Nr. 225 Zweites Blatt 156. Jahrgang Dienstag 25. September 1906 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Lietzener Kamillenblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „Hessische Landwirt" erscheint monaUich einmal. Lietzener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. bl. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen« General-Anzeiger, Amt§- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen. Bekanntmachung. Wir bringen hierinit zur öffentlichen Kenntnis, daß die Straße Hungen — Inheiden infolge der Bauarbeiten zur Herstellung der Wasserleitung für Bad-Nauheim für Auto- mobtle und sehr schwere Lastfuhrwerke nicht gut fahrbar ist. Gießen, den 20. September 1906. Großherzogliches Kreisamt Gießen, _ ______________I. V.: Dr. Wagner._______________ Amtliche Nachrichten Wer Viehseuchen. Nachdem die in mehreren Gehöften zu Burg-Ge- münden, StrciS Alsfeld, ausgebrochene Schweinerotlauf- sc u ch e erloschen ist, wurde die über diese Gehöfte verhängte Sperre wieder aufgehoben._________________________ Kelranntmachung. Zuin 2. Oktober 1906 ist beim diesseitigen Kommando die Stelle eines Zweijährig-Freiwilligen (Schreibers) zu besetzen. Leute mit schöner Handschrift und guter Führung wollen sich sofort hier, Seltersweg 55, vormittags melden. Gießen, den 20. September 1906. _______Großherzogliches Bezirks-Kommando Gießen.______ KeilanalmaHiliig. Vetr.: Fcldbercinigung in der Gemarkung Utphe. Es ivirb hiermit zlir Kenntnis der Beteiligten gebracht, daß die Vollzugskommission mit Rücksicht auf die seitherige trockene Witterung beschloßen hat, die Frist zum Umpflügen der Stoppeläckcr bis 1. Oktober l. I. zu erstrecken. Bei fruchtlosein Ablauf dieser Frist erfolgt alsdann da§ Umpflügen der Stoppeläcker auf Kosten der Säumigen. Friedberg, den 21. September 1906. Ter Großherzogl. Feldbereinigungskommissär: (Spanier, Kreisamtmann. Russisch-Schwedisches. Dem schwed. Telegr.-Bureau wird aus Helsingfors telegraphiert: Am 23. lichtete das kaiserliche russische Geschwader die Anker und fuhr nordwärts. Um 9 Uhr morgens kam es in- Petkaspaari an und ging im Kuvafjord vor Anker. Rach demselben Bureau betragt die Zah'5 der in Stock- Hol m verhafteten Finnen fünf. Diese bildeten eine Liga. Ihr Präsident ist Nymann. Dieser gestand ein, daß sie auf Befehl des Revolutionären Komitees eine Bank- plünderunF in Stockholm vorbereitet hätten. Außer fünf Kilogramm Dynamit wurde in Nymanns Wohnung eine mit Dynamit gefüllte Bombe gefunden, die bei der Banlplünderung- Verwendung finden sollte. Während der Verhaftung erklärte stchmami: Ich bin niemals für eine Banlplünderung in Stockholm gewesen. Aber was will man tun, wenn man vom Zentralkomitee dazu gezwungen wird? Wie ein Stockholmer Blatt meldet, wurde bei Bornholm 'der norweg. Dampfer „Skandinavien" von zwei russische Kriegsschiffe angeyalten und dessen Ladung durchsucht. Es wurden 3000 Gewehre und eine Menge Munition gefunden. Sowohl der Dampfer wie die Ladung wurden beschlagnahmt. Im Gouvernement Samara ist eine furchtbare Hungersnot ausgebrochen. Die Lage der Bewohner ist verzweifelt. Die Priester aus 12 Dörfern flehten das Rote Kreuz um Hilfe an. Die Zahl der Kranken nimmt tägliche zu. Besonders wütet der Skorbut sehr schlimm, ebenso der Unterleibs-Typhus. Brot wird aus unglaublichen Substanzen hcrgesteltt. Das von. der Regierung gelieferte Saatgetreide ist von zweifelhafter Qualität. Die Landschaftschefs und die Mitglieder der Verpftegungskommission walten ihres Amtes gewissenlos. Im Steppengebiet herrscht ebenfalls Hungersnot. Es ist kein Viehfutter infolge der Mißernte vorhanden und das Vieh muß zu Schleuderpreisen verkauft werden. Es gibt kein Brot und kern Saatgetreid c und es bedarf der Aufwendung vieler Mittel seitens der Negierung, um dem Hunger zu steuern. Allenthalben wird die Privathilfe angerufen. Der als Kosakenkommandeur ins Transbaikalgebiet versetzte Garde-Oberst Chrulew wurde in Tschita von dem betrunkenen Leutnant Jushewelski als „reudiger Gardist, Monarchist, Zaren-Lakai" usw. beschimpft. Er versetzte seinem Gegner eine Ohrfeige. Beide begaben sich zum Gouverneur und baten um die Erlaubnis zum Duell. Ms Chrulew aus dem Wagen stieg, feuerte der Leutnant meuchlings mehrere Revolverfchüsse ab, die den O b e r st tödlich verletzten. In Warschau wurden ein Kreisschutzmann durch drei Unbekannte, ein Arbeiter durch Terroristen, eine Arbeiterin durch Arbeiter erschösse n. In Kielce wurden 5 Banditen nach Verurteilung durch das Feldkriegsgericht hingerichtet. Admiral Besobrasow sandte dem ehemaligen Minister des Aeußern Lambsdorff eine Duellfor- d e r u n g. In Riga wurde der Straßenbahnkontrokleur Vielrose meuchlings erschossen. poliüjcbc Tages?chan. Die Revolution auf Kuba. Auf Kuba wurde am 24. d. M. der W a f f e n still stan d verkündet. In den allernächsten Tagen wird es sich zeigen, ob cs zu einem Friedensschlüsse zwischen dem Präsidenten Palma und den Aufständischen Eoinmt. Eine Intervention paßt allem Anschein nach schlecht in den Kram des Präsidenten Roosevelt, gerade jetzt, unmittelbar vor den Kongreßwahlen. Denn heute täuscht sich in ötordamerika niemand mehr über die Tatsache, daß der Krieg gegen Spanien im Jahre 1898 nicht geführt wurde, um den Kubanern die Freiheit zu verschaffen, sondern allem im Interesse des amerikanischen Zucker - und Tabak- trusts. Nun hat sich aber seit damals der Jankees eine stetig zunehmende Verbitterung gegen die Mißwirtschaft der Trusts bemächtigt und der demokratische Präsidentschaftskandidat Bryan konnte keine bessere Wahlparole finden, als die Proklamierung des Kampfes gecen die Ringbildung des Großkapitalismus, wodurch den Arbeitern die Löhne und den Konsumenten die Preise einfach diktiert werden. Wenn also Nordamerika interveniert und zur Annexion Kubas schreitet, so hat die Kosten der militärisck^n Expedition das Volk zu tragen, und den Profit bei dec industriellen und kommerziellen Ausschlachtung der Insel haben wieder die T r u st m a g n a t c n. Außerdem würde eine Okkupation von Kuba außerordentliche Opfer an Gut und Blut kosten, denn die iubanischen Insurgenten haben stets ihre Meisterschast im Guerillakriege gezeigt. Endlich würden auch die Japaner sicher dafür sorgen, daß auf den ohnehin noch lange nicht pazisizierten Philippinen ein neuer umfassender Aufstand losbricht, und ob Uncle Sam bei seinem Werbcsystem genügend Truppen für einen Krieg gleich nach zwei Seiten hin ausbringen kann, das muß doch noch sehr bezweifelt werden. Die Intervention wird also von Roosevelt wohl nur als ultima ratio belrachtel. _____________________ Deutsches Reich. Ro minten, 24. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin mit Gefolge wohnten am Sonntag vormittag dem Gottesdienste bei. Zur Tafel waren geladen der kommandierende General v. d. Goltz, Obcrpräsident v. Moltke und der Landcs- stallmeister v. Dettingen. Graudenz, 24. Sept. Hier stritt man sich über die Form, die einem Kaiser-Wilhelm-Denkmal zu geben fei. Man hatte sich zu einem eigenartigen, künstlerisch hervorragenden Walkürenbrunnen entschlossen. Der Beschluß ist jetzt umgestoßen. Graudenz erhält keinen Gedenkbrunnen, wohl aber ein Standbild. Der Denkmalsausschuß hat beschlossen, nicht einen Walkürenbrunnen mit dem Reliesmedaillon Kaiser Wilhelms L, sondern ein militärisches Standbild Kaiser Wilhelms I. errichten zu lassen, d. h. also zu Fuß, das zahl- reiche andere Städte nach altem, wenig erfreulichem, alle Städtekultur verleugnenden Schema getan haben, weil der jetzige Kaiser erklärt hat, ein Medaillon am Brunnen zieme sich für einen Kaiser nicht. Darauf hat der Chefredakteur Fischer vom .Geselligen" erklärt: „Ich scheide aus dem Tenkmalsausschuß aus mit dem tiefen Bedauern darüber, daß cs trotz ernster Arbeit im Laufe eines Jahrzehnts nicht gelungen ist, das eigenartige, kerndeutsche und durchaus würdige Kunstwerk, den Kaiser-Wilhelm-Gedentbrunnen mit der Walküre, nach dem einstimmig (1904) preisgekrönten Entwürfe des Bildhauers Heinrich Günther-Gera, in der Stadt Graudenz unb zu deren jo notwendigem Schmucke zur Ausführung zu bringen, gelnäß dem von der Mehrheit des engeren Ausschusses am 25. September 1904 selbst gefaßten Beschlüsse, der für mich weder durch die leider versagte, aber nur irrtümlich vom Magistrat der Stadt Graudenz nachgesuchte königliche Genchmigmig, noch durch irgend welche Versammlungen oder dnrch verspätete, unzuständige Proteste erschüttert worden ist. An der Beschaffung und Errichtung eines Kaiser Wilhelm-Standbildes, das* man sich schon vor Jahren ohne jeden Aufwand von Zeit und Nachdenken billig hätte besorgen tonnen, habe ich kein ausreichendes Interesse." Berlin, 24. Sept. Der .Neichsanzeiger" meldet: Der verwitlveten Frau Franziska Speyer, geb. (Smnbert, zu Frankfurt a. M. wurde der Wilhelrnorden, bci^ Präsidenten des Oberlandesgerichts in Colmar, NassAa, der Charakter als Wirklicher Geheimer Nat mit dem Prädikat Exzellenz oerlieben. — Dem „Militärwochenbl.E zufolge wurde v. Langende ck, komnt. General des 2. Armeekorps, in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disposition und gleichzeitig ä, la suite des Ulanen-Negiments „Großherzog Friedrich von Baden" Nr. 7, und v. Mass ow, General der Kavallerie, ä la suite der Armee, Präsident des Neichsmilitärgerichts, mit der gesetzlichen Pension zur Disposition und gleichzeitig ü la suite des 1. brandenburgischen Dragoner-Negiments Nr. 2 gestellt. — In einer ans den verschiedensten Teilen des Reiches zahlreich besuchten Versammlung von Buchdruckereibesitzern wurde einstimmig die Gründting eines sofort in Tätigkeit tretenden Arbeitgeber-Verbandes für das Bnch- druckereigewerbe beschlossen. — Gegen den Abg. Dr. v. Chlapowski, den Besitzer von Kurzgauze, bei dem seinerzeit eine nicht angemeldete Sokol-Versammlung polizeilich aufgelöst worden ist, ist Strafverfahren wegen Beamtenbeleidigung sowie wegen des Vergehens gegen das Vereins- und Versamm- lungsrecht eingeleitet worden. — Von privater Seite wird gemeldet, daß der Kaffeler Korpskommandeur Linde ztim Präsidenten des Reichs Militärgerichts ernannt wurde. Unb der „Württemb. Staatsanz." teilt nut, daß an dessen Stelle der Herzog Albrecht von Württemberg tritt. — Die von der Stadt Berlin infolge eines Beschlusses des deutschen Städtetages eingerichtete ^Städte tags- zentr alstelle" hat mit ihrer Tätigkeit begonnen. Sie steht unter der Leitung des Magistratsrats Dr. Schalhorn. Die mit einer Bücherei verbundene Zentralstelle erteilt Auskünfte über alle städtischen Einrichiungen, dort werden auch Studien über deutsche Städteverwaltung- und Stadtverfassungsrecht, ferner über Städtewesen, Stäbteentwicklung und Stadtgeschästc an der Hand eines vollständig gesichteten Stoffes betrieben. Die 152 deutschen Städte (über 25 000 Einwohner) mit zu- lammen 14 Millionen Einwohner, die Mitglieder des deutschen Städtetages sind, haben sich verpflichtet, sämtliche in ihrem Verwaltungsbereich hcrgcstellten und mit bem städtischen Leben zusammenhängenden wichtigeren Drucksachen re. kostenfrei aii die Zentralstelle abzuliefern. Braunschweig, 24. Sept. Der Führer der Welfcn- Partei, Graf von der Schulenburg, veröffentlicht heute eine Erklärung, in der es u. a. heißt, der Herzog von Cum- berlaub wünsche unter Zuziehung seiner Söhne unb Berater und auf Grund des in Gmunden liegenden Llkten- Materials alsbald zur Thronfolgefrage Stellung zu nehmen. Eisenach, 24. Sept. Nach Weimar haben nun auch in Eisenach die' Nationalliberalen beschlossen, bei den bevorstehenden Landtagswahlen mit der Freisinnigen Volkspartei gemeinsam vorzugehen. Cs wird dies allgemein als eine günstige Vorbedeutung für die Reichstags- wahlen 1908 angesehen. Gera, 24. Sept. Die Regierungen der thür. Staaten iverden gemeinsam den Reichskanzler zur Oefsnung der Grenzen im Interesse der Linderung der Viehnot auffordern. München, 24. Sept. In Kreisen, die über die Vorgänge in Braunschweig und Gmunden unterrichtet sind, verlautet gerüchtiveise, daß die maßgebenden Persönlichkeiten in Berlin und andern Bundesstaaten dahin verständigt wurden, daß die jetzige Regcntschaftscrlcdigung unbedingt zur end- g i l t i g e n L ö s u n g d c r b r a u n s ch w c i g i s ch c n E r b f o l g c - frage führen werde. Für dcn Fall einer Unentschiedenheit des Herzogs von Cumberland und seiner Söhne werde der Landtag zur Wahl eines neuen Herrschers schreiten und diese zunächst auf den zweitberechtigten Agnaten, den Herzog Karl Borwin von Mccklenburg-Strelitz, dem zweiten Sohne de§ Großherzogs Adolf Friedrich, deffcn noch lebende Mutter, die Großherzogin Witwe Augusta Karoline, eine geb. Prinzessin von Großbritannien und Irland ist, lenken. Herzog Karl Borwin ist 1888 geboren und wird) am 10. Oktober volljährig. — ~ — ■' : . Ausland. London, 24. Sept. Zur „Meteor-Ang ele gen - hcit" veröffentlicht der Daily Expreß eine Mitteilung der deutschen Botschaft, daß der Zwischenfall beendet sei. Es heißt darin: Wir sind überzeugt, daß der .Meteor" den Hafen von Portsmouth infolge eines Mißverständnisses zwischen seinem Kapitän und bem königlichen Hafenmeister verlassen hat. Wir sind fest der Ansicht, daß keine Kränkung Deutschlands beabsichtigt war und daß die Beziehungen zwischen beiden Mächten weiter die sreundlichstcn sind. Der Kapitän des „Meteor" verstand anscheinend nicht die ihm erteilten Befehle. — Ein in den Abendblättern veröffentlichtes Telegramm, aus Kapstadt bringt die Nachricht, daß zivei Engländer wegen Lieferung von Waffen über die Grenze an die Hereros zu Geldstrafen von je 50 Pfund Sterling oder im Falle dec Nichtzahlung zu je vier Monaten Gefängnis verurteilt worden sind. Der Richter verurteilte die Handlungsweise der zwei Leute in schärfsten Ausdrücken und wies auf die Spannung der Beziehungen zu Deutschland hin, welche voraussichtlich cintrctcn werde, wenn eine solche unerlaubte Handlungsweise nicht scharf unterdrückt werden, würde. Gent, 24. Sept. Das Institut für internationales Recht gelangte heute zu folgenden Bestimmungen in Bezug auf Luftballons und drahtlose Telegraphie: Die Luft ist frei und die Staaten haben an ihr in Friedens- und Kriegszeiten die ziir Selbsterhaltung erforderlichen Rechte. Auf die drahtlose Telegraphie finden mangels besonderer Bestimmungen die für den gewöhnlichen telegraphischen Verkehr geltenden Regeln Anwendung. Jedem Staate steht es frei, zur eigenen Sicherheit die Leitung Hertzscher Wellen über sein Land- oder Weggebiet zu untersagen, ist jedoch gehalten, die anderen Staaten von einem solchen Verbot sofort zu be»' nachrichtigen. Valladolid, 24. Sept. Auf einer Zusammenkunft von kastilianischcn Bauern wurde Protest erhoben gegen die vorübergehende zollfreie Zulassung von aus» ländischem Getreide und Erhöhung derGetreide- zölle gefordert. Budapest, 24. Sept. Die hiesige israelitische Kultus- gemeinbe beschloß, einen Weltkongreß aller jübischen Gemeinden nach Budapest einzuberufen behufs Beratung von Schritten, damit die Mächte zu Gunsten der russischen Juden intervenieren. Die Breslauer Arbeiterkrawallc vor Gericht. Nachdruck verboten. II. Sechster Verhandlungstag, S. u. H. Breslau, 24. Sept- Zeuge Max Elsner bekundet: Er sei der Mann, der vok dem Grundstück, in welchem die Hebamme Haase wohne, geschlagen worden sei. Er sei mit seiner Frau auf dem Wege nach Hause gewesen und habe dabei Schutzleute gesehen, die auf die Leute cinschlugen. Er sei schleunigst davongegangen, aber dabei su Fall gekommen: die Schutzleute hätten ihn bann verfolgt. Ein Schutzmann sei über ihn gefallen, ein anderer habe ihn mit dem flachen Säbel geschlagen, während andere um ihn hcrum- standen. Er habe die Schutzleute gefragt, wie sie dazu kommen, ihn zu schlagen: inzwischen habe auch jemand aus dem Fenster heraus seiner Entrüstung Ausdruck gegeben, worauf man ihn ruhig weiter gehen ließ. Aus Stadt und Land. Sprechstunden bv-c Redaktion 11—1 llhr Dorrn., V»7—1/28 Uhr abds. Gießen, 25. Sept. 1906. ** Keine Zusammenkunft des Großherzogt mit dem Zaren. Die Nachricht, daß S. K. H. der Großherzog auf seiner Reise vermutlich mit dem Zaren: eine Zusammenkunft haben werde, wird von hosamtlicher Stelle als Erfindung bezeichnet. Eine solche Zusammen«, kunft fet nicht beabsichtigt. ** Lehrerpersonalien. Ernannt wurde der Schuld amtsaspirant Jul. Kieffer aus Riedisheim (Elsaß) zuM Lehrer an der höh. Mädchenschule zu Offenbach unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer. lieber- tragen wurde den Lehrern Adolf Berthold zu Engelthal und Karl Back zu Viernheim Lehrerstellen an der kath. Schule zu Bensheim; dem Lehrer Jak. Dörschug zu EberHeim eine Leyrerstelle an der Gemeindeschule zu Gonsenheim, dem Schulamtsaspiranten Karl Dietz aus Gleimenhain eine LehrersteNe an der Gemeindeschule zu Ober-Ohmen. ** Landtagskandidatur. Wie verlautet, wird als Nachfolger des oerilorbcnen Abg. Häusel Posthalter Olt in Höchst i. O. von der nationalliberalen Partei als Landtagskandidat aufgestellt werden. ** Selb stinord im Prvvinzial-Arrcsthau^. Der aus Glogau gebürtige Kaufmann I. Dörfer, ein Ivegcn Diebstahls unb Eigentumsvergeben mehrfach vorbestrafter Mensch, hat sich Sonntag Nacht in seiner Zelle erhängt. Der Verlebte war überführt, in Bad-Nauheim einen schweren Diebstahl begangen zn haben und war ferner verdächtig, die in letzter Zeit in der Badestadt inehrfach vorgekommenen Einbrüche verübt zu haben. ** Han dfertigkeits unter richt. Wir wollen nicht vcrfchken, auf den Beginn des Knabcnbandarbcitsunterrichts für Knaben aufmcrksaln zu machen. Anmeldungen werden Mittwoch, den 26. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, im Schulhause mn Asterweg entgegengenommen. ** Nachahmenswert. Die Firma Georg Wilhelm Gail bewilligte ihren sämtlichen in den Zigarrcn-Fabriken beschäftigten Arbeitern mit Rücksicht auf die teuere Lebenshaltung eine Lohnerhöhung. ** Der W e tter au -- L ahn a a u - Säntz erbund unternahm am Sonntag seine woblgelungene und sehr zahlreich besuchte erste S ä n g e r f a h r t nach dem Windhof. Noch vor dem Eintreffen des Lollarer Zuges begann der Vortrag von Einzelchören durch die Bundesvereine aus Leihgestern (Eintracht und Liederkranz'», Gr ost en- Linden (Germania und .Harmonie) und Grosten- Buseck (Germania). Um 3 Uhr eröffnete Bundespräsident Kr a p f-Leihgestcrn das Zusammensein offiziell mit kurzen kernigen Worten, die in einem Hoch auf den Bund gipfelten. Hierauf folgten die Einzelchöre der Lollarer (Männergesangverein Germania und Liedertafel) und Kr o f d o r f e r (Germania), sowie weiterer zweiter Einzelchöre der Bundes- Vereine. Da in der kurzen Zeit des Bestehens des Wetterau- Lahngau-Sängerbundes noch kein Bundes(Massen)-Chor vorbereitet werden konnte, wurden an dessen Stelle Gruppenchöre zwischen den Einzelchören vorgetragen. Ist Gelegenheitsgruppen von 4—7 Vereinen wurden zum Vortrag' gebracht die Preischöre vou den letzten Wettstreiten zu Langgöns und Lollar: „Lob des Frühlings" von C. Kern, „Im Wald" und „Botho der Abt von Pauli". Aus frischer Kehle und froher Brust sangen die Sänger die gemeinschaftlichen Efiöre und man sah ihnen ordentlich die Freude an, die jedes Sängcrherz unwillkürlich erfülli, wenn Hunderte von Stimmen im Massenchor zusammen-l/'gcn. Die Gruppenchöre wurden geleitet vom Bundeschormeister Musiktehrer Wigand Gernh ard t-Gießen und gaben das beste Zeugnis von dem in unfern ländlichen Gesangvereinen vorhandene Stimm-Material und von dem Eifer, mit dem nach den letzten Wettstreiten in diesen Kreisen das deutsche Lied gepflegt wird. Im Verlauf der Darbietungen ergriff noch Bundes-Bibliothekar Lehrer Buß-Leihgestern das Wort. In packender Weise ermahnte er die Sänger und Vereine, eifrig mitzuarbeiten am Ausbau des Bundes und des Männergesangs im allgemeinen. Besonders aber möchten die Sänger au das schöne Vorbild von Kaiser und Großherzog denken, die beide warmherzig Anteil an der edlen Volkskunst nehmen und beweisen. Ein anschließendes Hoch auf die beiden hohen Freunde des Gesanges weckte lebhaftes Echo in den Reihen der Sänger. Als gegen 7 Uhr ein Sonderzug die Sänger wieder abrief, trennte man sich im Bewußtsein, einen nützlichen Tag im Dienste des Männergesanges gemeinschaftlich verlebt zu haben. Ja, es wurden Stimmen laut, die derartige Sängerfahrten über die üblichen Sängerfeste stellten. — Am nächsten Sonntag findet in der „Linde" zu Großen-Linden eine Sitzung der Bundesleitung statt. + Pohl-Göns, 24. Sept. Gestern feierte in Verbindung mit dem Kirchweihfest der Kriegerverein sein 30jähriges Bestehen: ans diesem Anlast wurde dem Verein von einem Vertreter des Kreisaints Friedberg die Kaiserschleife überreicht. ** Rod he im a. d. Bieber, 25. Sept. (Drahtbericht.) Heute vormittag gegen 11 Uhr brach in der Scheuer des Ludw. Schmidt XIX.: der mit seiner ganzen Familie auf dem Felde war, ein Brau d aus, dem die ganze diesjährige Ernte zum Opfer fiel. Da die Schoner dicht an das N^chbargebäude angebaut ist, drohte dem ganzen Dorf die äußerste Gefahr. Dank der Windstille, der aufopfernden Tätigkeit der neugearündeten Feuerwehr und nicht zuletzt der neuen Wasserleitung, konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden. Die größte Gefahr ist jetzt (12 Uhr mittags) abgewendet. X. Büdesheim, 24. Sept. Bei dem gestern dahier abgehaltenen Abturnen stürzte der 14jährige Lehrling Wagner vom Reck und trug einen Armbruch davon. Bald trat auch Wundstarrkrampf hinzu und der junge Mensch mußte nach Hanau ins LandkrankenhauS gebracht werden, in dem er starb. W. Darmstadt, 24. Sept. Heute vormittag traf der preußische Verkehrsminister Breitenbach von Mainz hier ein und hatte im Ministerium mit dem Staatsminister Ewald und dem Fänanzminister Gn a u th längere Konferenzen. Nach 12 Uhr kehrte Brcitenbach nach Mainz zurück. fc. Schwabenheim a. d. Selz, 24. Sept. Eine Liebestragödie spielte sich heute morgen in unserem Orte ab. Die 20jährige Elise Eckert hatte dem Taglöhner und Tanzlehrer Heinrich Jung, mit dem sie mehrere Jahre ging, die Liebe aufgesagt. Heute morgen nun lauerte ihr Jung auf, versetzte ihr einen Beilhieb auf den Kopf, stach ihr mit einem Dolch in den Hals und zerschnitt ihr drei Finger. Dann schoß er sich zwei Kugeln in den Kopf; er starb im Laufe des Vormittags. Das Mädchen dürfte mit dem Leben davonkommen. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt a. M. erhängte s i ch die 55jährige Schwester des Professors Dr. Boettger. — Geh. Regierungsrat Raabe, der langjährige Landrat von Limburg, ist in Wiesbaden einem Schlag an fall erlegen. — In Fulda wurde bei einer Messerstecherei ein Arbeiter so schwer verletzt, daß er bald darau' starb. Als Täter sollen zwei Italiener in Betracht kommen, die von der Polizei gesucht werden. — Der im Mainzer Hauptbahnhof als Bahnwvrt bedienstete Gottfried Sauer ans Bodenheim wurde heute nachmittag von einer Rangierabteilimg überfahren und sofort getötet. Vevmrschte». • Mannheim, 24. Sept. Wie die „Volksstimme" mitteilt, wurden im hiesigen Arbeiterfortbildungsverein große Unterschlagungen aufgedeckt. In der Kaste wurde ein Manko von etwa Mk. 10 000 festgestellt, wovon Mk. 4000 auf die Sparkasse und Mk. 6000 auf das Vereins-- vermögen entfallen. Der Defraudant, der Vereinskassierer Schneidermeister Krämer, verwaltete sein Amt seit 35 Jahren. In seinem Besitz befand sich nur noch ein Pfandbrief von Mk. 500 und etwa Mk. 30 in bar. • Ein Eden für unsere Soldaten. Folgender Nachruf findet sich im „Nieder!. Anz.": „Den. lieben Soldaten, die uns während ihrer Einquartierung in unserem Ort einige so glückselige Stunden bereitet haben, rufen wir ein herzliches Lebewohl und „Auf Wiedersehen!" nach. 17 Sonne- walder Bürgertöchter." — Das ist nett von den hübschen Sonnewalderinnen. Wenn der Herr Kriegsminister das liest, bekommen sie bald wieder Einquartierung. * Ein neues Lynchgericht hat am 24. in der Nähe von Atlanta (Georgia) stattgefunden. 200 Männer stürmten das Gefängnis, holten einen Neger heraus, hingen ihn an eine Tclegraphenstange und durchlöcherten ihn durch zahllose Kugeln. Abends wurde ein Neger in einem Hotel von 50 ihn verfolgenden Personen erschossen. Wiederholt wurde aus dem Hinterhalt auf Straßenbahnwagen gefeuert. Die Neger drohen mit Revanche. Eine große Menge Militär ist zur Herstellung der- Ordnung aufgeboten. * Kleine Tageschronik. In Naumburg a. S. spielte int Delikateßgeschäft Riec der 16 jährige Lehrling Wille mit einem Revolver und s cd o ß seinen 15 iährig-'n Mitlehr- ling Rottig an, als er das Blut fließen sah, richtete er die Masse gegen sich selbst und schoß sich tot. — In Weitmar lWestf.) wurde die schrecklich verstümmelte Leiche eines Mannes, der durch Messerstiche, Stockschläge und Schüsse vollständig unkenntlich gemacht worden ist, aufgefunden. Neben dem Toten lag ein noch mit sechs Kugeln geladener Revolver und ein Messer. Die Mörder sind unbekannt. — InMünchen wurden in einem Luxuswarengeschäst bedeutende Merendiebstähle -entdeckt. Zwei Ausgeber, die jahrelang das größte Vertrauen genossen, wurden verhaftet und bei eine.- Haussuchung wertvolle Kunstgegenstände gefunden. Die Hehler sucht man noch. — Der zwölfjährige Lateinschüler und Seminarverwalterssohe: Höst in Neuburg a. D. hat aus seines Vaters Arntskasse 7000 Mark bar gestohlen und ist mit einem gleichaltrigen Jungen flüchtig. — Die in den verschieden^ en Erdteilen stattgehabten Erdbeben haben auf dem Meeresboden in der Nähe Portugals bedeutende Umwälzungen verursacht, die für die Schiffahrt von Bedeutung sind. Neue Sandbänke dürsten für die Schiffahrt von Gefahr sein. In Tours (Frankr.) zerstörte ein Feuer das Fouragemagazin der Kaserne: der Schaden ist bedeutend. Mehrere Feuerwehrleute und Soldaten sind verletzt worden. Eine zweite Feuersbrunst entstand in Tours infolge Explosion eines Automobils, durch welche ein Hotel völlig zerstört wurde. Eine Anzahl anliegender Gebäude sind beschädigt. — In Petroz- senh (Ungarn) verwundete der Oberleutnant Popper bei einem Streite in einem Kaffeehause die Beamtin Elewes durch Säbelhiebe fu.',T schwer. — In Rvveredo fuhr der regelmäßig nach Schic verkehrende A u. t o m o b i l o m n i b u s an ein Haus. Die Insassen wurden herausaeschleudert, 'das Fahrzeug demoliert. Der Chauffeur und seine Tochter roarep sofort tot, 11 Personen schwer verletzt. — In In golstadt feuerte während eines Arbeiter- festes der Schlosser Graharnmer auf die 18 jährige Ladnerin Arbesmeier mehrere Schüsse ab. Das Mädchen war sofort tot. Bevor der Mörder festgenommcn werden konnte, schoß er sich eine Kugel in den Mund und stürzte gleichfalls tot zu Boden. Die Tat geschah aus Eifersucht. — In Kiel ist in der Villa des Prinzen Ad albert von Preußen ein Pretiosen- Diebstahl verübt worden. Beim versuchten Verkauf zweier Brillantringe wurde ein Matrose, der mutmaßliche Täter, festgenommen. — Auf dem Gute Alt Stüduitz in Pommern erschoß sich der Leutnant Gl ahn, der Sohn des Rittergutsbesitzers Glakm. — Arn 24. September wurden bei einem Zusammen- stost zwischen einem P e r s o n e n - und einem Güt er zu ge auf der Minneavol's- und St. Lo'.ns-Eisenbahn in New-Prague in Miuneavolls 6 Personen n <• t n t e f und ?5 v e letzt A^beLterbewegsrng. S t e t hin , 24. Sept. Eine Abteilung A r b e i t s w i Higer, hatte am Samstag abeud den Freihafen an Bord eines in See gehenden Dampfers verlassen, um sieh an geeianebr Stelle auü°r- halb des Hgfen.aeb'etes verstauen zu lassen, da sie Zusammenstößen mit den wieder angetretenen Hafenarbeitern entgehen wollten. In Gutzlow signalisie'-te der Kapitän einem dort liegenden schwedischen Dampfer, daß dieser die Leute, etwa 20 Mann, übernehmen solle, was denn auch ge'chgh. Die Manner überschritten das Gelände der Brikettfabrik, deren Arbeiter im Streik stehen. Kaum hatten sie unter Führung von zwei Gendarmen das Tor des Fabrikgebäudes verlassen, und waren in einen dunklen schmalen Weg eingetreten, als sie mit Schimpfwm-teu dort aufgestellter ^streikender empfangen wurden, deren Zahl auf gegen 100 anwuchs. Auch Frauen waren in dem Haufen: sie trugen Knüppel und Latten, sowie Steine herbei 'und nun begannen sofort die Mißhandlungen der mit den beiden Gendarmen völlig eingekeilten 20 Leute, von denen etwa 4 bis 5 blutig z u g e - richtet wurden. Es sielen Revolverschüsse- auch tagen die Gendarmen blank, doch vermochten sie ihre Schutzbefohlenen gegenüber dem immer an wachsenden johlenden Haufen nicht zu verteidigen. Nur allmählich lichtete sich der dickte Knäuel und die Angreifer versuchten sich durch die Flucht nach allen Seiten hin in Sicherheit zu bringen. Nürnberg, 24. Sept. Der Maurer-undBauhilfs- a r 6 c i t c r ft r e i f ist nach fast dreimonatlicher Dauer beendet worden. Heute früh würde auf einigen Bauten die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder ausgenommen. Die Arbeitgeber wollen jetzt Zugeständnisse macken, ücrlanacit jedoch morgen den Aluckluu ;,;r i ji reges. GevichtssarrL. ssd.) Darmstadt, 24. Sept. Ein ungetreuer Gern e i n d e r e ck n e r stand heute in der Person des 44 jährigen Kaufmanns Andreas Altvater vor dem Schwurgericht. Altvater ist in Babenhausen aebo'-en, wo schon sein Vater lange Jahre lstndurch das Amt des Gemeinderechners bekleidete. Er fing als junger Mann ein Manufakturwarengesckäst an, das ziemlich gut florierte. Er besaß aber keinerlei Vermögen, nur seine Frau brachte ifym bei der Heirat 1887 3000 Mark ein. 1888 wurde er Kontrolleur des Vorschuß- und Kred'tvereins Babenhausen und im nächsten Jahre übernahm er die Rechnerstelle. Der Umsatz der Kasse war zeitweise höher als eine Million Mark. 1895 wurde Allvater Gemeindeeinnehmer und gleichzeitig Kirchenrechner. Sein Einkommen aus allen diesen Stern ter n betrug 2800 Mark jährlich, so daß er, wenn man dazu noch den $e= schästsgewinn mit 2000 Mark im Jahre rechnet, über das ansehnliche Einkommen von 4800 Mark verfügte. Für den Bau einer Kaserne nahm die Gemeinde Babenhausen im Jahre 1891 eine Anleihe von 1400 000 Mark bei verschiedenen Banken auf. Die Abrechnung darüber wurde in besonderen Büchern geführt. Nach feiner, eigenen Aussage hat Allvater zunächst im Juli 1901 in der Kasse des Vorschuß- und Kreditvereins etn Defizit von 61000 Mark entdeckt. Da eine Revision bevorstand, nahm erden Betraa aus der Gemeindekasse und deckte den Fehlbetrag. In den, Büchern machte er entsprechende falsche Eintragungen. Das Defizit in der Vorschuß- und Kredit kasse ist seit dem Jahre 1890 allmählich dadurch entstanden, daß Allvater Wechsel auf sich persönlich aus der Vereinskasse zahlte, ohne dos Geld zu ersetzen. Im Dezember 1905 kam die Unterschlagung durch einen Zufall ans Licht und Altvater legte hieraus seine sämtlichen Aemter nieder. Später ist dann in der Vorschuß- und Kreditkasse ein weiteres Defizit von rund 41 000 Mark entdeckt worden, im (Hansen sind also rund 100 000 Mark von Altvater für private Zwecke verwendet worden. Der entstandene Schaden ist bis auf 14 000 Mark gedeckt, die die Gemeinde Babenhausen verliert. Von den Zeugen wurde Allvater als zuverlässiger, nüchterner und gewissenhafter Mann geschildert. Die Geschworenen sprachen ihn schuldig unter Zubilligung mildernder Umstände und das Gericht verurteilte ihn zu z w e i I a hr e n Gefängnis abzüglich 9 Monate Untersuchungshaft. Wegen der Unterschlagungen bei dem Vorschußverein wird sich Llltvater demnächst vorder Strafkammer zu verantworten haben. handel uttö Verkehr, Volkswirtschaft. Staatsfonds und Konsols. Es tut wieder einmal not, Vergleichsziffern über die Beivegnng am Markt der Staats- rcutc:..rle nebeneinander zu stellen. Sie beanspruchen immer Interesse, wenn auch meistens da?, iua§ dabei herauskommt, nur wenig erfreulich ist. So notierte die 3'/,-prozentige Deutsche Reicks-- anleibe anfangs September v. Js. 100,80 und am 20. d. Mts. 98,00, Verlust glatt 2 Prozent. Die tz-prozentige Anleihe' stand September 1905: 89,80 und gegenwärtig 86,50, das jst ein Minus von nicht weniger als 3,30 Prozent. Die 3'/r-proz. Preußischen Koniols notierten vor einein Jahr 101,20 und gegenwärtig 98,65; sie haben" also miet) mehr als 2V, Prozent verloren, und die 3-prozentigen Preußischen Konsols sind von 89,70 bis 86,50 zurückgegangen; hier beträgt der Verlust 3,20 Prozent. Derartiges läßt man sich allenfalls von einer Bank- oder Bahnaktie und da auch nicht ohne schmerzliche Erregung ge^alleu. Aber bei einem auf Kapitalanlage bestimmten Papier ist eine solche Tatsache sehr bebaucrlicf). Avernicht allein die deutschen, sondern auch die französischen Kapitalisten befinden sich in gleicher Lage. Mit der französischen Rente, die sonst immer als Muster hiugestellt nntrbe und es auch werden konnte, steht es nicht besser. Anfangs September 1905 notierte die 3-prozentige französische Rente 100,32 und gegenwärtig 96,77; sie wich demnach um 3,55 Prozent. Wer seinerzeit 4-prozentige Javaner kaufte und zwar mit 90,75, hat seit dem vorigen Herbst 45/f Prozent verloren. Tas hat man beim Erscheinen dieser viel empfohlenen Rententitel auch nicht erwartet — wir hatten allerdings gewarnt. Auch die 4'll-prozentigen Japaner gehen seit neuerer Zeit den Krebsgang Roch müssen wir kurz der Russen gedenken, die inbezug auf Rückgang unter alleir Staatsrenteu den Rekord erreicht haben. Die 1880er Russen sind seit Anfang September v. IS. um ca. 22'/. Prozent zurückgegangen, indem sie von 9?,80 bis 70,30 wichen. Mit der 4-prozentigen russtschen Staatsrente und anderen Russenwerteu verhält es sich tast ebenso. Da wir nun auch Faimt ein anderes Reuteupavier vorführen können, das Avancen erzielte, so ist es begreiflich, das; das Publikum sich immer mehr vom Markte der Staatsfonds zurückzieht. Märkte. Gießen, 25. Sept. Marktbericht. 2luf heutigem Wockenrnarkte kosteteu: Butter vr. Pfd. 1.10—1.15 Mk., Hühnereier 1 St. 8—9 Pfq., 2 Stck. 00—00 Pfg., 6\äuieeicr 00—00 Psg., Enteneier 0 Psg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2Stck. 5—6 Pfg. Erbsen v.Pstind 22Psg., Linsen v. Pfund 32 Pfg., Tauben vr. Paar 0,80 —1,00 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1.80—2,20 WIL, Gänse vr.Pkd. 00—00 Pfg., Ochsensteisch pr. Pfd. 82—88 Psg., Kuh- und Riichfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweinefleisch vr. Pfund 90—100 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pstlnd 104 Pfg.. Kalbfleisch pr. Psd. 80—84 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.00—8,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—0.00 All., Milch per Liter 20 Pfg., Aeplel ver Pstmd 15 bis 18 Pfg., in Körben 00 Pid., Nüsse 100 Stück 00 — 00 Psg., Birnen per Psd. Mk. 0.00—0.00, per Ztr. 10—15 Mk., Zwetschen per Ztr. 2,50—3 Mk., Weißkraut per Stück 15—20 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 8-2 Uhr. Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 24. September 1906. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n f f u r t a. M. Fleischvreise in Gießen Ochsen Kälber- Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 90—93 Mk. u, Kg.Schlachtgew.l00-106Pf V, „ „ ' 80-00 „ 7, Kg. 82-88 Pfg. „ 80—84 „ „ 90-100 „ Gletreidepreise in M a n n h e i m Brotvreist in G i e ß e n Weizen 100 Kg. 18 50-18.75 Mk. Roggen (neuer) 100 Kg. 16.50—00.00 Mk. Veißbrot 2 Kg. 54 Psg. Schwarzbrot 2 Kg. 50 Psg. des Giessener Anzeigers. mit»eteilt. von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. Frankfurter BSiirse 3}£°/o Beichsanleihe . . 98.70 3% do. . . 86.50 3^7» Konsols .... 98.70 3% do 86 40 3 K°/o Hessen 98.20 3%°/n Oberhessen . . . —.— 4°o Oesterr. Goldrente. . 99.50 4*/8 ?n Oesterr. Silberrente 99.90 4 % Ungar. Goldrente . . — 4°£ Italien. Rente . . . 103.00 3?6 Portugiesen Serie I . 69.8-5 3% Portugiesen „ III 70.60 4K'V0 russ.Staatsanl. 1905 85.50 4%°'n Japan. Staatsanleihe 93.40 4 % Conv. Türken von 1903 95.50 Türkenlose 145.20 4% Griech. Monopol-Anl. 54 00 4% äussere Argentinier . 90 00 3°/0 Mexikaner .... 68.50 Chinesen .... 97.35 Aktien: Bochum Guss 244.00 Buderus E. W .... 125.80 25. September, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 141.10 Elektriz. Schlickert . . . 128.25 Esch weil er Bergwerk . . 250.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 224.00 Hamburg-- Amerik. Paketf. 158 60 Harpener Bergwerk. . . 214 00 Lanrahntte 249.50 Nordd. Lloyd 127.00 Oheischles. Eisen-Industrie 132.25 Berliner Handelsges . . 172.50 Darmstädter Bank . . .139 25 Deutsche Bank . . . 239.10 Dentsch-Asiat. Bank . . 174.00 Diskonto-Kommandit. . . 182.90 Dresdner Bank . . . 158.50 Kreditaktien 210.20 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 125.40 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 37.00 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.90 Prince-Henri-Eisenbahn . 145.00 Tendenz : fest. berliner Börse, 25. Canada E. B. . . . . . 179.20 Darmstädter Bank . . . 139.50 Deutsche Bank .... 238.70 Dortmunder-Union C. . . 84 60 Dresdner Bank .... 158.60 Tendenz: ruhis". September. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 213.70 Lanrahntte —.— Lombarden E. B, ... 37.10 Nordd. Lloyd 126.90 Türkenlose 144.70 Spielplarc der vrniniqlen frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 25. Sevtember*): „Carmen." Mittwoch den 26. September: „Der Bettelstudent." Donnerstag den 27. September : „Die Afrikanerin." Freitag den 28. September: „Der Waffenschinied." Samstag den 29. September: „?llessaudro Stra- della." Hieraus: „Tie schöne Gärtnerin." (Ballett.l Sonntag den 30. September, nachmittags halb 4 Uhr: „Der Trompeter vou Säklingen." Abends 7 Uhr: „Mignon." Montag den 1. Oktober, abends 6 Uhr: (tz a st s p i e l ,d e s Herrn v a n Roon: „Die Meistersinger von Nürnberg." (Haus' Sachs: Herr van Nooy.) SchansvielhanS. Dienstag den 25, September"): „Das Versprechen hinterm Herd." Hieraus: „Kurmärker und Viearde." Zum Schluß: „Dod- geschosse." Mittivoch den 26. Sevtenrber: Zunr ersten Male: „Ein idealer 6) atte." Von O s k a r W i l d e." Donnerstag den 27. Sevtember: „Der Verschwender." Freitag den 28. September: „Der Kausmann von Venedig." Samstag den 29. Sep- tember: „Ein idealer Gatte." Sonntag den 30. September, nach- nnktags halb 4 Uhr: „Mamsell Nitouche." Abends 7 Uhr: „Ein idealer Gatte." *1 dlnsana, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Sport. O F ujj ball. Das am Samstag mittag frt Saubach ab- gehaltene Fußb a l l -W e t ts v i e l zwischen Schülern des G pm- nasiums in 6s i es; en und solcheir tu Saubach blieb unentschieden, da es 2:2 abschloß. -^-Fußball. Die 2. Mannschaft des Gießener Fußballklubs 1900 verlor vorgestern gegen den Marburger Fußballklub mit 4:0 6)oals. (tzießen spielte mir mit neun Mann. Marburgs Mannschaft war körperlich stärker, Gießens dagegen technisch besser, besonders die HinlerntannschasL Briefkasten der Redaktion. lAnouhmc Anfragen bleiben unberücksichtigt). Verschiedene Einsender. Tie offizielle Prä mite r un g §- liste der 6 u n b e a it § ft e (l it u g wird in den nächsten Tagen v'n 'IN- r"' örcntli 1't norden, 'voraussichtliche Witternng in Hessen für Miltwock), den 26. September: Mäßige östliche Winde; vorwiegend heiter. Trocken, auf den Höhen leichter Nachtfrost. Orrginal-Drahtineldnngen. Berlin, 25. Sept. Wie die „Staatsb.-Ztg." von gut Unterrichteter Seite erfährt, beabsichtigt die braunfchw. Landesvcrsammlung eine unzweiLcutige Rewlutwn Ku fassen, die gleichermaßen an den .Herzog von Cumberland, an den Bundesrat und die Krone Preußens gerichtet ist, wenn auch nicht an ihre spezielle Adresse. Man beabsichtigt den zweiten Sohn des 5) erzogs von Cumberland zum .Herzog zu proklamieren. Erst nach dem definitiven Verzicht der Cumberlanoschen Familie komme die Wahl eines anderen Pc in'en in Frage. Fulda, 25. Sept. Ein italienischer Kanalarbeiter wurde von mehreren seiner Landsleute auf offener Straße erschlagen. Die Täter sind flüchtig. Kopenhagen, 24. Sept. Als die Prinzessin Waldemar heute nachmittag von ihrem hiesigen Palais nach Schloß Bernstorff fuhr, stolperte ein Pferd. Die Prinzessin wurde aus dem Wagen geschleudert und erlitt mehrere Verletzungen, anscheinend nur leichterer Natur. Die Prinzessin ist sofort nach ihrem Palais zurückgefahren. London, 25. Sept. Ein Telegramm aus Campbell Port berichtet, daß 150 Personen durch das Sinken eines Schiffes im indischen Meer ertrunken sind. Paris, 25. Sept. In Toulouse verhaftete die Polizei eine junge Russin, welche angab, eine hervorragende Persönlichkeit töten zu wollen, die sie seit längerer Zeit bereits in Biarritz und in den Pyrenäen vergeblich gesucht habe. Sie weigerte sich, der Polizei ihren Namen anzugeben. Wien, 25. Sept. Der Kaiser hat nach seiner RÜD kebr aus Ischl seine Gemächer im Schönbrunner Schlosse noch nicht verlassen. Husten u n d B r o n ch i a l k a t ar r h haben wohl an Intensität nachgelassen, doch wird der Kaiser auch jetzt noch zeitweise von Hustenanfällen he im gesucht. Wenngleich, wie aus Hofsreisen verlautet, keinerlei Anlaß, zu Besorgnis vorhanden ist, muß sich der Monarch, der durch den Katarrh etwas geschwächt ist, doch die grüßte; Schonung auferlegen. Petersburg, 25. Scvt. Der Admiral Wcsol- rasom erhielt von den Revolutionären die Mitteilung, daß er zum Tode verurteilt sei. Er hat sein HauS sofort stark besetzen lassen und alle Maßregeln zu seinem Schlitze getroffen. Riga, 25. Sept. Auf der Alcxandcrstraße wurde auf einen Straßenbahnwagen eine Bombe geworfen. Diese fiel auf die Straße und explodierte, verwundete aber nur einen Attentäter, welcher flüchtete. Ein Komplize von ihm wurde verhaftet. Hunde-Brot DIANA Danksagung 5811 Familie Heinrich Schmidt Kgl. Eisenbahn-Assistent. ■ U ■ O -HU D U .< 4-X M K EKB 17); ■'Ä 8 e Die Beerdigung findet Donnerstag, den 27. September, nachm. 2 Uhr, vo>n Sterbehause aus statt. o790 Todies-Üsssessge. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unser innigstgeliebter Mann, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herr Fhiilfsga Oswald nach langem, schwerem, in Geduld ertragenem Leiden, sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Sophie Oswald, geb. Kaiser Familie Oswald Familie Kaiser Wieseck, den 25. September 1906. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem unersetzlichen Verluste sagen innigen Dank Die trauernden Hinterbliebenen In deren Namen Familie Bede. MW-BechlMU!f Mittwoch, den 26. September, mittags 2 Uhr 15763 versteigere ich im Bieker'schcn Saale, Neustadt 55, das zum Nachlaß der Witwe Damm gehörige Mobiliar als: 1 vollst. Bett, 1 Llciderschrank, 1 Vertikow, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, eine große Partie Franenklcider, Weißzeug, Hemden, Haus- und Küchengeräte gegen Barzahlung. Gießen, den 24. Septbr. 1906. Earl Geinle r, Geschäftsagent. NtiDaß-VcrstciüerMß. Mittwoch, den 26. d. Mts., vormittags 9 Uhr versteigere ich im Hause Tamm- 'traße 20, die zum Nachlaß der Johanna Beck Ww. gehörigen Mobilien gegen Barzahlung: 1 Küchenschrank mit Aufsatz, 1 Bett, 1 Klciderschrank, 1 Kommode, 2 Tische, Weißzeug, Bilder u. dgl. (5804 Gießen, den 24. Sevtbr. 1906. Carl Geißler, Geschäftsagent. Ziehung 1. bis 6. Oktober 1906 Grosse Nürnberger 13597 Gewinne mit 300000. Hauptgewinne bar Geld .100600 i40000 Lose ä l M., II Lose 10 Porto und Liste 30 Psq. Nachnahme 20 Psg. mehr, versendet doS Gcneraldcbtl IFercL Schäfer, Nürnberg. General-Vertrieb Kiefer & Co., Mainz Lose sind zu haben bei: Richard Bnchackcr, W. Temmler, Phil. Weiter. [ssW, Liebigshöhe Mittwoch abend dou 7 Uhr ab [5795 Spa^saiB ver Zentner 3 Mark sowie Paulsctls Jilli und gelbe Mäuschen einvfiehlt L008' J. Geisel Telephon 235 Sonnenstraße 6 außergewöhnlich billig. 5796 5797 3" (5806 Prima Zwetschen per Zenwer Mk. 3.—, bei Mehrabnahme bedeutend billiger. 3. Hankel, Schloßgasse 6. Spasser* Werkauf emaillierter Hans- und Küchengeräte Das Pfund zu 59 und Pfennige. Fran Hermann Butroni aus Wetzlar/ jeder Art, Farbe und Größe aus dem Markt zu Giessen - Mittwoch, den 26. September = den anerkannt billigen Preisen. 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September 1906. Die Beerdigung findet statt: Donnerstag den 27. September, nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus. 5810 Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen bezüglich der Firma Ernst Balser, Buch- u. Papierhandlung zu Gießen: Der Kaufmann Wilhelm Basiert ist am 18. September d. Js. ans der offenen Handelsgesellschaft ansgeschiedcn und diese damit beendigt. Geschäft ist mit Aktiva und Passiva auf den seitherigen Teilhaber Carl Gemmeckcr übcrgegangcn und wird von ihm unter der alten Firma weitergeführt. |B26/9 Gießen, den 19. Sept. 1906. Großherzogliches Amtsgericht. Schöne Speisekürbisse abzugeben. Nahru^sberg 7. (07013 11V28/, Imit Brut vernichtet radikal Rademachers Goldgeist. PatentamtL geach. No. 75198. Geruch- u. farblos. Reinigt d. Kopfhaut von Schuppen, befördert den Haarwuchs, verhütet Zuzug von Parasiten. Wichtig für i Schulkinder. Fiasche üv Pfg.' | bei C. Seibel, Drog., Frankf.Str. j Aepfelv ersteigerung. Freitag, den 28. d. M., von vormittags 10 Uhr an, sollen die hiesigen Gemcinde-Aepfcl an Ort und Stelle versteigert werden. 5792 Der Anfang ist an der Kreisstraße nach Wetterfeld. Lauter, den 24. September 1906. Gr. Bürgermeisterei Lauter. Aff. 10 Mäusburg 10. DenWM, LtbeMersilhemiB-Mitü-GeskWast zu Berlin. Grundkapital M. 7 000 000. Dersicherungsbcstand über M. 100 000 000. Todeösallversichcrnng, Dolksversichcrung, (Sterbrkassc). Nenteu-, Llussteucr- u. Militärdienst-Versicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung. Tüchtige Herren, welche sich der Akquisition widmen wollen, finden unter günstigen Bedingungen als Vertreter Anstellung durch die Sub- direllion Frankfurt a. M., »oetlieplatz 11.sd^> Unsere Spezial Tapisserie Abteilung von einer ersten Tanisseristin geleitet, enthält alle NeuheitenSaison. Wir übernehmen das Entwerfen, Vorzeichnen, Anfängen sowie Fertigmachen aller in die Tapisserie-Branche einschlagenden Arbeiten. 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Gießen, am 21. September 1906. Bezirkssparkasse Gießen. Doering. Ausgezeichnet mit goldenen Medaillen, ersten Preisen, höchsten Anszeichmlngcn und vielen Dankschreiben- [5299 Fleischfaser Hundekuchen, das rationellste Nährmittel für Hunde jeder Nasie. Jeder Hund frißt cs gerne und erlangt Munterkeit und Wohlbefinden. Voit Tierärzten und Kynologen bestens empfohlen. Zn haben das Pfund ä 24 Psg. bei 5 Pfd. ä 22 „ „ 10 „ Ü 20 „ bei M Wakellsels Marktplatz 21. Fernsprecher 46. NB. Fütterungsanmeisung gratis. Viel Zeit hdi<1 Mühe erspart sich die Hausfrau mit in Würfeln zu 10 Pf", für 2 Teller Suppe. In kürzester Zeit und nur mit Wasser zuzubereiten. Angelegentlichst empfohlen von C”/9 Ludwig Steinhäuser, Neuen Baue 17. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme, und die zahlreichen Blnmenspendcn, bei dem schweren Verluste unseres lieben Sohnes Heini sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schlößer sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühltesten Tank. 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