark. Die Buchsührung war sehr maugcihait und bot bei der Nachprüfung Schwierigkeiteii. ES waren eine Reihe eingenommener Beiträge nicht in Einnahme gestellt, anderLrieits aöcx wieder kleinere Einnahmen gebucht, die tatsächlich nicht eingenommen toareit Bei Beginn der Bec-, Handlung wurde iljnn vom Vorsitzenden vorgehalten, t» seien Tatsachen festgestellt, auf Grund deren an seiner Schuld nicht ;u zweifeln s i; er möge sich überlegen, ob es sich ia seinem eigenen Jutereise nicht empieh.e, ein BeftäuduiS objulegcn. Der VI n- e geklagte erklärte aber, er sei sich keiner Schuld bewußt außer, paß er bei der Buchsühoung leichtsinnig verfahren bube; von den ihm anvertrauteu Gelds habe er nichts sür sich verwendet, wenn das Ge.d tatsächlich sehle, so müsse es ihm gestohlen worden fein. Einen Verdacht auf eine bestimmte Person dmnte er niibt äußern, er nahm vielmehr an, die Fehlbeträge seien aus salsche Bucheiutrüge zurückzusühren. ,Daß eines seiner ^amitieuangv^ hörigen, die alle Zutritt zu der Kommode, in der bad Geld nufo bewahrt wurde, hatten, sich an dem Geld« vergrijsen hätten^ hielt er für ausgeschlossen. Er messe dem Bürgermeister, derj im Abliefern her Einnahmebelege sehr nachlässig gewesen fei, die Hauptschuld bei; dieser gab auch zu, daß er und auch der Angeklagte wiederholt wegen Nachlässigkeiten vom KreiLantt bi8* zipliniert worden sind. Eine Reihe von Zeugen bekundeten, daß der Angeklagte seit dem vor etwa drei Jahren erfolgten seiner Jrau dem Trunk ergeben sei. Sie erzählten Vorgänge, bei denen er andere frei gehalten hat, die von Mittag biS nach Mitternacht gedauert hätten, und man wunderte sich allgemein, wo er das Geld herirähme. Einmal erklärte er, cP habe 60 Mk. bei sich, die Gäste sollen nur trinken, wenn dey Betrag nicht reiche, so könne er in einer Stunde noch 1500 3)1 Li haben. Gelegentlich einer Kirchweihe bestellte er so viel Würste^ daß er nicht alle unterbringen konnte, und dazu das größte paß Vier, was sogar dem Wirt bedeuklich vorkam. Einzelne Zeche« schätzte man auf 50 bis 75 Mark. ;®a er stets Lotterie spielte, war man allgemein der Ansicht, er habe größere Betrüge ge^ luonnen, was er auch geltend machte. Als aber der Sache auf den Grund gegangen werden sollte, gab er zu, daß seine Gewinne die Einsätze nicht wesentlich überstiegen haben. Er will auch bei seiner Gutsübergabe einen Geldbettag von 700 Mark zuiückbehalten haben, den er in der Kommode verborgen aufi bewahrt hätte und von dem niemand etwas wußte. Demgegenüber wurde ihm durch Einlagebücher nachgewiesen, daß er in unverantwortlicher Weise die Einlagen seiner Kinder nach unÜ nach erhoben hat. Weiter mußte er zugeben, erhebliche Darlehen ausgenommen zu hoben. Acußerungen, die er bei Abheben der Einlagen seiner Kinder und bei der Ausnahme von .Darlehen! getan M, ließen darauf schließen, daß ihm bekaunt war, wie cs mit seiner Kasse steht. Nach den Aussagen der bis iefrfc, vemommeuen Zeugen müssen seine Ausgaben die Emnahmew, wesentlich überfd)ritten haben. Die Tatsache, daß er, als bie, Visitationsbeamten in Sicht waren, sich schleunigst auf die Seine machte, um den Rest der Spareinlagen seiner Kinder zu erheben, bezw. Darlehen aufzunehmen, ließen ebenfalls auf sein Schuld-j bewußt,ein schließen. Nach )0 stündiger Verhandlung erfolgte Vertagung aus Samstag früh Uhr, nachdem etwa die Hälfte der Zeugen vernommen war. j Die Fortsetzung der Beweisaufnahme ergab, daß Neeb in unverantwortlicher Weise mit dem Geld umgegangew ist. Nicht bloß in Wirtschaften seines Heimatsortes, sondern auch in der Umgebung, sowie auf Dlärkteu und Kirchweihen hielt er Leute zehrfrei. Ein Wirt auS einem Nachbarort bekundete, roenn; N. eine Zeitlang da war, wurde er lustig, ließ daS Orchestriow jpielcn, sang und tautte. Dies benutzten die Gäste, um zehrfreü gehalten zu werden. ES trank alles auf Kosten des Angeklagten.- straffällig sein sollte, bitte er um müde Bestrafung. Nach kurzer Beratung wurde das auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis lautende Urteil verkündigt. Die bürgerlichen Ehreureä-te wurden ilM aus die .Dauer von fünf Jahren abgesprochen und der Haftbefehl wieder in Vollzug gesetzt. Das Gericht war der Ueberzeugung, daß er 4316,32 Mk. unterschlagen hat; den von ihm angcdeuteien .Diebstahl hielt es nach Lage der Oertlichkeite« für ausgefchlosser. Es war der Ansicht, er habe die Geldir der Kasse von seinem Beide nicht getrennt gehalten, sodaß er nicht wußte, was ihm gehört, zumal ihm dies aus Grund der nach-, läs,igen Buchführung gar nicht möglich war. Es war zweijel- fcaü- oh her Angeklagte; die Absicht hatte^ hasf. Leid wüHtzß Tas Vermögen des Provinzialvereins wird auf 130 000 Mark geschätzt. Bei Beratung des Voranschlags für 1907/08 wird ein weiterer StaatsLusllmß von 5000 Mark für Sorten- bauversuche von Saatgetrcioe gestellt und genehmigt. Kurz nach 2 Uhr eröffnet Oekonomierat Sch lenke die Hauptversammlung mit kurzer Begrüßung. Bei Beginn der Verhandlung weist der Vorsitzende die Angriffe des Landtagsabg. Bähr gegen den Provinzialverein zurück. Bähr behauptet unter lebhaftem Widerspruch der Versammlung, die Bevölkerung habe bei den Wahlen zur Land- wirtschafiskammer gezeigt, daß sie mit dem Provinzialverein nicht zufrieden sei. Avg. Korell, Oekonomierat Schade- Altenburg und ein Lwidwirt der südlichen Wetterau treten dein Abg. Bähr unter lebhaftem Beifall entJahre (1904 und 1905) um rund 160 Prozent au der Zahl. Die Preise für Läufer und Ferkel seien rapid gesunken. Tie Leffnung der Grenzen sei also nicht von nöten. Durch die Gcnofseni'chaften könnten die Preise so reguliert werden, daß die Klagen verfiummen. Auch in Fleischerlreisen habe man begonnen, EmkaufSgenossenscyaften zu bilden, bezw. anzu- regen, so z. B. in Fulda nnd Kassel. In Pommern, Westpreußen, Hannover und Westfalen habe man bereits mit Der Gründung von Viehvcrwcrtungsgenofsenschaften begonnen, deren Organiialion sich bewäyrt hat. Zu der Genossenschaft kmiii jelbst bec kleinste Landwirt beitreten, eS sollen wenigstens 600—800 Mitglieder sein. Die Genossen- jchaflen werden dazu beitragen, daß die Klagen über Fleisch- not und hohe Fleischpreise aufhören, und dies liegt int Interesse der Landwirtschaft. (Lebhafter Beifall.) Im Laufe der sich anschließenden Be prechung wünschen Oekonomierat L e i t h i g e r und Dr. Muller, daß die Landwirtschaft^ kammcr sich dieser Angelegenheit annehmen möge. lForlfetzung folgt) ■ । । 1 «1 ■■■■ « Gin Gemeindcrcchncr wegen Veruntreuung vor der Strafkammer. , )( Gießen, 14. .Dezi- • Sch lenke-Friedberg. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung war die VersammlunL aus allen Teilen Oberhessens zahlreich besucht Unter den Gästen besanden sich auch Ministerialrac Tr. Usinger, Provinzial- direltor Gegeimerat Dr. Breibert, Vertreter brr Kieis- ämter aus Oberhessen und Direktor Dv. von Peter-Friedberg. Ter Hauptoerfammlung ging eine AuSschußfrtzung voraus. Von den 6 landwirtsa-astlichen Bezirksvereincn Lberhessens war folgender Antrag eingegangen: „Die Vorsitzeiideu der landwirtsa-aftlichen VezirkS- vereine der Provinz Oberhessen haben beschlossen, bei dem Vorstand dcS landwirtsa-aftlichen Provinzialvereins den Antrag zu stellen, daß der Pr o v i n z ia l v er e i n auch nttü) Errichtung der Landwirtschafts- lammet fortbestehen, im Falle seiner Auflösung aber bas vorhandene Vermögen zu gLeichen Teilen den dennalen bestehenden Landwirtschasclia-Ln VezirkSvereincn der Provinz Oberstessen zufallcn solle. Dem Provinzialverein liegt die Erfüllung zahlreicher und für die Lcu,d- wicijchaft wichtiger AufLaben ob. Jnsolange diese Duft gaben nicht von der Landwirtschaft^kämmet oder deren Organen übernommen worden sind, kann der Provinzialverein sich ihrer Erfüllung nicht entziehen und sein Fortbestand nicht in Frage gestellt werden ohne ernste Ge- säyrdnng schwerwiegender Interessen der Landwirtschaft trcl.bcnben Bevölkerung bet Provinz. Im Falle einA Auflösung würde das Vermögen des Vereins in erster Linie zur Deckung der von dem Verein übernommenen Verpflichtungen dienen. Nach Abzug dieser Verpflichtungen wird glaubhaften Mitteilungen zufolge kein großes Vcrnttögen übrig bleiben. Abgesehen hiervon dürfte es als ausgeschloffen zu betrachten fein, baj Mittel, die von der Provinz Obetyeffen ausgebracht worben sind, ben anderen Provinzen zur Ver- sügung gestellt weroen, nachdem der Landwirtsci)aslliche Lereul der Provinz Rheinhessen es abgelehnt hat, sein Vermöge» zu anderen, ais nur zu Zwecken bet eigenen Provinz zu verwenden. Was nun die dermalen bestehenden Bezitisveteine betritt, so werben künftig hin noch mehr als seither berufen sein, sich bes für Fortschritt der Lberhessischen Landwirtschaft gan^ unentbehrttchen Landwirtschaftlichen Unterrichts wese ns anzu- nehmen. Schon jetzt hat der Landwirtschaftliche Bezirks- verein Gießen, nacybcm er die Landwirtschaftliche W i n t e r j ch u l e i n L i ch und die überall mit Freuden begrüßte Wander-Koch- und Haushaltungsschule ins Leben gerufen hat, es sich zur Aufgabe gestellt, den naiurlunblich en Unterricht in den Fortbildungsschulen durch eine angeyenbere Be- rückfichttgung der Landwirtschaft nutzbringend zu gefiai- ten. Die Versuche, welche im Laufe dieses Winters zum Abschluß gelangen, werden, wenn sie nach Wunsch aUmfallen, von großer Bedeutung für die Landwirtscyaft der ganzen Provinz sein und in allen übrigen Kreisen Nachahmung finden. Aehuliche Aufgaben liegen den anderen Bezirisvereinen ob. Jyre Erfüllung zu erleichtern würbe die beste und zweckentiprechendjie Verwendung desjenigen Vermögens sein, welches nach Auflösung des Provinzialpereins noch vorhanden sein wird." en^rint «916» mU «uenafrne W Sonntag*. Z> AM Unw-M^ck7?/^ Di. ZA /X | | K 'i «ebaftion, SiPebtHon u.Drnck.»it Ä’ÄÄtÄJS WIW'IJVIIVV --i.N-.67. --i-g^-An..^^ General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt sür den Kreis Gießen. Alten-Buseck, Auf Anregung bc§ »1 GcrichtssaaL. von von von wie der UniverfitätSmusikbirektor Prof. Traut mann Güßen, Lehrer Bohl von Schlitz, Prof. Dr. Schott Bad Nauheim und Oberlehrer Professor Dr. Wetze ll Laubach. Jubilar, Frhr. v. Angerer die Familie desselben. Professor von Bergmann erwiderte mit warmen Tankesworten. Pros. v. Bery- mann will von der Leitung der Universitätsklinik für Chirurgie! z u r ü ck t r e t e n. Für diesen Posten soll der Wiener Kliniker Prok^ v. Eiselsberg geivoiinen werden. Klage, daß vielfach die besser situierte EinwohNei^chaft außerhalb kauft, trotzdem man ebenso gut und villig am Platze kaufen tonn, ist auch in diesem Jahre wieder laut geworden. Man sollte doch meinen, daß jeder die Vorteile einsehen müßte, die ihm selbst und auch der Allgemeinheit erwachsen, wenn das Geld in der Stadt bleibt. ** Angel-Sport. Kürzlich hat sich in Gießen eine Vereinigung von An gelsportfreundcn gebildet, die den Namen Analerklub Gießen führt. Die Gründung des neuen Vereins geschah in dem mitten int Fischereigediet liegenden Jagdschlößchen bei Dutenhofen. Es ist verwunderlich, daß die zahlreichen Freunde des Angelsports in unserer Stadt sich nicht schon längst vereinigt haben, um ihre vielfach gemeinsamen Interessen wahren zu können. ** D i e b st a h l. In verflossener Nacht stattete ein D i e b einem Metz g er lad en in der M a r kt st ra ß c einen Besuch ab und entwendete zwei Schinken und ein Rückenstück. Tie Turchsicht der Ladentheke nach Geld war rcsultatlos, weil der Metzger die Kasse geleert hatte. Der Dieb war durch ein unverriegeltes Fenster vom Winkel aus in das Haus eingestiegen. Als er mit der Beute durch die Wagen- gasse ging und ihm ein Laterncnwärter in Sicht kam, legte er das Fleisch hin und verschwand. Der Laterncnwärter lieferte das Fleisch aus der Polizei ab; über den Täter konnte er nennenswerte Angaben nicht machen, da es dunkel war. •* Unfälle. Arbeiter H. Damm-Atzenhain, der auf Station Mücke in einem Holzsägewerk schwer am Unterlcibc verletzt wurde, starb in der hiesigen Klinik. — In Saasen verunglückte im Steinbruck) der Arbeiter Kraft dadurch, daß ein Rollwagen auf ihn fiel. " Schwere Schlachtschweine. Ein Schlachtschwein von über 6x/2 Zentner dürfte eine große Seltenheit sein. Ein solches Tier wurde auf dem Gutshof Hasselheck bei Bad Rauheim geschlachtet. Es war ein Zuchteber. Ein Schwein von 570 Pfund wurde vom Landwirt I. Jung in Oberkleen geschlachtet. Vermischte». ^EinPistolenduetl zwi,cyen z'w e lÄavall e rie- Offizieren hat kürzlich nach dem Leipz. Tagebl. in der Dresdener Heide stattgesunden. Ter eine der Due'llcm-- ten ist aktiv, während der andere dem Reservestanbe angehört. Beide Gegner sind Herrenreiter und in Leipzig bezw. Großenhain wohnhaft. Die Forderung lautete aus einmaligen Kugelwechsel mit gezogenen Pistolen. Einer der Teilnehmer wurde leicht verletzt. * D t e neue st en Eise ubahnun fälle. In Lemberg stieß ein Personenzug bei der Einfahrt infolge Nebels mit einem Güterzuge zu,ammen. 15 Personen wurden verwundet. 7— Auf dem Bahnhose 91 usch0 w. bei Sten3lu» Stadt nnd Land. Gießen, den 17. Dezember 1906. — In Audienz empfangen wurden von Sr. K. H. dem Großherzog am Samstag u. a. Forslassistent Eggers von Alsfeld, die Unioecsitätsprofessoren Geh. . Kirchenrat Krüger, Geh. Hofrat Behrens, Strahl und Leist, so- *n ersetzen. Zweifellos! steht fest, daß er die zur Befriedigung feiner Genuß- und Prahl sucht erforderlichen Mittel nicht besessen hat und daß er diese nur mit Hilfe fremden Geldes', abgesehen, von den Einlagen seiner Kinder, befriedigen konnte. Zu seinen Gunsten sprach nur der Umstand, daß er, ohne dazu qualifiziert zu sein, das Amt übernommen hat, und die Tatsache, daß der Bürgermeister eine zu nachlässige oder gar keine Kontrolle ausübte. Hätte der Bürgermeister den vorgeschrieoenen vierteljährlichen Kassensturz gewissenhaft vorgenommen, so wäre der Angeklagte nicht in der Lage gewesen, eine so hohe Summe zu veruntreuen. .Da der Angeklagte kein Vermögen besitzt, bleibt die Gemeinde geschädigt. ** D ekanat Gießen. Se. K. H. der Groß Herzog haben der durch die Dekanatsfynode des Dekanats Gießen für den Rest der im Jahre 19U8 ablaufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des evang. Pfarrers Euler zu Gießen zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Gießen die Bestätigung erteilt. •* Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Hauptsteueramtsajsislenten bei dem Hauptsteueramt Amgen, Schröckert, zum Steuerkontrolleur ernannt. ** Eine Sitzung des Provinzial -Ausschuss es finbet Samstag, 22. b. M., vorm 9 Uhr mit folgender Tagesordnung statt: 1. Wasserversorgung von Rieder-Gemünden; hier Antrag auf Enteignung des Rechts zur Rührenverlegung. 2. Enteignung von Gelände zur Verbreiterung der Schellngasse in Alsfeld. ** D i e Rssichstagswählerlisten werden nach einer kreisamtlichen Verfügung vorn 28. Dezember ab zur Einsicht offengelegt. **teine Gedächtnisfeier für Geh. Hofrat Prof. Dr.Thaer, den früheren verdienstvollen Land- wirtschaftsprofessor unserer Landesunivcrsität, veranstalteten die Studierenden der Landwirtschaft am Samstag im Land- wirtsch. Institut der Universität. Professor Dr. Gisevius hielt eine tiefempfundene Gedächtnisrede, in der er die großen Verdienste des Verstorbenen um das landwirtsch. Institut der Landesunioersität und um die Landwirtschaft überhaupt eingehend würdigte. Die 46 Studierenden der Landwirtschaft beschlossen, sich an der Beerdigung Thaers geschlossen zu beteiligen und einen Kranz am Grabe des Begründers ansereS landwirtsch. Instituts niederlegen zu lassen. *• Nationalliberaler Verein. Wie aus dem Annoncenteil ersichtlich ist, findet morgen Dienstag, abends 81/, Uhr, im oberen Saale des Cafe Ebel eine außerordentliche Generalversammlung statt, die sich mit berReichs - ta gSwahl beschäftigen wird. Ein guter Besuch steht wohl zu erwarten. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Morgen Dienstag geht zum ersten Male die bekannte Detektivkomödie „Sherlock Holmes" in Szene, die gegenwärtig den Weg über die deutschen Bühnen macht. Bei der sorgfältigen Vorbereitung dürfte das Stück wegen seiner überaus spannenden Handlung wie überall so auch hier lebhaftes Interesse erregen. — ES sind von literarischen Werken für die nächste Zeit in Vorbereitung, „College Crampton", „Was ihr wollt", „Der Revisor", „Die Siebzehnjährige". Als Kindervorstellung für die Weihnachtsfeiertage ist „Aschenbrödel" geivählt worden. — Klavierschule Körner. Im Saale der Schule für höheres Klavierspiel der Fräulein Minna Körner fand am Samstag dem 15. Dezember der zweit. Vortragsabend des Wintersemesters 1906/7 statt. Das Programm war diesmal ein besonders reichhaltiges und bot den Schülern und anderen Mitwirkenden reichlich Gelegenheit ihr Können zu zeigen. Wieder war, wie man uns mitteilt, die zahlreiche Zuhörerschaft auf das Höchste mit den Leistungen befriedigt, die alle mit großem Eifer und sichtbarer Freude geboten wurden. Ganz besonderer Beifall errang die letzte Nummer, eine deklamatorisch-musikalische Weihnachtsfeier, bei welcher der aus Schülern der Anstalt gebildete Kinderchoc mitwirkte. •* Der Fall K 0 rell. Heute wird un§ aus Darmstadt geschrieben: Es ist unwahr, daß gegen Pfarrer Korell ein Disziplinarverfahren in der Bernbeck-Asfüre statt- gefunden hat. Pfarrer Korell hatte zwar auf die Behauptung des Pfarrers Bernbeck, er (Korell) habe im Jahre 1903 sozialdemokratische Stimmzettel verteilt, ein Disziplinarverfahren gegen sich beantragt; das Oberkonsistorium hatte indesien die Eröffnung des Disziplinarverfahrens ab gelehnt, weil keine Veranlassung dazu vorläge. Es hat sonach auch kein Beweis- verfahren in der Angelegenheit stattgehabt. Insbesondere hat Pfarrer Korell niemals zugegeben, daß er sozialdemokrat. Stimmzettel verteilt hätte. Korell hat diese Behauptung als eine glatte Unwahrheit bezeichnet. ** Der silberne Sonntag hat unseren Geschäftsleuten, teilweise wohl veranlaßt burdj das trockene Wetter, zahlreiche kauflustige Kundschaft vom Lande gebracht. Der verstärkte Verkehr setzte schon um 11 Uhr vormittags ein, was man besonders in der. Neustadt, in der Marltstraße und gangenen Mittwoch der Reichshaushältsplan bekannt wurde. .Denn! mit ihm wurde auch bekannt, daß das Deutsche Reich voraus^ sichtlich im nächsten FrühjahL schon wieder mit einer Anleihe an den Geldmarit herantrcten wird. Daß die Ausgabe einers neuen Rcichsanleihe auf den Kursstand der alten sehr drücken wird, ist über jeden Zweifel erhaben. Sind doch in der letztenl Zeit die deutschen Konsols vorzugsweise deshalb gestiegen, weil die Aussicht vorlag, es würden neue Staatsfonds nicht zur; Emission ausgeschrieben werden. Nun rechnet der Haushaltsplan mit einer Anleihe in Höhe von 264 Mill. Mk. Wie aber; die Verzinsung sich gestaltet, darüber ist man allerdings noch im ungewissen. An eine 3 prozentige Verzinsung ist gar nicht zu denken, da ja die Negierung selbst mit einer 31/2 prozentigew ihre großen Schwierigkeiten hatte. Die letzten Anleihen waren; die unpopulärsten, die seit langer Zeit herausgebracht worden sind. Bleibt nur der 4 prozentige TyPuS übrig. Dagegen aber» wird sich das Reich voraussichtlich sehr sträuben. Doch man hat Beispiele: LübM und gerate am heutigen Tage Hessen. Die 4 prozentige hessische Anleihe hat ganz unzweifelhaft einen glänzenden Erfolg, denn erstens ist das Kapitalistenpublikum mitten iin Anlagcbedürfnis, zweitens sind die 4prozcntigen Anleihen namentlich den Rentiers sehr genehm und drittens sind die hessischen. Anleihen wiederum an sich sehr beliebt. Mag es gehen wie es will: der Reichsschatzsekretär wird mit seiner neuen Anleihe wieder einen recht schweren Stand haben, dieser Mamr ist vri^ seinem Amt sicher nicht auf Siefen gebettet Märkte. fc. Frankfurt a. M., 17. Tez. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 17.75—18.00, Kurhessifcher Mk. 17L5—18.00, La Plata D!k. 19.50—20.00, KansaS All. 19.50—20.00, Roggen Ihiesiger) Mk. 16.50—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.00—17.75, Franken- felder Dlk. 18.50—19.25, Hafer 17.00—18.00, MaisMk. 13.50—14.00" Weizenmehl 27.00—28.25, M. 00—00, 2. Qualität Alk. 25.25 bis Alk. 26.25, 3. Qualität Mk. 23.25—23.75, Sioggeumehl 0 Alk. 25.00—25.50,1. Qualität Mk. 24.00—24.50, Weizenkleie Alk. 10.00 bis Mk. 10.50, Roggeukleie Mk. 11.00—11.25, Maiskeime Alk. 11.00 bis Bit. 11.50, Franken, Pfälzer, 3tied Alk. 18.00—18.50. Alles pet 100 Kg. ab hier. fc. Jraulsurt a. M., 17. Tez. (Telegr. Qrig.-Bericht des ,®ie&, Anz."). Amtl. Notierungen der heutigen Viehmarktprei fc. Zunr Verlaufe standen: 504 Ochsen, 113 aus Oestreich, 57 Bullen, G auS Oesterreich, 0 aus Dänemark, 1077 Kühe, Ferfen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 337 Kälber, 469 Lchafe und Hämmel, 00 Schafe ans Oesterreich, 0 Ziegen, 2109 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht. Ochien l. Qualität 86—92 Alt. Vorstandes des hiesigen Bürger-VereinS hielt Freitag abend Dr. Krull von der technischen lanbivirlschafllichcu Abteilung zu Berlin einen Vortrag über den Wert, die Slnwenbuug und ben Erfolg bet künstlichen ©üngemittel. Nach- bem bec Vorfitzenbe W. Kahl bie Erschienenen begrüßt und für bas zahlreiche Erscheinen gebankt, erhielt Dr. Krüll bas Wort. Er führte nun in sachlichen Erklärungen unb an Hand bildlicher Darstellungen .von Kultirrgeivachsen mit verschiedenartiger Düngung sehr ausführlich unb in leicht begreiflicher Weise seinen Vortrag aus, sobaß wohl Jeber manches Lehrreiche wirb mit nach Hause genommen haben. Möchten boch noch ähnliche Vorträge in biesen langen Winterabenben abgehalten werben. p. Lich, 17. Dez. Heute morgen würben bie Bewohner unserer Stabt burch Feueralarm aus bem Schlafe geweckt. Es brannte bei bem Metzgermeisler Rau, bem Schloß gegenüber. Der Branb, ber alsbalb gelöscht würbe, soll biirch bie Räucherkammer entstauben sein. Ein baran gebauter Stall brannte nieber. Auch bas Nachbarhaus erlitt Schaben. h. Laub ach, 16. Dez. Dem hiesigen Weihnachtsmarktc folgten wie üblich Dienstag nacht verschiebeue Spinn- stuben; einer von biesen folgte, nicht wie üblich, eine Prügelei hiesiger junger Burschen. Mit Latten unb Prügeln wurde zwischen 2 unb 3 Uhr Nachts gekämpft, bis einer ber Beteiligten vom Schauplatz ber Schlacht verwunbet ins elterliche Haris getragen werben mußte. Da bem Vernehmen nach ber Vater bcS Verletzten Anzeige bei ber Staatsanwaltschaft erhoben hat, bürste ein gerichtliches Nachspiel bie Folge sein. (-) Aus dem Kreise Biedenkopf, 15. Dez. Die Frage einer Bahnverbindung zwischen dem Dill- und Lahntal durch die Weiterführung der sog. Schelde- talbahn nach Wallau bezw. Biedenkopf an der Bahn Mar- bur g-Creuzthal macht langsame, aber sichere Fortschritte. 9lad)bem der Staat sich bereit erklärt hat, diese so notwendige Babn zu bauen, handelt es sich jetzt noch hauptsächlich um Sie Aufbringung der Geländekosten, bezw. um bie Geländestellung. Die verschiedenen Beratungen haben zur Folge gehabt, daß man glaubt, den Grund und Boden sur etwcrs über 400 000 Mk. zu erwerben. Auch in der in Biedenkopf in dieser Woche abgehaltenen Stadwer- ordnetensitzung kam die für die Kreisstadt so bedeutscune Frage zur Sprache. Es wurde beschlossen, den Beitrag ber Stabt Biedenkopf von 10 000 auf 20 000 Mk. zu erhöhen. Der Kreis würde dann noch einschließlich des Bezirksverbandes und der beteiligten Gemeinden 234000 Mk., Kreis und Stadt Dillenburg 140 000 Mk. und der Hessen-Nass. Hüttenverein 350 000 Mk. beizutragen haben. Hoffentlich kommt auf dieser Grundlage eine Einigung zustande. Die Gesamtkosten der Bahn, bie in 6,2 Kilometer Länge den Tillkreis und in 19,8 Kilometer Länge den Hinterlandkreis durchläuft, sind auf 3333 000 Mk. berechnet. Sie soll die bis jetzt noch abgeschlossenen Industriegebiete im Bezirk des Rothaargebirges, in denen bereits Tausende von Arbeitern Beschäftigung finden, bem Verkehr und der Kreisstadt näher bringen. BB Darmstabt, 17. Dez. (Drahtbericht). Anfang Januar soll hier unter bem Vorsitz bes Ministerlalpräsibenten Braun eine Konferenz stattsinden, bie sich mit ber Vorbereitung bcc von S. K. H. bem Großherzog angeorbneten Grünbung einer Zentrale für Säuglingsfürforge unb Mutterschutz beschäftigen soll. Zu ber Konferenz sollen die Vorstände aller Vereine, bie sich mit ber SäuglingSfür- iorge unb ber Wöchnerinnenpflege beschäftigen, Prof. Dr. Pfannenstiel-Gießen, bie Bürgermeister ber hesiischen Städte 2C. Einladung erhalten. Ein bestimmtes Arbeits- pcograiiim für die Zentrale liegt bis jetzt noch nicht vor. * Kleine Mitteilung e n aus v e > > c n und ben Nachbarstaaten. Die Güterabfertigung zu N e i ch e l s h e i m (Welteran) ist an das Fernsprechnetz augeschlosfen worden. Handel III Portugiesen 94.10 66.90 . . 96.30 Priuce-Henri-Eisenbahn . 152.50 Gießener Volksbad We^en Geschäfts-Uebertra^ung (A.-G.) Räumung-Ausverkauf meines Schuhwaren-Lagers Preisen bedeutend herabgesetzten zu Wilh. Herbert =1 chten. Marktplatz 2 6586 [7476 * geziemend in Kenntnis zu setzen. Stephan. 7470 7468 Kissel. Ausverkauf ga 7471 la Pariser Schöne 09061 * * d 1 «u)one vvvoi Christbäume empiiehlt ciaBIKea . ' _ .. : ^.ffiemüfe-iLStartoffelhanWa. 'N «r°s°r Auswahl empfieMt : 7469 Obst-, Gemüse- u.Kartoffelhandlg. Vöckuer, Seltersweg 52 im Hof. im 78. Lebensjahre. [09076 [7479 (Diezstr. 13), den 17. Dezember 1906. Giessen Die Beerdignn; *? er-.--.“- vl, _ -. xr. ■> 7 '>• Ms- 239.70 '129.00 4 • einen Schuß in den K o p tötete. Tie Frau liegt gleichfalls tm Sterben ^hr Mann hinterließ einen Brief des Inhalts, daß er ebenfalls mit dem Leben abgeschlossen habe. ___________________________ . 172.25 . 1'9.60 . 240.80 . 173.50 . 181.60 ' . 157.66 . 216 30 . 119.86 . 211.60 . 243.00 . 35.30 . 129.60 . 144.70 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Garbcntcich stir das Nechnungs- jahr 1907 liegt vom 19. ds. Mts. au acht Tage laug auf dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. Garbenteich, den 15. Dezember 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Garbenteich. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gknieinbc Staufenberg für das Jahr 1907 liegt vom 19. ds. Mts. an acht Tage lang zur Kenntnis- nähme auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier offen. Staufenberg, den 15. Dezember 1906, Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. GmerksAst Wem MunsieiilbelWerke norm. Ferm in Kietzen. Die am 2. Januar 1907 fälligen Coupons unserer I.- stelligen 4°/yigen Obligationen und unserer Il.-stelligen 41/2öligen Obligationen sind bei unserer Gcwerkschaftskaffe in Gießen, bei dem Bankhause Jakob Grünewald in Gießen, bei dem Bankhause Sal. Oppenheim jr. & Co. in Köln a. Rh. und bei dem Bankhause Louis David in Bonn Statt jeder besonderen Anzeige. - Heute nacht entschlief sanft nach kurzem Leiden unsere liebe S hwester, Schwägerin, Tante und Grosstante Fräulein Klara Simon * Kränchen Altbewährt bei Katarrhen. Husten Heiserkeit, Verschleimung. Matcnsaure. Ueberall erhältlich. Hin vtrlarta ausdrücklich das Natur? rodukt u. wist di/ür anieboltre Surrotale (iursHicbo tmrtr Wasser und SalzeI zurück. Telefonisch« Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitaeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen. Frnnkfnrter Börse. 17. Dezember, 1.15 Uhr. Die tieftrauernden Hinterbliebenen Familien Otterbein, Meckel, Seifert Giessen (Neustadt 32), den 17. Dezember 1906. Nachruf. Heute morgen 6 Uhr verschied sanft nach kurzem Leiden infolge eines Unfalles unser Mitarbeiter Herr Heinrich Opper M Hausen. Derselbe war 28 Jahre in treuer Pflichterfüllung in unserem Hause tätig und werden wir ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. A. Lyncker, Spediteur. Giessen, den 15. Dezember 1906. 1851 * 1901 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, die Alterskollegen von dem Ableben ihres lieben Altersgenossen Herrn I. Ottcrbein 4% Griech. Monopol-Aul. 4% äussere Argentinier . 89 40 ■TO** Und ei/tz??ur. n Kvntryil, aus 1 n fl e b [ i d>- ^rdiguug 5"-- Sfitnet * ^isimli-rbleilbÜ lee bei Berlin der -durchschiiilj ,d).e*uein Streit auf u"d brachte sichest allen, durch hanme» 'e*n Zustand ist h»is., ?!l es der Arbeiter bullte Bombe zur ierirümniert. $je tejeinber wurde da; m Königreich Lachsen, TireltorS des Stadt- ihn 20jährige 0Mk. Kälber: 1. Qual. 94-97 Pfg., Lebendgewicht 55-57 Pf.. 2. Qual. 88-94 Pfg., Lebendgewicht 52-55 W, 3- . Gtwtl. 00—00 Pia-, Schlachtgewicht 65—70 Pfg., Schafe: 1. Qual. 78 80, 2. Qual. 66-68 Pig., 3. Qual. 00-00 Pfg.: Schweine 1. Qual. 72-00 Pig., Lebdgew. 57.00-00.00 Pfg., 2. Qu.71 - OOPig., gebend' gew. 56.60-00 Pfg., 3. Qual. 60-65 Pig. Lebendgeiv. 00 P'g Vefchäit b^i Hornvieh gut, Ueberstand unbederrtend; bet Rlctnoiei) gut, kein lb-bcv''tnnb. __ Nordd. Lloyd . ... 129.56 Obetschles. Eisen-Industrie 124.60 attenglstmordeS u^tein mrde ® n^esvr°°irn.-- [fjWirt^aft Die ganze Zeit sMeuhlhen S°ud^ r-NsÄ rechnet d $ 4 L Sä »j \t man t“1“ nicht 11t kv°^ WLtwtinea sLxrS ,L MS » ® Anle» ’S If.l0'0^ ’Ä-kä, Breslau, 17. T«z. Der Magistrat hat wegen der prinzipiellen Bedeutung, die her Rechtsstreit mit dem Arbeiter Biewald für alle Städte Preußens Hat, Beruiung gegen das Urteil der 5. Zivilkammer eingelegt, das den Aageanspruch des Biewald auf Grund des Tumultgesetzes iur berechtigt an» erkannte. Der Magistrat will aber unabhängig von dem Ausgange des Prozesses die Zukuntt Biewalds auf 1 eben, reall durch das Angebot einer Ste 'ung im stadtstchen Dremt ncherstellen. Paris. 17. Tez. Bor den Portalen mehrerer Kirchen hatten die Pfarrer Vertrauensmänner aufgestellt, um andachtstöreude Elemente am Eintritt zu Verbindern. In der No^e dame-Kirche erklärte Amette, der Koadjutor des Kardinal Richard, auch den neuen Gesetzesverschlag der Regierung für unannehmbar Zn der Madelaine-Kirche gab der Kanonikus Rivicre von der Kanzel ein ausführliches Finanz-Exposs und forderte öur Zeichnung frn- williger Beiträge auf, da das JahreSdesizit der Madelaine->e>rche fast eine Viertelmillion betrage. Tie neue Pierre-Kirche in Neulich, welche anderthalb Millionen gekostet hat, dürste wegen Ehlens der Mittel, die Bauschuld zu begleichen, nächltens gesperrt werden Nom, 17. Dez. Einige hundert Republikaner und Sozialisten, begleitet von einer großen Volksmenge, zogen unter ironischen Hochrufen auf den Papst, den König und Merrl) del Val und Absingung geistlicher, Lieder vor die französische Botschaft, um dort der französi s ch e n Regierung wegen ihre, antiüerilalen Politik Ovationen darznbringen. Ter Volkshaufe wuchs unterwegs gewaltig an. Tie Zugänge zum Platz vor der Botschaft waren durch dichte Soldatenketten gesperrt, die zweimal von den Meu,chenmaNen durchbrochen wurden. Diese umgaben den deputierten Costa wie eine schützende Mauer, sodaß er angesichts der Polizei vor dem Denkmal Brunos eine Rede l-alten konnte, in welcher er der großen Nation, die ihre Jahrhunderte alte Tradition des unversöhnlichen Kampfes gegen den Klerikalismus fortsetzt, den Gruß des italienischen Volkes entbot. Die Menge klatlchte Beifall und sang das Garibaldi-Lied und die Marseillaise. Kavallerie attackierte und säuberte den Platz. Statt jeder besonderen Anzeige. Samstag mittag entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein treuer Gatte, unser lieber, unvergesslicher Vater und Schwiegervater Herr Johannes Olierbein, 4*/s 4% 4% 3% 3%______ 4y.0russ.Stnatsanl. 190a 4y° 0 japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose ... . . 1-14.00 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde LangSdorf für das Rechnungsjahr 1907 liegt vom 20. Dezember an acht Tage lang auf dem Bureau der unterzeickmeten Bürgermeisterei zur Einsichtnahme der Interessenten und zur Entgegennahme etwaiger Einwendungen offen. Langsdorf, den 17. Dezember 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Langsdorf Schiel. [7473 Kriegerverein k'jiv Giessen. Wir erfüllen küermiet die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben des Kameraden Johannes Otterbein geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung sindet Dienstag, den 18. l.Mts., nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Iv In y findet West-Anlage 27, H. 7305] Harmoniums Der Vorstand 5. 6. 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Dezember, nachmittags 3 Uhr pünktlich, in der Iohauncstirche stattenden soll. Der mit Liturgie der Kinder un Glanze des Christbaumes zu haltende Gottesdienst ist ziigleich Gememdegoltesdiensl, zu dem wir freundlichst einladen. Nach demselben findet in der Kleinkinder- schnle im engsten Kreise der Kinder und ihrer Angehörigen die Bescherung für die Klemen statt. Alle, die uns noch Gaben zugedaeht haben (mir bitten herzlich um dieselben für unsere 250 Kinder) wollen dieselben recht bald an die Boruandsdamen gelangen lassen. Gießen, den 17. Dezember 1906. Der Pprstand der Kleinlinder-Bewahranstalt. Dr. 91 amu nun, Kirchenrat. Normal-Hemden n Unterjacken Unleritosen Strümpfe gestrickte Westen I Schnlterkragen i Handschuhe D Shlipse fcs Herrenwäsche H empfiehlt billiget (C,,/tl Ra Julius Schulze 1 Kreuzplatz. nehme man Indoform. (Orthooxybcnzsesäiircmethyltnaceiat). Glänzeudc Ersol«e?"chbeivcr' »,«>!-TJI— minarlwiq«-.^nW|l111. Fällen! ichaoiiche Ucveäwirkungen! 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