Nr. 250 erscheint taflltd) außer Sonntag«. Den» Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Bering der Brüh l'schen Unwerf.-Buch-u. Stein- bruderet. R. Lang«. Redaktion, Expedition und Dniaerei: Schulst raße 7, Redaktion 112 kZerlagu.Exved.S-sAbL Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt 15«. Jahrgang Mittwoch 24. Oktober 1006 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Eichener Anzeiger M General-Anzeiger *•' zv Bezugspreis, monatlich 7bPf., otertel* jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. ZiveigsteUen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. rintiahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vornültagS 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12Pf« auLivärls 20 Pfg. Verantwortlich tüt den polit. und allgern. Teil: P. Wtttko' für , Stabt imb fianb' und -Gerichts) aal': Ernst Heß; sür den An- gcigenteil: Hans Beck. Are heutige Kummer umfaßt 1V Seiten. ßißnert. Wir lesen heute in der ,Darmst. Ztg/ folgende offiziöse Auslassung: In den Preßerorterungen, die sich mit der Bestätigung der Wahl des Stadtv. Eißnert au Ost'eltbach ginn unbesoldeten Beigeordneten dieser Stadt beschästigen, sind mehrfach unrichtige Behauptungen ausgestellt worden. Unrichtig ist gUnächst die Angabe, daß das Ministerium die Bestätigung der gu Beigeordneten der Gemeinden M ü h l h e i m und Kelsterbach gewählten Alitglieder der sozialdemolratischen Partei, Zahn und Hilbert, versagt habe: keine dieser beiden Angelegenheiten ist bis jetzt beim Ministcriiim anhängig geworden. Es ist ferner unrichtig, daß die Bestätigung des Beigeordneten Eißnert mit ber rage der Wiederwahl des Oberbürgermeisters Brink in irgend ivelchem Zusammenhang steht. Endlich ist es unrichtig, daß die Bestätigung mit einem Projekte der Schaffung einer Kunst- a t a b e m i c etwas gu tun habe, für das bie Regierung eine Mehrheit im Landtage gu gewinnen strebe. — lieber die Gründe, bie bei ber Bestätigung für bie übereinstimmende Stellungnahme beS Lanbesherrn imb der Regierung ansschlaggebenb waren, sich eingehend gu äußern, glaubt diese einer etwaigen Erörterung im Landtage vorbehalten gu sollen. Diese offiziöse Erklärung war zu erwarten. Wir haben bereits einige falsche Gerüchte in bas Bereich ber Fabel verwiesen, weil wir all das Gerede in Darmstädter und anderen Blättern als durchaus unglaubwürdig von vornherein ansahen. Dieses Gerede nahm nachgerade einen so lächerlichen Charakter an, daß man womöglich demnächst hätte irgendwo lesen können, S. K. H. unser Großherzog habe dem ^Genossen" Eißnert die Bestätigung erteilt, da ihm Herr Ulrich im änderen Falle mit Entziehung seiner persönlichen Freundschaft gedroht habe. . . . Die Tartarennachricht von dem großherzoglich-sozial- demokratischen Komprotniß betreffs einer Kunstakademie erschien zuerst in einem Wormser Zentrumsblättchen. Sie bekundet die niedrigste Stufe von monarchischer Gesinnungs- tüchtigkeit, von der ans man hinter jeder freien Tat ein klägliches Handelsgeschäft wittert. Zu dieser verächtlichen Niedrigkeit der Gesinnung und unmonarchischen Kleingläubigkeit tritt noch bei allen denen, die diesem dummen Gerüchte Beachtung schenkten, eine höchst kümmerliche Kenntnis unserer jüngsten hessischen parlamentarischen Geschichte. Ist es doch jedem Zeitungsleser bekannt, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten der Darmstädter Kammer wiederholt schon den Ausschlag für die Annahme von Regierungsvorlagen gegeben haben, ohne daß ihnen dafür ein ,Zugeständnis" wurde, höchstens außer der Zensur aus den Reihen der eigenen Parteiorthodoxen als »Großherzoglich hessische Sozialdemokraten". Dann die Nachricht über die Wiederwahl Brinks. Dieser Unsinn! Was seinerzeit der Finanzminister Gna ut h über das Offenbacher Ctadtoberhaupt vor den versammelten Landboten sagte, sollte doch noch in Erinnerung sein. Wir haben bereits der Vermutung Ausdruck gegeben, daß bei der Bestätigung Eißnerts der Groß Herzog und seine Minister in vollstem Einverständnis gehandelt haben.. Die obige Auslassung bestätigt diese Vermutung, die .sich auf zwei bekannte Tatsachen stützte: Einmal auf die Gegenzeichnung der Bestätigungsurkunde durch den Präsidenten des Ministeriums des Innern, sodann auch die Haltung des Staats- ministcrs gegenüber den sozialdemokiatischerseits bei der letzten Budgetberatung erhobenen Vorwürfen über angebliche Behandlung von Sozialdemokraten als Bürger zweiter Klasse. Darum auch präsentierte sich die Notiz über ^Unstimmigkeiten" innerhalb des Ministeriums aus Anlaß der BestätigtmgSfrage als unglaubwürdig. Die Negierung wird, wie eS heißt, über die Bestätig- ungsfcage interpelliert werden. Sie scheint diese Interpellation zu ermatten, und es geht sogar die Rede, Ministerialpräsident Braun werde desivegen die Vertrauensfrage an den Landtag stellen. Es scheint also, daß man es darauf abgesehen hat, der Sozialdemokratie möglichst viel Agitationsstoff ztl liefern. Denn die Mühle der Sozialdemokratie klappert bekanntlich nur von dem Wasser, das unkluge Gegner ihr zuleiten. Daß der sozialdemokratische Beigeordnete für die praktische Partei-Agitation doch in der Hauptsache der Partei verloren ist, daran denkt wohl niemand von den enragierten Eiferern gegen die Bestätigung Eißnerts. Nun aber will man den Sozialdemokraten den Gefallen erweisen, ihnen zu neuer Agitationsgelegenheit zu verhelfen mit einer Interpellation, die nichts weiter auZrichten wird, als daß sie auf beiden Seiten viel böses Blut macht. Oder glaubt irgend jemand ernsthaft an eine Kapitulation des Kabinettes Ewald, das doch wohl im Einverständnis mit dem Landcsfürsten handelte?_______________________________________ ^ic brarrnschwcig ifche" Frage. Braunschweig, 23. Oktober. In der heutigen Sitzung des Landtages nahm der Oberbürgermeister Retemeyer das Bort zur Begründung des Antrages der staatsrechtlichen Kommission. Er führte aus, daß der Bericht in der Fassung festgelegt sei, nachdem zweimal vertrauliche Beratungen der Mitglieder der Landesversammlung stattgesunden haben. Die Mitglieder haben sich offen ausgesprochen und Oie Gegensätze sind scharf hervorgetreten. Die Kommission glaubt jedoch aus den Verhandlungen den Eindruck gewonnen zu haben, daß sie in ihrem Bericht den richtigen Schluß daraus gezogen bat .Selbstverständlich, hat sich, die Kommission zu einem KomPromis verstehen müssen und sie hat den dringenden Wunsch, daß wenn irgend möglich, auch hier ein Einverständnis erzielt wird. Ich bitte zu beschließen, die Resolution anzunehmen und ich bitte auch den Regentschastsrat, dem Luzuftimmen. Staatsminister Dr. v. Otto: Der Regentschastsrat hat den Wunsch, daß gleichfalls eine möglichste Einstimmigkeit in der Behandlung der vorliegenden Fragen herrsche, stets gehegt. Jetzt scheiden sich die Wege zwischen der Regierung und der Landesversammlung. Der Antrag der Kommission steht nicht im Einklang mit dem, was bie Regierung empfohlen hat. Die Negierung hat empfohlen, die Landesversammlung möge ihr Einverständnis damit erklären, daß die Wahlen eines neuen Regenten in die Wege geleitet werden. In entern Punkte steht die Regierung und die Landesversammlung auf dem gleichen Standpunkt. Beide gehen dahin, daß das Haus Braunschweig nimmermehr bie Negierung au treten könne, wenn es nicht seine Ansprüche auf das ehemalige Königreich Hannover aufgebe. Die Kommission hat dieser Auffassung in ihrem Anträge Ausdruck gegeben und erachte dies für sehr bedeutungsvoll. Dann gehen jedoch die Wege auseinander, nicht prinzipiell. Die Regierung ist der Ansicht, daß ein langes Warten nicht mehr angängig ift Die Kommission schlage vor, drei Monate zu warten, um dem Herzog Gelegenheit zu geben, sich definitiv zu äußern, die Negierung meine indessen, daß er in den 21 Jahren feit dem Tode des Herzogs Wilhelm von Braunschweig Zeit genug gehabt hat, einen Entschluß zu fassen. Das Ministerium sei der Ansicht, daß ein Provisorium für das Land keinen Schaden bedeuten würde. Nachdem der Minister am Schlüsse feiner Rede noch erklärt habe, daß auch er einen etwas wenig er kühlen Ton der Antwort des Für st en Bülow gewünscht hätte, wurde die Resolution einstimmig angenommen und ber Lanbtag vertagt. Politische Sagesschasr. Da3 neue französische Ministerium. Die von Clömenceau eingeleiteten Unterhandlungen zur Bildung eines Kabinetts sind zum Abschluß gelangt. Nur die Zuteilung des Kolonialministeriums ist noch nicht endgiltig erfolgt. Das neue Kabinett setzt sich wie folgt zusammen: Präsidium und Inneres: Clömeneeau, Justiz: Guyot- Dcssaigne, Auswärtiges: P i ch o n, Unterricht: Briand, Finanzen: Caillaux, Krieg: Piequart, Marine: Thomson, Oesfentliche Arbeiten: Barthou, Handel: Doumergue, Ackerbau: Ruan, Ministerium für Arbeit und Gesundheitspflege: Viviani. Das Kolonialministerium soll Milliös-Lacroix angeboten werden. Das neue Ministerium hat einen entschieden radikalen Charakter. Demselben gehören an 6 Radikale und Sozialistisch- Radikale, die Senatoren Clemencbau, Pichon und Millies-Lacroix, die Deputierten Guyot-Dessaignc, Doumergue und Ruau, ferner der gleichfalls zu den Radikalen gehörende General Piequart, zwei unabhängige Sozialisten, Briand und Viviani, bann zwei Mitglieder der demokratischen Linken, die Deputierten Thomson und Barthou, schließlich das Mitglied ber demokratischen Vereinigung Caillaux. Der „Tcrnps" bemerkt: Diejenigen, welche glauben, daß Piequart als Kriegsminister die D r e y f u s - Angele g e u h e i t wieder aufrollen und irgendwelche Vergelt- ungsgelüfte befriedigen werde, dürften sich einem Irrtum hingeben. Piequart habe in heldenmütiger Weise bewiesen, daß er ein Mann von Charakter fei; er besitze militärischen Geist und kenne die Armee. Er werde es als Ehrensache ansehen- die Zuneigung seiner Kameraden zu gewinnen und den Besitzstand der nationalen Verteidigung gegen schlecht angebrachte Ersparungs- maßregcln zu schützen. Pichon sei ein offener Geist und ein begabter Redner und durch feilte diplomatische Laufbahn habe er seine berufsmäßige Eignung bewiesen. — Das „Journal des Debats" meint, in Clemenceaus Ministerium seien, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur Männer, die er nach seinem Gutdünken gängeln werde. Als Botschafter für Berlin wird Bourgeois, für Wien wahrscheinlich Paul Tcschanal bezeichnet werden. Zu einer Politik der Nadelstiche gegen Deutschland konnte Clämeneeau gar keinen Gefügigeren uno Verständnisvolleren finden, als Pichon, den bish. diplomatischen Vertreter Frankreichs in Tunis. Millerand hat leider auf die Kandidatur um den Posten verzichtet. Mit Clemenceau und Pichon, dem bezeichnender Weise von der Londoner Presse von vornherein Sym- pathieen entgegengebracht wurde, hat sich also fortan die deutsche Diplomatie auscinanderzusetzeu. Eine schwierige und sehr unerquickliche Aufgabe. Das Kabinett Clemen- ceau wird besonderen Wert legen auf regen Meinungsaustausch mit dem Londoner Kabinett. Dies Kabinett mag noch so korrekt und höflich fein, deutsche offizielle Besucher in England mögen eine noch so opulente Aufnahme finden: in dem Ziele, Deutschland nach Möglichkeit das Größerwerden zu erschweren und für alle Fälle eine ftarle Vereinigung von Mächten gegen Deutschland zu bilden, ist man in Paris und London vollkommen einig. Männer wie (Slemenceau und Pichon wären allenfalls dann keine Gefahr für den Frieden, wenn der Dreibund fester dastehen würde. Deutsches Reich. Berlin, 23. DEL Der Kaiser hörte heute die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts, des Chefs des Admiralstabs der Marine und des Chefs des Marinekabinetts. Heute mittag nahm der Kaiser an der Parforce-Jagd in Döberitz teil. — Der österreichische Generalstabschef, Feldzeugmeister Graf Beck, ist heute in Berlin eingetroffen und stattete dem Kriegs mini st er von Einem einen Besuch ab. — Die ^Deutsche Tagesztg.* schreibt: Die Sozialdemokraten werden bekanntlich sofort beim Wiederzu- samnientritte de§ Reichstages eine Interpellation über die Fleisch not einbringen. Voraussichtlich wird der preußische Landwirtschaftsminister im Namen des Reichskanzlers die Interpellation beantworten, falls eS sein Gesundheitszustand erlaubt. — Wie an hiesiger zuständiger Stelle erklärt wurde, könne von irgend welchen Beschlüssen betreffend Milderung der Grenzsperre oder sonstigen Maßregeln noch keine Rede sein. Die Dinge liegen zur Zeit aber doch so ernst, daß man erneut Erörterungen unter den Bundesregierungen über die Fleischteuerungs- und Fleischoersorgungs- frage für unabweisbar gehalten habe. Diese seien eingeleitet, ihr Ergebnis aber noch nicht vorauszusehen. Gn esen, 23. Okt. Am SamStag ist hier eine polnische Frau vor daS hiesige Amtsgericht vorgeladen worden, um als Zeugin inr K i n d e r - S ch ul str e i k vernommen zu werden. Sie sollte darüber Auskunft geben, ob der hiesige Propst Piotrowicz in einer in der Kirche gehaltenen Predigt zum Wider st an de gegen die Lehrer im Religions-Unterricht auf gefordert habe. Da sie die Aussage verweigerte, ist das Zeugnis-Zwangsverfahren gegen die Frau eingeleitet worden. Sie verbüßt die Haft zur Zeit im hiesigen Gefängnis. Flensburg, 24. Okt. Bei der gestrigen Reichs- t a g s e r s a tz w a h l HaderslebenSonderburg wurde der Landtagsabg. H an se n-Apenrade (Däne) mit erdrückender Majorität gewählt. Köln, 23. Okt. Eine Bexirksversammlung der Arbeitervereine von Köln und Mülheim a. 9ch. beschloß, in Sachen der Fleischnot die Absendung einer Petition an den Reichskanzler, sowie an sämtliche Zentrum s.- abgeordnete, in welcher von der Negierung schleunigste Anwendung aller Mittel gefordert wird, die geeignet sind, eine Linderung der Fleischnot herbeizuführcu. Nach Ansicht der Versammlung wäre das wirksamste Mittel eine er- ioeiterte Oefsnung der Grenze für die Einfuhr von Schlachtvieh unter Beobachtung der veterinären Vorschriften zum Schutze der heimischen Viehzucht; eine zeitweilige Herabsetzung des Zolles auf Vieh und Fleisch wäre gleichfalls in ernste Erwägung zu ziehen. Die Zentrumspartei soll ausgefordcrt werden, in diesem; Sinne auf die Regierung einzuwirken, da durch die gegenwärtige, ungewöhnlich anhaltende Steigerung der Fleischpreise eine erhebliche Verschlechterung der Lebenshaltung der minderbemittelten Volrsklassen herbeigeführt werde. Stuttgart, 23. Okt. Der Rücktritt des Ministern Präsidenten Dr. v. Breitling erfolgt nach Auslösung deK gegenwärtigen Landtages Ende dieses Monats. Sein Nachfolger wird der Minister des .Auswärtigen Dr. v. Weizi s ä ck e r. Trier, 23. Okt. Eine De'legiertcnversammlung der rheinischen Zentrumspartei nahm eine Resolution an, in der die rheinischen Abgeordneten der Zentrumspartei ausgefordert werden, mit aller Entschiedenheit in der Nächsten Landtagssefsion endlich auf Beseitigung des 2 r e i k l a s s e n w ahl s y st e m s hinzuarbeiten. Karlsruhe, 23. Okt. Zum Leiter des Finanzmini st e r iu m s an Stelle Deckers ist der bisherige Diret-, tor der Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaues Professor an der Technischen Hochschule Gehe.imrat Henseb berufen worden. ' | JW München, 24. Okt. Der König v o n S a ch s e n trifft mit seinen ältesten Söhnen am Donnerstag früh in Mita chen ein und reist nach Süden mit dem nächsten Zug inerter. Die Prinzen bleiben hier. Die Gräfin Montignoso trifft am 24. Oktober nachmittags in München ein. Ausland. London, 23. Okt. Die Admiralität hat beschlossen/, eine besondere Heimatsflotte mit Sheermeß als Hauptquartier zu erpichten. — Eine lärmende Frauend'emön stration fand? im Unter hause statt. Viele, zum Teil gut gekleidete, Frauen, einige mit Säuglingen, hatten Zutritt gesundem Plötzlich begann eine Frau eine Ansprache. Sogleich unternahmen drei oder vier der stärksten Polizisten einem Angriff auf dia.Fra.uen. Eine von ihnen warf sich nieder, der Polizist mußte mit ihr auf dem Fußboden kämpfen. Verschiedene Abgeordnete nahmen Partei für die Frauen. Die Säuglinge taten ihr mißlichstes, den Lärmt zu erhöhen. Die Frauen klammerten sich energisch an die! Polizisten. Ein Polizist trug eine um sich tretende Frau, auf den Schultern weg. In der Vorhalle halte eine Fran auf einem Fensteraesimse eine Ansprache gehalten. .Auch) die Flagge: „Für Frauenstimmrecht!" war entfccktet. AlK die Vorhalle geräumt war, lagen Hüte, Boas, Handschuhe und Taschentücher umher. Gegenüber dem Parlament und« am Themse-Embankment hielten die Frauen dann noch Protestversammlungen ab. Acht Frauen wurden zuletzt von Polizisten, von einer großen Volksmenge begleitet, zur; Polizeistation eskortiert. — Nach einer Ateldung' deck'-„Times" wus Tanger? verübte ein Abgesandter Raisulis ein scheuß-^ liches Verbrechen aus dem Marktplatz in Tanger,, gerade vor den Fenstern der deutschen Gesandte schäft. Raisulis Abgesandter ließ einen Mann von adjt Männern peitschen. Der Unglückliche wurde furchtbar zugerichtet; [ein entblößter Leib bildete eine große: blutende, eiternde, grauenerregende Wunde. Seine Leiden waren unbeschreiblich. Schließlich wurde ihm das Gesicht mit scharfen Steinen zerschnitten. Nach-, her wurde eine Frau auf derselben Stelle von Raisulis! Anhängern furchtbar aus Ke peitscht. Beide hatten sich die persönliche Feindschast Raisulis zugezogen. Dieser Vorfall unter den Fenstern der deutschen Gesandtschaft beweist die dringende Notwendigkeit, die internationale Polizei sofort zu organisieren. Venedig, 23. Okt. Ka iser Wilhelm ließ bemt Bürgermeister von Venedig Grafen Grimani seine Absicht mitteÄen, der Stadt Venedig eine Säfte Wagners zu schenken. Grimani dankte äußerst verbindlich. Bei der Aufstellung sollen durch Musiker der Berliner Hofoper Wagnersche Kompositionen zur Aufführung ße».. langen. Bern, 23. Okh Ier. AunSesrat - wies aus der. Gibt Handel des 4% Öesterr. Goldrente. Oberschles. Eisen-Indnstrie 126.00 3?4 Portugiesen Serie I . 3% Handel rrir- vevkehr, Volkrwlv-schaft 120.30 Prince-Hcnri-Eisenbahn . Fest UtcriiiDcr Börse, 24. Oktober. Anfangskurse. Kreuzstern . 176.10 . 137.70 . 237.50 . 8160 . 154.70 36.50 144.90 146,40 Harpener Bergwerk Lanrahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd » . Türkenlose . . 236.50 . 125.20 Berliner Handelsges Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: ruhig. 'n Oesterr. Silberrente Ungar. Goldrente . . Italien. Rente . . . . 209.50 . 245.50 . 36.40 . 123.70 . 144.20 98.80 99.65 94.50 102.80 69.00 70.15 87.75 92.00 93.80 314% ?>% 314% 354 314% 314% . 169.00 , 137.90 . 237.50 . 170.76 . 181.40 . 154.80 . 210.70 Reichsanleihe do. Konsols • ■ Hessen . . . Oberhessen 97.60 86.00 97.75 86 00 97.50 138.75 124.00 240.50 219.70 158.30 209 40 245.00 124.00 und das Programm ist abwechslungsreich und interessant gestaltet. h. Offenbach a. M., 23. Okt. Der neu gewählte sozialdemokratische Beigeordnete Eißncr t wurde am Montag in den verschiedenen städtischen Abteilungen durch Oberbürgermeister Brink den Beamten vorgestellt. Als amtliche Verrichtungen wurden ihm die Abbaltung der S ü Hute r m i n e' und die Vertretung der Bürgermeisterei beim Nekrutierungsge schäft der Stadt Offenbach zugewiesen. Tiirkenlose 4% Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier 3% Mexikaner . 4>4% Chinesen . . . Aktien: Bochum Gnss .... Buderus E. W ... Tendenz: fest. 4% 4% 4% Die Rcichstagswahl in Stade. Stade. 23. Okt. Bei der heutigen ReichstagScrsatzwahl für den 18. hannoverschen Wahlkreis Stade-Blumenthal war Lis 11% Uhr abends da? Resultat von reichlich drei Vierteln des Wahlkreises wie folgt festgestetlt: Reese (nationa llib.) 3 114, Klävemann (Bd. d. Landw.) 2476, Otto (frcis. Vpt.) 2567, von Meding (Welfe) 1150, Ebert (Sozialdem.) 5115 Stimmen. Stichwahl zwischen Ebert und Reese gilt als wahrscheinlich. Gießener Wetterdienst. Doranssichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag, den 25. Oktober: Vielfach Nebel, trocken, Temperatur nicht ver- n ndert. W iudstill. . 144.60 52.50 . 87.40 . 67.25 . 95.50 Aus S.aSt uno Laus. Gießen, den 24. Oktober 1906. •• Kirchengebet. Wie das „Mainzer Journ.^ meldet, hat ba! bischöfliche Ordinariat in Mainz angeordnet, daß wegen der 311 erwartenden Niederkunft I. K. £>. der Großherzogin in allen Teilen des Landes das übliche Kirchengebet stattfinden soll. •* Parlamentarisches aus Hessen. Der vierte Ausschuß der zweiten Kammer hat sich heute vormittag noch einmal eingehend mit dem Antrag Berthold, betr. Aufstellung einer Dampfpumpe an der Schwarzbach in der Gemarkung Osthcim beschäftigt und in Verbindung damit das frühere große Projekt der Großh. Negierung bezüglich der Melioration des Ried zur Beratung gezogen. Der Ausschuß ist einmütig der Ansicht, daß die allmähliche Durchführung dieses allerdings kostspieligen Projektes ein Segen für die ganze Provinz sein und unserem Land eine ungeheure fruchtbare Kornkammer erschließen könnte. Er gibt deshalb an der Hand eines sehr instruktiven, vom Abg. Müller -erstatteten Ausschußberichts der Großh. Negierung zur Erwägung, ob nicht noch jetzt die Anlage einer Pumpstation, wie sie bei Asthcim gefordert wird, in Verödung mit dem Meliorationsprojekt einheitlich erwogen und ^..mhlich etwa mit Hilfe der Gründung einer Genossenschaft zur Ausführung gebracht werden kann. Da von Mittwoch ab wieder der Sonderausschuß für die Verwaltunasgesetzrevision seine Beratungen aufnimmt und mehrere Mitglieder des vierten Ausschusses auch bei diesem tätig sind, mußte sich der letztere urngcsetzt. Privatdiskont 5% Proz. Märkte. fc. Frankfurt n. M., 24. Okt. Drig.-Telegr. de? Fließ. Anz.") 93iebmartt. Zum Verkaufe standen 00 Kälber 00 Schafe und Hammel, 1245 Schweine-; 1. Qual. 76—77 Psg. Lebendaewicbt 60.00—00.00 Pf., 2. Qual. 75-00 Pf., Lebendgewicht 59 00-00 Psg., 3. Qual. 68—70 Pfg. Kälber 1. Qual. 00-00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Psg., 2. Qual. 00—00 Psg., Lebendgewicht 00- 00 Psg., Schlachtgewicht 00-00 Psg. Schake 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Geschäft: nuf, llebcrftnnb unbedeutend. Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert . . . Eschweiler Ber-rwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Pakctf. Harpener Bergwerk. . . Lanrahütte Nordd. Lloyd Vermischtes. • Sensation erregen die gegen den in Paris domizilierenden Besitzer des „Rewyork Herold", G 0rd 0 n Bennett sowie gegen dessen Anzeigenchef Gillam erlassenen Haftbefehle wegen Verbreitung unsittlicher Druckschriften. Der „Herold" gewährte an der Spitze des Blattes unter der Nubrik „Persönliches" allen möglichen ganz eindeutigen kupplerischen und auch perversen Inseraten Raum, was ihm angeblich 300 000 Dollars jährlich einbrachte. Die Heardpresse denunzierte den „Herold* deshalb, worauf die Grand Jury acht Anklagen cinleitete. Tas Strafmaß ist in jedem Falle hohe Geldstrafe mit ober ohne zusätzliche Zuchthausstrafe bis zu 5 Jahren. * Paris, 24. Okt. Der Luftschiffer Santo? Dumont hatte gestern bei seinem Flugversuch mit seinem Aeroplan Raubvogel den ersten Erfolg. Die Maschine erhob sich 4 Meter vom Boden, durchmaß eine Distanz von etwa 60 Metern, worauf allerdings das leichte Bambus- gerippe der Flügel brach, wodurch der Flug beendet wurde. Dumont gewann gleichwohl den Prix Archdeacon, weil er mehr als 25 Meter zurücklegte. * Kleine Tageschronik. Bei Speldorf a. d. Ruhr wurde der von der Nachtschicht kommende 70 jährige Bergmann Seyen überfallen, seiner Barschast beraubt und dann in die Ruhr geworfen. Die Raubmörder sind noch nicht ermittelt. — Der Mörder Arthur Schilling, der die 13 jährige Frieda Tiermann ermordete und die Botenfrau Rechter beraubte und schwer verletzte, wurde in Kamenz verhaftet und ist geständig. Die verwundete Frau Richter ist bereits außer Lebensgefahr. — In der Nähe von Schwarz Waldau (Schlesien) wurde einer Frau, die Verwandte nach dem Bahnhof Rothenbach begleitet hatte, auf dem Rückwege der Schädel ein geschlagen und der Hals durchschnitten. Von den Tätern fehlt jede Svur. — In Leipzig verhaftete die Polizei einen angeblichen Kandidaten der Medizin Wolf, der gefälschte Wechsel bei einer Bank in Zahlung gab. Der Verhaftete entpupvte sich als der von verschiedenen Behörden gesuchte Schwindler Martin Lange. — InDüsseld 0 rf verübte die wegen Verbrechens gegen § 218 des Strafgesetzbuches verhaftete Hebamme Witwe Kupferschmidt nach ihrer Vernehmung durch den Untersuchungsrichter einen Selb st Mordversuch durch Trinken von Salzsäure und zog sich lebensgefährliche Verbrennungen zu. — In Uckerath (Rheinl.l zündeten mehrere Kinder auf fremdem Felde Feuer an, wobei ein Kind den Flammentod fand. Die herbeigceilte Mutter erhielt schwere Brandwunden. — In Nürnberg wurde eine Spielhölle in einem Cafe aufgehoben, nachdem man schon lange Verdacht gehegt hatte, daß 0 f f r" w-'wclt merhe. Gerichtssacrl. Leipzig, 23. Okt. Das Reichsgericht verwarf die Klage des Grafen Alexander Welsburg gegen den Großherzog von Oldenburg, das großherzogl. Haus und die Verwaltung des großh. oldenburgischen Familienvermögens auf Anerkennung als gleichberechtigtes Mitglied des oldenburgischen Hauses und eine dementsprechende Apanagrerung Die gegen das Urteil des Oberlandesgerichts eingelegten Neviswns- ansprüche des Grafen Welsburg sind damit tit allen Instanzen abgewiesen. lGrnf Welsburg ist der Sohn des verstorbenen Herzogs Elimar v. Oldenburg, der ein Stiefbruder des Großherzogs Peter war, des Vaters des jetzigen Großherzogs. Herzog Elimar, der fern von seiner Heimat auf seinen ungar. Gütern in glücklicher Ebe mit einer früheren Bühnenkünstlerin lebte, war wegen dieser „Mesalliance" in Zwist mit seinem Bruder geraten, der den Tod beider überdauerte D. Rcd.^ 414% russ.Staatsanl. 1905 414% japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 weiter zu berücksichtigen. In London wurden Amerikaner weiter realisiert und die Kurse gingen daher wiederum etwas zurück. Davon wurde allmählich die gesamte Börse beeinflußt. Fest blieben nur Russenwerte, da gehofft wird, die Lage der russischen Juden werde bald eine Besserung erfahren. Am Montanmarkt "herrschte ziemliche Schwache, besonders Bochumer, Gelsenkirchener und Harpener waren gedrückt, hingegen wurden Dortmunder Union und Rheinische Stahlwerke zu gebesserten Kursen Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. "Frankfurter Störsc. 24. Oktober, 1.15 "Uhr. Genossenschaft den hier inhaftierten Lackierer Walter aus Haingrund bei'Erba m in Hessen wegen anar- chistischer Propaganda aus. Wien, 23. Dfi; Der Petersburger Botschafter Baron Aehrenthal wurde vom Kaiser in zweistündiger Audienz empfangen. Wie es heisst, hat er den ihm' abgetragenen Posten des Ministe r s,d e s A ettste r ;• angenommen. Von der Berliner Börse. Zu Börkenbcginn war das Geschäft ziemlich zuversichtlich, da aber die Londoner Geldlagc nach neuesten Fallissements ungeklärt ist. und bei der Newyorker Erholung das Sprunghafte dieser nicht gefallen will, so trat bald wieder Lustlosigkeit und Zurückhaltung ein. Auch verstimmte es sehr, daß Shaw die Erklärung abgab, Goldimporte nicht In London wurden Amerikaner weiter bietet auch der bescheidensten Börse Gelegenheit, einen Versuch mit MAGGI8 altbewährter Würze zu machen. Man verlange ausdrücklich nur MAGGI8 Würze. OriarnaS-Drahtmeldttttgen. Gr 0 ß - Sa"chsen bei Weinheim, 24. Okt. Heute vor- mittag 6 Uhr stieß hier ein von Frankfurt kommender Person e n z u g mit einem über daS Einfahrtsgleis hinaus vor- ziehenden Güterz u g zusammen. 5 Wagen deS Güter- zngeS wurden inS Feld geschleudert, die Lokomotive des Personenzuges wurde beschädigt. Ein Zugbeamter wurde erheblich verletzt; der Materialschaden ist beträchtlich. Bamberg, 24. Okt. Wegen fortgesetzter Wechscl- fälschuug in einer Gesamthöhe von 12 000 Mk. und Unter- Tem Kastenrinrbcr von Köpenick glaubt man in Dresden auf der Spur zu sein. Einem früheren Bureauvorsteher des Rechtsanwalts Meisel in Dresden, welchem die in einigen Tagesblättern in Faksimile veröffentlichte Quittung des HauptmannS von Köpenick zu Gesicht kam, erinnerte sich, daß em Schreiber, der früher bei demselben Anwalt tätig war, dieselbe Schrift gehabt hatte. Hm sicher zu gehen, sah der Bureauvorsteher bei dem genannten Anwalt einige Aktenstücke durch und fand seine Vermutung bestätigt. Der in Frage kommende Schrei ber heißt Johann Georg Schni tzel und ist 1852 in Schweidnitz geboren. Bald nach dem Weggänge Schmitzels aus Dresden bemerkte man in der Kanzlei des Anwalts, daß mehrere Aktenstücke fehlten, auch einige Kasseneingänge waren verschwunden. 1897 war Schnitzel wegen unerlaubten Tragens der Uniform bestraft worden und Ende 1900 stand er unter der Anklage, durch schwindelhafte Angaben und Benutzung einer Zahlmeisteruniform sich in Dresden Kredit verschafft zu haben. Die Personalbeschreibung des Hauptmanns von Köpenick soll auf Schnitzel passen, der seit langem schon steckbrieflich verfolgt wird. fchlagungen in Höhe von 2700 Mk. zum Nachteil einer Bankfirma wurde der frühere Kam eralpraktikant Wolfgang Gebhard von der Strafkammer zu 2% Jahren Zuchthaus, 900 Mk. Geldstrafe und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Köpenick, 24. Okt. Bürgermeister Dr. La ngcr- ßanS hat gestern dem Magistrat schriftlich angezeigt, daß er seine Amtstätigkeit wieder aufnehmen werde. Königsberg i. Pr., 24. Okt. Bei einer Schnitzel- jo ab bes Labiauer Reitervereins ist ber Rittergutsbesitzer Boltz auf Algrunben lebensgefährlich gc- st ü r z t. Seine Frau und ein anderer Herr sind ebenfalls gestürzt, jedoch nur leichter verletzt. Rom, 24. Okt. Der Mi n ist er des Aeußern veröffentlicht folgendes Communique: Augenblicklich bilden keinerlei Spezialfragen Grund zu irgendwelcher Beunruhigung zwischen den Kabinetten vonWien , Ber - [in und Rom. Die Beziehungen zwischen Italien und Deutschland einerseits und Oesterreich und Italien andererseits kennzeichnen sich in aufrichtiger Freun d - schäft und vollster Herzlichkeit. Es ist völlig unrichtig, daß Oesterreich irgend einen Vorwurf gegen Italien geltend gemacht hat. Der Dreibund kann überdies weder gekündigt noch abgeändert werben und es ist nicht zu glauben, daß bereits jetzt Verhandlungen zu einer späteren Abänderung gepflogen werden. Keinerlei Meinungsverschiedenheiten bestehen augenblicklich zwischen den Drcibundmächten und nichts gestattet zu glauben, daß die Leituna der internationalen Politik irgend eine Aendernng erfahren werde. — Herr v. Tschirsch ky wird wahrscheinlich am Freitag vom Pap st in Audienz empfangen werden. Der Papst hat sich amKnie eine leichte Verletzung zugezogen. Wladiwostok, 23. Okt. Vom Untergang des Passa gierdampfers Warjack wird gemeldet, daß der Kapitän mit aller Vorsicht vier Meilen nördlich von der Torpedolinie fuhr, als Explosion durch eine Mine erfolgte. Eine halbe Stunde später war der Dampfer gesunken. Von den 200 Passagieren wurden 47, von den 23 Mann der Besatzung 13 gerettet. Portugiesen „ III heute auf unbestimmte Zeit vertagen. ” Ordensverleihungen. I. M. die Kaiserin hat der Fürstin Karl zu S 0 lms - Ho h ensolm s-Li ch in Lich das goldene Frauen-Verdienstkreuz verliehen. S. M. der König von Preußen hat dem Gcneraloberarzt und Garnisonarzt Dr. Otto Kunow in Mainz, dem praktischen Arzt und Leibarzt Sr. K. H. des Großherzogs, Dr. Friede. Happel in Darmstadt, und dein RegierungSrat Dr. Herm. Kratz in Darmstadt die Rote Kreuz-Medaille dritter Klasse verliehen. ** Der Fall Eißnert. Wir lesen in der „Wormser Zeitung": Der geschäftsführende Ausschuß der national» liberalen Partei Hessens trat am Montag m Frankfurt zur Beratung des Falles Eißnert zusammen. Die Mitglieder des -nahezu vollzählig erschienenen Ausschusses berichteten einstimmig über die energische Ablehnung, welche die bedauerliche Wendung in der Politik des neuen Ministeriums in allen drei Provinzen des Großherzoytums gefunden hat Die Bestätigung des Vertreters der revolutionären Sozialdemokratie für ein obrigkeitliches Amt, in dem er Namens der Regierung sogar die Polizeigewalt auszuübcn hat, wurde als em Mißgriff von unberechenbaren F 0 lgen fur das Lessenland und als ein schwerer Eingriff in die Reichspolitik bezeichnet. Einmütig hat der Ausichuß beschlossen, auf Sonntag, 3. November, eine Landesversammlung nach Darmstad 1 zu berufen, um gegen diese Politik der Zugeständnisse an die Partei des Umsturzes zu protestieren. , •• Von der Darmstadter Künstlerkolonie. Der Bildhauer Heinrich I 0 bst in München wird, n. d. „Darmst. Ztg.% zugleich als Lehrer an den Großh. Lehrateliers für angewandte Kunst in die Darmstädter Künstlerkolonie eintreten. •• Das Konzert Eharl. Gieß, deS seitherigen beliebten Mitgliedes unserer Reqimentskapelle, daS morgen, Donnerstag, abend im Reuen Saalbau stattfindet, verspricht um so genußreicher zu werden, als außer dem Konzertgeber selbst noch namhafte andere Künstler mitwirken. Herr Gies; wird namentlich seine Meisterschaft als Violinsolist zeigen Mtischer Mitsnchveis Wen. Garterrstratze Nr. 2, Zimmer Nr. 2. Cs können eingestellt werden: 1 landwirtschcütl. Arbeiter, 1 landwirtschaM. Magd, Ziegelet- nnb Steinbrucharbeiter, 2 Schlosser, 2 Schmiede, 2 Spengler, 1 Wagner, 1 Kicker, 3 Schreiner, 2 Schneider, 1 Putzfrau mr abends, 1 Waschfrau, Strecken' u. Erdarbeiter, 2 Installateure, 1 Packerin, 1 Hausburschc, 1 Hausmädchen, Dienstmädchen, Lauffrauen und -Mädchen. Lehrlinge: 1 Schmied, 1 Spengler, 1 Elektrotechniker, 1 Schreiner, ein Buchbinder, 1 Bäcker, 1 Buchdrucker, 1 Kaufmann. Es suchen Arbeit . B**/)0 1 Schlosser, 2 Heizer oder Maschinisten 1 Schreiner, 1 Büglerin, 1 Kleidermacherin, Wasch- u. 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